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Schwarz-Roter Ticker (184) [5 Meldungen]

6. Oktober 2014

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AfD: Knapp 20.000 Mitglieder

Wie die ZEIT berichtet, hat die rechts-populistische „Alternative für Deutschland“ Zulauf an Neu-Mitgliedern. Demnach gehören ihr aktuell knapp 20.000 Mitglieder an. Am 30. März 2013 zählte die AfD 4.569 Mitglieder, aktuell beträgt der Mitgliederstand 19.885. Insgesamt 1.053 Leute verließen die Partei in dieser Zeit wieder. Nach einer AfD-internen Auswertung, die der Zeitung vorliegt, zeigt der Mitgliedertrend nach oben. So habe die Partei in der Zeit zwischen der Bundestagswahl am 22. September 2013 und der Europawahl am 25. Mai 2014 3.967 Eintritte verzeichnet.

Protest gegen AfD-Landesparteitag Baden-Württemberg

kheimMit vielfältigen Aktionen protestierten AntifaschistInnen am Samstag gegen den baden-württembergischen Landesparteitag der AfD in Kirchheim/Teck. Eine Bündniskundgebung, die zeitweilige Blockade eines Zugangs zum Tagungsort und eine Spontandemonstration sorgten für ein deutliches Zeichen des Widerstandes gegen die aufstrebende rechtsgerichtete Partei. Über 80 AntifaschistInnen versammelten sich im Laufe des Vormittags auf der Bündniskundgebung am Kirchheimer Postplatz. Im Anschluss an die Kundgebung zogen etwa 40 AntifaschistInnen zur Stadthalle und blockierten den Haupteingang. Einzelne Cops und AfD-Mitglieder halfen unfreiwillig bei der Versperrung der Türen. In kleineren Rangeleien wurden Parteimitglieder immer wieder daran gehindert, die Stadthalle zu betreten. Mit Parolen wie „Für die Freiheit für das Leben – Rassisten aus der Stadthalle fegen!“, „Flüchtlinge bleiben – AfD vertreiben!“ und aufgespannten Transparenten konnten zahlreiche PassantInnen über das Anliegen der Proteste informiert werden. Nach der Blockadeaktion zogen die AktivistInnen in einer unangemeldeten und lautstarken Spontandemonstration einmal um die Stadthalle und über zentrale Verkehrsadern zum Kirchheimer Bahnhof. (Linksunten Indymedia)

Hanns-Seidel-Stiftung muss Geld zurückzahlen

Die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung muss nach einem Bericht 1,8 Millionen Euro an den Bund zurückzahlen. Hintergrund sei eine vorschriftswidrige Verwendung von Steuergeldern für ihre Bildungsstätten Wildbad Kreuth und Kloster Banz, berichtet die »Welt am Sonntag«. (dpa/nd)

Bertelsmann übernimmt Gruner + Jahr vollständig

Der Medienkonzern Bertelsmann übernimmt den Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr vollständig. Die Übertragung der bisher noch von der Jahr Holding gehaltenen Anteile von 25,1 Prozent werde zum 1. November erfolgen, teilte das Gütersloher Unternehmen am Montag mit. Darauf hätten sich die Gesellschafter verständigt. Der Aufsichtsrat von Bertelsmann habe der Transaktion bereits zugestimmt. Zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.(FAZ)

Altkanzler Kohl versucht Buch zu verhindern

Helmut Kohl geht laut »Focus« erneut juristisch gegen seinen früheren Biografen Heribert Schwan vor. Wie das Magazin berichtet, beauftragte der Altkanzler seine Anwälte, die Veröffentlichung eines neuen Buches zu stoppen. Grund des Streits sei der Verdacht, Schwan habe für die Publikation jene 200 Tonbänder aus Gesprächen mit Kohl verwertet, deren Nutzung ihm nach seinem Bruch mit dem Altkanzler vom Oberlandesgericht Köln im August untersagt wurde. Wie der »Spiegel« schreibt, hat Kohl in den Interviews mit Schwan mit Parteifreunden abgerechnet. (dpa/nd)

21 Kommentare leave one →
  1. Bis zum letzten Fang - Das Geschäft mit dem Fisch - ARTE Doku 07.01.2014 permalink
    7. Oktober 2014 08:43


    *Die Lösung:* Regionale Versorgung – Wochenmarkt – Selbstversorgung – Industrieproduktion boykottieren – weniger Fisch konsumieren – Konsum von Produkten vermeiden, bei denen Du nicht erkennen kannst, dass es mit rechten Dingen zugeht.

    DAS GESCHÄFT MIT DEM FISCH Seit Jahrzehnten plündert eine Armada von Fangflotten mit verheerenden Folgen die Weltmeere. Experten schätzen, dass 90 Prozent des Mittelmeers überfischt sind. Die Dokumentation ergründet, wie schlecht es um die Meere steht und welche Folgen der ständig steigende Konsum für die Europäer, aber auch für die Menschen in Afrika und Asien, hat.

    Jahrelang waren die Länder der Europäischen Union an der extremen Ausbeutung der Weltmeere beteiligt. Die zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki räumt inzwischen Fehler ein und hat eine Reform auf den Weg gebracht, die diese Entwicklung stoppen soll. Die Dokumentation hinterfragt, was sich in Zukunft verändern soll.

