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„BURN EVERY CROSS THAT DEMANDS SUBMISSION!“

4. Februar 2017

Nicht „Religionskritik“, der Kampf gegen Religion, wird selten genug in der laschen, opportunistischen anarchistischen Szene geführt. Man hat sich von den Linken die selbstgefällige, blasierte „Toleranz“ abgeschaut, die den Bruch mit den eigenen Bedürfnissen andauernd einschließt. Feige Pazifisten verstecken sich hinter ihrem Dasein als moralische Aristokratie und spielen sich als Wortführer auf. „Islamophobie“ soll bekämpft werden… damit übernehmen die heutigen Aktivisten von den Medien der Herrschenden die Aussage, dass „da unten alle Muslime seien“ und stellen ein religiöses Merkmal vor das erste und bedeutendste Merkmal der dort sterbenden Menschen: Dass es Menschen sind. Bei diesem traurigen Zustand der allgemeinen geistigen Schwäche der modernen anarchistischen Szene, die mal eine Bewegung war, ist es umso erfreulicher andere Klänge da draußen zu vernehmen, und die glauben wir in z.B. dem Song „True deceivers“ von der anarchistischen Band Wolf down gefunden zu haben. Das wollen wir euch nicht vorenthalten:

Quelle: Eingesandt

5 Kommentare leave one →
  1. Anonymous permalink
    6. Februar 2017 11:00

    Atheistischer Fundamentalismus geht mir genauso auf den Sack wie christlicher oder islamischer…

    • FuckreligiöseGefühle! permalink
      10. Februar 2017 15:29

      Scheiß Religion, ich hoffe dieses Denk-Geschwür des Sich-Unterwerfens stirbt bald aus!
      Atheismus ist zu lasch, hast recht, geht mir auch auf den Sack – muss viel härter sein, der Kampf gegen die Drecksreligion dieser Welt!

    • Julien Offray de La Mettrie permalink
      14. Februar 2017 18:20

      Wenn der Atheismus allgemein verbreitet wäre, wäre die Religion samt allen ihren Ablegern vernichtet und mit der Wurzel ausgerottet: keine Kriege mehr wegen ihr; keine Soldaten mehr wegen ihr; keine schrecklichen Soldaten mehr! Die Natur, zuvor verseucht vom Gift des Heiligen, hätte ihre Rechte und ihre Reinheit wieder erlangt. Die befriedeten Menschen würden, nun taub gegen jede Einflüsterung, allein der spontanen Stimme ihres authentischen Ichs folgen, der einzigen, die man nicht ungestraft mißachten kann und die einen durch Übung angenehmer Tugenden zur Glückseligkeit führt.

      La Mettrie (2:66)
      La Mettrie, J.O. de: Der Mensch als Maschine, Nürnberg 1985
      Julien Offray de La Mettrie https://de.wikipedia.org/wiki/Julien_Offray_de_La_Mettrie

  2. Heinrich Heine - Disputation permalink
    11. Februar 2017 09:38

    Vom alten Heine, lecker Gedichtschen!
    Ich hoffe es geht als „fundamentalistischer Atheismus“ nicht allzu vielen Gescheiten „auf den Sack“.

    Disputation

    In der Aula zu Toledo
    Klingen schmetternd die Fanfaren;
    Zu dem geistlichen Turnei
    Wallt das Volk in bunten Scharen.

    Das ist nicht ein weltlich Stechen,
    Keine Eisenwaffe blitzet –
    Eine Lanze ist das Wort,
    Das scholastisch scharf gespitzet.

    Nicht galante Paladins
    Fechten hier, nicht Damendiener –
    Dieses Kampfes Ritter sind
    Kapuziner und Rabbiner.

    Statt des Helmes tragen sie
    Schabbesdeckel und Kapuzen;
    Skapulier und Arbekanfeß
    Sind der Harnisch, drob sie trutzen.

    Welches ist der wahre Gott?
    Ist es der Hebräer starrer
    Großer Eingott, dessen Kämpe
    Rabbi Juda, der Navarrer?

    Oder ist es der dreifalt’ge
    Liebegott der Christianer,
    Dessen Kämpe Frater Jose,
    Gardian der Franziskaner?

    Durch die Macht der Argumente,
    Durch der Logik Kettenschlüsse
    Und Zitate von Autoren,
    Die man anerkennen müsse,

    Will ein jeder Kämpe seinen
    Gegner ad absurdum führen
    Und die wahre Göttlichkeit
    Seines Gottes demonstrieren.

    Festgestellt ist: dass derjen’ge,
    Der im Streit ward überwunden,
    Seines Gegners Religion
    Anzunehmen sei verbunden,

    dass der Jude sich der Taufe
    Heil’gem Sakramente füge,
    Und im Gegenteil der Christ
    Der Beschneidung unterliege.

    Jedem von den beiden Kämpen
    Beigesellt sind elf Genossen,
    Die zu teilen sein Geschick
    Sind in Freud und Leid entschlossen.

    Glaubenssicher sind die Mönche
    Von des Gardians Geleitschaft,
    Halten schon Weihwasserkübel
    Für die Taufe in Bereitschaft,

    Schwingen schon die Sprengelbesen
    Und die blanken Räucherfässer –
    Ihre Gegner unterdessen
    Wetzen die Beschneidungsmesser.

    Beide Rotten stehn schlagfertig
    Vor den Schranken in dem Saale,
    Und das Volk mit Ungeduld
    Harret drängend der Signale.

    Unterm güldnen Baldachin
    Und umrauscht vom Hofgesinde
    Sitzt der König und die Kön’gin;
    Diese gleichet einem Kinde.

    Ein französisch stumpfes Näschen,
    Schalkheit kichert in den Mienen,
    Doch bezaubernd sind des Mundes
    Immer lächelnde Rubinen.

    Schöne, flatterhafte Blume –
    dass sich ihrer Gott erbarme –
    Von dem heitern Seineufer
    Wurde sie verpflanzt, die arme,

    Hierher in den steifen Boden
    Der hispanischen Grandezza;
    Weiland hieß sie Blanch‘ de Bourbon,
    Doña Blanka heißt sie jetzo.

    Pedro wird genannt der König
    Mit dem Zusatz der Grausame;
    Aber heute, milden Sinnes,
    Ist er besser als sein Name.

    Unterhält sich gut gelaunt
    Mit des Hofes Edelleuten;
    Auch den Juden und den Mohren
    Sagt er viele Artigkeiten.

    Diese Ritter ohne Vorhaut
    Sind des Königs Lieblingsschranzen,
    Sie befehl’gen seine Heere,
    Sie verwalten die Finanzen.

    Aber plötzlich Paukenschläge,
    Und es melden die Trompeten,
    dass begonnen hat der Maulkampf,
    Der Disput der zwei Athleten.

    Der Gardian der Franziskaner
    Bricht hervor mit frommem Grimme;
    Polternd roh und widrig greinend
    Ist abwechselnd seine Stimme.

    In des Vaters und des Sohnes
    Und des Heil’gen Geistes Namen
    Exorzieret er den Rabbi,
    Jakobs maledeiten Samen.

    Denn bei solchen Kontroversen
    Sind oft Teufelchen verborgen
    In dem Juden, die mit Scharfsinn,
    Witz und Gründen ihn versorgen.

    Nun die Teufel ausgetrieben
    Durch die Macht des Exorzismus,
    Kommt der Mönch auch zur Dogmatik,
    Kugelt ab den Katechismus.

    Er erzählt, dass in der Gottheit
    Drei Personen sind enthalten,
    Die jedoch zu einer einz’gen,
    Wenn es passend, sich gestalten –

    Ein Mysterium, das nur
    Von demjen’gen wird verstanden,
    Der entsprungen ist dem Kerker
    Der Vernunft und ihren Banden.

    Er erzählt: wie Gott der Herr
    Ward zu Bethlehem geboren
    Von der Jungfrau, welche niemals
    Ihre Jungferschaft verloren;

    Wie der Herr der Welt gelegen
    In der Krippe, und ein Kühlein
    Und ein Öchslein bei ihm stunden,
    Schier andächtig, zwei Rindviehlein.

    Er erzählte: wie der Herr
    Vor den Schergen des Herodes
    Nach Ägypten floh, und später
    Litt die herbe Pein des Todes

    Unter Pontio Pilato,
    Der das Urteil unterschrieben,
    Von den harten Pharisäern,
    Von den Juden angetrieben.

    Er erzählte: wie der Herr,
    Der entstiegen seinem Grabe
    Schon am dritten Tag, gen Himmel
    Seinen Flug genommen habe;

    Wie er aber, wenn es Zeit ist,
    Wiederkehren auf die Erde
    Und zu Josaphat die Toten
    Und Lebend’gen richten werde.

    »Zittert, Juden!« rief der Mönch,
    »Vor dem Gott, den ihr mit Hieben
    Und mit Dornen habt gemartert,
    Den ihr in den Tod getrieben.

    Seine Mörder, Volk der Rachsucht,
    Juden, das seid ihr gewesen –
    Immer meuchelt ihr den Heiland,
    Welcher kommt, euch zu erlösen.

    Judenvolk, du bist ein Aas,
    Worin hausen die Dämonen;
    Eure Leiber sind Kasernen
    Für des Teufels Legionen.

    Thomas von Aquino sagt es,
    Den man nennt den großen Ochsen
    Der Gelehrsamkeit, er ist
    Licht und Lust der Orthodoxen.

    Judenvolk, ihr seid Hyänen,
    Wölfe, Schakals, die in Gräbern
    Wühlen, um der Toten Leichnam‘
    Blutfraßgierig aufzustöbern.

    Juden, Juden, ihr seid Säue,
    Paviane, Nashorntiere,
    Die man nennt Rhinozerosse,
    Krokodile und Vampire.

    Ihr seid Raben, Eulen, Uhus,
    Fledermäuse, Wiedehöpfe,
    Leichenhühner, Basilisken,
    Galgenvögel, Nachtgeschöpfe.

    Ihr seid Vipern und Blindschleichen,
    Klapperschlangen, gift’ge Kröten,
    Ottern, Nattern – Christus wird
    Eu’r verfluchtes Haupt zertreten.

    Oder wollt ihr, Maledeiten,
    Eure armen Seelen retten?
    Aus der Bosheit Synagoge
    Flüchtet nach den frommen Stätten,

    Nach der Liebe lichtem Dome,
    Wo im benedeiten Becken
    Euch der Quell der Gnade sprudelt –
    Drin sollt ihr die Köpfe stecken –

    Wascht dort ab den alten Adam
    Und die Laster, die ihn schwärzen;
    Des verjährten Grolles Schimmel,
    Wascht ihn ab von euren Herzen!

    Hört ihr nicht des Heilands Stimme?
    Euren neuen Namen rief er –
    Lauset euch an Christi Brust
    Von der Sünde Ungeziefer!

    Unser Gott, der ist die Liebe,
    Und er gleichet einem Lamme;
    Um zu sühnen unsre Schuld,
    Starb er an des Kreuzes Stamme.

    Unser Gott, der ist die Liebe,
    Jesus Christus ist sein Name;
    Seine Duldsamkeit und Demut
    Suchen wir stets nachzuahmen.

    Deshalb sind wir auch so sanft,
    So leutselig, ruhig, milde,
    Hadern niemals, nach des Lammes,
    Des Versöhners, Musterbilde.

    Einst im Himmel werden wir
    Ganz verklärt zu frommen Englein,
    Und wir wandeln dort gottselig,
    In den Händen Lilienstenglein.

    Statt der groben Kutten tragen
    Wir die reinlichsten Gewänder
    Von Muss’lin, Brokat und Seide,
    Goldne Troddeln, bunte Bänder.

    Keine Glatze mehr! Goldlocken
    Flattern dort um unsre Köpfe;
    Allerliebste Jungfraun flechten
    Uns das Haar in hübsche Zöpfe.

    Weinpokale wird es droben
    Von viel weiterm Umfang geben,
    Als die Becher sind hier unten,
    Worin schäumt der Saft der Reben.

    Doch im Gegenteil viel enger
    Als ein Weibermund hienieden,
    Wird das Frauenmündchen sein,
    Das dort oben uns beschieden.

    Trinkend, küssend, lachend wollen
    Wir die Ewigkeit verbringen,
    Und verzückt Halleluja,
    Kyrie eleison singen.«

    Also schloss der Christ. Die Mönchlein
    Glaubten schon, Erleuchtung träte
    In die Herzen, und sie schleppten
    Flink herbei das Taufgeräte.

    Doch die wasserscheuen Juden
    Schütteln sich und grinsen schnöde.
    Rabbi Juda, der Navarrer,
    Hub jetzt an die Gegenrede:

    »Um für deine Saat zu düngen
    Meines Geistes dürren Acker,
    Mit Mistkarren voll Schimpfwörter
    Hast du mich beschmissen wacker.

    So folgt jeder der Methode,
    Dran er nun einmal gewöhnet,
    Und anstatt dich drob zu schelten,
    Sag ich Dank dir, wohlversöhnet.

    Die Dreieinigkeitsdoktrin
    Kann für unsre Leut‘ nicht passen,
    Die mit Regula-de-tri
    Sich von Jugend auf befassen.

    dass in deinem Gotte drei,
    Drei Personen sind enthalten,
    Ist bescheiden noch, sechstausend
    Götter gab es bei den Alten.

    Unbekannt ist mir der Gott,
    Den ihr Christum pflegt zu nennen;
    Seine Jungfer Mutter gleichfalls
    Hab ich nicht die Ehr‘ zu kennen.

    Ich bedaure, dass er einst,
    Vor etwa zwölfhundert Jahren,
    Ein’ge Unannehmlichkeiten
    Zu Jerusalem erfahren.

    Ob die Juden ihn getötet,
    Das ist schwer jetzt zu erkunden,
    Da ja das Corpus delicti
    Schon am dritten Tag verschwunden.

    dass er ein Verwandter sei
    Unsres Gottes, ist nicht minder
    Zweifelhaft; soviel wir wissen,
    Hat der letztre keine Kinder.

    Unser Gott ist nicht gestorben
    Als ein armes Lämmerschwänzchen
    Für die Menschheit, ist kein süßes
    Philantröpfchen, Faselhänschen.

    Unser Gott ist nicht die Liebe;
    Schnäbeln ist nicht seine Sache,
    Denn er ist ein Donnergott
    Und er ist ein Gott der Rache.

    Seines Zornes Blitze treffen
    Unerbittlich jeden Sünder,
    Und des Vaters Schulden büßen
    Oft die späten Enkelkinder.

    Unser Gott, der ist lebendig,
    Und in seiner Himmelshalle
    Existieret er drauflos
    Durch die Ewigkeiten alle.

    Unser Gott, und der ist auch
    Ein gesunder Gott, kein Mythos
    Bleich und dünne wie Oblaten
    Oder Schatten am Cocytos.

    Unser Gott ist stark. In Händen
    Trägt er Sonne, Mond, Gestirne;
    Throne brechen, Völker schwinden,
    Wenn er runzelt seine Stirne.

    Und er ist ein großer Gott.
    David singt: Ermessen ließe
    Sich die Größe nicht, die Erde
    Sei der Schemel seiner Füße.

    Unser Gott liebt die Musik,
    Saitenspiel und Festgesänge;
    Doch wie Ferkelgrunzen sind
    Ihm zuwider Glockenklänge.

    Leviathan heißt der Fisch,
    Welcher haust im Meeresgrunde;
    Mit ihm spielet Gott der Herr
    Alle Tage eine Stunde –

    Ausgenommen an dem neunten
    Tag des Monats Ab, wo nämlich
    Eingeäschert ward sein Tempel;
    An dem Tag ist er zu grämlich.

    Des Leviathans Länge ist
    Hundert Meilen, hat Floßfedern
    Groß wie König Ok von Basan,
    Und sein Schwanz ist wie ein Zedern.

    Doch sein Fleisch ist delikat,
    Delikater als Schildkröten,
    Und am Tag der Auferstehung
    Wird der Herr zu Tische beten

    Alle frommen Auserwählten,
    Die Gerechten und die Weisen –
    Unsres Herrgotts Lieblingsfisch
    Werden sie alsdann verspeisen,

    Teils mit weißer Knoblauchbrühe,
    Teils auch braun in Wein gesotten,
    Mit Gewürzen und Rosinen,
    Ungefähr wie Mateloten.

    In der weißen Knoblauchbrühe
    Schwimmen kleine Schäbchen Rettich –
    So bereitet, Frater Jose,
    Mundet dir das Fischlein, wett ich!

    Auch die braune ist so lecker,
    Nämlich die Rosinensauce,
    Sie wird himmlisch wohl behagen
    Deinem Bäuchlein, Frater Jose.

    Was Gott kocht, ist gut gekocht!
    Mönchlein, nimm jetzt meinen Rat an,
    Opfre hin die alte Vorhaut
    Und erquick dich am Leviathan.«

    Also lockend sprach der Rabbi,
    Lockend, ködernd, heimlich schmunzelnd,
    Und die Juden schwangen schon
    Ihre Messer wonnegrunzelnd,

    Um als Sieger zu skalpieren
    Die verfallenen Vorhäute,
    Wahre spolia opima
    In dem wunderlichen Streite.

    Doch die Mönche hielten fest
    An dem väterlichen Glauben
    Und an ihrer Vorhaut, ließen
    Sich derselben nicht berauben.

    Nach dem Juden sprach aufs neue
    Der katholische Bekehrer;
    Wieder schimpft er, jedes Wort
    Ist ein Nachttopf, und kein leerer.

