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Staat unterdrückt Obdachlosenzeitung

21. Januar 2015

Stree...Auf der Internetseite der „Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland Pfalz“ sieht man seit dem letzten Halbjahr 2014 schon den Hinweis auf ein Verbot der Obdachlosenzeitung „Street Worker“. Der Staat spielt sich damit auf, dieses Blatt aus menschlicher Wärme heraus zu verbieten, denn der Herausgeber kam der Forderung nach „Auskunftserteilung über die Verwendung der Verkaufserlöse“ angeblich nicht nach. Daraus mutmaßt die „Direktion“, dass der „Eindruck vermittelt [wird, der Verf.], dass mit dem Kauf der Zeitung gemeinnützige Zwecke gefördert würden.“ Er stellt dies also in Frage – damit soll durchscheinen, dass die „Direktion“ nur das Beste für die Obdachlosen und die Käufer will, indem sie sie vor dieser „Täuschung“ bewahrt.

Jetzt mag man sich fragen, wieso ich hier darauf aufmerksam mache, dass dieses Blatt verboten wurde und dazu schon 2014… just heute nach Feierabend konnte ich eine neue Ausgabe erstehen, von einem obdachlosen Arbeiter aus der Türkei, der das Herz am rechten Fleck hatte. Ich sah mal nach, was es im Netz so über die Zeitung gab und naja – musste schon grinsen. Und selbstverständlich hat mich die Zeitung nicht auf heiligem rheinland-pfälzer Boden erreicht!

Beim Blick in das Heft wird schon klarer, wieso der Staat das Verbot ausgesprochen hat. Im Inhalt wird neben dem Wachrufen der Solidarität untereinander auch viel über Abzocke der Kapitalisten und des Staates geschrieben und das Bewusstsein der Leser dafür geschürt, dass sich „die Reichen an ihnen bereichert haben“. Da wurde für mich schon klarer, wieso es zum Verbot kam. Man stelle sich vor bspw. in Mainz, Koblenz oder Neuwied würden sich die Obdachlosen mit Hilfe eines Forums wie dem Street Worker, der inhaltliche wie wirtschaftliche Kampfmittel (ein wenig Verdienst) bietet, vereint gegen ihre würdelose Stellung in diesem wunderbaren Merkelstaat auflehnen… da wären unsere Provinzler doch völlig mit überfordert! Im Osten des Westens (In Neuwied ging sogar ein MC-Donald’s pleite!) ist es nämlich nicht so ruhig, wie es die Nostalgie des westerwälder Idylls bspw. glauben machen mag.

Auf diesem Wege möchte ich nur allen „Streetworkern“ gratulieren, dass ihr Kampf weitergeht und hoffen, dass im verkrusteten Rheinland Pfalz noch weitere widerständische Beispiele des Willens der Unterdrückten auflodern und sich zu einem wärmenden Feuer der Solidarität vereinen!

Ein RMV-Reisender (RMV steht für „Reisen mit Verspätung“)

P.S.: Hier sagt uns der Staat, was gut für uns ist, und umsorgt uns:

http://www.add.rlp.de/Presse/broker.jsp?uMen=84560f23-4693-aefb-e592-613e9246ca93&uCon=99b301bd-f944-2741-d47d-17d5881a6199&uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042

Quelle: Eingesandt

10 Kommentare leave one →
  1. Öffentlicher Personennichtverkehr permalink
    21. Januar 2015 17:13

    Interessant! Neulich in der Frankfurter Hauptwache wurde auch ein Verkäufer des Street Worker auf das Verbot angesprochen. Die Dame, die sich die Fürsprecherrolle der rheinland-pfälzischen Regierung zu eigen machte (wohlgemerkt auf hessischem Boden!), war sehr vehement und empört. Sie denunzierte den Verkäufer auch bei der Bahnsicherheit und bei einem Bahnfahrer der S1. Der sah mich daraufhin an und schüttelte nur mit dem Kopf, als er, ohne Notiz von der Hysterie zu nehmen, abfuhr.

    Es gibt aber noch andere Quellen zum Street Worker und ähnlichen Blättern, die besonders manchen Artikeln nicht wohlgesonnen sind, die angeblich verschwörerisch und esoterisch dem Inhalt nach sind. Aber ich frage mich, wie sollen sie heute auch anders sein? Auf welche Überlieferungen sollen sich denn die Gebeutelten stützen? Auf intellektuelles Gefasel à la Adorno und Foucault werden Obdachlose wohl in den meisten Fällen nicht abfahren. Natürlich spinnen sie viel Unwissenheit mit Seemannsgarn zusammen, aber immerhin!
    Die meisten studentischen Intellektuellen bekommen ja nicht mal eine regelmäßig und pünktlich erscheinende Zeitung hin😉

  2. Ominöse Obdachlosen-Zeitungen? permalink
    21. Januar 2015 18:05

    04.01.13 Rosenheim Stadt

    Ominöse Obdachlosen-Zeitungen?

    Rosenheim – In der Stadt sollen seit geraumer Zeit Obdachlosenzeitungen verkauft werden, deren Erlös nicht bei den Wohnungslosen ankommt. Um diese geht es:

    Straßenträumer, Streetworker, Stramax und Jedermann – vor dem Kauf dieser Obdachlosenzeitungen warnte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz bereits vor drei Jahren. Hintergrund der Warnung war ein nicht nachweisbarer gemeinnütziger Grundgedanke des Herausgebers „Food for you e.V.“. Im Grunde heißt das: das für Obdachlose gesammelte Geld durch den Verkauf der Zeitungen und durch extra Spendenaktionen soll nie bei Obdachlosen angekommen sein.

    Doch nicht nur in Rheinland-Pfalz sind die Verkäufer der Zeitungen von „Food for you“ aktiv. Erst kürzlich wendete sich eine Userin aus Bernau an rosenheim24: „Ich wurde misstrauisch, nachdem ich in der Zeitung kein Impressum ausfindig machen konnte. Deutschlandweit wird vor den Aktionen dieses Vereins gewarnt, da es sich offenbar um eine kommerzielle Organisation ohne Transparenz und damit ohne nachgewiesene Gemeinnützigkeit handelt“, erklärt sie besorgt.

    Auf Nachfrage im Polizeipräsidium Oberbayern-Süd und im Ordnungsamt Rosenheim, war nicht mehr über die Organisation zu erfahren. „Wir hatten während der Herbstfestzeit einmal eine Meldung über eine dieser Obdachlosenzeitschriften. Allerdings konnte kein Verteiler ausfindig gemacht werden“, erklärt Polizeisprecher Andreas Guske.

    Im Ordnungsamt Rosenheim hingegen ist über den Verein „Food for you“ und seine Zeitschriften noch nichts bekannt. Wie der Leiter des Ordnungsamtes Oliver Horner sagt, gebe es aber keine Erlaubnis für den Verein, seine Zeitschriften auf öffentlichen Flächen (zum Beispiel Fußgängerzone) in Rosenheim zu verteilen. Würden die Verkäufer ohne Erlaubnis aufgegriffen werden, gebe es dafür einen Platzverweis und ein Bußgeld oben drauf.

    Katrin Marie Röber

    http://www.rosenheim24.de/rosenheim/rosenheim-stadt/rosenheim-warnung-verkauf-obdachlosenzeitungen-vereins-food-ro24-2686745.html

  3. 2009 !!! Darmstädter Selbsthilfe in der Kritik - Amt verbietet Obdachlosenzeitung permalink
    21. Januar 2015 18:11

    !!!!!!!!!!!!!!!!! 09. Juni 2009 !!!!!!!!!!!!!

    Darmstädter Selbsthilfe in der Kritik – Amt verbietet Obdachlosenzeitung

    Von Frank Schuster

    Die Zeitung „Streetworker“ soll Obdachlose unterstützen. Doch das Geschäft gilt als intransparent, eine angebliche Suppenküche gibt es nicht. Die Stadt Darmstadt verbietet nun den Verkauf der Zeitung.

    Das Ordnungsamt der Stadt Darmstadt hat nach wochenlangen Ermittlungen der Polizei dem Verein „Food for you“ untersagt, die von ihm herausgegebene Obdachlosenzeitung „Streetworker“ weiterhin zu verkaufen. Die Begründung lautet, der Verein habe weder eine Sammelerlaubnis zum Eintreiben von Spenden noch eine Sondernutzungserlaubnis zum Auftreten auf Straßen und Plätzen. Das teilte die Stadtpressestelle auf Anfrage der FR mit.

