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Schwarz-Roter Ticker (209) [5 Meldungen]

20. April 2015

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GDL-Spitze beschließt bundesweite Streiks

Die Lokführergewerkschaft GDL hat am Sonntag bundesweite Streiks beschlossen. Die angekündigte Arbeitsniederlegung ist die siebte im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn. »Wir werden Beginn und Dauer rechtzeitig bekanntgeben«, teilte ein GDL-Sprecher mit. Die GDL hatte die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn am Freitag abend ein weiteres Mal für gescheitert erklärt. Die Fronten zwischen den beiden Konfliktparteien verhärteten sich am Wochenende deutlich. Eine Bahn-Sprecherin wies »aufs schärfste« Äußerungen von GDL-Chef Claus Weselsky zurück, der Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber der Lüge bezichtigt hatte. Weber hatte von deutlichen Fortschritten in dem Tarifkonflikt gesprochen. »Der Bahnvorstand will kein Ergebnis erzielen«, sagte hingegen Weselsky im Deutschlandfunk. (AFP/jW)

Zehntausende in Europa gegen TTIP auf der Straße

In ganz Europa sind am Sonnabend Hunderttausende Menschen gegen die »Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft« (TTIP) auf die Straße gegangen, die die EU-Behörden mit den USA schließen wollen. Allein in der Bundesrepublik beteiligten sich nach Angaben des globalisierungskritischen Netzwerks ATTAC rund 23.000 Menschen an mehr als 230 Veranstaltungen. Weltweit wurden rund 750 Aktionen in 45 Ländern gemeldet. In der Bundesrepublik gab es die mit Abstand größte Demonstration in München. An ihr beteiligten sich laut ATTAC 15.000 Menschen. Weitere große Kundgebungen fanden in Leipzig mit 2.000 und Stuttgart mit 1.000 Teilnehmern statt, in Berlin verband eine Menschenkette mit mehreren tausend Teilnehmern die Botschaften Kanadas und der USA mit der Vertretung der Europäischen Kommission. An vielen Orten sammeln Aktive Unterschriften für die selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative »Stop TTIP«. Mehr als 1,7 Millionen Personen haben die entsprechende Petition inzwischen unterzeichnet. In der österreichischen Hauptstadt Wien protestierten 10.000 Menschen gegen TTIP, CETA (Vertrag der EU mit Kanada), TiSA (multilaterale Vereinbarung zur Liberalisierung von Dienstleistungen) und andere Freihandelsabkommen. In der katalanischen Metropole Barcelona mobilisierte ein Bündnis aus über 400 Gruppen, Gewerkschaften und Parteien fast 30.000 Personen zu einer Demonstration.

Familienclans beherrschen Konzerne

Volkswagen mit den beiden herrschenden Familien Piëch und Porsche ist einer Studie zufolge kein Einzelfall unter deutschen Großunternehmen. In mehr als jedem dritten DAX-Konzern ziehen Familien im Hintergrund die Strippen, ergab eine Analyse des Beratungsunternehmens Barkow Consulting, über die Welt am Sonntag berichtete. Nach bloßen Anteilen hätten gerade einmal vier Familien die Mehrheit an einem DAX-Konzern. »Der Einfluss der Dynastien offenbart sich erst dann, wenn es um die Macht ihrer Stimme geht«, sagte Studienautor Wolfgang Schnorr. Bei elf der 30 untersuchten DAX-Konzerne seien die Familien so mächtig, dass sie auf den Hauptversammlungen Mehrheiten durchsetzen können. Beim Pharmaunternehmen Merck etwa regiere die Familie Merck absolut. Beim Nivea-Konzern Beiersdorf habe die Familie Herz – die Gründer des Tchibo-Imperiums – beinahe uneingeschränkt das Sagen. Auch bei Henkel, BMW und Continental gehe nichts ohne den Clan. (dpa/jW)

Flüchtling zündet sich vor Abschiebung an

Zwei Tage vor seiner geplanten Abschiebung hat sich ein Asylbewerber aus Marokko in Lingen im Emsland angezündet. Der 36jährige zog sich dabei am Sonnabend abend lebensgefährliche Verletzungen zu. Der Mann schüttete nach Polizeiangaben vom Sonntag Benzin aus einer Flasche über seine Hose und steckte diese mit einem Feuerzeug in Brand. Polizisten löschten die Flammen mit einem Feuerlöscher. Der Flüchtling hatte seine Verzweiflungstat bei der Polizei angekündigt. (dpa/jW)

