Skip to content

Respekt und: Weiter so!

17. Oktober 2014

gdl-bahnstreik_620x349

Willi Hajek über die Streiks der GDL bei der Deutschen Bahn.

Es ist offensichtlich, unter den streikenden BahnwerkerInnen gibt es eine Menge Erwartungen an den Streik, das erklärt auch die hohe Beteiligung an den Abstimmungen und an den Streikaktionen. Kaum einmal wird in den Medien über ihre Arbeitsbelastungen gesprochen und wenn, dann zumeist herablassend und geprägt von Respektlosigkeit und extremer Nachlässigkeit.

Mehr Verständnis bekommen die Streikenden von denjenigen, die alltäglich die Bahn nutzen und die Streiks auch deshalb verstehen, weil sie selbst auch eigene Belastungen täglich in der Lohnarbeit erfahren. Dennoch ist es schon bewundernswert, trotz dieser fast einheitlichen Beschimpfung in den etablierten Medien, wie groß die Entschlossenheit innerhalb des Streiklagers ist und die Führung der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) sogar versucht, zu hohe Erwartungen an das Ergebnis wie auch die Forderungen nach einem unbefristeten Streik zu dämpfen.

Lokführer, die jetzt schon ihre Jahresarbeitszeit erfüllt haben, soll es bei der Deutschen Bahn eine ganze Menge geben. Es gibt also eine kämpferische Basis und einen Graben zu den Medien. Aus Lokführern werden Geiselnehmer und stupide Knöpfchendrücker, jedes Argument scheint recht.

Dabei haben die Streikenden mit der Forderung nach zwei Stunden Arbeitszeitverkürzung ein Fenster aufgemacht. Wenn sie noch die Festgeldmindestforderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in ihren Katalog einbauen, dann haben sie Chancen, das Kräfteverhältnis im Streit mit der Bahn tatsächlich zu ihren Gunsten zu verschieben.

Ja, und wenn die Deutsche Bahn weiter stur bleibt im Sinne von »kein Mensch kann nachvollziehen, worum es eigentlich geht« – übrigens der gleiche Satz, den auch der französische Premier Manuel Valls gegenüber den streikenden Eisenbahnern in Frankreich im Juni 2014 verwendete – dann kann mensch nur sagen, offensichtlich sind viele der NutzerInnen der Bahn tausendmal klüger als diese täglichen Artikelschreiber und Pressesprecher und Leitungsmanager der Bahn. Und dann stellt sich vielleicht doch noch mal die Frage des unbefristeten Streiks des Zugpersonals, wie im Juni 2014 in Frankreich und das gleich für zehn Tage. Wir werden sehen, wie es weitergeht, aber einiges hat sich zumindest schon verändert in diesem streikarmen Land.

Auf jeden Fall hoffe ich , dass dieser Streik auch andere Lohnarbeitende und Unzufriedene, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, ermutigt, wie zum Beispiel die Beschäftigten bei Amazon in Bad Hersfeld und anderswo, egal in welcher Gewerkschaft sie aktiv sind.

Quelle: Neues Deutschland

5 Kommentare leave one →
  1. Streikzeitung 16.10.2014 permalink
    18. Oktober 2014 00:34

    „Es ist 07.30 Uhr und bei der S-Bahn in Berlin fährt kaum noch ein Zug, obwohl die GDL Führung ihre Mitglieder erst um 14:00 Uhr zum Streik aufgerufen hat. Das Bahnmanagement bestreikt so ihre Fahrgäste selber massiv, nur um selber zu bestimmen wann welche Züge stehenbleiben. Die Wut der Fahrgäste über den Streik richtet sich so immer mehr gegen das Management der Bahn. Das vorhandene Verständnis in der Öffentlichkeit für den Streik der GDL ergibt sich so nicht unbedingt aus der Sympathie mit den Streikenden. Denn sie sind zu Streikbeginn vielerorts nicht mehr zu sehen.“

    Weiterlesen:
    http://gewerkschafterohnegrenzen.blogspot.de/2014/10/streikzeitung16102014.html

  2. Granado permalink
    19. Oktober 2014 21:34

    Übliche Hetze (wenn Begleitpersonal nicht einbezogen wird, heißt es: Egoismus):
    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/panorama5280.pdf
    Panorama Nr. 787 vom 16.10.2014
    Lokführer: Eine Gewerkschaft außer Rand und Band

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/panorama5226.pdf
    Panorama Nr. 785 v. 04.09.2014
    Share-Economy: Das Märchen vom selbstlosen Teilen

  3. blixi permalink
    19. Oktober 2014 23:13

    streikkultur statt tarifhochheit:
    ich finde die gdl sollte trotz der solidarität, die ihr zweifellos gebührt, aus syndikalistischer sicht etwas kritischer betrachtet werden. klar wird versucht medial sämtliche register zu ziehen um ihren kampf madig zu machen.
    wenn es aber in all den kämpfen der gdl im wesentlichen auch um die frage geht welche gewerkschaft die tarifhochheit bekommt, dann wäre es auch sinnvoll zu sagen: eine syndikalistische gewerkschaft kämpfte nur für die sache der arbeiter-innen und nicht für die macht ihrere funktionäre.

  4. Töfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöfftöff permalink
    21. Oktober 2014 19:58

    Akte D (2): Das Kriegserbe der Bahn

    20.10.2014 | 43:36 Min. | UT | Verfügbar NUR bis 27.10.2014 !!!!!

    In den USA wird derzeit ein Gesetz diskutiert, das die Deutsche Bahn in erhebliche Schwierigkeiten wegen ihrer Vergangenheit in der NS-Zeit bringen könnte. Der „Holocaust Rail Justice Act“ soll Entschädigungsansprüche von Überlebenden des Holocausts sichern, die mit der Eisenbahn deportiert wurden. Die Gesetzesvorlage richtet sich im konkreten Fall gegen die französische Staatsbahn SNCF. Doch die Deutsche Bahn ist alarmiert, denn auch auf sie könnten Entschädigungsklagen in Millionenhöhe zukommen. Sie gibt sich als modernes Unternehmen, das offen mit seiner Vergangenheit umgeht. So stellt sie es dar. Doch stimmt das?

    http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Akte-D-2-Das-Kriegserbe-der-Bahn/Das-Erste/Video?documentId=24210026&topRessort=tv&bcastId=799280

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: