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Wien: Erneuter faschistischer Angriff gegen Kulturverein w23

5. Januar 2017

angriff-27-november-2016Am Nachmittag des 30. Dezember kam es wieder zu einem Angriff auf die Raeumlichkeiten des Kulturvereins w23. Dieser ereignete sich nach dem gleichen Schema wie beim rechtsextremen Angriff Ende November. Link: http://www.wipplinger23.org/2016/11/wieder-angriffe-auf-den-kulturverein-w23.html

Mit massivem Kraftaufwand wurde versucht, sich ueber den Metallrollbalken Zutritt zu den Vereinsraeumlichkeiten zu verschaffen und dieser erheblich beschaedigt. Dieser uebergriff steht im Zusammenhang mit einer aggressiven und systematischen Angriffsserie, die im September 2016 begann. In den letzten zwei Monaten gab es gleich vier schwerwiegende Angriffe durch Rechtsextreme auf die Raeumlichkeiten des Kulturverein w23: Ende November wurde mit massivem Kraftaufwand versucht, sich Zutritt durch den Metallrollbalken, der die Eingangstuer der Raeume schuetzt, zu verschaffen. Dabei wurde dieser derart beschaedigt, dass er nur ausgetauscht werden konnte, und ein Sachschaden von mehreren tausend Euro war die Folge. Zwei Wochen spaeter wurden die Schloesser der Rollbalken verklebt. Eine Woche darauf wurde Buttersaeure im Eingangsbereich verschuettet. Am Nachmittag des 30. Dezember wurde erneut versucht, den Rollbalken aus Stahlwellblech aufzubrechen, um Zutritt zu den Vereinsraeumlichkeiten zu erlangen. Erneut wurden die Schloesser verklebt. Dabei wurde der neue Rollbalken abermals erheblich beschaedigt.

w23 schon frueher Ziel von Rechtsextremen

Seit ihrer Eroeffnung vor zehn Jahren ist die w23, die die Raeumlichkeiten mit dem Mandelbaumverlag teilt, immer wieder Ziel von Angriffen durch Neonazis und andere Rechtsextreme geworden. Waehrend es in den ersten Jahren verhaeltnismaessig ruhig war, kam es durch die verstaerkten Aktivitaeten von Alpen-Donau.info und anderen neonazistischen Gruppierungen zu einer Haeufung von Vorkommnissen rund um die Vereinsraeumlichkeiten. Aus den Angriffen auf die Raeume wurden Angriffe auf Menschen In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2008 stuermte ein Trupp von zehn maskierten Neonazis die Raeumlichkeiten und begann wahllos in die Menge der anwesenden Personen zu pruegeln. Dieser geplante Angriff konnte schnell abgewehrt und Schlimmeres verhindert werden. Dennoch gab es zwei Leichtverletzte und geringen Sachschaden. Rechtsextreme Angriffe nicht nur gegen die w23 Die Zuspitzung autoritaerer Verhaeltnisse in den letzten Jahren bestaerkt Rechtsextreme darin, zunehmend aggressiv gegen alle vorzugehen, die sie als Feind_innen ausmachen. Wie die aktuellen Beispiele zeigen, schrecken sie dabei auch vor Gewalt nicht zurueck. Diese ist im Rechtsextremismus angelegt – folglich ist anzunehmen, dass die Angriffe nicht bei zerstoerten Rollbalken enden werden. Gleichartige Angriffe wie die Farbattacke auf den Kulturverein w23 gab es zeitnah auch gegen das Bekleidungsgeschaeft „Zahraa Muslim Lifestyle Shop“ in Meidling Link: http://www.stopptdierechten.at/2016/10/24/wien-farbattacke-auf-muslim-shop und die „Anarchistische Buchhandlung“ in Rudolfsheim-Fuenfhaus. Die Rosa Lila Villa berichtet immer wieder von LGBTIQ*-feindlichen Schmierereien. Link: https://twitter.com/die__Villa/status/814406873541726208