    Doch reichen europäische Entscheidungen aus? Ein Großteil des in Europa konsumierten Fischs wird aus Afrika und Asien importiert. In Thailand werden Fisch und Garnelen oft unter katastrophalen Bedingungen gefangen, gezüchtet oder verarbeitet. Nichtregierungsorganisationen berichten immer wieder über Sklaven- und Kinderarbeit.

    Auch mit afrikanischen Staaten schließt die EU seit Jahrzehnten Fischereiabkommen ab, um dort fangen zu dürfen. Doch auch hier kommt zu dem legalen der illegale Fischfang hinzu. Experten gehen davon aus, dass der Anteil der Piratenfischerei an der westafrikanischen Küste 40 Prozent des Gesamtfangs beträgt. Das Meer ist dort inzwischen so weit leergeräumt, dass für die kleinen einheimischen Fischer nur wenig übrig bleibt.

    Den Filmemachern Jutta Pinzler und Mieke Otte ist es gelungen, die senegalesische Marine auf der Suche nach Piratenfischern zu begleiten. In Thailand konnten sie mit Kindern sprechen, die in der Shrimps-Industrie gnadenlos ausgebeutet werden. Und sie haben Menschen getroffen, die in der Fischindustrie unter unwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.

    Die Dokumentation verfolgt nicht nur den Weg des Fischs auf die Teller der Verbraucher, sondern konfrontiert die Verantwortlichen aus Handel und Politik mit den vielen Missständen beim Fang und der Verarbeitung. Die Antworten sind zum Teil skandalös.

    Weissagung der Cree
    „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

    „Only after the last tree has been cut down / Only after the last river has been poisoned / Only after the last fish has been caught / Then will you find that money cannot be eaten.)“

  2. Religiöser Wahn --- Kindermörder muss dauerhaft in die Psychiatrie permalink
    7. Oktober 2014 20:04

    Religiöser Wahn — Kindermörder muss dauerhaft in die Psychiatrie

    Nach dem Mord an seinen beiden Kindern wird ein 39 Jahre alter Mann dauerhaft in die Psychiatrie eingewiesen.
    Weil er in religiösem Wahn handelte, gilt der Täter als nicht schuldfähig.

    Kindermörder muss in die Psychiatrie

    Im Prozess um den Mord an zwei Kindern in Glinde bei Hamburg hat das Landgericht Lübeck den angeklagten Vater dauerhaft in die forensische Psychiatrie eingewiesen. Der aus Afghanistan stammende Zahnarzt hatte gestanden, seiner vierjährigen Tochter und seinem sechsjährigen Sohn die Kehlen durchgeschnitten zu haben. Das Motiv des Zahnarztes war offenbar religiöser Wahn.
    Gericht hält Angeklagten für nicht schuldfähig

    Der 39-Jährige leide nach Aussagen eines psychiatrischen Sachverständigen unter wahnhaften Störungen und sei für die Allgemeinheit gefährlich, sagte der Vorsitzende der Strafkammer. Er sei nicht schuldfähig und könne daher nicht wegen des zweifachen Mordes zur Verantwortung gezogen werden. Mit gesenktem Kopf und gefesselten Händen verfolgte der Angeklagte die Urteilsbegründung.

    Am Morgen des 24. Januar hatte der Mann die Polizei gerufen und mitgeteilt, dass er seine Kinder getötet habe. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod der Kinder feststellen. Der Täter ist seit der Tat in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.
    Wahnvorstellungen Monate vor der Tat

    Vor Gericht hatte Angeklagte geschwiegen, jedoch zuvor in einer polizeilichen Vernehmung die Tat gestanden. In den Monaten zuvor habe er Wahnvorstellungen entwickelt, erklärte seine Ehefrau, die Nebenklägerin in dem Verfahren war. Kurz vor der Tat habe er ihr gesagt, Gott habe zu ihm gesprochen und ihm gesagt, er sei der letzte Prophet. Ein Familienurlaub in Dubai Ende 2013 habe bei dem bis dahin nicht religiösen Angeklagten die Hinwendung zum Islam ausgelöst, die später wahnhafte Züge angenommen habe, sagte der Richter. Von seiner Familie habe er sich missverstanden und verfolgt gefühlt.
    Gericht schließt Öffentlichkeit von Verhandlung aus

    Sechs Wochen lang hat das Gericht hinter verschlossenen Türen verhandelt. Wegen der psychischen Erkrankung des 39-Jährigen war die Öffentlichkeit zu Beginn des Verfahrens am 22. August ausgeschlossen worden. Das Gericht begründete diese Entscheidung mit dem Schutz des Angeklagten, es kämen Details seiner psychischen Erkrankung zur Sprache, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien. Zur Urteilsverkündung war die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/religioeser-wahn-kindermoerder-muss-dauerhaft-in-die-psychiatrie-1.2162462

    24. Januar 2014 15:04
    Schleswig-Holstein

    Zwei kleine Kinder womöglich von Vater getötet

    Im schleswig-holsteinischen Glinde sind zwei Kinder getötet worden. Hintergrund der Tat ist womöglich ein Familiendrama – Hauptverdächtiger ist der Vater der beiden vier und sechs Jahre alten Opfer.

    Familientragödie in Schleswig-Holstein: In einem Haus in dem Ort Glinde unweit von Hamburg sind am Freitagmorgen zwei tote Kinder gefunden worden. Ein Mann habe um 6.50 Uhr per Notruf mitgeteilt, dass er seine beiden Kinder getötet habe, teilte die Polizeidirektion Lübeck mit.

