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Schwarz-Roter Ticker (Oktober 2017) [+Ticker mit+]

3. März 2017

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Referendum – DECLARACION (26.10.2017) – Doris Ensinger II

29. Oktober 2017

Alea iacta est … und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Oder: Haben jetzt alle den Verstand verloren oder bin ich auf dem falschen Gleis gelandet.

Liest man so die Einlassungen zu den gegenwärtigen Ereignissen, staunt man (ich) immer mehr, wer sich nicht nur gegen die Regierung in Madrid, sondern vor allem für die Unabhängigkeit und die „Katalanische Republik“ ausspricht. Libertäre und auch nicht wenige Anarchisten verteidigen plötzlich die Abspaltung von Spanien und die Gründung eines neuen Staates, wobei es keine wirkliche Analyse dessen gibt, wie dieser Staat gestaltet sein wird, wie hoch die Kosten sein werden, wie die tatsächlichen Folgen für die Bevölkerung aussehen werden, und dass die Mehrheit der in Katalonien lebenden Menschen gerade keine Trennung von Spanien will, fällt einfach unter den Tisch. Allmählich hat man den Eindruck, einer Schmierenkomödie mit schrecklich schlechten Laienschauspielern beizuwohnen, die einen weder zum Lachen noch zum Weinen bringen, sondern nur entsetzlich langweilen.

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Katalanische Unabhängigkeit – Nein Danke!

6. Oktober 2017

During times of universal deceit, telling the truth becomes a revolutionary act.
(George Orwell)

Wie ich zu der Regierung Rajoys stehe, wie ich die hier verlebten vergangenen vierzig Jahre politisch einschätze, ist hinlänglich bekannt und in meinem Buch nachzulesen. Nach dem Tod Francos wurde hier keine Demokratie geschaffen, sondern nur pseudodemokratische Institutionen, in denen bis auf einige Ausnahmen kein Demokrat zu finden ist und kein demokratischer Geist herrscht. Hier hat sich nie eine demokratische Kultur herausgebildet, den politischen Gegner beschimpft man auf die übelste Weise, nicht nur im Parlament in Madrid, sondern in allen Parlamenten Spaniens.

Warum bin ich nicht euphorisch über die letzten Ereignisse in Barcelona / Katalonien?
Warum bin ich skeptisch, sogar ablehnend?

Es stimmt, dass dieser Landesteil unter Franco mehr zu leiden hatte als andere, das Baskenland ausgenommen, da war die Repression noch schlimmer. Aber seit ca. 1977-78 gibt es weder ein Verbot der katalanischen Kultur und Sprache, noch wird irgendjemand aufgrund der Verwendung seiner Muttersprache verfolgt. Eines der vielen Argumente, warum das Land endlich unabhängig werden soll, ist aber gerade dieses, nämlich endlich die eigene Sprache sprechen zu können. Praktisch alle Befragten sagen das gleiche: endlich – nach dreihundert Jahren bourbonischem Joch – die Würde des Landes wieder zu erlangen, nicht mehr unterdrückt zu werden, nicht mehr von Madrid ausgeplündert zu werden. Es spielt keine Rolle, dass viele Wirtschaftswissenschaftler vorgerechnet haben, dass Katalonien nicht so viel im Finanzausgleich abgibt, wie hier von katalanischer Regierungsseite behauptet wird. Und allgegenwärtige Korruption gibt es nicht nur in Spanien, sondern genauso in Katalonien, wo Jordi Pujol und seine Mafia-Familie (gegen seine Frau und 6 der 7 Kinder wird ebenfalls ermittelt) 23 Jahre lang jedes Korruptionsdelikt einsetzte, das im Strafgesetzbuch aufgeführt ist: Geldwäsche, illegale Parteienfinanzierung, Dokumentenfälschung usf. In Katalonien sitzen eben die guten Korrupten. Das Referendum und die Unabhängigkeitserklärung (morgen, Montag?) ist zum Credo, zur Religion geworden, und da kann man nicht mehr mit rationalen Argumenten kommen.

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Neu: Anarcho-Syndikalismus – Einführung

14. September 2017

Das einführende Werk zur Theorie und Geschichte des Anarcho-Syndikalismus ist erschienen!

Helge Döhring:

Anarcho-Syndikalismus. Einführung in die Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung, ISBN 978-3-86841-143-0, 228 Seiten, 16 €

Bestellungen über Verlag Edition AV und über Syndikat-A

Die Theorie und die Geschichte der anarcho-syndikalistischen Arbeiterbewegung speisen sich im Kern aus etwa 150 Jahren Menschheitsgeschichte und sind eng geknüpft an das Zeitalter der Industrialisierung. Die Bewegung fand ihre Ausformung in vielen Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen.Dennoch lassen sich ihre reichhaltigen Erfahrungswerte zusammentragen und in zugespitzter Form darstellen. Hier werden die Kontinuitäten, Brüche und Kompromisse dieser Arbeiterbewegung beleuchtet, die ihre Bedeutung auch für künftige Generationen freiheitlich-sozialistischer Gewerkschafter haben werden. Eine Anatomie und ein historisch-repräsentatives Bewegungsbild des Anarcho-Syndikalismus in groben Zügen offenzulegen und nachvollziehbar zu machen, ist Aufgabe dieser Einführung.

