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Schwarz-Roter Ticker (196) [4 Meldungen]

12. Januar 2015

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Umfrage: Jeder Vierte fürchtet Digitalisierung

Den Ergebnissen einer Umfrage nach befürchtet jeder vierte Beschäftigte in Deutschland, seine Arbeit in Zukunft durch die fortschreitende Digitalisierung zu verlieren. Das geht aus einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts TNS unter 5.000 Beschäftigten hervor, darunter 500 aus Deutschland. Demnach glauben 25 Prozent der Beschäftigten hierzulande, dass ihre Arbeit »irgendwann im Laufe meines Lebens automatisiert wird, so dass ich als Mensch überflüssig werde«. Weltweit gehen davon sogar 34 Prozent aus, so die Umfrage. Die Studie wurde im Auftrag der US-Computerkonzerne Dell und Intel gemacht, das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zitiert daraus in einem noch unveröffentlichten Text, wie die »Rheinische Post« meldet. »Die einen befürchten Jobverluste und Selbstausbeutung, die anderen schätzen die neuen Möglichkeiten«, heißt es in dem IW-Beitrag. Denn gleichzeitig würden auch viele neue Jobs durch Digitalisierung entstehen, die allerdings eine andere, oft höhere Qualifikation erfordern. (nd)

Frankfurt am Main: Fremdenfeindliche Demonstration verhindert

Sie hatten dreist behauptet, der Mordopfer des 7. Januar in Paris gedenken zu wollen. Mit Schildern mit der Aufschrift »Wir sind alle Charlie« und deutsche, französische und israelische Fahnen schwingend wollten Nationalisten und Rechtspopulisten am Samstag durch Frankfurt am Main ziehen. Doch daraus wurde nichts. Die etwa 50 Teilnehmer des Aufmarschs von Personen aus dem Umfeld der »Alternative für Deutschland« (AfD) und der »Freien Wähler Frankfurt« sowie von Neonazis der »Freien Kameradschaft Rhein-Main« mussten ihr Vorhaben aufgeben. Sie wurden von rund 500 Gegendemonstranten der Antifa eingekreist, die Parolen wie »Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda« riefen, unter ihnen Gewerkschafter, die von einem Neujahrsempfang im nahegelegenen DGB-Haus spontan herbeigeeilt waren. Die Rechten und Rassisten hätten sich schließlich in die Fraktionsräume der Freien Wähler im Römer geflüchtet, berichtete Hans Christoph Stoodt von der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Samstag im Gespräch mit jW. Polizisten hätten sie dann durch einen Hinterausgang hinauseskortiert und in bereitgestellten Autos nach Hause gefahren. (jW)

Karikaturisten gegen PEGIDA

wir beschützen sie

Festival der Pressezeichnung. Was sich ändern wird: – Hey Sie, wir beschützen Sie – Also, mal‘ die Nase kleiner

Wir, die französischen und frankophonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie sind nichts Anderes als Aasgeier. Die Botschaft ist einfach: Pegida, verschwinde! [Gezeichnet]: Willem (Zeichner bei Charlie Hebdo, Frankreich), Aurel (Zeichner bei Le Monde, Frankreich), Jiho (Zeichner bei Siné Mensuel, Frankreich), Jean-Francois Caritte (Frankreich), Jacques Sondron (Belgien), Pascal Gros (Zeichner bei Marianne, Frankreich), Damien Glez (Burkina Faso, Frankreich, international), Aymeric Chastenet (alias Mric, Frankreich), Gab (Frankreich), Benjamin Lacombe (Frankreich), Philippe Deveaux (alias Devo, Frankreich) (Karikaturisten gegen Pegida / Caricaturistes unis contre Pegida)

Millionen setzen Zeichen der Solidarität

Mit einem »Republikanischen Marsch« demonstrierten am Sonntag in Paris mehr als eine Million Menschen schweigend gegen islamistischen Terror, für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben. In zahlreichen Großstädten Frankreichs gab es am Sonntag zur selben Zeit vergleichbare Demonstrationen wie in Paris. Daran nahmen insgesamt noch einmal mehr als eine Million Menschen teil. Hinter die Angehörigen der Opfer der beiden Terroranschläge vom Mittwoch und Freitag haben sich in den Gedenkaufzug in Paris zusammen mit Präsident François Hollande und den Ministern der Regierung rund 50 Staats- und Regierungschefs aus ganz Europa, dem Nahen Osten und Afrika eingereiht. Zu den Teilnehmern gehörten auch Ex-Präsident Nicolas Sarkozy und zahlreiche ehemalige rechte wie linke Premierminister Frankreichs als auch die europäischen und amerikanischen Innenminister, die am Vormittag auf Einladung ihres französischen Amtskollegen Bernard Cazeneuve in Paris zusammengekommen waren, um über die Koordinierung der Abwehr des islamistischen Terrors zu beraten. Aus Deutschland waren in dem Marschzug Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Thomas de Maizière präsent, aus dem Nahen Osten beispielsweise der israelische Premier Benjamin Netanjahu, der Präsident der Palästinensischen Autorität, Mahmud Abbas, sowie der König Abdullah II. von Jordanien.(ND)

15 Kommentare leave one →
  1. Transatlantiker mit Meinungsmacht permalink
    14. Januar 2015 10:43

    Wie wird in Deutschland über Außenpolitik diskutiert?

    Von Albrecht Metzger
    Regelmäßig treffen sich die Transatlantiker in Vereinen wie der Atlantik-Brücke. Bei den Treffen kommen Politiker und Wirtschaftsführer, aber auch Journalisten mit Meinungsmacht zusammen. Wissenschaftler, die sich mit den transatlantischen Netzwerken beschäftigt haben, kritisieren deren vermeintlich übermäßigen Einfluss. In der Sendung „Zeitfragen“ befassen wir uns damit, was in den transatlantischen Netzwerken wirklich passiert und wie groß ist ihr Einfluss tatsächlich ist.