Prozess gegen Nazipartei Chrysi Avgi in Athen

scheisse69 Mitgliedern der griechischen Nazipartei Goldene Morgendämmerung (Chrysi Avgi) wird ab diesem Montag in Athen der Prozess gemacht. Darunter sind alle Abgeordneten, die 2012 ins Parlament eingezogen sind. Die Angeklagten müssen sich wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung, Körperverletzung und illegalem Waffenbesitz verantworten. Auch Parteichef Nikolaos Michaloliakos und mehrere Polizisten. Der Prozess soll über ein Jahr dauern; gut 130 Zeugen hat allein die Staatsanwaltschaft geladen. Chrysi Avgi gilt als eine der gewalttätigsten rechtsextremen Organisationen in Europa. Hervorgegangen ist sie aus dem Umfeld einer gleichnamigen rechtsradikalen Zeitung in den frühen 80er Jahren. Mit der Wirtschaftskrise schaffte die Partei den Aufstieg von einem Randphänomen ins Parlament. Anschläge auf Migranten und Gastarbeiter nahmen zu. Bei den Wahlen im Januar dieses Jahres wurde Chrysi Avgi mit 17 Abgeordneten drittstärkste Kraft. (ND)

8 Kommentare leave one →
  1. Erneut Generalstreik in Belgien permalink
    21. April 2015 13:36

    Am 15.12 des vergangenen Jahres legte ein Generalstreik der großen Gewerkschaftsvebände Belgien lahm, dies dürfte sich bald wiederholen, denn die mitte-rechts Regierung in Belgien hält an der Lohnindexierung fest. Die Gewerkschaftsverbände hatten versprochen diese und die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu verhindern.

    http://diefreiheitsliebe.de/wirtschaft/neuer-generalstreik-in-belgien/

    http://deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.2307189

  2. Josef Hader permalink
    22. April 2015 23:50

    „Das reine Drama geht an der Wirklichkeit vorbei“

    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/capriccio/josef-hader-das-ewige-leben-100.html#&time=

    • Josef Hader: Die unfreundlichsten Menschen | Spätschicht permalink
      25. April 2015 18:30

  3. Ne znam - Zeitschrift für Anarchismusforschung Hg. Philippe Kellermann, Edition AV permalink
    23. April 2015 18:24

    Ne znam – Zeitschrift für Anarchismusforschung
    Nummer 1 | Frühjahr 2015
    Herausgeber von Philippe Kellermann
    Verlag Edition AV
    ISBN 978-3-86841-136-2
    155 Seiten
    Preis: 12,00 Euro
    http://www.edition-av.de/

    Aus dem Inhalt:

    Elisée Reclus: An die Redaktion von Huelga General in Barcelona (1901)
    Aufsätze

    Über den Zustand anarchistischer ­ Theorie und Praxis in der Gegenwart.
    Ein Streitgespräch zwischen Oskar Lubin und Gabriel Kuhn

    Peter Bescherer: Anarcho-Populismus gestern und heute –
    Lässt sich vom anarchistischen Umgang mit dem Lumpenproletariat lernen?

    Jens Kastner: Symbolische Macht und Instrumente der Freiheit
    Über Pierre Bourdieus Über den Staat

    Gerhard Hanloser: Zur Kritik einer neueren anarchistischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Zionismus und Israel

    Florian Eitel: Das verbindende (anarchistische) Lied:
    Die verworrenen Wege des “Le Drapeau Rouge“ (1877)
    John Clark: Elisée Reclus – Die Menschheit, die Natur und das anarchistische Ideal

    Historische Dokumente
    Pierre Ramus: Ein Brief über den Sozialistischen Bund (1910/11)
    Eingeleitet und kommentiert von Siegbert Wolf

    Rezensionen

    http://www.edition-av.de/buecher/ne_znam_1.html

  4. Ne znam - Zeitschrift für Anarchismusforschung permalink
    23. April 2015 19:13

    Ne znam
    Zeitschrift für Anarchismusforschung
    Herausgeber von Philippe Kellermann

    Ne znam (kroatisch) – zu Deutsch: Ich weiß es nicht.

    Was gewusst wird, ist, dass sie zweimal jährlich erscheinen soll (jeweils eine Frühjahr und eine Herbst-Ausgabe) und dass sie dreiteilig aufgebaut sein wird: Zum einen verschiedene Aufsätze, die sich mit dem Anarchismus, d.h. seiner Geschichte und Theorie auseinandersetzen; und/oder solche, die sich mit für den Anarchismus bzw. die Anarchismusforschung relevanten Gegenständen beschäftigen; zum zweiten sollen unter der Rubrik „Historische Dokumente“ ebensolche (wieder-)abgedruckt und im besten Fall kommentiert, im allerbesten Fall, kenntnisreich kommentiert, vorgestellt und erläutert werden. Schließlich werden in einem dritten Teil Rezensionen zu aktuellen oder generell wichtigen Publikationen veröffentlicht.

    Nummer 1 | Frühjahr 2015
    ISBN 978-3-86841-136-2
    155 Seiten
    Preis: 12,00 Euro

  5. Angry not apathetic: what anarchists do instead of voting - Anarchist Federation permalink
    23. April 2015 20:53

    As the 2015 general election approaches, the Anarchist Federation explains the anarchist alternative to voting for social change.

