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Neuerscheinung: Mein Jahr mit dem Red Star FC

10. Januar 2014

redstar-anzeigeChristoph Heshmatpour – Wiener Sportjournalist (u.a. Falter und Ballesterer) und Geistesarbeiter, verbrachte ein Jahr zum Studium in Paris und begeisterte sich für den 3.Liga-Club Red Star FC im Vorort Saint-Ouen, einem Banlieue hinter der Stadtautobahn. Hier lernte er all die Scheußlichkeiten des modernen, sprich kommerziellen, kapitalistischen Fußballs kennen – Stadionabrißpläne, Neubau-Irrsinnsphantasien, Umbau eines Fußballclubs in eine Profisport-Aktiengesellschaft mit einem Alleinaktionär aus der Werbebranche, der „seinen“ Club zu einem Pariser FC St. Pauli machen möchte. Dagegen regt sich der Widerstand der engagierten Fans vom Collectif Amis du Red Star/Stade Bauer.

Christoph Heshmatpour schildert seine Zeit in der Saison 2011/12 anhand von Spielberichten und anderen Erlebnissen über die Veränderungen im Stadtteil und an der Universität als Austauschstudent. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und wienert ordentlich drauf los.

Ein wunderbares Lesevergnügen für engagierte Fußballfreunde gegen Kommerz und Profit rund um das runde Leder, das uns so begeistert.

Christoph Heshmatpour – Mein Jahr mit dem Red Star FC

verlag | barrikade Edition Fußball #1

120 Seiten A5, 3 Euro (zuzüglich 1 Euro Porto = 4 Euro)

Ab 5 Exemplaren portofreier Versand = 15 Euro – ab 10 Exemplare 25 Euro inkl. Porto

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Onlineshop: http://www.a-buchdepot.org/

Quelle: Verlag Barrikade

2 Kommentare leave one →
  1. 10. Januar 2014 21:59

    Bakunin und die Uhrmacher

    1976 gründeten einige Zürcher Linksaktivisten die „Progressive Fussball-Liga“, in der Teams wie der FC Bakunin, Roter Stern Bollwerk, Traktor Biel und Lokomotive 99 spielten.

    1976 gründeten einige Zürcher Linksaktivisten die „Progressive Fussball-Liga“, in der Teams wie der FC Bakunin, Roter Stern Bollwerk, Traktor Biel und Lokomotive 99 spielten. (Christoph Keller/hier+jetzt)

    Von Andrea Tognina, St-Imier, swissinfo.ch
    29. August 2012 – 11:00

    Die Schweiz ist die Wiege des Anarchismus. Die Spuren der libertären Bewegung finden sich in anderthalb Jahrhunderten Schweizer Geschichte. Ein Gespräch mit Marianne Enckell vom Centre International de Recherches sur l’Anarchisme (CIRA) Lausanne.

    1872 rief die Juraföderation, eine Arbeiterorganisation, in St-Imier (Berner Jura) die Delegierten der antiautoritären Gruppierungen zusammen, die sich dem Zentralismus der Ersten Internationale widersetzten.

    Die ‚Antiautoritäre Internationale‘ wurde gegründet. Vorher war es Karl Marx gelungen, Michail Bakunin und andere Anarchisten aus der Ersten Internationalen auszuschliessen.
    swissinfo.ch: Wie wichtig war der Kongress von Saint-Imier für die Geschichte der anarchistischen Bewegung?

    Marianne Enckell: Man kann sagen, dass die anarchistische Bewegung hier entstanden ist, auch wenn St-Imier 1872 nicht im eigentlichen Sinn ein anarchistischer Kongress war. Es war eher ein antiautoritärer, föderalistischer Kongress, der in Opposition zur zentralistischen Internationalen Arbeiterassoziation (Erste Internationale) stand.

    Einer der an diesem Kongress bedeutungsvollsten und bekanntesten Beschlüsse war die Bestätigung, dass die erste Pflicht des Proletariats die Zerstörung jeglicher politischer Macht sein muss. Ferner wurde ein Solidaritätspakt zwischen den am Kongress vertretenen Gruppierungen besiegelt, der auf zwei Prinzipien gründet: Autonomie und Föderalismus.

    Die Idee ist, dass jede Person autonom ist und freiwillig einer Gruppierung beitreten kann. Eine Gruppierung kann sich mit anderen Gruppen in föderalistischer Art verbinden, wobei sie ihre Autonomie auf jeder Ebene beibehält. Die Föderation dient zur Entwicklung der Kontakte und soll Solidarität im Fall von Streiks oder Aufständen ermöglichen. Damals sprach man allerdings noch nicht vom endgültigen Aufstand.
    swissinfo.ch: Welche Rolle spielte dabei Bakunin?