    Beitrag hören > Quelle: DLF – http://www.deutschlandradiokultur.de/internationale-politik-transatlantiker-mit-meinungsmacht.976.de.html?dram:article_id=303660

    Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument: http://www.deutschlandradiokultur.de/transatlantische-netzwerke-und-deutsche-aussenpolitik-pdf.media.b4435e68b38e17b63735fc6638d7ffd7.pdf

  2. Neupack lässt Arzt bespitzeln um Betriebsrat zu kündigen permalink
    15. Januar 2015 00:37

    Neupack lässt Arzt bespitzeln um Betriebsrat zu kündigen

    von Jessica Reisner

    Hamburger Plastik-Becher-Hersteller Neupack (Milram, Heideblume, Humana) setzt Privatdetektei ein, um Kündigungsgründe zu konstruieren

    Elmar Wigand und Jessica Reisner von aktion ./. arbeitsunrecht e.V. mit Murat G. auf der Streikkonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Oktober 2014

    Arne Höck, derzeit Geschäftsführer des Hamburger Joghurtbecher-Herstellers Neupack, betreibt Betriebsrats-Mobbing aus dem Lehrbuch: Die neueste fristlose Kündigung erreichte den Betriebsratsvorsitzenden Murat G. pünktlich zu Weihnachten. Frühere Kündigungen wurden so versandt, dass sie zur Abreise in den Familienurlaub oder zum Geburtstag im Briefkasten des Gewerkschafters lagen.

    Um Kündigungsgründe zu kreieren, werden Detektive beauftragt (wir berichteten am 19.09.14 “Neupack übt Revanche”). Insgesamt hat Neupack seit 2012 mehr als ein Dutzend Kündigungen abgefeuert, die Mehrzahl fristlos. Fünf Anträge auf ersatzweise Zustimmung zur Kündigung (weil der Betriebsrat nicht zustimmte) hat das Arbeitsgericht Hamburg bereits abgewiesen.
    Mit schmutzigen Tricks gegen Arzt und Attest | Syllogistischer Fehlschluss

    Mit der letzten Kündigung wird die Glaubwürdigkeit einer Krankschreibung Murat G.s in Frage gestellt. Die Logik ist so perfide wie dämlich: Um aus der Arbeitsunfähgkeit einen Kündigungsgrund zu konstruieren, beauftragte Neupack die Privatdetektivin Jannine Benkhardt (Alpha Security Consult & Concept Axel Benkhardt), die beim krankschreibenden Arzt vorstellig wurde und offenbar erfolgreich eine Erkrankung simulierte. Der Arzt stellte der professionellen Simulantin eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, womit laut Arbeitgeber bewiesen sein soll, dass auch Murat G. sich die Krankschreibung desselben Arztes lediglich erschlichen habe.

    Hierbei handelt es sich um einen sog. syllogistischen Fehlschluss bzw. ein unlogisches Scheinargument, was auch für deutsche Arbeitsrichter leicht erkennbar sein dürfte. Sonst könnte man auch folgern: a) Neupack setzt schmutzige Methoden gegen seinen Betriebsratsvorsitzenden ein, b) Neupack produziert Plastikbecher für Milram, also: c) Milram-Sahne und Milram-Gewürzquark sind schmutzig.
    Methoden des Union Busting: Krankschreibung erschleichen

    Dieselbe Methode wie im oben geschilderten Fall Neupack, nämlich die bewusste Täuschung eines Arztes mittels erschlichener Krankmeldung, um dessen Glaubwürdigkeit zu unterminieren, setzte die Filial-Betreiber Yi-Ko Holiding GmbH bereits 2013 gegen einen Betriebsratsvorsitzenden von Burger King aus Dortmund-Kley ein.
    Die neuen Geschäftsführer Yildiz und Kolobov (Yi-Ko) wurden damals vom bekannten Union Buster Helmut Naujoks beraten, der das Unternehmen mit seinen Methoden in den folgenden Monaten komplett vor die Wand fuhr (Siehe unser Fazit vom 20.11.2014).

    Die Tageszeitung Neues Deuschland schrieb am 15.7.2013, dem Betriebsratsvorsitzenden bei Burger King wäre zur Last gelegt worden:

    er habe sich vom 10. bis 20. Juni 2013 krank und arbeitsunfähig gemeldet, seine Erkrankung jedoch lediglich »vorgetäuscht«. Als Zeugin für diese Aussage führt die Geschäftsleitung die zuständige Distriktleiterin von Burger King an. Diese habe in derselben Arztpraxis wie G.Y. vor Kurzem persönlich und auf eigenen Wunsch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten, obwohl sie nicht krank gewesen sei. Daraus folgern die Burger King-Manager, dass sich auch G.Y. seine Krankmeldung »erschlichen« habe. Dies sei eine »Pflichtverletzung« und ein »schwerwiegender Vertrauensbruch« und erfordere im Interesse des »Betriebsfriedens« eine Kündigung.

    Selbstverständlich hat dieser juristische Schrott vor keinem deutschen Gericht Bestand, das sich selbst irgendwie ernst nimmt. Wir vermuten, dass Neupack von Arne Höck und der Kanzlei Taylor Wessing vor die selbe Wand gefahren wird, vor die zuvor schon Yi-Ko & Burger King gekracht sind.

    Helmut Naujoks residiert seit einiger Zeit übrigens in Hamburg. Ob er im Hintergrund als Berater für Neupack tätig ist? Die Ähnlichkeit der Methoden ist jedenfalls frappierend.
    Warum greifen Arbeitgeber zu schmutzigen Methoden?

    Die Neupack-Belegschaft kämpfte für einen Tarifvertrag. Murat gehörte zu den größten Aktivposten der Gewerkschaft im Betrieb. Hier liegt die Motivation des Neupack-Managements, ihn jetzt zu zermürben: Vergeltung und Einschüchterung.

