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Jahresendzeit – Welche Bücher schenken und lesen?

3. Dezember 2014

anarchistbuchDas Jahresende rückt näher und mit ihr die Zeit, in der an Freundinnen, Freunde, Bekannte und Familienangehörige Geschenke gemacht werden. Einige Betriebe schließen über die Feiertage und wir haben mehr Zeit zur freien Verfügung als sonst. Was liegt also näher, als diese Zeit zu nutzen auch ein gutes Buch zu lesen oder zu verschenken? Was lest ihr? Was verschenkt ihr? Was empfehlt ihr? Alle Leserinnen und Leser sind eingeladen, hier ihre Lieblingsbücher oder Lesetipps vorzustellen.

24 Kommentare leave one →
  1. Janina permalink
    3. Dezember 2014 11:29

    Für meine Nichte (8 Jahre) gibts „Die rote Zora“ von Kurt Held. Und für mich selbst habe ich mir die „Schwarze Flamme“ zum lesen vorgenommen. Das Buch habe ich bisher nur angelesen.

  2. Anarcho permalink
    3. Dezember 2014 13:51

    Empfehlen kann ich von Neuerscheinungen her „Erich Mühsam: Das seid ihr Hunde wert! Ein Lesebuch“ – finde ich eine gelungene Zusammenstellung, ebenso „Errico Malatesta: Anarchistische Interventionen“. Zum Thema Migration „Hess u.a. (Hg.): Grenzregime 2“, fein auch „Mümken / Wolf: Antisemit, das geht nicht unter Menschen, Band 2“. Allen jungen Antifas kann ich „Ak Wantok (Hg.): Antifa Gençlik. Eine Dokumentation“ ans Herz legen (ja sowas gab es hier auchmal!). LehrerInnen hassen euch für „Hans-Ulrich Grunder: Anarchistische Erziehung als libertäre Reformpädagogik“, Feministinnen mögen euch für „Dark Star: Quiet rumours. An Anarcha-feminist reader“.

    Zu bestellen gibt es den ganzen Kram und einiges mehr beim http://www.anarchia-versand.net – bei Bestellungen bis 15.12. ab 35.- Euro portofrei auch nach Deutschland. Eigentlich ist jedes lieferbare deutschsprachige Buch bestellbar, einfach ein e-mail mit Bücherliste bis 12.12. an buchhandlung@anarchia-versand.net. Unter https://www.facebook.com/anarchismus.at gibt es übrigens gerade einen 20.- Euro-Bücher-Gutschein zu gewinnen… Oder den ganzen Weihnachtskrams bei Syndikat A, Black Mosquito oder der Buchhandlung ums Eck bestellen.

    Worauf ich mich selber freu? „Vokuhila: Als scheiße aussehen Mode war“ über eine Jugend am Land in den 80ern. Konnte ich schonmal vorab reinlesen, kommt leider erst im Jänner 2015. Wird also nix mit durchlesen in den Feiertagen. Und wer rabenschwarzen Humor mag: „Der Zwerg reinigt den Kittel“ von Anita Augustin ist ebenfalls lesenswert. Halt vielleicht nicht gerade der Oma schenken 😉

    • 3. Dezember 2014 16:46

      “Der Zwerg reinigt nicht die Kittel” sag ich schon ganz lange, wenn ich „unsere Ziele in unserem Verhalten wiedererkennen“ meine …
      und danke auch für Deine Buchempfehlungen

      • Der Zwerg, den sie Nase nannten permalink
        6. Dezember 2014 11:23

        Was denn nun?

        “Der Zwerg reinigt den Kittel”
        oder
        “Der Zwerg reinigt nicht die Kittel”

    • Der Namenlose permalink
      14. Dezember 2014 23:46

      “ fein auch “Mümken / Wolf: Antisemit, das geht nicht unter Menschen, Band 2″“

      Da kann ich nur sehr heftig widersprechen, denn dieses Buch ist ganz sicher nicht fein oder lesenswert, sondern eher die übliche antideutsche Scheiße, die immer wieder von irgendwelchen antideutsch-autonomen Uni-Szene-Antifa-Dresscode-Lifestyle-Pseudoanarchisten aufgewärmt und in Bücher gegossen wird. Deshalb folgt hier eine kleine Rezension.

      Es beginnt schon damit, dass die Autoren schwachsinnige Wörter wie „linksdeutsch“ verwenden, was sehr deutlich anzeigt, aus welchem ideologischen Milieu sie kommen. Eigentlich geht es ihnen hauptsächlich darum, den völkischen Dreck von der Kollektivschuld aller Deutschen über alle Generationen hinweg neu aufleben zu lassen. Der deutschspachige Leser soll sich schuldig fühlen und böse vorkommen, so wie die Autoren (wie auch viele Leute aus der Antifa-Szene) sich moralisch schuldig fühlen und politisiert wurden über den Holocaust und nicht über die Gegnerschaft zu Staat und Kapital. Wer so denkt, bleibt immer im bürgerlichen Denken und Kategorien gefangen, und ist und bleibt (bewusst oder unbewusst) ein Propagandist der herrschenden Klasse und der herrschenden Ideologie. In dem Fall ist es die herrschende Klasse des Westens, der USA, der NATO und Israels, die wahrscheinlich in den Gedanken von Mümken und Wolf den primitiven Eingeborenen die Zivilisation bringen, in Form von abgereichertem Uranium und weißem Phosphor.

      Dann gibt es noch massenhaft bürgerlich-liberal-demokratisch-rechtsstaatlichen antitotalitaristischen und antiextremistischen Schrott, der auch nur die Position der oben genannten Staaten und Staatenbünde stärken soll und ihnen eine Legitimation zu geben, wenn sie wieder einmal gegen gegen andere Staaten oder Bevölkerungen Kriege führen. Man möchte sich ja moralisch überlegen fühlen, während man andere Menschen abschlachtet und foltert!

      Kommen wir aber zum Kern des Problems, und das ist der zionistische Staat Israel. Natürlich bejubeln ihn die Autoren, so wie es sich für deutsche Bürgerliche im 21. Jahrhundert gehört. Und natürlich sagen sie, dass jeder, der es nur wagt, auch nur ein kleines bisschen diesen kolonialrassistischen Apartheidstaat zu kritisieren, ein böser Nazi und Judenhasser ist. Das sind aber keine anarchistischen Positionen, sondern bürgerliche Positionen von Bürgerlichen, die die Wörter liberal und libertär miteinander verwechseln. In dem ganzen Buch kommt kein einziger palästinensischer oder arabischer Anarchist vor, sondern ausnahmslos nur Westler, die davon reden wie gut und notwendig ein starker Westen und vor allem ein starkes Israel ist und sehr orientalistisch, egozentrisch und selbstverliebt darüber jammern, dass fast alle Araber sie und ihre Ideologie, den Zionismus, hassen.

      Hier sind ein paar gute Links zu wirklichen Anarchisten und Anarchosyndikalisten, die sich mit dem Konflikt in Palästina beschäftigen

      http://www.angryarab.blogspot.co.at/

      https://arabagenda.wordpress.com/

      https://budourhassan.wordpress.com/

      Das erste ist der Blog von As’ad Abu Khalil, einem libanesischstämmigen US-amerikanischen Anarchisten, es folgen die Blogs von Ahmad Nimer, einem palästinensischen Anarchosyndikalisten und von Budour Hassan, einer palästinensischen Anarchistin. Lest euch das durch, wenn ihr echte anarchistische Positionen zu Palästina hören wollt. In dem Buch von Mümken und Wolf werdet ihr sie sicher nicht finden.

    • Abwärts n°1 permalink
      15. Januar 2015 18:24

      Abwärts n°1

      INHALT

      2 ZEN DER RICHTUNGSWAISEN. Katja Horn
      in der wortschmiede für den schlüsselsatz zur freiheit

      3 FEIGHEIT VOR DEM VOLK. Guillaume Paoli
      Wahrscheinlich ist das die sonderbarste Errungenschaft der Gegenwart: Die meisten Menschen sind unsichtbar gemacht worden.

      5 SPIELERISCH LINKS. Helmut Höge
      Da drunter breitet sich jedoch ein diffuses Gefühl aus, daß es nicht mehr lange so weiter gehen kann.

      9 100 JAHRE 1. WELTKRIEG (Teil I). Torsten Schleip
      Da auch zu den besten Zeiten nicht alle gewinnen können, wachsen mit der vermeintlichen Ruhe zwangsläufig die Widersprüche.

      11 DIE VERSCHLOSSENEN AUSTERN TAUCHEN AB. Die Rolle der Inlandsnachrichtendienste im NSUKomplex. Heike Kleffner
      Zwei Jahre später ist dieses Versprechen noch immer nicht eingelöst.

      13 ÜBERWACHUNGSSTAAT ODER „WEHRHAFTE DEMOKRATIE“. Wie prägen Geheimdienste die Gesellschaft (Teil I). Thomas Klein
      Die Neigung der Deutschen in der Berliner Republik zu tätiger Empörung gegen die Obrigkeit hält sich sehr in Grenzen.

      18 UMSCHWINGER UMSCHWINGEN. Wie Geheimdienste lästige Arbeiten wie das Zersetzen sozialer Bewegungen effektiv an Nichtregierungsorganisationen auslagern. Jenz Steiner
      Krisengebiete sind die neuen Goldminen.

      21 68 JAHRE SPÄTER. Jannis Poptrandov
      Die Sinti und Roma-Brigaden haben sich die Reichtümer Südbayerns und Mittelostschwabens mehr als verdient.

      22 GRIECHENLAND MUSS STERBEN – DAMIT WIR LEBEN KÖNNEN. Jazra Khaleed
      Manche beginnen damit, daß Nachbarn sich zusammentun, um denen zu helfen, die sich in größerer Not befinden.

      26 RESIGNATION UND PROPAGANDA. Kai Pohl
      Einer zieht polnische / Habermasgänse, / einer
      zieht Röhren / für die Hirschproduktion, / einer spült Schweißtücher / kuschelweich.

      27 TROJANISCHE PFERDE. Die Karawane von FIFA und IOC erreicht Brasilien. Volker Eick
      Der Vertrag zwischen Condor und den Sicherheitsbehörden Brasiliens umfasst die Lieferung von Pfefferspray, 2.000 Kurz- und 500 Fernwaffensystemen zum Abschuss von Gasgranaten und Tränengas sowie 1.800 Taser-Waffen und rund 8.300 Blendschock- und Akustikgranaten.

      32 DIE AXT IM HAUSE. Matthias Hering
      Dann nehm wa dit Kabriolet, fahr zum Fluß, schütteln dit Tütchen außßu den Fischchen, müssen ja ooch wat zu knappern ham, und dann nach Polen in Puff.

      33 WARUM IST ES AM RHEIN SO SCHÖN? Frau Dr. Ute Bratz gibt Rat (Teil I).
      Haben Sie sich mal gefragt, ob ein Volkslied aus den Zwanzigerjahren, komponiert von Herren mit Namen wie Adolf von Bergsattel und Franz Suppan, so charmant ist?

