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Anarchistische Büchermesse in Bern (Schweiz – 6.-8. Mai)

19. April 2016

Programme_Seite-1Das Programm steht:

Freitag 6. Mai: gutes Bier, Bücher und Musik

18 – 23.30 Uhr: Büchermesse, Lese-Ecke und Bar

ab 19.30 Uhr: Einführungsveranstaltung

ab 20.30 Uhr: Lesungen

21.30 Uhr: Gypsy-Pop-Konzert (Cover-Versionen berühmter Popsongs)

Skandinavische Arbeiter*innenliteratur

Buchvorstellung und Lesung aus „Refuser de parvenir, idées et pratiques“ (CIRA Lausanne):

„Wir leben in einer Zeit, in der Erfolg zur Vorschrift geworden ist. Erfolgreich sein heisst, sich mit Leib und Seele dem Wettbewerb zu verschreiben, um höher hinaufzukommen als die anderen. Es gibt sie aber auch, die Menschen, die sich weigern, die Sprossen der Erfolgsleiter zu erklimmen und am Spiel der Macht teilzunehmen. Die Verweigerung des Erfolgs wurde und wird in der anarchistischen Bewegung breit praktiziert und diskutiert – seit Michail Bakunin, Élisée Reclus und Emma Goldmann, unter den revolutionären Syndikalist*innen und bis in den heutigen Kämpfen. Diese Textsammlung mit Beiträgen verschiedener Autor*innen, Gesprächen und bisher unveröffentlichten Übersetzungen beleuchtet verschiedene Aspekte dieses radikalen Prinzips des Widerstands.“

Samstag 7. Mai:

Büchermesse: 10 – 18 Uhr

Veranstaltungen:

Alle Veranstaltungen finden auf Deutsch, Französisch oder Englisch statt und werden übersetzt.

10.30 – 12.30 Uhr:

Schweden: Sans-Papiers und Arbeitskampf

mit Amalia Alvarez, SAC Schweden

In den letzten Jahren entstand in Schweden ein selbstorganisierter Arbeitskampf von bis zu tausend undokumentierten Arbeiter*innen. Amalia Alvarez berichtet über die Anfänge der Selbstorganisation, die kulturellen Differenzen in der Art, sich zu organisieren, die Tradition der direkten Aktion, die „Registro“ genannt wurde, über die gewonnenen Kämpfe, über den Internationalismus der Bewegung, über die Kriminalisierung der „Registro“-Methode durch die Presse, über die erfolgreichen direkten Aktionen, über den Rekrutierungsprozess, der dazu führte, dass sich über tausend Arbeiter*innen organisierten, über die Kriminalisierung der Bewegung durch die Presse und die anarchosyndikalistische SAC, über ihren Ausschluss aus der SAC und die Situation der undokumentierten Arbeiter*innen in Schweden nach diesem Ausschluss.

Aus dieser Erfahrung ist ein Comic (auf Schwedisch-Spanisch und Englisch) entstanden: „Cinco historias de mujeres indocumentadas“ (Fünf Geschichten von papierlosen Frauen) Wie wurde es verfasst? Wie kann eine Kampferfahrung in Buchform gefasst werden?

Buchpräsentation: Die schwedischen Ausschreitungen – Brandstiftungen mit Folgen

Nachdem ein portugiesischer Einwanderer von der schwedischen Polizei erschossen worden war, kam es am 19. Mai 2013 in Husby, einem armen Vorstadtquartier, wo viele Einwanderer leben, zu heftigen und lang andauernden Ausschreitungen. Diese Ausschreitungen breiteten sich in verschiedenen Quartieren aus, Hunderte von Autos brannten, Polizeiposten wurden koordiniert angegriffen und Forderungen nach tieferen Mieten an die Wände gesprayt. Diese Entwicklungen, welche von der europäischen Medienlandschaft grösstenteils ignoriert wurden, überraschen gerade in Hinblick auf den oft gepriesenen schwedischen Wohlfahrtsstaat. Zaschia Bouzarri ordnet in ihrem Essay diese Ereignisse historisch ein und erklärt ihre gesellschaftlichen Grundlagen.

