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Radiotipp: Klassismus – eine Einführung

20. Dezember 2014

klassengesellschaft“Klassismus” meint klassenspezifische Diskriminierung, Unterdrückung, Ausbeutung, Marginalisierung. Der Begriff ist im Deutschen weniger etabliert als die entsprechenden Begriffe “Classism” im Englischen bzw. “Classismo” im Spanischen. Der Vortrag ist inhaltlich nicht schlecht, auch wenn er nichts neues zum Wesen der Klassengesellschaft bringt. Zumindest wird die auseinanderdriftende Kluft zwischen Arm und Reich thematisiert und Andreas Kemper fordert zum Zusammenschluss, u.a. der Arbeiterkinder und Erwerbslosen, auf.

10 Minuten, erstellt von Radio Corax, Halle
Hier zu hören als mp3

5 Kommentare leave one →
  1. Alfredsson permalink
    20. Dezember 2014 15:28

    Eine recht gute Einführung über die Problematik des Klassismus innerhalb der Linken bietet:

    G. Kuhn (Hg.) – Mit geballter Faust in der Tasche

    Die Broschüre gibt es für schlappe 2,50 bei Syndikat A.
    https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3987&prod=3798

  2. Die "Alternative für Deutschland" - Entstehung & Entwicklung - Vortrag von Andreas Kemper permalink
    20. Dezember 2014 18:59

    Die „Alternative für Deutschland“ – Entstehung & Entwicklung – Vortrag von Andreas Kemper

    „Die „Alternative für Deutschland“ hat scheinbar aus dem Nichts fast den Sprung in den Bundestag geschafft. Der Einzug ins Europa-Parlament ist aktuell das erklärte Ziel der Partei. Seit dem Jahreswechsel gibt es erhebliche innerparteiliche Richtungskämpfe zwischen nationalliberalen und neoliberalen Kräfte, in denen es auch darum geht, welche Rolle hierbei Rechtspopulist*innen einnehmen. Der Soziologe Andreas Kemper stellt die Entstehung der AfD mit ihren Forderungen, Gruppen sowie Personen dar. Er geht dabei auch auf die internen Kontroversen („autoritäre Säuberungsaktion“ versus „Befreiung von Querulanten/ rechtsextremen Zirkeln“) ein.

    Andreas Kemper veröffentlichte „Rechte Euro-Rebellion“ über die AfD sowie zusammen mit H. Weinbach eine Einführung in das Thema Klassismus. Außerdem publiziert er zum organisierten Antifeminismus/ Maskulismus. Im Frühjahr ist seine Publikation „Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“ erschienen. “ (Text, MP3 & Quelle: http://www.freie-radios.net/63439 )

    Webseite des Referenten: http://www.andreaskemper.wordpress.com

    Weiteres zur AfD:
    http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/alternative-f%C3%BCr-deutschland-afd-9316
    http://afdodernpd.de

  3. Arbeiterkinder werden nicht diskriminiert permalink
    20. Dezember 2014 19:59

    Arbeiterkinder werden nicht diskriminiert

    Soziale Herkunft ist kein Diskriminierungsmerkmal. Daher können Arbeiterkinder per Definition nicht diskriminiert werden. Die europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien benennen exakt, was als Diskriminierung gilt. Aufgrund eines Katalogs mit potentiellen Diskriminierungsmerkmalen kann identifiziert werden, wann eine Diskriminierung vorliegt und wann nicht. Auch Forschungsaufträge der EU haben sich an diesen Katalog zu halten.

    Das Gleiche gilt natürlich für Deutschland. Auch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) kennt keine Diskriminierung aufgrund klassenspezifischer Merkmale. Obdachlose, Arbeitslose, SchülerInnen oder Studierende mit niedriger sozialer Herkunft können gar nicht diskriminiert werden. Entsprechend sind die Vorgaben für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS). Antidiskriminierungsstellen, die von der ADS gefördert werden, müssen Arbeitslose, die sich über Diskriminierung beklagen wollen, zurückschicken, denn sie werden nicht diskriminiert, können gar nicht diskriminiert werden, jedenfalls sind die Antidiskriminierungsstellen nicht zuständig. Wenn Männer nicht in eine Disco gelassen werden, können sie prozessieren und erhalten eventuell 300 Euro Schadensersatz. Wenn Obdachlose bestimmte Orte in einer Stadt verlassen müssen, ist die Antidiskriminierungsstelle des Bundes nicht zuständig. Es sei denn, Obdachlose werden diskriminiert aufgrund einer Behinderung, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung usw., sie gelten aber nicht als diskriminiert, weil sie als Obdachlose abgewertet werden.

    Das alles ist absurd. Eine Studie im Auftrag der ADS mit dem Titel „Diskriminierung im Alltag“ kommt im allgemeinen Teil zum Schluss, dass mit sehr großen Abstand vor allem die „sozial Schwachen“ (übrigens ein ähnlich diskriminierender Ausdruck wie der Terminus „das schwache Geschlecht“) als diskriminiert gelten in der Wahrnehmung der Bevölkerung. Im zweiten Teil der Studie sollen aber die Diskriminierungformen genauer untersucht werden, dort sind jedoch nur die sechs offiziellen nicht-klassenbezogenen Diskriminierungsgründe aufgelistet, also lässt die Studie den ersten Teil der Studie links liegen. Ist ja auch egal, die Vorgaben zählen.