    The general election is here, and once again the parties are all over us like a rash, promising that they will fix things. But you don’t have to be an anarchist to know that nothing changes, whoever gets in. This is why politicians are keen on new methods such as postal voting. Labour, Tory, Liberal Democrat, nationalist (Plaid Cymru, SNP, Sinn Fein), ‘principled’ or ‘radical’ (Green Party, or leftists in some alliance), or nationalist-racist (UKIP etc), the fundamentals of the system are the same.

    Whether we have the present electoral system or proportional representation, or however many people vote or don’t vote in an election or referendum, as we have just seen in Scotland, capitalism is at the driving wheel globally. As working class people, we are exploited whether we can take part in ‘free’ elections or live under an authoritarian regime. Capitalists and property owners continue to control the wealth that we create, and they protect it through the police, legal system, and military. …
    http://libcom.org/library/angry-not-apathetic-what-anarchists-do-instead-voting-anarchist-federation

  6. 80 Jahre Spanische Revolution (1936-2016) // LA REVOLUCIÒN LIBERTARIA permalink
    25. April 2015 17:59

    Vorankündigung Edition AV

    Werner Abel & Enrico Hilbert (HG.)
    „Sie werden nicht durchkommen!“
    Band 1: Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution
    Verlag Edition AV, Lich, 2015 Hessen. http://www.edition-av.de/
    ISBN 978-3-86841-112-6 | ca. 500 Seiten, Sonderformat | 29,80 Euro
    Frühjahr 2015


    Soziale Revolution und Bürgerkrieg in Spanien (1936-2016)
    Überblick über ausgewählte Literatur, Version 2

    2016 wird sich der Beginn des sog. „Spanischen Bürgerkrieges“ zum 80. Mal jähren. Zur Vorbereitung dieses Anlasses haben wir [rosalux] eine Liste mit ausgewählter Literatur zusammengestellt, die die Beschäftigung mit diesem – für die damalige – europäische Linke wichtigen Ereignis erleichtern soll.

    http://www.rosalux.de/news/41123/soziale-revolution-und-buergerkrieg-in-spanien.html
    Literaturliste:
    http://www.rosalux.de/fileadmin/images/Themen/Geschichte/spanien_1936_litlist_v2.pdf

    —————————————————————————————————————

    Die Ausstellung „LA REVOLUCIÒN LIBERTARIA“

    http://www.memorialibertaria.org/content/revoluci%C3%B3n-libertaria
    Hier in D-land verwirklichen? Wäre das für 80 Jahre nicht eine angemessene Form dieses Ereignisses zu gedenken? (Zur Ausstellung gab es noch einen Katalog bzw. Buch u. kurze DVD)

  7. Wacht auf - Günter Eich (1950) permalink
    27. April 2015 09:58

    Wacht auf – Günter Eich (1950)

    Wacht auf, – denn eure Träume sind schlecht!
    Bleibt wach, – weil das Entsetzliche näher kommt.

    Auch zu dir kommt es, der weitentfernt wohnt
    von den Stätten, wo Blut vergossen wird,
    auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
    worin du ungern gestört wirst.
    Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
    aber sei gewiß.

    „Oh, angenehmer Schlaf
    auf dem Kissen mit roten Blumen,
    einem Weihnachtsgeschenk von Anita, woran sie drei Wochen gestickt hat,

    oh, angenehmer Schlaf,
    wenn der Braten fett war und das Gemüse zart.
    Man denkt im Einschlummern an die Wochenschau von gestern abend:
    Osterlämmer, erwachende Natur, Eröffnung der Spielbank in Baden-Baden,
    Cambridge siegte gegen Oxford mit zweieinhalb Längen, –
    das genügt, das Gehirn zu beschäftigen.

    Oh, diese weichen Kissen, Daunen aus erster Wahl!
    Auf ihm vergißt man das Ärgerliche der Welt, jene Nachricht zum Beispiel:
    Die wegen Abtreibung Angeklagte sagte zu ihrer Verteidigung:
    Die Frau, Mutter von sieben Kindern, kam zu mir mit einem Säugling,
    für den sie keine Windeln hatte und der
    in Zeitungspapier gewickelt war.
    Nun, das sind Angelegenheiten des Gerichtes, nicht unsre.
    Man kann dagegen nichts tun, wenn einer etwas härter liegt als der andre.
    Und was kommen mag, unsere Enkel mögen es ausfechten.“

    Ach, du schläfst schon? Wache gut auf, mein Freund!
    Schon läuft der Strom in den Umzäunungen, und die Posten sind aufgestellt.

    Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
    Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für
    euch erwerben zu müssen.
    Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit
    der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
    Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
    Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

    z.B.: http://sandimgetriebe.attac.at/
    http://www.deutschelyrik.de/index.php/wacht-auf.html

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