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Sinn sinniert: Sozialkahlschlag als Flüchtlingspolitik

7. Oktober 2015
Bürokrat Sinn. Ein Lautsprecher für die Interessen der Kapitalisten - gegen die interessen der Mehrheit der Bevölkerung.

Schreibtischtäter Sinn. Ein Lautsprecher für die Interessen der Kapitalisten – gegen die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung.

Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung will Mindestlohn abschaffen. Diesmal: für Flüchtlinge.

Hans-Werner Sinn, Chef des ifo Instituts für Wortschaftsforschung, will den Mindestlohn abschaffen. Diesmal: wegen der Flüchtlinge. Vor dessen Einführung hielt er noch die 900.000 Jobs hoch, die dadurch verloren gingen. Passierte nicht. Jetzt muss die Integration der Geflüchteten herhalten. Und ein bisschen soziale Spaltung tut der Wirtschaft ja immer gut.

»Wir sollten den Flüchtlingsstrom zum Anlass für eine neue Agenda 2010 nehmen.«, schlägt Sinn deshalb in der ZEIT online vor. Den Mindestlohn abschaffen, länger arbeiten und die Grenzen schließen. Das ist Sinns Wunschliste in Sachen Sozialkahlschlag, aka Flüchtlingspolitik.

Sinn zufolge sei die Integration der Flüchtlinge nur durch radikale Kürzungspolitik zu bewältigen. Im Sinn-Vokabular heißt das dann »Sozialreformen«. Nur durch die Abschaffung des Mindestlohns entstünden genug Arbeitsstellen für Flüchtlinge. Die Zuwanderung übe Druck auf die Löhne aus und dadurch würden die sozialen Unterschiede zunehmen. »Wenn die Zuwandernden keine Stellen kriegen, werden sie nicht integriert, und dann werden wir erhebliche Spannungen in der Gesellschaft bekommen«, sinnierte Sinn.

Um die Kosten der Flüchtlingsintegration stemmen zu können, sollen »die Deutschen« außerdem länger arbeiten. »Wir sollten lieber das Rentenalter heraufsetzen, um die Flüchtlinge zu ernähren«, schlägt er in der ZEIT vor.

Und nachdem dann die Flüchtlinge dafür hergehalten haben, die größte Welle der Sozialkürzungen in Deutschland seit zehn Jahren zu legitimieren, sollen sie nicht mehr kommen, findet Sinn. Um die Zuwanderung zu begrenzen, sollen nicht nur die Europäische Union ihre Außengrenzen schließen, sondern auch Deutschland seine Grenzen schützen. Denn eine Welt ohne Grenzen geht einfach nicht in Sinns Kopf. Das sei »eine Wildwestgesellschaft mit allem, was dazugehört.«

Was alles so dazugehört, das führt Sinn nicht aus. Es wird in den Köpfen der Brandstifter seine Runden drehen.

Quelle: Neues Deutschland

5 Kommentare leave one →
  1. Hans-Werner Sinn: „Rentenalter muss steigen, um Flüchtlinge zu ernähren“ permalink
    8. Oktober 2015 09:08

    Hans-Werner Sinn: „Rentenalter muss steigen, um Flüchtlinge zu ernähren“
    Die Deutschen sollen nach Meinung von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn länger arbeiten, um die Kosten der Flüchtlingsintegration stemmen zu können. Auch der Mindestlohn müsse abgeschafft werden….
    Nach Einschätzung von Sinn wird durch die Zuwanderung Druck auf die Löhne in Deutschland ausgeübt, wodurch die sozialen Unterschiede zunähmen…
    Quelle: Die Welt – http://www.welt.de/wirtschaft/article147318985/Rentenalter-muss-steigen-um-Fluechtlinge-zu-ernaehren.html

    Anmerkung WL http://www.nachdenkseiten.de/?p=27857#h07 : Anders als bei Grönemeyer http://www.nachdenkseiten.de/?p=27848
    , der den Besserverdienenden „etwas ans Geld“ gehen möchte, wird über Sinns Vorschläge keine „publizistische Hölle“ losbrechen. Dabei bereitet der mit seinen Vorschlägen den „Klassenkampf im Armenhaus“ vor und schürt den Kampf der Armen gegen die Ärmsten. Das ist die Lunte für sozialen Sprengstoff.

    —-
    Wie Flüchtlinge den Arbeitsmarkt verändern
    Die Zuwanderung von Flüchtlingen stellt den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem vor große Herausforderungen. Dennoch gehen Arbeitsmarktexperten davon aus, dass sich die Menschen im Land deshalb in aller Regel keine Sorgen um ihren Job machen müssen. Sollten unterm Strich in den Jahren 2015 und 2016 je eine Million Flüchtlinge kommen, ergäbe sich dadurch laut einem Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) eine zusätzliche Arbeitslosigkeit von 130 000 Personen. „Der Effekt auf die Arbeitslosigkeit ergibt sich im Wesentlichen durch die Arbeitslosigkeit der Flüchtlinge selbst…
    Flüchtlinge finden nach Angaben der Wissenschaftler am häufigsten Chancen im Hotel- und Gastgewerbe – einem Bereich, in dem bereits in den vergangenen Jahren viele Ausländer eingestellt wurden und in dem der Bedarf hoch ist. Auf Grundlage der heute verfügbaren Daten sei davon auszugehen, dass es bei der beruflichen Bildung der Flüchtlinge erheblichen Nachholbedarf gebe, erklärte Hauptmann…
    Aber sind beispielsweise die deutschen Hochschulen ausreichend darauf vorbereitet, dass bald zahlreiche Flüchtlinge ein Studium aufnehmen könnten?
    Bei einer Million Flüchtlingen warnte er, sei davon auszugehen, dass 250 000 im Alter von 18 bis 25 Jahren seien, sagte Zöllner. „Wenn davon nur ein Fünftel fähig und willens ist zu studieren, dann sind das 50 000 Studenten“…
    Quelle: Tobias Peter in der FR – http://www.fr-online.de/flucht-und-zuwanderung/studie–wie-fluechtlinge-den-arbeitsmarkt-veraendern-,24931854,32096824.html


