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Neuerscheinung: Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens

21. April 2015

Cover Militant Gheorghiu Buch„Es ist unmöglich, auch nur eine Zeile über die gewerkschaftliche und sozialistische Bewegung unseres Landes zu schreiben, ohne an die markante Rolle von Ștefan Gheorghiu zu erinnern“, heißt es in einem Nachruf. Der Schriftsteller und Sozialist Panait Istrati ist überzeugt: „Wir haben keinen zweiten Propagandisten, der in der Lage ist, auch nur die Hälfte des Weges zurückzulegen, den Ștefan Gheorghiu gegangen ist.“

Der revolutionäre Syndikalist und Anarchist Ștefan Gheorghiu war schon zu Lebzeiten eine Ikone der Arbeiterbewegung Rumäniens. Im Ausland nahezu unbekannt und von den Sozialdemokraten und Parteikommunisten Rumäniens entstellt und vereinnahmt, ist es ein Anspruch der vorliegenden Ausarbeitung, ein unverfälschtes Bild des rastlosen Agitators und Arbeiters zu zeichnen, den der repressive Staat ermorden wollte. Gleichzeitig informiert es kenntnisreich über die Entwicklung und militanten Kämpfe der Arbeiterbewegung Rumäniens bis zum 1. Weltkrieg. Ein Fokus wird auf die syndikalistische und anarcho-syndikalistische Strömung gelegt. Auch in ausgewählten Erstübersetzungen werden die Kämpfe und politischen Positionen der Zeit lebendig.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Einleitung
Der kommunistische Staat machte Ștefan Gheorghiu zu einer Ikone
Ein Blick auf die Arbeiterbewegung bis 1900
Die „erste“ Generation
Zum Gewerkschaftsrecht in Rumänien

Kapitel 1:
Das Arbeiterkind Ștefan Gheorghiu wird zum Revolutionär
Die Arbeiterbewegung in Ploiești bis 1899
Neuaufbau
Die soziale Bewegung in Ploiești
Exkurs: Ein Blick auf die Anarchisten in Ploiești

Kapitel 2:
Im Kampf gegen die Korporationen
Vereinigungsverbote
Eisenbahner
Ploiești: Die Organisierung der Kellner

Kapitel 3:
Ein Blick auf die Arbeiterbewegung Rumäniens ab 1900
Doppelstruktur
1910: Gründung der „Partidul Social-Democrat Român“
Das Verhältnis zwischen Sozialdemokraten/Marxisten und
Syndikalisten/Anarchisten
Kampagnen und Verleumdungen gegen Anarchisten
Gegen die „Revista Ideei“
Gegen den Anarchismus generell
Gegen Anarchisten
Die Syndikalisten
Die Syndikalisten bei „România Muncitoare“
Disziplinierungen der Syndikalisten aus Ploiești
Die selbstorganisierten Syndikalisten

Kapitel 4:
Câmpina – eine revolutionäre Hochburg
Arbeitskämpfe in Câmpina und Umgebung
Staatsterror und Kampfstrategien der Unternehmer
Die vom Banat und die von Câmpina
Die Arbeiterzeitung als Stimme – Für die Revolution und gegen das Kapital
Aus der Hölle von Prahova
An die Sonden-Arbeiter
Maria Aricescu und ihre Familie
Der Kampf geht weiter

Kapitel 5:
Im Kerker
Feuer in der Gerberei
Exkurs: Die Meuterei auf der Potemkin
Folter
Exkurs Bauernaufstand, Staatsterror und Arbeiterkampf in Galați und Brăila 1907

Kapitel 6:
Bildung, Agitation und Klassenkampf
Ein Teeabend in Ploiești
Untersuchungen und Agitation
Durch Organisation zur Kultur
Geschenkte Gesetze – erkämpfte Gesetze und die „Volks-Lese-Häuser“
Internationalismus und Solidarität
Jules Durrand
Berichterstatter in „România Muncitoare“
Gheorghe Dorobanțu
Staatsgewalt in Ploiești
Die Gräuel von Rucăr
Streik in Tișița
Gegen Nationalismus und über „gute Rumänen“
Alles ist rumänisch in Ploiești

Kapitel 7:
Janeta Maltus – Eine „Gefahr für die Sicherheit des Staates und der Ordnung“
Polizeirepression in Brăila und die Wut der Arbeiter
Der Staat wird ausgetrickst: Ștefan Gheorghiu heiratet
Janeta Maltus

Kapitel 8:
Poporul Muncitor – Spaltung der syndikalistischen und Arbeiterbewegung im Regierungsinteresse?
Die „Liga für den Schutz der Arbeiter“ und die „nationalen
Gewerkschaften“
Organisationsaktivitäten
Widerstand
Ștefan Gheorghiu weist seine Vereinnahmung zurück
Sang und klangloses Ende
Wer war Iuliu Neagu-Negulescu?