    Das Verbot gilt auch für vergleichbare Publikationen des Vereins, die unter wechselnden Namen, unter anderem „StraMax“, erscheinen. Die Stadt folgt damit der rheinland-pfälzischen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Diese hatte 2008 den Verkauf im benachbarten Bundesland verboten.

    Die Direktion war in ihrer Begründung noch weiter gegangen: Die Obdachlosenzeitung würde vermeintlich für gute Zwecke wie den Betrieb einer Suppenküche verkauft. Eine Überprüfung habe jedoch ergeben, dass der Verein keine Suppenküche unterhalte.

    Kiosk als Suppenküche

    Das weist der Herausgeber des „Streetworkers“, Tevfik Algac, zurück. Jeden Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr lade er vor seinen Kiosk, den er in der Rheinstraße betreibt, die Bedürftigen zu einem Teller Suppe ein. Er räumte allerdings ein, dass Verkäufer hin und wieder zusätzlich zum Verkauf der Zeitung um Spenden „für die Suppenküche“ bäten.

    Der Verein ist der Kritik aus der Leserschaft entgegengekommen: Seit 2008 sind vorne im Blatt die Regeln für den Straßenverkauf abgedruckt. Paragraf 4 lautet: „Den Verkäufern ist es ausdrücklich verboten, im Namen von ,Food for you ’ Spenden zu verlangen bzw. Spenden zu kassieren.“

    Intransparentes Geschäftsgebahren

    Der Bundesverband Sozialer Straßenzeitungen, in denen die meisten Obdachlosenzeitungen organisiert sind, nicht aber der „Streetworker“, hatte schon häufiger kritisiert, dass das Geschäftsgebahren von „Food for you“ intransparent sei. Es sei dem Käufer zum Beispiel nicht klar, wie viel von dem Betrag, den er zahlt, beim Herausgeber und wie viel beim Verkäufer ankommen. Lediglich „Solidarität 1,50 Euro“ steht auf der Titelseite.

    Algac erklärt es so: Ein Bedürftiger kaufe 20 Zeitungen an seinem Kiosk für acht Euro und verkaufe sie für insgesamt 30 Euro weiter. Sein Anwalt Hans Mohrmann kündigte am Dienstag an, Widerspruch einzulegen. „Es ist mir unverständlich, warum hier eine Selbsthilfeorganisation abgewürgt werden soll.“

    http://www.fr-online.de/darmstadt/darmstaedter-selbsthilfe-in-der-kritik-amt-verbietet-obdachlosenzeitung,1472858,2907314.html

  4. Neue Abzock-Masche --- Kaufen Sie diesen Frauen nichts ab! permalink
    21. Januar 2015 18:14

    Neue Abzock-Masche — Kaufen Sie diesen Frauen nichts ab!

    10.05.2011 – 13:25 Uhr

    Von STEFAN SCHLAGENHAUFER

    Frankfurt – Neue Abzock-Masche der Rumänen-Banden. Mit gefälschten Obdachlosen-Zeitungen erschwindeln sie in Frankfurt täglich Hunderte Euro. Und das Land Hessen hat‘s sogar erlaubt.

    Da kann man als Bürger nur den Kopf schütteln. Frankfurts Stadtpolizei kann gegen den neuartigen Bettel-Betrug nicht vorgehen, weil das Land Hessen das Gesetz gegen diese Abzock-Masche gestrichen hat – Bürokratieabbau!

    In dem internen Schreiben der Stadtpolizei spricht man sogar von „rechtsfreiem Raum“.

    Und so ziehen jeden Tag ungehindert Horden Rumänen mit ihren gefälschten Obdachlosen­Zeitungen durch die City. Verkaufen den „Straßenträumer“ oder den „Streetworker“ für 1,50 Euro und betteln weiter mit den Sätzen: „Es ist für eine Suppenküche, eine Kleiderkammer, ein Haus für die Obdachlosen.“

    So steht‘s auch in der Zeitung drin. Die erscheint 4 – 6 Mal im Jahr, nur das Titelblatt ist ein neues. Drinnen steht immer das gleiche. Zusammenkopierte Gutmensch-Texte aus dem Internet, um Mitleid zu erregen.

    Die Rumänen selbst kaufen die Zeitungen jeden Morgen rund um den Hauptbahnhof, für 50 Cent das Stück von ebenso dubiosen Machern.

    Die Stadtpolizei und der seriöse Verband der Straßenzeitungen INSP äußern den Verdacht: „Kriminelle bereichern sich mit der Mitleidsmasche.“

    In vielen anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz ist der Verkauf dieser Zeitungen bereits verboten worden. „In Hessen dagegen li­be­ra­li­siert man den Betrug“, heißt es in Kreisen der Stadtpolizei. Sie warnt: „Kaufen Sie diesen Leuten nichts ab.“

    http://www.bild.de/regional/frankfurt/abzocke/diese-frauen-verkaufen-gefaelschte-obdachlosen-zeitung-17823598.bild.html

  5. Abzocke mit dubioser Obdachlosenzeitung permalink
    21. Januar 2015 18:18

    Abzocke mit dubioser Obdachlosenzeitung

    Heilbronn – Angeblich für einen guten Zweck verkauft ein junger Mann in der Heilbronner Innenstadt eine Straßenzeitung. Auf der Titelseite steht zu lesen: „Mit dem Kauf dieser Zeitung unterstützen Sie Obdachlose und hilfsbedürftige Menschen.“ Das stimmt so nicht.

    Von Sara Furtwängler
    Obdachlosenzeitung
    Heilbronn – Angeblich für einen guten Zweck verkauft ein junger Mann in der Heilbronner Innenstadt eine Straßenzeitung. Nach dem Prinzip der bekannten Obdachlosenzeitung „Trottwar“ verlangt der etwa Ende 20-Jährige eine Spende von 1,50 Euro für die Zeitung „Strassenträumer“. Auf der Titelseite steht zu lesen: „Mit dem Kauf dieser Zeitung unterstützen Sie eine Suppenküche und eine Kleiderkammer für Obdachlose und hilfsbedürftige Menschen.“

    In Rheinland-Pfalz liegt aber ein Sammlungsverbot gegen den Verein „Strassenträumer“ vor. Eine Überprüfung der Spendenaufsicht hatte dort ergeben, dass der Verein ebenso wie ein personenidentischer Verein namens „Food for you“ keine gemeinnützigen Satzungszwecke erfüllt.

    Misstrauen

    „Ich fühle mich ausgenutzt und betrogen“, sagt ein 56-jähriger Angestellter. Er wurde in seiner Mittagspause vor dem Wollhaus angesprochen und gab bereitwillig drei Euro für eine Zeitschrift. Erst ein Blick auf das Impressum weckte sein Misstrauen.

    Der Fall „Strassenträumer“ ist neben Bruchsal und Schopfheim (Zell) auch in Stuttgart bekannt. Das Amt für öffentliche Ordnung in der Landesshauptstadt bestätigt Beschwerdeanrufe von getäuschten Kunden. „Bei uns gingen empörte Anrufe ein“, sagt Ralf Maier-Geißer. Passanten in Stuttgart hätten die Zeitungsverkäufer als Menschen mit rumänischer Abstammung beschrieben.

    Empört ist auch der getäuschte Angestellte aus Heilbronn. „Das wird Auswirkungen auf mein zukünftiges Verhalten haben“, sagt er und fügt hinzu: „Ich werde natürlich misstrauischer sein.“

    Sammlungsrecht

    Weder Polizei noch Ordnungsamt Heilbronn war der Fall bisher bekannt. Die Polizei reagierte auf Nachfrage unserer Zeitung aber prompt und will nun vermehrt auf Straßenverkäufer achten.

    Das Sammlungsrecht ist Angelegenheit des Landes. In Baden-Württemberg muss bei einer Sammlung dieser Art eine Erlaubnis bei der Gemeinde eingeholt werden, erklärt Axel Bernhard vom zuständigen Regierungspräsidium Tübingen. Die Stadt Heilbronn gab an, keine Erlaubnis erteilt zu haben.

    Demnach handelt es sich beim Verkauf der Straßenzeitschrift um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden könnte.

    http://www.stimme.de/heilbronn/hn/Abzocke-mit-dubioser-Obdachlosenzeitung;art31502,1984030

  6. Abzocke mit falschem Obdachlosen-Magazin --- „Androhung von Schlägen üblich“ permalink
    21. Januar 2015 18:25

    Abzocke mit falschem Obdachlosen-Magazin
    18.04.2011 | 10:43 Uhr

    Abzocke mit falschem Obdachlosen-Magazin

    Fürchtet um den Ruf der etablierten Obdachlosenzeitungen: Redakteur Bastian Pütter mit einem Exemplar des Straßenmagazins „Bodo“ und des Imitats „Straßenträumer“. Fotos: Helmuth Vossgraff

    Dortmund. Straßenträumer heißt das Blatt, das derzeit in vielen NRW-Städten verkauft wird. Doch das vermeintliche Obdachlosen-Magazin ist ein plumpes Imitat. Dahinter stecken vermutlich Drücker-Banden. In Rheinland-Pfalz ist es bereits verboten.

    Auf den Straßen des Ruhrgebiets wird derzeit ein Blatt verkauft, das ganz bewusst mit dem Leid einer Minderheit und dem guten Willen seiner Käufer spielt. „Strassenträumer“ steht auf dem dünnen A4-Heftchen geschrieben. 1,50 Euro kostet es . Geld, das angeblich einer Suppenküche und einer Kleiderkammer für Obdachlose zugute kommt. Doch dahinter stecken vermutlich Drücker-Banden. Und das Geld fließt auf das Konto eines dubiosen Darmstädter Vereins.

    Das schadet vor allem dem Ruf der etablierten Obdachlosen-Zeitungen , die sich über Jahre das Vertrauen der Bürger erkämpft haben. Das Straßenmagazin „Bodo“ etwa, das in Dortmund und Bochum von Wohnungslosen auf der Straße verkauft wird. In der Bodo-Redaktion rufen derzeit häufig irritierte Bürger an. „Sie ärgern sich nicht nur über die mangelnde Qualität des Straßenträumers, sondern auch über die Verkäufer, die oft ziemlich massiv vorgehen“, klagt Bodo-Redakteur Bastian Pütter. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als zu versichern, dass sie mit dem plumpen Imitat nichts zu tun haben.

    Immer wieder berichten Bodo-Verkäufer, dass sie sich von „Straßenträumern“ bedroht fühlen. Sozialarbeiter Pütter ist nur einmal in Kontakt mit ihnen gekommen – auf der Kortumstraße in Bochum. „Zwei Frauen haben sich immer näher an einen Obdachlosen gedrängt, der an eine Mauer gelehnt auf dem Boden saß“, erinnert sich Pütter. Schon ihre aggressive Art des Bettelns sei grenzwertig gewesen. Immer zu zweit ganz nah an die Passanten ran, direkt in den Weg gestellt, mit Körperkontakt. Als der bedrängte Obdachlose sich bei den Frauen beschwerte, tauchten plötzlich zwei Männer aus dem Nichts auf. Sie bauten sich vor ihm auf – bis ihm die Situation zu brenzlig wurde. Sogar zwei Mitarbeiter der Bochumer City-Streife hätten kapituliert und seien kopfschüttelnd weiter gegangen.

    „Der Druck auf die Straßenträumer-Verkäufer ist enorm“

    „Unsere Verkäufer wissen nicht, was sie in solchen Situationen tun sollen“, sagt Pütter. Und weil ihnen die „Aufpasser“ mit den meist schwarzen Kunstlederjacken nicht ganz geheuer seien, räumten sie lieber von allein das Feld. Und das sei auch genau richtig, sagt der Sozialarbeiter: „Ich weiß, wie unberechenbar Menschen sind, die unter Druck stehen. Und der Druck auf die Straßenträumer-Verkäufer ist enorm.“ Sie würden mit Kleinbussen durch ganz Deutschland gefahren und hielten sich immer ein paar Wochen lang in einer bestimmten Region auf, sagt Pütter. „Im Moment sind sie verstärkt bei uns.“ Beliebte Verkaufs-Punkte seien Plätze vor Supermärkten oder in der Fußgänger-Zone.

    Auch in Duisburg machen die Straßenträumer-Banden derzeit Probleme. Hier wildern sie auf dem Terrain des Obdachlosen-Magazins „fiftyfifty“. Besonders ärgerlich für die Initiative: Sie setzt selbst Roma als Verkäufer ein. Die Verwechslungsgefahr ist da besonders hoch. „Am Anfang sind auch wir wegen unserer Zusammenarbeit mit den Roma kritisiert worden“, sagt fiftyfifty-Herausgeber Hubert Ostendorf. „Doch wir kümmern uns um die Menschen, vermitteln ihnen Wohnungen und sorgen dafür, dass sie ihre Kinder zur Schule schicken.“

    „Androhung von Schlägen üblich“

    Der Straßenträumer arbeite dagegen mit rumänischen Banden zusammen, die ihre Leute wie Sklaven behandeln würden. „Sie werden mit üblen Umsatzvorgaben unter Druck gesetzt“, sagt Ostendorf. Auch die Androhung von Schlägen sei üblich. „Die Verkäufer, die mit dieser Zeitung auf der Straße stehen, sind ganz arme Socken“, sagt auch Pütter. „Die wahren Täter sind die Hintermänner.“

    Der Mann hinter Straßenträumer heißt Gino Imbrogno und lebt in Darmstadt. Er hat Erfahrung im Geschäft: Schon seit Jahren bringt er dubiose Obdachlosen-Zeitungen wie „Food für you“, „StraMax“ oder „Streetworker“ auf den Markt. Die Namen wechseln, doch das Konzept bleibt immer das gleiche. Den Straßenträumer vertreibt Imbrogno seit 2009. Er ist Chefredakteur und Geschäftsführer zugleich und gilt als nicht besonders auskunftsfreudig. Auch beim Telefonat mit DerWesten schaltet er sofort auf Angriff. „Sie sind doch von der Konkurrenz. Ihnen muss ich keine Auskunft geben“, schimpft er.

    In Rheinland-Pfalz darf der Straßenträumer nicht mehr verkauft werden

    Dann plaudert Imbrogno doch drauf los. Der Straßenträumer werde in ganz Deutschland verkauft und habe eine Auflage von bis zu 30.000 im Monat. Von Drücker-Kolonnen will er nichts wissen. „Die Verkäufer arbeiten selbstständig“, sagt er. „Sie kaufen bei mir die Zeitung für 50 Cent pro Ausgabe und verkaufen sie auf der Straße für 1,50 Euro.“ Wer sein Blatt unter die Leute bringe, sei ihm letztlich egal. Wie viel verdient er mit dem Zeitungsverkauf? „Das ist unterschiedlich, das kann man nicht genau beziffern“, sagt Imbrogno. Das Geld fließe in eine Suppenküche und eine Kleiderkammer, die er persönlich in Darmstadt betreibe, behauptet er. Der Verein helfe mehr als 100 Obdachlosen in der Stadt.

    „Unsere Recherche hat ergeben, dass Herr Imbrogno keine caritative Einrichtung unterhält und auch keine andere soziale Einrichtung unterstützt“, sagt dagegen Eveline Dziendziol, Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz. In dem Bundesland darf der Straßenträumer seit 2010 nicht mehr verkauft werden. Für den Verein gilt ein Sammlungsverbot. Imbrogno hat Beschwerde eingelegt und ist damit vor dem Oberverwaltungsgericht Trier gescheitert. „Doch ich werde weiter kämpfen“, beteuert er. „Das lasse ich mir nicht gefallen.“

    Plumpe Kopien von Wikipedia

    Schon der Inhalt des 16 Seiten starken Blattes verrät: Selbstgeschrieben ist hier nichts. Witze, Gedichte und Sinnsprüche mit aus dem Netz kopierten Bildern füllen großflächig das Papier – dazu lange Texte über Reality-Shows oder den Nationalsozialismus, aber ohne jeglichen Autorenhinweis in Text oder Impressum. Als Quellen entpuppen sich schnell Wikipedia, private Blogs und Nachrichtenseiten. Nicht ein Buchstabe ist abgewandelt. Was auch Vorteile hat: In den offenbar per Copy&Paste eingefügten Texten steckt kaum ein Rechtschreibfehler – anders als in den wenigen beigefügten Eigentexten.

    Derweil darf der Straßenträumer in NRW unbehelligt weiterverkauft werden. Dem Innenministerium sind die Hände gebunden: Anders als in Rheinland-Pfalz kann kein landesweites Verbot ausgesprochen werden. NRW hat das hierfür erforderliche Sammlungsgesetz 1998 gekippt, um unnötige Genehmigungsverfahren zu verhindern. „Deshalb sind in diesem Fall die Ordnungsbehörden in den Städten gefragt“, erklärt Jörg Rademacher vom NRW-Innenministerium.

