Skip to content

Henk Canne Meijer: Die Arbeiterrätebewegung in Deutschland

4. Mai 2015

raete-titelNeue Broschüre im Verlag „von unten auf“: „Im November 1918 brach die deutsche Front zusammen. Die Soldaten desertierten zu Tausenden. Die ganze Kriegsmaschinerie krachte auseinander. Dennoch beschlossen die Flottenoffiziere eine letzte Schlacht zu schlagen, um die Ehre zu retten. Die Matrosen verweigerten den Gehorsam. Dies war nicht ihre erste Auflehnung, aber alle vorhergehenden wurden durch Kugeln und Befehle unterdrückt. Dieses Mal gab es kein unmittelbares Hindernis mehr; die rote Fahne wurde erst auf dem einen, dann auf den anderen Kriegsschiffen gehißt. Die Matrosen wählten Delegierte, die einen Rat bildeten. Von da an waren sie gezwungen, alles zu unternehmen, damit die Bewegung sich ausbreitete. (…) Von nun an überstürzten sich die Ereignisse. In Hamburg wurden die Matrosen mit Begeisterung empfangen; Soldaten und Arbeiter solidarisierten sich mit ihnen und bildeten ebenfalls Räte. Obwohl diese Organisationsform bis dato praktisch unbekannt war, bedeckte innerhalb von vier Tagen ein dichtes Netz von Arbeiter- und Soldatenräten das ganze Land. Vielleicht hatte man von den russischen Sowjets von 1917 reden gehört, sicher aber nur sehr wenig: darüber wachte die Zensur. Auf jeden Fall hatte keine Partei, keine Organisation jemals diese Kampfform vorgeschlagen. (…) Dennoch traten während der Tage der großen Massenbewegungen 1918-1921 neue Vorstellungen zutage. Sie waren nicht das Werk einer vorgeblichen Avantgarde, sondern sie wurden von den Massen selbst hervorgebracht. In der Praxis hatte die selbständige Aktivität der Arbeiter ihre organisatorische Form gefunden: die Räte, diese neuen Organisationen, handelten ganz im Sinne der Klasse. Und weil es eine enge Verbindung zwischen den vom Klassenkampf geschaffenen Kampfformen und den Vorstellungen über die Zukunft gibt, ist es selbstverständlich, daß die alten Vorstellungen begannen, erschüttert zu werden. Jetzt führten die Arbeiter selbst ihre eigenen Kämpfe, außerhalb der Partei- und Gewerkschaftsapparate; und auch die Idee, daß die Massen durch die Räte einen direkten Einfluß auf das gesellschaftliche Leben ausüben müssen, nahm Gestalt an.“

Broschüre, 22 Seiten, € 2,00

Bestell-Link: https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=4165&prod=4164

One Comment leave one →
  1. von unten auf permalink
    4. Mai 2015 18:50

    Henk Canne Meijer, geboren am 30. Dezember 1890, war zunächst Metallarbeiter und wurde später Lehrer. Er gehörte zu den Herausgebern von «De Kommunistische Arbeider», dem Organ der Kommunistischen Arbeiterpartei der Niederlande.
    Henk Canne Meijer verstarb 1962. Als Mitglied der niederländischen GIC (Groep
    van Internationale Communisten) war er u.a. Co-Autor der „Prinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung“ (1930), die im 1971 erschienenen Rowohlt-Klassiker-Band (Nr. 285, Hrsg. Gottfried Mergner) über die GIC enthalten sind.
    In diesem nur noch antiquarisch verfügbaren Buch schreibt sein Freund und Genosse, Professor B. A. Sijes:
    „Henk Canne Meijer war 27 Jahre alt, als die russische Revolution ausbrach. Er gehörte zu den Millionen, für die diese mächtige gesellschaftliche Umwälzung bestimmend für ihr ganzes Leben werden sollte. Er reihte sich bei denen ein, die die russische Revolution bejubelten. Doch die Kritik an ihr von seiten der deutschen linken Kommunisten (…) hatte ihre Wirkung auf ihn. Er stieß zu den oppositionellen Kommunisten, die den selbständigen Kampf der Arbeiter mittels der Arbeiterräte propagierten und sich so gegen den Parteikommunismus wandten (…).
    Sie konnten den Moskauer Direktiven nicht zustimmen, die darauf hinausliefen, sich im Parlamentarismus und wieder in der Gewerkschaftsbewegung zu engagieren – politische Instrumente, die man ja schon in der Sozialdemokratie verwarf.“

    Weitere interessante Texte und Broschüren auf der Verlagswebseite:

    http://www.von-unten-auf.org

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: