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Schwarz-Roter Ticker (Juli/August 2016) [+Ticker mit+]

1. Juli 2016

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Schwuler syrischer Flüchtling in Istanbul geköpft

5. August 2016

proxyBekannte des Toten sprechen von gestiegener Gefahr für queere Personen. Menschenrechtsorganisationen bieten kaum Schutz.

Unbekannte haben laut türkischen Medienberichten einen schwulen, syrischen Flüchtling in Istanbul geköpft. Die verstümmelte Leiche soll am 25. Juli im Bezirk Yenikapi entdeckt worden sein. Zwei Tage zuvor habe Muhammed Wisam Sankari seine Wohnung in einem muslimisch geprägten Stadtteil verlassen. Von Behörden war bisher keine offizielle Bestätigung zu erhalten. Auch Festnahmen hätte es noch keine gegeben, berichten Bekannte des Toten. Wisam soll sich seit einem Jahr in der Türkei aufgehalten haben.

Ein Mitbewohner des Syrers erklärte gegenüber dem türkischen LGBT-Magazin »KaosGL«, dass Wisam bereits in der Vergangenheit Opfer von Übergriffen geworden sei. Eine Gruppe von Männern hätte ihn vor Monaten entführt und in einem Wald sexuell missbraucht. »Wir beschwerten uns bei der Polizei, doch nichts passierte«, sagte der Mitbewohner. Queere Freunde von Wisam beklagten gegenüber dem Magazin weiter, dass mittlerweile selbst das bisher relativ progressive Istanbul nicht mehr sicher sei. »Es ist egal, ob du Syrer oder Türke bist, wenn du hier schwul bist, wirst du angegriffen«, so eine Bekannte. »Sie wollen Sex und wenn du nicht mitmachst, wird es gefährlich.«

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August-Ausgabe der Gaidao erschienen

4. August 2016

gaidao-68-cover-211x300Diese Ausgabe ist mit 28 Seiten etwas kürzer als sonst, die Qualität ist dabei aber nicht zu kurz gekommen und ihr könnt euch auf einige spannende Themen freuen.

Die Schwarz-Roten Bergsteiger_innen geben einen Einblick in ihre Arbeit und den Aufbau von Strukturen in den ländlichen Regionen der Sächsischen Schweiz. Denn während es in fast jeder größeren Stadt irgendwelche anarchistischen Strukturen gibt, sieht die Situation außerhalb der Städte schlechter aus. Sie berichten außerdem von ihrem 1.Mai, den sie mit einer Wanderung im Elbsandsteingebirge fernab von Stadttrubel und Demostress verbracht haben.

Weltweite mediale Beachtung fand der Militärputsch, der vor wenigen Wochen in der Türkei stattfand. Bei Einigen hat es wahrscheinlich für kurze Zeit Euphorie ausgelöst, dass dort überhaupt etwas passiert. Doch die Ernüchterung folgte schnell, der Putsch wurde niedergeschlagen und die Folgen waren verheerend – massenhafte Entlassungen und Festnahmen von (vermeintlichen) politischen Gegner*innen, Ausrufen des Notstands, Überwachung pur. Es stellt sich (aus anarchistischer Perspektive) außerdem die Frage, inwiefern aus einem (Militär-)Putsch überhaupt eine emanzipatorische Befreiung stattfinden könnte. Dieses Problem thematisiert der Artikel der Gruppe Devrimci Anarşist Faaliyet (DAF).

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Neue braune Partei

19. Juli 2016

nopegidaPegida-Chef Lutz Bachmann hat eine Partei gegründet. Das verkündete der 43-Jährige auf der wöchentlichen Versammlung seines islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden. Lange wurde diese Ankündigung von seinen Anhängern erwartet. Nun erklärte er, dass der Gründungsvertrag für die „Freiheitlich Direktdemokratische Volkspartei“ (FDDV) bereits am 13. Juni unterzeichnet worden sei.

Also eine neue reaktionär-antisemitische DNVP … kommt heute daher als Fremdenfeindlich-Demgagogisch-(ost)Deutschtümelnde Volkspartei. In der Zone hießen die doch NDPD … Was alles so unter „direktdemokratische“ und „freiheitlich“ durch die Gegend turnen darf. Dagegen war die APPD ja noch großes Kino!

Quelle: Eingesandt

Gegen jede Form der Diktatur – keine Solidarität mit Erdogan – Aufruf zur Unterstützung der emanzipatorischen Kräfte in der Türkei

17. Juli 2016

putschIn der Nacht zum 16.07 kam es in der Türkei zu einem Putschversuch durch Teile des Militärs. Anders als bei den anderen Militärputschen der Vergangenheit, scheint der Putschversuch nicht von der Militärführung ausgegangen zu sein. In der Nacht wurde das Polizeihauptquartier, die Geheimdienstzentrale sowie das Parlament durch Militärflugzeuge beschossen, der Atatürk Flughafen war kurzfristig in den Händen der Putschisten ebenso wie der türkische Fernsehsender TRT, über den eine Erklärung verlesen wurde. In dieser hieß es, das Militär habe die Kontrolle über die Regierung übernommen und es werde übergangsweise ein Friedensrat eingerichtet. Auf vielen zentralen Plätzen fuhr Militär auf und eine landesweite Ausgangssperre wurde verhängt.