    Der alarmierte Notarzt konnte wenig später nur noch den Tod der Kinder feststellen. Das vier Jahre alte Mädchen und der sechsjährige Junge starben ersten Ermittlungen zufolge durch Gewalteinwirkung im Halsbereich. Nach Angaben der Lübecker Staatsanwaltschaft deutet einiges darauf hin, dass ein Messer benutzt wurde. Genauere Erkenntnisse müsse eine Obduktion erbringen, sagte ein Sprecher der Behörde.

    Der tatverdächtige 38 Jahre alte Vater wurde in dem Einfamilienhaus vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wollte den Vater noch am Freitag dem Haftrichter vorführen lassen. „Wir wollen Haftbefehl wegen zweifachen Mordes beantragen“, sagte der Sprecher.

    Im Haus in Glinde trafen die Polizeibeamten den Angaben zufolge auch die Mutter der Kinder an. Die 30-Jährige wird psychologisch betreut, gegen sie besteht derzeit kein Verdacht. Die Polizei sperrte den Tatort in einer ruhigen Wohngegend weiträumig ab. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Die Mordkommission und die Spurensicherung der Bezirkskriminalinspektion Lübeck haben die Ermittlungen aufgenommen.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/glinde-zwei-tote-kinder-in-schleswig-holstein-gefunden-1.1870904

  3. Toll permalink
    7. Oktober 2014 20:21

    2xaFDPartei-HSS-Bmann-Altkohl

  4. Arbeitsministerium und DGB Hand in Hand gegen Lokführer und Piloten permalink
    8. Oktober 2014 18:05

    «Nehmt die GDL an die Leine»

    Arbeitsministerium und DGB Hand in Hand gegen Lokführer und Piloten

    von Manfred Dietenberger

    Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde ein Gesetz zur Tarifeinheit angekündigt. Es soll sicherstellen, dass in einem Betrieb künftig nur ein Tarifvertrag gilt – und zwar jener der mitgliederstärksten Gewerkschaft im Unternehmen. Warum? Weil den Herrschenden und ihrer Regierung, aber auch so manchem im DGB nicht passt, was inzwischen bundesrepublikanische Alltagswirklichkeit ist: Immer, wenn es um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen oder höhere Gehälter geht, entscheiden sich die im Marburger Bund organisierten Ärzte, die in der GdF organisierten Fluglotsen, das in der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation Ufo organisierte Kabinenpersonal oder auch die in der Gewerkschaft GDL organisierten Lokführer oft für das Mittel des Streiks, um ihre berechtigten Forderungen durchzusetzen. Dabei sind sie wegen ihrer spezifischen Berufsfelder schlagkräftig und deshalb trotz geringer Mitgliederzahl oft auch erfolgreich.

    Kein Wunder, das…
    http://www.sozonline.de/2014/10/nehmt-die-gdl-an-die-leine/

  5. Spitzenreiter der Herzlosen permalink
    9. Oktober 2014 08:52

    Mehr als die Hälfte der Roma auf dem Westbalkan lebt nach Expertenschätzungen vom Wühlen im Müll. Wäre diese Erkenntnis Maßstab allen Handels, könnten viele Flüchtlingsfamilien noch lange im Südwesten bleiben. Denn selbst das Innenministerium hält Abschiebungen für verboten, wenn erniedrigende Behandlung droht.
    Quelle: Kontext:Wochenzeitung – http://www.kontextwochenzeitung.de/ueberm-kesselrand/184/spitzenreiter-der-herzlosen-2481.html

    Hinweis: Auch diese Woche wieder einige interessante Beiträge in der Kontext:Wochenzeitung u.a.:

    “Kommunalpolitisch dumm”: Nur zwei Wochen nach dem Start des “Gerber” am westlichen Rand der Innenstadt eröffnet mit dem “Milaneo” schon der nächste große Einkaufstempel in der Landeshauptstadt. Der Soziologe Jan Wehrheim warnt vor der Vermischung von privatem und öffentlichem Raum in Shopping Malls – und deren Menschen-Gleichmacherei.
    Beifall verboten: Dass Gerichtsverhandlungen öffentlich zugänglich sind, hat gute Gründe. Darüber, wie leicht oder aber schwer der Öffentlichkeit der Zugang gemacht wird, dürfen Richter bestimmen. Der Vorsitzenden Richterin im Stuttgarter Wasserwerfer-Prozess wäre es offenbar am Liebsten, wenn die Öffentlichkeit gleich ganz draußen bliebe.
    Aus der Wohnung gedrängt: Die Mieten explodieren, die Einkommen kommen nicht nach. Vor allem in Stuttgart. Der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat das Problem zur Chefsache erklärt. Doch von einer Trendwende ist wenig zu bemerken. Eine landesweite Aktionswoche soll nun aufrütteln.
    Wiedergeburt des Wutbürgers: Gegen Ende der elftägigen Erörterung zur Anbindung des Flughafens an Stuttgart 21 schlagen die Wellen hoch. Die Deutsche Bahn muss das Gesamtprojekt rechtfertigen – was ihr nur bedingt gelingt. In die Defensive drängt sie ein Physiker, der Widersprüche in Studien und Statements der Vorhabenträgerin aufdeckt.
    Die Heidelberg-Harmonie: Heidelberg galt einst als linke Stadt. Und noch bei den Gemeinderatswahlen im Mai 2014 war der konservative Bürgerblock in der Minderheit. Doch Grüne und SPD finden keinen Kandidaten für die OB-Wahl am 19. Oktober. Amtsinhaber Eckart Würzner, parteilos und konservativ, wird einen leichten Sieg davon tragen. Heidelberg hat seinen Frieden mit der Politik gemacht.

  6. Deutsche Bank prophezeit den Absturz des Euro permalink
    9. Oktober 2014 23:34

    Deutsche Bank prophezeit den Absturz des Euro

    Die Deutsche Bank sagt der Euro-Zone die größte Kapitalflucht der Geschichte voraus. Der weltweit zweitgrößte Devisenhändler erwartet einen Absturz auf 95 US-Cent. Einen Schuldigen gibt es auch schon.

    http://www.welt.de/finanzen/article133038611/Deutsche-Bank-prophezeit-den-Absturz-des-Euro.html

  7. Broder, Henryk M.: Die letzten Tage Europas permalink
    9. Oktober 2014 23:37

    Broder, Henryk M.: Die letzten Tage Europas

    Von Christian Ortner

    Guter Idee droht Absturz
    Deutschlands streitlustigster Intellektueller fällt über die Europäische Union her

    Wo Henryk M. Broder, im Hauptberuf Autor der deutschen Tageszeitung „Die Welt“, hinschreibt, dort wächst gemeinhin ziemlich lange kein Gras mehr. Seine Texte polemisch zu nennen, erfüllt in aller Regel den Tatbestand der gröblichen Verharmlosung. Und je tabubehafteter ein Thema ist, umso lustvoller schwingt Broder die Keule; einer gepflegten intellektuellen Rauferei geht er nur höchst ungern aus dem Wege. Mal legt er sich mit dem Appeasement gegenüber den Islamisten an (in seinem Bestseller „Hurra, wir kapitulieren“), mal mit der Verwertung des Holocaust (in „Vergesst Auschwitz!“) – und auch für die Bekämpfung des Klimawandels hat er, wenig überraschend, vor allem Spott über. Diese sei „eine Art Feldgottesdienst der Ungläubigen, die sich im Glauben an das Ende der Welt zusammengefunden haben“.

    Gegen Glühbirnen-Dirigismus

    Wenn sich Broder nun der Europäischen Union annimmt – in seinem jüngsten Buch „Die letzten Tage Europas“ -, ist das Resultat, wenig überraschend, nicht eben als Erbauungslektüre für das Nachtkästchen von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso geeignet. „Auf diesem Projekt lastet der Fluch des Größenwahns und der Inkompetenz. Diese Mischung wurde schon dem Luftschiff ,Hindenburg‘ und dem Luxusliner ,Titanic‘ zum Verhängnis (…)“, urteilt er gewohnt streitlustig: „Die EU ist eine Idee, die sich selbstständig gemacht hat.“

    Was Broders Text von der handelsüblichen EU-Kritik angenehm abhebt, ist nicht nur der typische rotzfreche und herrlich erfrischende Broder-Sound, sondern vor allem die überhaupt nicht EU-feindliche Grundhaltung, von der aus er die Union kritisiert. Die EU, meint der immerhin 67-jährige Broder, habe ihn bis vor kurzem wenig gekümmert, „und wenn sich jemand über die Brüsseler Bürokratie mokierte, über die Regelung zur Krümmung der Salatgurke, so habe ich das als vernachlässigbare Schrulle abgetan“. Den Europäer besonders raushängen zu lassen, habe er immer irgendwie albern gefunden, findet der in Kattowitz Geborene, „mir wäre schon geholfen, wenn das nicht in Polen, sondern in der Toskana liegen würde“.

    Auf die Idee, der EU seine publizistische Aufmerksamkeit zu widmen, habe ihn der unsägliche Glühbirnen-Dirigismus der Union gebracht: „Ich fürchte, eine weitere menschenbeglückende Idee ist im Begriffe, totalitäre Züge anzunehmen.“

    Dass sich Broder dem Gegenstand seiner Kritik ohne allzu viel spezielles Vorwissen nähert („Ich habe noch nie an einer Europawahl teilgenommen“), ist sowohl Schwäche als auch Stärke. Schwäche, weil seine Argumentation naturgemäß kaum neue Fakten oder Zusammenhänge beinhaltet; jedem einigermaßen politisch Interessierten sind die zahllosen Mängel des europäischen Projektes bekannt, die er gnadenlos auflistet, von bürokratischen Narreteien bis zu demokratischen Defiziten sonder Zahl.

    Dafür, und darin liegt die Stärke des unvoreingenommenen Zugangs, eröffnet er immer wieder erfrischend neue Perspektiven auf den Gegenstand seines Interesses. Etwa, wenn er von einer in Brüssel ordinierenden Psychoanalytikerin berichtet, die sich auf die Behandlung hochrangiger EU-Beamter spezialisiert hat, denen die mangelnde Sinnhaftigkeit ihrer fürstlich entlohnten Tätigkeit psychosomatische Beschwerden bereitet: „Ich bin mir ziemlich sicher, die meisten von ihnen wissen, dass sie an einem beschäftigungstherapeutischen Programm teilnehmen.“

    Ein Moratorium als Lösung?

    Wenig spektakulär, aber dafür durchaus nicht unvernünftig ist Broders Idee darüber, wie der Misere beizukommen sei: ein Moratorium, eine Art Auszeit von ein paar Jahren, in denen das europäische Projekt nicht weiter vorangetrieben, sondern grundsätzlich überdacht werden soll. „Während dieser Auszeit findet eine öffentliche Debatte über die Zukunft Europas statt. In jedem Land und grenzübergreifend (…). Und nach zwei, drei oder vier Jahren wird dann abgestimmt, für oder gegen den Euro, für oder gegen die EU, in welcher Form auch immer, als Staatenbund oder als Bundesstaat, als lose Föderation, als Kibbuz, als Kolchose (. . .).“

    Dass hochrangige deutsche EU-Funktionäre Broders neues Buch in der Öffentlichkeit eher unfreundlich kommentierten, überrascht wenig. Alles andere hätte den Autor vermutlich auch wirklich an sich selbst zweifeln lassen. Broder eben.

    http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/literatur/buecher_aktuell/582115_Broder-Henryk-M.-Die-letzten-Tage-Europas.html

    • günther permalink
      10. Oktober 2014 08:25

      ……und nicht zu vergessen broders blog bei pi und diversen chauvinistischenund rassistischen publikationen, die in der schreib und hetze ähnlichkeiten mit dem „stürmer“ haben.

  8. Das Ende des Geldes --- "In einer Hyperinflation war ein Kilo Kartoffeln für einige mehr wert als das Familiensilber, eine Schweinehälfte mehr als ein Flügel. Eine Prostituierte in der Familie war besser als ein totes Kind, Diebstahl besser als der Hun permalink
    9. Oktober 2014 23:49

    Fergusson, Adam: Das Ende des Geldes

    Von Christian Ortner

    Wie die rasende Geldentwertung in den 1920er Jahren Elend und politische Radikalisierung herbeiführte
    Angst vor Inflation und Hyperinflation bewegt immer mehr Menschen.
    Britischer Historiker schrieb einfühlsam ein faktenreiches Buch.

    Es gibt nur wenige Katastrophen, die im kollektiven Unterbewusstsein der Deutschen und der Österreicher so tief verwurzelt sind wie die Zeit der Hyperinflation Anfang der 1920er Jahre. Noch heute gibt es kaum eine Familie, deren Vorfahren damals nicht unter der plötzlichen Entwertung aller Ersparnisse gelitten hätten. Nicht zuletzt deshalb sind ja die Sorgen um die Stabilität des Euro in den deutschsprachigen Ländern besonders groß.

    Angelsachsen finden das manchmal wunderlich: Deren kollektives Trauma aus jener Zeit ist Massenarbeitslosigkeit. Auf die heutige Politik hat die eine wie die andere Urangst Auswirkungen: Die lockere Geldpolitik in den USA wie die (theoretisch) vor allem am Geldwert orientierte europäische spiegeln das wider.

    Eine äußerst lesenswerte Analyse der Ursachen und vor allem der schrecklichen Auswirkungen dieser Hyperinflation hat der britische Historiker Adam Fergusson unter dem Titel „Das Ende des Geldes“ verfasst. Das Werk erschien bereits 1975, der Erfolg war eher überschaubar. Nun hat der deutsche Ökonom Max Otte (der jetzt übrigens an der Grazer Uni lehrt) den lange Zeit praktisch nicht erhältlichen Text im renommierten Finanzbuch-Verlag neu herausgegeben. Der Text dürfte sich jetzt deutlich besser verkaufen als zum Zeitpunkt der Erstauflage, und das ist kein gutes Zeichen. Offenbar ist die Angst der Menschen um ihr Geld wieder ziemlich ausgeprägt.

    Kredite dienten ab 1914 zur Kriegsfinanzierung in Deutschland und Österreich – hauptsächlich bei der Notenbank und der eigenen Bevölkerung -, während etwa die Briten die Kriegskosten im Wege höherer Steuern aufbrachten. Zusammen mit unrealistischen Reparationszahlungen, dem Verlust wichtiger Industriegebiete und der chaotischen innenpolitischen Lage war der Weg in die Inflation also Folge eines klassischen Politikversagens gewaltiger Dimensionen.

    Dass damals die Eliten, allen voran der deutsche Reichsbank-Chef Rudolf Havenstein, stur Geld druckten, ohne zu realisieren, dass sie damit die Hyperinflation befeuerten, ist heute nur schwer nachzuvollziehen. Fergusson schreibt: „Man konnte Postboten sehen, die große Säcke mit Papiergeld auf der Schulter schleppten oder Babywagen voller Banknoten vor sich herschoben, die schon am nächsten Tag entwertet sein würden. (. . .) Das Leben war Irrsinn, Albtraum, Verzweiflung.“

    Wobei nicht alle Schichten gleich betroffen waren: Arbeiter konnten mit Hilfe der Gewerkschaften einen Teil der Inflation durch höhere Löhne kompensieren, während alle Bezieher fixer Einkommen oder Renten buchstäblich vom Hungertod bedroht waren. Penibel beschreibt Fergusson, wie auf der Wiener Ringstraße jeden Tag elegant gekleidete ältere Herren zusammenbrachen, weil sie von ihrer entwerteten Beamtenpension kein Essen mehr kaufen konnten. Bauern hingegen profitierten von der Geldentwertung, da sie Grundnahrungsmittel plötzlich gegen Wertgegenstände eintauschen konnten. Währenddessen kollabierte auch die Finanzierung des Staates unter den Bergen wertloser Geldscheine.