    Massive Lohnunterschiede für gleiche Tätigkeiten und nicht nachvollziehbare Bonuszahlungen waren im November 2012 Auslöser für einen acht Monate währenden Streik der Neupack-Belegschaft und ihrer Gewerkschaft IG BCE. Neupack stellte polnische Leiharbeiter als Streikbrecher ein. Letztlich konnte die Belegschaft keinen Tarifvertrag, aber Verbesserungen in der Bezahlung und Arbeitszeitregelung durchsetzen (Bericht vom 19.08.13 “Neupack: Doch eine Einigung?”). Der Unternehmensberater und Manager Arne Höck verhinderte bereits bei der Rowa-Gruppe, ebenfalls kunststoffverarbeitende Industrie, die Gründung eines Betriebsrats (NDR, Panorama3 vom 29.01.2013).
    Kommt zum Gerichtstermin!

    Die erneute Kündigung von Murat G. ist nur ein weiteres Glied in einer ganzen Kette von konstruierten juristischen Maßnahmen. Bereits zum Jahresanfang 2015 muss Murat G. mal wieder vor Gericht erscheinen:

    08. Januar 2015, 9.00 Uhr
    Arbeitsgericht Hamburg, Osterbekstr. 96, 1. Stock, Saal 112
    (U- oder S-Bahn Barmbek oder U-Bahn Saarlandstr.)

    Diesmal geht es um eine Maulkorb-Kündigung aufgrund eines Interviews Murats mit der Zeitschrift „EXPRESS – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit“ (Ausgabe 03-04/2014) und eine weitere Kündigung, bei der – wie im aktuellen Fall – die tatsächliche Erkrankung in Frage gestellt wird (unser Artikel vom 19.09.2014).

    Die Föderation der Demokratischen Arbeitervereine (DIDF) hält ab 08.00 Uhr eine Kundgebung vor dem Arbeitsgericht Hamburg ab.

    Das Kölner Büro der aktion./.arbeitsunrecht erklärt sich solidarisch mit Murat G. auf und hofft auf zahlreiche Unterstützer vor Ort!

    viele links im artikel
    http://arbeitsunrecht.de/neupack-laesst-arzt-bespitzeln-um-betriebsrat-zu-kuendigen

  3. „Jour Fixe Info 04-2015 - Gewerkschaftslinke Hamburg permalink
    15. Januar 2015 23:29

    mit aktuellen Ereignissen und Beiträgen zur Reflexion/Theorie z.B.
    05 Wer war Viktor Agartz?

    Von der Mitbestimmung zur Wirtschaftsdemokratie? Arbeiterbewegung, Gewerkschaft und Emanzipation
    Konferenz zum 50. Todestag von Viktor Agartz (1897-1964) am 17.01.2015 in Bochum
    „Am 9. Dezember 1964, vor nun einem halben Jahrhundert, starb der Wirtschaftspolitiker und Gewerkschafter Viktor Agartz (1897-1964).
    Agartz gehörte zu den wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit und prägte, als führender Sozialdemokrat und Leiter des gewerkschaftseigenen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts (WWI), auch die damaligen Vorstellungen einer wirtschaftsdemokratischen und sozialistischen Neuordnung wesentlich mit. Wurde er nach seiner Entlassung aus dem WWI der wohl bekannteste heimatlose Linke der fünfziger Jahre, machte ihn der im Jahre 1957 gegen ihn angestrengte Landesverratsprozess zur Persona non grata der deutschen Innenpolitik. (…)
    Die Konferenz will deswegen die Wiederkehr des fünfzigsten Todestages zum Anlass nehmen, nicht nur an Viktor Agartz‘ Leben und Werk zu erinnern. Mehr noch geht es darum, seine alten Thesen auf den historischen Prüfstand zu stellen und danach zu fragen, wie sich die Agartz damals bewegenden Fragen heute darstellen, vor welchen strukturellen und konjunkturellen Problemen die heutigen Emanzipationsbewegungen, allen voran die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung stehen. Im ersten Teil der Konferenz erinnern wir deswegen mit Film und Vortrag an Leben und Werk von Agartz. Im zweiten Teil diskutieren wir Fragen von Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie in Geschichte und Gegenwart. Und im dritten Teil fragen wir nach den heutigen Perspektiven einer emanzipatorischen Gewerkschaftspolitik.“

    Konferenz in Bochum am Samstag, 17.01.2015
    (11:00 Uhr bis 19:00 Uhr) im Institut für soziale Bewegungen, im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets, Clemensstr. 17-19, 44789 Bochum. Veranstaltet von der Rosa Luxemburg Stiftung NRW in Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung (WSI), dem Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum und dem DGB NRW.

    Es referieren und diskutieren:
    Klaus Barthel (MdB-SPD), Reinhard Bispinck (WSI), Ursula Bitzegeio (Historikerin), Dietmar Dath (Schriftsteller und Journalist), Frank Deppe (Politologe), Christoph Jünke (Historiker), Jutta Krellmann (MdB DIE.LINKE), Walther Müller-Jentsch (Soziologe), Guntram Schneider (NRW-Arbeitsminister), Thorsten Schulten (WSI) und Mag Wompel (LabourNet Germany).
    Siehe das detaillierte Programm und den Tagungsreader bei der RLS NRW
    http://www.nrw.rosalux.de/nc/event/52332/von-der-mitbestimmung-zur-wirtschaftsdemokratie.html
    Anmerkung:
    Demokratie im Kapitalismus gibt es nicht, dann hätten wir Rätekommunismus. Was wir im Kapitalimus erkämpfen können, sind Verbesserungen des Lohnes und der Arbeitsbedingungen. Das hat aber nichts mit Demokratie zu tun. Kapitalverwertung und Selbstbestimmung der Arbeitenden stehen sich unversöhnlich gegenüber. Wer versöhnen will, der will verwirren. Was Agartz trotzdem ausgezeichnet hat, ist, daß er ein kämpferischer Gewerkschafter und Sozialdemokrat war mit anderen Vorstellungen als die damals tonangebenden antikommunistischen Gewerkschaftsführer. Dem Weg seiner Kontrahenten viel Agartz zum Opfer. (DW)

    http://www.jourfixe.hamburger-netzwerk.de/

  4. Belgien: Tote bei Anti-Terror-Einsatz permalink
    16. Januar 2015 02:48

    Belgien: Tote bei Anti-Terror-Einsatz

    Bei einer Anti-Terroraktion im belgischen Verviers wurden zwei mutmaßliche Dschihadisten getötet. Die Verdächtigen haben laut Behörden einen „großen Anschlag“ geplant, es habe große Gefahr bestanden.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/2322802/Belgien:-Tote-bei-Anti-Terror-Einsatz

  5. Ukraine warnt vor "kontinentalem Krieg" permalink
    16. Januar 2015 17:18

    Ukraine warnt vor „kontinentalem Krieg“

    Die Feuerpause in der Ostukraine wird immer brüchiger. Kiew beschließt die Mobilisierung von Zehntausenden Reservisten. Befürchtet wird ein „Wiederaufflammen der Gewalt in großem Ausmaß“.

