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Dortmund: Unangemeldete Anti-Knast Kundgebung

3. Januar 2017

Das dritte Jahr in Folge, versammelten sich an Silvester wieder Menschen vor der JVA Dortmund um den Inhaftierten, den Vergessenen, einen guten Rutsch in das neue Jahr zu wünschen. Bei der Dortmunder JVA ist im Gegensatz zu den meisten anderen Knästen, die als Isolationsbau konzipiert sind, ein direkter Kontakt zu den Gefangenen möglich. Es besteht nicht nur die Möglichkeit sich gegenseitig zu verstehen, in einige Zellen gibt es sogar direkte Einsicht. In den letzten beiden Jahren gab es einige positive Reaktionen auf die Kundgebung. Diese Jahr wurden diese von einem offensichtlich rechten Gefangenen mit Nazimusik und Parolen übertönt.

An die, die jetzt wieder schreien „da habt ihr`s mit eurer Utopie von einer Gesellschaft ohne Knäste, einem Nazi frohes neues Wünschen..“. Was verändern ein paar Nazis in den Knästen daran, dass eine Gesellschaft ohne Herrschaft nur eine Gesellschaft sein kann, welche ohne Strafe und Knast auskommen muss? Es gibt keine einfachen Antworten auf die Knastgesellschaft, es gibt keine einfachen Antworten darauf wie mensch Faschismus effektiv bekämpfen kann. Sicher ist nur das der Knast kein effektives Werkzeug in der Bekämpfung des Faschismus ist. Wieviele Nazis kommen gefestigt aus dem Knast raus? Speziell in Dortmund wo mit Sven Kalin dem Mörder von Thomas Schulz der Knast mit dazu geführt hat das Kalin zum Märtyrer der Rechten werden konnte, gilt es andere Antworten auf die Knast frage zu finden, neue Wege zu denken. Ein sehr realer praktischer Weg ist die Gefangenengewerkschaft welche seit einiger Zeit Aufbauarbeit in den Knästen betreibt, um den Gefangenen endlich eine Stimme zu geben. Unterstützt die Gefangenengewerkschaft, schreibt Briefe, macht auf sie Aufmerksam und organisiert euch in ihr!

Aufgrund der kürze der Mobilisierung viel die Kundgebung ein bisschen kleiner als die letzten Jahre aus. Das machten wir mit großer Lautstärke durch das zahlreiche Feuerwerk wett. Dieses Jahr gab es auch zahlreiche Pyros wodurch die Gefangenen besser unser Tranzparent lesen und uns sehen konnten. Außerdem wurden 2 Redebeiträge an die Gefangenen vorgelesen.

Wie die Jahre zuvor verlief die unangemeldete Kundgebung ohne jede Störung durch Bullen, verpassten sie uns letztes Jahr nur relativ knapp, so haben wir sie diesesmal noch nicht einmal am Horizont sehen können.

Wir denken das die Silvester Kundgebungen welche auf der ganzen Welt stattfinden, eine schöne anarchistische Tradtion sind. Sie sind ein kleiner Funken der Solidarität mit den Menschen die den Klauen der Herrschaft unmittelbar ausgeliefert sind.

Einen guten Rutsch an alle Eingesperrten, warme Grüße an alle kämpfenden und anarchistischen Gefangenen – für eine Gesellschaft ohne Knäste!

Einige Anarchist*innen und Antifaschist*innen

Quelle: Anarchistische Gruppe Dortmund

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