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Was hab’ ich denn da falsch verstanden?

3. November 2015

babylohnVer.di streikt seit Wochen beim Kino Babylohn … und der FAU-BR-Vorsitzender ist „solidarisch“? Weil alle seine Ex-Genossen zu ver.di übergelaufen sind? Wo ist H²O ? Die FAU Berlin schweigt still wie der Wannsee …

Babylon Kino in Berlin-Mitte Nazi-Symbole waren Hilferuf des Geschäftsführers

Der Konflikt um das Babylon-Kino schwelt seit Jahren. Der Geschäftsführer spricht von Psychoterror und erklärt die Nazi-Symbolik vor seinem Kino.

Davidsterne prangen an den Glastüren des Kinos Babylon in Mitte. Darüber steht: „Boykott! Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht im Babylon.“ Angebracht hat das der Geschäftsführer des Kinos selbst, Timothy Grossmann. „Das ist mein Hilferuf “, sagt er tags darauf. Mit seiner Assistentin Barbara Löblein sitzt er auf grünen Polsterstühlen vor den Kinosälen. Die beiden sehen müde aus. Seit Sommer wird das Babylon von Verdi-Mitgliedern bestreikt, die eine Lohnerhöhung fordern. Was wie ein gewöhnlicher Tarifkonflikt scheint, ist kompliziert. Die Situation im Haus sei nicht mehr zu ertragen gewesen, sagt Grossmann über seine Aktion.

Hausinterne Konflikte schon seit 2009

Mit der Situation meint er den hausinternen Konflikt mit einer Gruppe von Mitarbeitern. 2009 begannen diese, damals noch Mitglied der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft FAU Berlin, das Babylon zu bestreiken.

Grossmann zog die Legitimität der Gruppe als Gewerkschaft in Zweifel, was später durch das Arbeitsgericht bestätigt wurde. Seitdem hegten die Mitarbeiter einen Groll gegen ihn, glaubt Grossmann. Ein zweiter Vorfall betrifft einen jetzt beurlaubten Filmvorführer. Im Laufe mehrerer Jahre hatte er Plakate des jüdischen Klezmer-Sängers Mark Aizikovich verunstaltet. Ihm Vampirzähne gemalt und den Kopf ausgekratzt. Heraus kam dies nach einer Überwachung der Räume durch das LKA. Eine antisemitische Geste, auch in Richtung des jüdischen Geschäftsführers, ist dieser sich sicher. Vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, warum Grossmann seine eigenen Scheiben beschmierte. Er sagt: „Die Davidsterne an der Tür sind für mich fast wie eine Schutzmauer.“

Interne Konflikte Verdi nicht bekannt

Den Streik versteht er als Teil einer Diffamierungskampagne. Als er letzte Woche aus dem Urlaub kam, hingen Verdi-Poster in seinem Wohnhaus: „Damit auch jeder Nachbar sehen kann, was für ein Ausbeuter ich bin.“ Verdi-Fachbereichsleiter Medien, Andreas Köhn sagte, er könne sich nicht vorstellen, dass dies tatsächlich der Fall gewesen sein. „Ich weiß auch nichts zu internen Konflikten“, so Köhn. Die Streikenden riefen Grossmanns Angaben zufolge in den letzten Wochen auch gezielt Veranstalter an und brachten diese dazu, Veranstaltungen im Kino abzusagen. Köhn machte deutlich, dass Verdi zu keinen Zeitpunkt Kontakt zu Veranstalter aufgenommen habe. Laut Grossmann waren die Anrufer Mitglieder des Betriebsrats. „Es geht ihnen darum, unsere Arbeit hier zu zerstören“, sagt er. Die Gruppe von Mitarbeitern, die nun in Verdi-Westen vor der Tür steht, benütze die Gewerkschaft, sagt Grossmann. „Das ist Psychoterror“, sagt er. „Mit normalem Streik hat das nichts mehr zu tun“. Seine Assistentin wirkt angeschlagen, spricht von „Zermürbungsstrategie“: „Wir würden uns gerne endlich wieder auf unsere eigentliche Arbeit, nämlich das Programm, konzentrieren“, sagt sie.