      34 LITERATUR DICH SELBST INS KNIE. Bert Papenfuß
      Die Elite ist der Abschaum des Durchschnitts durch und durch.

      35 ENSEMBLE. Elke Erb
      Ich entsinne mich nicht, daß wir das Aufbaulied auswendig zu lernen gehabt hätten. Und die andere Seite: Ich war keine Brecht-Verehrerin.

      Zeichnungen von Frank Diersch

      PDF
      http://www.basisdruck.de//media/products/0511471001395505157.pdf

      Basisdruck
      http://www.basisdruck.de//index.php

    • Michael Hartmann: Der AutoGeher permalink
      17. Januar 2015 23:40

      Klappentext
      Mit viel Humor, der jedoch keinen Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Aktionen zuläßt, beschreibt der inzwischen durch zahllose Medienberichte weit über München bekannte AutoGegner Michael Hartmann sein Leben, das er ganz dem einen Ziel gewidmet hat:
      die Welt wieder begehbar zu machen!
      In seiner AutoBiographie berichtet er, wie seine aufsehenerregenden Aktionsformen gegen das gerade mal 100 Jahre alte, aber bereits jeden Raum in der Stadt einnehmende Automobil entstanden sind, und mit welcher Konsequenz er sie alltäglich betreibt: Carwalking, Streetwalking, Kreuzungen in der Diagonalen überqueren, Autos vom Bürgersteig heben…

      Hartmann, Michael: Der AutoGeher :
      AutoBiographie eines AutoGegners
      Michael Hartmann. – 1. Aufl. – Münster : Unrast, 1998

      http://carwalker.de/booklet.htm
      http://carwalker.de

      http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hartmann_%28Aktionsk%C3%BCnstler%29Michael Hartmann (Aktionskünstler)

      Michael Hartmann: Der AutoGeher

  3. BASTEL MAL WIEDER permalink
    3. Dezember 2014 17:55

    Leider sind nur noch die letzten 100 Hefte der legendären
    Anarchosyndikalistischen Flugschriftenreihe online ………..

    Viel Spaß beim Produzieren & Verschenken ~ Lesen & Diskutieren
    Viel Erfolg beim Umsetzen & Kämpfen

    301 Most, Johann – Kapital und Arbeit
    302 Most, Johann – Der Stimmkasten
    303 Most, Johann – Zum Ketzer – Prozess wider Most (1878)
    304 Situationistische Internationale – Anleitung für den Kampf
    305 Khayati, Mustapha – Die gefesselten Worte
    306 AGIT 883 – Rote Armee Fraktion Leninisten mit Knarren – Schwarze Protokolle zu KPD-Flugi
    307 Schwarze Protokolle – Rosa Luxemburgs theoretisches Verhalten zur Arbeiterbewegung
    308 Schwarze Protokolle – Die Befreiung der Arbeit
    309 Schwarze Protokolle – Der neue Avantgardismus (Leninismus)
    310 Schwarze Protokolle – Zur Kritik der Ideologie des Staatssozialismus

    https://syndikalismus.wordpress.com/2012/10/03/10-neue-hefte-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-erschienen

    311 – Ante Ciliga: Lenin auch – Zum inneren Zusammenbruch des Leninismus
    312 – Max Nacht: Die revolutionäre Bewegung in Russland (1902)
    313 – G. P. Maximov: Die revolutionär-syndikalistische Bewegung in Russland (1926)
    314 – Oskar Anweiler: Der Kronstädter Aufstand 1921. Das Ende der Rätebewegung
    315 – Cajo Brendel: Kronstadt. Proletarischer Ausläufer der russischen Revolution
    316 – Peter Kropotkin: Die freie Vereinbarung
    317 – Jonnie Schlichting: Pjotr A. Kropotkin. Die große französische Revolution 1789-1793
    318 – Radio Chiflado: Eure Brieftaschen genügen nicht mehr…!
    319 – Wildcat: Mit dem Dreirad durch den Sozialstaat. Existenzgeld die neue Tretmühle der Arbeit
    320 – Wildcat: Der Schrei und die Arbeiterklasse (Buchbesprechung John Holloway)

    https://syndikalismus.wordpress.com/2012/10/12/hefte-311-bis-320-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    321 – Walt, Lucien van der: Anarchismus und Syndikalismus in der kolonialen und postkolonialen Welt
    322 – Unruh, Ludwig: Prophylaxe Syndikalismus
    323 – Paoli, Guillaume: Wozu Denkmale
    324 – Syndikalismus.tk (Syndikalismus-Blog): Der Nationalbolschewismus formiert sich in Griechenland
    325 – Syndikalismus.tk (Syndikalismus-Blog): StalinistInnen der KKE und PAME verhindern Sturm auf das Parlament
    326 – Schwarzrote Feder: Tipps und Tricks gegen die Überwachungsindustrie
    327 – Autorenkollektiv: Lieber krank feiern als gesund schuften – Wege zu Wissen und Wohlstand
    328 – Döhring, Helge: Anarcho-Syndikalismus in Ostpreussen
    329 – Fydrich, Fritz: Freie Jugend in Ostpreussen-Braunsberg
    330 – SAJD: Organisatorische Leitsätze der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands

    https://syndikalismus.wordpress.com/2012/12/11/hefte-321-bis-330-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    331 – Döhring, Helge: Syndikalismus am Südzipfel
    332 – Swift, Jonathan: Vorschlag wie Kinder zum Wohle des Staates benutzt werden können
    333 – Reitzel, Robert: …und heute sage ich wie vor zehn Jahren: Ich bin Anarchist
    334 – Sana, Heleno: Ist der Mensch heute frei?
    335 – Huppertz, Willy: Berlin, 13.August
    336 – Wagner, Matthias: Die Polizei als Verfolgungs- und Kriegsbehörde der Nationalsozialisten
    337 – Döhring, Helge: Der Begriff Syndikalismus
    338 – Tobler, Max: Der revolutionäre Syndikalismus
    339 – Oerter, Fritz: Revolutionärer Syndikalismus und deutsche Gewerkschaftsbewegung
    340 – Anarr: Fisch ohne Wasser – FAUD zu Betriebsräten -J.Dahms: Betriebsräte 1925

    https://syndikalismus.wordpress.com/2012/12/18/hefte-331-bis-340-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    341 – Roche, Karl: Absatzkrise, Lohnpolitik und Erwerbslosigkeit
    342 – Roche, Karl: Die Gerechtigkeit gegenüber der organisierten Indifferenz
    343 – Baginski, Max: Über die amerikanische Arbeiterbewegung (1924)
    344 – Giovannetti, A.: Zur Besetzung der Betriebe in Italien (1924)
    345 – Morris, William: Kommunismus
    346 – Mühsam, Erich: Idealistisches Manifest
    347 – Landauer, Gustav: Manchesterfreiheit-Staatshilfe-Anarchie
    348 – Veith, Martin: Stefan Gheorghiu zum Gedenken
    349 – Döhring, Helge: Carl Windhoff 1872-1941
    350 – Mühsam, Erich: Über Peter Hille

    https://syndikalismus.wordpress.com/2012/12/25/hefte-341-bis-350-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    351 – Landauer, Gustav: Boerne und der Anarchismus
    352 – Radio Chiflado: Impression der Anarchie – Paul Signac
    353 – Wilde, Oscar: Die Seele des Menschen im Sozialismus
    354 – Kafka, Franz: Forschungen eines Hundes
    355 – Bierl, Peter: Anthroposophie
    356 – Kern, Gerhard: Theosophie und Anthroposophie
    357 – RSO: Bürger Otto Habsburg verzichtet endgültig auf die Kaiserkrone
    358 – Pithouse, Richard: Das Aufbegehren der Slums- Eine Wortmeldung aus Südafrika
    359 – Black Mosquito: Anarchismus in Costa Rica
    360 – Corra, Felipe: Ocupas Urbanas -Die Praxis des sozialen Anarchismus in Rio de Janeiro

    https://syndikalismus.wordpress.com/2013/01/02/hefte-351-bis-360-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    361 – Kirsche, Gaston: Im Schattenlicht
    362 – El Libertario: Die Beziehungen zwischen Kuba und Venezuela aus anarchistischer Perspektive
    363 – Uzctegui, Rafael: Venezolanische Arbeit zwischen Chavez und den Golpistas
    364 – Uzctegui, Rafael: Vetelca – Die Geschichte der ersten bolivarischen Maquila Fabrik in Venezuela
    365 – El Libertario: Venezuela – Mythos Öko-Sozialismus im 21.Jahrhundert
    366 – El Libertario: Venezuelas soziale Bewegungen – der schwierige Weg zur Autonomie
    367 – El Libertario: Venezuela: Gewerkschaften zwischen serviler Bürokratie und Auftragsmord
    368 – Catwin:Nik Toprak – R volution oder Re-Evolution
    369 – MacSimin, Alan: Ricardo Flores Magon
    370 – Manifest an die Arbeiter dieser Welt

    https://syndikalismus.wordpress.com/2013/01/07/hefte-361-bis-370-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    371 – Radio Chiflado: Geschichte des Anarchismus in Ungarn
    372 – Radio Chiflado: Anarchismus in Polen
    373 – Jano Charbel: Ägypten ein Jahr danach
    374 – Max Nettlau: Nationalismus und Internationalismus (1924)
    375 – Elisee Reclus: Weshalb wir Anarchisten sind
    376 – Erich Mühsam: Zur Naturgeschichte des Wählers (1907)
    377 – AKTION Nr.24/5-86: Schwerpunkt Spanische Revolution
    378 – Borries, Achim von: Die unbekannte Revolution
    379 – Behrend, Manfred: In Spanien stand’s um unsre Sache schlecht..
    380 – Augustin Souchy: 1936 konnten wir mit offenen Augen träumen

    https://syndikalismus.wordpress.com/2013/01/16/hefte-371-bis-380-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    381 – Einspruch gegen die Kapitulation von 1937 von den Libertären der Gegenwart und der Zukunft von einem Unkontrollierten der Eisenkolonne
    382 – DAS: Einstein, Carl: Die Kolonne Durruti 1937
    383 – DAS: Die CNT-FAI und der POUM
    384 – DAS: Leval, Gaston: Sozialismus ohne Staat
    385 – DAS: Revolutionäre Syndikate
    386 – DAS: Goldman, Emma: Die soziale Stellung der Frau
    387 – Gerhard,H.W.: Georges Sorel, der Theoretiker des Syndikalismus (1931)
    388 – Aigte, Gerhard: Die Entwicklung der revolutionären syndikalistischen Arbeiterbewegung Deutschlands
    389 – Der Brief von Joaquin Ascaso vom Januar 1939
    390 – Souchy, Augustin: Die Gründung der Internationalen Arbeiter Assoziation

    https://syndikalismus.wordpress.com/2013/01/23/hefte-381-bis-390-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

    391 – Rudolf Rocker: Der Sozialismus und die Grundsätze der IAA
    LEIDER IMMERNOCH UNTERDRÜCKT VOM RECHTSTROTTEL

    392 – Schapiro, Alexander: Die Taktik der IAA
    393 – Jensen, Albert: Die Weltwirtschaftskrise – der Syndikalismus als Ausweg
    394 – Müller-Lehning, A.: Die IAA und der Kampf gegen Militarismus und Krieg
    395 – Besnard, Pierre: Die IAA und die Rote Gewerkschafts-Internationale
    396 – Carbo, Eusebio C.: Die IAA in Spanien
    397 – Mallada, Avelino Gonzalez: Die CNT Spaniens unter der Republik
    398 – Borghi, Armando: Die Unione Sindacale Italiens – Für eine freiheitliche Internationale
    399 – Die Kontinental-Amerikanische Arbeiter-Assoziation
    400 – Gerhard, H.W: Der Anarchosyndikalismus in Deutschland

    https://syndikalismus.wordpress.com/2013/01/30/hefte-391-bis-400-der-anarchosyndikalistischen-flugschriftenreihe-online

  4. Metal blade (Non IGM) permalink
    4. Dezember 2014 20:32

    Das ist eine schöne Idee mit den Buchvorstellungen und Empfehlungen.

