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Ver.di, BLG und Co sind dabei den DC- Bereich des GHB abzuwickeln

28. Mai 2016

leiharbeitDer GHB (Gesamthafen-betriebsverein, Anm. Syndikalismus) soll durch eine Anzahl wechselnder Leiharbeitsbuden ersetzt werden, die einen flexibel einsetzbaren Arbeiterpool bilden. Geplant ist, die Kollegen, die schon an die Leiharbeitsbuden weitergereicht wurden und die 450 Kollegen des GHB im DC, die folgen sollen, zu noch mieseren Arbeitsbedingungen und Löhnen beschäftigen zu können. Die Kosten für Ausbildung, Qualifizierung und Garantielohn, die bislang die einsetzenden Betriebe zu tragen hatten, sollen aus staatlicher Finanzierung kommen, den Sozialkassen aufgedrückt, bzw. eingespart werden. Ver.di versucht, genau wie 2009, alles ohne größere Unruhen und ohne Schaden für die ver.di über die Bühne zu bringen. Das gelingt ihnen hoffentlich nicht!

Mit Flexibilität hat das nichts zu tun.

Die Entscheidung der BLG u2877205_lnd der Hafeneinzelunternehmen sich vom GHB im DC Bereich zu trennen, ist schon vor längerer Zeit gefallen. Nur war die Umsetzung nicht ganz so einfach und brauchte Zeit. Es mussten neue „Dienstleistungs-Partner“ her, die mindestens genau so flexibel wie der GHB und am besten noch weitaus günstiger sind. Das hat die BLG in die Hand genommen. Auf kurzem Weg hat man dann die Zusammenarbeit mit dutzenden Zeitarbeitsfirmen aufgenommen. Darunter sehr dubiose Firmen.

Da man bei der BLG und den anderen Hafeneinzelunternehmen nicht auf die Qualifikation und langjährige Erfahrung der GHB-Arbeiter verzichten konnte, hat man schon 2010 damit angefangen, Arbeiter die sich im Betrieb bewährt haben, vom GHB weg an Zeitarbeitsfirmen zu vermitteln. In der Regel war es so, dass Kollegen auf zwei Jahre befristet beim GHB gearbeitet haben, nicht übernommen wurden und an den nächsten Dienstleister weiter gereicht wurden. So hat man den Mitarbeiter-Pool beim GHB in den letzten Jahren permanent verkleinert. Gleichzeitig haben sie sich einen neuen großen Pool geschaffen, für den man anders als beim GHB keine Verantwortung trägt.

Die GHB Kollegen wurden zielgerichtet an den Ansprüchen der BLG Logistics ausgebildet. Jede Qualifizierung, die nötig war, wurde eingeleitet und aus der Kasse des GHB bezahlt. Doch wenn der GHB zahlt, zahlen auch andere Hafeneinzelunternehmen, denn alle Mitgliedsfirmen müssen eine Umlage entrichten, um die Kosten für Qualifizierung,Verwaltung und Garantielohn usw. zu begleichen.. Das war bisher so. Braucht man heute neues Personal, lässt man es sich staatlich finanzieren. So hat sich die Bremen Hafenwirtschaft eine wichtige Einrichtung wie das Maritime Competenzcentrum geschaffen. Da gibt es beispielsweise Ausbildungsseminare als „Hanse Logistiker“ (Dauer 100 Tage) in denen Teilnehmer speziell für den Einsatz in den Unternehmen, wie z.B. der BLG, ausgebildet werden.

Der Gesamthafenbetriebsverein ist keine gewöhnliche Leiharbeitsfirma, sondern eine gemeinsame Einrichtung vom Unternehmensverband Bremische Häfen und der ver.di. Es gibt einen bestehenden Tarifvertrag, den die ver.di abgeschlossen hat. Lage Zeit war die ver.di in der extrem bequemen Position, neben der Firmenbeteiligung auch die Mehrheit des Betriebsrats zu stellen. Und konnte das flexibel halten, was aus Firmensicht noch nicht passend genug am Tarifvertrag war.

Der aktuelle Betriebsrat, der mehrheitlich nicht aus ver.di Mitgliedern besteht, tut das, was er tun kann, um wenigstens die Einhaltung des Tarifvertrags zu gewährleisten und wird in den Strukturen aus Vorschriften, Regelungen und Gesetzen langsam zerrieben. Die zweite Aufgabe des alten ver.di-Betriebsrats war zu helfen, den Deckel auf dem Unmut der Kollegen zu halten.

So heißt es auch im aktuellen Informationsflyer der ver.di:

„ver.di setzt sich nicht nur als Interessenvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sondern auch als Träger des GHB für die Zukunftsfähigkeit des GHB ein. „

Was das heißt kann sich jeder selbst ausmalen. Wer ins Jahr 2009 schaut, weiß wo es hingeht. Da gab es schon 1100 Änderungskündigungen und die Kollegen mussten einen massiven Lohnverlust hinnehmen. Auch da sagte die ver.di „Wir müssen auch an den GHB denken.“ Es wird argumentiert, dass der GHB wieder zu einem reinen Hafenbetrieb werden soll. Tatsächlich geht es um die Durchsetzung weiter verschlechterter Arbeitsbedingungen und Löhne und die Zerschlagung einer Struktur, die die Kosten für Qualifizierung,Verwaltung und Garantielohn für den flexibel einsetzbaren Arbeiterpool tatsächlich bei den Firmen auflaufen lässt.

Das Ende des GHB im Distributionsbereich ist nicht vom Himmel gefallen. Auf der Seite der Geschäftsführung hat man sich dazu Bernd Kamin Seggewies und auf Seiten der Gewerkschaft Christian Schadow aus Hamburg geholt. Bernd Kamin Seggewies war 1984 zum GHB Hamburg gekommen, ist dann 1987 ins Betriebsratsgremium gewählt worden und hat es von 2000 bis 2011 als Betriebsratsvorsitzender geführt. 2011/2012 ist er dann in die Geschäftsführung des GHB Hamburg (GHBG) gewechselt. Seit Oktober 2015 ist er Geschäftsführer beim GHB Bremen (GHBV). Christian Schadow hat seiner Zeit lange mit Bernd Kamin Seggewies im Betriebsratsgremium gearbeitet. Zur Zeit lässt er alle Betriebsrats und Gewerkschaftsämter auf Hamburger Seite ruhen und wird jetzt in Bremen eingesetzt um die Abwicklung des GHB´s möglichst ohne größere Unruhen und ohne Schaden für die ver.di über die Bühne zu bringen.

Kurz: Es ist an den Kollegen selbst dafür zu sorgen, dass die Abwicklung nicht, wie geplant, auf ihre Kosten läuft. Zu fordern ist, dass wenn sie den GHB entsorgen wollen, alle 450 Kollegen des Distributionsbereichs des GHB von der BLG unter Anrechnung der Beschäftigungsjahre übernommen werden.

Quelle: Bremen macht Feierabend

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