    Ähnliches drohte der aktuellen Studie zum Thema „Diskriminierungsfreie Hochschule“. Auch hier sollten zunächst nur Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und Behinderung untersucht werden. Das Diskriminierungsmerkmal „Soziale Herkunft“ war zunächst nicht vorgesehen. Ich intervenierte damals, da ja so ziemlich jede Bildungsstudie seit Beginn der Bildungsforschung bestätigt, dass es eine Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft gibt. Inzwischen scheint die beauftragte Prognos AG tatsächlich auch Soziale Herkunft miteinzubeziehen. Kein Wunder, denn bei den Feldern

    *Hochschule in gesellschaftlicher Verantwortung:
    Ausgleich ungleicher Startchancen
    *Hochschule als Ort von Lehre und Forschung:
    Thematisierung von und Sensibilisierung für Diskriminierungspotenziale
    * Hochschule als Beschäftigungsort:
    Sicherung gleicher Chancen/Vermeidung von Benachteiligung
    *Hochschule als Ort der Kommunikation und
    Begegnung: Sicherung von Diskriminierungsfreiheit im Umgang miteinander

    liegt es auf der Hand, dass soziale Herkunft eine Rolle spielt. Und entsprechend wird die Soziale Herkunft in die Studie miteinfließen müssen.

    Eigentlich müsste die ADS dafür Ärger bekommen. Schließlich hat sie Vorgaben. Und die Vorgabe ist das AGG, welches diskriminierungshierarchisch, also selbst diskriminierend ist. Die ADS überschreitet ihren vorgegebenen Kompetenzbereich. Sie muss es machen, um sich nicht der Lächerlichkeit preis zu geben. Die Frage ist, wie dann mit dem Widerspruch umgegangen wird. Diejenigen, die gegen eine Ausweitung des AGG sind, werden sich wahrscheinlich hüten, die ADS für ihre Eigenmacht anzugreifen. Also wird der Widerspruch geduldet, um Schlimmeres zu vermeiden, nämlich die Aufmerksamkeit auf den Klassismus im AGG und den Europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien zu lenken.

    Wer interessiert ist, mehr zu klassenspezifischer Diskriminierung im Hochschulbereich zu erfahren, der ist herzlich eingeladen zur 15. Tagung der Working Class/ Poverty Class Academics, die erstmals in Deutschland stattfinden wird, und zwar in Münster vom 08.-10. Juli 2011. Weitere Infos zur Tagung: wcpca.wordpress.com

    Ein Nutzerbeitrag von Andreas Kemper

    https://www.freitag.de/autoren/andreas-kemper/arbeiterkinder-werden-nicht-diskriminiert

  4. Ich bin "Schwarzfahrer" ... Die Gerichtsverhandlung - Amtsgericht Berlin-Tiergarten permalink
    20. Dezember 2014 21:20

    Ich bin „Schwarzfahrer“ … Die Gerichtsverhandlung – Amtsgericht Berlin-Tiergarten

    HartzIV ist zu niedrig. Deshalb muss ich „Schwarzfahren“. Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Michael Fielsch wird angeklagt, sich Beförderungsleistungen erschlichen zu haben. Der Angeklagte trägt vor, dass er sich in einem Teufelskreis befindet, aus dem er nicht herauskommt. Die HartzIV-Regelleistung für den öffentlichen Nahverkehr ist zu niedrig, so dass er sich monatlich nur 4 Hin- und Rückfahrten mit der BVG bzw. S-Bahn leisten kann. Da er sich freibestimmt in die Gesellschaft einbringen möchte, kritisiert er, dass die GEZ-Gebühr für HartzIV-Empfänger frei ist und somit das Zuhausebleiben unterstützt wird, um das Fernsehprogramm zu verfolgen. Im Gegensatz dazu wird die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel finanziell fast unmöglich gemacht. Ein gesellschaftliches Engagement ist aus seiner Sicht in Berlin für ihn fast unmöglich. Es sei denn, er fährt weiterhin „schwarz“.
    Das Sozialticket kostet monatlich 36,00 Euro in Berlin. Im Regelsatz sind allerdings nur 19,90 Euro vorgesehen. Das ist viel zu wenig. Er möchte sich in seiner mobilen Freiheit nicht einschränken lassen. Weiterhin macht er auf seine Kreuzaktionen aufmerksam. Mit diesen Aktionen führt er der Öffentlichkeit vor, welche Opfer Hartz IV schon gefordert hat, wie z. B. Selbstmorde.

  5. »Jahrhundert der Mittelklasse« Seite 26-33 permalink
    21. Dezember 2014 16:39

    siehe auch die neue wildcat # 97 mit dem interessanten Artikel:

    »Jahrhundert der Mittelklasse« Seite 26-33

    links im Artikel (neben diversen Literaturangaben in # 97):

    http://www.newrepublic.com/article/117938/hunger-games-explains-political-protests-egypt-russia

    http://www.criticatac.ro/lefteast/cognitive-workers-in-bulgaria/

    http://socialistregister.com/index.php/srv/article/view/20193#.VJbmddAKA
    gekürzt in ‚Das Argument 308‘ als: Ursula Huws:
    „Klassengrundlagen im digitalen Zeitalter“, den ganzen Artikel über die wildcats

    https://libcom.org/blog/black-yellow-hk

    http://www.rosalux.de/publication/40321/plaetze-sichern.html

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