    M.E.: Die Idee des Anarchismus existierte bereits seit 50 Jahren, war schon von Pierre-Joseph Proudhon aufgebracht worden. Aber es gab weder Anarchisten-Gruppen noch eine anarchistische Bewegung. Der Schlüssel zur Geburt der anarchistischen Bewegung war die Begegnung zwischen Bakunin und den Uhrenarbeitern im Tal von St-Imier.

    Bakunin trägt eine lange Tradition als Revolutionär auf den Schultern, er reist überall in Europa herum, er hat den russischen Kerker überlebt, er fühlt sich immer noch dem Modell des Revolutionärs der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbunden, den geheimen Bruderschaften, den kleinen konspirativen Gruppen.

    1869 kommt Bakunin nach Le Locle, im Neuenburger Jura, wo er Vorträge hält und Uhrenarbeiter trifft, die mit der Bildung der ersten autonomen Widerstandsverbände begonnen haben. Die Arbeiter wollen sich allein organisieren, ausbilden und bessere Arbeitsbedingungen erkämpfen.

    Es ist eine Begegnung zwischen einem Revolutionstheoretiker und Leuten, die beginnen, konkrete Organisationserfahrungen zu machen. Es ist eine gegenseitige Verführung. Nach und nach übernehmen die Jurassier anarchistische Positionen, und Bakunin beginnt, sich hauptsächlich den praktischen Fragen der Arbeiterbewegung zu widmen.
    swissinfo.ch: Die Juraföderation war nur von kurzer Dauer. Die anarchistische Bewegung überlebt jedoch in der Schweiz…

    M.E.: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befindet sich das Zentrum der anarchistischen Bewegung in Genf, wo Luigi Bertoni die zweimal in der Woche erscheinende zweisprachige (italienisch/französisch) Zeitschrift Il Risveglio/Le Réveil publiziert. Vor dem Ersten Weltkrieg entsteht in der Westschweiz mit der Fédération des Unions Ouvrières auch der revolutionäre Syndikalismus.

    Nach dem Krieg entstehen neue militante Gewerkschaftsgruppierungen, zum Beispiel die Ligue d’action du bâtiment unter der Führung von Lucien Tronchet. Ab den 20er-Jahren wird jedoch der Kampf gegen den Faschismus zu einer der Hauptaktivitäten der Anarchisten.
    swissinfo.ch: 1917 übernehmen die Bolschewiken in Russland die Macht. Wie reagieren die Anarchisten darauf?

    M.E.: Die russische Revolution übt zweifelsohne eine Faszination auf die anarchistische Bewegung aus. Doch schon rasch warnt Luigi Bertoni vor der neuen „roten Bürokratie“. Die Nachrichten aus Russland treffen spärlich ein und widersprechen sich oft. Doch als bekannt wird, dass die Anarchisten aus Russland vertrieben werden, kommt es zu Spannungen zwischen Kommunisten und Anarchisten, besonders in Genf, wo die Kommunisten ziemlich stark sind.

    Dennoch finden sich in den 20er-Jahren Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten in den militanten Gewerkschaften wieder. In den 30er-Jahren während der Wirtschaftskrise machen sie alle in den selbstverwalteten Werkplätzen mit.
    swissinfo.ch: Und während dem spanischen Bürgerkrieg?

    M.E.: Lucien Tronchet liefert Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern nach Spanien. Unter den Gütern sind Waffen versteckt. Er verfügt über zahlreiche Kontakte, um illegal über die Grenzen zu kommen. Doch seine spanischen Kontakte wünschen nur Waffen, keine Leute, vor allem nicht solche, die selber nicht kämpfen wollen.

    Deshalb gehen nur wenige Anarchisten nach Spanien. Dafür gibt es zahlreiche andere Freiwillige, die in den anarchistischen Reihen kämpfen. Sie berichten nicht nur vom Krieg, sondern auch von gesellschaftlichen Veränderungen, von Revolution.
    swissinfo.ch: Während des Zweiten Weltkriegs wurden anarchistische Aktivitäten in der Schweiz verboten. Wo stand die anarchistische Bewegung 1945, nach dem Krieg?

    M.E.: Während der ersten Nachkriegsjahre ist die Bewegung noch äusserst schwach. Luigi Bertoni und der Zürcher Arzt Fritz Brupbacher, Mittelpunkt der Deutschschweizer Anarchisten, sterben. Aktivitäten gibt es nur wenige. Frischen Wind bringt erst 1968, wie in anderen Ländern auch. Überhaupt sorgen die 60er-Jahre mit der Auflehnung gegen die Franco-Diktatur und dem Kampf für die Freiheit in Spanien wieder für mehr Leben.

    Doch sind diese Bewegungen anders als die vorhergehenden. Aktiv sind vor allem Jugendliche und Studierende, weniger Arbeiter, und auch keine Massen. Die alte Generation wird abgelöst, die 68er-Jahre werden zum Massstab. Aus den 80er-Jahren wird mit dem Punk ebenfalls eine Referenz, ebenso wie aus den 90er-Jahren mit den zapatistischen Aufständen in Mexiko. Schliesslich folgen die globalisierungskritischen Bewegungen und das Internet.
    swissinfo.ch: Wir haben in diesem Gespräch von vielen Männern gesprochen. Wie steht es mit der Rolle der Frau im Anarchismus?