In Berlin-Neukoelln gingen Nazis bei einem Angriff auf das linke Café k-fetisch noch einen Schritt weiter: Hier wurde nicht nur ein Rollbalken aufgebrochen, sondern dahinter ausserdem Feuer gelegt, das sich durch grosses Glueck nicht ausbreitete. Das Café befindet sich in einem Wohnhaus, die Taeter_innen nahmen den Tod von Menschen billigend in Kauf. Link: http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2016/12/12/rechte-anschlaege-in-berlin-neukoelln_22787

Das ist ein Beispiel einer massiven Angriffswelle gegen Buchhandlungen, andere linke Raeume und gezielte Attacken gegen Antifaschist_innen. Ende Dezember wurde ein junge Frau* in Klagenfurt/Celovec von zwei Rassisten verpruegelt und schwer verletzt, weil sie Zivil-Courage gezeigt und deren rassistische Poebeleien widersprochen hatte Link: https://www.vice.com/alps/article/in-klagenfurt-soll-eine-16-jahrige-von-zwei-rechten-verprugelt-worden-sein. Die Reaktion der Polizei war symptomatisch fuer deren Umgang mit rechter Gewalt: Erst die zweite von ihr aufgesuchte Dienststelle nahm ueberhaupt die Anzeige der jungen Frau an. Die Behoerden Teil des Problems Immer wieder zeigt sich, dass von Behoerden bei Angriffen Rechtsextremer wenig Unterstuetzung zu erwarten ist. Ein mit Fotos dokumentierter Angriff von mit Teleskopschlagstoecken und Guerteln bewaffneten Kader der „Identitaeren Bewegung“ auf Antifaschist_innen fuehrte zu einer Verfahrenseinstellung. Link: http://derstandard.at/2000029269290/Nach-Identitaeren-Demo-in-Graz-Ueberfall-auf-Gegendemonstranten

Neonazistische Hooligans, die eine Gewerkschaftsveranstaltung im EKH gestuermt und angegriffen hatten, wurden ueberwiegend nicht belangt – mehr noch, letztlich wurden Angegriffene im Zuge eines haarstraeubenden Verfahrens verurteilt. Einige der Angreifer wiederum wurden spaeter als „Securities“ auf Demonstrationen der „Identitaeren“ eingesetzt. Link: http://www.stopptdierechten.at/2015/04/21/urteil-zu-neonazi-uberfall-auf-ekh/

Zuspitzung autoritaerer Verhaeltnisse

Diese Angriffe und Attacken sind Einschuechterungsversuche. Sie sollen Angst schueren und ihren politischen Gegner_innen das Gefuehl der staendigen Bedrohung vermitteln. Sie sind eine logische Folge des autoritaeren gesellschaftlichen Klimas. In den letzten Jahren haben die Aktivitaeten von neofaschistischen und anderen rechtsextremen Gruppen wieder massiv zugenommen. Die Akteur_innen sind selbstbewusster geworden und fuehlen sich in einer zunehmend menschenfeindlichen Gesellschaft sicherer und bestaerkt. (Neo-)Faschistische Ideologien haben Rueckenwind und das aeussert sich nicht „nur“ in Online-Hetze, Kampf- und Kriegsrhetorik in tagespolitischen Auseinandersetzungen. Immer mehr Rechtsextreme und Neonazis nehmen „den Kampf fuers Abendland“ in die eigene Hand und schreiten zur Tat. Bei all der notwendigen Auseinandersetzung mit Angriffen auf die eigene Infrastruktur wollen wir Folgendes festhalten:

Wir sehen diese Attacken in einem groesseren Kontext. Wenn rassistische Hetze zur Tagesordnung gehoert, Brandanschlaege auf Unterkuenfte von Gefluechteten immer haeufiger und faschistische Kontinuitaeten zum „Grundkonsens“ einer Gesellschaft werden, fuehlen wir uns in der Notwendigkeit unserer Arbeit bestaetigt. Wir halten es daher fuer unerlaesslich, den Blick auf die herrschenden Zustaende zu richten und sich gegen die rassistische und faschistische Normalisierung zu stellen. Der Kulturverein w23 versucht hierzu seit nunmehr 10 Jahren seinen Teil beizutragen. In den Raeumlichkeiten finden regelmaessig Diskussionsveranstaltungen, Filmabende, Lesungen, Workshops und vieles mehr statt, ausserdem gibt es die „Bibliothek von unten“ und das „Archiv der sozialen Bewegungen“. Die w23 ist ein selbstverwalteter Raum mit (queer)-feministischem Selbstverstaendnis und bietet Platz fuer linke, emanzipatorische Projekte. Fuer sexistisches, LGBTIQ*- feindliches, rassistisches und antisemitisches Verhalten hingegen ist kein Platz. Wir lassen uns von der aktuellen Angriffswelle nicht einschuechtern und laden alle solidarischen Menschen herzlich ein, sich zu beteiligen.

