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Streiken lohnt sich: Einjähriger Tarifkonflikt erfolgreich beendet

1. Juli 2015

sehen-so-erpresser-aus-gdlDie Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich gestern mit der Deutschen Bahn im Ergebnis der Schlichtung in Frankfurt in 14 Tarifverträgen und einer Vereinbarung zur Reduzierung der Belastung des Zugpersonals geeinigt. Damit konnte der gut einjährige Tarifkonflikt mit 420 Stunden Arbeitskampf beendet werden.

Unter dem Vorsitz des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und des ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck konnte die GDL wesentliche Verbesserungen im Flächentarifvertrag für das Zugpersonal (BuRa-ZugTV) und in den Haustarifverträgen für all ihre Mitglieder des Zugpersonals durchsetzen. „Das ist uns nur gelungen, weil unsere Mitglieder trotz aller Widerstände solidarisch zusammengestanden haben“, so GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky. Weselsky bedankte sich für die professionelle Schlichtung: „Durch ihre geschickte Steuerung der Verhandlungen haben wir das erreicht, was wir eigentlich bereits im Sommer 2014 hätten erzielen können. Hätte die DB nicht verweigert, mit uns für unsere Mitglieder unabhängig von anderen Gewerkschaften die Tarifverträge zu schließen, dann hätte sie sich die angeblich 500 Millionen Euro teuren Arbeitskämpfe erspart.“ Das Landesarbeitsgericht Hessen hatte bereits im November vergangenen Jahres die Recht- und Verhältnismäßigkeit der Forderungen und der Arbeitskämpfe der GDL bestätigt.

Wesentliche Ergebnisse der Tarifverhandlungen

„Ein wichtiger Erfolg ist die Senkung der Belastung des Zugpersonals“, so Weselsky. So werden die Überstunden auf 80 Stunden im Jahr begrenzt. 300 Lokomotivführer und 100 Zugbegleiter sollen zusätzlich eingestellt werden. Sie sollen dazu beitragen, bis Ende 2017 eine Million Überstunden alleine bei den Lokomotivführern abzubauen. Und ab 2018 wird die Arbeitszeit um eine Stunde auf 38-Wochenstunden gesenkt. Auch die Öffnungsklauseln, nach denen beispielsweise die Bordgastronomen bis zu 15-Stunden-Schichten leisten mussten, konnte die GDL für ihre Mitglieder beseitigen.
Weselsky: „Die Spaltung der Lokomotivführer wird endlich beseitigt.“ Lokrangierführer fallen unter den GDL-Flächentarifvertrag und sind damit Lokomotivführer.
Die beiden Betreiberwechseltarifverträge gelten nun auch bei der DB für das gesamte GDL-Zugpersonal. „Damit gehört auch für die Zugbegleiter die Angst um den Arbeitsplatz nach verlorenen Ausschreibungen der Vergangenheit an“, so der GDL-Bundesvorsitzende.
Die GDL hat die Qualifizierungsregelungen für Zugbegleiter tarifvertraglich vereinbart.
Das Entgelt erhöht sich um insgesamt 5,1 Prozent − um 3,5 Prozent zum 1. Juli 2015 (mindestens 80 Euro) und um 1,6 Prozent zum 1. Mai 2016 (mindestens 40 Euro). Außerdem wird das Entgeltsystem ab 2017 um eine weitere Erfahrungsstufe erweitert.
Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. September 2016.

Weselsky: „Diese Tarifabschlüsse sind wegweisend für faire Lohn- und Arbeitszeitbedingungen für das Zugpersonal in ganz Deutschland.“ Das Ergebnis der Schlichtung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der GDL-Tarifkommission.

Quelle: PM der GDL

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