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Wer bezahlt für die katholische Hasspredigt?

30. März 2016
Hielt eine Hasspredigt und wird davon aus Steurgeldern bezahlt. Algermissen aus Fulda.

Hielt eine Hasspredigt und wird davon aus Steuergeldern bezahlt. Algermissen aus Fulda.

Nach volksverhetzender Osteransprache: Vertreter des Humanistischen Verbandes üben scharfe Kritik am Fuldaer Bischof Algermissen.

Auch katholische Bischöfe haben kein Mandat zur Volksverhetzung. Daran hat der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD), Frieder Otto Wolf, am Dienstag in Berlin nach Äußerungen des Diözesanbischofs Heinz Josef Algermissen erinnert. Algermissen hatte am vergangenen Sonntag in einer Rede vor knapp eintausend Zuhörern im Fuldaer Dom behauptet, Menschen ohne christlichen Glauben würden ein „großes Sicherheitsrisiko für die Mitwelt“ darstellen.

Wörtlich sagte der Bischof: „Der Mensch ohne Ostern lebt unter der gnadenlosen Devise: Was Du bis zu deinem Tod nicht erreicht hast, das hast Du für immer verloren; was Du bis zur Stunde deines Sterbens nicht erjagt hast, das wirst Du nie mehr einholen; was Du hier auf Erden nicht zu Ende bringst, das verendet im wahrsten Wortsinn. Der Mensch ohne Ostern wird darum zu einem großen Sicherheitsrisiko für die Mitwelt, denn seine innere Hektik, diese ausgesprochene oder unausgesprochene Daseinsangst lassen ihn dann auch im Letzten blindwütig zuschlagen und alles zerstören.“ Algermissen sagte außerdem, Menschen ohne Osterglauben würden „über Leichen“ gehen. Vergleichbare Äußerungen hatte der Fuldaer Bischof bereits im April 2007 von sich gegeben.

Die Ausführungen von Algermissen bezeichnete Frieder Otto Wolf als „eine katholische Hasspredigt, die nicht nur jeglicher empirischen Grundlage entbehrt und die den großen Teil der Bevölkerung ohne christliches Bekenntnis sowohl im Gebiet der Diözese wie in ganz Deutschland diffamiert. Mit seiner Rede hat Herr Algermissen Einblicke in ein erschreckend undifferenziertes und wirklichkeitsfremdes Bild von den Lebensweisen und Werteorientierungen der großen Zahl nichtreligiöser wie andersgläubiger Menschen in unserem Land geboten. Die aus diesem erneut zutage getretenen Bild abgeleiteten Auffassungen sind in keiner Weise dazu geeignet, Beiträge zum gesellschaftlichen Frieden zu leisten“, so Wolf.

Florian Zimmermann, Mitglied des HVD-Bundespräsidiums und Vorsitzender des Humanistischen Verbandes in Hessen bezeichnete die Ausführungen des Bischofs als „auch deshalb unzumutbar, da Herr Algermissen sein Einkommen direkt aus dem Landeshaushalt bezieht und somit ebenfalls von konfessionsfreien Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern finanziert wird.“

Die Äußerungen bieten daher einen dringenden Anlass für die Wiederholung der Frage, warum nichtreligiöse und andersgläubige Menschen für die Besoldung von Kirchenvertretern aufkommen müssen, „die wie ranghohe Staatsbeamte bezahlt werden, während sie in ihrer Tätigkeit keiner demokratischen Kontrolle unterliegen, von Diskriminierungsverboten ausgenommen sind und nach Belieben Hetzreden gegen Teile der Bevölkerung abhalten“, so Zimmermann.