Quelle: Wipplinger23.org
auf Twitter: https://twitter.com/wipplinger23

Chronologie der Angriffe auf die w23
Eine (unvollstaendige) Chronologie der systematischen Angriffe auf den Kulturverein w23: 19./20. September 2016 „Kunstblut“-Farbattacke (stinkende Fluessigkeit mit Farbe) es wurde die Nachricht „oesterreich blutet auch durch eure Schuld“ hinterlassen. Sowie Aufkleber von „Unwiderstehlich oesterreich“, einer rechtsextremen Gruppierung aus Wien. Im Oktober folgten dann Angriffe nach dem gleichen Schema auf den „Zahraa Muslim Lifestyle Shop“ in Meidling und die „Anarchistische Buchhandlung“ in Rudolfsheim-Fuenfhaus. 26./27. November 2016 Schwerer Eisenrollbalken im Eingangsbereich zerstoert – es wurde mit massivem Kraftaufwand versucht sich Zutritt zu verschaffen und ein Sachschaden von mehreren tausend Euro Schaden verursacht. Es wurden einschlaegige Aufkleber hinterlassen. 11./12. Dezember 2016 Schloesser von allen Rollbalken verklebt. 19./20. Dezember 2016 Buttersaeure Angriff auf den Eingangsbereich 29./30. Dezember 2016 versucht sich ueber zwei Rollbalken Zutritt zu verschaffen und dabei wieder erheblichen Sachschaden verursacht 1./2. Januar 2017 Schloesser von allen Rollbalken verklebt Quelle: http://www.wipplinger23.org/2017/01/chronologie-der-angriffe-auf-die-w23.html

3 Kommentare leave one →
  1. Commandantes - Arbeiter von Wien permalink
    6. Januar 2017 08:35

  2. „Revolutionären Internationalistischen Organisation“ (RIO) --- TROTZKY VERSUS MAO --- Jugendwiderstand (MLM) --- Hammer&Sickle Is The Sign permalink
    8. Januar 2017 20:24

    „Revolutionären Internationalistischen Organisation“ (RIO) — TROTZKY VERSUS MAO — Jugendwiderstand (MLM) — Hammer&Sickle Is The Sign

    ————————————–REALSATIRE—PUR——————————————-

    Erneuter Überfall auf Linke in Neukölln

    In der Silvesternacht gab es einen gewaltsamen Überfall auf Linke in Berlin-Neukölln. Attacken auf linke Räume und Personen häufen sich in dem Viertel im letzten Monat. Dieses Mal kam der Angriff aber nicht aus Nazistrukturen, sondern von der maoistischen Gruppe “Jugendwiderstand”.

    Erneuter Überfall auf Linke in Neukölln

    Kurz nach Mitternacht stießen etwa ein Dutzend Mitglieder und Freund*innen der „Revolutionären Internationalistischen Organisation“ (RIO) in einer Seitenstraße in der Nähe des S-Bahnhofs Neukölln auf den Jahreswechsel an, als sie von einer Gruppe männlicher Mitglieder des Jugendwiderstand angegriffen wurden. Darunter befand sich unter anderem der Rapper Taktikka. Mehrere Mitglieder von RIO wurden mit Schlägen ins Gesicht und in den Magen attackiert, einer erlitt dadurch eine blutige Verletzung im Gesicht. Lilly Freytag, Aktivistin bei RIO, beschreibt die Situation:

    „Wir ließen Raketen steigen und tauschten uns über Vorsätze für das neue Jahr aus. Einige Mitglieder des Jugendwiderstand liefen an uns vorbei und erkannten uns. Dabei fielen schon sexistische Sprüche wie ‚Trotzkistenfotze‘. Nachdem sie sich entfernt hatten, kamen kurze Zeit später etwa zehn von ihnen, teils vermummt, zurück. Sie beschimpften uns als ‚Hurensöhne‘, riefen ‚Das ist unser Viertel‘ und fingen an, auf uns einzuschlagen. Einige Nachbar*innen, jahrzehntelange proletarische Neuköllner*innen, kamen uns zur Hilfe und fragten, ob es sich um einen Naziüberfall handelte.“

    Rassistische Schmierereien, Brandanschläge auf linke Lokale und Angriffe auf Aktivist*innen und Migrant*innen werden auch in Neukölln und Kreuzberg immer häufiger. Immer wieder besetzen massive Polizeiaufgebote den Kiez, wie bei Zwangsräumungen und Demonstrationen. Wladek Flakin, ebenfalls Mitglied von RIO und freier Journalist, meint: „Sie sprechen von ‚ihrem Viertel‘, obwohl sie auch erst vor ein paar Jahren aus dem Berliner Speckgürtel hierher gezogen sind. Anstatt es nun gegen Naziattacken und Polizeirepression zu verteidigen, sieht der Jugendwiderstand die Gegner*innen offenbar in anderen linken Aktivist*innen und ‚zugezogenen Hipstern‘. Von rechtsextremen Übergriffen ist das kaum zu unterscheiden.“

    Die Revolutionäre Internationalistische Organisation verurteilt diesen Angriff aufs Schärfste und ruft alle linken und gewerkschaftlichen Organisationen, Kiezinitiativen und Einzelaktivist*innen dazu auf, sich zu solidarisieren und sich vom Jugendwiderstand zu distanzieren. „Gruppen, deren Politik darin besteht, in Zeiten wachsender rechter Gewalt und staatlicher Aufrüstung andere Linke physisch anzugreifen, können nicht als Linke oder gar Kommunist*innen bezeichnet werden“, so Flakin.

    2 thoughts on “Erneuter Überfall auf Linke in Neukölln”

    A. sagt 1. Januar 2017 um 20:11 Ich fand den Jugendwiderstand schon immer scheiße.

    Alex sagt 2. Januar 2017 um 10:54 der Jugendwiderstand das sind keine Linke! es sind verräter!

    https://www.klassegegenklasse.org/erneuter-ueberfall-auf-linke-in-neukoelln

    —————————————-VERSUS—————————————————–

    Zum Artikel „Erneuter Überfall auf Linke in Neukölln“

    Zunächst einmal wünschen wir allen Genossen, Sympathisanten und Freunden ein kämpferisches und rotes Neues Jahr 2017! Wir versprechen, dass wir hart dafür arbeiten werden, es zu einem erfolgreichen Jahr für die Entwicklung der revolutionären Bewegung in unserem Land zu machen und dafür zu sorgen, dass unsere Reihen in diesem Jahr noch weiter anwachsen werden.

    Die Gruppe RIO hat auf ihrer Website „KlassegegenKlasse“ am 1. Januar einen Artikel gegen unsere Organisation veröffentlicht, zu dem wir hier eine kurze Gegendarstellung verfassen.

    Es sei gesagt, dass wir als Organisation die Linie haben, die Klasse nicht anzulügen. Das bedeutet zum Beispiel, bis auf sicherheitsrelevante Aspekte, unsere Absichten nicht zu verbergen, Sachverhalte so darzustellen, wie sie auch wirklich waren, konsequent zu unserer Ideologie und unseren Aktionen zu stehen, bis hin zu gängigen vermeintlichen Kleinigkeiten, wie Teilnehmerzahlen nicht zu verfälschen. Das kann man leider von „KlassegegenKlasse“ nicht behaupten – was allerdings durchaus ihrer ideologischen Tradition des Trotzkismus entspricht. Ihr Artikel ist ein offenkundiger Ausdruck davon und neben seinem denunziatorischen Glossencharakter in erster Linie eine bewusste Fehldarstellung eines Vorkommnisses, das keine wichtige oder geplante “Aktion“ unser Organisation darstellt.