    Darauf repliziert der Rabbi
    Mit zurückgehaltnem Eifer;
    Wie sein Herz auch überkocht,
    Doch verschluckt er seinen Geifer.

    Er beruft sich auf die Mischna,
    Kommentare und Traktate;
    Bringt auch aus dem Tausves-Jontof
    Viel beweisende Zitate.

    Aber welche Blasphemie
    Musst er von dem Mönche hören!
    Dieser sprach: der Tausves-Jontof
    Möge sich zum Teufel scheren.

    »Da hört alles auf, o Gott!«
    Kreischt der Rabbi jetzt entsetzlich;
    Und es reißt ihm die Geduld,
    Rappelköpfig wird er plötzlich.

    »Gilt nichts mehr der Tausves-Jontof,
    Was soll gelten? Zeter! Zeter!
    Räche, Herr, die Missetat,
    Strafe, Herr, den Übeltäter!

    Denn der Tausves-Jontof, Gott,
    Das bist du! Und an dem frechen
    Tausves-Jontof-Leugner musst du
    Deines Namens Ehre rächen.

    Lass den Abgrund ihn verschlingen,
    Wie des Korah böse Rotte,
    Die sich wider dich empört
    Durch Emeute und Komplotte.

    Donnre deinen besten Donner!
    Strafe, o mein Gott, den Frevel –
    Hattest du doch zu Sodoma
    Und Gomorrha Pech und Schwefel!

    Treffe, Herr, die Kapuziner,
    Wie du Pharaon getroffen,
    Der uns nachgesetzt, als wir
    Wohlbepackt davongeloffen.

    Hunderttausend Ritter folgten
    Diesem König von Mizrayim,
    Stahlbepanzert, blanke Schwerter
    In den schrecklichen Jadayim.

    Gott! da hast du ausgestreckt
    Deine Jad, und samt dem Heere
    Ward ertränkt, wie junge Katzen,
    Pharao im Roten Meere.

    Treffe, Herr, die Kapuziner,
    Zeige den infamen Schuften,
    dass die Blitze deines Zorns
    Nicht verrauchten und verpufften.

    Deines Sieges Ruhm und Preis
    Will ich singen dann und sagen,
    Und dabei, wie Mirjam tat,
    Tanzen und die Pauke schlagen.«

    In die Rede grimmig fiel
    Jetzt der Mönch dem Zornentflammten:
    »Mag dich selbst der Herr verderben,
    Dich Verfluchten und Verdammten!

    Trotzen kann ich deinen Teufeln,
    Deinem schmutz’gen Fliegengotte,
    Luzifer und Beelzebube,
    Belial und Astarothe.

    Trotzen kann ich deinen Geistern,
    Deinen dunkeln Höllenpossen,
    Denn in mir ist Jesus Christus,
    Habe seinen Leib genossen.

    Christus ist mein Leibgericht,
    Schmeckt viel besser als Leviathan
    Mit der weißen Knoblauchsauce,
    Die vielleicht gekocht der Satan.

    Ach! anstatt zu disputieren,
    Lieber möcht ich schmoren, braten
    Auf dem wärmsten Scheiterhaufen
    Dich und deine Kameraden.«

    Also tost in Schimpf und Ernst
    Das Turnei für Gott und Glauben,
    Doch die Kämpen ganz vergeblich
    Kreischen, schelten, wüten, schnauben.

    Schon zwölf Stunden währt der Kampf,
    Dem kein End‘ ist abzuschauen;
    Müde wird das Publikum,
    Und es schwitzen stark die Frauen.

    Auch der Hof wird ungeduldig,
    Manche Zofe gähnt ein wenig.
    Zu der schönen Königin
    Wendet fragend sich der König:

    »Sagt mir, was ist Eure Meinung?
    Wer hat recht von diesen beiden?
    Wollt Ihr für den Rabbi Euch
    Oder für den Mönch entscheiden?«

    Doña Blanka schaut ihn an,
    Und wie sinnend ihre Hände
    Mit verschränkten Fingern drückt sie
    An die Stirn und spricht am Ende:

    »Welcher recht hat, weiß ich nicht –
    Doch es will mich schier bedünken,
    dass der Rabbi und der Mönch,
    dass sie alle beide stinken.«

    • Kaktuspflaume permalink
      12. Februar 2017 17:17

      Interessant. Zeigt meiner Meinung auch, dass das antisemitische Ressentiment unter den Pfaffen sehr wohl ein zu Hause hatte.

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