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Schwarz-Roter Ticker (204) [5 Meldungen]

9. März 2015

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Zunahme der Angriffe von Neonazis und Rassisten

In mehreren bundesdeutschen Städten ist es in den vergangenen Tagen zu Aktionen und Übergriffen von Neonazis und Rassisten gekommen. Diese richteten sich maßgeblich gegen Flüchtlinge, aber auch gegen die politische Linke. Im sächsischen Freital waren am vergangenen Freitag über 1.500 Rechte aufmarschiert, um gegen eine dortige Flüchtlingsunterkunft zu protestieren. Aus dem Demonstrationszug heraus, der unter dem Motto »Freital wehrt sich. Nein zum Hotelheim« stand, kam es mehrfach zu Würfen von Feuerwerkskörpern und Attacken auf Polizeibeamte und Journalisten. Auch brachen Neonazis wiederholt aus dem Demonstrationszug aus und versuchten, zu der Flüchtlingsunterkunft vorzudringen, um diese zu attackieren. In Dortmund war es Neonazis Ende der vergangenen Woche gelungen, in eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Wickede einzudringen, gegen die vor allem die selbsternannte Partei »Die Rechte« in den vergangenen Wochen mehrfach mobilgemacht hatte. Dort wurden von den Neofaschisten mehrere Aufkleber mit rassistischen Inhalten angebracht. Auch im sächsischen Hoyerswerda wurde eine Flüchtlingsunterkunft zum Ziel eines Aufmarsches von Neofaschisten, die diese mit Naziparolen beschmierten. In Nürnberg hatten offensichtliche Anhänger der »Rechten«, die zuvor für die Freilassung des Holocaustleugners Gerd Ittner demonstriert hatten, am Sonnabend eine feministische Demonstration angegriffen. Rund ein Dutzend vermummter Neonazis attackierte die linken Demonstranten mit Wurfgeschossen und Pfefferspray, wodurch einige Linke leicht verletzt wurden. (jW)

Kahlschlag im Peugeot-Konzern

Peugeot will jede dritte Stelle in Deutschland vernichten. Ein Sprecher des französischen Autoherstellers bestätigte dem Magazin Wirtschaftswoche, bis Ende des Jahres würden 150 der 427 Jobs gestrichen. Dies betreffe vor allem den Außendienst, so das Blatt unter Berufung auf Unternehmensquellen. Beispielsweise gebe es bei der Betreuung der Händler ineffiziente Strukturen. Betriebsratschef Uwe Hildebrandt wertete die Kündigungen als »ideenlosen Kahlschlag«. 2014 konnte der Verlust des Konzerns reduziert werden und lag noch bei 555 Millionen Euro. Mit einem »Sanierungsplan« will Peugeot weitere Kosten senken. (Reuters/jW)

Regierung will Vorratsdatenspeicherung einführen

Die Bundesregierung bereitet laut Medienberichten einen deutschen Alleingang bei der Vorratsdatenspeicherung vor. Die Opposition sieht darin einen Generalverdacht gegen alle Bürger. Und auch die SPD stellt sich gegen das Vorhaben. Das auch von vielen Datenschützern kritisierte Sammeln von Verbindungsdaten ohne konkreten Anlass soll Fahndern vor allem bei der Jagd auf Terroristen und andere Schwerverbrecher helfen. Das Bundesverfassungsgericht hatte ein deutsches Gesetz dazu 2010 verworfen. Der Europäische Gerichtshof kippte eine EU-Regelung 2014. Ein neuer Vorschlag der EU-Kommission ist so bald nicht zu erwarten. (FAZ)

Frauenkampftag 8. März

patbekämpfen104 Jahre ist er alt, wirkt aber immer noch jung: Der Frauenkampftag. Seit 1911 demonstrieren arbeitende Frauen an diesem Tag für ihre Rechte. Am Sonntag zogen über 7000 Menschen durch Berlin-Mitte. Die bundesweite Demonstration lief unter dem Motto »Feministische Kämpfe verbinden!« und in der Tat war ein sehr breites Bündnis vertreten. Ein antikapitalistischer Block lief nicht weit von den Fahnen der SPD entfernt. Wehende Fahnen mit Hammer und Sichel oder dem »A« der Anarchisten waren neben Luftballons der Grünen Partei zu sehen. Der Boulevard »Unter den Linden« war voller selbstgebastelter Schilder mit einem genauso breiten Angebot an Themen. Gegen Sexismus im Alltag und Machotum sollte man »Mehr Intoleranz wagen!« So hieß es auf einem. Die Veranstalter der Berliner Demonstration sprachen von etwa doppelt so vielen Teilnehmern wie im Vorjahr. Bundesweit waren am Wochenende Demonstrationen unter anderem in Hamburg, Frankfurt am Main und Leipzig geplant.

Anarchisten besetzen SYRIZA-Zentrale

anbeisyrDutzende Anhänger anarchistischer Gruppen haben am Sonntag die Zentrale der griechischen Regierungspartei SYRIZA gestürmt, um gegen die Haftbedingungen in den Hochsicherheitsgefängnissen des Landes zu protestieren. Wie Parteivertreter berichteten, forderten die etwa 50 Anarchisten die Mitarbeiter auf, das Gebäude im Zentrum der Hauptstadt Athen zu verlassen. SYRIZA-Sprecherin Rania Svigou sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie habe sich vor dem Zwischenfall in ihr Büro eingeschlossen, um in Ruhe ihr erstes Radio-Interview zu geben. Dann habe sie Krach und Geschrei gehört. »Ich habe das Interview beendet und bin rausgegangen um zu sehen, was los ist, und sie haben uns gesagt, wir sollten raus gehen«, berichtete die Parteisprecherin. Laut Svigou wurde die Polizei nicht eingeschaltet. SYRIZA hatte in der Vergangenheit wiederholt den Umgang der Polizei mit Demonstranten gegen die griechische Sparpolitik als zu hart kritisiert. Die Demonstranten in der SYRIZA-Zentrale befestigten Spruchbänder an den Balkonen des Gebäudes, auf denen sie die Abschaffung der Hochsicherheitsgefängnisse verlangten. Zu ihren Forderungen gehörte außerdem die Freilassung von Savvas Xiros, der eine lebenslange Haftstrafe verbüßt und sich in einem schlechten Gesundheitszustand befindet. Aktivisten kritisieren, dass die Insassen der Hochsicherheitsgefängnisse in Griechenland unnötig schlecht behandelt werden und keinen Kontakt zu ihren Familien haben dürfen. (nd)

30 Kommentare leave one →
  1. Philippinische Wanderarbeiterinnen in Rumänien (Kanal B - labournet.tv) permalink
    10. März 2015 11:16

    Einmal um die halbe Welt

    englisch mit dt. UT | 56 min | 2014

    Philippinische Wanderarbeiterinnen in Rumänien

    Ein Film über
    Frauen, die in Hongkong und Malaysia, in Sri Lanka, Taiwan, Brunei und
    Namibia waren. Zuletzt haben sie in einer Textilfabrik in Sibiu,
    Rumänien gearbeitet. Ihre Hoffnung, in Europa Fuß zu fassen, ist
    groß. Doch schon nach kurzer Zeit stehen sie vor einer Entscheidung:
    Bleiben oder Gehen.

    Bei Interesse an Filmvorführungen oder an einer
    DVD/Bluray bitte eine E-Mail an die Filmemacherinnen senden.

    video: http://de.labournet.tv/video/6743/einmal-um-die-halbe-welt

  2. LobbyControl e.V. - Newsletter vom 10. März 2015 permalink
    10. März 2015 11:19

    LobbyControl e.V. – Newsletter vom 10. März 2015
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    1) EU-Kommission: Unausgewogene Beratung gefährdet Klima und Gesundheit
    2) LobbyControl unterwegs gegen Lobbyismus an Schulen
    3) Ausschreibung: LobbyControl sucht Pressesprecher/in und Campaigner/in
    4) Lobbykritische Stadtführungen – es geht wieder los
    5) Aktuelles aus unserem Blog
    ————————————————————————

    Liebe Leserinnen und Leser,

    In Brüssel zeigt sich derzeit, dass die einseitige Besetzung der
    Beratergruppen der EU-Kommission verheerende Auswirkungen auf Klima und
    Gesundheit hat.