    Die uns von unseren Sympathisanten zugetragenen Berichte zu dem Vorkommnis – denen wir uneingeschränkt vertrauen – zeichnen ein anderes Bild als der reißerische Artikel: Kurz nach Mitternacht liefen ein paar unserer Sympathisanten an der im Artikel erwähnten in Neukölln veranstalteten Silvesterfeier von RIO vorbei. RIO stellt das folgendermaßen dar: „Einige Mitglieder des Jugendwiderstand liefen an uns vorbei und erkannten uns. Dabei fielen schon sexistische Sprüche wie ‚Trotzkistenfotze‘.“

    Im Gegenteil grüßten sich sogar Einzelne der beiden Menschengruppen. Richtig ist, dass natürlich die Gruppe RIO erkannt wurde. Und vor allem wurde auch ihr Anführer “Wladek Flakin“ (damit gibt es in “guter“ sozialdemokratischer Tradition einen offenen Umgang bei ihnen) – ein paradiesvogelartiger amerikanischer Trotzkist – erkannt. Dieser tut sich seit geraumer Zeit dadurch hervor, dass er im Internet penetrant antikommunistische Lügen über den Maoismus verbreitet (laut ihm steht dieser nämlich in erster Linie für: Unterstützung für reaktionäre Putsche, Stärkung der Bundeswehr, atomare Bewaffnung der BRD, Hass auf Homosexuelle) und denunziatorischen Quatsch über unsere Organisation, ihre klassenspezifische Zusammensetzung und vermeintliche Mitglieder, inklusive des Outings vermeintlicher „Kader“ betreibt und damit, wie schon seine Organisation mit ihrem spalterischen Artikel zu der von uns organisierten Demonstration am 1. Mai, die Schwächung unserer Struktur im Sinn hat. Also entschlossen sich unsere Sympathisanten Wladek Flakin eine längst überfällige Ansage bezüglich seines Onlineverhaltens zu erteilen. Im Proletariat nichts Ungewöhnliches. Nicht „zehn vermummte Schläger“ gegen „etwa ein Dutzend Feiernde“, wie der Artikel suggeriert, sondern einfach 8 Sympathisanten einer revolutionären Jugendorganisation, die dem Hetzer Flakin in seinem Pulk von etwa 20 Feiernden eine klare Ansage machten: „Laber im Internet keine Scheiße Trotzkist, sowas hat im echten Leben Konsequenzen!“. Nicht mehr, nicht weniger.

    Das Ganze lief natürlich offensiv ab, unsere Sympathisanten waren wütend, und es war davon auszugehen, dass einige seiner alkoholisierten „Freunde und Genossen“ – da in fast dreifacher Überzahl – vielleicht der Mut packen und sie sich grade machen würden. Generell unterscheiden wir aber auch bei trotzkistischen Organisationen immer zwischen Basis und Führung. Wir denken es gibt auch bei ihnen ein paar ehrliche Herzen, die subjektiv für die richtigen Sachen streiten wollen. Demzufolge galt die Ansage unserer Sympathisanten auch primär Flakin und es war nicht das Ziel, die anderen Feiernden im gleichen Maße anzugehen, als wären sie unsere Todfeinde. Das hätte auch ganz anders ausgesehen.

    Besonders erbärmlich ist darüber hinaus, wie Leute, die regelmäßig behaupten, wir würden Frauen dadurch, dass wir nicht „gendern“ „unsichtbar machen“, das tatsächlich auf aggressive Weise in unserem Fall tun, durch dreiste Behauptungen, wie „[von] einer Gruppe männlicher Mitglieder des Jugendwiderstand angegriffen wurden“ und „Die gesamte Gruppe Jugendwiderstand war daran beteiligt. Es sind ja nicht mehr als zehn Jungs.“ (unfassbar dummer Facebook-Kommentar von KlassegegenKlasse) – in dem Wissen, dass an jeder Aktion des Jugendwiderstand natürlich auch Genossinnen gleichberechtigt beteiligt sind und eben auch bei der Ansage an Flakin Frauen mit vorne waren!

