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Neuerscheinung: Arbeiten ohne Chefs

18. Mai 2015

lavcaInstandbesetzte Betriebe in Belegschaftskontrolle. Das argentinische Modell: besetzen, Widerstand leisten, weiterproduzieren.

Als Argentiniens Wirtschaft 2001 zusammenbrach, kam es zwar nur beinahe zur Revolution, aber Tausende Werktätige lernten, Betriebe unter eigener Kontrolle weiterzuführen. Heute gibt es mehrere hundert solcher Betriebe in Argentinien, zum Teil von der Regierung kooptiert, zum anderen Teil aber weiterhin im Aufstand, wie die Keramikfabrik FaSinPat (Zanon), in der nach wie vor alle den gleichen Lohn bekommen und alle die gleiche Stimme in der Vollversammlung haben, der höchsten Autorität im Werk.

Im Buch, im Original herausgegeben von einem Verlagskollektiv aus Buenos Aires, gibt es die Geschichten von 10 derartigen Instandbesetzungen, die in Argentinien „recuperación“ heißen: Wiederinbetriebnahme, aber auch Genesung. Von Aneignung ist meist gar nicht die Rede die Betriebe gehören sowieso dem Volk. Und konsequenterweise versorgen viele fabricas recuperadas ihre Nachbarschaft mit speziellen öff entlichen Diensten wie Volksschulen und Benefi zveranstaltungen. Übersetzt, aktualisiert und mit Praxisanregungen angereichert von Daniel Kulla.

Inhalt:

Vorwort des Übersetzers: „Aber doch nicht hier bei uns!“
Einleitung der Verlagskooperative: Werktätige einer Klasse für sich
Zehn Geschichten
1. Zanón/FaSinPat: Eine Abmachung, mit der wir leben können
2. Brukman: Ein Kampf, der Geschichte schrieb
3. Crometal: Metallarbeiter des 21. Jahrhunderts
4. Chilavert: Was man so alles tun muss, um arbeiten zu können
5. Sime: Steinbruch im Widerstand
6. Conforti: Der Aufstand der Maschinen
7. Renacer: Eine Explosion am Ende der Welt
8. IMECC: Die Reifen-Prophezeiung
9. Unión y Fuerza: Eine Lektion in zwei Worten
10. Comercio y Justicia: Zukunft und Ruhm
Interview mit Eduardo Murúa
Die Bewegung: Wissen teilen und Kräfte bündeln
Adrian Mengay, Maike Pricelius, Luciano Tepper
Analyse: Selbstverwaltung und kollektives Management – wie steht es um die Betriebe in Belegschaftshand
Literatur

Lavaca (Hg.): Sin Patron. Arbeiten ohne Chefs
AG Spak Bücher
Buch, 254 Seiten, 19 Euro

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  1. Paul Mason: »Nach dem Kapitalismus?!« +++++ Nach dem Kapitalismus - Ein Vortrag von Raul Zelik permalink
    4. Juni 2016 02:36

    Paul Mason: »Nach dem Kapitalismus?!«

    Paul Mason spricht im Rahmen der Democracy Lecure vom 5. April 2016 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin, veranstaltet von den Blätter für deutsche und internationale Politik. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet von Kontext TV in Kooperation mit den Blättern.

    Seit der Pleite von Lehman Brothers wissen wir: Der globale Kapitalismus ist massiv angeschlagen. Was wir nicht wissen: Erleben wir eine seiner üblichen Krisen oder den Anbruch einer postkapitalistischen Ära? In seinem gleichermaßen engagierten wie optimistischen Vortrag zeigte sich der britische Autor Paul Mason überzeugt: Wir stehen am Anfang von etwas radikal Neuem. Auf den Trümmern des Neoliberalismus können wir eine gerechtere und nachhaltige Gesellschaft errichten – durch digitale Vernetzung und demokratische Vergesellschaftung.

    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Nach dem Kapitalismus – Ein Vortrag von Raul Zelik

    „Am 13. Juni 2013 diskutierte Raul Zelik mögliche Ansätze radikaler Veränderungen und ging dabei auf kommunistische, anarchistische und sozialdemokratische Ansätze ein, zeigte aber auch deren Probleme. Besonderes Augenmerk legte er auf die Entwicklungen in Venezuela. Die Veranstaltung an der TU Dresden hieß „Nach dem Kapitalismus – das Projekt Communismus anders denken“ und wurde organisiert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen mit der Hochschulgruppe Lux Dresden.“ (Text, Quelle & MP3: http://www.freie-radios.net/56882)

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