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Türkische AnarchistInnen im Kampf gegen den religiös-faschistischen Islamischen Staat

27. September 2014

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Die französischen GenossInnen von „Alternative Libertaire“ berichten über ein anarchistisches Kontingent der „Revolutionär Anarchistischen Aktion“, die den Kampf im kurdischen Teil Syriens gegen den „Islamischen Staat“ führen.

GenossInnen aus Istanbul sind zur Unterstützung der kurdischen Bevölkerung nach Kobanê (Aïn Al-Arab) gereist. „Alternative Libertaire“ spricht von der Stadt als strategischem Punkt, an dem die „beiden Welten aufeinandertreffen – die progressiven, säkulären und revolutionären Kräfte auf der einen Seite, die religiösen Fanatiker auf der anderen.“ Alternative Libertaire legt dar, das die Stadt an der syrisch-kurdischen Grenze seit einigen Tagen von den religiösen Faschisten des Islamischen Staates belagert wird. Wenn die Stadt falle, werde das gesamte syrische Kurdistan bedroht, und damit „sein politisches und soziales Modell der ‚demokratischen Autonomie‘ und des ‚demokratischen Konföderalismus‘, der seit 2012 entwickelt werde.“

Mehr als 100.000 Einwohner sind in Richtung Türkei auf der Flucht. Die Stadt werde von den Schutzeinheiten der YPG, einer der PKK verbundenen Miliz, verteidigt. Trotz der Absperrung von Tälern durch die türkische Armee haben es hunderte von AktivistInnen und Kämpfern geschafft die Grenze zu überqueren und Kobanê zu erreichen. Unter ihnen, so berichtet Alternative Libertaire weiter, sind GenossInnen der „Revolutionär Anarchistischen Aktion“, die mit der Absicht aufgebrochen sind, sich an der Verteidigung von Kobanê zu beteiligen. Die folgenden Fotos wurden an „Alternative Libertaire“ übersandt.

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Link zum Originalbeitrag bei Alternative Libertaire:
http://www.alternativelibertaire.org/?Reportage-Photo-Les-anarchistes&var_mode=calcul

18 Kommentare leave one →
  1. Graswurzel mich nicht voll, du Opfa! permalink
    28. September 2014 18:13

    Das Schöne ist, dass deutsche Edelpazifisten in anderen Gegenden nicht als Anarchisten durchgehen, weil die Menschen vor solchen zwanghaften Geisteskrankheiten durch Realitätskontekt geschützt sind.

    • Wieso wegen des Islamismus die Religion an sich infrage stellen? permalink
      1. Oktober 2014 20:16

      Wieso wegen des Islamismus die Religion an sich infrage stellen?

      In Europa wächst die Angst vor dem Islam und die Ablehnung alles Religiösen. Klare Differenzierung zwischen den Religionen und Gläubigen tut jedoch not.

      21.09.2014 | 18:34 | Gudula Walterskirchen (Die Presse)

      Im Zuge der Debatte um den islamistischen Terror wähnen sich jene im Aufwind, die Religion an sich abschaffen wollen. Angesichts der unglaublichen Brutalität, mit denen die IS-Terroristen unter dem Banner des Islam wüten, werden gleich alle anderen Religionen mit in einen Topf geworfen und verworfen. Da werden Uralt-Argumente wie die Kreuzzüge vorgebracht, deren letzter vor mehr als 600 Jahren (!) stattgefunden hat, und die längst nicht mehr Leitlinie der christlichen Kirchen sind. Sogar das Grüß Gott wollen radikale Atheisten abschaffen.

      Die Gleichsetzung mit dem Islamismus ist völlig unzulässig, ebenso die Umkehrung von Tätern und Opfern: Etwa 100Millionen Christen werden derzeit weltweit verfolgt, mehr als alle anderen Anhänger einer Religion. Laut Weltverfolgungsindex trauriger Spitzenreiter ist Nordkorea, gefolgt von Somalia, Syrien und dem Irak. Sie werden vertrieben, vergewaltigt, beraubt, unterdrückt, gefoltert oder gar ermordet. Islam bedeutet wörtlich Unterwerfung, das Gottesgebot steht über allem, „Ungläubige“ haben sich diesem ebenso zu unterwerfen.

      Das Christentum hat in einem schmerzlichen Lernprozess die Lektion gelernt, dass die Verbindung von Staatsmacht und Religion letztlich zulasten der Religion geht und gefährlich ist. Die Aufklärung hat das Ihre dazu getan, dass Unterwerfung nicht mehr als Prinzip gilt, sondern Freiheit und kritisches Denken. Es ist längst Geschichte, dass Untertanen die Religion ihrer Grundherren annehmen mussten, oder dass Geistliche politische Ämter bekleideten. Zur Gründungsidee des Christentums gehört die Trennung von Politik, Staat und Religion, also die Aufwertung des Säkularen.

