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Bremen: Krieg und Selbstverwaltung in Rojava

6. Februar 2015

Rojava-DelegationVortrag mit ­Beriwan Al-Zin (Übersetzerin), Christian Ditsch (Fotograf) und Michael Wilk (Arzt und Autor). Auf­nahmen von Christian Ditsch ­begleiten die Veranstaltung.

Im Dezember 2014 hat eine Delegation der Hilfsorganisation phnx die Region bereist und die humanitäre und medizinische Situation untersucht. Während die Kantone Rojavas bereits zu Zeiten des Assad-Regimes generell unter­ver­sorgt waren, beschränkte sich die medizinische Ver­sorgung weitgehend auf wohl­habende und regime­treue Personen. Als jedoch die Regierungsmacht in der nordsyrischen Region durch den Bürgerkrieg an Einfluss verlor und im Sommer 2012 von der Bevölkerung in einer friedlichen Revolution vertrieben wurde, konnte eine Selbstverwaltung von unten aufgebaut werden. Im Zuge dessen wurde u.a. ein solidarisches, kostenfreies Medizinsystem etabliert, in dem Versorgung unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Einkommen ge­währt wird. Nach denselben pluralistisch-demokratischen Grundsätzen sind alle gesellschaftlichen Strukturen Rojavas konzipiert. Frauen stellen eigene Komitees und sind gleichzeitig mit 40% Quotierung auf allen Ebenen beteiligt, was nicht nur im religiös-patriarchal geprägten ­Nahen Osten außergewöhnlich ist. Die Selbstbestimmung der Frauen Rojavas ermutigt derzeit Frauen weltweit zur Selbstbefreiung.

In Rojava vollzieht sich ein fort­schritt­licher Prozess, der unsere volle Auf­merk­sam­keit und Unterstützung verdient.

Doch der seit über vier Jahren ­tobende Bürgerkrieg und das Embargo gegen die Region stellen das weitgehend basis­demokra­tisch organisierte Gesundheitssystem vor schier unlösbare Auf­gaben. ­Neben der Aufrechterhaltung der Regelver­sorgung hinter­lassen die An­griffe des IS zahlreiche verwundete Käm­pfer*innen und Flücht­linge. Derzeit arbeiten nur etwa 100 von ehemals 700 Ärzt*innen in den drei Kanto­nen Rojavas um 2,5 Millionen Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Die chirurgischen Eingriffe werden ausnahmslos von Allgemein­chirurg*innen bewältigt, die in der aktuellen Situation Außergewöhnliches leisten. Viele medizinische Disziplinen sind in der Region nicht mehr vertreten, 95 % der medizinischen Gerätschaften sind unbrauchbar. Medikamente müssen zum größten Teil in die Region geschmuggelt werden. Zur Versorgung mit Medikamenten und Verbrauchsmaterialien sind die Strukturen vor Ort auf Spenden aus dem Ausland angewiesen.

Unterstützt die Selbstverwaltung in Rojava!

Veranstaltung Krieg und Selbstverwaltung in Rojava am Samstag, 14.02. – 19 Uhr – Kukoon, Buntentorsteinweg 29, Bremen (Stadtteil Neustadt)

Veranstalter: Gruppe Luise

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  1. ✞✞✞ Bremer Pfaffensackgesicht ✞✞✞ Staatsanwaltschaft knöpft sich Hassprediger vor ✞✞✞ permalink
    6. Februar 2015 17:53

    ✞✞✞ Bremer Pfaffensackgesicht ✞✞✞ Staatsanwaltschaft knöpft sich Hassprediger vor ✞✞✞

    Die Predigt ist auf der Internetseite von St. Martini nachzuhören.
    [audio src="http://www.st-martini.net/audio/2015/2015_0118la.mp3" /]

    In Bremen hat die Predigt eines evangelischen Pastors zu einer Kontroverse geführt. Während vor ein paar Tagen hier noch 7000 Menschen für Vielfalt und Toleranz demonstriert haben, fordert er von Christen Abgrenzung und beleidigt andere Religionen.

    Die Bremer Staatsanwaltschaft prüft die Predigt des evangelischen Pastors Olaf Latzel aus der Hansestadt, der von der Kanzel herab andere Religionen beleidigt hat. „Wir prüfen, ob wir tätig werden müssen“, sagte am Donnerstag der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Passade, dem epd. Es werde in alle Richtungen ermittelt, „auch in Richtung Volksverhetzung“. Unterdessen kritisierte Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) Latzel scharf. Von Teilen der Kanzelrede habe er den Eindruck, „dass hier zum Religionskampf aufgerufen worden ist“.

    In einer Predigt vom 18. Januar bezeichnete der evangelisch-konservative Pastor das islamische Zuckerfest als „Blödsinn“, Buddha als „dicken, fetten Herrn“ und den Segen des Papstes „Urbi et Orbi“ als „ganz großen Mist“. Reliquien der katholischen Kirche beschimpfte er als „Dreck“. Zu Götzen und anderen Göttern sage Gott „umhauen, verbrennen, hacken, Schnitte ziehen“.

    Das sei nicht das, was die Stadt zum sozialen Frieden brauche, „nämlich einen Dialog der Religionen und Kulturen“, warnte Senatspräsident und Kirchensenator Böhrnsen am Mittwochabend im Gespräch mit Radio Bremen. „Das macht mir Sorge“, betonte der Regierungschef.

    Bremens leitender Theologe Renke Brahms bezeichnete die Predigt Latzels in Teilen als „geistige Brandstiftung“. Sie sei dazu geeignet, Gewalt gegen Fremde, Andersgläubige oder Asylbewerbern Vorschub zu leisten. Latzel selber verteidigte seine Predigt. Die Kritik basiere auf verkürzten und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, sagte er Radio Bremen. Er sei nur gegen die Vermischung des Christentums mit anderen Religionen.

    Die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche hat den umstrittenen Pastor unterdessen zu einem klärenden Gespräch gebeten. Das Treffen des Kirchenausschusses mit dem Prediger und Gemeindemitgliedern sei für kommende Woche geplant, sagte Brahms.

    Latzel hatte in seiner Predigt auch gesagt, zwar gehörten Muslime zu Deutschland, der Islam aber nicht. „Das ist wirklich krass“, kritisierte der evangelische Studentenpastor Andreas Quade. „Das ist respektlos und beleidigend unseren muslimischen Schwestern und Brüdern gegenüber. Das ist Fundamentalismus pur.“ Scharfe Kritik kam auch von den Bürgerschaftsfraktionen der Grünen und der Linken.

    Die 61 Gemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche genießen laut Kirchenverfassung große Freiheiten. In den Gemeinden des Stadtstaates gilt eine verbriefte Lehr-, Glaubens- und Gewissensfreiheit.

    http://www.nwzonline.de/bremen/staatsanwaltschaft-knoepft-sich-hassprediger-vor_a_23,0,1077674715.html

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