    Angesichts der wiederaufflammenden Kämpfe in der Ostukraine hat das Parlament in Kiew eine weitere Truppenmobilisierung beschlossen. In drei Phasen sollen 2015 Zehntausende Reservisten mobilisiert werden, wie aus dem Gesetzestext vom Donnerstag hervorgeht. Sowohl der Nationale Sicherheitsrat der Ukraine als auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnten vor einer Eskalation des Konflikts. Unterdessen wurde der Opfer des Raketenangriffs auf einen Bus am Dienstag gedacht.

    In einer ersten am 20. Januar beginnenden Phase zur Truppenmobilisierung sollen bereits rund 50.000 Soldaten eingezogen werden. Die beiden anderen Phasen sind für April und Juni geplant. Der Parlamentsbeschluss geht auf ein Dekret von Präsident Petro Poroschenko vom Vortag zurück. Der Staatschef hatte das Dekret mit der Notwendigkeit begründet, „angemessen auf die vom aggressiven Verhalten Russlands verursachten Bedrohungen zu reagieren“.

    „Die Ukraine bereitet sich auf den Krieg vor. Wir sind bereit, angemessen zu reagieren. Wir sind nicht schwach“, erklärte der Präsident der selbst ernannten „Volksrepublik Donezk“, Alexander Sachartschenko, in einer Reaktion auf die Truppenmobilisierung.

    Flughafen Donezk offenbar von Aufständischen erobert

    Zwar hatten sich die Ukraine und die prorussischen Rebellen am 9. Dezember auf eine Feuerpause geeinigt, doch nimmt die Gewalt seit Tagen wieder zu. Nach ukrainischen Behördenangaben vom Donnerstag wurden in den 24 Stunden zuvor zwei Soldaten und zwei Zivilisten getötet.

    Die prorussischen Aufständischen haben nach eigenen Angaben den Flughafen der Stadt Donezk vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Die Offensive werde nach dem Erfolg weitergehen, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko am Donnerstag. Ziel sei es, noch weiteres Territorium zu erobern, das im vergangenen Jahr an die Regierungstruppen gefallen sei.

    Der Flughafen wird seit Mai umkämpft. Zuletzt konnten die Regierungstruppen noch den zivilen Terminal halten. Am Donnerstag sah ein AP-Reporter vor Ort, dass an dem Gebäude die Separatistenflagge gehisst war. Es wurde aber immer noch gekämpft. Die Regierung teilte mit, ihre Truppen würden ihre Positionen am Flughafen immer noch halten. Der Flughafen ist weitestgehend zerstört und hat kaum strategischen, wohl aber symbolischen Wert.

    Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Alexander Turtschinow, legte den Abgeordneten in Kiew am Donnerstag zwei Zukunftsszenarien vor: Das erste Szenario sei das „Wiederaufflammen der Gewalt in großem Ausmaß und ein Angriff unter Beteiligung der russischen Streitkräfte, wobei die Konsequenz ein kontinentaler Krieg in großem Stil“ sein könnte. Das zweite Szenario seien „Versuche des Kreml, die Stabilisierung der Ukraine zu verhindern“.

    Gefahr für ganz Europa „noch längst nicht gebannt“

    Auch Steinmeier warnte am Donnerstag, die Gefahr, die von diesem Konflikt „für ganz Europa“ ausgehe, sei „noch längst nicht gebannt“. Entschärfen lasse sich die Situation nur, wenn sich sowohl Russland als auch die Ukraine ernsthaft um einen dauerhaften Waffenstillstand bemühten, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Beiden Seiten müsse klar sein, dass es keine militärische Lösung geben könne.

    Nach Angaben Kasachstans soll nun Ende Januar der geplante Gipfel zum Ukraine-Konflikt mit den politischen Führern der Ukraine, Russlands, Deutschlands und Frankreichs in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Darauf hätten sich Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew und Poroschenko am Donnerstag verständigt. Ein Kreml-Sprecher erklärte, ein Datum stehe noch nicht fest.

    Unterdessen wurde mit einer Schweigeminute in der Ukraine der 13 Zivilisten gedacht, die am Dienstag bei einem Raketenangriff auf einen Linienbus in der Ostukraine getötet worden waren. Flaggen wehten auf halbmast, die Rundfunksender verzichteten auf Unterhaltungsprogramme. Kiew und die Separatisten beschuldigen sich gegenseitig des Angriffs.

    AFP/mak

    http://www.welt.de/politik/ausland/article136426443/Ukraine-warnt-vor-kontinentalem-Krieg.html

  6. Scharia-konforme Sexprodukte --- Beate Uhse verzichtet auf Schweinskram permalink
    16. Januar 2015 18:18

    Scharia-konforme Sexprodukte

    Beate Uhse verzichtet auf Schweinskram

    Was macht ein Sexshop wie Beate Uhse, der in die muslimische Welt expandieren will? Zuallererst auf Alkohol und auf Inhaltsstoffe vom Schwein verzichten. Doch selbst dann ist nicht alles im arabischen Raum erlaubt.

    Die Hauptzentrale der Beate Uhse AG in Flensburg: Entsteht die nächste Filiale im saudiarabischen Mekka? Quelle: dpa

    Den Haag – Der Flensburger Erotik-Konzern Beate Uhse will künftig auch in der muslimischen Welt Geld verdienen. Das börsennotierte Unternehmen schmiedete am Mittwoch eine Kooperation mit dem islamischen Internet-Sexshop El Asira aus den Niederlanden. Dieser vertreibt nun über Beate Uhse 18 Scharia-konforme Produkte, wie El-Asira-Gründer Abdelaziz Aouragh der Nachrichtenagentur AFP sagte.

