Vor kurzem wurden wir von einem Schüler darauf aufmerksam gemacht das unsere Seite www.syndikalismus.tk an seiner Schule nicht zugänglich ist. Die Schule setzt ein Filtersystem, den so genannten „Schulfilter Plus“ der Berliner Firma „Time for Kids Informationstechnologien GmbH“ ein. Diese Klassifiziert Syndikalismus.tk als „Political Extreme/Hate/Discrimination“. Gleich drei Kategorien auf einmal. Syndikalismus.tk ist dabei nicht die erste anarchistische bzw. anarcho-syndikalistische Webseite die in das Raster von „Time for Kids“ gepresst wird. Sogar die nur in ihrer Gewaltfreiheit extremistische Graswurzelrevolution (GWR) wurde durch diese Firma an Schulen gesperrt und damit zensiert.
Offiziell wird der „Schulfilter“ zum „Schutz der Kinder“ eingesetzt. Die Schulleitungen entscheiden darüber ob das System auf ihren Rechnern installiert wird. Dabei ist die ganze gesellschaftliche Diskussion zum Thema an Verlogenheit kaum zu überbieten. Angeblich will der Schulfilter Kinder vor Gewalt und Hass im Internet schützen. Doch die Kinder werden nicht dadurch geschützt wenn sie von der gesellschaftlichen Realität, deren Teil auch das Internet ist, isoliert werden. Sie werden dadurch gestärkt wenn man ihnen selber die Entscheidungsfindung überlässt und sie nicht bevormundet; sie also selbst bestimmen was sie interessiert und sie eine eigene Werteentscheidung treffen können. Der Schulfilter macht das Gegenteil dessen was er vorgibt: Er macht Untertanen, die nur vorgekautes, zensiertes serviert bekommen. China lässt grüssen!
Auch die Pseudo-Argumente mit dem angeblichen Schutz vor Kinderpornographie oder neonazistischen Homepages ziehen nicht. Erstens ist Kinderpornographie weit weniger verbreitet als uns Glauben gemacht werden will (Link) und zweitens sind Neonazis nun mal eine gesellschaftliche Realität, die man nicht durch wegzensieren fort bekommt. Da braucht es andere Mittel.
Der Aufbau einer Truppe gegen den „inneren Feind“ ist weit fortgeschritten
Von ULRICH SANDER, 26. Oktober 2009
Deutschland verfügt über eine neue unbekannte Heimatarmee. 441 Kommandos aus jeweils zwölf ständig einsetzbaren Reservisten sind in sämtlichen kreisfreien Städten, Landkreisen und Regierungsbezirken eingerichtet worden. Sie stehen unter dem Kommando der Bundeswehrführung und haben kurzfristig Zugriff auf weitere rund 80.000 bis 100.000 speziell ausgebildete Reservisten. Eingebunden in die zivilen Katastrophenschutzstäbe, erhalten sie Einsicht in die Bereitschaftsstände von zivilen Behörden, Polizei, technischem Hilfswerk und Feuerwehr. Sie sollen vor allem den Katastrophenschutz verbessern. (1)
Doch was ist außerdem ihre Aufgabe? Und wie kam es zu dieser zusätzlichen Armee mit einer Truppenstärke von ca. 5300 Männern und Frauen – plus X?
