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Schwuler syrischer Flüchtling in Istanbul geköpft

5. August 2016

proxyBekannte des Toten sprechen von gestiegener Gefahr für queere Personen. Menschenrechtsorganisationen bieten kaum Schutz.

Unbekannte haben laut türkischen Medienberichten einen schwulen, syrischen Flüchtling in Istanbul geköpft. Die verstümmelte Leiche soll am 25. Juli im Bezirk Yenikapi entdeckt worden sein. Zwei Tage zuvor habe Muhammed Wisam Sankari seine Wohnung in einem muslimisch geprägten Stadtteil verlassen. Von Behörden war bisher keine offizielle Bestätigung zu erhalten. Auch Festnahmen hätte es noch keine gegeben, berichten Bekannte des Toten. Wisam soll sich seit einem Jahr in der Türkei aufgehalten haben.

Ein Mitbewohner des Syrers erklärte gegenüber dem türkischen LGBT-Magazin »KaosGL«, dass Wisam bereits in der Vergangenheit Opfer von Übergriffen geworden sei. Eine Gruppe von Männern hätte ihn vor Monaten entführt und in einem Wald sexuell missbraucht. »Wir beschwerten uns bei der Polizei, doch nichts passierte«, sagte der Mitbewohner. Queere Freunde von Wisam beklagten gegenüber dem Magazin weiter, dass mittlerweile selbst das bisher relativ progressive Istanbul nicht mehr sicher sei. »Es ist egal, ob du Syrer oder Türke bist, wenn du hier schwul bist, wirst du angegriffen«, so eine Bekannte. »Sie wollen Sex und wenn du nicht mitmachst, wird es gefährlich.«

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) bevorzugt zwar laut eigenen Angaben LGBT-Flüchtlinge bei der Ausreise in Drittstaaten, aber der Bearbeitungsprozess würde im Durchschnitt bis zu zwei Jahre dauern. Auch die türkische »Vereinigung zur Solidarität mit Asylsuchenden und Migranten« (ASAM) hat sich den Schutz von sexuellen Minderheiten auf die Fahnen geschrieben, kann jedoch laut Betroffenen kaum etwas ausrichten. »Asam und die UN machen nichts für uns«, sagte der Mitbewohner von Wisam. »Wir können uns nur selber verteidigen.«

Erst im Juni hatte Griechenland einen schwulen syrischen Flüchtling an die Türkei ausgeliefert. Seine Erklärung, er würde von Anhängern des Islamischen Staates bedroht, wäre nicht glaubwürdig, sagten die Richter. In Istanbul hätte er darüber hinaus für zwei Jahre ohne Probleme gelebt. Bei der Türkei würde es sich demnach offensichtlich um ein »sicheres Herkunftsland« handeln. »KaosGL« registrierte jedoch alleine im vergangenen Jahr fünf Morde und 32 Angriffe, die als »Hassverbrechen« gegen Angehörige sexueller Minderheiten gerichtet waren. Auch der Bundestagsabgeordnete Volker Beck der Grünen warnte auf Twitter: »Die Türkei ist kein sicherer Hafen für LGBT-Flüchtlinge aus Syrien.«

Quelle: Neues Deutschland

2 Kommentare leave one →
  1. Flatmates of gay Syrian refugee beheaded in Turkey fear they will be next permalink
    7. August 2016 15:07

    Three friends of Wisam Sankari, who was killed in a homophobic attack in Istanbul last week, say they have received death threats
    Source: https://www.theguardian.com/world/2016/aug/07/flatmates-of-gay-syrian-refugee-beheaded-in-turkey-fear-they-will-be-next?utm_term=Autofeed&CMP=twt_b-gdnnews#link_time=1470569274

  2. Kurdistan Von einem, der auszog, um gegen den IS zu kämpfen permalink
    8. August 2016 12:58

    uisburg. Ein junger Linksradikaler aus dem Ruhrgebiet zieht mit seinen Freunden an der Seite von syrischen Kurden in den Krieg. Eine Freundin stirbt. Ein Freund wird schwer verletzt. Seine Eltern bangen um ihn. Die NRZ erzählt seine Geschichte
    Quelle: https://www.derwesten.de/politik/von-einem-der-auszog-um-gegen-den-is-zu-kaempfen-id12049921.html?onepage=true

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