Thees Uhlmann sagt Lesung ab

Das Babylon erhält auch Zuwendungen des Senats, 320.000 Euro waren es in diesem Jahr, 360.000 Euro sollen es ab 2016 sein. Aber wenn der Boykott weitergeht, Besucher und Veranstalter wegbleiben, dann sieht die Zukunft des Babylon düster aus. Am Donnerstag kündigte Thees Uhlmann an, seine noch am selben Abend stattfindende Lesung, aus dem Babylon in das Columbia Theater zu verlegen. Er schreibt aus seiner Webseite: „Wie es sich für mich darstellt, hat der Betreiber des Babylon sein Kino mit Symbolen und Sätzen aus dem Nazi-Regime beschmiert, um auf einen innerbetrieblichen Konflikt aufmerksam zu machen. Machen wir es einfach und kurz: wer Symbole und Sprüche aus der dunklesten Zeit Deutschlands und der ganzen Welt dazu nutzt, um auf seinen eigenen Kram aufmerksam zu machen, bei dem spiele, lese, rede ich nicht.“ Doch es gibt auch eine Reihe prominenter Unterstützer, darunter Volker Schlöndorff. Dieser schreibt: „Die Streitigkeiten eines Vorführers mit der Geschäftsführung gehen uns nichts an, seinen Aufruf zum Boykott, mit rassistischen Untertönen, sollten wir ignorieren. Und jetzt: Film ab!“

Quelle: Tagesspiegel.de

Besitzer sprüht Davidsterne an Fenster – NS-Symbolik an Berliner Kino Babylon

Der Tarifstreit im Berliner Kino Babylon scheint zu eskalieren. Der Besitzer des Kinos hat am Mittwoch sein Haus mit Symbolen behängt, die an die Nazi-Zeit erinnern. Er wollte damit gegen einen Boykott-Aufruf seiner Mitarbeiter protestieren. Die kämpfen seit Längerem für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen.

Der Inhaber des Kinos Babylon in Berlin-Mitte hat sein Lichtspielhaus selbst mit Symbolen behängt, die an die Nazi-Zeit erinnern. Eine Sprecherin des Kinos sagte am Mittwoch auf Anfrage, der jüdische Besitzer wolle sich mit einer „Kunstaktion“ gegen eine Diffamierungskampagne von Mitarbeitern zur Wehr setzen. An dem Theater gibt es seit Monaten einen Tarifstreit zwischen Inhaber und Angestellten. Die streikenden Mitarbeiter hatten laut Sprecherin zum Boykott des Kinos aufgerufen.

Besitzer spricht von Kampagne gegen ihn

Der Besitzer sieht laut Sprecherin sich persönlich als Ziel der Kampagne und hängte ein Transparent an die Fassade mit der Aufschrift: „Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht im Babylon!“. Die Türen des Kinos besprühte er mit weißen Davidsternen. Die Mitarbeiter-Gewerkschaft Ver.di erklärte, die Aktion rücke den Streik in die Nähe von nationalsozialistischen Umtrieben. „Verdi distanziert sich von derlei Aktionen“, teilte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Köhn mit. Die Gewerkschaft forderte Timothy Grossman als Eigentümer des Kinos auf, diese Aktion „unverzüglich einzustellen“. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts prüft nach Polizeiangaben, ob eine Straftat vorliegt.

Streit um Stundenlöhne der Fimvorführer

Nach Angaben von Verdi gab es für die Fimvorführer des Babylon seit fünf Jahren keine Entgelterhöhung mehr. Nach Angaben der Gewerkschaft bekommen sie 9,03 Euro Stundenlohn. Gleichzeitig aber seien Eintrittspreise und Besucherzahlen deutlich gestiegen. Verdi habe daher zu Ende 2014 den Tarifvertrag gekündigt, Gespräche mit der Geschäftsführung seien aber bisher ergebnislos verlaufen. Seit 23. Juli 2015 befinden sich laut Verdi die 15 Beschäftigten des Kinos im unbefristeten Streik.