    In Hannover konnten wir bei unserem Besuch der Bildungsmesse didacta
    sehen: das Thema Meinungsmache an Schulen ist leider immer noch hoch
    aktuell.

    Und in Berlin brauchen wir Verstärkung: LobbyControl sucht eine/n
    Pressesprecher/in und eine/n Campaigner/in.

    Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre zu diesen und weiteren
    Themen in unserem Newsletter.

    Ihre Heidi Bank

    1) EU-Kommission: Unausgewogene Beratung gefährdet unsere Gesundheit
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    Eine von Greenpeace veröffentlichte Studie zeigt: Die EU-Kommission
    wurde zu neuen Emissionsstandards von Kohlekraftwerken vor allem
    von der Industrielobby beraten. Mit verheerenden Folgen: Die Regeln
    wurden EU-weit verwässert. Auch insgesamt sind die Beratergruppen der
    EU-Kommission unausgewogen besetzt. Ob bei der Klima-und Steuerpolitik
    oder der Finanzmarktregulierung: Trotz jahrelangem Druck des
    EU-Parlaments und der Zivilgesellschaft hat sich an der Dominanz der
    Unternehmenslobby in den Gruppen immer noch kaum etwas geändert.

    Lesen Sie mehr in unserem Blog:
    https://www.lobbycontrol.de/?p=20834

    2) Unterwegs gegen Lobbyismus an Schulen
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    Wir sind mit einem Team zur didacta nach Hannover gefahren, um mit
    aktuellen Beispielen den Missstand „Lobbyismus in Schulen“ anzuprangern.
    Von unserem Rundgang haben wir live auf unserer Webseite berichtet. Da
    waren etwa Arbeitsblätter des Lobbyverbandes der Milchindustrie, die ein
    romantisches Bild der Landwirtschaft im „Milchland Niedersachsen“
    zeigen. Oder die Materialien von Unternehmen, die unter der Flagge des
    Schulbuchverlags Klett in die Schulen segeln. Wir waren erfreut, dass
    einige Stände, die wir im letzten Jahr kritisiert hatten, dieses Mal
    fehlten. Mit unseren Flyern haben wir vor der Messe auf das Problem
    „Lobbyismus an Schulen“ aufmerksam gemacht. Vielen Dank an alle, die uns
    in den letzten Wochen unterstützt haben!

    Wir freuen uns weiterhin über Hinweise auf interessante Fälle – einfach
    als Antwort auf diesen Newsletter.

    Wenn Sie unser Diskussionspapier oder unseren zum Thema kostenlos
    bestellen möchten, können Sie das hier tun:
    https://www.lobbycontrol.de/diskussionspapier-lobbyismus-an-schulen-bestellen/

    Den Live-Blog von der Didacta lesen Sie hier:
    https://www.lobbycontrol.de/didacta

    3) Stellenausschreibungen: Verstärkung für unser Berliner Büro
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    Wir erweitern unser Team in Berlin und suchen ab Juli eine/n
    Pressesprecher/in und eine/n Campaigner/in (beide für 30 bis 38,5
    Wochenstunden). Sind Sie interessiert oder kennen Sie jemanden, der/die
    zu uns und diesen Stellen passt? Lesen und verbreiten Sie gerne unsere
    Ausschreibungen:
    https://www.lobbycontrol.de/jobs/

    3) Saisonstart lobbykritische Stadtführungen
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    Der Frühling kommt – und damit starten auch unsere beliebten
    lobbykritischen Stadtführungen wieder. Nach dreimonatiger Winterpause
    werden wir wieder regelmäßig Gruppen und Einzelpersonen durch den
    Berliner den Berliner Lobbydschungel leiten. Kommen Sie mit!

    Für unsere nächsten offenen Stadtführungen haben wir noch freie Plätze:
    – Samstag, 14.3. um 14h
    – Samstag, 28.3. um 14h

    Für Gruppen buchen Sie bitte gesonderte Termine. Alle Informationen zu
    weitern Terminen und zur Anmeldung finden Sie hier:
    https://www.lobbycontrol.de/schwerpunkt/lobbyplanet-berlin/

    4) Aktuelles aus dem Blog
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    Gemeinsam mit 374 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 25 Ländern
    fordern wir die EU-Parlamentarier auf, eine kritische Resolution an die
    TTIP-Verhandlungsführer zu senden: Menschen, Umwelt und Demokratie
    müssen über kurzfristiges Profitstreben und unverhältnismäßige
    Konzernrechte gestellt werden!
    https://www.lobbycontrol.de/?p=20793

    Anlässlich der Didacta weisen wir auf eine neue Studie hin, die für
    Lehrerausbildung zuständige “School of Civic Education” (CIVES)
    veröffentlicht hat. Darin wird eine Unterrichtseinheit des
    unternehmensnahen Institut der deutschen Wirtschaft zum Thema
    Altersvorsorge kritisiert. Außerdem berichten wir über Forderung der
    Verbraucherschutzorganisation Foodwatch nach einer Abgabe von
    kostenlosem staatlich finanziertem Unterrichtsmaterial für
    Ernährungsbildung an Lehrer und Schulen.
    https://www.lobbycontrol.de/?p=20725

    Eine besonders zynische Form des Lobbying bei den TTIP-Verhandlungen
    betreibt der “Event-Organiser” Forum Europe. Von Unternehmen gesponserte
    Konferenzen werden zum Versammlungs- und Austauschort für Lobbyisten und
    Politiker. Einen kritischen Bericht von der Forum Europe TTIP-Konferenz
    während der 8. Verhandlungsrunde lesen Sie hier:
    https://www.lobbycontrol.de/?p=20626

    Die geheime Verhandlungsrunde zum globalen Dienstleistungsabkommen TISA
    nehmen wir zum Anlass, um die Intransparenz der EU-Handelspolitik zu
    kritisieren. Die UN-Klimaverhandlungen zeigen, dass es auch anders geht.
    https://www.lobbycontrol.de/?p=20599

    ————————————————————————

    Weitere aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus:

    Twitter: http://www.twitter.com/lobbycontrol/
    Facebook: https://www.facebook.com/lobbycontrol
    Google+: https://www.google.com/+lobbycontrol

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    Impressum.

    Dieser Newsletter wird herausgegeben von
    LobbyControl – Initiative für Transparenz und Demokratie e.V.
    Am Justizzentrum 7
    50939 Köln
    http://www.lobbycontrol.de

  3. Verlag Assoziation A / Leipziger Buchmesse / Interview: "Anarchismus, eine Form der Altersweisheit" permalink
    10. März 2015 11:34

    am Donnerstag eröffnet die Leipziger Buchmesse, die vom 12. bis 15. März 2015 für die Besucher*innen geöffnet sein wird. Gemeinsam mit unseren Partnerverlagen der buchkoop konterbande (http://www.buchkoop.de/) sind wir wieder in Halle 5 am Stand E 402 erreichbar. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und laden am Donnerstag um 17 Uhr zu einem kleinen Umtrunk am Stand ein.

    Rechtzeitig zur Messe ist in den Libertären Buchseiten der Graswurzelrevolution auch ein Verlagsporträt in Form eines Interviews von Bernd Drücke mit Rainer Wendling und Theo Bruns erschienen. Das Interview kann online hier nachgelesen werden:
    „Anarchismus, eine Form der Altersweisheit“
    Assoziation Anarchie? Interview mit den Assoziation-A-Verlegern Rainer Wendling und Theo Bruns
    http://www.graswurzel.net/397/a.php
    Als PDF mit Fotos zum Download hier auch auf unserer Website:
    http://www.assoziation-a.de/dokumente/Assoziation_A_Interview_GWR.pdf

    Im Rahmen der Buchmesse mit dem Gastland Israel wird unser Autor Gabriel Bornstein am Freitag seinen Roman „45 Minuten bis Ramallah“ in der Buchhandlung El Libro vorstellen:
    http://el-libro.shop-asp.de/shop/action/mymagazine/48956/veranstaltungen.html?aUrl=90005478

    Und natürlich möchten wir Sie auf unsere beiden ersten Frühjahrsneuerscheinungen aufmerksam machen:
    Den glorreichen Roman „54“ des italienischen Autorenkollektivs Wu Ming:
    http://www.assoziation-a.de/neu/Wu_Ming_54.htm
    Und den Roman unserer Autorin Beatriz Bracher über die brasilianische Militärdikatur:
    http://www.assoziation-a.de/neu/Bracher_Die_Verdaechtigung.htm

    Mit herzlichen Grüßen
    Theo Bruns & Rainer Wendling

    http://www.assoziation-a.de/
    https://www.facebook.com/pages/Assoziation-A/535947913096142

    ——————————————————————————————————————-

    http://de.anarchopedia.org/Assoziation_A

    Buchhandlung „Schwarze Risse“, in Berlin http://schwarzerisse.de/


    Joseph Déjacque, (1821-1864 früher Anarcho-Kommunist, Tapezierer und Anstreicher) http://de.anarchopedia.org/Joseph_D%C3%A9jacque

  4. Zehntausende auf Portugals Straßen gegen Austeritätspolitik // Arbeitserlaubnisse für alle die hier leben permalink
    10. März 2015 17:14

    Am 7. März hatte der Gewerkschaftsbund CGTP in 17 Städten zu Demonstrationen gegen die Regierung und deren Austeritätskurs mobilisiert – und vor dem Hintergrund der jüngsten Skandale um den Ministerpräsidenten war die Mobilisierung grösser als bei jüngeren Versuchen, Proteste und Widerstand zu organisieren. Siehe einen Überblick mit zahlreichen Links zu Berichten aus den einzelnen Städten auf, wo die massive Beteiligung deutlich sichtbar wird
    http://www.labournet.de/internationales/portugal/krise-portugal/emporung/zehntausende-auf-portugals-strassen-gegen-austeritaetspolitik/?cat=7408

    —-

    Die Chance für eine solidarische Lösung für die Gruppe Lampedusa in Hamburg nutzen. Mindestlohn durchsetzen heißt auch Arbeitserlaubnisse für alle die hier leben

    Gewerkschaftlicher Appell der ver.di Jugend Hamburg (u.a.) zur Forderung nach Arbeitserlaubnissen an den Hamburger Senat. In Hamburg ist es in den letzten Wochen gelungen mit einer gewerkschaftlichen Kampagne die Forderung der in ver.di organisierten KollegInnen der Gruppe Lampedusa in Hamburg nach Arbeitserlaubnissen erneut in die Öffentlichkeit zu bringen. Noch die war die Chance zu einer Lösung für die durch die Drittstaatenregelung an der Teilhabe grundlegender gesellschaftlicher Rechte in Deutschland gehinderter KollegInnen so groß. In den aktuell stattfindenden Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen ist die Frage des Umgangs mit der Gruppe ein wichtiger Verhandlungspunkt geworden. Auf der Landesbezirkskonferenz von ver.di Hamburg war die Forderung der KollegInnen auf vielfältige Weise Thema. Über 100 Delegierte Unterzeichneten einen Appell an die Abgeordneten des neuen hamburger Senats mit der Forderung nach Arbeitserlaubnissen. Für diesen Appell werden bundesweit noch gewerkschaftsübergreifend UnterstützerInnen gesucht! Wer diesen Appell [auch außerhalb von Hamburg!] unterstützen möchte, muss sich bis zum 11.03.2015 beeilen! Siehe Appell und Hintergründe in unserem Dossier: Lampedusa in Hamburg
    http://www.labournet.de/?p=38741

  5. 11. März 2015 01:23

    Mythos Alpenfestung der NS-Taliban

  6. 11. März 2015 01:26

    Daniel Kulla: Verschwörungstheorien und Verschwörungsdenken

    Konsequente Verschwörungstheorien, wie sie sich derzeit im Internet entfalten, können helfen einzusehen, dass praktisch alle Menschen beständig ihre Interessen verfolgen. Ideologisches Verschwörungsdenken – der Konspirationismus – dient hingegen politischen Gruppen dazu, sich selbst als uneigennützig und interessenfrei darzustellen, den verschwörerischen Feind jedoch der Verfolgung seiner Interessen und damit der Störung einer vermeintlich harmonischen Ordnung zu bezichtigen. Konspirationismus gedeiht am besten als Staatsideologie, wie vor allem an der deutschen Geschichte der vergangenen zwei Jahrhunderte zu zeigen sein wird.

    Der Referent Daniel Kulla ist Autor des Buches “Entschwörungstheorie – Niemand regiert die Welt”.

  7. 11. März 2015 01:28

    Verschwörungstheorien – Wer regiert die Welt?

    Verschwörungstheorien liegen im Trend: Elvis lebe noch. Flugzeuge vergiften mit Chemtrails die Bevölkerung. Die Anschläge vom 11. September wären von der us-amerikanischen Regierung organisiert worden. Israel und die Juden versuchen eine neue Weltordnung zu etablieren. Im Vortrag sollen typische Verschwörungstheorien erläutert und ihre Hintergründe analysiert werden. Dabei sollen dahinterstehenden Bedürfnisse und Ideologien in der Gesellschaft offen gelegt werden.

    Merlin Wolf studierte Pädagogik und Philosophie an der Universität Mainz und forscht derzeit als Promovent am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Heidelberg im Bereich der Kritischen Erziehungswissenschaft. Nebenbei arbeitet er als pädagogischer Mitarbeiter.

  8. 11. März 2015 01:32

    Volker Pispers – Realität und Wirklichkeit

  9. 11. März 2015 01:35

    Weltwirtschaft im Gleichgewicht nur noch mit der Arbeiterräte Basisdemokratie

  10. 11. März 2015 01:36

    Suppenküche in Athen – Dann wird noch Griechenland Waffen aufgeschwatzt – Wirtschaaftskrise

    • 13. März 2015 17:05

      Macht ohne Kontrolle – Die Troika

      Um ihre Notkredite zu erhalten, mussten sich die Krisenstaaten der Eurozone den Vorgaben Beamter beugen, die keinerlei parlamentarischer Kontrolle unterliegen: der Troika. Rekrutiert aus den Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission forderten sie Einsparungen in verheerendem Ausmaß. Doch die positiven Auswirkungen der Sparpolitik blieben für die meisten aus.

      Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika?

      Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission – der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene.

      „Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman.

      Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise, bei der er dem Ursprung und den Auswirkungen konkreter Entscheidungen der Troika auf den Grund geht.

      http://www.arte.tv/guide/de/051622-000/macht-ohne-kontrolle-die-troika?autoplay=1

  11. 11. März 2015 01:45

    Geschäft mit Hartz IV

  12. 11. März 2015 01:47

    Im Anschluß an eine Lesung aus seinem Buch “Doktorspiele” stellt sich Gert Postel Fragen aus dem Publikum. Wir erfahren etwas über die Motive des Hochstaplers und sein Verhältnis zu psychiatrischen Koryphäen wie Hans-Ludwig Kröber und der ehemaligen, bayrischen Justizministerin Beate Merk, sowie Praktiken aus dem klinischen Alltag einer geschlossenen Psychiatrie, wie z.B. willkürliche Fixierungen und zwangsweise Verabreichung von Haloperidol.

    Doktorspiele: Gert Postel beantwortet Fragen aus dem Publikum

  13. Four Years After Fukushima Disaster, Radiation Dangers Remain Unknown permalink
    11. März 2015 09:53

    Among the many unknown factors include the effects of radiation levels on children’s health, says journalist Chiho Kaneko – March 11, 2015

    http://therealnews.com/t2/index.php?option=com_content&task=view&id=31&Itemid=74&jumival=13402

  14. attac-Newsletter: TTIP-Proteste europa- und weltweit! permalink
    12. März 2015 21:07

    der attac Newsletter: http://www.attac.de/newsletter/public/archive.php?id=390

    Liebe Mitaktive, Unterstützerinnen und Unterstützer im Protest gegen TTIP (*),

    herzlich willkommen zu unserem achten Newsletter zu TTIP & Co!
    Unsere selbstorganisierte Europäische Bürgerinitiative (EBI) feiert einen Meilenstein nach dem anderen! Nach nur etwas mehr als vier Monaten haben wir bereits die 1,5 Millionen-Grenze geknackt und in elf Ländern das offizielle Quorum überschritten. Bis 6. Oktober sammeln wir noch weiter und möchten sie bis dahin zur erfolgreichsten EBI aller Zeiten machen!