Am 17. Februar 2005 wurde des Nachts vom Bundestag das Gesetz über die Neuordnung der Reserve der Streitkräfte und zur Rechtsbereinigung des Wehrpflichtgesetzes beschlossen. Ohne mündliche Aussprache – und fast ohne Berichterstattung der Medien. Der Kern des Gesetzes ist die Anhebung des Alters auf 60 Jahre, bis zu dem Zeitsoldaten als Reservisten zu Einsätzen mobilisiert werden können, die sich dazu bereit erklärten. Reservistinnen und Reservisten sollen in den Umbau – man sagt hier Transformation – der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee zu einer weltweit agierenden Interventionsarmee aktiv einbezogen werden. Mit § 6c des Gesetzes wird der Einsatz der Bundeswehr im Inneren der Bundesrepublik Deutschland geregelt. Er weist Reservistinnen und Reservisten entsprechende Aufgaben zu. (2)
Heute vor 70 Jahren ging im Münchner Bürgerbräukeller eine vom antifaschistischen und klassenbewussten Schreiner Georg Elser selber hergestellte Bombe hoch. Leider verfehlte die Explosion ihr Hauptziel, den Diktator Adolf Hitler.Zum Gedenken an Georg Elser und seine heroische, vorbildliche Tat geben wir hier einen Artikel wieder, welcher vor zehn Jahren in der Direkten Aktion erschienen ist und den Attentäter und seine Tat würdigt.
Georg Elser – Arbeiter und antifaschistischer Widerstandskämpfer
(DA Nr. 131 Januar/Februar 1999)
Am 8. November 1999 jaehrt sich zum 60 mal der Anschlag auf Hitler im Münchner Bürgerbräukeller. Durch einen dummen Zufall entging der „Führer“ seinem verdienten Tod. Von den Nazis missbraucht und diffamiert, von Mithäftlingen verleumdet und der konservativen Geschichtsschreibung kaum beachtet, gebührt gerade dem Schreiner Georg Elser die antifaschistische Anerkennung für sein Handeln.
Die DGB-Gewerkschaft „ver.di“ positioniert sich gegen rechts und gleichzeitig gegen die syndikalistisch organisierten Kollegen der Betriebsgruppe im Kino Babylon in Berlin, welche um einen eigenen Tarifvertrag kämpfte. Mit seiner gelben „Gewerkschaft“ Ver.di unterlief ihr Vorsitzender Andreas Köhn die selbstorganisierte Betriebsgruppe, welche sich durch die Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter Union (FAU) vertreten sieht. Er handelt zur Zeit gegen den Willen der Beschäftigten einen Tarifvertrag aus. Bevormundender geht’s kaum. Andreas Köhn tritt in dieser Werbeanzeige auf unter dem Text: „Faschistische Ideologien sind wieder salonfähig. Rechte Gruppen/Parteien marschieren wieder auf. Angriffe gegen Ausländer werden alltäglich. Faschismus ist keine Meinung! Faschismus ist ein Verbrechen!
Verhalten von Verdi ist „Anmaßend und dreist“ – Offener Brief der FAU Berlin an die gelbe DGB-Gewerkschaft „verdi“

Die gelbe Verdi-Gewerkschaft hat einen "offenen Brief" der FAU Berlin erhalten. Ob sie und der von Mitgliedsbeiträgen lebende Funktionär Andreas Köhn darauf antworten wird, ist fraglich.
In einem offenen Brief an die gelbe DGB-Gewerkschaft verdi nimmt die FAU Berlin noch einmal Stellung zu dem Ablauf des Arbeitskampfes beim Berliner Babylon-Kino und der Rolle von verdi in diesem monatelangen Konflikt. U.a. wurde verdi ja direkt von der Geschäftsführung herbeigesehnt und eingebunden, genauso wie auch die Linkspartei, als Vertreter der politischen Klasse um die kämpfenden KollegInnen und ihre Gewerkschaft FAU auszubooten. Was andere – und auch Syndikalismus.tk – seit dem Auftreten von verdi in diesem Konflikt gesehen haben, ist eingetreten: Die politische Klasse und die systemtragende gelbe Gewerkschaft verdi haben es im Zusammenspiel mit Geschäftsleitung und Berliner Arbeitsgericht geschafft die Initiative der Belegschaft vollständig zu übergehen und sich selbst ins Rampenlicht zu stellen. Die angeblichen Tarifverhandlungen werden nun mit verdi geführt. Das Resultat – und dazu muss man kein Hellseher sein – wird deutlich schlechter ausfallen als bei einer Tarifverhandlung mit der FAU.
Der „offene Brief“ bringt einiges an relevanten Fakten und guten Fragen auf den Tisch. Es ist allerdings fraglich ob der langjährige Polit- und Verdi-Funktionär Andreas Köhn diese Frage beantworten wird. Schließlich bemüht sich seine gelbe Gewerkschaft verdi doch stets darum die FAU zu ignorieren und ist im Abwürgen und Unterbieten von unabhängigen ArbeiterInnenkämpfen höchst professionell und blickt ja diesbezüglich auch auf einen reichen Erfahrungsschatz im Kampf gegen ArbeiterInneninteressen zurück.
Wie schon in dem hier wiedergegeben Artikel aus der „Direkten Aktion“ geschrieben steht: Es ist noch nicht das letzte Wort in dieser Sache gesprochen.
Babylon Mitte: Erneuter Offener Brief der FAU Berlin an ver.di
Liebe ver.di, sehr geehrter Andreas Köhn,
Noch immer viel zu unbekannt ist die Existenz und Wiedererrichtung der Bakuninhütte im thüringischen Meiningen. Erbaut von den Mitgliedern der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft der Weimarer Zeit, der FAUD – von Nazis und Kommunisten enteignet, steht sie durch den Arbeitseinsatz und die Geldspenden ihrer FreundInnen und FörderInnen heute wieder zugänglich und einladend im Wald.
Am 10. Oktober 2009 erschien im Meininger Tageblatt / Freies Wort ein ausführlicher Artikel zur Arbeit des Wanderverein Bakuninhütte e.V. und zur Geschichte des Gebäudes. Die Homepage des nunmehrigen „Wanderverein Bakuninhütte e.V.“ dokumentiert diesen Artikel auf der auch ansonsten sehr informativen und anregenden Homepage. Der Artikel ist hier als PDF zu laden.
Wer die Ziele des Vereins, der das wohl einzige von AnarchosyndikalistInnen errichtete und noch immer bestehende Gebäude instand hält, unterstützen möchte, kann sich überlegen dem 2006 gegründeten Verein zu Spenden oder aber gleich Mitglied zu werden. Die Bakuninhütte ist ein Erbe unserer Bewegung.
Der GRÜNEN-Politiker Peter Hettlich war in der Vergangenheit immer ein gefragter Ansprechpartner, vor allem wenn es um Verkehrspolitik ging. Zweimal ist er über die sächsische Landesliste in den Bundestag eingezogen. Zur Wahl am 27. September trat er nicht mehr an.
Ein schönes Beispiel, wie der Archetyp des Bürgerlichen – ein grüner Bundestagsabgeordneter – die Wirklichkeit wahrnimmt, wurde in der RTL-Sendung Punkt 12 gezeigt: Der wohlgenährte Grünen-Politiker Peter Hettlich versucht, einen Tag lang auf dem Bau “mitzuarbeiten” und zeigt sich dabei in jeder Lage beratungsresistent, bürgerfern, dumm und protzend.
Das skurrile dabei: der Grüne denkt tatsächlich, die Aktion käme im Wahlkampf gut an. Auszug aus einem Gespräch zwischen Hettlich und den Bauarbeitern während der Mittagspause:
Hettlich: “Der Klassenunterschied hier ne – er muss ne Bemme (sächsisch für Butterbrot) essen und ich hab hier ne Bulette. Harte Zeiten, ne?”
Man kommt auf das Gehalt zu sprechen:
Hettlich: “Also ich krieg 7638.”
Bauarbeiter: “Also 8000.”
Hettlich: “Ne, ne, es sind 7600. Also reich bin ich nicht – auch mit dem Gehalt nicht. Mit dem Gehalt biste in Deutschland nicht reich.”
Bauarbeiter (verdutzt): “Nicht reich?”

Vereint gegen die Selbstorganisation der ArbeiterInnen: Kapitalistisches Gesetz und Kapitalistenfreundliche gelbe Verdi-Gewerkschaft.