13.00 – 15.00:

Anarchismus in Finnland: Die Märzrevolution von 1917

Helsinki, 1917. Die Februar-/Märzrevolution öffnet die Schleusen der Anarchie, welche die sozialistische Führung unbedingt geschlossen halten wollte. Es kommt zu Streiks und Unruhen, taxation populaire durch hungrige und wütende Mobs und direkten Aktionen ausserhalb von Parteien und Gewerkschaften. Verschiedene Akteure sind beteiligt, darunter ein „finnischer Tolstoi“ und sein alter Freund, ein deklassierter Anwalt und verrückter Anarchokommunist, die russischen anarchistischen Matrosen, die in Helsinki stationiert sind, und ein Bolschewik, der verzweifelt versucht, die Kontrolle und Ordnung zu bewahren.

Zusammenfassung (auf Englisch)

Dänemark: Ungdomshuset. Kampf um Freiraum

Ein Aktivist aus dem Umfeld des Kopenhagener Ungdomshuset (Jugendhaus) berichtet von den Kämpfen rund um das Projekt. In einem zweiten Teil wird er zusammen mit Aktivist_innen vom AkuT in Thun und euch über Freiräume und alternative/soziale Zentren diskutieren.

15.30 – 17.30:

Anarchafeminismus in Norwegen + Workshop: „Rhetorik für Aktivist*innen“

Erster Teil: Präsentation über den Anarchafeminismus in Norwegen mit einer kurzen Einführung in Norwegens Politiklandschaft und die aktuelle feministische/linksradikale Bewegung.

Zweiter Teil: Praktischer Workshop „Rhetoric for radicals“ (Rhetorik für Aktivist*innen): Öffentlich sprechen und politische Statements effizienter kommunizieren. Ein Workshop zu Kommunikation, Interviewtechniken und Stimmführung mit Inputs aus der feministischen Radioarbeit, den Kommunikationswissenschaften und aus Erfahrungen in verschiedenen Politzusammenhängen.

Finnland: Stop Fennovoima! – Protestcamp gegen das AKW von Fennovoima

Das Protestcamp entstand im April 2015, als Fennovoima und Rosatom die vorbereitenden Arbeiten für das AKW auf der Halbinsel Hanhikivi in Pyhäjoki begannen. Als der Kahlschlag und die Aufschüttungen anfingen, zogen die Aktivist*innen ein und folgte eine lange Kampagne des zivilen Ungehorsams. Im September wurde das ursprüngliche Camp geräumt und umgehend an einem anderen Ort ein neues gegründet.

Sonntag 8. Mai:

ab 11 Uhr: Veganer Brunch und Kubbturnier im Innenhof der Unitobler, Lerchenweg 32, Bern

Quelle und weitere Infos: Anarchistische Büchermesse

5 Kommentare leave one →
  1. Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam permalink
    19. April 2016 23:31

    Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam

    Hannah Arendt ist eine der einflussreichsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Doch was sagt ihr Werk jungen Leuten von heute, einer Generation, die sich jenseits nationaler oder kontinentaler Beschränkungen bewegt, und die Partei ergreift für ein „Denken ohne Geländer“ (Hannah Arendt) der Systeme, Ideologien und Wunschvorstellungen?

    In jüngster Zeit hat Hannah Arendts Werk eine neue Aktualität erhalten. Ihr Buch „Über die Revolution“ nimmt eine zentrale Bedeutung bei der politischen Debatte von Oppositionellen in den Ländern des Arabischen Frühlings ein; ihr Essay „Macht und Gewalt“ hilft bei der Betrachtung der Unrechtsregimes unserer Tage und ihr „Bericht von der Banalität des Bösen“, das vermutlich zu den meist zitierten Versuchen zählt, die Wurzeln und Abgründe des nationalsozialistischen Regimes in der Person von Adolf Eichmann zu erfassen, verweist auf unsere modernen Gesellschaften.