    Warnung für heute

    Ausführlich und einfühlsam beschreibt Fergusson, dass Hyperinflation nicht nur Geldwerte zerstört, sondern auch grundlegende Werte unterminiert. „In einer Hyperinflation war ein Kilo Kartoffeln für einige mehr wert als das Familiensilber, eine Schweinehälfte mehr als ein Flügel. Eine Prostituierte in der Familie war besser als ein totes Kind, Diebstahl besser als der Hungertod, Wärme besser als Ehre, Kleidung wichtiger als Demokratie und Nahrung nötiger als Freiheit.“

    Wohin das letztlich in Deutschland und Österreich geführt hat, wissen wir heute. Umso erschreckender ist, dass sich schon wieder Politiker und Ökonomen finden, die Geldwertstabilität für eine altvaterische Tugend und „mäßige Inflation“ für die Lösung unserer derzeitigen Wirtschaftsprobleme halten. Fergusson zeigt drastisch, wo so etwas endet.

    Sachbuch

    Adam Fergusson: Das Ende des Geldes. Hyperinflation und ihre Folgen für die Menschen am Beispiel der Weimarer Republik.FinanzBuch Verlag, 383 Seiten, 25,70 Euro.

    http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/literatur/buecher_aktuell/385410_Fergusson-Adam-Das-Ende-des-Geldes.html

  9. The Freedom Archives ...about them & celebrating 15 years permalink
    10. Oktober 2014 11:40

    The Freedom Archives contains over 10,000 hours of audio and video tapes which date from the late-1960s to the mid-90s and chronicle the progressive history of the Bay Area, the United States, and international movements. We are also in the process of scanning and uploading thousands of historical documents which enrich our media holdings. Our collections include weekly news, poetry, music programs; in-depth interviews and reports on social and cultural issues; numerous voices from behind prison walls; diverse activists; and pamphlets, journals and other materials from many radical organizations and movements.

    These materials constitute a compelling record of 50 years of recorded sound, images and cultural diversity. The music/poetry mixes, production techniques, and sound collages represent an innovative contribution to the art of radio and the cultural ambiance of „the 60s“ and subsequent decades.

    Among our collections include an extensive materials on La Raza centering around audio tapes about Latino culture, community and news from independent producers Jesse ‘Chuy’ Varela—now at KCSM—and Pajaro Latino by Jorge Herera at KPOO (a program that continues to this day). We also hold a comprehensive collection of the radio work of the late Colin Edwards—who produced programs for the BBC, Canadian Broadcasting, Irish Radio, and Pacifica Radio about everything from the Black Power Movement to Vietnam and the Middle East.

    The Freedom Archives also contains exclusive material on the civil rights, student, antiwar, prison, women’s, and LGBTQI movements along with broad collections on the Puerto Rican independence struggle, political prisoners and in-depth reports on key events from San Francisco to South Africa.

    Lessons of the Recent Past

    There is an overwhelming need for the young people of today to have access to non-filtered, non-biased educational resources that allow them to learn more about our recent history. Young people need to know about and understand the aims, events, accomplishments and setbacks of those influential times.

    The archives and projects growing from the collection can help satisfy a growing interest by youth of many cultures in these social and cultural currents, …http://www.freedomarchives.org/about.html

    http://www.freedomarchives.org/

    http://blog.freedomarchives.org/anniversary-and-anarchy/

    https://www.facebook.com/pages/The-Freedom-Archives/84148844380

  10. September 2014 Kate Sharpley Library Bulletin online permalink
    10. Oktober 2014 11:55

    September 2014 Kate Sharpley Library Bulletin online
    KSL: Bulletin of the Kate Sharpley Library No. 78-79, September 2014 [Double issue] has just been posted on our site. You can get to the contents here http://www.katesharpleylibrary.net/cz8xhf or read the full pdf here http://www.katesharpleylibrary.net/hmgrxw

    This issue contains:
    Salvador Gurucharri aka Salva, Comrade and Friend by Octavio Alberola http://www.katesharpleylibrary.net/9cnqbn
    Antonio Martín Bellido, Madrid 1938-Paris August 17, 2014 by Stuart Christie http://www.katesharpleylibrary.net/jq2d6w
    No More Mimosa by Ethel Mannin: A re-consideration and appreciation http://www.katesharpleylibrary.net/sbcdk6
    Ready for Revolution : The CNT Defense Committees in Barcelona, 1933-1938. [Book Review] by Edward McKenna http://www.katesharpleylibrary.net/w0vvrq
    The French Anarchists in London 1880-1914 (Constance Bantman); The Knights Errant of Anarchy (Pietro Di Paola) [Book Review] http://www.katesharpleylibrary.net/bzkj7f
    Library Notes (August 2014) http://www.katesharpleylibrary.net/v15gdf
    Some Latin American Anarchist Women by Cristina Guzzo http://www.katesharpleylibrary.net/69p9fc
    Anarchists against World War One: Two little known events – Abertillery and Stockport by Nick Heath http://www.katesharpleylibrary.net/p8d0px
    Futures by John Barker [Book review] http://www.katesharpleylibrary.net/wsts65

    http://www.katesharpleylibrary.net/doc/september-2014-kate-sharpley-library-bulletin-online

  11. Granado permalink
    10. Oktober 2014 13:11

    http://www.neues-deutschland.de/artikel/948686.produzieren-ohne-bosse.html?action=print
    neues-deutschland.de / 10.10.2014 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 16
    Produzieren ohne Bosse
    Die Textilfabrik Kazova hat eine Kooperative gegründet. Ahmet Demirtas spricht über seine Erfahrungen mit der selbstorganisierten Produktion
    Von Miray Erbey und Sukrye Akar
    Ahmet Demirtas arbeitet bei Kazova-Tekstil. Er ist organisiert in der Gewerkschaftsinitiative Devrimci Isci Hareket (DIH, Revolutionäre Arbeiterbewegung). Für »neues deutschland« sprachen mit ihm Miray Erbey und Sukrye Akar.