    Unterschreiben: http://www.attac.de/sebi
    (Unterschriftenliste zum Ausdrucken weiter unten auf der Seite)
    Länderübersicht: https://stop-ttip.org/

    Weitere Themen:

    Gleich eintragen: 18.4. Globaler Aktionstag gegen TTIP, CETA, TiSA & Co!
    TTIP-Aktion deckt auf: Bundestag wird zur Shopping-Mall
    „Wir haben TTIP satt!“ –Thema auf Agrarwende-Demo
    Maulkorb für ttip-freie Kommunen?
    Neues Attac-Factsheet zum Rat für regulatorische Kooperation
    In der Presse
    Neue Materialien

    1) Gleich eintragen: 18.4. Globaler Aktionstag gegen TTIP, CETA, TiSA & Co!
    Weltweit wehren sich die Menschen gegen antidemokratische Handelsabkommen zu Gunsten großer Konzerne und auf Kosten von Mensch und Umwelt. Das internationale Bündnis gegen TTIP & Co hat den 18. April zum „Global Trade Day“ ausgerufen. Bundesweit organisieren Attac-Gruppen und lokale Bündnisse bereits dezentrale Proteste. Gleich vor Ort nachfragen!

    Attac-Aufruf: http://www.attac.de/globaltradeday
    Die internationale Webseite geht in Kürze online.

    2) TTIP-Aktion deckt auf: Bundestag wird zur Shopping-Mall
    Die PassantInnen staunten nicht schlecht: Ein einfallsreich gestaltetes Bauschild verkündete Anfang Februar die Eröffnung der „Freihandelsarkaden im Reichstag“: TTIP sei Dank würde das Gebäude nun von einer demokratischen in die marktkonforme Nutzung überführt. Helft mit, den drohenden Demokratieabbau durch TTIP bekannt zu machen!

    Aktionsbericht
    Facebook-Galerie

    3) „Wir haben TTIP satt!“ –Thema auf Agrarwende-Demo
    Rund 50.000 TeilnehmerInnen begleiteten am 17. Januar die große Land­wirt­schafts­demo in Berlin, die sich diesmal nicht nur für gutes Essen und gute Land­wirt­schaft weltweit, sondern auch gegen TTIP aussprach. Als Demo-Mit­veran­stalter war Attac mittendrin und gestaltete einen Handelshemmnis-Block.

    Einige Fotos

    4) Maulkorb für ttip-freie Kommunen?
    Über 120 Kommunen, Landkreise und Städte kritisieren bereits kraft eines Ratsbeschlusses die Gefahren, die der kommunalen Selbstverwaltung durch TTIP, CETA oder TiSA drohen würde. Das ist den Befürwortern unangenehm und so versuchen sie, die Initiativen mit einer juristischen Einschätzung vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestags einzuschüchtern. Wir halten das für eine Nebelkerze und sagen: TTIP betrifft Kommunen – klar müssen sie sich äußern dürfen!

    Kommentar
    Aktionsseite mit Karte: http://www.attac.de/ttip-in-kommunen

    5) Neues Attac-Factsheet zum Rat für regulatorische Kooperation
    Alles redet über internationale Schiedsgerichte, dabei birgt TTIP noch viele weitere Gefahren. Zum Beispiel das Kapitel zur regulatorischen Kooperation. Damit würde TTIP der Wirtschaftslobby offizielle Verfahren zur verstärkten Einflussnahme einrichten und ihr die Macht verleihen, Gesetze zu beeinflussen oder zu verhindern, noch bevor diese in den zuständigen Parlamenten abgestimmt werden können. Handelsinteressen würden systematisch Vorrang vor dem Allgemeinwohl bekommen.

    Mehr Infos in unserem Factsheet –

    6) In der Presse

    Über die Ursachen der starken TTIP-Proteste macht sich Petra Pinzler in einem Kommentar für die Zeit Gedanken.
    TTIP stehe nicht nur für den Abkehr vom Multilateralismus, sondern auch für eine weitere Spaltung der globalen Ordnung unter Inkaufnahme eines Handelskrieges, analysiert FES-Mitarbeiter Marcel Humuza für die IPG.
    Für LeserInnen mit wirtschaftswissenschaftlicher Vorbildung legt der bekannte Ökonom Heiner Flassbeck dar, dass TTIP schon rein theoretisch seine Verheißungen nicht erfüllen kann, wenn nicht gleichzeitig die Währungswechselkurse und die Leistungsbilanzen der Verhandlungspartner geändert werden.
    „Es besteht aller Grund, misstrauisch zu werden, wenn in Demokratien informierte Debatten unterdrückt werden sollen“ – so die Kernthese von Prof. Roland Reuss in einem Gastkommentar für die FAZ.
    Anfang März preist Sigmar Gabriel in der BILD höchst populistisch vermeintliche TTIP-Segnungen, was Jens Berger von den Nachdenkseiten zu einer kritischen Analyse veranlasst.

    Weitere spannende Texte und Veröffentlichungen finden sich übrigens nach Schlagworten durchsuchbar in unserer Artikel-Datenbank unter Bibsonomy.

    7) Neue Materialien

    Wir sind alle Handelshemmnisse! Und folgerichtig verteilen wir Handelshemmnis-Visitenkarten – ausgestattet mit den wichtigsten Kurzinfos. Zu bestellen im Attac-Webshop.
    Rechtzeitig zum nächsten Aktionstag haben wir den Flyer zur Buchhandelsaktion nachgedruckt. Infos zur Aktion; Der Flyer im Webshop.
    In einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung analysiert und bewertet Thomas Fritz den Vertragstext von CETA (dem EU-Kanada-Abkommen).
    Das Wirtschaftsforschungsinstitut ifo brachte Anfang des Jahres eine Studie heraus, die (entgegen ihrer eigenen früheren Ergebnisse) positive Effekte von TTIP für Schwellen- und Entwicklungsländer belegen soll. Mehrere Bündnis-NGOs haben unter dem Titel „Wunschdenken statt zeitgemäßer Wissenschaft“ einen kritischen Kommentar dazu verfasst:
    … und natürlich das Attac Factsheet zur regulatorischen Kooperation, siehe oben Punkt 5.

    Mit herzlichen Grüßen
    Kay Schulze

    P.S.: Um Druck aufzubauen, benötigen wir die Unterstützung von so vielen Menschen wie möglich. Bitte leitet diese Mail an Freunde und Bekannte weiter! Wer in Sozialen Netzwerken aktiv ist, kann uns auch auf Facebook und Twitter abonnieren und teilen. Und natürlich freuen wir uns über Spenden und Neumitglieder! Danke! http://www.attac.de

  15. 13. März 2015 00:05

  16. Der Bibliothekar der UU empfiehlt: Nachrufe zum Tod von Terry Pratchett permalink
    13. März 2015 00:14

    Ein angemessener Nachruf – erstaunlicherweise auf »Spiegel online«:

    Zum Tod von Terry Pratchett: Das Universum ist ein großer Witz

    Von Tom Hillenbrand

    12.03.2015 – 19:07 Uhr

    Terry Pratchett ahnte nicht nur, dass der Tod ihn holt. Der Schriftsteller wusste sogar, wie er aussieht.

    Tod ist ein knochiger Junggeselle, hat blaue Augen und wohnt zusammen mit seinem Butler Albert in einem viktorianischen Anwesen namens „Mon Repos“. Er mag Katzen und Curry. Außerdem ist er Mitglied der vier apokalyptischen Reiter (ursprünglich waren es fünf, doch Kaos verließ die Gruppe, bevor diese berühmt wurde, und arbeitet heute unter dem Namen Ronnie Soak als Milchmann). Sein Motto lautet: „Es gibt keine Gerechtigkeit. Es gibt nur mich.“

    Dieser personifizierte Tod entstammt natürlich Pratchetts Feder. Er ist eine der beliebtesten Figuren in dessen Scheibenwelt-Serie – neben Rincewind, dem unfähigen Zauberer, Feucht von Lipwig, dem öligen Trickbetrüger oder der herrischen Hexe Wetterwachs.

