Skip to content

Schwarz-Roter Ticker (September 2016) [+Ticker mit+]

5. September 2016

ticker+++

Weiterlesen …

Polizeieinsatz gegen Streikende

26. September 2016

zumtobel_1

von Hans-Gerd Öfinger

Seit zwei Wochen streiken die Beschäftigten des Leuchtenwerks Zumtobel in Usingen (Hessen) für einen Sozialtarifvertrag und protestieren gegen die geplante Demontage und Schließung des Betriebs. In den beiden letzten Tagen hat sich der Konflikt zwischen den in der IG Metall organisierten Beschäftigten und dem Zumtobel-Konzern weiter zugespitzt.

So erlebten die Streikenden am Mittwoch vor dem Werktor einen massiven, martialisch anmutenden Polizeieinsatz. Sie harren seit dem 1. September Tag und Nacht vor dem Tor aus und wollen damit verhindern, dass eine Demontage der Produktionsanlagen ihre Verhandlungsposition schwächen könnte. Am Mittwochvormittag fuhr ein Lkw-Konvoi in Begleitung starker Polizeikräfte vor und begehrte Einlass ins Werk. Die Streikenden blockierten jedoch den Zugang. Die Werksleitung pochte auf ihr Hausrecht und drohte mit der Räumung. „Der Polizeieinsatz hat uns aufgerüttelt“, berichtet uns ein streikender Kollege und Augenzeuge: „Obwohl wir nicht gewaltbereit waren, erschienen für jeden von uns mindestens zwei Polizisten im Kampfanzug mit Schildern und Knüppeln. Auch ein Polizeihund war dabei. Mit Polizeikameras wurden wir alle gefilmt. Das war völlig überzogen und eine Verschwendung von Steuergeldern.“

Und weiter: „Die Polizeikräfte haben sich voll arbeitgeberortientiert verhalten und wie in geheimer Mission alles mit der Geschäftsleitung abgesprochen. Wir sind uns wie Kriminelle vorgekommen und manche von uns hatten richtig Angst, dass etwas passiert“, so der Arbeiter.

Weiterlesen …

Kollektiv-Kolumne: Heute Quijote-Kaffee

23. September 2016

crow-33581__180Kollektiv zusammen zu arbeiten bedeutet noch lange nicht, einem Kollektivbetrieb anzugehören. Im Kapitalismus ist keine wirklich revolutionäre, arbeiterselbstverwaltete Ökonomie möglich. Niemand kann die staatlichen Vorgaben ignorieren und machen, was er allein für richtig hält. Allerdings kann man das Innenverhältnis eines Kollektivbetriebes so ausgestalten – und da redet der Staat in Form des Finanzamtes oder seiner Gesellschaftsrechtsform-Gesetze nicht hin –, dass die Arbeitsabläufe, die gleiche Bezahlung/Entlohnung nach anarchistischen Gesichtspunkten egalität erfolgt; und zwar ohne Wenn und Aber. Lohnarbeit auch teilweise sollte definitiv unterbleiben – auch bei krankheitsbedingten Ausfällen. Die Hierarchie sollte aufgehoben oder so flach wie möglich gehalten werden. Illusorisch ist es, dass geglaubt wird, alle Arbeiten können oder sollten von jede/r gleichermaßen übernommen werden können. Wir sollten eher die vorhandenen Qualifikationen in einem Kollektiv effektiv nutzen, statt uns mit Überforderungen gegenseitig fertig zu machen. Aber unabhängig davon: jede/r muss unabhängig von seinen Fähigkeiten und seinem eingezahlten Kapital das uneingeschränkte Stimmrecht haben – jede/r hat nur eine! Stimme. Es ist absolut klar, dass alle gemeinsam ihre Fehlentscheidungen und ggf. auch ihr Scheitern kollektiv zu verantworten haben.

Wir stellen in dieser Kolumne regelmässig Betriebe vor, die sich selbst als Kollektiv anpreisen und hinterfragen deren Praxis.

Der FAU-Funktionär und Kaffeerösterei-Besitzer Andreas Felsen, auch als «Pingo» allseits bekannt, ist der Eintänzer seines angeblichen Kollektiv-Betriebes Quijote-Kaffee oHG in Hamburg. Er macht neben viel Wind (sprich Propaganda oder Waschmittelreklame für seine überteuerten Kaffeekreationen wie ‚Flying Pingo’ oder ‚Dantes Inferno’), auch viel mehr laue Luft, denn er behauptet auch, ein Kollektivbetrieb in Zusammenarbeit mit der FAU-Coop Union-Initiative zu sein. Wieso redet dann aber immer nur er für sein Kollektiv? Die Genossen in Berlin vom Flying Roasters-Kollektiv sind da zumindest konsequenter und dokumentieren ihre Mitgliedschaft in dem angestrebten Coop Union-Netzwerk. Sie sind u.E. die ersten, die dies bundesweit tun. Immerhin und Respekt!