Quelle: Radio Berlin-Brandenburg

Stand vom 07.10.2015

Quelle: Eingesandt

8 Kommentare leave one →
  1. Eigenthor permalink
    4. November 2015 11:08

    http://peter-nowak-journalist.de/2015/09/01/keine-babylohne-im-kino/

    Peter Nowak ging übrigens in seiner Buchvorstellung in Nürnberg während der 20. Linken Buchmesse am letzten Wochenende nicht auf den aktuellen Streik beim Babylöhner Kino ein. Das ist sehr aussagekräftig, bedenkt man, dass er selbst erklärte, „Mitglied der Basisgewerkschaft FAU“ zu sein …

  2. 4. November 2015 21:04

    • Prolet erklärt Studenten die Welt permalink
      7. November 2015 08:48

      Aua, das ist doch nicht lustig, sondern wirkt, wenn es als Reflex unter jedem FAU bezogenen Post kommt, eher wie ein Spleen von irgendwelchen Nerds.
      Wenn man auf was hinweisen will, was falsch läuft, dann muss die Art wie man das macht auch ein wenig eindrucksvoller sein, als das Auftreten derer, von denen man annimmt, dass sie falsch liegen. Im Fall der FAU stimmt das ja auch – es ist in meinen Augen keine Gewerkschaft, sondern ein Zusammenschluss labernder Studenten, die ihre Karriere nicht auf’s Spiel setzen würden, für ihre angeblich anarcho-syndikalistischen Ziele, die seit Jahrzehnten keine Neuerung erfahren haben.
      Aber man muss anders vorgehen, wenn man diesen Missstand ausmerzen will: Zum Beispiel müsste es eine Alternative geben, die dann die FAU letztendlich bekämpft und auslöscht, damit ihr nun mehr marxistischer und bürgerlicher Geist und besonders ihr „Ich hab soviel auf der Arbeit zu tun, da kann ich nicht noch gegen den Kapitalismus einstehen“-Getue endlich mal gebrandmarkt wird, als sozialpartnerschaftlich und staatsfreundlich.
      Die FAU muss einfach mal richtig angegriffen werden, damit denen da die Eier wieder anwachsen und sie aufwachen. Kalte Dusche, Backpfeife irgendsowas muss helfen, wenn alle Angebote in den Wind geschlagen werden.
      Auf der oben erwähnten Buchmesse habe ich gehört, wie ein „FAU-ist“, eher „FAU-war“ erzählte, dass den Mitglieder persönliches Wohlbehagen im SInne des kapitalistischen Konsums wichtiger geworden sei, als der Kampf genau dagegen und die Erziehung der Mitglieder. So wären nun nicht genug Mitglieder dazu erzogen worden, die Direkte Aktion weiterzuführen😉
      Diese würde bald eingehen.
      Eine A.s. Gewerkschaft ohne Überzeugte und Entschlossene A.S. (Heute bin ich vegan, morgen bin ich eine Frau, dann mal ein Mann usw.) kann halt nicht funktionieren.
      Es tut weh, das zu sagen, aber die FAU ist hinderlich geworden, weil nicht Kampf für die Sache im Leben der Mitglieder zählt, sondern linker Live Style und bürgerliche Karriere. Von den verbliebenen guten Leuten dort wird durch Nicht-heraus-werfen der Spreu signaisiert: Das ist voll ok😉
      Schlimm ist auch, dass die Arbeiterklasse von sich aus nicht in die Pötte kommt, sondern voll der sozialpartnerschaftlichen Doktrin auf den Leim gegangen ist. Hier werden immer wieder Angebote gemacht, aber es springt kein Funke über. Es wird in den ganzen Lagern nur gejammert, aber nichts unternommen.

      Es gibt so viele Probleme – sie müssen angegangen werden! Mit Leuten, denen der „chillige Nachmittag“ zum Saufen oder Kiffen wichtiger ist, als die Entwicklung eigener Fähigkeiten für den Klassenkampf braucht man keinen Kontakt mehr zu pflegen, denn diese Schöngeister beuten einen einfach nur aus. Sie verschwenden die eigene Zeit durch Gelaber und das Ausmalen riesenhafter Ziele auf ausgetretenen Wegen und das Schwelge in einer fantastischen Vorstellung der Vergangenheit und der Zukunft ohne Bewusstsein für’s jetzt.

      Ich bin antireligiös, weil ich die Freiheit und nicht das Dogma liebe, aber dieser Facebook-Spruch, der vom Dalai Lama kommen soll, ist Klasse, für die Gesamtsituation, die auch auf die unteren Klassen zutrifft:

      „Der Mensch. Er opfert seine Gesundheit, um Geld zu verdienen. Wenn er es hat, opfert er sein Geld, um seine Gesundheit zurückzuerlangen. Und er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die Gegenwart nicht genießt. Das Ergebnis ist, dass er weder die Gegenwart, noch die Zukunft lebt. Er lebt so, als ob er nie sterben würde und schließlich stirbt er, ohne jemals richtig gelebt zu haben.“

      Hier muss man auch die geistige Gesundheit mit einbeziehen, gerade bei den szene- und FAU-geschädigten, die sich irgendwo im links-beliebigen Chaos wiederfinden.
      An die richte ich den folgenden Tip: Wenn der Eigenanteil des Lebens zu klein wird (Widerstand, positives Produzieren, „Leben!“) dann würde ich mal den Teil einschränken, der jenem diametral gegenübersteht: Der Fremdeintrag von Oben, Lohnarbeit, Uni, usw. Es ist egal, was am Ende auf dem Papier steht, ob du Schulden hast oder ob du mal keine Krankenversicherung hast: Alles was zählt ist der im Eigenanteil deines Lebens errichtete soziale Netz, das dich auffängt. Wenn du dich auf den Staat verlässt, dann wirst du verlassen – auf eine FAU, der man nie den Vorzug vor der Lohnarbeit oder der Uni einräumte, kann man sich im Ernstfall nicht stützen – das ist eine schlechte FAU, die ihren Dienst versagen wird, weil DU selbst sie nicht geschult hast, dich selbst dazu nicht geschult hast, Solidarität zu leben.
      Und HALLO: DU bist in einer AS Gewerkschaft damit von dort Hilfe kommt, die dem Arschamt und der Lohnarbeit den Schrecken nehmen soll!!!! Also schwing deinen Arsch hoch, lass dieses politische Gelaber sein und HILF! deinem Genossen, auf dass er dir helfe. Du gehörst nicht zu deiner Arbeitsstelle, oder deiner UNI oder deiner veganen Bespaßungsgruppe oder dem Alk sondern du gehörst nur denen, die auch dir gehören – jene, von denen Solidarität erwidert wird: Hier sollte deine Energie reingesteckt werden!
      Entschlossenheit, das hinderliche Ausradieren aus deinem Leben, das ist was dir fehlt! Die AS Gewerkschaft kann dir helfen, wenn du sie befreist von den Wirren dieser Tage (schlechte Haltung der Mtgld.s.o.).