Der Leitartikel der aktuellen Ausgabe der FAU-Zeitung „Direkte Aktion“ behandelt den Arbeitskampf und Tarifkonflikt beim Berliner Kino Babylon. Zur Erinnerung: Das Arbeitsgericht Berlin hat der FAU Berlin auf Antrag der Geschäftsführer der Babylon GmbH untersagt weiterhin zum Boykott des Kinos aufzurufen sowie der FAU abgesprochen eigenständige Tarifverträge abzuschließen. Der Artikel der DA endet mit der Aussage das dass „letzte Wort“ in dieser Sache noch nicht gesprochen ist. Anschließend finden sich noch Erläuterungen zum Gewerkschaftsrecht und der Tariffähigkeit.
Berliner Tarifkonflikt geht in die Endphase. FAU gestärkt, trotz Einmischung von ver.di und drastischem Gerichtsurteil.
Nach der zuletzt überraschenden Wendung im Konflikt um einen Haustarifvertrag im Berliner Kino Babylon Mitte, haben sich die Ereignisse regelrecht überschlagen. Ein Abriss davon würde Erfolge wie Rückschläge enthalten – und jede Menge Erfahrungen, die die FAU in ihrem Gewerkschaftsverständnis bestätigen.
Jetzt wollen alle mitmischen
Zuletzt berichtete die Direkte Aktion, dass ver.di sich im September in den Konflikt einschaltete. Die FAU Berlin misstraute dieser Initiative und gab zu verstehen, dass sie dahinter Unsauberes vermute. Derweil ist Licht ins Dunkel gekommen: Durch den FAU-Arbeitskampf wurde klar, dass die Geschäftsführung um Lohnerhöhungen und Tarifregelungen nicht herumkommt. Zudem zeigte der öffentliche Druck auf Senat und Linkspartei seine Wirkung: Beide sahen sich gezwungen, zu einer Lösung beizutragen. Wie sich herausstellte, steht die ver.di-Intervention im direkten Zusammenhang damit. So erklärte die Linkspartei, dass die Verhandlungen ver.di’s mit dem Babylon aufgrund ihrer Vermittlung zustande gekommen seien. Zeitgleich sickerte die Information durch, dass der Senat weitere 30.000 Euro Subventionen für das Kino bereitstelle, um Lohnerhöhungen zu ermöglichen – ein erster Achtungserfolg im Arbeitskampf.
Nach einer Diskussion im Kollektiv von syndikalismus.tk/anarchosyndikalismus.de.vu wurde unser bisheriger Selbstverständnistext etwas gekürzt und gleichzeitig präzisiert. Neben dem Schwerpunkt der Online-Berichterstattung, der Möglichkeit zu Diskussion und Austausch sowie der Erstellung von Materialien die zur Selbstbildung anregen und dienen sollen, ist nun auch deutlich in das Selbstverständnis eingefügt worden, dass eine konkrete Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse nur durch die Praxis im Klassenkampf erfolgen kann.
Hier nun das aktualisierte Selbstverständnis von Syndikalismus.tk/anarchosyndikalismus.de.vu
„Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“
Dieser unmissverständliche Satz aus der „Internationalen“ ist die Richtschnur der Arbeit von anarchosyndikalismus.de.vu & syndikalismus.tk.
Wir informieren und berichten auf unseren Webseiten aus einem anarchosyndikalistischen Selbstverständnis heraus über alles von Interesse, um dazu beizutragen uns aus dem Elend zu erlösen. Als ArbeiterInnen, Prekäre und Erwerbslose begegnen wir täglich Ungerechtigkeiten und Elend in vielfältigen Formen und Facetten. Sei es der Kapitalismus, die Herrschaft, der Staat, das Militär, die Religion, der Nationalismus, Rassismus und Sexismus – dies alles hindert uns an einem selbstbestimmten und würdevollen Leben.