Inhalt:

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Albin & Max – Ehre eurem Andenken

3. September 2017

Albin Köbis (* 18. Dezember 1892 in Berlin; † 5. September 1917 bei Wahn am Rhein) war ein deutscher Soldat der Kaiserlichen Marine, der wegen Beteiligung an einer Meuterei während des Ersten Weltkriegs hingerichtet wurde.

Max Reichpietsch (* 24. Oktober 1894 in Charlottenburg; † 5. September 1917 bei Wahn) war 1917 einer der Organisatoren der Antikriegsbewegung in der Kaiserlichen Marine.

Ehre Eurem Andenken.

Als Matrose war Max Reichpietsch auf dem Großlinienschiff SMS Friedrich der Große war er zusammen mit dem Oberheizer Willy Sachse und dem Matrosen Wilhelm Weber sowie den auf dem Großlinienschiff SMS Prinzregent Luitpold stationierten Heizern Albin Köbis und Hans Beckers der Organisator der Antikriegsbewegung unter den Matrosen der Hochseeflotte im Sommer 1917.

Er wurde verhaftet und am 26. August 1917 als „Haupträdelsführer“ wegen „vollendeten Aufstandes“ zusammen mit Köbis, Sachse, Weber und Beckers in einem Kriegsgerichtsverfahren zum Tode verurteilt. Reichpietsch hatte bereits zuvor insgesamt vierzehn Disziplinar- und Feldkriegsgerichtsstrafen wegen verschiedener Delikte, darunter Unpünktlichkeit, Fernbleiben vom Dienst, Ungehorsam und Diebstahl, erhalten. Das gegen ihn verhängte Todesurteil war eines von 150 während des gesamten Krieges, von denen 48 vollstreckt wurden.

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Sommer-Ausgabe des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ erschienen

1. Juli 2017

Libertären Lesestoff zu Rumänien bietet die soeben erschienene 5. Ausgabe des anarchistischen Rumänien-Magazins BUNĂ. Den Schwerpunkt bilden Berichte und Analysen zu den massenhaften Anti-Korruptions-Protesten gegen die Regierung Anfang des Jahres. Wir haben dazu einen Text von Ovidiu Țichindeleanu übersetzt, der sich kritisch und distanzierend zu dieser Protestbewegung äußert. Auch wenn wir viele darin vertretene Ansichten nicht teilen, haben wir uns nach Diskussion entschieden, den Text in das Heft aufzunehmen. Denn er spiegelt wider, was der größte Teil der intellektuellen, mehr oder weniger unabhängigen Linken in Rumänien, zu den Protesten denkt. Die Einschätzung ist zudem für die Menschen außerhalb Rumäniens von Wert, um zu verstehen, welche Überlegungen verschiedene Gruppen anstellen.

Wir freuen uns, ein Interview mit dem Anarchisten und Philosophen Adrian Tătăran präsentieren zu können. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit, die Geschichte und Rezeption des Anarchismus in Rumänien und fragten nach seiner Einschätzung zu den Massenprotesten und den möglichen Aufgaben und Perspektiven von Anarchistinnen und Anarchisten im Land. Dieses Interview werden wir in Kürze auch in Englisch auf unserem Blog veröffentlichen.

Im Nachrichtenteil beleuchten wir neue Entwicklungen bei den rumänischen Faschisten und runden diesen mit informativen und interessanten Kurznachrichten aus Rumänien und der anarchistischen Bewegung ab.

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Kapitalismus, SPD und die moderne Sklaverei Leiharbeit

2. Juni 2017

Anarchistischer Aufruf zum revolutionären 1. Mai 2017

25. April 2017

Als Anarchist*innen erachten wir größtmögliche Freiheit neben gegenseitiger Unterstützung in Gemeinschaften auf Basis von sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit als einen der zentralen Aspekte des Anarchismus. Die stetige Ausweitung unserer individuellen und gemeinschaftlichen Freiheit in Verbindung mit gemeinschaftlicher Solidarität ist Ziel unseres Handelns als Anarchist*innen.

Die kapitalistische Gesellschaftsordnung und die herrschende Klasse richtet den Grad der individuellen Freiheit nach der kapitalistischen Logik der Gewinnmaximierung aus – zulasten unserer Freiheit als arbeitende Klasse. Und tief in unsere Gesellschaft eingeschriebene Unterdrückungsmechanismen, wie beispielsweise das Patriarchat oder Rassismus, schränken die Handlungsspielräume bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und damit von uns allen zusätzlich ein. Denn wie Erich Mühsam 1932 schon schrieb: „Niemand kann frei sein, solange es nicht alle sind“ (In „Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat – Was ist kommunistischer Anarchismus“).

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