    In über 40 Romanen hat Pratchett sein Fantasy-Universum beschrieben – jene auf den Schultern von vier gigantischen Elefanten ruhende Weltenscheibe. Die Dickhäuter stehen auf dem Panzer der kosmischen Schildkröte Groß-A’Tuin, welche auf immerdar durchs All paddelt.

    Barbar mit Hämorrhoiden

    Gegen Umfang und Detailreichtum von Pratchetts Epos nimmt sich Mittelerde wie eine zweitklassige Serviettenskizze aus. Hinzu kommt, dass Pratchett überreichlich mit etwas gesegnet war, das J.R.R. Tolkien abging: Humor.

    Vielen Menschen gilt Fantasy als unlesbares Genre, wegen des bierernsten Heroismus und der meist holzschnittartigen, manichäischen Plots. Pratchett jedoch hat es geschafft, diese Literaturgattung zu entlüften, indem er sie nach Strich und Faden verhohnepipelte. In seiner Magierschule, der Unsichtbaren Universität, sitzen schlimmere Bürokraten als im Germanistik-Prüfungsausschuss der Gesamthochschule Duisburg-Essen, weswegen zum Zaubern leider keine Zeit bleibt; der sagenumwobene Barbarenkrieger Cohen ist bei Pratchett tattrig und hat keine Zähne mehr, dafür aber Hämorrhoiden.

    Dieser allgegenwärtige Witz erklärt Pratchetts Erfolg nur teilweise. Seine Werke wären kaum die meistgeklauten Bücher Großbritanniens (statistisch erwiesen!), böten sie lediglich ein bis drei Schmunzler pro Seite. Ebenso wichtig ist, dass Scheibenwelt-Romane stets eine zweite, ernsthafte Ebene besitzen. Es geht, satirisch verpackt, um die großen Themen: Religion und Rassismus, Gott und Gier – sowie die Frage, wo die verdammte Riesenschildkröte eigentlich mit uns hinpaddelt.

    Wenn etwa der Gauner Feucht von Lipwig in „Making Money“ Chef der Zentralbank von Ankh-Morpork wird und versucht, den Goldstandard durch Papiergeld zu ersetzen, dann ist das auch ein Kommentar zur Finanzkrise. Es dürfte ferner die einzige im Multiversum existierende Abhandlung zur neukeynesianischen Geldtheorie sein, die brüllend komisch ist.

    Er schrieb noch, als er es fast nicht mehr vermochte

    Man kann Pratchett mit Douglas Adams vergleichen, dem Erfinder der humoristischen Science-Fiction („Per Anhalter durch die Galaxis“). Beide waren sich einig, dass das Universum ein ziemlich großer Witz ist. Allerdings war der 1948 im britischen Beaconsfield geborene Pratchett deutlich produktiver; während man Douglas die „Anhalter“-Romane mit vorgehaltener Laserpistole abpressen musste, flossen Pratchett die Sätze wie von selbst aus den Fingern (oder wo auch immer er sie hernahm).

    Lange hatte er als Pressesprecher des Central Electricity Generating Board gearbeitet. Wegen des humoristisch begrenzten Potenzials dieser Tätigkeit sattelte Pratchett 1987 auf Vollzeitautor um. Seitdem veröffentlichte er im Schnitt zwei Bücher pro Jahr. Das Gros spielt auf der Scheibenwelt, aber er schrieb auch andere, zuletzt den hochgelobten Historienroman „Dodger“.

    „Die wahrhaft menschliche Qualität“, hat Pratchett einmal gesagt, „besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Fantasie.“ Wenn er nicht gerade auf einer der zahlreichen Scheibenwelt-Conventions Bücher signierte, schrieb er, oft bis nach Mitternacht. Wie enorm seine Schöpferkraft war, zeigten die letzten Jahre: Pratchett litt an einer früh einsetzenden Form von Alzheimer. Obwohl er zuletzt nicht mehr tippen konnte, stellte er noch ein halbes Dutzend Romane fertig.

    Ein Leben ohne „Das Licht der Fantasie“ konnte Pratchett sich nicht vorstellen. Kurz nach seiner Diagnose beschloss er deshalb, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, bevor sein Ideenreichtum erlosch. Britische Zeitungen berichten jedoch, dass er das dann doch nicht tat, sondern zu Hause verstarb.

    Selbst wenn man so viel über den „Dieb der Jahre“ geschrieben hat wie Terence David John Pratchett, gehört unvorstellbar viel Mut dazu, dem Sensenmann in die (vermutlich blauen) Augen zu blicken. Der 2008 zum Ritter geschlagene Pratchett besaß diesen Mut. Auf seinem Wappen stand nicht ohne Grund „Noli temere messorem“: Fürchte den Schnitter nicht.

    Auf der Scheibenwelt, so sagt man, holt der Tod gewöhnliche Sterbliche nicht persönlich; nur mächtigen Magiern und großen Königen erweist er diese Ehre. Terry Pratchett war beides: Erzmagier des Humors und Hochkönig der Fantasie.

    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/terry-pratchett-ist-tot-das-universum-ist-ein-grosser-witz-a-1023241.html

    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    Und ein nicht so erstaunlicher, aber ebenso angemessener Nachruf in der »Süddeutschen Zeitung«, 12. März 2015, 18:51

    Zum Tod von Terry Pratchett

    Der Göttliche

    Sir Terry Pratchett, Autor von 70 Fantasy-Romanen, ist an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung gestorben. Wer ihn gelesen hat, der trauert. Weil Pratchett nicht nur Welten schuf, sondern Götter.

    Von Kurt Kister

    Wenn auf der ganzen Welt deutlich mehr als 60 Millionen Bücher eines Autors verkauft werden, dann bedeutet dies, dass er ein sogenannter populärer Autor ist. Das heißt einerseits, dass er wirklich gelesen wird.

    Andererseits bedeutet es meistens auch, dass ihn die Institutionen und Protagonisten der KULTUR nicht wahrnehmen. Ja, Kultur in Großbuchstaben, denn der Tod in Pratchetts Geschichten, ein eher depressiver Kerl mit einer Sense, spricht auch immer in VERSALIEN.

    Bei Terry Pratchett, geboren am 28. April 1948, gestorben am 12. März 2015, war beides der Fall: Manchen galt er bestenfalls als Gebrauchsschriftsteller, schlimmer noch: als Fantasy-Autor, der so schratig war, dass er sich schon deswegen nicht für Buchpreise eignete.
    Die Götter sind Geschöpfe Terry Pratchetts

    Andere aber, jene vielen, die ihn lasen, wissen, dass Pratchett zu seinen besten Zeiten als Großironiker nicht nur Welten schuf, sondern auch Götter. Ein Mensch von der Phantasie Pratchetts, der Götter nach Belieben ins Leben ruft, ist die angemessenste Antwort auf all jene, die Menschen im Namen eines Gottes maßregeln oder quälen. Vielleicht sind wir Geschöpfe Gottes. In jedem Fall aber sind die Götter Geschöpfe Terry Pratchetts.

    Wahrscheinlich bleibt einem, der erst als Lokaljournalist in Mittelengland und dann als PR-Mensch eines Energiekonzerns arbeitete, gar nichts anderes übrig, als seine eigene Welt zu bauen. Unsere Welt nämlich, die als die reale gilt, ist langweilig, gefährlich und riecht aus dem Mund. Pratchetts Scheibenwelt dagegen ist ganz anders. Sie ruht auf vier Elefanten, die wiederum auf einer gigantischen Schildkröte stehen, die durch das Universum segelt. Wer ihrem Rand zu nahe kommt, kann runterfallen.

    Es gibt Zauberei auf dieser Welt. Aber es ist nicht die Art von Billig-Zauberei des üblichen Fantasy-Genres, sondern man kann sie an der Unsichtbaren Universität lernen, deren Bibliothekar ein Orang-Utan ist und gerne Orgel spielt. Wer nun glaubt, dies sei Unsinn, der misstraut der größten Begabung des Menschen: der Phantasie.