Neben der aktuellen Berichterstattung und eigenen Veröffentlichungen wollen wir möglichst umfassend über die aktuelle anarchosyndikalistische und revolutionär-syndikalistische Bewegung rund um den Globus informieren, sowie ihre Traditionen und Geschichten darstellen. Dabei grenzen wir uns von dogmatischen Positionen ebenso ab, wie von denjenigen Libertären, die den Anarchismus als Modeerscheinung behandeln und die Notwendigkeit des Klassenkampfes verleugnen.
Wenn durch unsere Webseiten Menschen mit den praktischen Vorstellungen und Ideen des Anarchosyndikalismus in Berührung kommen und sich mit ihm als Alternative zur bestehenden ungerechten kapitalistischen Gesellschaft befassen, ist das Ziel dieser Webseite erreicht.
Alles andere wird und kann nur die Praxis im Klassenkampf erbringen, bis zur Vollendung der weltweiten Sozialen Revolution.
Für ein selbstbestimmtes Leben & Arbeiten – 24 Stunden am Tag!
Belgrader AnarchosyndikalistInnen nun formell wegen „internationalem Terrorismus“ angeklagt
Das kommissarische IAA-Sekretariat teilt in einer aktuellen email-Aussendung mit, das gegen die in Belgrad verhafteten GenossInnen der Anarcho-Syndikalistischen Initiative (ASI) nun offiziell Anklage von Seiten des serbischen Staates erhoben wurde. Die Anklage lautet auf „internationalen Terrorismus“.
Weiterhin hat die Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft um einen weiteren Monat verlängert. Dies ist nunmehr der dritte Monat in denen unsere GenossInnen durch dieses staatliche Konstrukt ihrer Freiheit beraubt werden. Es gilt nun den Druck auf den serbischen Staat zu erhöhen und Solidaritätsaktionen durchzuführen. Auch Geldspenden sind nötig um die Rechtsanwälte bezahlen zu können.
Wir werden weiter informieren.
Siehe auch:
„Intellektuelle verteidigen Anarchisten“
Ausweitung der polizeilichen Repression in Serbien – ohne offizielle Anklage
Die internationale Solidaritätsseite findet sich hier
Das Gespenst des „Libertären Kulturwochenendes“ geht am 13. November in Stuttgart um
Am Freitag den dreizehnten ist es zum zweiten Mal so weit. Ein Gespenst geht um in Stuttgart, das Gespenst des Libertären Kulturwochenendes. Alle Mächte des alten Stuttgarts haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, Wolfgang Schuster und die Stuttgarter Nachrichten, Mercedes und Stadtreinigung, Sozialdemokraten und teutsche Polizisten. 3 Tage wird die alte Hauptstadt zur Spielwiese anarchistischer Ideen. Puppentheater im stickigen Hinterzimmer, Vorträge und Disskussionen beim Umsonstladen, Konzerte in den U-Bahnschächten der Stadt, Infostand auf der Straße und Volxküche für’s UNvolk fernab Teutschen Wahnsinns sorgen für umstürzlerische Unterhaltung außerhalb der schönen heilen Plastikwelt Südteutschlands.
Libertäre Kultur- was ist das überhaupt? Libertär bedeutet freiheitlich. Freiheit von was? Freiheit für was? KünstlerInnen und Diskussionsvorbereitende, die diese Plattform für einen Austausch oder Ausdruck nutzen vereint eins: Das Anstreben von gesellschaftlicher und individueller Freiheit, welche sich gegenseitig bedingen. Ob dabei die Freiheit von kapitalistischem Verwertungszwang, zentraler Staatsorganisation oder Rassismus, Sexismus, Anti-Semitismus etc. thematisiert wird, Überthema bleibt die Befreiung des Menschen von Herrschaft. Konsequenterweise bemühen wir uns unter gegebenen Umständen schon um eben diese Ziele. So ist beispielsweise der Eintritt auf Spendenbasis und die Veranstaltung für weitere Angebote prinzipiell offen. Auch wird sich um einen anti-sexistischen, anti-rassistischen Freiraum bemüht. Die Stoßrichtung steht also fest: von hier aus Richtung Freiheit. Wer uns auf diesem Weg begleiten will, sei es nur zu einem Veranstaltungspunkt, ist also herzlich eingeladen.