    Empfehlenswert finde ich noch immer Helge Döhring: Kein Befehlen, kein Gehorchen. Ein Buch über die anarcho-syndikalistische Jugend in der Weimarer Republik und die Neugründungen in der BRD. Es ist leicht und gut verständlich geschrieben, toll layoutet und preisgünstig. Obwohl es ein echter Wälzer ist, erschlägt es einen nicht beim lesen. (https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3959&prod=3534)

    Auf meiner persönlichen Leseliste stehen:

    Stuttgarter NS-Täter (http://stuttgarter-ns-taeter.de/)

    Peter Hetzler – Hartz 5, ein Hartz IV-Roman (http://www.peter-hetzler.net/hartz5/?

    David Berry – A History of the French Anarchist Movement 1917 to 1945 (http://www.katesharpleylibrary.net/b5mmhm), weil ich mich schon so lange mal gründlich über die Geschichte unserer Bewegung in Frankreich informieren will.

  5. Der Bibliothekar der UU permalink
    6. Dezember 2014 01:25

    Für Englisch-Leser
    I
    Martha A. Ackelsberg, Free Women of Spain. Anarchism and the Struggle for the Emancipation of Women
    Oakland – West Virginia – Edinburgh (AK Press) (16,8 MB)
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Ackelsberg%20-%20Free%20Women%20of%20Spain%20-%20Anarchism%20and%20the%20Struggle%20for%20the%20Emancipation%20of%20Women.pdf

    Tom Goyens, Beer and Revolution, The German Anarchist Movement in New York City, 1880-1914, Urbana – Chicago 2007 (University of Illinois Press) (6,8 MB)
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Beer%20and%20Revolution_%20The%20German%20Anarchist%20Movement%20in%20New%20York%20City%2c%201880-1914.pdf

    Agustin Guillamon, The Friends of Durruti Group 1937-1939, Edinburgh – San Francisco 2001 (AK Press) (9,2 MB)
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Agustin_Guillamon-The_Friends_of_Durruti_Group__1937-1939__-AK_Press%282001%29.pdf

    Donald Clark Hodges, Bakunin’s Controversy With Marx. An Analysis of the Tensions Within Modern Socialism; in: The American Journal of Economics and Sociology, Volume 19, Issue 3, April 1960, pp. 259-274 (1,4 MB)
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Bakunin%27s%20Controversy%20With%20Marx.pdf

    Arthur H. Landis, Spain – the unfinished revolution, o. O. [2009] (digitale Neu-Ausgabe der Paperback-Ausgabe 1975) (1,7 MB)
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Arthur_Landis_Spain_the_Unfinished_Revolution.pdf

    Carl Levy, Gramsci and the Anarchists, Oxford – New York 1999 (Berg) (27,5 MB)
    [Eine Geschichte des italienischen Anarchismus und revolutionären Syndikalismus vom Beginn des 20. Jh. bis zum Aufstieg des Faschismus, ihrer internationalen Verbindungen und ihres Einflusses auf Antonio Gramsci und die Turiner Gruppe ‚Ordine Nuovo‘]
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Carl_Levy-Gramsci_and_the_Anarchists%281999%29.pdf

    Ernesto A. Longa, Anarchist Periodicals in English Published in the United States (1833–1955). An Annotated Guide, Lanham – Toronto – Plymouth 2010 (Scarecrow Press) (10,1 MB)
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Anarchist%20Periodicals%20Published%20in%20the%20United%20States%201833-1955.pdf

    David Morland, Demanding the Impossible? Human Nature and Politics in Nineteenth-Century Social Anarchism, London – Washington 1997 (Cassell) (41,8 MB)
    [Eine Untersuchung der Konzepte Proudhons, Bakunins und Kropotkins – kein Buch für schlichte Gemüter, die einfache Antworten auf komplizierte Fragen wollen:
    »This work will demonstrate that the social anarchists‘ conception of human nature is fundametally incompatible with their self-incurred obligation of establishing a future stateless society. Given this discrepancy the feasibility of their preferred society looks increasingly improbable on two counts. First, there is little in their conception of human nature that merits profound faith in the eventual realization of an anarchist society. And secondly, even if that society came about the assumptions of imperfection and egoism inherent in their conception of human nature render the maintenance of order, without recourse to something akin to a state, unsustainable.
    The task of revealing this discrepancy is one I approached with some ambivalence. I have deep sympathies for much of what anarchism has to offer, but am conscious of the need to understand one’s own weaknesses in an essentially normative set of considerations, which is the battle of ideologies. Recognition of an ideology’s weak spots helps fortify it for the inevitable criticism that will come its way. This anarchists of all hues should acknowledge. For that I am grateful to some of my fellow sympathizers who have tolerated my scepticism and explicit criticism of anarchism. Perhaps that is the ultimate testament to the value that anarchists place on freedom.« (aus dem Vorwort)]
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/David_Morland-Demanding_the_Impossible___Human_Nature_and_Politics_in_Nineteenth-Century_Social_Anarchism_%28Anarchist_Studies%29-Cassell%281997%29.pdf

    David Porter, Eyes to the South: French Anarchists and Algeria. Foreword by Sylvain Boulouque, Oakland – Edinburgh – Baltimore 2011 (AK Press) (28 MB)
    [Ein anderer Blick auf 60 Jahre algerischer Geschichte, vom Kampf gegen den französischen Kolonialismus bis zum Vorabend der ‚Arabellion‘]
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/David_Porter-Eyes_to_the_South__French_Anarchists_%26_Algeria-AK_Press%282011%29.pdf

    Maia Ramnath, Decolonizing Anarchism. An Antiauthoritarian History of India’s Liberation Struggle. Anarchist Interventions 3, Oakland – Edinburgh – Washington (AK Press & Institute for Anarchist Studies) (7,5 MB)
    [noch ein notwendiger Tritt in unseren eurozentristischen Hintern]
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/%28Anarchist_Interventions_volume_3%29Maia_Ramnath-Decolonizing_Anarchism__An_Antiauthoritarian_History_of_India%27s_Liberation_Struggle-AK_Press%282012%29.pdf

    Alexandre Skirda, Nestor Makhno – Anarchy’s Cossack. The Struggle for Free Soviets in the Ukraine 1917-1921, Edinburgh – Oakland – London 2004 (AK Press & KSL) (259,5 MB!!)
    [Aber DAS Standardwerk zur Machno-Bewegung]
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/Alexandre_Skirda-Nestor_Makhno–Anarchy%27s_Cossack__The_Struggle_for_Free_Soviets_in_the_Ukraine_1917-1921__-AK_Press%282003%29.pdf

    Die meisten Texte sind OCR-gescannt, können also mit ‚copy & paste‘ zitiert werden.

    Wer noch mehr (und nicht nur) anarchistische Literatur möchte (& eine schnelle Internetverbindung & Platz auf der Festplatte & Zeit und Lust hat, alles auszusortieren – geschweige denn zu lesen):

    Leftist eBook Pack 1
    https://ia600904.us.archive.org/21/items/MarxCommunistManifesto/

    Leftist eBook Pack 2 (3,1 GB ZIP-Datei)
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    Und wer sich intelligent amüsieren will:

    Die Scheibenwelt-Bücher von Terry Pratchett.

  6. 5 gegen Ausbeutung permalink
    7. Dezember 2014 20:31

    Berechnung der 5-Stunden-Woche

    Die Ursache von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit ist die Überproduktionskrise! Wir haben zuviel hergestellt. Der Markt ist hoffnungslos übersättigt. Und der Witz ist, daß wir in den Bereichen Produktion, Verteilung und Soziales für den heute allgemein üblichen Lebensstandard in der BRD durchschnittlich 5 Stunden Arbeit pro Woche aufwenden müssen.

    Das heißt, wir erhalten für unsere Lohnarbeit einen Gegenwert, der unter Gesichtspunkten der Güterwirtschaft in 5 Stunden pro Woche erzeugt werden kann. Der „Rest“ der geleisteten Lohnarbeit sind die Gewinne der Kapitaleigner und die Kosten der Institutionen, die für sie den Mehrwertabzug vornehmen und militärisch sichern.

    Wie können wir den güterwirtschaftlichen Gegenwert der Lohnarbeit rechnerisch bestimmen?

    Ausgehend von den Zahlen im Statistischen Jahresbuch 1988 berechnen wir die Menge der notwendigen Arbeit, die wir für den heutigen Luxus und Lebensstandard aufbringen müssen. Zur notwendigen Arbeit zählen wir die Sozialleistungen, Produktion- und Verteilungsarbeiten.

    Zum Sozialwesen gehören u.a. die Bereiche:
    Gesundheits- und Veterinärwesen, Reinigung usw.

    Zum Sozialwesen gehören u.a. die Bereiche:
    Gesundheits- und Veterinärwesen, Reinigung usw.

    Zur Produktion gehören:
    Land- und Forstwirtschaft, Tierhaltung und Fischerei; Energie- und Wasserversorgung sowie Bergbau (Arbeiter); Verarbeitendes Gewerbe (Arbeiter); Baugewerbe; Angestellte aus Energie- und Wasserversorgung sowie dem Verarbeitenden Gewerbe. Das sind Meister, Techniker, Ingenieure sowie die Angestellten, die zur Arbeitsorganisation notwendig sind.

    Zur Verteilung gehören:
    Verkehr und Nachrichtenübermittlung

    Mit den Erwerbstätigenzahlen aus em Statistischen Jahresbuch zu den aufgezählten Wirtschaftsbereichen kommen wir auf eine 18,6 -Stunden-Arbeitswoche.

    ——

    Diese 18,6 Stunden klingen zwar schon recht gut, aber mehr als ein Anfang sind sie nicht, denn auch die Lebensdauer unserer Gebrauchsgüter ließe sich mit Leichtigkeit um ein Vielfaches erhöhen. Es liegt nahe, daß dies gerade die Menschen einer Herrschaftsfreien Gesellschaft tun werden, weil sie ihre Güter für ihren eigenen Bedarf herstellen. Denn kein Mensch besitzt ein Interesse, für den Schrottplatz zu produzieren. —

    In der heutigen Konsumgesellschaft hingegen werden zur Aufrechterhaltung des Waren-Geld-Kreislaufes selbst die Gebrauchsgüter auf die Ebene der Verbrauchsgüter abgestuft. Ihre Lebensdauer wird erheblich verringert, indem entweder bewußt Sollbruchstellen eingebaut oder Fertigungstechniken nicht verwandt werden, die ihre Lebensdauer erheblich verlängern würden.