    Der Internetshop hat beispielsweise Cremes und Öle im Angebot, die ohne Alkohol und Gelatine hergestellt wurden und damit religiös unbedenklich sind. Dildos und alle Arten von Pornografie verstoßen dagegen gegen die Regeln der Scharia und werden über das Joint Venture auch nicht vertrieben.

    Das Potenzial des muslimischen Marktes mit rund 1,8 Milliarden Menschen sei „riesig“, sagte Aouragh. Der Onlineversand El Asira wurde 2010 gegründet, vor zwei Jahren unterbreitete der in elf europäischen Ländern vertretene Beate-Uhse-Konzern dem kleinen Unternehmen dann ein Angebot zur Zusammenarbeit. Beide erwägen auch die Eröffnung einer Filiale für Scharia-konforme Sexprodukte. Diese könnte laut Aouragh im saudiarabischen Mekka eröffnet werden. In die Stadt strömen jedes Jahr Millionen Pilger.

    afp

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/scharia-konforme-sexprodukte-beate-uhse-verzichtet-auf-schweinskram/9992758.html

  7. Krieg mit den Mitteln des Finanzmarktes: Die Superwaffe des Mr. Glaser permalink
    16. Januar 2015 23:17

    Sanktionen Die Superwaffe des Mr. Glaser

    Sanktionen gegen Russland und den Iran: Wie amerikanische Finanzbeamte zu Wirtschaftskriegern werden. von Kerstin Kohlenberg und Mark Schieritz

    Als Daniel Glaser im Februar dieses Jahres sein Büro in Washington betritt, wird ihm schnell klar, dass seine Waffe bald wieder gebraucht werden wird. Der ukrainische Machthaber Viktor Janukowitsch ist nach Russland geflohen, gleich wird Glaser ins Weiße Haus gerufen werden, und dann wird er sich an die Arbeit machen.

    Quelle: DIE ZEIT Nº 44/2014, 23. Oktober 2014 – http://www.zeit.de/2014/44/financial-warfare-sanktionen-russland

  8. Flüchtlinge --- Zu Hause auf dem KZ-Gelände permalink
    17. Januar 2015 11:28

    Flüchtlinge — Zu Hause auf dem KZ-Gelände

    Die Stadt Schwerte plant, Asylbewerber auf einem ehemaligen KZ-Außenposten unterzubringen. Gehört sich das bei Menschen, die vor Leid und politischer Verfolgung flohen? von Samuel Acker
    16. Januar 2015 20:37 Uhr

    Die Vorzüge der neuen Unterkunft für Flüchtlinge hat Hans-Bernd Marks schnell parat. „Hier haben sie einfach viel mehr Platz zum Leben als in der alten Unterkunft, mehr Privatsphäre“, erzählt der Vorsitzende des ehrenamtlichen Arbeitskreises Asyl in Schwerte. „Und der nächste Supermarkt ist nur zehn Minuten entfernt.“

    Aber natürlich, räumt der 68-Jährige mit seiner gemütlichen Stimme ein, der Ort, der habe schon auch „eine historische Altlast“. Es geht um die NS-Vergangenheit Schwertes.

    21 Asylbewerber sollen in der Kleinstadt bei Dortmund in eine Außenstelle des KZ Buchenwald umgesiedelt werden. In der Zeit des Nationalsozialismus mussten hier, im KZ Schwerte-Ost, umzäunt von Stacheldraht und bewacht von SS-Leuten, zeitweilig über 700 ausländische Zwangsarbeiter schuften. Ist das so eine gute Idee, Flüchtlinge an diesem belasteten Ort einzuquartieren?

    Kaum Alternativen

    Der Plan sei „zynisch und geschichtsvergessen“, empörte sich die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke. Auch NRW-Sozialminister Guntram Schneider (SPD) legte der Stadt dringend nahe, von der Idee abzusehen. Flüchtlinge in ehemaligen Arbeitslagern unterzubringen, könne auf keinen Fall Teil der Willkommenskultur Deutschlands sein, sagte er im Integrationsausschuss des Landtags.

    Aus Sicht der Stadt gibt es allerdings kaum Alternativen. Schwerte ist nahezu pleite, hat rund 60 Millionen Euro Schulden. Die Zahl der Flüchtlinge in der 45.000-Einwohner-Stadt hat sich seit 2011 verdreifacht. „100 von ihnen leben in einem Übergangsheim, das eigentlich nur für rund die Hälfte an Menschen ausgelegt ist“, sagt Flüchtlingsvertreter Marks. Die Folge: In einem 24-Quadratmeter-Zimmer schlafen bis zu sechs fremde Männer zusammen, bis zu 18 teilen sich ein kleines Bad. „Das ist kaum noch menschenwürdig.“

    Der Umzug von 21 Asylbewerbern aus dem Übergangsheim in die Baracke im ehemaligen Arbeitslager sollte eigentlich schon am Donnerstag stattfinden. Er sollte helfen, die Lage in Schwerte zu entspannen. Stattdessen hat er der Stadt einen gewaltigen Image-Schaden beschert. Selbst in Neuseeland wird über den Plan geschrieben, Flüchtlinge in einem „Nazi-Camp“ unterzubringen.