    Noch krasser ist die Denunziation von vermeintlichen Mitgliedern und ihrer Herkunft, während ihnen gleichzeitig nach bürgerlichem Recht Straftaten unterstellt werden. Das ist direkte Arbeit für den Klassenfeind, jedoch durchaus typisch – nicht nur für den Trotzkismus an sich, sondern ganz konkret für eine Gruppe, die darauf beharrt, Aktivisten anderer Organisationen, die damit ein berechtigtes Problem haben, auf ihren Fotos unverpixelt abzubilden und alles andere als „Abenteurertum“ darzustellen. Eine alte Weisheit besagt: Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant. Und genau diese Leute wundern sich dann ernsthaft über Konsequenzen?

    Auf die erbärmliche rhetorische Finte, eine Ansage an die politische Kunstfigur „Wladek Flakin“ und seine Struktur, mit den faschistischen Angriffen der letzten Zeit, bei denen teilweise versucht wurde bewohnte Häuser in Brand zu setzen, gleichzustellen, werden wir nicht groß eingehen. Es sei gesagt, dass wir unseren Beitrag leisten, den Widerstand gegen die Faschistenschweine in Neukölln zu organisieren – auch wenn wir ihre Angriffe hier im Viertel in erster Linie als Ausdruck ihrer politisch-organisatorischen Schwäche einschätzen, nehmen wir ihren Terror gegen die Bewohner sehr ernst.

    Auch Flakins „Gruppen, deren Politik darin besteht, in Zeiten wachsender rechter Gewalt und staatlicher Aufrüstung andere Linke physisch anzugreifen, können nicht als Linke oder gar Kommunist*innen bezeichnet werden“ ist nichts als liberaler Unsinn. Erstens gab es keinen „Angriff“ in diesem Sinne, zweitens besteht unsere Politik, wie jeder des Lesens fähige Mensch anhand unserer Homepage leicht nachvollziehen kann, nicht daraus und drittens, sollte man nur Mitglieder echter, Kommunistischer Parteien, die auf Grundlage des Marxismus bereit sind ihr Leben für Revolution, Partei, Volk und Klasse zu geben, Kommunisten nennen, sonst sagt dieser Begriff gar nichts mehr aus. Wir bevorzugen darüber hinaus „Revolutionäre“, „Antiimperialisten“ oder ähnliches, da „Linke“ sich auf einen parlamentarischen Rahmen bezieht, der für die Kommunisten und Revolutionäre seit den Analysen der KPCh zum Parlamentarismus in den 70er Jahren keine Relevanz mehr hat und heutzutage sich diametral gegenüberstehende Weltanschauungen zu etwas zusammenfasst, was objektiv keine gemeinsame Basis hat.

    Unser Verhältnis zum Trotzkismus ist klar. Wir schätzen ihn als eine zutiefst revisionistische, sozialdemokratische Abweichung ein, was bedeutet, dass jede seiner Anwendungen in der Praxis früher oder später eine konterrevolutionäre Rolle einnehmen wird – was sich historisch bisher immer wieder bestätigt hat. Wir sind demensprechend davon überzeugt, dass man ihn ideologisch und politisch bekämpfen muss (nicht aktuell physisch!), auch wenn das momentan definitiv keine prioritäre Aufgabe darstellt.

    Und nun buhlt RIO in der Opferrolle, in der sich Trotzkisten schon immer – spätestens aber seit dem Ableben ihres „großen Meisters“, sehr wohl fühlen – um die Solidarität „der Linken“. „Solidarisieren“ werden sich jetzt – wie von RIO gefordert – so einige, auch ein paar korrekte Leute die ihre Lügen fressen und falsche Maßstäbe ansetzen, in erster Linie aber liberale Antifas und Antideutsche, für die KlassegegenKlasse ansonsten das größte Antisemitenblatt ist, in ihrem antikommunistischen Wahn vereint. Erstere werden wir durch unsere Arbeit eines Besseren lehren, letztere sind uns herzlich egal und werden – ebenso, wie die Denunzianten – irgendwann ihre Quittung bekommen.

    Jugendwiderstand (MLM)
    http://jugendwiderstand.blogspot.de/2017/01/zum-artikel-erneuter-uberfall-auf-linke.html#more

  3. Anonymous permalink
    10. Januar 2017 10:49

    wieso wird solchen schwachmatengruppen überhaupt platz gegeben? ich denk an kronstadt und an millionen verreckter chinesen dank maos kulturrevolution. diese gruppen
    sind erklärte feinde sämtlicher anarchistischer bewegungen.

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