    Beispiele sind folgende:

    1. Glühlampen:
    Ihre Lebensdauer kann auf ein Menschenalter ausgedehnt werden. Dies ist schon seit langem bekannt. Teilweise werden diese Herstellungsverfahren bei schlagfesten Glühlampen angewendet. Schlagfeste Glühlampen ([1], [2]), die auch Panzerglühlampen genannt werden, kommen vor allen in der Nähe von Bedienfeldern in der Industrie zum Einsatz, die besonders starken Schwingungen ausgesetzt sind. Nicht umsonst sollen Glühlampen ab 2012 verboten werden. In der Energie- und Umweltbilanz sind die schlagfesten Glühlampen wesentlich besser als die quecksilberhaltigen Energiesparlampen, die nach Ende ihrer Lebensdauer zu Sondermüll werden.

    2. Glas:
    Durch langsames Abkühlen nehmen die inneren Spannungen im Glasgefüge ab, und das Glas wird schlagfest.

    3. Autos:
    Eine Fahrzeugkarosserie aus rostfreiem Blech hält mindestens 200 Jahre! Und wir alle arbeiten mindestens einmal am Tag an einem Ort, wo sehr viel rostfreier Stahl zum Einsatz kommt. Die Spühlen in unseren Küchen sind aus rostfreien Stahl hergestellt. Es kann also davon ausgegangen werden, daß auch genügend Rohstoffe für rostfreie Fahrzeugkarosserien zur Verfügung steht.

    Aus der Langlebigkeit der Gebrauchsgüter folgt, weniger Güter müssen hergestellt werden!

    Das bedeutet: Weniger Fabriken, weniger Rohstoffverbrauch und weniger Arbeit.

    Weiter könnte durch die gezielte Verwendung von Mischtechniken z.B. die Lebensdauer von Explosionsmotoren auf etwa 150 Jahre ausgedehnt werden. Verwenden wir nun Wasserstoff als Energieträger, so können wir auch die umweltfreundlichen Wasserstoffmotoren in unseren Autos oder in unseren Kraftwerken zur Gewinnung der Elektrischen Energie einsetzten. Wasserstoff kann in den Wüsten der Erde in Wind-, Aufwind- und Sonnenkraftwerken gewonnen werden. Wasserstoff als Energieträger steht uns also in unbegrenzten Mengen zur Verfügung, womit wir auch das heutige Energieproblem gelöst haben.

    Das heißt, daß wir nicht nur weniger arbeiten, sondern auch auf dem besten Wege sind, unsere Umweltprobleme zu lösen! Und zwar mit einer 12,4-Stunden-Arbeitswoche mit erheblich besseren Arbeitsbedingungen für jeden von uns, wenn wir die Produktion auf die Langlebigkeit unserer Gebrauchsgüter ausrichten.

    ——

    Nun zum nächsten Berechnungsschritt. Gehen wir davon aus, daß sich die Mitglieder einer Herrschaftsfreien Gesellschaft von den von ihnen gemeinsam hergestellten Gütern nach ihren materiellen Bedürfnissen befriedigen – und davon, daß die durchschnittliche Arbeitsmenge um 3/4 sinken wird, dann entfällt praktisch die Rush-Hour. Denn jeder wird da arbeiten, wo er wohnt und nicht mehr längere Fahrwege für eine besser bezahlte Arbeit in Kauf nehmen. Das heißt, die langen Fahrwege zur Arbeit werden entfallen.—

    Aber nicht nur die langen Arbeitswege, sondern auch die heutige Urlaubsindustrie wird entfallen. Denn wenn die Arbeitsmenge auf 1/4 des heutigen Wertes sinkt, werden die Menschen in Ruhe das Land bereisen und dort verweilen und mitarbeiten, wo es ihnen gefällt! Das heißt, wenn sie das wollen.

    Insgesamt bedeutet der Wegfall der Rush-Hour und der Urlaubsindustrie:

    Weniger Transportmittel, weniger Fabriken, weniger Straßen und somit weniger Arbeit,

    wobei unter diesen Gesellschaftsbedingungen nach unseren Berechnungen nur noch 10 Stunden pro Woche gearbeitet wird! Auf die ungeheueren Rohstoffeinsparungen, den Umweltschutz und die Steigerung der Lebensqualität brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht in besonderem Maße hinweisen!

    ——

    Die Folgen unserer bisherigen Überlegungen für die Energiewirtschaft liegen klar auf der Hand.

    Langlebige Güter, Einsparungen bei den Transportmitteln, weniger Straßen, weniger Fabriken sowie Energieeinsparungen in den Haushalten und bei anderen Kleinverbrauchern bedeuten weniger Energieverbrauch und somit weniger Arbeit in der Energiewirtschaft!

    Insgesamt bedeutet dies mit den Zahlen aus dem Statistischen Jahresbuch, daß nur noch 9,78 Stunden pro Woche gearbeitet wird!
    ——

    Berücksichtigen wir nun, daß in der alten BRD von 61,5 Mio. Menschen nur 30 Mio. zum Erwerbstätigenpotential gehören. Die meisten Nichterwerbstätigen (Behinderte und Rentner) würden liebend gern wieder 10 Stunden pro Woche arbeiten, um ihrem Leben wieder einen Inhalt und ein Ziel zu geben. Mit ihnen werden 41,8 Mio. Menschen erwerbstätig sein. Das sind 2/3 der Bevölkerung der alten BRD, wobei nun jeder der 41,8 Mio. Erwerbstätigen nur noch 6,9 Stunden pro Woche arbeiten „darf“!
    ——

    Beziehen wir nun die Möglichkeit der Vollautomatisierungstechnologien, das heißt vollautomatische Fließbandstraßen, Schiffe und Fahrzeuge mit einem über Satellit gesteuerten Verkehrsleitsystem etc., mit ein, so stehen jedem von uns nur noch 4,91 Stunden Arbeit pro Woche zu.
    ——

    Eine derartig niedrige Wochenarbeitszeit wird eine tiefgreifende Gesellschaftsumwälzung hervorrufen, in der unser Verhältnis zur Arbeit und zum Menschen einer grundlegenden Veränderung unterworfen ist.

    Spätestens mit 4,91 Stunden Arbeit pro Woche verliert die Arbeit ihre Zwanghaftigkeit. Unsere angeborene Ruhe- und Rastlosigkeit wird uns antreiben, sich mit den Dingen zu beschäftigen, die Spaß machen.

    An diesem Punkt angelangt, ist zu erwarten, daß die Arbeit in einer Herrschaftsfreien Gesellschaft allein aus dem Bedürfnis des Menschen nach einer sinnvollen Tätigkeit erledigt und sie deshalb nicht mehr als Arbeit empfunden wird. Hiermit haben wir die Null-Stunden-Woche erreicht.

    http://www.5-stunden-woche.de/band1.pdf

    Die Wurzeln der Herrschaft

    Dieses Buch beschreibt die Herrschafts- und Machtstrukturen, die dafür verantwortlich sind, daß wir heute 40 Std. pro Woche arbeiten und uns hiervon der Wert von 35 Stunden unterschlagen wird.

    Hierzu müssen die wirkenden Mechanismen der Geld- und Marktwirtschaft beschrieben werden. Denn erst hierdurch wächst das Verstädnis dafür, welche Auswirkungen die Geld- und Marktwirtschaft auf die Gesellschaft besitzt.

    „Doch selbst wenn die Beschreibungen richtig sind, so reichen die Erinnerungen der meisten Menschen nicht weit genug, um die Darstellungen nachvollziehen zu können“, meinten die meisten Menschen, nach der Lektüre dieses Buchentwurfs. „Wegen der mangelnden Einsicht in weltweite wirtschaftspolitische Zusammenhänge bleiben viele tagespolitischen Ereignisse nicht in den Erinnerungen haften. Sie werden nach einer kurzen zur Kenntnisnahme ausgeblendet und wieder vergessen. Es fehlen die Kenntnisse, die ein detailliertes Ausdeuten und Einordnen ermöglichen. So können sie weder in die Wahrnehmung unserer Mitmenschen eindringen noch deren dauerhafte Aufmerksamkeit erregen. In dessen Folge werden gewisse Vorgänge nicht in die politische Argumentationskette unserer Mitmenschen einfließen, da nie ein Verständnis für die inneren Zusammenhänge von Ursache und Wirkung dieser Vorgänge entsteht.“

    Dies heißt, erkenne nicht, verstehe nicht und gestalte nicht.
    Bleibe das, was du bist:

    ein Sklave ,

    vergiß und bleib dumm!

    Doch nun hat sich der Autor eine kleine Überraschung ausgedacht, um die Schwächen seiner Argumentation auszugleichen. Er liefert die Quellen seiner Argumentation in Form von Auszügen aus seiner Presseauswertung gleich mit, womit sich der einzelne im Gang seiner Argumentation gleich ein Bild über deren Herkunft verschaffen kann. Diese Auszüge aus Dantes Presseauswertung werden zu einem Buch im Buche und fallen wegen der anderen Schriftform gut ins Auge, so daß sie je nach Interesse gelesen oder überschlagen werden können, ohne den Anschluß an den Gang seiner Gedanken zu verlieren.

    Gegen Ende des ersten Teils dieses Buches beginnen die Grenzen zwischen Dantes Argumentation und den Auszügen aus seiner Presseauswertung zu verschwimmen, was beabsichtigt ist und unterstreichen soll, daß hier ein gegenwartsbezogenes Abbild der Wirklichkeit erstellt wurde.

    http://www.5-stunden-woche.de/band2.pdf

    Prinzipien einer Herrschaftsfreien Gesellschaft

    Die „Prinzipien einer Herrschaftsfreien Gesellschaft“ sind ein Postulat für eine Gesellschaft, der jede staatliche Gewalt, Herrschaft, Obrigkeitsordnung, Führer und „Oberhäupter“ fremd sein werden. Die geschichtliche Erfahrung mit der „parlamentarischen Demokratie“ sowie mit allen anderen Formen einer „repräsentativen Demokratie“ bewies die uralte These, daß eine Aufteilung der Gesellschaft in oben und unten – in Verbindung mit einem willenlosen, auf Gehorsam getrimmten Staatsherrschafts- und Gewaltapparat – immer die Unterdrückung des Menschen hervorrufen wird. Bevormundung, Gängelung, Unterdrückung und Ausbeutung werden immer das Endprodukt derartiger „demokratischer Gesellschaftssysteme“ sein!

    In dieser Erkenntnis fordert eine immer größer werdende Zahl von Menschen den gläsernen Staat und hiermit direkt kontrollierbare und abwählbare Abgeordnete, so daß dem Betrug der Bewohner einer Landesregion um ihr Selbstbestimmungsrecht der Boden entzogen wird! Die Bevölkerung selbst fordert immer unüberhörbarer das Ende des Blankowählerauftrages zur Alleinherrschaft einzelner über ein ganzes Land sowie die Öffentlichkeit aller Verhandlungen! In seinem wachsenden demokratischen Selbstbewußtsein wird der Ruf nach immer mehr direkten demokratischen Mitbestimmungsrechten durch unmittelbare Volksabstimmungen lauter und lauter.