Währenddessen rief Erdogan aus dem Ausland seine Anhänger_innen über eine Video-Botschaft und CNN-türk dazu auf, entgegen der Ausgangssperre auf die Straßen zu gehen. Tausende folgten seinen Aufrufen. Auch die Moscheen forderten im Namen Gottes und des Koran sich den Protesten anzuschließen. In Ankara kam es teils zu gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Militär, teils zu absurd anmutenden Diskussionsszenen. Die Menschenmengen schwenkten türkische Fahnen, Allahu Akbar-Rufe waren zu hören und an vielen Orten wurden die Soldaten umzingelt. Diese eröffneten nur an einigen Stellen das Feuer, an anderen Orten ergaben sie sich. Nach einigem Zögern verkündeten die meisten europäischen sowie die US-amerikanische Regierung die Unterstützung der „demokratisch gewählten“ Regierung Erdogans und verurteilten den Putsch.

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Marussja Nikoforowa (1885-1919) und die Frauen in der Armee von Nestor Machno

16. Juli 2016
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Marussja Nikoforowa.

Unter der Sowjetmacht wurden die außergewöhnlichsten Phänomene in der ukrainischen Geschichte verdreht, verleumdet und fast vergessen. Zu solchen Tabuthemen gehörte eine lange Zeit auch die massenhafte Machno-Bewegung im Süden der Ukraine. Die kommunistische Propaganda charakterisierte diese als konterrevolutionäre anarchistische Bewegung, hinter welcher eine kleine Gruppe von engstirnigen Menschen stand: Plünderer, Mörder und Verräter (…). Der Beitrag der Frauen in der Machno-Bewegung wird immer noch unberechtigterweise als ein „nebensächliches“ Fragment des ukrainischen Geschichtsbildes betrachtet.

Für die überwältigende Mehrheit der Frauen aus den ländlichen Gebieten der südlichen Ukraine wurden die Revolution sowie der darauf folgende Bürgerkrieg zur Zeit der Wiedergeburt des traditionellen Status der ukrainischen Frau. Erzogen nach den alten Traditionen der Steppe, bereit die Eigeninitiative zu zeigen und fähig die Entscheidungen selbstständig zu treffen – in der Abwesenheit von ihrem Mann, der zum Ersten Weltkrieg ging – bekam die ukrainische Bäuerin die Möglichkeit aus einem belämmerten kleinrussischen „Weib“ wieder zu einer bedeutsamen Einheit der südukrainischen Steppengesellschaft zu werden.

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Neue Broschüre: „Erich Mühsam – Anarchist – Antifaschist – Freigeist“

15. Juli 2016

erichneaErich Mühsam (* 6. April 1878; † 10. Juli 1934) wurde in der Nacht vom 9. zum 10. Juli im ehemaligen Konzentrationslager Oranienburg von den Nazis zu Tode gefoltert. Auch heute, über 80 Jahre danach, ist es uns ein wichtiges Anliegen, Erich Mühsam zu gedenken. Mit dieser Broschüre wollen wir etwas dazu beitragen, dass sein Leben, seine lebensbejahenden und politischen Gedichte, als auch seine programmatischen Schriften nicht in Vergessenheit geraten.

Ganz neu ist die Idee zu diesem Heft allerdings nicht. Bereits 2004 erstellte die damalige Antifa Weißensee und die Freie ArbeiterInnen Union Berlin (FAU) anlässlich Mühsams 70. Todestages eine Broschüre, durch die das vorliegende Heft inspiriert wurde. Die Person Erich Mühsam lässt sich nur schwer in einem Heft fassen, weshalb wir vor allem einzelne Ereignisse und politische Kernintentionen aus Mühsams Leben, die uns wichtig erschienen, auf den folgenden Seiten hervorgehoben haben. Erich Mühsam der immer wiederkehrenden Reduktion auf den verkannten anarchistischen Künstler und Literaten zu entreißen, ist uns sicherlich gelungen. Viele Aspekte seiner Weltsicht sollten wir uns auch heute zu Herzen nehmen: Die Sympathie für die armen »Lumpen« der Gesellschaft, die Verbindung von Aktion und Literatur, dass Ja zur Lebenslust und der Wille zum gemeinsamen Kampf um eine bessere Welt, für den es die Einheit aller Revolutionär * innen aber auch der gegenseitigen Kritik bedarf.

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Charles Bettelheim – Klassenkämpfe in der UdSSR

14. Juli 2016

Cover-für-Web-714x1024Charles Bettelheim, einer der profiliertesten marxistischen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, befasste sich Jahrzehnte mit Ökonomie und Politik der Sowjetunion. Der französische Jungkommunist wurde zuerst ein Kritiker des Stalinismus, war später stark maoistisch beeinflusst, um dann in seiner letzten Lebensphase das bolschewistische Revolutionsmodell einer grundsätzlichen Kritik von links zu unterziehen. In über 600 Seiten untersuchte und analysierte er „die Welt der Herrschenden“ und „die Welt der Beherrschten“.

Charles Bettelheims Studien über Wirtschaft und Politik der Sowjetunion teilen sich in drei Zeitphasen. Im ersten Buch behandelte er die Zeitphase von 1917-1923, im zweiten thematisierte er die Periode von 1923-1930. Die Untersuchung endet mit einer dritten Periode, die die Zeit von 1930 bis 1941 umfasst und als Doppelband herausgegeben wurde (Bd. 3.1 und 3.2). Alle Bände liegen in der Ausgangssprache Französisch vor. Der erste erschien 1974, der zweite 1977. Der Doppelband erschien in zwei Teilen: 1982 gab es den ersten, 1983 folgte der zweite.

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