Wie wurden die OPEL-Streiks von der GewerkschaftsLINKEN in den sozialdemokratischen Himmel hochgejubelt, aber auch die FAU jubilierte, über die „neue“ Streikbereitschaft, auf dem Trittbrettchen mit – nun ist der Rauch verzogen, und Keine/r verliert darüber, was heute geschieht, auch nur ein Sterbenswörtchen.
Der deutsche EU-Betriebsratsführer, Klaus Franz, verkündete: „Die Belegschaften in Europa leisten elementare Beiträge für die Zukunft des neuen Unternehmens. Die Einschnitte sind schmerzhaft für uns alle, doch wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen.“
Angeblich habe die Arbeiterschaft von Opel vor der geplanten Übernahme durch den Zulieferer Magna den vorgesehenen „Kosteneinsparungen“ – Lohnraub wäre der eigentliche Begriff – im Personalbereich zugestimmt – wie die „Zustimmung“ erfolgte wird natürlich nicht benannt, eine EU-weite Urabstimmung war es sicherlich nicht. Die ArbeiterInnen in Europa „seien bereit“, pro Jahr auf 265 Millionen € (diese Zahl wurde in der bürgerlichen Presse hervorgehoben) zu „verzichten“, teilte der Betriebsratsführer mit. Für 2010 und 2011 sei unter anderem vorgesehen, Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes den KonzernaktionärInnen in den Rachen zu werfen. Da dieser Rachen bekanntlich unersättlich ist, wurde vom Betriebsrat auch vorgesehen, einen Verzicht auf Lohnerhöhungen bis zum Jahr 2011 durchzusetzen. Somit werden EU-weit 530 Millionen € den ArbeiterInnen abgepresst, Cash! Ab 2012 soll dann angeblich zu den mit der IG Metall (nur in der BRD!) vereinbarten Tarifverträgen zurückgekehrt werden, was aber mehr als zweifelhaft sein dürfte.
Radio Quergestreift: Zwei Radiosendungen mit Horst Stowasser. Diagnose: Kapitalismus. Therapie: Anarchie
Die Mainzer Radio-Sendung Quergestreift hat zwei Mitschnitte einer Veranstaltung mit dem viel zu früh verstorbenen Horst Stowasser vom Juli 2009 in Mainz zu zwei Radiosendungen zusammengestellt. Titel der Veranstaltung war „Diagnose: Kapitalismus. Therapie: Anarchie.“
In diesen Vorträgen geht er auf die Themen Wirtschaft und (selbstverwaltete) Ökonomie ein. In einfachen und gut nachvollziehbaren Gedankengängen gibt er eine Analyse und anarchistische Antwort. Diese Mitschnitte sind auch gut dafür geeignet sich selber weiterzubilden oder sie an KollegInnen und Bekannte weiter zu geben.
Aus der Beschreibung von Radio Quer: „Die Krise das ist nicht das, was wir derzeit in der Finanzwelt erleben. Die Krise ist in Wirklichkeit permanent vorhanden. Wieso muss unsere Wirtschaft jedes Jahr wachsen? Weshalb vergeuden wir zwei Drittel unserer Arbeit und unserer Ressourcen in unnützen Leistungen? Warum müssen immer mehr Menschen bis zum Umfallen arbeiten, während andere nicht arbeiten dürfen? Der praktizierende Anarchist Horst Stowasser zeigte in seinem Vortrag konstruktive Perspektiven auf und erläuterte wie realistisch andere Arbeits-, Wirtschafts- und Wertemodelle sind.“
Und hier nun die Links zu den Sendungen bei freie-radios.net