    Pratchetts Welten sind voller Dinge und Wesen, die es in unserer Welt, der realen, der riechenden, nicht gibt, die aber besser als jede Wissenschaft erklären, wo die Elektrizität herkommt, warum ein Troll den Rock’n’Roll miterfunden hat und wieso es in einer funktionierenden Stadt eine Gilde der Mörder geben muss.

    Die Scheibenwelt, beschrieben in gut 30 Büchern [über 40!! Der Bibliothekar], ist nicht Pratchetts einzige, aber doch die bedeutendste Erfindung (seine restlichen 40 Bücher beschäftigen sich unter anderem mit den Teppichvölkern oder damit, wie man Wissenschaft am besten nicht versteht). Natürlich ist Pratchett seit ein paar Jahren Sir Terry gewesen, weil die Briten klug genug sind, um zu wissen, dass es nichts Klügeres gibt als Skurrilität.

    Wer nie etwas von Pratchett gelesen hat, der möge jetzt den ersten Scheibenwelt-Band sofort kaufen. Er heißt „Die Farbe der Magie“. Wer Pratchett aber gelesen hat, der trauert – auch weil die Welt nun nicht nur um einen Menschen, sondern um Götter ärmer ist.

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/zum-tod-von-terry-pratchett-der-goettliche-1.2391436

  17. Aus für die Gulag-Gedenkstätte Perm-36 permalink
    13. März 2015 08:34

    Legalistische Piraterie

    Seit der staatlichen Übernahme bekam die wichtigste Gedenkstätte für die Gulag-Lager weder Strom noch Wasser. Es war ein Ende auf Raten.

    MOSKAU taz | Ende Juli kam das endgültige Aus. Perm-36, Russlands einzige authentische Gedenkstätte, die an das sowjetische Lagerwesen erinnert, musste nach 20 Jahren die Tore schließen. Bis zuletzt hatten der private Trägerverein und dessen Direktorin Tatjana Kursina noch gekämpft. Die Schließung war von den lokalen Behörden der Stadt Perm im nördlichen Ural jedoch von langer Hand vorbereitet worden.
    Quelle: taz – http://www.taz.de/!144362/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Perm-36_Gulag-Museum


    http://gulaghistory.org/nps/onlineexhibit/stalin/perm36.php

  18. Demokratie als Standortnachteil ein Interview mit dem Verleger Hannes Hofbauer Promedia Verlag, Wien permalink
    13. März 2015 09:20

    In unserer modernen Gesellschaft stehen die Interessen des Kapitals und die Interessen der Menschen in einem stetigen Konflikt. Per Definition sollte ein demokratisches System die Interessen der Menschen verteidigen. Doch das geschieht immer seltener. Zu diesem „Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter“ sprach Jens Wernicke mit dem Publizisten und Verleger Hannes Hofbauer.

    Herr Hofbauer, in Ihrem aktuellen Buch widmen Sie sich vielen Fragen der Zeit. In Summe geht es vor allem um das Spannungsfeld zwischen Kapitalinteressen und Demokratieabbau. Was hat Sie zu diesem Buch bewegt? Und warum kommt dasselbe gerade jetzt?

    Wir erleben gerade ein erbarmungslos geführtes Match zwischen Kapital und Demokratie. Schon die Verfasstheit der Europäischen Union fällt weit hinter die in den meisten Nationalstaaten bestehenden demokratischen Standards zurück. Die Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exekutive beispielsweise, eine der Grundsäulen der bürgerlich-parlamentarischen Demokratie, ist in der EU gar nicht vorhanden. Dort in Brüssel erhebt sich der EU-Rat zur Legislative; seine Mitglieder, die Ministerpräsidenten, Kanzlerinnen und Fachminister sind auf nationaler Ebene jedoch nicht für legislative Aufgaben gewählt worden. Sie ministrieren, wie das lateinische Wort sagt, sie dienen dem Parlament. Auf EU-Ebene bestimmen dann aber die für den Dienst an nationalen Parlamenten eingesetzten Regierungsmitglieder über suprastaatliche Belange und erheben sich selbst zur Gesetzgebungskraft. Fazit: Die EU ist nicht einmal eine parlamentarische Demokratie. Und weil das Parlament nicht die bestimmende Kraft ist, haben es starke Kapitalgruppen hier noch leichter als in den einzelnen Nationalstaaten, ihre Interessen auf EU-Ebene durchzusetzen.

    Und andersherum: Das, was sie Bürgerinnen und Bürger an der Politik von EU-Rat und -Kommission als „Abgehobenheit“ empfinden, hat strukturelle Ursachen. Die in diesen Gremien auftretenden Personen sind nämlich niemandem verpflichtet, der sie gewählt hätte. Und das ist nur die bürgerliche Kritik an der Verfasstheit der EU, eine linke Kritik geht noch viel weiter. Denn die Europäische Union ist in sozio-ökonomischer Hinsicht vor allem der Garant für ökonomische Konvergenz bei gleichzeitiger sozialer Divergenz. Das will heißen, dass die Regeln für Investoren und Unternehmen unionsweit die gleichen sind, also die EU freien Waren- und Kapitalverkehr garantiert; zugleich aber die sozialen Regeln extrem unterschiedlich sind. Von Lohndifferenzen zwischen Schweden und Bulgarien über das Arbeitsrecht hin zu Pensions- und Gesundheitspolitik – da ist Brüssel an einer Vereinheitlichung gar nicht interessiert, denn derlei soziale und steuerpolitische Divergenz sichert dem EU-weit tätigen Investor seinen Profit.

    Das Buch „Die Diktatur des Kapitals“ kommt zu einem Zeitpunkt heraus, an dem das Bewusstsein darüber, dass unsere Gesellschaften sich in einer Schieflage befinden, allgegenwärtig ist. Ein Blick auf …
    zur Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25381

    Hannes Hofbauer – DIE DIKTATUR DES KAPITALS
    Souveränitätsverlust im postdemokratischen Zeitalter
    ISBN 978-3-85371-376-1, br., 240 Seiten, 17,90 Euro

  19. 13. März 2015 16:50

    Bildung schadet: Warum Yanis Varoufakis bei EU-Finanzministern schlecht ankommt

  20. Schäubles Buddies und das Feindbild Griechenland permalink
    14. März 2015 10:29

    Veröffentlicht am 13. März 2015 von Jascha Jaworski

    Am 8. März gab Griechenlands Finanzminister Varoufakis einer italienischen Tageszeitung ein Interview, in dem er danach gefragt wurde, was passiere, wenn Brüssel nicht die im Gegenzug für die weiteren Kreditauszahlungen von der griechischen Regierung auszuarbeitenden Reformmaßnahmen akzeptiere. Varoufakis entgegnete, dass sich die griechische Regierung dann an die Bevölkerung wende, um ein Referendum oder Neuwahlen abzuhalten. Was ist daran verwerflich, wenn eine Regierung feststellt, dass sie den Wählerauftrag (ein Ende der humanitären Krise, Wiederherstellung von Würde und ein Mindestmaß an Selbstbestimmung) nicht wie zugesagt umsetzen kann und sich somit an die eigene Bevölkerung wendet, um sich in Anbetracht dieser Gegebenheiten erneut demokratische Legitimation für das weitere Vorgehen einzuholen?

