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Schwarz-Roter Ticker (Juli 2016) [+Ticker mit+]

1. Juli 2016

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Neue braune Partei

19. Juli 2016

nopegidaPegida-Chef Lutz Bachmann hat eine Partei gegründet. Das verkündete der 43-Jährige auf der wöchentlichen Versammlung seines islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden. Lange wurde diese Ankündigung von seinen Anhängern erwartet. Nun erklärte er, dass der Gründungsvertrag für die „Freiheitlich Direktdemokratische Volkspartei“ (FDDV) bereits am 13. Juni unterzeichnet worden sei.

Also eine neue reaktionär-antisemitische DNVP … kommt heute daher als Fremdenfeindlich-Demgagogisch-(ost)Deutschtümelnde Volkspartei. In der Zone hießen die doch NDPD … Was alles so unter „direktdemokratische“ und „freiheitlich“ durch die Gegend turnen darf. Dagegen war die APPD ja noch großes Kino!

Quelle: Eingesandt

Gegen jede Form der Diktatur – keine Solidarität mit Erdogan – Aufruf zur Unterstützung der emanzipatorischen Kräfte in der Türkei

17. Juli 2016

putschIn der Nacht zum 16.07 kam es in der Türkei zu einem Putschversuch durch Teile des Militärs. Anders als bei den anderen Militärputschen der Vergangenheit, scheint der Putschversuch nicht von der Militärführung ausgegangen zu sein. In der Nacht wurde das Polizeihauptquartier, die Geheimdienstzentrale sowie das Parlament durch Militärflugzeuge beschossen, der Atatürk Flughafen war kurzfristig in den Händen der Putschisten ebenso wie der türkische Fernsehsender TRT, über den eine Erklärung verlesen wurde. In dieser hieß es, das Militär habe die Kontrolle über die Regierung übernommen und es werde übergangsweise ein Friedensrat eingerichtet. Auf vielen zentralen Plätzen fuhr Militär auf und eine landesweite Ausgangssperre wurde verhängt.

Währenddessen rief Erdogan aus dem Ausland seine Anhänger_innen über eine Video-Botschaft und CNN-türk dazu auf, entgegen der Ausgangssperre auf die Straßen zu gehen. Tausende folgten seinen Aufrufen. Auch die Moscheen forderten im Namen Gottes und des Koran sich den Protesten anzuschließen. In Ankara kam es teils zu gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Militär, teils zu absurd anmutenden Diskussionsszenen. Die Menschenmengen schwenkten türkische Fahnen, Allahu Akbar-Rufe waren zu hören und an vielen Orten wurden die Soldaten umzingelt. Diese eröffneten nur an einigen Stellen das Feuer, an anderen Orten ergaben sie sich. Nach einigem Zögern verkündeten die meisten europäischen sowie die US-amerikanische Regierung die Unterstützung der „demokratisch gewählten“ Regierung Erdogans und verurteilten den Putsch.

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Marussja Nikoforowa (1885-1919) und die Frauen in der Armee von Nestor Machno

16. Juli 2016
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Marussja Nikoforowa.

Unter der Sowjetmacht wurden die außergewöhnlichsten Phänomene in der ukrainischen Geschichte verdreht, verleumdet und fast vergessen. Zu solchen Tabuthemen gehörte eine lange Zeit auch die massenhafte Machno-Bewegung im Süden der Ukraine. Die kommunistische Propaganda charakterisierte diese als konterrevolutionäre anarchistische Bewegung, hinter welcher eine kleine Gruppe von engstirnigen Menschen stand: Plünderer, Mörder und Verräter (…). Der Beitrag der Frauen in der Machno-Bewegung wird immer noch unberechtigterweise als ein „nebensächliches“ Fragment des ukrainischen Geschichtsbildes betrachtet.

Für die überwältigende Mehrheit der Frauen aus den ländlichen Gebieten der südlichen Ukraine wurden die Revolution sowie der darauf folgende Bürgerkrieg zur Zeit der Wiedergeburt des traditionellen Status der ukrainischen Frau. Erzogen nach den alten Traditionen der Steppe, bereit die Eigeninitiative zu zeigen und fähig die Entscheidungen selbstständig zu treffen – in der Abwesenheit von ihrem Mann, der zum Ersten Weltkrieg ging – bekam die ukrainische Bäuerin die Möglichkeit aus einem belämmerten kleinrussischen „Weib“ wieder zu einer bedeutsamen Einheit der südukrainischen Steppengesellschaft zu werden.

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Neue Broschüre: „Erich Mühsam – Anarchist – Antifaschist – Freigeist“

15. Juli 2016

erichneaErich Mühsam (* 6. April 1878; † 10. Juli 1934) wurde in der Nacht vom 9. zum 10. Juli im ehemaligen Konzentrationslager Oranienburg von den Nazis zu Tode gefoltert. Auch heute, über 80 Jahre danach, ist es uns ein wichtiges Anliegen, Erich Mühsam zu gedenken. Mit dieser Broschüre wollen wir etwas dazu beitragen, dass sein Leben, seine lebensbejahenden und politischen Gedichte, als auch seine programmatischen Schriften nicht in Vergessenheit geraten.