    Der Film spielt auf zwei Ebenen. Er porträtiert Hannah Arendt, ihre „Vita activa“, und zeichnet ihren exemplarischen Weg als deutsche Jüdin nach, die sich stets dem Ungehorsam verpflichtet fühlte. Geboren 1906 in Hannover, Studium bei den Philosophen Karl Jaspers und Martin Heidegger, mit dem sie eine Liebesbeziehung hatte, Flucht aus Nazi-Deutschland und Emigration in die USA, wo sie sich in der zionistischen Bewegung und der Erforschung und Deutung des Totalitarismus widmete. Hannah Arendt ging es vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Massenbewegung und dem totalitären Bewusstsein stets darum, den Menschen vor seiner Degradierung zum Konsumenten, „Automaten“ und reinen Bürokraten zu bewahren. Denn diese sind willenlose Wesen, die „leer“ sind und mit denen Ideologen alles machen können.

    Hannah Arendts politisches Denken blieb stets der Aktualität verbunden. Und so schlägt der Film immer wieder Brücken zu gegenwärtigen Entwicklungen und Brennpunkten nach Ägypten, in die Ukraine, nach Israel, Hongkong und Kanada. In der Begegnung mit jungen Menschen wird Hannah Arendts Denken nachgespürt. Die Dokumentation holt Hannah Arendt ins Heute und thematisiert ihre Relevanz für politisches Handeln unserer Tage.

  2. Remembering 1916 together - Anarchist perspectives from DABF 2026 permalink
    20. April 2016 02:41

    Remembering 1916 together – Anarchist perspectives from DABF 2026

    Almost a century ago, an armed insurrection took place in Ireland to end British rule and to establish an independent Irish Republic. The 1916 Rising was soon accompanied by major popular revolts against World War One across Europe and later emulated by anti-colonial movements across the Global South.

    When it comes to remembering the 1916 Rising, why do conservative politicians and historians want to convince us that it would have been better for us if Pearse and Connolly had stayed at home? Why did the state parade lots of military equipment and personnel down O’Connell Street to mark the centenary? Why did so many people turn out to watch it?

    This panel of the 2016 Dublin Anarchist Bookfair attempts to think through the meaning of 1916 for us today, and the politics at stake in how these events are remembered, forgotten, and mis-remembered.

    SPEAKERS
    Andrew is a member of Workers Solidarity Movement, currently based in Dublin. He will be making the case for a more critical assessment of the legacy of 1916 in terms of the sort of movement we should be building today

    Fionnghuala is a member of the Workers Solidarity Movement, currently based in Belfast. She will be taking a post colonial look at the celebrations and modern day ireland and where we find ourselves in the north.

    Donal is a local Dublin historian and activist. He is one of the founders of the award-winning blog on Dublin life and culture, ‘Come Here To Me’. He will be looking at the revisionist nature of centenary, the reinvention of World War One as some kind of wonderful thing and the cult of Redmond.

    This panel is part of the 11th Dublin Anarchist Bookfair running over the weekend of Apr 15 & 16th. See http://www.wsm.ie/bookfair for more details

  3. Veganer am Spieß permalink
    23. April 2016 13:22

    „Skanidnavische Arbeiter_*’+#Innenliteratur“ hört sich nur noch nach Satire an – wer soll das ernstnehmen, diesen PC-Abschaum?
    Naja, wie dem auch sei – ernst nehmen sollte man das VG Wort Urteil in Deutschland – welche deutschen Verlage sind in Bern und wie begegnen sie dem Problem dort, wo man unter Genossen *’*´ß`“xyz Innen dazu Öffentlichkeit schaffen könnte?