    Auch deswegen wagt sich die Stadtverwaltung nun aus der Deckung – nachdem sie zunächst Anfragen abblockte. Bei einer Pressekonferenz am Freitagmorgen drängeln sich Journalisten der großen Fernsehsender und Tageszeitungen im Sitzungssaal des Schwerter Rathauses. So viel Medienaufmerksamkeit ist man hier nicht gewohnt. Bürgermeister Heinrich Böckelühr (CDU) geht direkt zur Verteidigung über: „Wir haben in Schwerte keinen Nachholbedarf in puncto Erinnerungskultur.“

    Die Stadt habe ihre Rolle im Dritten Reich sorgsam aufbereitet, seit 25 Jahren gebe es eine Gedenkstätte auf der KZ-Außenstelle. Außerdem sollen Nachforschungen des Westfälischen Denkmalamts die Situation entspannen: Böckelühr gibt bekannt, dass das fragliche Gebäude, in das die Flüchtlinge einquartiert werden sollen, zur NS-Zeit noch gar nicht existiert habe. Eine Mitarbeiterin habe zwei Tage lang Luftaufnahmen analysiert und sei zu dem Schluss gekommen, dass die alte KZ-Baracke wohl abgerissen und in den 1950ern ein neues Gebäude errichtet wurde. „Hier haben also weder Zwangsarbeiter noch SS-Leute gewohnt.“ Die Luftaufnahmen könne er leider nicht zeigen, räumt der Bürgermeister ein.

    Das KZ-Haus war schon mal Flüchtlingslager

    „Wir können nicht alle Orte der NS-Zeit tabuisieren“, sagt Böckelühr. Flüchtlingsvertreter Marks ergänzt: Das betroffene Gebäude sei schließlich jahrelang ohne Aufschrei genutzt worden. Als Waldorf-Kindergarten, als Künstleratelier. Und während der Jugoslawien-Kriege Mitte der 1990er auch als Flüchtlingslager.

    Marks war schon damals dabei. „Die Historie des Orts war den Leuten völlig egal. Die hatten ganz andere Sorgen: Wie geht’s meiner Familie, wie verständige ich mich, wie komme ich an Essen?“ Nun gut, räumt er dann ein, die meisten Flüchtlinge hätten wohl auch nicht gewusst, was für eine Vergangenheit das Gelände hat.

    Dabei sind die Spuren durchaus noch zu sehen. Rund 200 Meter von der Baracke entfernt, durch einen kleinen Zaun abgetrennt, erinnert ein Denkmal des Bildhauers Horst Wegener an die Zwangsarbeiter. Fünf menschliche Skulpturen, begraben unter Eisenbahnschienen, die Gesichter zum Schrei verzerrt. Manche Körper scheinen zu verwesen. Es sind Bilder, die Birgit Naujok vom NRW-Flüchtlingsrat fürchten lassen, die Gedenkstätte könne bei manchen Flüchtlingen schlimme Erinnerungen wecken. Vor allem, wenn sie sie unvorbereitet entdeckten. Man müsse den Asylbewerbern auf jeden Fall schon vor dem Umzug sagen, welche Historie der Ort hat, findet Naujok. Aufgrund eigener Erfahrungen von Folter und Gewalt würden sich dann vielleicht einige Flüchtlinge dagegen entscheiden, dort zu wohnen.
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    In der Gedenkstätte des KZ findet sich diese Skulptur in Erinnerung an die Zwangsarbeiter. | © Samuel Acker

    Der Sprecherin des Flüchtlingsrats wäre es am liebsten, wenn die Asylbewerber temporär in Containern untergebracht würden. Doch das lehnt die Stadt Schwerte ab, aus finanziellen Gründen und weil dies für die Integration der Flüchtlinge nicht förderlich sei, wie Bürgermeister Böckelühr sagt. „Unser Ziel ist es eigentlich, Flüchtlinge dezentral unterzubringen“, ergänzt Flüchtlingshelfer Marks. Erst vor Kurzem sei es gelungen, zwei Flüchtlingsfamilien private Wohnungen zu vermitteln. Doch es mangele an solchen Möglichkeiten: „Viele Vermieter wollen uns Bruchbuden zu völlig überteuerten Preisen andrehen.“ Bei der Pressekonferenz nimmt Bürgermeister Böckelühr auch Bund und Länder in die Pflicht. „Es hilft überhaupt nicht, wenn ein Sozialminister uns kritisiert, aber keine Alternativen vorschlägt.“ Das Außenlager sei schlicht der geeignetste Ort, die Stadtverwaltung habe sich da nichts vorzuwerfen.

    Angst macht aktuelle Fremdenfeindlichkeit

    Ein paar Schwerter sehen das anders. „Die Stadt hätte das Thema viel früher und transparenter angehen müssen“, sagt Daniel Schumacher. Der 28-Jährige hat aus Neugier die Pressekonferenz besucht und dann ein paar Reporter zum ehemaligen KZ-Außenposten gefahren. „Schauen Sie sich doch mal um!“, ruft er. Es ist laut, Industriegebiet. Viele Lastwagen rumpeln umher. Zu Fuß sind bis zur Innenstadt etwa 40 Minuten. „Selbst wenn hier kein Arbeitslager gewesen wäre, ist das doch keine gute Gegend zum Wohnen.“

    Marks sieht das etwas anders. Im Industriegebiet gebe es immerhin „das Vereinsheim des Rollsportclubs“. Die 21 Männer, die bald in der Baracke unterkommen sollen, würden sich auf jeden Fall schon sehr auf den Umzug und etwas mehr Raum freuen. „Soweit ich weiß, ist alles schon vorbereitet: Es gibt Zweier-Zimmer mit Betten und Schränken, die Leitungen sind auch schon gelegt.“

    Der Sozialarbeiter holt tief Luft. „Ich kann die Debatte absolut verstehen. Aber Flüchtlinge in Deutschland fühlen sich nicht vom historischen Nationalsozialismus bedroht. Was ihnen Angst macht, ist aktueller Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.“ Den Flüchtlingen zu erklären, was auf einer Gedenktafel zur NS-Zeit steht, sei die eine Sache. Warum es Menschen gebe, die ihnen hasserfüllt „Ausländer raus!“ entgegenschreien – das zu erklären, seufzt Marks, das sei deutlich schwieriger.