Quelle: PM Humanistischer Verband 29.03.16

5 Kommentare leave one →
  1. l'unica chiesa che illumina é una chiesa che arde permalink
    31. März 2016 00:08

    the only church that illuminates is a burning church…

  2. Crystal Meth fürs Volk permalink
    31. März 2016 17:10

    Crystal Meth fürs Volk

  3. Crystal Meth fürs Volk (Teil 2) permalink
    2. April 2016 01:21

    Crystal Meth fürs Volk

    Norman Ohler weiß, welche Drogen im »Dritten Reich« genommen wurden

    Drogen sind Modeerscheinungen. Was nahm man im »Dritten Reich«? Diese Frage wurde erstaunlicherweise bisher kaum beachtet, obwohl bereits im Kaiserreich die Firmen Merck und Boehringer zu Weltmarktführern im Handel mit Kokain und Morphium aufgestiegen waren.

    »Machtwechsel heißt Substanzenwechsel«, formuliert Norman Ohler in seinem Buch Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich schmissig. Tatsächlich setzte mit der »Machtergreifung« 1933 eine öffentliche Wende der Drogenpolitik und härteste Restriktion ein. Offiziell waren dem »deutschen Volkskörper« Drogen als »Einbruchstellen internationaler Lebensideale« und »jüdischer Infektion« verboten. Das Reichsgesundheitsamt postulierte eine »Pflicht zur Gesundheit«. »›Verführungsgifte‹ hatten in einem System, in dem allein der Führer verführen sollte, keinen Platz mehr«, schreibt Ohler.

    Stimulanz Antidrogenpolitik und antisemitische Hetze gingen ineinander über: Dem politisch korrekten, sozial erwünschten Umgang mit dem eigenen »germanisch-deutschen« Körper, der als »Träger des ewigen Erbgutes« »dem Volk gehört«, wurde die »marxistisch-jüdische« Auffassung »Dein Körper gehört dir« entgegengestellt. So wurden »rassefremde Rauschmittel« im NS-Staat verdammt.

    Zugleich erlebte, wie Ohler zeigt, bald anderes ganz neue Konjunktur: synthetische Stimulanzien, allen voran das Methamphetamin, das 1937 entwickelt unter dem Markennamen Pervitin auf den Markt kam und per Werbekampagne propagiert wurde. Dem Zeitgeist entsprechend als »Stimulanz für Psyche und Kreislauf«, eine anti-resignative Selbstbewusstseinspille, die »gegen Miesmacher und Nörgler« Aufgewecktheit und Lebensfreude versprach – eine leistungssteigernde Modedroge, die dem hochtourigen Selbstbild der NS-Leistungsgesellschaft entsprach.

    Ohler schreibt: »Ob es Sekretärinnen waren, die damit schneller tippten, Schauspieler, die sich vor der Vorstellung auffrischten, Schriftsteller, die die Stimulanz des Methamphetamins für klare Nächte am Schreibtisch nutzten, oder Arbeiter an den Fließbändern der großen Fabriken, die aufgeputscht ihren Ausstoß vergrößerten – Pervitin verbreitete sich in allen Schichten. … ›Deutschland, erwache!‹, hatten die Nazis gefordert. Methamphetamin sorgte dafür, dass das Land wach blieb.« Die Pointe: Pervitin ist substanzgleich mit dem heute illegal produzierten Crystal Meth – einem der gefährlichsten Rauschgifte der Gegenwart.

    Ohler ist kein Fachhistoriker und kann auf rund 300 sehr süffig geschriebenen Seiten nicht alles leisten. Er suggeriert das auch nicht. Alkohol, Tabak und sacht Aufputschendes wie Kaffee werden völlig ausgeblendet, auch die Kapitel zur Vorgeschichte kann man getrost überspringen.

    pervitin Massenhaft wurde Pervitin im Krieg eingesetzt. Die Wehrmacht hatte das Mittel noch vor Kriegsbeginn umfangreich getestet. Allein 35 Millionen der Wachmacher-Pillen wurden dann vor dem Westfeldzug 1940 verteilt. »Blitzkrieg ist Metamphetaminkrieg«, formuliert Ohler etwas zu süffig, denn so wenig bekannt diese Fakten sind, hätte man hinzufügen können, dass auch die Truppen der Gegner keineswegs drogenfrei in den Kampf geschickt wurden. Auf die Euphorie folgte der Burn-out, die Dosen wurden gesteigert, und bis zum Ende blieb der Konsum von Stimulanzien die Regel in der deutschen Armee.