Weiterlesen …

Reutlingen: Soli-Kundgebung für eine autonome Zelle

22. September 2016

chronikbild_facebook-1Liebe Genossinnen und Genossen, Liebe Freundinnen und Freunde, die Zelle steht seit geraumer Zeit unter Beschuss durch das Amt für öffentliche Ordnung. Dessen Leiter, Albert Keppler droht damit, eine Verfügung zu erlassen, die der Kulturschock Zelle e.V. die Durchführung aller öffentlichen Tanzveranstaltungen auf unbestimmte Zeit untersagt. Damit wäre das Ende von mehr als 48 Jahren ehrenamtlicher und erfolgreicher Jugendarbeit besiegelt. Die Zelle wäre handlungsunfähig und schließlich zerstört. Dagegen wehren wir uns und rufen zu gemeinsamen Protest auf.

Deshalb rufen wir für den 02.10.2016 um 14:00 Uhr zu einer Soli-Kundgebung auf dem Marktplatz auf!

Kommt zahlreich, zeigt, dass ihr zu eurer Zelle steht, seid bunt & kreativ und vergesst eure Tanzschuhe nicht! …für Musik und ausreichend Spaß wird gesorgt! – Wo wir sind ist eine Zelle!

Worum geht’s genau?

Das Ordnungsamt begründet das Verbot auf Basis des PolG mit einer angeblichen Gefährdungslage bei Veranstaltungen der Zelle, der man nur mit strengeren Polizeikontrollen und einem pauschalen, unregulierten Zutrittsrecht für Beamte und ihre überzogenen Kontrollen gerecht werden könne.

Weiterlesen …

Berlin: Kameruner*innen von 200 Nazis angegriffen – Polizei und Presse schweigen

22. September 2016

antira200 rechte Fußballfans greifen im Mauerpark 40 Menschen an, die sich hier zur Grillfeier eines Kameruner Vereins verabredet hatten. Die Polizei kann sie nicht schützen und behauptet gegenüber der Presse, es habe keine Verletzen gegeben. In den Medien wird darüber faktisch nicht berichtet. Diesen Zustand müssen wir ändern. Wir fordern darum Aufklärung und Unterstützung der Betroffenen!

Am Samstag den 24. September 2016 wird es darum um 15.00 Uhr am Mauerpark eine Kundgebung von der Opferberatungsstelle Reachout geben, zu deren Teilnahme wir Jede*n einladen möchten (Bringt Decken, Grills und Picknick-Sachen mit). Wichtig ist uns aber vor allem die Darstellung der Ereignisse am 3. September und die Situation rund um die BFC-Spiele im Prenzlauer Berg. Dies soll im Folgenden geschildert werden.

Am Samstag, den 3. September fand im Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg das Derby zwischen den Fußballclubs Hamburger SV und BFC Dynamo statt. Unter den Fangruppen kam es bereits während des Spiels zu Provokationen. Als die Berliner Polizei nach Spielende gegen 20 Uhr die beiden Lager trennte, setzte sich eine größere Gruppe von BFC-Fans Richtung Mauerpark in Bewegung. 40 Menschen eines Kameruner Kulturvereins, die zu diesem Zeitpunkt zusammen im Mauerpark grillten, wurden von dem rund 200 Personen starken Mob beschimpft und attackiert. Die Angreifer*innen brüllten rassistische Parolen, warfen Flaschen auf die Betroffenen und schlugen auf sie ein. Vier der Angegriffenen mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden, einer sogar in einer Spezialklinik. Unter den Festteilnehmer*innen befanden sich viele Kinder, die in Folge des brutalen Überfalls eindeutige Anzeichen von Traumata aufwiesen.

Weiterlesen …

BUNĂ – Libertäres Rumänien-Magazin – Herbst 2016 erschienen

19. September 2016

buna-4-titelDie vierte Ausgabe des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ ist soeben erschienen. Über den Inhalt der dritten Ausgabe schreibt die Redaktion im Editorial:

Auch das vorliegende vierte Heft ist wieder voll gepackt mit informativen Nachrichten und Texten. Doch der Nachrichten sind so viele, dass wir auch bei dieser Ausgabe aus Platzgründen auf einige Neuigkeiten verzichten mussten. (…) Im gewohnt detaillierten Nachrichtenblock erörtern wir wichtige Ereignisse und Entwicklungen in Rumänien. So hält die Kriegsgefahr weiter an und weiteres Kriegswerkzeug wurde im Land stationiert. Wir beleuchten Aktivitäten von Faschisten und erörtern ausführlich das mörderische Zusammenspiel von Kapitalismus und Korruption im Fall der wirkungslosen Desinfektionsmittel von HexiPharma.