    Das Ziel dieser Bemühungen ist das Ende von Korruption und Bestechung, der dunklen Mauschelei durch Amtsverfilzung sowie der Veruntreuung des Wählerauftrages durch einen Ausverkauf der politischen Macht an die neuen Fürsten des Kartellkapitalismus. Wir leben in einer Zeit, in denen das wachsende demokratische Selbstbewußtsein der Völker und wachsende soziale Unruhen schlechte Zeiten für politischen Machtmißbrauch korrupter Politiker ankündigen!

    Wir Libertären-Basisdemokraten sehen, daß sich die Menschen in ihrem wachsenden demokratischen Bewußtsein zunehmend auf die alten Vorstellungen der basisdemokratischen Selbstbestimmung zubewegen und wollen daher ein genau ausgearbeitetes Postulat einer zukünftigen Basisdemokratie zur Diskussion stellen und letzten Endes zur Urabstimmung bringen.

    http://www.5-stunden-woche.de/band3.pdf

    ——————————-

    Band 4 nicht erschienen

    ——————————-

    Das Gründungskonzept einer Herrschaftsfreien Gesellschaft

    In diesem Gründungskonzept beschreibe ich eine Kooperativenbewegung.

    Sie könnte in Deutschland schon in den nächsten Jahren mit dem Ziel entstehen, eine soziale Umwälzung der deutschen Gesellschaft in Angriff zu nehmen. Ich bezeichne diese Genossenschaften als Kooperativen, da viele Ideen den heute schon in Spanien bestehenden Kooperativen der Anarchisten entnommen sind. Der wesentliche Unterschied zwischen den deutschen Genossenschaften und den anarchistischen Kooperativen besteht darin, daß die anarchistischen Kooperativen, so wie sie in Spanien seit mehr als 100 Jahre organisiert sind, weder eine Hierarchie noch einzelne mit Entscheidungsbefugnisse versehene Beauftragte kennen. Die Kooperativen sind basisdemokratisch organisiert und alle Entscheidungen werden durch demokratische Abstimmungen der Mitglieder getroffen. Dies war in Spanien seit je her der Weg, mit dem die Genossen die Veruntreuung des Genossenschaftseigentums und -verwaltungsauftrages verhinderten und mit dem sie sogar den spanischen Bürgerkrieg, die stalinistische Liquidierung und die faschistische Diktatur unter Franko überdauern konnten.

    Mein Gründungskonzept bestimmt nicht nur eine theoretische Gesellschaftsstruktur, sondern beinhaltet zwischenmenschliche Verhaltensformen und Mechanismen zum Heranwachsen eines ganzen Kooperativen-Netzes, welches das Selbstbestimmungsrecht und den bewußten Willen jedes einzelnen auch in wachsenden Gruppen fördert. So soll jeder Mensch schon lange vor einer allgemeinen sozialen Umwälzung vormundschaftsfrei werden und ein neues, soziales, selbstbewußtes und verstandgeleitetes Verhalten verinnerlichen. Neu ist die Überlegung, wie die Kooperativen mit den Syndikaten in einer Form kollektivierenden Anarchosyndikalismus zusammenarbeiten und gemeinsam den Prozeß hin zur sozialen Umwälzung vorantreiben können.

    Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen die Verhaltensformen und Mechanismen zur Bildung des Kooperativen-Netzes, wobei ich hier vor allem meine Erfahrungen mit den selbstverwalteten Betrieben (eine deutsche Bewegung in den Jahren von 1980 bis 1990) mit einfließen lasse und viele Lösungen für Probleme angebe, die das Scheitern vieler selbstverwalteter Betriebe in Deutschland zur Folge hatten. Eine umfassende Beschreibung von Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozeß befindet sich im Buch „Die neue Welt und das Ende der Lohnarbeit“, in dem auch zwei Satzungen enthalten sind, auf die für die Formulierung eines entsprechenden Gesellschaftervertrages bei der Gründung einer Kooperative aufgesetzt werden kann.

    http://www.5-stunden-woche.de/band5.pdf

    Die neue Welt und das Ende der Lohnarbeit

    Bestechungen, Veruntreuungen und Schmiergeldskandale wohin das Auge blickt. Wir sind es satt, von den Politikern belogen und betrogen zu werden. Wir haben die Nase voll von den Interessenverbänden, die sich in unserem Land benehmen wie in einem Selbstbedienungsladen. Über Schmiergelder kaufen sie sich die politischen Institutionen für ihre Ziele, treiben den Sozialabbau zur eigenen Profitvermehrung bei der einkommensschwachen Schicht immer weiter voran und verringern die Selbstvertretungsmöglichkeiten zunehmend.

    Seit drei Jahrzehnten werden wir in Deutschland über die Massenarbeitslosigkeit, die fehlenden Ausbildungsplätze, den Sozialabbau, die neue Armut und die sich ausbreitende Obdachlosigkeit hinweg getröstet, ohne daß die von uns gewählten Politiker es für nötig halten, hiergegen alle notwendigen Schritte einzuleiten.

    Dieses Buch wird den Menschen nun zeigen, wie eine Basisdemokratie aussieht, in der dies alles nicht mehr möglich ist.

    Wir beschreiben eine in Ausschüssen organisierte Basisdemokratie, deren Selbstverwaltung über zu berufende Ausschüsse und direkte Abstimmungen organisiert wird. Das Delegieren von Entscheidungsbefugnissen wird umgangen. Wir zeigen eine in Ausschüssen organisierte direkte Demokratie, in der die Wähler zu jeder Frage direkt einen fachlich gut ausgebildeten Personenkreis in einen einzuberufenden Ausschuß beordern. Dieser Ausschuß übernimmt zu dieser Frage nur die öffentliche Beratung des Wählers!

    Die Entscheidung verbleibt jedoch bei der Urwählerschaft, aus deren Mitte, wenn nötig, Abstimmungen zu bestimmten Fragestellungen eingeleitet werden.

    Wie so etwas auf Gemeinde-, Landes-, Kontinental- und Weltebene organisiert wird, ist ausführlich in diesem Buch beschrieben.

    Seinen Anfang nimmt unsere Schilderung bei der kleinsten Einheit jeder Gesellschaftsordnung, dem einzelnen Menschen. Wir schildern das Verständigungsproblem der einzelnen Menschen in Klein- und Großgruppendiskussionen und zeigen, wie dieses zu lösen ist und wie endlich jeder einzelne auch auf Großveranstaltungen zu Wort kommen kann.

    Schließlich überführen wir diese Lösung in ein allgemeines Organisationsmodell, mit dem sich leicht eine weltweite Basisdemokratie aufbauen läßt.

    Die Organisation der Wirtschaft ist in diesem Zusammenhang nur noch eine Anwendung des allgemeinen basisdemokratischen Organisationsmodels. Diese Anwendung zeigen wir zuerst an Hand eines basisdemokratischen Sozialismus und nachfolgend an Hand eines basisdemokratischen Kommunismus, der in eine Herrschaftsfreie Gesellschaft münden soll.

    Am Ende dieses Buches ist alles beschrieben, um zukünftig allen Bestechungen und Veruntreuungen Einhalt zu gebieten.

    http://www.5-stunden-woche.de/band6.pdf

  7. Sie wissen nicht was Sie Ihren Liebsten schenken sollen? – „Das politische Bilderbuch“ permalink
    11. Dezember 2014 23:46

  8. Konfessionslos in der Schule permalink
    12. Dezember 2014 15:32

    Mein Buchtip:

    Rainer Ponitka (Hrsg.)

    Konfessionslos in der Schule
    Ein Ratgeber

    117 Seiten, kartoniert, Euro 10.-
    ISBN 978-3-86569-110-1

    In der Schule gibt es zahlreiche weltanschauliche Konfliktfelder, die immer wieder zu Auseinandersetzungen führen: die Abmeldung vom Religionsunterricht, das Kruzifix im Klassenzimmer, der Schulgottesdienst, die Zwangsersatzfächer (z. B. Ethik, Werte und Normen, Praktische Philosophie) und vieles mehr. Konfessionslose Lehrkäfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler sehen sich dabei Schulleitungen gegenüber, die die Rechtslage oft nicht kennen oder sogar bewusst dagegen verstoßen. Der Ratgeber gibt den Betroffenen konkrete Tipps, wie sie sich in einschlägigen Situationen verhalten sollen.

  9. Esther Bejarano und die Kölner Hip-Hop-Combo Microphone Mafia als Musik und Esther Bejerano's Buch 'Erinnerungen' permalink
    15. Dezember 2014 21:59

    Esther Bejarano und die Kölner Hip-Hop-Combo Microphone Mafia

    von Roland Kaufhold und Stefan Hößl

    Es war eine denkwürdige Szene, die noch lange in Erinnerung bleiben wird: Die agile, vom Erscheinungsbild winzige 89-jährige Shoah-Überlebende Esther Bejarano begab sich im Kölner Käthe Kollwitz Museum auf die Bühne und begann, gemeinsam mit den ein halbes Jahrhundert jüngeren Mitgliedern der Kölner Hip-Hop-Combo Microphone Mafia, Raps und jüdische Lieder zu singen. Selbst die anwesenden, seriös-gediegenen Vertreter der Kölner Stadtsparkasse vermochten sich ihrem Charme nicht zu entziehen.

    Anlass war die Verleihung der Kölner Giesberts-Lewin-Preises am 10. Dezember 2014 an Esther Bejarano, ihre Sohn Joram sowie die Kölner Kutlu Yurtseven und Rossi Pennino, die zusammen das Hip-Hop-Duo Microphone Mafia bilden. Vergeben wird dieser Preis jährlich von der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die mit ihm Menschen ehrt, die sich, wie die diesjährigen Preisträger, in besonderer Weise für Toleranz und gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus engagieren. Überschattet wurde die Preisverleihung durch den Tod des ersten Giesberts-Lewin-Preisträgers, Ralph Giordano am selbigen Tag. Ihm und seinem Lebenswerk wurde zum Beginn der Preisverleihung mit einer Schweigeminute gedacht.

    Bereits bei der Vorbereitung war klar: Es würde voll werden. Über 200 Menschen kamen schließlich. Zahlreiche Zeichnungen und Radierungen von Käthe Kollwitz hängen in diesem im Herzen Kölns liegenden, und dennoch nicht leicht zu findenden Museum. Hätte die vor 70 Jahren verstorbene engagierte Künstlerin Käthe Kollwitz diesen außergewöhnlichen Abend erlebt, inmitten ihrer Bilder: Wir sind uns sicher: Es hätte sie sehr gefreut.

    Ein außergewöhnliches, mehrere Generationen und Nationalitäten umfassendes Projekt wurde für sein langjähriges Engagement geehrt, und nahezu alles war anders als bei den vorherigen Preisverleihungen. Wer eine Dankesrede und einen eher formellen Empfang erwartet hatte, wurde enttäuscht: Die Preisträger hatten einen Auftrag, dem sie auch an diesem Abend gerecht werden wollten – in ihrer Weise: Gemeinsam mit ihren Familien und zwei kleinen Kindern, die auch irgendwann die Bühne betraten und mit erhobener Faust italienische Freiheitslieder mitsangen.

    Nur wenige Tage vor ihrem 90. Geburtstag las Esther Bejarano, die mit großem Glück das Konzentrationslager Auschwitz, Zwangsarbeit in Siemens-Werken und Todesmärsche überlebt hatte, aus ihrem im Laika-Verlag erschienen Buch Erinnerungen. http://buecher.hagalil.com/2014/12/bejarano/

    1924 geboren, erreichte Esther Bejarano nach Jahren, in denen sie als Jüdin den antisemitischen Terror und Schrecken des NS-Regimes erleben musste, eingepfercht in einem Viehwaggon, am 20. April 1943 Auschwitz. Esther war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 18 Jahre alt, als sie sich im totalen System Auschwitz wiederfand, das dafür errichtet wurde, Millionen von Menschen zu vernichten. Auge in Auge mit Mord, Kälte, Krankheiten, Zwang, Mangelernährung, Gewalt und jeglicher Form von Dehumanisierung erschien ihre Lage aussichtslos. (…)
    Quelle: http://www.hagalil.com/archiv/2014/12/13/bejarano/

    —–
    Esther BejaranoRapmusik als beste Medizin

    Von Igal Avidan
    Die jüdische Musikerin Esther Bejarano spielte im Mädchenorchester in Auschwitz, überlebte, und feiert nun ihren 90. Geburtstag. In Israel fühlte sie sich fremd und wanderte aus. Nach ersten schweren Jahren in Hamburg fand sie ihre Heimat in der Friedensbewegung – und in der Musik.
    (…)
    Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/esther-bejarano-rapmusik-als-beste-medizin.1079.de.html?dram:article_id=306045

  10. Cornelius Castoriadis gesammelte Schriften und eine Biografie permalink
    22. Dezember 2014 22:38

    Von Stefan Ripplinger, 20.12.2014, WochenND

    Im Zeichen der Eule

    Cornelius Castoriadis gesammelte Schriften und eine Biografie

    Cornelius Castoriadis war der streitbare Außenseiter der linken Theorie. Nun sind in Frankreich eine Biografie und in Deutschland seine gesammelten Schriften erschienen.

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/956132.im-zeichen-der-eule.html?sstr=castoriadis

    Ausgewählte Schriften von Cornelius Castoriadis in sechs Bänden haben Michael Halfbrodt und Harald Wolf in der Edition AV herausgegeben.

    Ausgewählte Schriften von Cornelius Castoriadis siehe hier: http://www.autonomieentwurf.de/index.php?id=24

    u. auch hier: http://www.autonomieentwurf.de/index.php?id=26

  11. Literatur der Arbeitswelt permalink
    23. Dezember 2014 09:57

    Der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt wurde Ende der sechziger Jahre mit dem Ziel ins Leben gerufen, die bis dahin in den Medien weitgehend vernachlässigte industrielle Arbeitswelt zum Gegenstand von Literatur zu machen. Ziel war nicht die abstrakte Darstellung der kapitalistischen Verhältnisse – das gab es zu dieser Zeit zuhauf in den studentischen Zirkeln, die sich mit der Politischen Ökonomie von Marx auseinandersetzten – sondern die Beschreibung der betrieblichen Arbeitsverhältnisse als Mittel der subjektiven Bewusstmachung, als allgemeine Informationsquelle und als Ausgangsanalyse für objektive Veränderung. Die Beschäftigten selbst sollten – als Experten ihrer Arbeitssituation – motiviert werden, über die Zustände in ihren Betrieben zu berichten. Die Arbeitswelt zum Thema zu machen: damit verfolgten die Initiatoren und Teilnehmer der Werkkreise von Anfang an den Zweck, Öffentlichkeit herzustellen über diesen Bereich der unterschlagenen Wirklichkeit (Negt). So gesehen verstanden sie ihr Engagement als einen Beitrag zur Demokratisierung der Literatur hinsichtlich ihrer tradierten Produktions- und Rezeptionsformen und zur Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft, weil Themen und Wirklichkeitsausschnitte öffentlich gemacht wurden, die ansonsten kaum thematisiert wurden und in vielen Fällen sogar der Geheimhaltung unterlagen. Von Joke Frerichs.

    Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=24397#more-24397

  12. William Blum ZERSTÖRUNG DER HOFFNUNG Bewaffnete Interventionen der USA und des CIA seit dem 2. Weltkrieg permalink
    23. Dezember 2014 10:25

    Blums Klassiker wird jetzt zum ersten Mal (ich glaub das stimmt nicht) in Deutsch vorgelegt. Die Interventionen der USA und des CIA werden Land für Land dargestellt und in ihrem historischen Kontext analysiert. Blum belegt seine Ausführungen mit umfangreichen Quellenangaben. Ein spannendes und erschütterndes Dokument über die Außenpolitik der US- Administration seit dem 2. Weltkrieg. Blum räumt mit falschen Vorstellungen über die hehren Ziele der USA auf. Er entlarvt das Lügengebäude der Interventionsgründe im Sinne der „Demokratie“. Alles nur Vorwände zur Erhaltung hegemonialer Macht.
    http://en.wikipedia.org/wiki/William_Blum
    Zambon Verlag leider macht der Verlag keine Angaben bis wann die Geschichtsschreibung geht. bis 2012???!
    Euro 25.00
    Broschiert
    360 Seiten
    ISBN 978-3-88975-141-6
    http://de.wikipedia.org/wiki/William_Blum

  13. Sozialistisches Archiv für Belletristik permalink
    25. Dezember 2014 09:56

    http://nemesis.marxists.org/index.html

    z.B.:
    B. Traven – Der Caoba-Zyklus (1930 – 1940) http://nemesis.marxists.org/traven-der-caoba-zyklus.htm bestend aus:

    B. Traven – Der Karren (1930)
    B. Traven – Regierung (1931)
    B. Traven – Der Marsch ins Reich der Caoba (1933)
    B. Traven – Die Troza (1936)
    B. Traven – Die Rebellion der Gehenkten (1936)
    B. Traven – Ein General kommt aus dem Dschungel (1940)

    http://nemesis.marxists.org/neues.htm

  14. Blasphêmía XIII permalink
    26. Dezember 2014 14:50

    FRANZ JOSEF WETZ: REBELLION DER SELBSTACHTUNG. GEGEN DEMÜTIGUNG. ALIBRI VERLAG 2014.
    Was bleibt vom noblen Begriff der „Menschenwürde“, wenn man ihn entmythologisiert, also zweifelhafte Konstruktionen wie die vermeintliche „Gottesebenbildlichkeit“ des Menschen fallen lässt? Es bleibt das Prinzip der Selbstachtung. Ein menschenwürdiges Leben führen, das bedeutet, „sein Dasein als Achtung gebietend zu bewerten und trotz aller Strapazen für sich als wertvoll zu bejahen“. Der Philosoph und gbs-Beirat Franz Josef Wetz lotet in seinem klugen, glänzend geschriebenen Buch aus, wie Selbstachtung gelebt werden kann und welche gesellschaftlichen Kräfte der „orthopädischen Herausforderung der
    Selbstachtung“, der „Kunst des aufrechten Gangs“, im Wege stehen. Unbedingte Kaufempfehlung!
    Das Buch bei unserem Kooperationspartner denkladen.de:
    http://www.denkladen.de/Erkenntnis-Lebenskunst/Humanismus/Wetz-Rebellion-der-Selbstachtung::2168.html

    PETER DINZELBACHER: WELTUNTERGANGSPHANTASIEN IN DER EUROPÄISCHEN GESCHICHTE. ENTWICKLUNG, FUNKTIONEN,
    DEUTUNGEN. ALIBRI 2014.
    Der Wiener Historiker Peter Dinzelbacher durchmustert in seinem aktuellen Buch die Weltuntergangsphantasien von der Antike bis zur Gegenwart. Spannend ist vor allem die mentalitätsgeschichtliche Analyse im zweiten Teil des Buchs, die nach den Machtinteressen fragt, die sich hinter der Produktion von Katastrophenerzählungen verbergen, wobei Dinzelbacher nicht zuletzt auch interessante Parallelen zwischen traditionellen religiösen und aktuellen ökologischen Endzeitprophezeiungen aufzeigt.
    Das Buch bei unserem Kooperationspartner denkladen.de:
    http://www.denkladen.de/Kirchen-Religionskritik/Aberglaube/Dinzelbacher-Weltuntergangsphantasien::2197.html

    RAINER SCHREIBER: RELIGION, VOLK, IDENTITÄT? DAS JUDENTUM IN DER SACKGASSE DES MODERNEN NATIONALISMUS.
    ALIBRI 2014.
    „Nationalismus funktioniert, wie Religion, am besten, wenn man möglichst unbeleckt von Wissen über die behauptete Sache ist“, formuliert Rainer Schreiber. Am Beispiel des Nahost-Konflikts analysiert er in brillanter Weise die verheerenden Konsequenzen des religiösen und nationalistischen „Identitätsgetues“ (vgl. hierzu auch die Argumentation der oben vorgestellten gbs-Broschüre gegen Islamismus UND Fremdenfeindlichkeit). Ein mutiges, kluges Buch, dem wir möglichst große Verbreitung wünschen.
    Das Buch bei unserem Kooperationspartner denkladen.de:
    http://www.denkladen.de/Kirchen-Religionskritik/Religionskritik/Schreiber-Religion-Volk-Identitaet-::2179.html

    BERND GALESKI: DIE WELT DES KONSERVATIVEN KATHOLIZISMUS – AM BEISPIEL JOSEPH RATZINGERS. TECTUM 2014.
    Versinkt die Menschheit ohne den Glauben an Gott in Chaos und Gesetzeslosigkeit? Joseph Ratzinger scheint dies ebenso zu glauben wie viele seiner Anhänger. Bernd Galeski unterzieht Ratzingers Thesen einer kritischen Prüfung und erklärt, warum dessen These von der Vereinbarkeit von Vernunft und Glaube auf Sand gebaut ist.
    Das Buch auf der Website des Tectum-Verlags:
    http://www.tectum-verlag.de/die-welt-des-konservativen-katholizismus-am-beispiel-joseph-ratzingers.html

    KARLHEINZ DESCHNER: ABERMALS KRÄHTE DER HAHN. NEUAUFLAGE / SUBSKRIPTION. ALIBRI VERLAG.
    „Abermals krähte der Hahn“ zählt zweifellos zu den wichtigsten Büchern, die Karlheinz Deschner verfasst hat. Nach der erweiterten Neuauflage von Deschners „Politik der Päpste“ im September 2013 wird der Alibri Verlag auch diesen „Klassiker der modernen Religionskritik“ im Frühjahr 2015 neu auflegen. „Der Hahn“ kann ab sofort zum Subskriptionspreis von 39.- Euro (statt später 44.- Euro) beim Verlag
    vorbestellt werden.
    Weitere Bücher Deschners sollen in den kommenden Jahren in Zusammenarbeit mit der
    Giordano-Bruno-Stiftung, die der Kirchenkritiker als Nachlassverwalterin seines literarischen Erbes eingesetzt hat, publiziert werden. So soll letztlich Deschners gesamtes Werk in sorgfältig editierten Ausgaben erscheinen und der Nachwelt erhalten bleiben.
    Informationen zur Subskription auf der Website des Alibri-Verlags:

    http://www.alibri-blog.de/?p=686

  15. Rubrik: FEINDSTUDIUM (ganz ohne Studiengebühren!) permalink
    29. Dezember 2014 02:03

    Artikel 19 der Menschenrechte:
    Jedermann hat das Recht auf Freiheit der Meinung und der Meinungsäußerung; dieses Recht umfaßt die unbehinderte Meinungsfreiheit und die Freiheit, ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen Informationen und Gedankengut durch Mittel jeder Art sich zu beschaffen, zu empfangen und weiterzugeben
    .
    Zuwiderhandlung ist ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.
    Entschuldigungen man habe ja nur Verordnungen und Befehle ausgeführt,
    gelten seit den Nürnberger IMT-Verfahren 1945/46 nicht mehr.