Kapitel 9:
Krieg dem Krieg
„Krieg dem Krieg“
Reaktionen der Gewerkschafts- und Parteiführung…
… und des Staates

Kapitel 10:
„Auf die eigene Kraft vertrauen“ – Kampffront Häfen und Transport
1909 in Galați: Der längste Streik Europas
Gegen das Regiment der Vatifilor in Brăila
An alle Arbeiter des Hafens von Brăila
Brăila: Ausweisungen von Ștefan Gheorghiu
Klassenkampf in Hafen und Transport
Widerstand gegen Rationalisierung, Teuerung und Gewerkschaftsverbot
Exkurs: Mit Panait Istrati in Ägypten
Die Transportarbeiter und ihre Gewerkschaft im Klassenkampf
Die Gründung der Transportarbeiter-Gewerkschaft
„Ziele und unser Charakter“
Die „Tribuna Transportului“
Ein neuer Aufschwung der Arbeiterbewegung in Galați
Galați wiederbelebt
Der Kampf gegen die Lastkräne – Vorbote einer sozialen Revolution?
Arbeiter-Solidarität
Nieder mit dem stehenden Heer
„An die Arbeiterschaft Brăilas“
Ein kurzes Fazit
Gegen den Krieg
Gheorghe Stroici

Kapitel 11:
Das Feuer erlischt
Die Arbeiterklasse trauert
„Transportarbeiter – Euer Ștefan ist gestorben“
Ștefan Gheorghiu – in der Beschreibung seiner Kampfgefährten und Freunde
„Ștefan Gheorghiu“
Panait Istrati: Über Ștefan Gheorghiu aus Anlass seines ersten Todestages

Kapitel 12:
Ein Leben für die Emanzipation und Freiheit der Arbeiterklasse
Klassenkampf und Erkenntnis
Einheitsorganisation oder unabhängige syndikalistische Bewegung
Und heute?
Kein Personenkult, sondern Hochachtung

Kapitel 13:
Nachgang: Klassenkampf – Vereinnahmung – Vergessen?

Zeittafel

Zitate

Dokumente und Anhang

Quellen und Literaturverzeichnis

Register

Abkürzungsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis hier als PDF: https://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2015/04/militant-gheorghiu-inhaltsverzeichnis.pdf

Register hier als PDF: https://syndikalismusforschung.files.wordpress.com/2015/04/militant-gheorghiu-register.pdf

Martin Veith: Militant! Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens
296 Seiten, ISBN 978-3-86841-134-8, Edition AV 2015, 19,90 Euro

In jeder guten Buchhandlung oder direkt über den Verlag Edition AV
Postfach 12 15
D-35420 Lich
Telefon: 06404 – 6570763
Fax: 06404 – 668900
editionav@gmx.net

Quelle: Blog Institut für Syndikalismusforschung

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  1. Rezensionsauszug permalink
    30. Juli 2015 07:29

    In der aktuellen Ausgabe der BUNA (Nr. 2 – Sommer 2015) ist die folgende Rezension von Ruxandra Dumitru (Auszug) erschienen:

    Nach der 2013 erschienenen Biografie über den rumänischen Anarchisten und publizistischen (Arbeiter-) Aktivisten Panait Muşoiu hat der Syndikalismusforscher Martin Veith eine weitere Studie vorgelegt. Sein soeben neu erschienenes Buch behandelt auf knapp 300 Seiten das Leben und die Aktivitäten des Arbeiters, Syndikalisten und anarchistischen Kommunisten Ştefan Gheorghiu. Mit diesem Buch korrigiert er einige Falschinformationen und Darstellungen. (…)

    In dreizehn detailreichen Kapiteln führt uns Veith chronologisch zu unterschiedlichen Stationen des Kampfes und stellt Menschen und wichtige Ereignisse vor, die er dadurch vor dem Vergessen bewahrt. Mit diesem Vorgehen veranschaulicht er weitere Entwicklungen innerhalb der Arbeiterbewegung Rumäniens. (…) Besonders hervorheben möchte ich zwei Kapitel. Im elften, mit dem Titel „Das Feuer erlischt“, berichtet Veith über die große Anteilnahme der Arbeiterbewegung am Tod Gheorghius. In deutschen Erstübersetzungen erzählen seine Freunde Panait Istrati und Constantin Mănescu über das Wesen und die Taten Gheorghius. Beeindruckend finde ich ebenfalls den Nachruf der Transportarbeitergewerkschaft. Das dreizehnte Kapitel ist ein „Nachgang“, der kenntnisreich darstellt, auf welche Weise Gheorghiu in das öffentliche Leben des autoritären Regimes der KP eingebunden wurde. U.a. trug sogar eine Schuhfabrik seinen Namen. Veith thematisiert die Unterdrückung freier Gewerkschaften durch die Kommunisten. Anhand der heute in Rumänien noch bekannten Ereignisse von 1977 im Schiltal, wo streikende Bergarbeiter vom kommunistischen Staat verschleppt und in Arbeitslager gebracht wurden, schreibt er: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ştefan Gheorghiu, wäre er noch am Leben gewesen, seinen Platz bei den Arbeitern im Schil-Tal gesehen hätte und nicht bei den kommunistischen Unterdrückern der Arbeiter, die sich mit ihrer Repression nicht anders verhielten als die Kapitalisten und der bürgerliche Staat in der Monarchie.“ Lohnend ist es auch, einen Blick in die zahlreichen Anmerkungen und Fußnoten zu werfen. Denn der Autor trat auch mit Georgeta Tudoran, einer wichtigen Historikerin während des Ceauşescu-Regimes und Biografin Gheorghius in Kontakt. (…)

    Wie schon das Buch über Panait Muşoiu ist auch dieses in einer einfühlsamen und gut erklärenden Weise verfasst. Soziale Realitäten entstehen so vor den Augen der Leserin, man fühlt sich dabei. Eine der Stärken Veiths ist die Einbettung des Geschehens in den sozialen Zusammenhang der Zeit und Örtlichkeit. Das Buch ist daher viel mehr als nur eine Biografie. Es zeigt viele unbekannte oder vergessene Ereignisse in der Geschichte der Arbeiterbewegung Rumäniens. Für mich ist dabei immer wieder überraschend welch kreative Ideen, Praxis und Willen die Arbeiterbewegung Rumäniens entfaltet hatte. Etwas das heute so schmerzlich vermisst wird. (…)

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