    Hier der Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

    Die ausländische Bevölkerung ist in den ersten acht Monaten des Jahres 2015 nach Angaben des Ausländerzentralregisters um 488.000 Personen gewachsen. Hinzu kommen Flüchtlinge, die noch nicht erfasst wurden.
    Das EASY-System (Erstverteilung von Asylbegehrenden) hat in den ersten acht Monaten des Jahres 2015 414.000 neu eingereiste Flüchtlinge erfasst, beim BAMF wurden im gleichen Zeitraum 231.000 Asylerstanträge registriert.
    Die verfügbaren Daten sprechen dafür, dass die berufliche Qualifikation der Flüchtlinge deutlich geringer ist als bei anderen Ausländergruppen, im Bereich der schulischen Bildung ist das Gefälle geringer.
    Angesichts des geringen Durchschnittsalters – 55 Prozent der Flüchtlinge sind unter 25 Jahre – besteht jedoch ein erhebliches Potenzial, das durch Investitionen in Bildung und Ausbildung qualifiziert werden kann.
    In den vergangenen fünf Jahren sind die Beschäftigungsquoten der ausländischen Bevölkerung in Deutschland deutlich gestiegen und die Arbeitslosenquoten gesunken. Die Flüchtlingsmigration führt aber zu sinkenden Beschäftigungsquoten und, schrittweise, zu steigender Arbeitslosigkeit der ausländischen Bevölkerung.
    Bei einem Zuzug von jeweils einer Million Flüchtlinge 2015 und 2016 ergäbe sich im Vergleich zu einem Szeario ohne Flüchtlingsmigration eine zusätzliche Arbeitslosigkeit von +130.000 Personen.
    Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass die Beschäftigungsquote von Flüchtlingen von unter zehn Prozent im Zuzugsjahr fünf Jahre nach dem Zuzug auf knapp 50 Prozent steigt.

    Quelle: IAB Aktuelle Berichte 14/2015 [PDF – 434 KB] – http://doku.iab.de/aktuell/2015/aktueller_bericht_1514.pdf

  2. EU-Innenminister wollen schneller abschieben / Pro Asyl: EU zerstört das Recht auf Asyl permalink
    8. Oktober 2015 16:59

    08.10.2015
    EU-Innenminister wollen schneller abschieben
    Pro Asyl: EU zerstört das Recht auf Asyl / Ausrufung angeblich sicherer Drittstaaten lässt internationales Flüchtlingsrecht zusammenbrechen
    Quelle: ND – http://www.neues-deutschland.de/artikel/987066.eu-innenminister-wollen-schneller-abschieben.html

    http://www.proasyl.de

  3. Die Ärmsten schultern das Elend permalink
    8. Oktober 2015 17:13

    Hierzulande warnen Demagogen davor, dass Flüchtlinge die Bundesrepublik überrennen würden. Dabei sind es gerade die Entwicklungsländer, die mit großem Abstand die meisten der vor Hunger und Krieg fliehenden Menschen aufnehmen
    Von Knut Mellenthin Quelle: https://www.jungewelt.de/2015/10-08/003.php

  4. Von der „Willkommenskultur“ zur Fremdenabwehr? permalink
    19. Oktober 2015 17:13

    Zuwanderung als Bewährungsprobe des Wohlfahrtsstaates

    Ulrike Herrmann hat in einem Kommentar der taz (v. 12.10.2015) davor gewarnt, Steuererhöhungen zwecks Bewältigung der aktuellen „Flüchtlingskrise“ ins Gespräch zu bringen, weil damit Wasser auf die Mühlen der Rechtspopulisten geleitet würde. Christoph Butterwegge widerspricht der renommierten Journalistin: Seines Erachtens war die Gelegenheit nie günstiger, um Steuererhöhungen auf Kapitalerträge, Vermögen und große Erbschaften durchzusetzen, als derzeit. Er plädiert dafür, die vermehrte Zuwanderung als schlagendes Argument für die Notwendigkeit einer Umverteilung des Reichtums von oben nach unten zu nutzen, und hält es für eine Illusion zu glauben, man könne die Kosten der Aufnahme, Unterbringung und Verpflegung von Asylsuchenden leugnen oder herunterspielen.

    Quelle: Nachdenkseiten – http://www.nachdenkseiten.de/?p=27969

    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

  5. Kasse machen mit Asylbewerbern permalink
    30. Oktober 2015 10:54

    Kasse machen mit Asylbewerbern

    http://www.mdr.de/exakt/asylbewerber180.html

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