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-01/fluechtlinge-schwerte-kz
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-01/fluechtlinge-schwerte-kz/seite-2

    Bürgermeister hält an Flüchtlingsheim auf KZ-Gelände fest

    Schwertes Bürgermeister hat seinen Plan verteidigt, Flüchtlinge auf dem Gelände einer früheren KZ-Außenstelle unterzubringen. Die Gebäude stammten aus der Nachkriegszeit.
    16. Januar 2015 14:50 Uhr

    Die Baracke der Lageraufseher eines ehemaligen Außenlagers des Konzentrationslagers Buchenwald in Schwerte (Nordrhein-Westfalen)

    Die Baracke der Lageraufseher eines ehemaligen Außenlagers des Konzentrationslagers Buchenwald in Schwerte (Nordrhein-Westfalen) | © Bernd Thissen/dpa

    Die Stadt Schwerte richtet trotz heftiger Kritik eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände einer ehemaligen Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald ein. Rat und Verwaltung „halten an ihrer Entscheidung aus Überzeugung fest“, teilten Bürgermeister Heinrich Böckelühr (CDU) und Ratsvertreter mit. Schwerte habe keinen Nachholbedarf an Erinnerungskultur. Die Stadt habe ihre Vergangenheit beispielhaft aufgearbeitet und sogar eine Gedenkstätte errichtet. „70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg dürfen nicht alle Gebäude tabu sein“, sagte Böckelühr.

    Auf dem Werksareal waren von 1942 bis 1945 Zwangsarbeiter untergebracht. Neben diesem Zwangsarbeiterlager errichteten die Nazis zudem ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. Die Bahn nutzte das Gelände nach Ende des Zweiten Weltkrieges als Eisenbahnausbesserungswerk.

    Auf einem solchen Areal Flüchtlinge unterzubringen, sei befremdlich, hatte der Flüchtlingsrat NRW nach Bekanntwerden der Pläne am Wochenbeginn kritisiert. Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und andere hatten an die Stadt appelliert, den Plan fallen zu lassen.

    Zunächst war der Eindruck entstanden, die Flüchtlinge sollten in einer ehemaligen Wachbaracke des KZ-Außenlagers wohnen. Das habe sich als falsch erwiesen, sagte Böckelühr. Die Auswertung von Luftbildaufnahmen habe jetzt ergeben, dass das Haus erst in den fünziger Jahren gebaut worden sei. Die ursprünglichen Lagerbaracken seien nach dem Krieg abgerissen worden.

    Schwerte ist nicht die einzige Stadt, die Flüchtlinge in einer KZ-Außenstelle unterbringen will. Augsburg verfolgt ähnliche Pläne.

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-01/schwerte-kz-fluechtlinge

  9. Die erste Macht im Staate Ein kurzer Überblick über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Massenmedien permalink
    17. Januar 2015 21:18

    Die erste Macht im Staate
    Tomasz Konicz, Heise/Telepolis 17.01.2015
    Ein kurzer Überblick über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Massenmedien
    „Lügenpresse“ ist zu einem beliebten Schlagwort der Neuen Deutschen Rechten avanciert, die überall Verschwörungen von Journalisten wittert. Dabei haben Manipulationen, gedruckte Halbwahrheiten und verzerrte Berichterstattung in der Medienbrachen leider System, wie ein Blick auf Vergangenheit und Gegenwart der Meinungsindustrie offenbart.

    Nichts hat unsere Aussichten auf eine humane Gesellschaftsordnung stärker verdüstert als die Verwandlung von Wissen und Informationen in Waren, die von gigantischen Medienkonzernen produziert und gehandelt werden. Seine historischen Anfänge hat das Medienkapital im 19. Jahrhundert, als im Gefolge der industriellen Revolution die ersten Zeitungen mit größeren Auflagen aufkamen und sich eine „öffentliche Meinung“ im Bürgertum herausbildete.

    Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten französische Zeitungskapitalisten die Geschäftsgrundlage, auf der Informationen bis zum heutigen Tage gehandelt werden – und die dafür sorgt, dass radikale Kritik im Medienbetrieb bestenfalls eine marginale Rolle spielt. Mittels Anzeigen, die andere Kapitalisten für ihre Produkte in der Zeitung aufgeben, wird von den meisten Massenblättern seit dem 19. Jahrhundert ein Großteil der Einnahmen erzielt, wodurch die Zeitungspreise stark gesenkt und neue Leserkreise erschlossen werden konnten (was nochmals höhere Anzeigenpreise ermöglicht).

    Die Medien im Kapitalismus sind somit im doppelten Sinne käuflich – …

    Quelle: Telepolis – http://www.heise.de/tp/artikel/43/43761/1.html

  10. Kriege, Kriegsverbrechen und Propaganda - Der Terrorismus der westlichen Welt permalink
    18. Januar 2015 12:24

    Kriege, Kriegsverbrechen und Propaganda
    Sascha Pommrenke, TP 18.01.2015
    Der Terrorismus der westlichen Welt – Teil 1
    „Unsere Kultur, unsere Demokratie steht gegen Unfrieden, Hass und todbringende Gewalt“, frömmelte der Bundespräsident in seiner Weihnachtsansprache. Währenddessen beglückwünschte sich die NATO für die besonders erfolgreiche ISAF-Mission in Afghanistan selbst. Todbringende Gewalt, auch das weiß Gauck, muss man bekämpfen: „Und in diesem Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen.“ Und zu den Waffen greift die westliche Wertgemeinschaft schnell und gerne. Millionen Tote und unzählige Verstümmelte hinterlässt der „Kampf für Menschenrechte“. Die Artikelserie zum Terrorismus der westlichen Welt wirft einen Blick auf die Realitäten der Kriege und „Interventionen“, die meist hinter einem medialen Schleier des Anscheins des sauberen und gerechten Krieges verschwinden.
    Quelle: Telepolis – http://www.heise.de/tp/artikel/43/43771/1.html

  11. Rojo y negro TV, eine anarchistische TV-Sendung auf Canal 33 Madrid. permalink
    18. Januar 2015 13:26

    Espacio crítico,anarcosindicalista y libertario,patrocinado por CGT,para el movimiento obrero y su lucha.Emitimos en Canal33 y http://rojoynegrotv.org

    http://rojoynegrotv.org/programas

    https://www.youtube.com/channel/UCAdtgt5slNceh_0z2dQqpLw

    https://www.facebook.com/pages/Rojo-y-Negro-TV/1565990816969804

    https://twitter.com/rojoynegrotv/media

    http://rojoynegrotv.org/

    • Notiz: In memóriam Antonia Fontanillas Borrás (1917-2014) permalink
      19. Januar 2015 19:16