    Quelle: http://www.maskenfall.de/?p=8442

    ——
    Deutsche Verbohrtheit
    von: Robert Misik

    „Der Geisterfahrer“, titelte der Spiegel unmittelbar nach der Wahl von Alexis Tsipras. In den Tagesthemen der öffentlich-rechtlichen ARD wird EU-Parlamentspräsident Martin Schulz von einer Moderatorin salopp gefragt, ob er dem Griechen-Premier auch schon ordentlich „auf die Finger geklopft“ habe. Die BILD-Zeitung bittet ihre Leser Poster gegen die „gierigen Griechen“ im Internet hochzuladen und auch die normalerweise seriöse Süddeutsche Zeitung fährt seit Wochen eine Kampagne mit einem Stakkato an antigriechischen Kommentaren, die oft…
    Quelle: http://www.gegenblende.de/32-2015/++co++fee6d932-c8a5-11e4-93a4-52540066f352

  21. Die Proletenpassion: Eine Revolutionsoper, die plötzlich völlig zeitgemäß erscheint permalink
    14. März 2015 10:36

    Man sitzt da, ein wenig gerührt, gepackt von den Sounds, und ertappt sich bei dem Wunsch, man könne ein bisschen von der Energie dieses Abends in den nächsten Tag retten – und in die Wochen darauf folgenden Alltags. Es ist eine Theatersensation, ein Theatertriumph. Im Wiener Werk X läuft nun seit mehr als einem Monat schon die modernisierte “Proletenpassion”, meist vor gänzlich ausverkauftem Haus. Nachdem ich schon in der Premiere und nun noch bei einer weiteren Aufführung war, hier ein paar Gedanken zu diesem Abend.

    Die Proletenpassion ist ja eine Legende in Österreich (und ein bisschen auch darüber hinaus im deutschsprachigen Raum): Mitte der 70er Jahre von den linken “Schmetterlingen” zusammen mit dem Autor Heinz R. Unger (er war auch diesmal wieder mit an Bord) entwickelt, im damaligen Schlachthof Sankt Marx, der daraufhin besetzt wurde (woraus die heutige Arena entstand), ist es von allem ein bisschen: Rockoper, Nummerrevue, Geschichtserzählung der Aufstände, Siege und Niederlagen der kleinen Leute – von den Bauernkriegen über die französische Revolution, die Pariser Commune, die russische Revolution bis zum Sieg des Faschismus. Es ist Geschichtsschreibung mit den Mitteln von Theater und Musik.

    Die Ur-Passion…
    Quelle: http://misik.at/2015/03/die-proletenpassion-eine-revolutionsoper-die-ploetzlich-voellig-zeitgemaess-erscheint/


    http://de.wikipedia.org/wiki/Proletenpassion

  22. „Der Tod kommt aus Amerika“ und die Bestätigung durch den Chef von STRATFOR permalink
    14. März 2015 23:12

    NDS, 13. März 2015:

    „Der Tod kommt aus Amerika“- dies sollte der Titel meines nächsten Buches sein, ergänzt um den Untertitel: „Der bedrückende Wandel der USA vom Befreier zum Gewalttäter“. Dann wurde ich von Freunden darauf hingewiesen, das Buch würde als antiamerikanisch verstanden und potentielle Leser würden von der Eindeutigkeit und Härte des Titels davon abgehalten, es zu lesen. Zögernd habe ich die Warnungen ernst genommen. Nachdem heute dieses Video* mit Empfehlungen zur weltweiten US-Strategie des Gründers und Chefs des US-Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.)
    George Friedman auf meinen Bildschirm kam, bedauere ich das Zögern.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Chicago_Council_on_Global_Affairs

    Hier werden Handlungsanweisungen für die US-Sicherheits- und Außenpolitik geäußert, die durch die praktische Politik der USA erstaunlich weitgehend bestätigt werden und die man zugleich als zynisch und menschenverachtend werten muss, jedenfalls tödlich für 100tausende Menschen. Wenn Sie sich die Äußerungen von Friedmann anhören, dann werden Sie manche Schritte und Schachzüge der US-Politik und der dahinter steckenden, von den Republikanern geprägten Ideologie besser einordnen können. Sie werden Äußerungen von Kritikern bestätigt sehen, die von der herrschenden Meinung in Deutschland als antiamerikanisch abgetan werden. Von Albrecht Müller / Nachdenkseiten.de

    * https://www.youtube.com/watch?v=oaL5wCY99l8

    Zunächst hier der YouTube-Titel und erläuternde Text:

    STRATFOR: US-Hauptziel seit einem Jahrhundert war Bündnis Russland+Deutschland zu verhindern

    4 Februar 2015. Der Gründer und Vorsitzende des führenden privaten US-amerikanischen Think Tank STRATFOR (Abkürzung für Stategic Forecasting Inc.) George Friedman in einem Vortrag für The Chicago Council on Global Affairs über die geopolitischen Hintergründe der gegenwärtigen Ukraine-Krise und globalen Situation insgesamt. Ausschnitte.

    Das Video mit den Ausschnitten hat nur eine Länge von knapp 13 Minuten. Es lohnt sich, dieses anzuschauen. Es geht dabei nicht nur um das als bedrohlich dargestellte und deshalb zu verhindernde Bündnis Russland + Deutschland. Man erfährt auch einiges

    über den Charakter einer imperialistischen Politik,
    über die Hintergründe der US-Ukraine-Politik,
    über die Rolle des Gürtels von den baltischen Staaten bis zum Schwarzen und Kaspischen Meer – übrigens eine Bestätigung dessen, was Willy Wimmer in einem Brief an den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Ergebnis einer Tagung in Bratislava berichtet hat. Siehe hier im Nachtrag,
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=22855
    über das Vorgehen der USA jenseits und unter Umgehung der NATO und der Europäischen Union insgesamt und damit über das Zusammenspiel der USA mit einzelnen Staaten Europas zulasten einer gemeinsamen Politik Europas,
    über die Selbstverständlichkeit von Waffenlieferungen und Beratungsleistungen für die osteuropäischen Staaten einschließlich der Ukraine,
    über den Umgang mit Eurasien, das aus der Sicht des Mr. Friedman nicht okkupiert, sondern auf andere Weise beherrscht werden kann,
    über die Überlegungen und Hintergründe des betriebenen Konflikts zwischen Iran und Irak,
    über den zerstörerischen Umgang der USA mit den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland,
    und einiges mehr.

    Man lernt beim „Genießen“ dieses Videos, wie unbedeutend und verlogen die Partnerschaft mit den USA ist und welche Rolle TTIP spielen könnte.

    Eigenständig handelndes Europa?

    Es gab ja nach den Abkommen von Minsk geradezu euphorische Äußerungen deutscher Medien zur Eigenständigkeit europäischer Politik jenseits von US Interessen. Auf diese abstruse Vorstellungen war ich am 10. Februar 2015 unter der Überschrift „Woher wissen wir eigentlich, dass der Streit zwischen Merkel & Cie. und Obama & Co. kein abgekartetes Spiel ist?
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=24965
    Als Hilfe bei der Beantwortung der Kriegsschuldfrage, bevor er begonnen hat“ schon eingegangen. Das Video von und mit Mister Friedmann macht deutlich, wie falsch – vermutlich gezielt falsch – solche Theorien sind.

    Gerade Deutschland ist alles andere als ein unabhängig entscheidendes Land

    Mister Friedmann tut so, als sei Deutschland nicht kalkulierbar. Das ist vermutlich die gravierendste Fehleinschätzung dieses Politikberaters. Jedenfalls ist nicht erkennbar, woher die politischen und medialen Kräfte für eine eigenständige deutsche und europäische Politik gerade in Deutschland kommen sollten. Deutschlands Politiker von grün über schwarz und gelb bis rot wie auch Deutschlands Medien und Wissenschaft sind weitgehend eingebunden in US-amerikanisches Denken und in deren Interessen. Das haben wir auf den NachDenkSeiten und das haben andere unabhängige Autoren vielfach beschrieben. Die Schafsgeduld, mit der Politik und Wirtschaft und Medien in Deutschland die Zerstörung und Behinderung wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland und die Entwertung der Investitionen in Russland durch Sanktionen und durch die Politik der USA und anderer europäischer Staaten hingenommen haben, ist ein fundierter Beleg für diese Einbindung in andere Interessen. Auch die Missachtung der Mahnungen älterer deutscher Politiker, mit dem erreichten Frieden und Verständnis zwischen Russland und Deutschland, zwischen Russland und dem Westen behutsam umzugehen, ist ein Beleg für die Dominanz der US-Interessen und -Ideologie in Deutschland. Das schätzt Friedman anders und falsch ein.