      Wir wissen auch zu wenig vom Islam, um die Bedrohung wirklich einschätzen zu können. In der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ sagt der deutsch-ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad auf die Frage, ob wir uns vor dem Islam fürchten müssen: „Ja. Gerade wenn wir Muslime sind!“ Es ändere nichts an der Gefahr, die derzeit vom Islam ausgehe, ob die Radikalen diesen nun richtig auslegen oder missbrauchen, so Abdel-Samad. „Die politische Misere in den arabischen Staaten und der wachsende Extremismus machen eine Religion zur Zeitbombe.“ Er sieht Gefahrenpotenzial auch in Europa, wo viele junge Muslime Ohnmacht empfinden und auf die Gewaltbereitschaft, die dem Koran innewohnt, ansprechen. Sie wollen das Reich Gottes auf Erden mit Gewalt durchsetzen, so Abdel-Samad. „Die Welt sollte Angst vor dem Islam haben wie vor dem Faschismus im 20. Jahrhundert.“

      In unserer fast schon areligiösen Gesellschaft irritiert es viele, welchen Stellenwert Religion bei Muslimen einnimmt. Es ist jedoch ein Irrtum zu glauben, dem Islamismus mit Bekämpfung der Religionen an sich begegnen zu können. Auch der Atheismus – rassenideologisch im Nationalsozialismus oder materialistisch im Marxismus – hat viele Millionen Tote auf dem Gewissen.

      Der Radikalismus sollte uns auch nicht dazu verführen, den Islam und gläubige Moslems pauschal abzulehnen. Umgekehrt sollte mit der Taktik des Verdrängens und Wegschauens Schluss sein. Und es ist notwendig, in der westlichen Welt nicht zuzulassen, dass bestimmte Prinzipien und Werte relativiert werden, wie etwa die Trennung von Religion und Staatsmacht, die Respektierung des demokratischen Rechtsstaats, die Akzeptanz der Gesellschaftsordnung des Gastlandes sowie Respekt und Toleranz für Anders- oder Nichtgläubige.

      Was wir infrage stellen müssen, ist, warum es möglich war, die Gewaltbereitschaft und den wachsenden Terror im Namen des Islam in seiner bedrohlichen Gesamtheit zu übersehen. Es ist jedoch nicht akzeptabel, wenn Gläubige aller Religionen diskreditiert werden, die sich um ein Leben im Dienst am Nächsten bemühen. Im Gegenteil: Es ist hoch an der Zeit, sich über den Stellenwert der Religionen und deren Bedeutung für die Kultur und Zukunft der westlichen Welt Gedanken zu machen.

      http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/walterskirchen/3873329/Wieso-wegen-des-Islamismus-die-Religion-an-sich-infrage-stellen

      • Lesen hilft permalink
        2. Oktober 2014 05:08

        Einfach Rudolf Rocker lesen, wenn die eigenen Gedanken dazu zu dürftig sind. Da findet man auf jeden Fall Anregung zum Thema „Religion“, einige Sätze auch zur pazifistischen.

    • Die Apokalyptische Matrix --- Kommt es zu einem Krieg der Religionen? permalink
      30. Dezember 2014 11:39

      Die Apokalyptische Matrix
      Kommt es zu einem Krieg der Religionen?

      Ein kurzer Blick auf die Schlagzeilen seit Anfang des Jahres zeigt, wie weit sich Politik und Religion schon miteinander verfilzt haben: Tony Blair erklärte im britischen Fernsehen, er sei dem Weg Gottes gefolgt, als er sich für einen Krieg gegen den Irak entschied; dort sprengen verschiedene muslimische Sekten gegenseitig ihre Moscheen in die Luft; weltweit tobte ein aggressiver, massenhafter Aufstand islamischer Extremisten gegen die im Westen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen; in Nigeria und der Türkei wurden Christen in diesem Zusammenhang getötet und christliche Kirchen zerstört; die fundamentalistische Hamas, deren Grundsatzerklärung die Vernichtung des jüdischen Staates einfordert, übernahm die Regierungsbildung in den palästinensischen Autonomiegebieten; der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad spricht Israel das Existenzrecht ab und kündigt vor der UNO Vollversammlung das Erscheinen des schiitischen Messias (des 12. Imams) an; die extremistische jüdische Siedlerbewegung tritt unter der Führung Benjamin Netanjahus in eine neue Phase der Radikalisierung; in Varanasi (Indien) löst die tödliche Bombe in einem Hindu-Tempel den alten Konflikt zwischen der religiösen Rechten des Landes und den Muslimen wieder aus.

      Der christliche Fundamentalismus ist in den USA zu einem politischen Machtfaktor geworden, der bis hinein ins Oval Office reicht, und seine Ideologien sind dabei, in Europa Fuß zu fassen; mehr oder weniger direkt drohen religiöse Terroristen und westliche Staatschefs mit dem Einsatz von Nuklearwaffen; ein Militärschlag gegen den Iran wird als letzte Option nicht ausgeschlossen – all diese jüngsten Ereignisse dienen heute Hunderten Millionen von Menschen aller Glaubensrichtungen als Indizien für einen “Kampf der Kulturen” bzw. einen “Krieg der Religionen”. Bisher wurden diese beiden umstrittenen Begriffe von Politikern, Experten und Religionsvertretern bewusst und mit guten Absichten heruntergespielt. Doch die Vorkommnisse der letzten Wochen haben die Schleusen für eine Debatte über den “Krieg der Religionen” mit Gewalt aufgestoßen. Talkshows, Politkommentare, TV-Dokumentationen und Print-Medien sprechen das Thema heute unverhohlen an.