      Zunächst muss erkannt werden, dass die direkte, also unmittelbare Wirkung des Staates nicht eine abstrakte Autorität ist und was soll auch daran schlimm sein – Autorität ist ja nicht perse schlimm. Nein, es ist nicht an den A und AS „antiautoritäre“ fucking 68’Reflexe in ihre Seelenlandschaft einzubauen, sondern die folgende Erkenntnis:
      Der Staat ist deshalb schlimm, weil er die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Leut kaputt macht und diese Lücke auffüllt mit seinen Beamten, Priestern, Angestellten.
      Wenn also eine FAU existieren soll, dann muss man schnell auf Mails antowrten, nett zueinander sein, die scheiß Vorwürfe sein lassen, von „Sexismus“ bis „Antisemitismus“ und muss gut zueinander sein und sich gegenseitig helfen, denn NICHTS anderes ist der Kampf gegen das, was der Staat macht: Das Gefüge der Gesellschaft zersetzen! Also muss der AS das Gefüge und die Sicherheit, die die Zwischenmenschlichkeit gibt, wieder aufbauen.
      Das ist der erste Schritt.
      Zieht irgendein Arschloch ein vegan-antidies-prodas Ding durch und erzählt einen à la Politiker auf den Treffen, statt zu allererst zu fragen, wie geht’s dir Genosse, dann kann sich dieses linke Arschloch verpissen, dem die Politik wichtiger ist, als der Nebenmann / -frau. Auch wer zuspät kommt zeigt: Die Gemeinschaft ist mir weniger wert, als bspw. Arbeit, Politik, „Freundin“, „Freunde“.
      Ich bin nicht „gegen“ diese Dinge, aber sie müssen den richtigen Platz haben: „Freunde“ gibt es in einer Welt nicht, die gar nicht zu Freund-sein erzogen wurde. 99% deiner Beziehungen sind krank und unverlässlich, bau erstmal mit deinen kämpfenden Genossen richtige auf, dann kannst du andere Menschen zu Freunden therapieren. „Arbeit“ ist Ausbeutung, die muss man nicht irgendwelchen Maßnahmen dagegen vorziehen!
      „Politik“ ist nicht unwichtig, aber sie soll auch den richtigen Stellenwert gezeigt bekommen, auf ihren Platz unter Geselligkeit und gegenseitiger Hilfe verwiesen werden. Auch auf einen Platz unter Bildung: Es gibt doch immernoch „Genossen“, die ihre famose „Bildung“ nicht aus Büchern, sondern Flyern haben —- geht’s noch??? Linke Flyer sollen die Geistesgrundlage schaffen, um eine andere Welt aufzubauen??? Und von Heinrich Mann, Dürrenmatt oder den eigenen Autoren der Bewegung und der Geschichte noch nie gehört??? Nicht ernstzunehmen, sowas braucht nicht in deiner AS Gewerkschaft vor sich hin siechen.

      Ja und immer so weiter – Schlagt drauf, steht auf und nutzt die wenige Lebenszeit die ihr habt für das Gute untereinander und gegen die feindliche Umgebung des Kapitalismus!

      • Die Bildung als Widersacher des Geistes permalink
        8. November 2015 20:08

        Die Bildung als Widersacher des Geistes


        „Alle rufen nach Bildung. Nicht erst seit den studentischen Protesten, den diversen Pressekonferenzen und Universitätsversammlungen der Rektoren im Oktober kann man den Eindruck gewinnen, die Bildung in Österreich sei dabei, zum höchsten nationalen Heiligtum zu werden und selbst dem alpinen Schilauf den Platz streitig zu machen. Da das „bildungspolitische Bild tragisch und erschütternd“ sei, wie ein Rektor feststellt, sollte es, wie ein anderer sekundierte, „eine nationale Strategie geben“ wie für „Schifahrer auch“, um dieser Misere abzuhelfen. Schließlich sind Bildungsausgaben Zukunftsausgaben, die weiter reichen als bis zur nächsten Weltmeisterschaft.