    M.E.: Im Lauf der anarchischen Bewegung hat man eigentlich nur von zwei herausragenden Frauen gesprochen: Louise Michel, die in der Kommune von Paris mitgekämpft hat, und Emma Goldmann, eine russische, nach Amerika emigrierte Jüdin, die sich für die Emanzipation der Frauen engagiert hatte. Es gibt noch andere, aber die sind weniger bekannt.

    Zum Beispiel Virginie Barbet aus Lyon. Sie publizierte in Zeitungen, diskutierte mit Bakunin, setzte sich für die Abschaffung der Erbschaften und des Militärdienstes ein. Während einiger Zeit setzte sie sich in die Schweiz ab.

    Oder Margarethe Hardegger, Gewerkschafterin. Sie warb für die Geburtenkontrolle und freie Liebe. Oder die Französin Nelly Roussel, die in der Schweiz an zahlreichen Konferenzen über die Emanzipation der Frau sprach. Es sind wenige Frauen gewesen, insgesamt, aber es gibt sie. Und heute sind die Frauen in den anarchistischen Bewegungen sehr präsent.

    (Übertragung aus dem Italienischen: Jean-Michel Berthoud und Alexander Künzle)
    Marianne Enckell

    Seit 1963 ist Marianne Enckell Archivarin und Bibliotekarin des Lausanner Centre International de Recherches sur l’Anarchisme (CIRA).

    Sie brachte verschiedene Studien über den Anarchismus heraus, darunter ein Werk über die Juraföderation und den Ursprung der anarchistischen Bewegung in der Schweiz, zur Zeit in dritter Auflage.

    Das CIRA sammelt rund 20’000 Bücher, 4000 Zeitschriften, 3000 Manifeste, verschiedene Manuskripte und audiovisuelles Material zur Geschichte und den Ideen der Anarchismus.

    Der Grossteil der Dokumentation ist deutsch, französisch, englisch oder italienisch, doch verwaltet das CIRA auch Publikationen in weiteren Sprachen.
    Radikaler Anarchismus

    Am Anarchisten-Kongress, der in der ersten Augusthälfte in St-Imier (Berner Jura) stattfand, haben verschiedene Strömungen des internationalen Sozialanarchismus teilgenommen. Am Vorabend des Treffens betonte einer der Organisatoren, der Waadtländer Gewerkschafter Aristides Pedraza, „dass wir nichts mit Gewalt zu tun haben“.

    Es gibt jedoch Individuen und kleine Gruppierungen, die sich auf den Anarchismus beziehen und Formen des bewaffneten Kampfes als legitim betrachten. Einer der bekanntesten Schweizer Vertreter dieses radikalen Anarchismus ist Marco Camenisch.

    Der militante Radikal-Umweltaktivist wurde 1980 wegen eines Sprengstoff-Anschlages auf einen Hochspannungsmast im Kanton Graubünden zu einer 10-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt. 1981 floh er aus der Strafanstalt Regensdorf.

    Bis zu seiner Verhaftung in Italien 1991 lebte Camenisch im Untergrund. Ein italienisches Gericht verurteilte ihn 1993 wegen schwerer Körperverletzung und wegen Sabotage-Aktionen gegen die Elektrizitätswirtschaft zu 12 Jahren Zuchthaus.

    2002 wurde Camenisch an die Schweiz ausgeliefert, wo ihn eine Reststrafe von 8 Jahren, ein Haftbefehl im Zusammenhang mit der Flucht aus Regensdorf und ein weiterer wegen Verdachts auf Tötung eines Grenzwächters in Brusio 1989 erwartete. Zur Zeit sitzt er im Hochsicherheits-Gefängnis Pfäffikon (Kanton Zürich) ein.

    Seit einigen Jahren ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft gegen mutmasslich radikalanarchistische Gruppierungen, die oft unter dem Namen Federazione Anarchica Informale (FAI) auftreten. Diese werden für verschiedene Anschläge in Italien und der Schweiz verantwortlich gemacht.

    In ihrem jüngsten Bericht über die Sicherheit in der Schweiz schätzt die Bundespolizei den radikalen Anarchismus als eine Gefahr für die Staatssicherheit ein.

    http://www.swissinfo.ch/ger/politik_schweiz/Bakunin_und_die_Uhrmacher.html?cid=33391750

  2. Red Star FC - Une étoile rouge ne meurt jamais permalink
    11. Januar 2014 09:55

    Red Star FC – Une étoile rouge ne meurt jamais

    Immersion avec les supporters du Red Star FC, lors du derby contre le Paris FC au stade Bauer. Premier reportage de notre série, le Paris-Sans-Germain.

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