    „Bürger sollten sich dringend ans Ordnungsamt wenden“

    Doch in Dortmund und Bochum sind die Ordnungsämter noch nicht alarmiert. „Wenn Bürger sich von Straßenverkäufern belästigt fühlen, sollten sie sich dringend ans Ordnungsamt wenden“, sagt Michael Meinders, Sprecher der Stadt Dortmund. „Erst dann können wir auch aktiv werden.“ Möglich ist es auch, die Verkäufer wegen aggressiven Bettelns bei der Polizei anzuzeigen.

    In Mönchengladbach greift die Stadt bereits durch: Jedes Mal, wenn der kommunale Ordnungsdienst einen Straßenträumer-Verkäufer erwischt, ist ein Bußgeld von 35 Euro fällig. „Wir berufen uns darauf, dass sie keine Genehmigung für die Nutzung öffentlicher Wege-Flächen haben“, sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. Mit Erfolg: „Seitdem ist keiner mehr hier aufgetaucht.“

    Melanie Bergs und Katrin Figge

    http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/abzocke-mit-falschem-obdachlosen-magazin-id4556323.html

  7. Steigende Mieten - Immer mehr Familien obdachlos permalink
    24. Januar 2015 01:52

    Steigende Mieten – Immer mehr Familien obdachlos

  8. Während Papstbesuch: Philippinische Regierung versteckte Bettler permalink
    24. Januar 2015 11:48

    Während Papstbesuch: Philippinische Regierung versteckte Bettler

    Die Regierung der Philippinen hat offenbar Obdachlose vor dem Besuch von Papst Franziskus von den Straßen der Hauptstadt Manila verschwinden lassen – und ist deshalb am Freitag ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Während der Papst in seinen Predigten am vorigen Wochenende Verständnis und Mitleid für die Armen forderte, seien zuvor Hunderte Bettler – damit diese das Straßenbild nicht stören -vorübergehend in luxuriösen Ferienwohnungen untergebracht worden.

    weiterlesen:

    http://www.krone.at/Welt/Philippinen_Bettler_in_Luxus-Resorts_versteckt-Waehrend_Papstbesuch-Story-436026

  9. 30. April 2015 14:26

    Das ist keine Straßenzeitung (leider immer noch fälschlicherweise als „Obdachlosenzeitung“ bezeichnet) im eigentlichen Sinne und der Vorwurf des Betruges ist absolut berechtigt!

    Dies ist keine unbelegte Behauptung von mir, sondern das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema – ich selbst bin seit 1998 aktives Redaktionsmitglied der unabhängigen, autonomen und tendenziell linkspolitischen Straßenzeitung FREIeBÜRGER http://www.frei-e-buerger.de die von (ehemals) Wohnungslosen gemacht wird.

    Warum wir darauf wert legen, dass wir keine „Obachlosen“zeitung sind, rührt daher, dass die Verkäufer der bundesweit seit Jahrzehnten existierenden Straßenzeitungen aus allen möglichen prekären Lebensformen und -bereichen stammen und das sind eben nicht nur Wohnungslose oder Obdachlose (das ist ein Unterschied!) – sondern inzwischen zunehmend: Arbeitslose, Rentner, Geringverdiener, Migranten ohne Anspruch auf staatliche Gelder oder andere Menschen am Rande des Existenzminimums. Aber das nur am Rande…

    Bei den Verkaufsverboten von Street Worker & Co. geht es NICHT um rassistische Tendenzen oder Diskriminierung von Obdachlosen oder von so genannten „Randgruppen“ vom bösen Staat, der mal wieder was gegen systemkritische Medien hat – dieser Beitrag hier ist einfach zu kurz und plakativ und der Hintergrund wird nicht wirklich sachlich hinterfragt und erinnert mich an die Rhetorik der BILD – nur halt im entgengesetzten Sinne!

    So einfach, wie die Sache hier dargestellt wird, ist es nämlich nicht! Man sollte sich schon die Mühe machen und sich detaillierter und differenzierter mit der Thematik auseinander setzen oder mal hinter die Kulissen dieser Zeitung und des angeblichen Projektes „Food for you“ schauen – dort fehlt nämlich jegliche Transparenz, wer diese Zeitung macht und vor allem was mit den eingenommen Geldern wirklich passiert und wer dabei abkassiert!

    Wer sich im Bereich Straßenzeitungen auskennt, dort arbeitet und recherchiert, was hinter dem Blatt und seinen Verkaufspraktiken steckt, erkennt relativ schnell, dass es sich hierbei ganz klar um betrügerische Abzocke handelt – die zudem etablierte und korrekt arbeitende Straßenzeitungen diskreditiert!