Ganz neu ist die Idee zu diesem Heft allerdings nicht. Bereits 2004 erstellte die damalige Antifa Weißensee und die Freie ArbeiterInnen Union Berlin (FAU) anlässlich Mühsams 70. Todestages eine Broschüre, durch die das vorliegende Heft inspiriert wurde. Die Person Erich Mühsam lässt sich nur schwer in einem Heft fassen, weshalb wir vor allem einzelne Ereignisse und politische Kernintentionen aus Mühsams Leben, die uns wichtig erschienen, auf den folgenden Seiten hervorgehoben haben. Erich Mühsam der immer wiederkehrenden Reduktion auf den verkannten anarchistischen Künstler und Literaten zu entreißen, ist uns sicherlich gelungen. Viele Aspekte seiner Weltsicht sollten wir uns auch heute zu Herzen nehmen: Die Sympathie für die armen »Lumpen« der Gesellschaft, die Verbindung von Aktion und Literatur, dass Ja zur Lebenslust und der Wille zum gemeinsamen Kampf um eine bessere Welt, für den es die Einheit aller Revolutionär * innen aber auch der gegenseitigen Kritik bedarf.

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Charles Bettelheim – Klassenkämpfe in der UdSSR

14. Juli 2016

Cover-für-Web-714x1024Charles Bettelheim, einer der profiliertesten marxistischen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, befasste sich Jahrzehnte mit Ökonomie und Politik der Sowjetunion. Der französische Jungkommunist wurde zuerst ein Kritiker des Stalinismus, war später stark maoistisch beeinflusst, um dann in seiner letzten Lebensphase das bolschewistische Revolutionsmodell einer grundsätzlichen Kritik von links zu unterziehen. In über 600 Seiten untersuchte und analysierte er „die Welt der Herrschenden“ und „die Welt der Beherrschten“.

Charles Bettelheims Studien über Wirtschaft und Politik der Sowjetunion teilen sich in drei Zeitphasen. Im ersten Buch behandelte er die Zeitphase von 1917-1923, im zweiten thematisierte er die Periode von 1923-1930. Die Untersuchung endet mit einer dritten Periode, die die Zeit von 1930 bis 1941 umfasst und als Doppelband herausgegeben wurde (Bd. 3.1 und 3.2). Alle Bände liegen in der Ausgangssprache Französisch vor. Der erste erschien 1974, der zweite 1977. Der Doppelband erschien in zwei Teilen: 1982 gab es den ersten, 1983 folgte der zweite.

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Kolektif 26A – Ein anarchistisches Café in Istanbul/Taksim

13. Juli 2016

Wir organisieren unser Leben gegen die kapitalistische Weltordnung.

Wir leben in Zeiten, in denen die Kultur des Konsumismus, auf der der globale Kapitalismus beharrt, uns keine andere Option lässt, als zu resignieren. Die kapitalistische Kapitulation zeigt die Tatsache, dass weltweit agierende Unternehmen neben dem bloßen Vertrieb von Waren zu gefährlichen Mördern geworden sind, die uns unser Leben rauben.

Wir reden von einer Weltordnung, in welcher der vom Kapitalismus verursachte Wahnsinn die Menschen so sehr von ihrer Natur und ihrer Vernunft entfremdet, dass das Töten von Tieren keine Bedenken mehr hervorruft. In solch ernsten Zuständen beinhaltet das Aufnehmen destruktiver Praktiken zur Bekämpfung des Kapitalismus, einige alte gemeinsame Werte wiederzubeleben. Ein solches Modell verbindet kapitalistische Werte mit den zerstörerischen Praktiken der täglichen Revolution (durch direkte Partizipation). Das 26A Kollektiv produziert, teilt und beschließt die Vision einer neuen Welt heute, hier und jetzt.

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Martin Luther: Von den Juden und ihren Lügen

12. Juli 2016

564_0Von den Juden und ihren Lügen. Erstmals in heutigem Deutsch mit Originaltext und Begriffserläuterungen. Luthers judenfeindliche Schriften, Band 1. Herausgegeben von Karl-Heinz Büchner, Bernd P. Kammermeier, Reinhold Schlotz und Robert Zwilling. Zweite, korrigierte Auflage.

Mit Martin Luther hat die Evangelische Kirche ein erhebliches Problem: der Reformator war ein wirkmächtiger Judenhasser. Unter seinen judenfeindlichen Hetzschriften sticht sein Buch Von den Juden und ihren Lügen von 1543 in makabrer Weise hervor. Darin entwickelt er sein berüchtigtes Sieben-Punkte-Programm zur Beseitigung des Judentums in Deutschland:

• Verbrennen ihrer Synagogen
• Zerstörung ihrer Häuser und Zwangsunterbringung
• Wegnahme ihrer religiösen Bücher
• Lehrverbot für Rabbiner bei Androhung der Todesstrafe
• Aufhebung der Wegefreiheit
• Zwangsenteignung
• Zwangsarbeit

Hatte der Philosoph Karl Jaspers also Recht, als er bemerkte: „Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern“?

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