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Aktion gegen ArbeiterInnen-und Gewerkschaftsfeinde in Bremen

18. September 2015

bremen2Mit anderen Gruppen zusammen haben die Industrial Workers of the World (IWW) Bremen am 14. September spontan eine Aktion vor der Kanzlei Wittig/Ünalp an der Domsheide gemacht. Die Kanzlei hat dort eine Schulung für Unternehmer*innen und Personalchefs gemacht, wie sie noch besser Kolleg*innen kündigen können.  Die TeilnehmerInnen haben dort zusammen folgenden Flyer dagegen verteilt:

„Sie sind entlassen.“

Kündigungsschulung für UnternehmerInnen und/oder deren Personalchefs

Seit Jahren bietet die Rechtsanwaltskanzlei Wittig / Ünalp den Mitgliedern der Industrie und Handelskammer Bremen Schulungen zur kostengünstigen Entsorgung von Mitarbeitern an. Für die Chefs handelt es sich dabei um Kostenbegrenzung bzw. Profitmaximierung. Für die KollegInnen geht es um die Vernichtung der Grundlage ihrer materiellen Existenz.

In dem jüngsten Einladungsschreiben für das heutige Seminar heißt es:

„…die Top Ten der besten Kündigungsgründe treffen u.a. auf folgende Arbeitnehmer zu: Den Dieb, den Arbeitszeitbetrüger (Facebooker, E-Mailer, Dauerraucher), den Langsamen, Nichts-Tuer, Falschmacher, Überflüssigen, Unflexiblen, Unruhestifter, Kollegen-im-Stich-Lasser, Dauererkranken, häufig Kurzerkrankte, Blaumacher, Knastgeher… Nach dem Crash-Kurs wissen Sie, welche Kündigungsgründe die besten sind,“ „Das hilft, keine oder nur geringe Abfindungen zahlen zu müssen, gerade auch bei langjährig Beschäftigten.“

Die Intention dieser Einladung zielt zunächst auf die Absicht vieler Unternehmen hin, all jene zu feuern, die sich nicht bedingungslos für das Unternehmen krumm machen. Dadurch erhöht sich der Stress und die Arbeitsbelastung für die verbleibenden KollegInnen. Denn: Je geringer die Löhne sind, desto höher sind die Gewinne.

Aus der Einladung wird klar, dass hier Wissen für UnternehmerInnen vermittelt werden soll, dass dazu dient, gezielt gesetzliche Bestimmungen des Arbeitsrechts zu unterlaufen. Will ein Unternehmen zum Beispiel eine Beschäftigte mit 20-jähriger Betriebszugehörigkeit betriebsbedingt kündigen, so wird nach dem Kündigungsschutzgesetz eine Abfindung von 10 Bruttogehältern fällig. Diese Ausgaben spart ein Unternehmen natürlich gern ein, wenn es gelingt, durch gezielt und gut vorbereitete personenbezogene Kündigungen keine Abfindung zahlen zu müssen.

Die Aufzählung von potentiellen KündigungskandidatInnen im Einladungsschreiben macht deutlich, dass Menschen ausschließlich Instrumente der Gewinnerzielung für die Unternehmen sind. Wir wissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen, Statistiken der Kranken- und Rentenkassen, dass die Zahl der durch Arbeitsstress und Belastung Erkrankten stetig zunimmt. Insbesondere ältere KollegInnen sind dann dem zunehmenden Druck und der Arbeitsbelastung nicht mehr gewachsen. Hier sind für die Unternehmen juristische Hinweise zu kostengünstigen Entsorgung der verbrauchten Arbeitskräfte bares Geld, welches sich dann in den Gewinne oder Chefgehältern wiederfindet.

Die Rechtsanwaltskanzlei Wittig / Ünalp ist eine der vielen Akteure in einer Branche, die sich darauf spezialisiert hat bei der Entsorgung von überflüssigem Personal in den Betrieben hilfreich zu sein. Hierzu zählen auch spezialisierte Privatdetektive, Transfergesellschaften bei Massenentlassungen und Agenturen, die gezielt die Gründung von Betriebsräten verhindern sollen. Solche Leute machen uns unsere Arbeitsverhältnisse noch beschissener als sie jetzt schon sind. Dagegen hilft es sich zu organisieren.

bremen1

Quelle: Facebook-Seite der IWW Bremen

Und hier ein Bericht der taz Bremen über die Aktion

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