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Skandal-Firma erhält neuen Großauftrag für Flüchtlingsheim

19. Dezember 2014

Auch nach dem Misshandlungsskandal in ihrem Flüchtlingsheim in Burbach hat das Unternehmen European Homecare einen Großauftrag von der öffentlichen Hand erhalten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Im September war bekannt geworden, dass Wachmänner einer Sicherheitsfirma in einem Heim von European Homecare im nordrhein-westfälischen Burbach Flüchtlinge misshandelt hatten. Sie filmten sich dabei mit Handy-Kameras. Besonders schockierte ein Bild, auf dem ein Wachmann seinen Fuß auf den Hals eines gefesselten Flüchtlings stellt.

Auftrag für Unterkunft mit 75 Asylbewerbern

Der Anbieter von Heimleitung, Hausmeister- und Verpflegungsdiensten für Asylbewerberheime darf eine Unterkunft in Meinersen im niedersächsischen Kreis Gifhorn vom 1. Januar an für fast vier Jahre führen. Dort leben 75 Asylbewerber. Es ist der erste Auftrag, den die Firma seit den Vorfällen in Burbach erhält, der so groß ist, dass er im Vergabe-Datenbanksystem der EU veröffentlicht werden muss: mindestens 207 000 Euro. Vermutlich sind es deutlich mehr. Das lässt sich anhand der jährlichen Pauschale schätzen, die Niedersachsen Kommunen für jeden Asylbewerber zahlt. Damit werden wiederum Dienstleister wie European Homecare bezahlt.

EHC betreibt die Unterkunft bereits seit 2013, es handelt sich aber um einen neuen Vertrag, der nun bis Oktober 2018 läuft. Das Unternehmen stach drei Konkurrenten aus. Einziges Zuschlagskriterium laut Auftragsbekanntmachung: „niedrigster Preis“.

„Wir arbeiten mit dem Unternehmen sehr gut zusammen“

Evelin Wißmann, Kreisrätin aus Gifhorn, sagt, es habe bisher keinerlei Probleme mit European Homecare gegeben: „Wir arbeiten mit dem Unternehmen sehr gut zusammen.“ Das Verfahren müsse nach Vergaberecht offen für alle sein. Das Unternehmen selbst wollte auf Anfrage nicht sagen, wie viele öffentliche Aufträge es seit dem Skandal von Burbach erhalten hat. Die Staatsanwaltschaft Siegen prüft, ob der ehemalige Heimleiter und der EHC-Geschäftsführer deswegen zur Verantwortung gezogen werden können. Es geht um Körperverletzung und Freiheitsberaubung durch die Wachleute.

bp

Quelle: huffingtonpost

One Comment leave one →
  1. 19. Dezember 2014 09:30

    Jo. Da kann mal sehen, wie viel Beteuerungen der „Öffentlichen Hand“ wert sind.

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