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Offener Brief der FAU an den Bad Schandauer Stadtrat zu den Geschehnissen vom 8. Januar 2015

8. April 2015

badschandauprotest-640x341Sehr geehrte Stadtratsmitglieder,

wie von der Sächsischen Zeitung am 25. März berichtet, gab es einige Verwirrung um unsere Teilnahme an den Protesten gegen eine NPD-Demonstration in Bad Schandau am 8. Januar. Laut dem Medienbericht kam zum einen die Frage auf, worum es sich bei der FAU eigentlich handelt. Zum anderen wurde aber auch versucht, Teilnehmende der Gegenkundgebung, u.a. den Bürgermeister Herrn Eggert, über Vorwürfe gegen uns zu diskreditieren. Wir möchten uns deshalb kurz selbst zu dem Artikel und den Geschehnissen äußern.

Die FAU ist eine basisdemokratische Gewerkschaftsföderation. Wir sind nach unseren Werten und Statuten dem Humanismus und dem respektvollem Miteinander verpflichtet. Neben unserer rein ehrenamtlichen Gewerkschaftsarbeit – im Großraum Dresden vor allem in den Branchen Bildung und Gastronomie – befassen wir uns durchaus mit alternativen Gesellschaftsentwürfen und den Möglichkeiten ihrer Umsetzung. Warum diese Tatsache in Teilen des Schandauer Stadtrats für solchen Wirbel sorgt, erschließt sich uns nicht. Praxis und Theorie unserer Organisation bestehen aus der Förderung gegenseitiger Solidarität, der Verbesserung der Lebensverhältnisse von Lohnabhängigen weltweit und der Demokratisierung aller gesellschaftlichen Bereiche.

Den Begriff „linksextrem“, wie von der SZ verwendet, möchten wir in diesem Zusammenhang darum auch ablehnen. Wir halten den Begriff für politisch unscharf, irreführend und tendenziös. Anders als beispielsweise realsozialistische Organisationen steht die FAU für Eigenständigkeit und Selbstbestimmung ihrer Mitglieder z. B. durch Basisversammlungen sowie abwählbare und weisungsgebundene Mandate. Unsere Organisation aber auch unsere Schwesterngewerkschaften und Vorgängerorganisationen haben immer klar gegen jedwede Diktatur Stellung bezogen. Vielen der Kundgebungsteilnehmenden haben wir auf Nachfrage das Konzept unserer Organisation erklärt. Niemand nahm Anstoß daran.

Unsere Organisation wurde von lokalen Mitgliedern auf die Veranstaltung am 8. Januar hingewiesen. Da wir uns prinzipiell für eine solidarische, diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzte, unterstützten wir daraufhin die Kundgebung auf dem Bad Schandauer Markt. Während der Kundgebung war Herr Dißelmeyer so freundlich eines unserer Mitglieder spontan sprechen zu lassen. Wir gingen auf die Zusammensetzung der Teilnehmenden auf der NPD-Veranstaltung ein. Ebenso thematisierten wir die Art und Weise, wie rechtsradikale Gruppen Sympathisant_innen gewinnen und welche Ansprüche eine konsequente Arbeit gegen rechtes Gedankengut und neofaschistische Organisationen in der Sächsischen Schweiz unserer Meinung nach erfüllen müsste. Unser Beitrag erhielt viel Zuspruch von den anwesenden Schandauer Bürger_innen.

Wir bitten den Stadtrat daher, unsere Organisation als Partnerin für die Förderung von Menschlichkeit und gegenseitigem Respekt in der Region zu begreifen. Wir bedauern sehr, dass Herr Kunze nun versucht, die Bad Schandauer Bürger_innen, die ihre Solidarität mit den Geflüchteten zeigten, unter Beschuss zu nehmen. Angebrachter wäre eine Entschuldigung und Klarstellung ob seiner Verwicklung in die rechtsradikalen Proteste, die auf ganz Bad Schandau bereits ein schlechtes Licht geworfen hat.

Mit freundlichen Grüßen,

Das Mandat Oberelbe-Osterzgebirge der FAU Dresden

Quelle: PM

2 Kommentare leave one →
  1. Spain: Ongoing wave of repression against anarchists permalink
    9. April 2015 07:46

    from lib.com, Apr 5 2015
    Twenty-seven people have been arrested by police during a new operation against anarchists in Spain. Starting at 6 a.m. on March 30 2015, police actions in Madrid, Barcelona, Palencia and Granada led to the arrest of 13 people whom police allege belonged to a “criminal organization with terrorist aims”. In the course of raids on six social centres and 11 homes, 14 more people were arrested on charges of resisting the authorities.

    Source: http://libcom.org/news/spain-ongoing-wave-repression-against-anarchists-05042015

    http://madrid.cnt.es/

  2. Berliner Luxus-Mall: Rumänische Bauarbeiter klagen Lohn ein permalink
    10. April 2015 19:27

    Hunderte Rumänen schufteten mit beim Aufbau von Berlins neuestem Einkaufszentrum, viele fühlen sich um einen großen Teil ihres Lohns betrogen. Ein Gericht gab ihnen nun recht.

    Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/mall-of-berlin-rumaenen-haben-anspruch-auf-lohnnachzahlung-a-1028040.html
    —-

    http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/arbeitsskandal-im-shopping-center-rumaenen-klagen-gegen-die–mall-of-berlin-,7169128,30397838.html

    https://berlin.fau.org/

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