  12. Öl- und Dollarpolitik der USA: "Welt finanziert US-Kriege mit" von Mohssen Massarat permalink
    10. Oktober 2014 20:30

    Der Wissenschaftler Mohssen Massarat spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über die Öl- und Dollarpolitik der USA. Er kritisiert das Festhalten an alten Machtstrukturen und dem Einsatz von Kriegen als Mittel der Politik.

    Herr Massarrat, Sie behaupten, eine Welt ohne Ordnung sei im Interesse der Vereinigten Staaten. Warum sehen Sie das so?
    Weil es von enormer Bedeutung für die Vereinigten Staaten ist, dass das Öl auch in Zukunft in Dollar gehandelt wird. Dieses System aufrecht zu erhalten, gelingt einfacher mit einer Welt im Chaos. Deshalb spielen die Konflikte im Mittleren Osten den Vereinigten Staaten in die Hände.

    Warum haben die Vereinigten Staaten ein Interesse daran, dass der Ölhandel weiterhin in Dollar abgewickelt wird?

    Quelle: Frankfurter Rundschau – http://www.fr-online.de/wirtschaft/wissenschaftler-mohssen-massarat–welt-finanziert-us-kriege-mit-,1472780,28669420.html

  13. Buchmesse: Von Anarchisten und Gandhi permalink
    10. Oktober 2014 20:44

    Von Jutta Rippegather Quelle: FR
    Das Thema Gerechtigkeit findet sich in vielen Büchern, aber auch über Online-Handel, Bildung und mit Autoren wird auf der Frankfurter Buchmesse diskutiert.

    http://www.fr-online.de/hintergrund/buchmesse-von-anarchisten-und-gandhi,24549698,28697506.html

  14. Archiv: Direkte Aktion’ – Zeitschrift für Theorie und Praxis des Anarchismus, Anarcho-Syndikalismus und Rätekommunismus im deutschsprachigen Raum (2/1971) permalink
    11. Oktober 2014 12:06

    http://entdinglichung.wordpress.com/2013/06/26/direkte-aktion-zeitschrift-fur-theorie-und-praxis-des-anarchismus-anarcho-syndikalismus-und-ratekommunismus-im-deutschsprachigen-raum-21971/

    eine Ausgabe der “DA” (ohne unmittelbare Verbindungen zur heutigen Vereinspostille der FAU-IAA) auf Materialien zur Analyse von Opposition:
    http://mao-projekt.de/BRD/RPS/KAI/Mainz_Direkte_Aktion_1971_02.shtml

    • Contralet permalink
      11. Oktober 2014 18:58

      Warum gipts däs neddar uff tk?

  15. RELIGIONSKRIEG ### Erneut Tote bei Gefechten an indisch-pakistanischer Grenze ### RELIGIONSHASS permalink
    11. Oktober 2014 13:01

    Erneut Tote bei Gefechten an indisch-pakistanischer Grenze

    9. Oktober 2014, 16:25
    Schusswechsel seit einigen Tagen – Hunderte sind derzeit auf der Flucht

    Neu-Delhi – Bei den seit Tagen anhaltenden Schusswechseln zwischen Indien und Pakistan sind erneut unbeteiligte Zivilisten ums Leben gekommen. Nach Angaben indischer Behörden wurden in der Nacht zum Mittwoch in der Grenzregion zwei Frauen getötet. Außerdem seien auf indischer Seite 20 Personen, sowohl Grenzschützer als auch Dorfbewohner, verletzt worden.

    In den vergangenen Tagen haben Schusswechsel in der Region Kaschmir hunderte Dorfbewohner in die Flucht getrieben. In der Nacht zum Dienstag seien 1500 Bewohner des Grenzgebiets in Notunterkünften aufgenommen worden, sagte Shantmanu, ein hochrangiger Verwaltungsbeamter im indischen Teil Kaschmirs.

    Seit Beginn der Kämpfe am Montag sind nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium in Islamabad elf Menschen auf pakistanischer Seite getötet worden. Indien sprach offiziell von sieben toten Zivilisten. Mehr als 130 Menschen wurden demnach auf beiden Seiten verletzt.
    Drohungen

    Seit Sonntag lieferten sich indische und pakistanische Soldaten entlang der Grenze in der Himalaya-Region Schusswechsel. Am Montag wurden dabei nach offiziellen Angaben neun Zivilisten getötet – fünf in Indien und vier in Pakistan. Es war die höchste zivile Opferzahl seit mehr als zehn Jahren in dem Konflikt zwischen den Nachbarstaaten.

    „Wenn Pakistan weiter so gewagt vorgeht, werden unsere Streitkräfte die Kosten für dieses Wagnis ins Unermessliche treiben“, sagte Indiens Verteidigungsminister Arun Jaitley am Donnerstag.

    Sein pakistanischer Gegenpart, Khawaja Asif, erklärte wiederum, sein Land sei bereit, auf jede „indische Aggression“ zu reagieren. Beide Seiten machten den jeweils anderen verantwortlich und riefen ihn zur Vorsicht auf.

