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Massive Angriffe des türkischen Staates auf die kurdische Bevölkerung

19. August 2015

turkstaatgegenvolkDie Auseinandersetzungen zwischen der kurdischen Bevölkerung und den Sicherheitskräften nehmen tagtäglich weiter zu. Nachdem am 13. August in der Kreisstadt Silopi drei Zivilisten durch die Sicherheitskräfte getötet wurden, kommt es nun zu Meldungen von Angriffen des türkischen Staates auf die Zivilbevölkerung in Gimgim (Varto), Licê (Lice), Farqîn (Silvan) und Şemzînan (Şemdinli). Auch aus diesen Orten wird von getöteten Zivilisten berichtet.

Tote bei „Rückeroberung“ von Gimgim

Am 16. August hatte die Bevölkerung zeitweise die Kontrolle über die Kreisstadt Gimgim übernommen. Einen Tag später erklärte der Volksratsvorsitzende der Stadt, dass türkische Sicherheitskräfte mindestens vier Menschen bei der Rückeroberung der Stadt getötet haben. Die Identitäten von zwei Getöteten konnten festgestellt werden. Bei beiden handelt es sich um Zivilisten. An dem Ort, an dem die Leichname gefunden wurden, seien zudem keinerlei Spuren zu erkennen gewesen, die auf einen Schusswechsel zwischen den Opfern und den Sicherheitskräften deuten. „Alles deutet auf eine Exekution hin“, erklärt ein Mitglied der Partei der Demokratischen Regionen (DBP) aus Gimgim mit, der den Tatort untersuchte. Die Anwohner aus Gimgim berichten außerdem, dass die türkischen Sicherheitskräfte nach der Rückeroberung der Stadt wahllos auf lokale Ladengeschäfte und Wohnungen geschossen und einige Wohnungen niedergebrannt haben.

Angriffe auf die Provinzen von Amed

Nach dem großangelegten Angriff des türkischen Staates auf Gimgim folgten am 18. August auch Angriffe der Sicherheitskräfte auf die Kreisstädte Licê und Farqîn.

In Licê lieferten sich seit den Morgenstunden 18. Augusts die Guerillaeinheiten der Volksverteidigungskräfte (HPG) und das türkische Militär schwere Gefechte. Um die Auseinandersetzungen zu stoppen, begab sich die Zivilbevölkerung von Licê als lebende Schutzschilde in das Gebiet der Auseinandersetzungen. Allerdings eröffnete das türkische Militär daraufhin auch das Feuer auf die Zivilisten. Zwei Aktivisten wurden hierbei schwer verletzt. Außerdem wurde aufgrund des Beschusses des türkischen Militärs aus einem Sikorsky-Kampfhubschrauber ein Waldbrand in Licê ausgelöst.

Auch in Farqîn verübte der türkische Staat in der Nacht vom 17. auf den 18. August einen Angriff auf die Zivilbevölkerung. Sicherheitskräfte erstürmten einen Stadtteil, der zuvor von kurdischen Selbstverteidigungseinheiten kontrolliert wurde. Der Stadtteil wurde zuvor durch Militäreinheiten abgeriegelt. Anschließend griffen die Sicherheitskräfte laut Angaben der Lokalbevölkerung den Stadtteil an und schossen wahllos auf Wohnungen, Arbeitsstätte und Autos. Mindestens vier Menschen wurden bei dem Angriff getötet, Dutzende verletzt. Am Nachmittag des 18. August wurden alle Telefon- und Internetleitungen des Ortes gekappt. Bilder, die dennoch aus der Stadt an die Öffentlichkeit gelangten, machen das Ausmaß der Zerstörung und Verwüstung infolge des Angriffs auf Farqîn deutlich.

Şemzînan unter Raketenbeschuss

Auch aus Şemzînan kommt es zu Berichten von Angriffen des türkischen Staates auf zivile Wohngebiete. Während es im Stadtzentrum von Şemzînan seit den frühen Morgenstunden des 18. August zu schweren Auseinandersetzungen zwischen den türkischen Sicherheitskräften und den Einheiten der HPG kommt, hat das Militär daraufhin angefangen Teile der Stadt unter Raketenbeschuss zu nehmen. Der Bevölkerung wurde mitgeteilt, dass sie ihre Häuser verlassen solle, ansonsten würde man keine Verantwortung für die Folgen übernehmen. Infolge des Raketenbeschusses wurden mindestens vier Menschen verletzt.

Militärisches Sperrgebiet über Teile Ameds ausgerufen

Am 17. August kündigte der Gouverneur von Amed an, 20 Regionen in der Provinz vom 20. August bis einschließlich zum 05. September zum militärischen Sperrgebiet zu erklären. Betroffen hiervon sind neben den Kreisstädten Licê (Lice) und Farqîn (Silvan) auch die Städte Pasûr (Kulp) und Pîran (Dicle). Zusätzlich hatte der Gouverneur für Licê und Farqîn am 18. August Ausgangssperren verhängt.

ANF, Özgür Gündem, 18.08.2015, ISKU

Quelle: Informationsstelle Kurdistan (ISKU)

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