    Dazu trägt vielerorts das Verhalten der Verkäufer des Street Workers bei, die ständig von einer Stadt zur anderen ziehen und mit allen erdenklichen mitleiderregenden und leider teilweise auch nötigenden Methoden versuchen, an möglichst viel Geld zu kommen, indem sie beispielsweise dreist behaupten, dass die örtliche Straßenzeitung nicht mehr existiert, und dass sie jetzt deren Nachfolger sind. Häufig werden zudem Spenden für örtliche Einrichtungen verschiedener Hilfesysteme erbettelt, die davon weder etwas wissen, noch irgendeinen Cent davon sehen – und dass obwohl in jeder der von ihnen verkauften Zeitungen ausdrücklich auf Seite 1 steht, dass deren Verkäufer keine Spenden sammeln dürfen! Diese Praktiken laufen bereits seit Jahrzenten und jedes Mal, wenn die Gefahr bestand, dass ihre betrügerisches Verhalten auffliegen könnte, wechselten sie Namen und Aussehen der Zeitung,behielten aber alles andere bei!

    Der „Street Worker“ alias „Straßenträumer“ alias „Stramax“ alias „Jedermann“ wird seit Jahren von einer „Redaktion“ erstellt, die nachweislich überhaupt nicht existiert – genauso wenig existiert ihre angeblichen Suppenküche. Unter der amtlich gemeldeten Adresse in Darmstadt findet man lediglich einen Kiosk, dessen Inhaber sich dumm stellt! Eine in der Zeitung angegebene Kontakt-Telefon-Nummer führt zu irgendeinem Privatmenschen, der keinerlei Auskunft zur Sache erteilen will. Inhalte sind oft ohne deren Wissen aus anderen Zeitungen abkopiert. Damit dient alles, was diese dubiosen Strukturen ausmacht, dazu möglichst viel Kohle zu machen – und selbst das Prinzip des Straßenzeitungsverkaufs ist äußerst fraglich!

    Das Prinzip einer Straßenzeitung ist nämlich: Hilfe zur Selbsthilfe und zwar in der Form, dass die Verkäufer über den Verkauf eine legale Zusatzeinnahme erhalten und in der Regel etwa 50% des Verkaufspreises plus Trinkgelder behalten dürfen. Dass dies gewährleistet ist, wird auch durch unser allseits geliebtes Finanzamt oder andere Behörden abgesichert. Beim Street Worker ist dies nicht der Fall!

    Spricht man deren Verkäufer darauf an oder hinterfragt manches, verstehen sie entweder kein Deutsch oder sie werden beleidigend, aggressiv oder sogar handgreiflich oder suchen das Weite – das haben wir und unsere und andere Verkäufer der übrigen Straßenzeitungen leider schon häufig erleben müssen.

    Die Unterstützer die diese Zeitung kaufen, wissen also überhaupt nicht, ob oder wieviel von ihrer gut gemeinten Spende wirklich bei dem Verkäufer ankommt!

    Diese Praktiken erinnern an andere ähnliche Bereiche, wo mit viel Mitleid erregenden Methoden enorme Summen erbettelt werden, die nachweislich in den Hände von irgendwelchen Hintermännern landen – wie z.B. das so genannte „Organisierte Betteln“, bei dem inzwischen mehrfach nachgewiesen wurde, dass massenhaft (zumeist aus Osteuropa stammenden) Menschen (teils mitsamt Kindern und Welpen) dazu gezwungen werden, stundenlang in demütiger Haltung auf dem Boden zu knien und darüber eine zutiefst menschenverachtende Ausbeutung stattfindet!

    Eine andere Masche von (zumeist aus Osteuropa stammenden) angeblich taubstummen Menschen mit Klemmbrettern in der Hand ist das Sammeln von Spenden für einen Landesverband für behinderte und taubstumme Kinder, der nachweislich nicht existiert und auch dabei sind es irgendwelche Hintermänner die sich die Gelder in die eigene Tasche stecken!

    Da muss man doch die Frage stellen: warum sollte man eine solch miese betrügerische Abzocke und abscheuliche Ausbeutung von Menschen unterstützen?

    • 1. Mai 2015 19:50

      Danke für diese konstruktive Kritik
      an der schlampigen Redaktionsarbeit
      und des scheuklappigen „Einsenders“.

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