    Quelle: NDS – NachDenkSeiten.de – http://www.nachdenkseiten.de/?p=25398#more-25398

    • Nachtrag zur Friedman-Rede im Beitrag „Der Tod kommt aus Amerika …“ permalink
      16. März 2015 20:33

      Es gab viele Reaktionen auf diesen Beitrag, meist positiv, aber auch kritisch. Und es gab hilfreiche Ergänzungen von unseren Leserinnen/en: eine Niederschrift der Bildunterschriften (siehe Anhang 1), der Link zur gesamten Rede des Mr. Friedman (Anlage 2); ein Leser ergänzte, dass der Tod auch aus Deutschland kommt. Das ist richtig. Kritisch angemerkt wurde auch, dass Friedman kein bedeutender und einflussreicher Berater ist und es 100tausende dieser Typen gäbe. Naja, in militärischen Kreisen soll Friedman durchaus eine Rolle spielen. Dass er ein wichtiger politischer Berater sei, hatte ich nicht behauptet. Im Artikel vom 13. März war hingegen angemerkt, dass die Handlungsanweisungen durch die praktische Politik der USA erstaunlich weitgehend bestätigt würden. Dabei habe ich ausdrücklich auf die dahinter steckende, von Republikanern geprägte Ideologie verwiesen.
      Interessant ist in diesem Zusammenhang sind Vermutungen, welche Rolle der amerikanische Präsident Obama noch spielt. Albrecht Müller / Nachdenkseiten

      Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=25405

    • Europa als amerikanisches Spielfeld (der freitag) permalink
      16. März 2015 20:57

      Think Tank STRATFOR: Gefährdung der US-Dominanz. George Friedman gleicht Zbigniew Brzeziński mit einer US-Strategie, die keine zu enge Bindung zwischen Deutschland (EU) und Russland erlaubt.
      Ein Nutzerbeitrag von pleifel

      Quelle: https://www.freitag.de/autoren/pleifel02/europa-als-amerikanisches-spielfeld


      http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/22/ukraine-usa-wollen-allianz-deutschlands-mit-russland-verhindern/

  23. STRATFOR - George Friedman - Präsident und CEO des Unternehmens permalink
    14. März 2015 23:54

    Strategic Forecasting, Inc (abgekürzt Stratfor) ist ein führender privater US-amerikanischer Think Tank, der Analysen, Berichte und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik, zu Sicherheitsfragen und Konflikten in aller Welt anbietet. Täglich veröffentlicht Stratfor Länderberichte sowie Analysen zu globalen und regionalen Konflikten. In seinen Analysen bringt Stratfor nicht nur Hintergrundinformationen zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, sondern erschließt aus den Bestimmungsfaktoren einer Konfliktlage oder Ländersituation zugleich Voraussagen für die Zukunft. Dabei sind die Berichte knapp und präzise und kommen schnell auf den „Punkt“. Die Stratfor-Analysen sind als tiefgründige Schnellinformation zu Konfliktlagen, regionalen und Länderentwicklungen nicht nur in journalistischen Kreisen beliebt, sondern auch bei Regierungsinstitutionen, Firmen und wissenschaftlichen Instituten.

    Das Expertenteam des Unternehmens besteht aus Politologen, Ökonomen und Sicherheitsexperten, die über „Informanten“ in allen Regionen der Welt verfügen und eine Vielzahl von allgemein zugänglichen und verdeckten Quellen auswerten. Das US-Magazin Barron’s bezeichnete Stratfor aufgrund seiner nachrichtendienstlichen Eigenschaften 2010 als „Schatten-CIA“.[1]

    Stratfor wurde 1996 von dem Politologen und Sicherheitsexperten George Friedman gegründet. Den Firmensitz legte er bewusst nicht in die US-Hauptstadt Washington, sondern in die zu politischen Querelen distanziertere Universitätsstadt und Wirtschaftsmetropole Austin/Texas. Friedman ist Präsident und CEO des Unternehmens.

    Inhaltsverzeichnis
    1 Dienste
    2 Kunden
    3 Hackerangriff
    3.1 Verurteilung
    3.2 Sicherheitslücken
    4 Weblinks

    Quelle: de.Wikipedia – http://de.wikipedia.org/wiki/Stratfor

    —-

    George Friedman (born 1949 in Budapest, Hungary) is an American political scientist and author. He is the founder, chief intelligence officer, financial overseer, and CEO of the private intelligence corporation STRATFOR.[1] He has authored several books, including The Next 100 Years, The Next Decade, America’s Secret War, The Intelligence Edge, The Coming War With Japan and The Future of War
    http://de.wikipedia.org/wiki/George_Friedman

    Publikationen: The Political Philosophy of the Frankfurt School, Cornell University Press, 1981, ISBN 0-8014-1279-X.
    The Coming War With Japan, mit Meredith LeBard, St Martins Press, 1991, ISBN 0-312-07677-0.
    America’s secret war: inside the hidden worldwide struggle between the United States and its enemies, New York: Anchor Books, 2005, ISBN 978-0767917858.
    Die nächsten hundert Jahre, Campus Verlag GmbH, 2009, ISBN 978-3593389301 (deutsche Ausgabe).
    The Next Decade : What the World Will Look Like, 2010, ISBN 0-385-53294-6.
    Torture and the U.S. Intelligence Failure, Stratfor, Geopolitical Weekly, April 20, 2009

    —-

    Fred Burton is Stratfor’s vice president for intelligence, and his publishers describe him as „one of the world’s foremost experts on security, terrorists and terrorist organizations.“ http://en.wikipedia.org/wiki/Fred_Burton

    George Friedman, „Europe: Destined for Conflict?“
    Veröffentlicht am 04.02.2015
    The Chicago Council on Global Affairs and Stratfor founder and CEO George Friedman present a discussion on the emerging crisis in Europe.

    Europe has inherent flashpoints smoldering beneath the surface which are destined to erupt again, including half a dozen locations, borderlands, and cultural dynamics that have the potential to upend Europe as we know it, says Friedman. He identifies the flashpoints and discusses how can we prepare.

  24. Mobilmachung gegen eigene Interessen - über Wir-Konstruktionen, die Lüge d. deutschen Hilfsbereitschaft u. klassenpolitischen Realitäten hinterm Vorhang permalink
    15. März 2015 12:29

    Tom Strohschneider über Wir-Konstruktionen, die Lüge von der deutschen Hilfsbereitschaft und die klassenpolitischen Realitäten hinterm Vorhang

    Freitagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter. Irgendwer hat eine neue Umfrage über die deutsche »Hilfsbereitschaft für Griechenland« gelesen – und schreibt, es klingt ein wenig wie Frohlocken: Alexis »Tsipras wirkt«. Bei 38 Prozent habe die »Hilfsbereitschaft« gegenüber Athen seit der letzten Befragung abgenommen. Daran muss natürlich SYRIZA Schuld sein. Die Halbstarken mit ihren unbotmäßigen Forderungen. Und nun kommen sie uns auch noch mit den Nazi-Geschichten!
    ..
    Quelle: ND – http://www.neues-deutschland.de/artikel/964722.mobilmachung-gegen-eigene-interessen.html


    ProKla , no 168, Sept.2012:
    Die EU und der Euro in der Krise
    http://www.prokla.de/2012/09/19/editorial-prokla-168/

    Nikolai Huke, Jan Schlemermeyer: Warum so staatstragend?
    Die Krisen der repräsentativen Demokratie in der Euro-Krise als Chance für radikalen Reformismus und gesellschaftliche Emanzipation
    http://www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/2012/huke-schlemermeyer.pdf

  25. Streik in den US-Raffinerien (wildcat-text) permalink
    15. März 2015 12:32

    Wisconsin, Occupy und Ferguson in den USA, Yo soy 132 und die Bewegung gegen die Studentenmorde in Mexiko – in Nordamerika ist in der letzten Zeit einiges passiert. Jetzt streiken auch die ÖlarbeiterInnen in den USA. Wir finden den Streik wichtig, weil er sich um zentrale Punkte dreht, zB. gegen die Spaltung der ArbeiterInnen. Deshalb veröffentlichen wir hier eine kleine Vorarbeit zur Wildcat 98, die im Mai erscheinen soll.

    weiter/Quelle:
    http://www.wildcat-www.de/aktuell/a100_usa_raffinerien.html

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