    Sowohl Indien als auch Pakistan beanspruchen die zwischen beiden Staaten geteilte Region Kaschmir für sich. Seit 1989 wurden in dem Grenzkonflikt zehntausende Menschen getötet, überwiegend Zivilisten. 2003 wurde eine Waffenstillstandsvereinbarung unterzeichnet, die weitgehend hielt, im Jahr 2004 starteten die beiden Atommächte einen Friedensprozess. Diesen legte Indien im September auf Eis, nachdem die pakistanische Regierung Kontakte zu Unabhängigkeitskämpfern im indischen Teil Kaschmirs hatte. (APA, 8.10.2014)

    http://derstandard.at/2000006560764/Erneut-Tote-bei-Gefechten-an-indisch-pakistanischer-Grenze

  16. Dirk Müller über BILD, Regenschirmrevolution, ISIS-Türkuschelei, Ebola und das langsame abkochen der Gesellschaft permalink
    12. Oktober 2014 23:52

    Dirk Müller über Ebola und das langsame abkochen der Gesellschaft

  17. Noam Chomsky (2014) "Education, Assessments and Tests" permalink
    12. Oktober 2014 23:55

    Noam Chomsky (2014) „Education, Assessments and Tests“

  18. Wer dem Staat eine Grube gräbt permalink
    18. Oktober 2014 11:52

    Wer dem Staat eine Grube gräbt

    Unternehmen haben die niedrigen Steuersätze für Berlin gefordert – jetzt spüren sie die Folgen: Genehmigungen von Behörden brauchen zu lange.

    Bauunternehmer wollen an diesem Montag vor dem Amtssitz von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) protestieren. Durch zu langsam arbeitende Behörden seien die Bauunternehmen „in der Leistungserbringung behindert, müssen Personal reduzieren oder Kurzarbeit durchführen“, heißt es in einem gemeinsamen offenen Brief des Bauindustrieverbandes und der Fachgemeinschaft Bau. Ihr Ärger richtet sich gegen die Verkehrslenkung, die als Behörde für alle größeren Straßen in Berlin zuständig ist. Die rund 120 Mitarbeiter dort geben vor, wie eine Baustelle abgesperrt und gekennzeichnet wird, wie die Autospuren verlegt werden, ob eine Ersatzampel notwendig ist.

    Doch in der Verkehrslenkung stauen sich die Anträge. Die Beamten kommen nicht mehr hinterher, sie abzuarbeiten. Für die Bauunternehmen eine absurde Situation: Sie haben den Auftrag, sie haben eine Genehmigung für den eigentlichen Bau, sie haben die Mitarbeiter und Maschinen – nur die Umleitung für den Verkehr lässt auf sich warten. Die Anträge würden „in der Regel nicht nach wenigen Tagen, sondern oft erst nach Monaten bearbeitet“, heißt es in dem offenen Brief. Dadurch gebe es einen Investitionsstau von über 45 Millionen Euro. Die Folge: „Notwendige Instandhaltungen und Versorgungsanschlüsse für Wohnungen und Gewerbe werden verspätet oder wegen Ende eines Haushaltsjahres erst gar nicht durchgeführt.“

    Die Verkehrslenkung hat zu wenige Mitarbeiter, da das Land Berlin sich angesichts der schlechten Einnahmesituation einen strikten Sparkurs bei den Ausgaben verordnet – und das jetzt schon seit 15 Jahren. Die Einnahmen sind in Berlin auch deshalb so niedrig, weil die Stadt den niedrigsten Gewerbesteuersatz der 20 größten deutschen Städte hat. https://docs.google.com/spreadsheets/d/1OQ-AghW2odKyKonDynVQi8EfsyuFXUKxQACDHKmLh1U/edit#gid=0

    Im Schnitt müssen Unternehmen in diesen 20 Städten 13,5 Prozent mehr Gewerbesteuer zahlen als in Berlin. In Hamburg sind es 14,6 Prozent mehr, in München sogar 19,5 Prozent.

    Für den niedrigen Berliner Steuersatz hat sich in der Vergangenheit stets die Industrie- und Handelskammer eingesetzt. In der Jahresbilanz 2009 (PDF http://www.ihk-berlin.de/linkableblob/bihk24/servicemarken/ueber_uns/downloads/823126/.15./data/IHK_Leistungsbilanz_2009-data.pdf ) für die Mitgliedsunternehmen schrieb der Verband etwa: „Haben Sie’s bemerkt? Den Berliner Unternehmen blieben 2009 zusätzliche finanzielle Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe erspart, weil die IHK Berlin sich von Anfang an gegen eine mögliche Erhöhung der Gewerbesteuer gestemmt hat. Trotz deutlicher krisenbedingter Einnahmeausfälle setzte der Berliner Senat diese Maßnahmen deshalb nicht auf die Tagesordnung.“

    Die IHK begründete die Forderung auch damit, Berlin müsse als Standort attraktiv für Unternehmen sein. Ein verstärkter Umzug von Unternehmen von München nach Berlin hat sich bisher – 15 Jahre nach der letzten Änderung des Steuersatzes – allerdings noch nicht eingestellt. Der Einnahmeverlust macht sich dagegen jedes Jahr bemerkbar. Wenn die Unternehmen in Berlin genauso hohe Steuern zahlen müssten wie in München, würden die Einnahmen um 263 Millionen Euro steigen. Das würde zum Beispiel – rein rechnerisch – reichen, um die Zahl der Mitarbeiter in der Verkehrslenkung von 120 auf 5.200 zu erhöhen.

    http://www.taz.de/Dumping-Steuersatz/!147146

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