Wir freuen uns, einen kenntnisreichen Artikel über den Fußball und die Fußball-Fanszene in Rumänien veröffentlichen zu können. Auch hier sind Korruption und Nationalismus allgegenwärtig. Einen Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe bildet eine Buchbesprechung zur Umsiedlung der Bessarabiendeutschen 1940. Die deutsche Volksgruppe mit ihren tief verwurzelten reaktionären und konservativen Ansichten aus der Schwarzmeer-Region sollte im besetzten Polen angesiedelt werden. Jüngere Bessarabiendeutsche gehörten der nationalsozialistischen „Erneuerungsbewegung in Rumänien“ und der Waffen-SS an.

Weiterlesen …

Anarchistischer Block auf Anti-TTIP-CETA Demo in Köln

19. September 2016

aade3

Die Beteiligung von ca. 100 Menschen am durchweg lautstarken und kämpferischen anarchistischen Block auf der Anti-TTIP-CETA Demonstration in Köln war ein toller Erfolg und unterstreicht die fortlaufende Organisierung anarchistischer Kräfte im Rhein/Ruhr-Gebiet. Insgesamt gingen bei mehreren Großdemonstrationen in sieben deutschen Städten über 300.000 Menschen (50.000 allein in Köln) auf die Straße um gegen die geplanten Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den USA und Kanada zu protestieren. Aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus bürgerlichen Organisationen wie dem DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) oder NGOs (Non-Government-Organization) wie Greenpeace. Bereits im Vorfeld konnte man erkennen wie dieses Bündnis enorm viel Geld beispielsweise in die Mobilisierung dieses bundesweiten Demotages steckte. Trotzdem wunderten wir uns etwas über die vielen Mini-Stände entlang der Demoroute bei der die Teilnehmenden aufgefordert wurden für die Finanzierung dieser Demo zu spenden.

aade2Neben den Grünen, der Linkspartei und den Piraten waren auch einige Menschen mit SPD-Fahnen zu sehen, welche anscheinend immer noch nicht den Austritt aus der Partei geschafft haben. Vielleicht konnten wir sie ja durch unser Banner erreichen auf dem stand „Nicht dem Parlament vertrauen. Auf Widerstand von unten bauen. Organisiert euch in Stadtteil, Bildung und Betrieb“. Auch viele autoritäre „kommunistische“ Gruppen wie MLPD, DKP etc. beteiligten sich an der Demonstration. Diese wurden von uns herzlichst mit verschiedenen Parolen gegrüßt, z.B. „Das Proletariat braucht keine Hierarchie. Kein Kommunismus ohne Anarchie“.

Weiterlesen …

Solidarität mit der demokratischen Selbstverwaltung von Rojava gegen die Angriffe des türkischen Regimes und ihrer NATO-Partner

9. September 2016
sdfvoran

Selbstverteidigungseinheit der Syrisch-Demokratischen Allianz

Seit knapp zwei Wochen greift das türkische Militär in enger Zusammenarbeit mit einer Reihe von islamistischen Gruppierungen kurdische Dörfer und die Selbstverteidigungseinheiten der syrisch-demokratischen Allianz (SDF) in Nordsyrien an. Der Angriff wird sowohl von den NATO Staaten als auch dem Iran und Russland unterstützt bzw. toleriert. Selbst das syrische Assad-Regime äußerte sich angesichts der Vorfälle sehr verhalten. Die zahlreichen Besuche und Annäherungen zwischen Regierungsbeteiligten der Türkei, Syriens, Irans, Südkurdistans, Russlands und der USA kurz vor dem Einmarsch lassen eine interne Absprache im Vorfeld vermuten. Die Geschichte des Mittleren Ostens des 20. Jahrhunderts kennt eine Vielzahl solcher unheilvollen temporären Allianzen zwischen großen regionalen und globalen Machthabern zur Unterdrückung lokaler emanzipativer Kräfte: von der zeitgleichen brutalen Unterdrückung der demokratischen Bewegung in Azerbadjan (im Nordwesten des Iran) und der autonomen Republik von Kurdistan (Mahabad) nach dem Abkommen zwischen den Alliierten 1943 in Teheran, über den Putsch gegen die demokratische Regierung von Mossadegh im Iran (1953) bis hin zu den Massakern an Kurd_innen im Irak nach dem Algerien-Abkommen zwischen den alten Feinden, Saddam Hussein, Mohammed Reza (Schah vom Iran) und den USA (1975). Im Vorhaben den Mittleren Osten neu zu strukturieren, unterstützen die globalen Großmächte, allen voran die USA, wechselnde teilweise miteinander konkurrierende Gruppierungen in der Region. Dabei geht es weder um eine Befriedung der Region noch um die Stärkung emanzipativer Kräfte, sondern ausschließlich um den Ausbau von Einfluss, Macht und die Durchsetzung eigener Interessen. Dies zeigt sich auf tragische Weise erneut in den letzten Tagen.

Weiterlesen …