    Unkommentierte Fassung:
    https://archive.org/stream/Mein-Kampf2/HitlerAdolf-MeinKampf-Band1Und2855.Auflage1943818S.#page/n107/mode/2up

    Kommentierte Fassung
    http://www.harrold.org/rfhextra/download/Adolf%20Hitler%20-%20Mein%20Kampf%20-%20German.pdf

    REALSATIRISCHE FASSUNG

  16. 30. Dezember 2014 19:37

    Good Omens

    by Terry Pratchett and Neil Gaiman

    According to the Nice and Accurate Prophecies of Agnes Nutter, the world will end on a Saturday. A Saturday quite soon, here on Radio 4.

    Events have been set in motion to bring about the End of Days. The armies of Good and Evil are gathering and making their way towards the sleepy English village of Lower Tadfield. The Four Horsepersons of the Apocalypse – War, Famine, Pollution and Death – have been summoned from the corners of the earth and are assembling.

    Witchfinder Sergeant Shadwell and his assistant Newton Pulsifier are also en route to Tadfield to investigate some unusual phenomena in the area, while Anathema Device, descendent of prophetess and witch Agnes Nutter, tries to decipher her ancestor’s cryptic predictions about exactly where the impending Apocalypse will take place.

    Atlantis is rising, fish are falling from the sky; everything seems to be going to the Divine Plan.
    Everything that is but for the unlikely duo of an angel and a demon who are not all that keen on the prospect of the forthcoming Rapture. Aziraphale (once an angel in the Garden of Eden, but now running an antiquarian bookshop in London), and Crowley (formerly Eden’s snake, now driving around London in shades and a vintage Bentley) have been living on Earth for several millennia and have become rather fond of the place. But if they are to stop Armageddon taking place they’ve got to find and kill the one who will the one bring about the apocalypse: the Antichrist himself.

    There’s just one small problem: someone seems to have mislaid him…

    Episode 1 of 6
    A rather special baby is delivered, initiating an apocalyptic chain of events.
    BBC 4, Monday, Dec. 22, 2014 [online bis 19. 1. 2015]
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b04knthd

    Episode 2 of 6
    Aziraphale and Crowley set out to discover what happened to the real son of Satan
    BBC 4, Monday, Dec. 22, 2014 [online bis 19. 1. 2015]
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b04vdqpp

    Episode 3 of 6
    Aziraphale consults Agnes’s prophesies and the Horsepersons of the Apocalypse are summoned…
    BBC 4, Tuesday, Dec. 23, 2014 [online bis 20. 1. 2015]
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b04vf43c

    Episode 4 of 6
    Aziraphale and Crowley receive visits from the Angelic and Demonic authorities
    BBC 4, Thursday, Dec. 25, 2014 [online bis 22. 1. 2015]
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b04vjb60

    Episode 5 of 6 (28 min.)
    The Four Horsepersons of the Apocalypse assemble and set off for Lower Tadfield.…
    BBC 4, Friday, Dec. 26, 2014 [online bis 23. 1. 2015]
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b04vjll9

    Episode 6 of 6 (1 h)
    Armageddon is imminent, and the fate of the Earth rests on the shoulders of Adam Young.…
    BBC 4, Saturday, Dec. 27, 2014 [online bis 24. 1. 2015]
    http://www.bbc.co.uk/programmes/b04vjrjm

  17. Religionspsychologie ~ Wie Gott das Gehirn der Gläubigen ruhigstellt permalink
    31. Dezember 2014 16:18

    Religionspsychologie ~ Wie Gott das Gehirn der Gläubigen ruhigstellt

    Muslimische Pilger umrunden die Kaaba in Mekka: Ob Moschee, Tempel oder Kirche – was der Glaube an sich bei den Menschen bewirkt, damit beschäftigt sich auch die Neurologie Foto: REUTERS

    Gibt es Gott oder ist er nur ein Hirngespinst? Religionspsychologen analysieren die Mechanismen des Glaubens – und entzaubern ihn.

    Warum glauben Menschen an Gott? Es gibt keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis für seine Existenz. Trotzdem betrachten sich gut achtzig Prozent der Weltbevölkerung, so geben neueste Statistiken an, als religiös. Sie glauben an ein höheres Wesen, an eine Art Jenseits, sie beten, und sie begeben sich mit anderen Menschen an einen Ort, um Gottesdienst zu feiern. Vier Fünftel der Menschheit: Es sind bemerkenswert hohe Zahlen – und sie sind stabil. Noch im 19. Jahrhundert gingen die meisten Wissenschaftler davon aus, Religion sei ein Phänomen einer absterbenden Kultur, ein Aberglaube der Bildungsfernen in Europa, ein Trost für die Unzivilisierten im Rest der Welt. Es schien bloß eine Frage der Zeit zu sein, bis die meisten Menschen sich einem wissenschaftlichen Weltbild anschließen würden.

    Diese Erwartungen haben sich nicht erfüllt. Selbst das modernste Land der Welt, die USA, blieb eines der religiösesten Gebiete überhaupt. Das säkulare Europa ist die Ausnahme, die die Regel einer gläubigen Welt bestätigt. Die Menschen hängen an der Religion. Wenn sie diese Tatsache zu ergründen versuchen, neigen manche Atheisten zur Polemik, vielleicht weil sie ratlos macht, was sie nicht verstehen.

    Religion hält sich über Jahrtausende

    Richard Dawkins, ein britischer Biologe und Kämpfer gegen die Religion, hat seinem einflussreichen Buch zum Thema den Titel „Der Gotteswahn“ gegeben und spricht von einem „gedanklichen Virus“, das in den Köpfen der Menschen Unheil anrichtet. Auch Christopher Hitchens, ein bekannter amerikanischer Publizist, schrieb einen Bestseller, der keine Zweifel offen lässt: „Gott ist nicht groß. Wie Religion alles vergiftet“. Doch führt dieser Ansatz weiter? Allein die hohe Zahl der Gläubigen macht es schwer, Religion leichthin abzutun. Was seit Tausenden so viele Menschen anzieht, kann nicht schädlich sein – ansonsten hätten die Menschen es längst aufgegeben. Die meisten Dinge, die nichts taugen, gehen irgendwann einmal unter. Offensichtlich gehört Religion nicht dazu.

    Irritiert von Hitchens und Dawkins, die einer Mehrheit der Menschen zu unterstellen scheinen, nicht zu wissen, was ihnen guttut, haben zwei amerikanische Wissenschaftler vor Kurzem eine neue Erklärung vorgelegt. Lionel Tiger ist Anthropologe und Michael McGuire Neurologe und Psychiater. Gemeinsam haben sie „God’s Brain“ verfasst. Das schlanke Buch ist in Amerika auf Aufmerksamkeit gestoßen, weil es eine Art dritten Weg aufzeigt. Selbst zwar Atheisten, nehmen die beiden Autoren Religion als das wahr und ernst, was sie ist: ein Fakt. Sie bemühen sich, das Phänomen wissenschaftlich, in ihrem Fall vor allem neurologisch und evolutionsbiologisch zu erklären – ohne es zu denunzieren. Sowohl religiöse Menschen als auch Nichtgläubige und Skeptiker können sich davon angesprochen fühlen. Die Suche von Tiger und McGuire nach dem physiologischen Ursprung der Religion – sie führte sie direkt ins Hirn.

    „Im Prinzip müssen Sie sich das so vorstellen“, sagt Lionel Tiger, „unser Hirn ist viel zu leistungsfähig. Wir benutzen nur einen Bruchteil seiner Kapazität. Das ist ein Problem. Die Religion kümmert sich darum.“ Ich habe Tiger in Manhattan aufgesucht, in seiner Wohnung nahe dem legendären „Chelsea Hotel“, wo Schriftsteller, Musiker und Künstler abzusteigen pflegten. Tiger ist 72 Jahre alt, doch der kleine Mann lehrt nach wie vor als Professor an der Rutgers University in New Jersey, einer der besten staatlichen Hochschulen Amerikas.

    Tiger: „Das Gehirn ist nicht ausgelastet“

    „Im Lauf der Evolution hat sich unser Hirn enorm entwickelt – mit einigen unverhofften Nebenwirkungen. Es ist, als ob wir ein linkes Bein hätten, das fünfmal länger als das rechte ist.“ Das Hirn ist nicht ausgelastet, das verursacht Schmerzen, „brain pain“, wie es Tiger nennt. Um dem vorzubeugen, muss man es beschäftigen. Religion hat sich als eine der besten und wirksamsten Methoden erwiesen. Wer glaubt und betet, wer singt und beichtet, betreibt „brainsoothing“, sagen Tiger und McGuire, Beruhigung für das Gehirn.

    „Wir vergessen leicht, dass das Hirn nicht in erster Linie zum Denken da ist, sondern zum Handeln.“ Nichts belastet es stärker als Ungewissheit. Offene Fragen darf es nicht geben, weil sie unklar lassen, wie man handeln soll. Im Gegensatz zu andern Primaten ist der Homo sapiens das einzige Lebewesen, das sich eine Zukunft und eine Vergangenheit vorstellen kann. Und um seinen sicheren Tod irgendwann in der Zukunft weiß. Für das Hirn, das das Eindeutige schätzt, damit es dem übrigen Körper klare Anweisungen erteilen kann, stellt dies eine unerträgliche Vagheit dar. Der Glaube an Gott und an ein Jenseits füllt die Leere. Es ist weniger die Angst vor dem Tod, die das Hirn plagt, es sind vielmehr die Fragen „Wozu?“ und „Was dann?“.

    Serotonin macht die Menschen zufrieden

    „Wir zeigen, wie Religion, diese äußerst elegant hergestellte Irrealität, Unerhörtes bewirkt“, sagt Tiger. „Sie besänftigt das Gehirn. Sie gibt ihm einen Ort im Universum.“ Wenn etwas fast alle Religionen dieser Welt verbindet – insgesamt zählt man rund 4.200 verschiedene -, dann sind es drei Dinge: der Glaube, der offene Fragen schließt, die Gemeinschaft und das Ritual. Alle drei – und das ist das Faszinierende an Tiger und McGuires Erkenntnissen – lösen im Hirn neurologische Effekte aus, die sich messen lassen. Menschen, die regelmäßig religiöse Rituale vollziehen, regen ihren Körper dazu an, im Hirn mehr Serotonin zu produzieren.