    Der zweite Schwerpunkt von Ohlers Streifzug betrifft die Drogengeschichte der NS-Führungsspitze. Neben Seitenblicken auf andere führende Nazis steht Adolf Hitler ganz im Zentrum. Dessen Propagandabild als entsagender Abstinenzler, der nicht einmal Kaffee trinkt, hat nie gestimmt. Bereits Mitte der 30er-Jahre bekam Hitler von seinem »Leibarzt«, dem Berliner Prominentendoktor Theodor Morell, regelmäßige, mit Aufputschmitteln versetzte Vitaminspritzen. Bald kamen härtere Medikamente hinzu.

    junkie Aus Hunderten kryptisch zusammengekritzelten Notizen Morells, in denen immer nur von »Patient A« die Rede ist und Substanzen oft als »X« kodiert werden, rekonstruiert Ohler die Drogenkarriere Hitlers. Der Konsum nahm ab Ende 1941, der »Winterkrise« im Ostfeldzug, die mit dem Kriegseintritt der USA zusammenfiel, gravierend zu. Hitler wurde zum Junkie. Auf klassische Dopingmittel wie Steroide folgte das Opioid Eukodal, ein, so Ohler, »Cousin des Heroins«.

    Ohler versucht so, die »Bunkermentalität« Hitlers zu erklären, die zunehmenden Scheinwelten, in die dieser sich zurückzog und die ihn für seine Untergebenen unansprechbar machten. Auch in der schlimmsten Frontkrise fühlte sich der Führer dank Drogen gut. An der Verantwortlichkeit für seine monströsen Taten und seiner Schuld, auch das macht Ohler klar, ändert dies alles nichts.

    Ohlers sehr gut lesbares Buch, bewusst aus »unkonventioneller, verzerrter« Perspektive (Ohler) geschrieben, wirft Licht auf einen bisher übersehenen Aspekt des Nationalsozialismus. Der Band besticht nicht durch eine neue Sicht, sondern durch viele, nicht nur anekdotisch bemerkenswerte Details.

    Norman Ohler: »Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich«. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015, 368 S., 19,99 €

    http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/23530

  4. Höhere Wesen sind auch keine Erlösung ~ Irrationalität & Kapitalismus permalink
    2. April 2016 16:21

    PRÄDIKAT: Besonders wertvoll

    —————

    Höhere Wesen sind auch keine Erlösung ~ Irrationalität & Kapitalismus

    1. Vortrag (12 min)
    „Was verbindet eine treue Kirchgängerin, eine esoterische Schamanin und einen missionarischen Salafisten?
    Sie verbindet der Glaube daran, dass das Walten höherer Mächte einen entscheidenden Einfluss auf ihr Wohl und Wehe hat. Die einen wollen sich den guten Geistern lustvoll unterwerfen, die anderen werfen sich heldenhaft angeblichen finsteren Mächten entgegen. Die einen beschreiben sich als religiös, die anderen als atheistisch. Die einen als unpolitisch, die anderen als hochpolitisch. Doch gemeinsam ist ihnen der Hang zu einfachen Antworten auf komplizierte Fragen und dazu das wohlige Gefühl, zur Gemeinschaft der Erleuchteten zu gehören und dazu kommt noch eine ausgeprägte Kritikresistenz. Doch wo sich Demut statt Vernunft durchsetzem, Wut statt Kritik und Glaubenwollen statt Wissenwollen, da machen sich auch Denkfaulheit, Regression und Irrationalität breit. Die Sehnsucht nach einfachen Antworten ist immer auch die Suche nach einfachen Lösungen. Und damit die Suche nach starken Führungspersönlichkeiten, von denen man sich Halt und Orientierung verspricht. Über diese diversen Spielarten der Irrationalität und was sie mit dem System desKapitalismus in Vermittlung stehen, darüber haben wir mit dem Gewerkschafter und Publizisten Lothar Galow-Bergemann gesprochen.“ (Text, Quelle & MP3: http://www.freie-radios.net/72180 )

    ——

    2. Vortrag (80 min)
    „WAS VERBINDET so unterschiedliche Leute wie die treue Kirchgängerin, den selbstbewussten Kämpfer gegen gierige Bankster und Heuschrecken, die esoterisch angehauchte Bioladendauerkundin, den missionarischen Salafisten, die reinkarnationsgläubige Waldorflehrerin, den sonnwendfeiernden Neonazi, die eifrige Streiterin wider die Weltverschwörung der Bilderberg-Konferenz, den homophoben Rastafarian, die aus ihrem Krafttier Energie schöpfende Schamanin, den spirituelle Erlösung suchenden Insassen einer Yoga-Lebensgemeinschaft, den ein Hirtenwort zum Jahr des Glaubens verkündenden Bischof und die an die Wirksamkeit einer Verdünnung von 1:10²³ glaubende entschiedene Gegnerin der Manipulation durch die Pharmaindustrie?

    ES IST DER GLAUBE an das Walten höherer Mächte, denen sie entscheidenden Einfluss auf unser Wohl und Wehe unterstellen. Zwar halten sie die einen für das Gute an sich und die anderen für das Böse schlechthin. Und wo sich die einen den guten Geistern lustvoll unter-werfen, werfen sich die anderen heldenhaft den finsteren Mächten entgegen. Die einen predigen Sanftmut und die andern kochen vor Wut. Die einen beschreiben sich als religiös, die anderen als atheistisch, die einen als unpolitisch, die anderen als hochpolitisch, die einen als rechts, die anderen als links. Doch gemeinsam sind ihnen der Hang zu einfachen Antworten auf komplizierte Fragen, das wohlige Gefühl, zur Gemeinschaft der Erleuchteten zu gehören und eine ausgeprägte Kritikresistenz.

    GUTE ZEITEN für einfach zu verstehende Botschaften, die scheinbar Antwort und Sicherheit geben, sind Zeiten, in denen sich der krisenhafte Zustand der Welt herumgesprochen hat und Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen. Doch wo sich Demut statt Vernunft, Wut statt Kritik und Glaubenwollen statt Wissenwollen durchsetzen, machen sich Denkfaulheit, Regression und Irrationalität breit. Die Sehnsucht nach einfachen Antworten ist immer auch die nach einfachen Lösungen. Und die nach starken Führungspersönlichkeiten, von denen man sich Halt und Orientierung verspricht.

    Was muss emanzipatorische Kritik leisten, die sich weder mit der kapitalistischen Krise noch mit ihrer regressiven Verarbeitung in den Köpfen abfinden will und die am Ideal einer Gesellschaft freier Menschen in freien Vereinbarungen festhält?“ (Text, MP3 & Quelle: http://emafrie.de/audio-hoehere-wesen… | Gekürzte MP3: http://www.freie-radios.net/68085 )

  5. Der Herrgott scheißt auf den größten Haufen Die Kirchen erhalten 2016 Rekordsumme von 510 Millionen Euro permalink
    22. April 2016 16:22

    Patrick Spät 21.04.2016
    Die Kirchen erhalten 2016 eine Rekordsumme von 510 Millionen Euro an verfassungswidrigen Staatsleistungen – CDU, CSU und SPD sträuben sich im Bundestag trotzdem gegen eine Abschaffung

    Alle Jahre wieder feiert man Ostern und die Auferstehung eines Wanderpredigers namens Jesus. Alle Jahre wieder darf man an diesen Tagen nicht tanzen. Immerhin, das Tanzverbot an den Osterfeiertagen gibt’s für umme. Teurer sind da schon die Millionen, die jährlich in den Klingelbeutel der Kirchen fließen: Alle Jahre wieder erhalten die katholische und die evangelische Kirche ihre sogenannten „Staatsleistungen“.

    Quelle: Telepolis / Heise – http://www.heise.de/tp/artikel/48/48001/1.html

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