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Anarcho-Syndikalistischer Tag 2015 in Bremen, Bericht

26. November 2015

as-tag

Zusammen mit der Anarcho-Syndikalistischen Gruppe Hamburg veranstaltete das Institut für Syndikalismusforschung am Samstag, den 21. November 2015 einen „Anarcho-Syndikalistischen Tag“. Ab 15.00 Uhr fanden sich im „Resonanz“, dem Veranstaltungslokal Freunde und Interessierte ein, um drei Vorträgen zuzuhören, nämlich Martin Veith: „Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens“, Marcel Faust: „Anarcho-Syndikalismus und Wissenschaft“, sowie Folkert Mohrhof: „Kollektivbetriebe. Arbeiterselbstverwaltung als libertär-sozialistisches Gegenmodell zur kapitalistischen Profitwirtschaft. Erfahrungen und praktische Tipps.“ Das Lokal in der Hohentorsheerstraße 24 wurde freundlicherweise vom Bremer Erwerbslosenverband (BEV) zur Verfügung gestellt und die Gäste mit Büchertischen und Knabbersachen empfangen.

Die längste Diskussion besorgte der Beitrag zu „Anarcho-Syndikalismus und Wissenschaft“, der die Möglichkeiten von Forschungen von unten mit seinen unmittelbar praktischen Bezügen erörterte. Aus dem Publikum kamen interessante Hinweise auf ähnliche Initiativen aus der jüngeren Geschichte, beispielsweise über die Wirkung selbstorganisierter Wissenschaft im Bereich der Atomkraft oder im Gesundheitswesen. Ein Verbund von Forschungsinitiativen könne die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen weit über die Geisteswissenschaften hinaus einander näher bringen zum praktischen Nutzen für die Tätigkeit und Vernetzung der freiheitlich-emanzipatorischen Bewegung bis hin zum Ideal einer „Anarcho-Syndikalistischen Universität“.

Die Praxis und insbesondere die Schwierigkeiten basisdemokratischen Arbeitens stellte Folkert Mohrhof vor anhand von Kollektivbetrieben in der Kaffeebranche. Untermauert wurde dieser Vortrag durch ein profundes Wissen über das Genossenschaftswesen und –recht. Seine Kritik und die Problemfelder sind ein Meilenstein für die Orientierung künftiger selbstorganisierter Betriebe ohne Chef. Was ist zu beachten, wenn man es künftig besser machen möchte? Eine analytische Ausarbeitung der komplexen Thematik in schriftlicher Form für die Öffentlichkeit ist sehr wünschenswert.

Gekonnt stark war auch der Vortrag von Martin Veith über die Geschichte der Arbeiterbewegung in Rumänien, worauf wir an anderer Stelle bereits ausführlich eingingen. Hier reicht der Hinweis auf das Buch „Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens“. Ein Teil des Publikums lies den Abend im Nachtleben der Bremer Neustadt ausklingen. Es hat Spaß gemacht mit euch, insbesondere die spannenden Diskussionen und Anmerkungen in konstruktiver und sachlicher Atmosphäre.

Diese Initiative eines Anarcho-Syndikalistischen Tages möchten wir im nächsten Jahr gerne fortführen.

Euer Institut für Syndikalismusforschung

Quelle: Rundschreiben

4 Kommentare leave one →
  1. 28. November 2015 11:53

    Es gibt hoffentlich in Bälde die Audiomitschnitte dieser
    hochinteressante Vorträge auf Youtube ………………….

  2. Cuenta conmigo, cuenta con CNT permalink
    5. Dezember 2015 11:42

    https://es-la.facebook.com/cntait

    ——————–
    https://www.facebook.com/ContraInfos-266701480042673/

    ——–
    https://www.facebook.com/Soliobrera/

    ——

  3. So Leute wie ich - Maike Rosa Vogel permalink
    7. Dezember 2015 20:24

    Maike Rosa Vogel: So Leute wie ich

    Ich bin für 7 Euro 50 arbeiten gegangen
    Und kam nach Hause und nahm meine Tochter in den Arm
    Und mein Freund gab mir die Klinke in die Hand
    Und ist so schnell wie er konnte zum Bus gerannt
    Und hat die Nacht durchgesungen
    Um die Miete heimzubringen
    Aber krankenversichert waren wir trotzdem nicht
    Und haben deshalb Hartz vier gekriegt

    Und alle schimpfen auf so Leute wie mich
    Und ich frag mich warum ich schuld daran bin
    Dass Menschen arbeiten gehen
    Und nicht genug haben zum Leben
    Dass Menschen Kinder großziehen
    Mit denen sie nie in den Urlaub fliegen
    Und wenn ich von uns erzähle
    Und von allen, die ich kenne,
    Sagt man schnell, sie meinen nicht dich
    Sie meinen die Penner
    Die nur nehmen nehmen nehmen nehmen nehmen
    Und niemals etwas geben
    Aber solche Leute kenne ich nicht
    Das sind alles so Leute
    alles so Leute wie ich

    Quelle: Maike Rosa Vogel via YouTube

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