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DKP hetzt gegen griechische Anarchisten

5. Juli 2009
UZ121208

Screenshot der UZ vom 12.12.2008

Es war nur eine Frage der Zeit bis die Kommunisten die kämpfenden Menschen in Griechenland diffamieren und anfangen sie in ein schlechtes Licht zu rücken. Denn ein Großteil der Kämpfenden in Griechenland sind Anarchistinnen und Anarchisten. Ein Umstand, der den Kommunisten überhaupt nicht passt, konterkariert er doch ihr Glaubensbekenntnis von der „Partei“, die die Voraussetzung für einen gesellschaftlichen Wandel sei.

Es war schon immer das Mittel der Kommunisten unliebsame Bewegungen mit Dreck zu bewerfen. Doch nicht nur das: In den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts machten DKP-Ordner gezielt Jagd auf AnarchistInnen die Flugblätter auf Demonstrationen oder bei Streiks verteilten und schlugen diese nieder.

Anschliessend wurden die anarchistischen Flugblätter unbrauchbar gemacht. Ein Blick weiter zurück in die Geschichte: Nach Bulgarien, die Ukraine, Spanien, sowie in die DDR und in den 90er Jahren auch in Kuba zeigt, dass Kommunisten AnarchistInnen gezielt und geplant ermorden.

In der Ausgabe der DKP-Parteizeitung „Unsere Zeit“ vom 12.12.2008 schreibt der Hildesheimer Udo Paulus davon, dass die Anarchisten im Athener Stadtviertel Exarchio Verbindungen und Kontakte zu Neofaschisten hätten.

Wörtlich schreibt Udo Paulus: „Den 16-jährigen Schüler Alexandros Grigoropoulos, Sohn einer Mittelschichtsfamilie aus dem vornehmen Athener Stadtteil Psychiko, traf am letzten Samstag nach Augenzeugenberichten die Kugel eines Polizisten mitten in die Brust. Zwei Schüsse in die Luft und einen tödlich ins Herz beendeten ein völlig unpolitisches Treffen einer Gruppe Jugendlicher im Athener Stadtteil Exarchio, der für Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Gruppen bekannt ist, die sich als Anarchisten bezeichnen, denen allerdings Verbindungen zur neofaschistischen Szene nachgesagt werden. Selbst die Beteiligung geheimdienstlich gesteuerter Provokateure wird vermutet. Um angeblich diese „anarchistische“ Szene angemessen zu kontrollieren, Brandstiftungen und Zerstörungen zu verhindern, hatte die sozialdemokratische PASOK-Regierung vor Jahren eine Sicherheits-Spezialeinheit geschaffen.“

Er entpolitisiert damit den Mord an Alexandros, er stellt die Anarchisten mit Neofaschisten auf eine Stufe, behauptet die Anarchisten seien vom Geheimdienst gesteuert und rechtfertigt die Aufstellung einer Polizei-Spezialeinheit gegen die Menschen im Viertel Exarchio.

Damit hat sich Udo Paulus disqualifiziert. Genauso wie die UZ und die DKP, die sich nicht scheuten diesen Dreck zu drucken und zu veröffentlichen. Dieser Artikel ist ein direkter Angriff auf die Integrität der AnarchistInnen. Doch wollen wir die DKP nicht überbewerten. Seit dem Ausbleiben der Gelder aus der DDR baut die Partei Jahr für Jahr merklich ab. Ihre Mitglieder vergreisen, der Nachwuchs ist minimal. Eine gute Entwicklung, die wünschenswerter Weise dem Ende dieser mit Unterstützung des Verfassungsschutzes gegründeten Partei, zuarbeitet.

Dennoch: Das eine und andere intensive Wort wird man mit Paulus führen müssen. Lügnern und Hetzern muss man deren Grenzen aufzeigen.

6 Kommentare leave one →
  1. 28. Oktober 2011 23:18

    ganz ehrlich ich bin bei der linken und bezeichne mich selbst als trotzkist ich find die dkp lächerlich die sind mir viel zu stalinistisch aber ich halte diese verallgemeinerrung aller kommunisten auch für dumm wir haben das gleiche ziel ein humaneres besseres system deshalb sollten wir gemeinsam kämpfen und dann können wir uns darüber streiten was letzendlich passiert !