        Aber auch die Studierenden bemängeln hauptsächlich, dass die momentane Bildungspolitik verkenne, wie groß der „gesellschaftliche Wert von Bildung“ sei, und fordern Bildung für alle und wollen gar der „Bildung an sich“ zu ihrem Recht verhelfen. Dieser bildungspolitische Amoklauf, in dem sich Lehrer, Forscher und Studenten der Sache nach weitgehend einig sind, zeugt von einer frappierenden Geschichtsvergessenheit. Bezeichnet doch der bei Goethe und Humboldt noch im Sinne emphatischer Individuation verstandene Begriff der Bildung in Deutschland spätestens seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert eine Reihe von Schandtaten. Insbesondere richtet er sich gegen den „Geist“, dessen Wurzellosigkeit, Flüchtigkeit, Insistenz und zersetzender

        Kraft mit der Bildung ein Prinzip intellektueller und sittlicher Bodenhaftung gegenübergestellt werden soll. Wie die Dichotomisierung von Bildung und Geist sich im deutschen Sprachraum historisch entwickelt hat, wie sie mit dem Kapitalverhältnis bzw. dessen falscher Aufhebung zusammenhängt, und weshalb die „Geisteswissenschaften“ heute völlig zurecht durch die „Kulturwissenschaften“ ersetzt werden, möchte der Vortrag in Rekurs auf die Verteidigung des Bildungsbegriffs bei Horkheimer und Adorno zu klären versuchen.

        Magnus Klaue lebt in Berlin, arbeitet für die Jungle World und ist Koautor des Bandes „Gegenaufklärung. Der poststrukturalistische Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft“, der demnächst im ça ira-Verlag erscheint.

        Eine Veranstaltung von Cafe Critique und der Basisgruppe Politikwissenschaft mit freundlicher Unterstützung der Basisgruppe/Studienvertretung Doktorat GEWI/HuS an der Universität Wien. “ (Quelle & Text: http://www.bagrupowi.at/docs/events/2… | MP3: http://www.bagrupowi.at/upload/magnus… | Alternativ auch hier: https://audioarchiv.wordpress.com/201…)

  3. Icke permalink
    7. November 2015 13:48

    Wenn man dies liest, kann man verstehen, warum die FAU Berlin schweigt …
    Solange keine offizielle Gegendarstellung erfolgt …

    http://www.jungewelt.de/2015/10-09/009.php

    • Ert permalink
      8. November 2015 12:38

      Wenn man den Jungle World Text liest, wundert man sich umsonst, warum die antideutsche, völkisch-rassistische Jungle World annimmt, es gäbe keine Juden, die sich schlecht anderen Menschen gegenüber verhalten könnten… Also diesen Müll muss man wahrhaftig nicht weitertragen.
      Auch die Argumentation aus dem bürgerlichen Gesetzbuch wider den Arbeitskampf finde ich schlecht – sie ist rein vom Standpunkt des Unternehmers und deshalb strukturell gegen die Angestellten gerichtet.
      Hehehe😉 außerdem hoffe ich, dass dieser Hipster-Schuppen bald seine Pforten schließt. Dann bleiben wieder mehr von denen zu Hause und man sieht davon weniger durch die Stadt rennen😉

  4. Geschäftsführer bietet Verhandlungen an – Streik wird ausgesetzt permalink
    13. Dezember 2015 14:12

    Babylon Geschäftsführer bietet Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen an:

    Streik wird deshalb ab Montag, 14. Dezember 2015, ausgesetzt

    Per Mail vom 8. Dezember 2015 hat der Geschäftsführer der Neuen Babylon GmbH, Timothy Grossman, einen Terminvorschlag für Verhandlungen am Montag, dem 14. Dezember 2015 angeboten. Timothy Grossman will, so heißt es wörtlich in seinem Schreiben verhandeln „mit dem Ziel, eine abschließende Verständigung zu erreichen“.

    ver.di wird deswegen den seit 23. Juli 2015 laufenden Streik in der Nacht des kommenden Sonntags auf Montag ab null Uhr unterbrechen, um die Verhandlungen nicht unnötig zu belasten. „Wir hoffen, ein verhandelbares Angebot zu erhalten“, so Andreas Köhn, ver.di Verhandlungsführer. „Auch die Mitarbeiter sind an einem Tarifabschluss noch im Jahr 2015 interessiert, wenn die Konditionen stimmen“, so Köhn weiter.

    http://bb.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++0e6e16e2-9e5f-11e5-96c9-525400ed87ba

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