      Barcelona, 29/05/1917 – Dreux (Francia) 23/09/2014. Nos hemos enterado del fallecimiento de Antonia. Volvemos a quedarnos huerfanos de compañeros, compañeras y de referentes. Han sido 97 años de una vida de compromiso con la Idea y con la Confederación. Su excelente y completísima biblioteca familiar nos ha ayudado muchas veces y ha servido de fuente a la que han recurrido muchos investigadores e investigadoras…. http://www.rojoynegro.info/articulo/memoria/mem%C3%B3riam-antonia-fontanillas-borr%C3%A1s

      TV:

  12. Veranstaltungs-Vorschau "Bibliothek der Freien" anarchistische Bibliothek im Haus der Demokratie Berlin permalink
    18. Januar 2015 14:12

    http://bibliothekderfreien.de/veranstaltungen/aktuelle-veranstaltungen.html

    Flyer in PDF, Veranstaltungen Januar bis Juli 2015:
    http://bibliothekderfreien.de/veranstaltungen/bdf_programm_2015.pdf

  13. Inside Kobane: Keeping Islamic State at bay (TV - BBC) // Spende für Rojava / Kobane permalink
    18. Januar 2015 14:31

    Veröffentlicht am 05.01.2015

    The Kurdish border city of Kobane in Northern Syria has been under siege by Islamic State fighters for more than three months. But Kurdish forces are managing to retain hold of most of the city. As well as keeping IS at bay – they see getting their story out to the rest of the world as a vital part of their mission. An Iranian Kurdish film-maker spent two weeks inside Kobane following the men and women risking their lives to publicise the ongoing battle.

    —-

    SPENDEN: Nächstes Ziel: 100.000 Euro (17. Januar 2015)

    WER WENN NICHT WIR? WANN WENN NICHT JETZT?

    Bislang haben wir rund 90.000 Euro Spenden für die Selbstverteidigungskräfte in Rojava sammeln können. Danke für euren Support!
    Jetzt wollen wir natürlich die 100.000 Euro voll machen – für die Befreiung von Kobane und für die demokratischen Selbstverwaltung in den überwiegend kurdischen Gebieten Nordsyriens.

    Macht mit. Unser Konto:
    Initiative Rojava
    IBAN: DE30 5905 0101 0610 5088 48
    BIC: SAKS DE 55

    http://rojava-solidaritaet.net/

    Haben wir eigentlich schon berichtet, dass unsere Initative in der Zwischenzeit auch mehrere prominente internationale Unterstützer*innen gefunden hat? Darunter sind der Autor und Anthropologe David Graeber (UK), der Netzkritiker Gert Lovink vom Institute for networking Cultures (NL) sowie Marina Sitrin, Occupy-Aktivistin und Visiting Scholar am CUNY Graduate Center in New York (USA) und die Autorin Janet Biehl (ebenfalls USA).

    —-
    Solidarität mit Rojava. Wer wenn nicht wir? Wann wenn nicht jetzt?

    Seit drei Jahren entsteht in den überwiegend kurdischen Gebieten Nordsyriens („Rojava“ genannt) ein politisches System demokratischer Selbstverwaltung. Die Bevölkerung organisiert sich in eigenen Versammlungen und Räten, um ihr Leben über z.B. ethnische und religiöse Unterschiede hinweg gemeinsam zu gestalten. Die Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie organisieren sich in allen Bereichen eigenständig und sind maßgeblich an der Gestaltung des Gemeinwesens beteiligt.

    Geschützt wird diese demokratische Selbstverwaltung von den Selbstverteidigungskräften Rojavas, der YPG und den Fraueneinheiten der YPJ. Es waren diese Einheiten, die gemeinsam mit der PKK êzidische KurdInnen im September vor der menschenverachtenden Organisation Islamischer Staat (IS) aus dem Shengal-Gebirge gerettet haben.
    Die Demokratische Autonomie der Städte und Gemeinden Rojavas ist für viele Menschen im Nahen und Mittleren Osten zu einem Hoffnungsträger geworden. Sie beweist, dass ein friedliches Zusammenleben sowie eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft möglich sind. Genau diese fortschrittlichen Inhalte ziehen den Hass des IS auf sich. Angesichts des Terrors des IS sind die Menschen von Rojava bereit, ihr Leben für die gemeinsame Verteidigung einzusetzen.

    Die Türkei versucht die demokratische Selbstverwaltung Rojavas zu beseitigen. Sie hat eine Blockade gegen die selbstverwalteten Gebiete errichtet, Solidaritätsaktionen in der Türkei blutig unterdrückt und die Aktivitäten des IS toleriert oder sogar unterstützt. Wie die Kämpfe um Kobanê zeigen, sind aber auch Deutschland, die EU und die NATO – unabhängig von ihrer Position zum IS – offensichtlich nicht gewillt, den Überlebenskampf in Rojava aktiv zu unterstützen. Stattdessen werden die kurdischen Organisationen nach wie vor kriminalisiert.
    Die Regierungen reden zwar von Hilfe, aber verfolgen nur ihre eigenen geopolitischen Interessen.
    Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass wir uns nicht auf die Staaten verlassen dürfen.

    Es ist allerhöchste Zeit, nicht nur von der Solidarität mit den Menschen in Rojava zu reden, sondern sie auch in die Tat umzusetzen. Die Commune von Rojava muss erhalten bleiben – dies ist nur mit der Selbstverteidigung möglich.

    Mit unserer Unterschrift spenden wir für die Selbstverteidigungskräfte – YPG/YPJ – in Rojava und rufen alle auf, dies ebenfalls zu tun. Lasst die Menschen in Rojava nicht allein, zeigt eure Solidarität!

    Wir unterstützen die demokratische Selbstverwaltung in Rojava, indem wir in der aktuellen Situation die Selbstverteidigungskräfte unterstützen.

    Verband der Studierenden aus Kurdistan – YXK
    Interventionistische Linke – IL

    http://rojava-solidaritaet.net/

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