  4. Erste Wiener anarchistische Büchermesse permalink
    24. April 2016 10:29

    Dienstag | 19.04 2016

    20:00 Uhr: Demokratie oder Freiheit? Was ist der Unterschied zwischen Demokratie und Anarchie
    Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien | Lerchenfelderstrasse 124–126 | 1080 Wien (Hof 3)
    Freitag | 22.04.2016

    17:00 Uhr: Exkursion: Zentralfriedhof
    Treffpunkt: 17:00 Uhr | Endstation U3 Simmering – Ausgang Simmeringer Hauptstrasse
    20:00 Uhr: Abendprogramm im EKH | Wielandgasse 2–4 | 1010 Wien
    Samstag | 23.04.2016

    Hörsaal M20 | Akademie der Bildenden Künste | Schillerplatz 3 | 1010 Wien
    11:00–12:00 Uhr: Ein (A)mateur-Projekt für (A)mateur GenossInnen (oder Graphik-Designer)
    12:00–13:00 Uhr: Anti-Repressionsarbeit in Österreich
    13:00–14:00 Uhr: Der Krieg der Partisanen: Milovan Djilas
    14:00–15:00 Uhr: Anarchistische Solidarität und Anti-Kriegs Initiativen in Ex-Jugoslawien
    15:00–16:00 Uhr: Anarchistische Propaganda in Serbien
    16:00–18:00 Uhr: Anarchic Harmony – Filmscreening
    18:00–19:00 Uhr: Lieder des Widerstands
    19:00–19:30 Uhr: Live: Alte anarchistische italienische Lieder

    Hörsaal M13 | Akademie der Bildenden Künste | Schillerplatz 3 | 1010 Wien
    12:00–13:00 Uhr: Das Eigentum und die Wohnungsfrage, eine halbe Buchpräsentation
    13:00–14:00 Uhr: Revolutionäre Theorie und historische Zyklen
    14:00–15:00 Uhr: Die Abenteuer von A(lpha) im Grossstadtjungle von Athen
    15:00–16:00 Uhr: Die Besetzung Libertatia in Thessaloniki und Updates zur sozio-politischen
    Situation in Griechenland
    16:00–17:00 Uhr: Anarchismus in Exarchia von den 1980ern bis heute
    17:00–18:00 Uhr: Diskussion mit Anarhija / Blok 45
    18:00–19:00 Uhr: Antifa in London
    Sonntag | 24.04.2016

    Hörsaal M20 | Akademie der Bildenden Künste | Schillerplatz 3 | 1010 Wien
    12:00–13:00 Uhr: Anarchistisches Sommercamp 2016
    13:00–14:00 Uhr: Erste Hilfe bei Demonstrationen
    14:00–15:00 Uhr: Anarchismus in der Ukraine
    15:00–16:00 Uhr: Geschichte und Gegenwart der anarchistischen Bewegung in Polen, Vortrag und Kurzfilme
    16:00–17:00 Uhr: Broschürenpresentation: Leo Rothziegel und Alfred Saueracker/Alfred Parker

    Hörsaal M13 | Akademie der Bildenden Künste | Schillerplatz 3 | 1010 Wien
    12:00–13:00 Uhr: Ungefragte Arbeitskräfte
    13:00–14:00 Uhr: Weltarbeiterklasse – Überblick und Ausblick
    14:00–15:00 Uhr: Autogestion: Kommunismus als Praxis. Ein politischer Vorschlag für das 21. Jahrhundert
    15:00–17:00 Uhr: Nû Jîn – Filmscreening

    mehr…hier… (ich wünscht ich wär in Wien!)

    https://www.buechermesse.at/

  5. buenaventura durruti - > de la révolte à la révolution permalink
    25. April 2016 03:44

    buenaventura durruti – > de la révolte à la révolution

    https://archive.org/download/BuenaventuraDurruti-DeLaRvolteLaRvolution/Nemo__buenaventura_durruti__deLaRvolteLaRvolution.pdf

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