    Dieses Hormon macht den Menschen zufrieden und heiter. Je höher der Serotoninspiegel im Hirn, desto glücklicher fühlen wir uns. Antidepressiva wie etwa Prozac machen sich dies zunutze, indem sie die Konzentration von Serotonin im Hirn künstlich erhöhen. „Kirchen, Tempel, Moscheen sind im Grunde Serotonin-Fabriken“, sagt Tiger. Zu Gott betend, kann der Mensch sein gepeinigtes Hirn, das viel zu viel weiß und ahnt, selbst heilen. Doch der Mensch tut dies nicht allein, sondern sucht die Gemeinschaft der Gläubigen: Dem Sozialen kommt in der Religion eine überragende Bedeutung zu. „Die Menschen“, schreiben Tiger und McGuire, „leiden seit je unter einem unversöhnlichen Gegensatz: Einerseits träumen sie von der Gleichheit, andererseits erleben sie immer wieder, wie sich Menschen unterscheiden.“

    Anthropologen nehmen an, dass der Mensch in der Tiefe seines Herzens zum Egalitären neigt, sie sprechen von einer „egalitarian bias“. Wir finden es unfair, wenn andere mehr bekommen; wir tun uns schwer damit, Unterschiede zu ertragen, selbst wenn sie biologischer, also unveränderlicher Natur sind. Doch die meisten Unterschiede unter den Menschen, ob zwischen Arm und Reich, Schön und Hässlich, Dummheit und Intelligenz, ließen sich bisher nicht aus der Welt schaffen – auch wenn das manche Politiker behaupten. Die Religion nimmt sich auch dieser Pein an. Mag die Welt zur Ungleichheit verdammt sein, vor Gott sind alle Individuen gleich – kein Kaiser, kein Papst, kein Präsident ist höher. Es ist ein Kunstgriff, den man bewundern muss: Indem die Religion eine klassenlose Gesellschaft im Irrealen baut, ist sie weit realistischer als alle säkularen Ideologien, die bisher in ihrem Vorhaben kolossal gescheitert sind. Nie wird die ersehnte Gleichheit auf Erden realisiert werden, aber in der Gemeinschaft der Gläubigen entsteht jeden Sonntag eine egalitäre Gegenwelt.

    Bei Gott gibt es keine Hierarchien

    Dass Hierarchie und ihre Aufhebung geradezu eine Obsession jeder Religion sind, offenbart sich in der Architektur der Gotteshäuser. Wer eine Kirche betritt, kann sich selbst dabei beobachten, wie er unversehens nach oben und nach vorn blickt. Unter Primaten steht jener an der Spitze, auf den sich die Blicke richten. „Die Architekten, die die Kirchen bauten“, sagt Lionel Tiger, „verstanden etwas davon, wie der Homo sapiens sich verhält.“ Vor Gott sind wir alle gleich. Auf der Kirchenbank sind die Klassendifferenzen vergessen, und unter den Augen Gottes wird die Hierarchie aufgehoben. Jeder ist besonders – ob Genie oder Dummkopf, Sünder oder Heiliger. „Jeder Organisation“, sagt Tiger, „die das Individuum feiert und ihm das Gefühl gibt, etwas ganz Besonderes zu sein, wird es gut gehen.“

    Lionel Tiger stammt aus Montreal in Kanada. Heute ohne Glauben, ist Tiger als Jude aufgewachsen und gehörte der englischsprachigen Minderheit in Quebec an. Während des Krieges, so erzählt er, herrschte eine intensive Feindseligkeit gegen Juden, vor allem von Seiten der Frankokanadier, die lange als die konservativsten Katholiken der Welt galten. Oft griffen die französischsprachigen Kinder Tiger auf dem Schulweg an, dabei schrien sie: „Dein Volk hat Jesus getötet!“

    Es gehört ebenso zur Religion, dass sich jede Glaubensrichtung für die beste hält. Nicht nur die Juden betrachten sich als auserwähltes Volk, jeder Gläubige geht davon aus, einem exklusiven Klub anzugehören. Selten wechseln sie ihren Glauben. Ohne in der Realität sich sozial nach oben bewegt zu haben, erhält der religiöse Mensch das sichere Gefühl, aufgestiegen zu sein. Er ist Mitglied einer heiligen Schar und selbst etwas ganz Besonderes. Nichts beglückt den Menschen mehr als die Gewissheit, dass es auf ihn persönlich ankommt. „Du, ja genau du machst den Unterschied aus“, sagt Tiger. „Ohne dieses Gefühl hat es der Mensch schwer zu überleben. Die Religion spendet es im Übermaß.“

    Kirchliche Rituale beruhigen die Gläubigen

    Wer Kirchen, Tempel oder Moscheen besichtigt, dem fällt auf, dass viele eine ähnliche Größe aufweisen. Um seine Wirkung zu entfalten, bedarf der Gottesdienst eines Publikums, das weder Masse noch Gruppe ist: In der Regel feiern höchstens 150 Gläubige einen Gottesdienst, doch mehr als zehn Leute sollten teilnehmen. Erst die Gemeinschaft macht das Ritual zum Erlebnis und gibt dem Irrealen einen realen Gehalt.

    Rituale beruhigen, indem sie Ordnung schaffen in einer unübersichtlichen Welt. So gut wie alle Religionen pflegen sie, um jeden Lebensabschnitt – Geburt, Reife, Heirat, Tod – zu feiern oder zu betrauern und damit dem Leben, das so viele Unwägbarkeiten birgt, Regelhaftigkeit zu verleihen. Was wir ästhetisch schön finden, hat viel mit den Bedürfnissen des Hirns zu tun. Seien es Musik, Melodien, Symmetrien oder gut abgestimmte Farben: Sie alle besänftigen ein Hirn, das sich nach Klarheit sehnt.

    Seit die Steinzeitmenschen vor rund 18 000 Jahren die Wände der Höhle von Lascaux bemalt haben, besteht eine Beziehung zwischen Kunst und Religion. Bis vor wenigen Jahren war sie noch sehr eng: In Kirchen wurden jeden Sonntag Gesamtkunstwerke auf geführt, wie sie ein einfacher Mensch nirgendwo sonst erlebte. Hier durfte er schöne Bilder betrachten, singen und Musik hören; Akteure in besonderen Kostümen verrichteten feierliche Rituale, und es wurden Geschichten aus der Bibel erzählt: lauter Reisen ins Irreale, die trösten, erfreuen und vor allem klarstellen. Es wirkt paradox: Das Irreale ermöglicht es dem Menschen, das reale Leben zu meistern. Es dient dem Hirn. Das Übernatürliche ist also natürlich.

    Heißt das, dass sich religiöse Menschen alles einbilden? Gibt es keinen Gott? Tiger hat diese Frage für sich längst entschieden. Ihn spricht es nicht an, aber: „Es funktioniert“ – das ist seine Botschaft. „Herr Tiger, Sie sind Atheist. Wie halten Sie es aus? Wie besänftigen Sie Ihr Hirn?“ Tiger blinzelt und blickt aus den großen Fenstern seiner Wohnung auf die 23. Straße hinaus. „Ich lese zum Beispiel jeden Sonntag die Buchbesprechungen der ,New York Times‘. Das löst die Schmerzen im Hirn.“

    Von Markus Somm
    12.07.10

    http://m.welt.de/welt_print/kultur/article8423718/Wie-Gott-das-Gehirn-der-Glaeubigen-ruhigstellt.html

  18. Der große Entwurf permalink
    10. Januar 2015 02:01

    Stephen Hawking: Der große Entwurf – Eine neue Erklärung des Universums.

    Warum existieren wir? Neue Antworten auf die letzten fragen des Seins …

    „Um das Universum auf fundamentalster Ebene zu verstehen, müssen wir nicht nur wissen, wie sich das Universum verhält, sondern auch, warum. Warum gibt es etwas und nicht einfach nichts? Warum existieren wir? Warum dieses besondere System von Gesetzen und nicht irgendein anderes? Das ist die letztgültige Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Wir werden versuchen, sie in diesem Buch zu beantworten.“ (Stephen Hawking)

    Über das Geheimnis des Seins …

    Die letzten dreißig Jahre seines wissenschaftlichen Lebens verwandte Albert Einstein auf die Suche nach der Weltformel, die alle elementaren Naturkräfte in einer einzigen schlüssigen Theorie erklärt.

    Aber die Zeit war nicht reif für eine solche Entdeckung. Auch nicht, als Stephen Hawking 1988 „Eine kurze Geschichte der Zeit“ veröffentlichte. Sein Welt-Bestseller hat jedoch die Suche nach der „einen Theorie von allem“ populär gemacht wie kein anderes Buch. Jetzt überrascht uns Hawking mit der Nachricht, dass wir womöglich kurz davorstehen.

    In „Der große Entwurf“ schlägt das Jahrhundert-Genie einen ungewöhnlichen Weg vor, wie sich die widerstreitenden Theorien über Relativität und Quantenphysik zusammenfügen lassen. Für Hawking wäre dann bewiesen, was er heute nur vermuten kann: dass sich das Universum selbst erschaffen hat.

    Im Lichte von 40 Jahren eigener Forschung und mit Blick auf die bahnbrechenden astronomischen Entdeckungen und theoretischen Durchbrüche der letzten Jahre präsentiert „Der große Entwurf“ eine aufregend neue und provokative Theorie über den Ursprung und die Entwicklung des Universums.

    In seiner klaren, eleganten und bilderreichen Sprache unternimmt es Stephen Hawking gemeinsam mit Leonard Mlodinow, uns Antworten zu geben auf die ersten und letzten Fragen unserer Existenz. Warum existieren wir? – Neue Antworten auf die letzten Fragen des Seins.

    Wann und wie ist das Universum entstanden? Warum gibt es uns? Warum gibt es überhaupt etwas und nicht einfach nichts? Was ist Wirklichkeit? Warum fallen die Naturgesetze genau so aus, wie es die Möglichkeit unserer Existenz verlangt? Der große Entwurf – müssen wir ihn mit Hilfe eines Schöpfers bzw. Gottes erklären, oder können die Naturwissenschaften ein anderes Modell anbieten?

    Im Lichte von vierzig Jahren eigener Forschung und mit Blick auf die bahnbrechenden astronomischen Entdeckungen und theoretischen Durchbrüche unserer Zeit präsentieren Stephen Hawking und Leonard Mlodinow in ihrer klaren und bilderreichen Sprache die jüngsten Antworten der Wissenschaft auf die ersten und letzten Fragen unserer Existenz. Ausgehend von Hawkings kosmologischem „Top-down-Ansatz“ beschreiben die Autoren, inwiefern wir alle das Produkt von Quantenfluktuationen im frühen Universum sind – eines Universums, das sich, wie viele andere „neben“ ihm, spontan aus dem Nichts entwickelt hat.

    Und sie zeigen in ihrem Buch „Der große Entwurf“, warum wir es sind, die Geschichte hervorbringen, während wir sie beobachten. Was können wir wissen? – Auch auf diese Frage gibt es eine – bemerkenswert pragmatische – Antwort. Das Fazit dieses aufregenden, provokanten und elegant illustrierten Buches: Wir sind, einen überraschenden Perspektivwechsel vorausgesetzt, der „Theorie von allem“, der Weltformel, die alle elementaren Naturkräfte erklärt, sehr nahe …

    … weitere Infos: http://www.vip-infotainment.de/Buecher/Der_grosse_Entwurf_Eine_neue_Erklaerung_des_Universums_Stephen_Hawking_Leonard_Mlodinow.html

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