    Kommunistische grüße 🙂
    (nicht provokant gemeint)

  2. 29. Oktober 2011 16:52

    dennoch – Kommunisten, d.h. Parteikommunisten- eigentlich alle, die sich das Paradox „demokratischer Zentralismus“ auf die Fahnen geschrieben haben, wollen den Staat, und damit die Machtstrukturen ÜBERNEHMEN.
    Libertäre Linke, Rätekommunisten, Anarchisten, Anrchokommunisten, -Syndikalisten wollen den Staat zerschlagen und durch direkte Demokratie, Foderalismus, Aufgaben mandatiertes Delegationsprinzip, Arbeitsbörsen etc. ersetzen. – daher wurden sie von Machtübernehmern (s.O.) sofort bekämpft, eingeknastet, ermordet, wenn eine Bewegung nicht von der Parteizentrale steuerbar war. – deswegen vertraue ich Machtübernehmern keinen Meter mehr.

  3. Die Griechenland-Lüge + Bonusmaterial FOCUS-Hetze-Hetze-Hetze permalink
    1. März 2015 19:55

    Die Griechenland-Lüge

    hier der FOCUS-Hetze-Hetze-Hetze-Artikel gegen die ZDF-Doku
    „Mit suggestiven Bildern, dramatischer Musik und einer sonoren Kommentatorenstimme dröselt die Doku die vermeintlichen geistigen Zusammenhänge auf.“
    http://www.focus.de/finanzen/news/staatsverschuldung/zdf-doku-ueber-griechenland-kein-reeder-muss-steuern-zahlen_aid_749838.html

  4. Krisenfall Griechenland und der Euro (Jonas Köper, GegenStandpunkt) permalink
    12. Juni 2015 19:46

    Der Krisenfall Griechenland:
    Vom Euro ruiniert – um Euro-Kredit kämpfend – am Euro-Regime scheiternd
    Ein Lehrstück über Kredit und Macht in Europa

    Seit dem Wahl­sieg der lin­ken Syriza eska­liert der Streit um die „Ret­tung Grie­chen­lands“. Der dreht sich, so heißt es, vor allem um die Frage, wie die „wirt­schaft­li­che Kon­so­li­die­rung“ die­ses süd­eu­ro­päi­schen Lan­des am bes­ten zu errei­chen sei: Eher durch „Haus­halts­kon­so­li­die­rung“, also gna­den­lo­ses Zusam­men­strei­chen von allen als über­flüs­sig defi­nier­ten Staats­aus­ga­ben ins­be­son­dere für den Unter­halt des Vol­kes? Oder doch eher durch „kre­dit­fi­nan­zierte Wachs­tums­an­reize“, also eine Poli­tik, die für den Dienst des Vol­kes am Wachs­tum sor­gen soll? Eigent­li­ches Sor­ge­ob­jekt der Poli­tik, so heißt es wei­ter, seien die „klei­nen Leute“: Wo die grie­chi­sche Regie­rung dar­auf ver­weist, dass grie­chi­sche Ange­stellte, Rent­ner, Arbeits­lose, Kranke… schon jetzt Opfer bis weit über jede Schmerz­grenze hin­aus erbracht hät­ten, da zitiert z.B. Schäu­ble den hart arbei­ten­den deut­schen Steu­er­zah­ler, der bereits vor Jah­ren die schar­fen Ein­schnitte als not­wen­dig ein­ge­se­hen habe, die man darum jetzt auch von den Grie­chen erwar­ten dürfe.

    Ob nun Objekt erns­ter Sorge oder blo­ßer Beru­fungs­ti­tel: Gestrit­ten wird jeden­falls zwi­schen den Regie­rungen nicht um die Ansprü­che des jewei­li­gen Volks, son­dern die der Regie­run­gen, um deren öko­no­mi­sche Mit­tel und Anrechte – und über die gibt der Streit damit ein paar bemer­kens­werte Auskünfte: … (Weiterlesen: http://kk-gruppe.net/der-kri%C2%ADsen…)

    Ein Vortrag mit Redakteuren der Zeitschrift GegenStandpunkt, veranstaltet von Kein Kommentar Berlin (http://www.kk-gruppe.net )

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