      Zweifellos ist die Religion seit Ende des 20. Jahrhunderts entgegen allen Erwartungen zu einem planetaren soziokulturellen Phänomen und zu einem mächtigen Mitspieler auf der Bühne der Politik geworden. Parallel zur ökonomischen, kommunikativen und politischen Globalisierung sind wir in allen Kulturen und Ländern mit einer rasant sich ausbreitenden Hinwendung zur Glaubensinhalten konfrontiert. Für diese globale Renaissance des religiösen Bewusstseins ist nicht zuletzt der Zusammenbruch der kommunistischen und vorher der faschistischen Staaten ursächlich. Beide totalitären Systeme waren aufs engste mit Visionen und Utopien von (in ihrem Sinne) idealen Gesellschaften verbunden. An deren Stelle sind nun die endzeitlichen Heilsversprechungen der Religionen von einer vollkommenen Welt getreten: statt eines sozial-revolutionären Führers erwarten nun Millionen das Erscheinen eines militanten Messias, der sie mit Gewalt ins Paradies bombt. Mittlerweile hat dieser “moderne”, weltweit agierende Fundamentalismus eine eigene “politische Theologie” entwickelt, die je nach religiöser Ausrichtung variiert, die aber im Kern sehr ähnliche Ziele mit verblüffend ähnlichen Mitteln verfolgt.

      Worin besteht nun das übergreifende Dogma dieser “politischen Theologie”, welches Islamisten, fundamentalistische Christen, religiöse Zionisten und radikalisierte Hindus miteinander teilen, obgleich sie sich gegenseitig bekriegen? Sie alle machen keinen Unterschied mehr zwischen Religion und Politik; sie alle glauben daran, dass ein Weltkrieg zwischen den verschiedenen Glaubensrichtungen kurz bevorstehe oder schon im Gange sei; sie alle haben ein eschatologisches Geschichtsverständnis. Man kann ihre gemeinsame Vorstellungswelt als apokalyptische Matrix bezeichnete, denn es ist ein messianisch-apokalyptisches Selbstverständnis, das in letzter Instanz hinter dem militanten Fundamentalismus jeglicher Couleur wirksam ist. In allen Religionen drückt sich diese apokalyptische Matrix erst einmal in den Prophezeiungen ihrer Heiligen Texte vom Ende der Welt und dem Auftritt ihres jeweiligen Erlösers aus. Bei den Juden vor allem in den Büchern der Propheten, insbesondere im Buch Daniel, bei den Christen insbesondere in der Offenbarung des Johannes, bei den Muslimen in Passagen aus dem Koran und in zahlreichen Hadiths (Sprüchen des Propheten Mohammed), bei den (lamaistischen) Buddhisten im Kalachakra-Tantra und bei den Hindus in der Bhagavadgita, dem Vishnu Purana und dem Ramayana.

      Die apokalyptischen Matrix hat die Form eines “Dramas” vom Untergang der Welt und ihrer Neuerstehung. Sie weist in allen Glaubensrichtungen die folgenden gleichen Inhalte, Handlungsabläufe und Zielrichtungen auf:

      1. Die Geschichte der Menschheit ist der irdische Ausdruck eines kosmischen Krieges zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis. In diesem universellen Kampf stehen sich Gott und Satan, Engel und Teufel, Oberwelt und Unterwelt als unversöhnliche Feinde gegenüber. Wenn sich die Weltgeschichte der apokalyptischen Entscheidungsschlacht nähert, ist jeder Mensch gezwungen, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.

      2. Die gegenwärtige Periode in der Menschheitsgeschichte ist gekennzeichnet durch die zunehmende Herrschaft des Bösen, die sich ausdrückt im sittlichem Verfall und sexuellen Exzessen, in Ungläubigkeit, Korruption, Krieg, Gewalt, Ungerechtigkeiten, Verbrechen, Seuchen, Naturkatastrophen und Wirtschaftskrisen. Die Gegenwart, so wie sie ist, wird radikal abgelehnt.

      3. Ein Dämon, der Satan oder dessen Stellvertreter, ergreift die Gewaltherrschaft über diese Welt der Niedertracht. Mit Vorspiegelungen, Betrug, Hinterhältigkeit, Manipulation, Terror und Mord zwingt er einen Großteil der Menschheit unter sein Kommando und wird zum Weltenherrscher. Dann versucht er nach dem Throne Gottes zu greifen.

      4. Kurz bevor der satanische Welt-Imperator alle seine Ziele erreichen kann, inkarniert sich im letzten Augenblick das Gute in der Gestalt eines “Militanten Messias”, der als Anführer einer “kosmischen Armee” aus Menschen und Überwesen (Engeln, Göttern, Heroen) mit extremer Härte, mit Zorn und mit gnadenloser Grausamkeit gegen die “Koalition des Bösen”, den Teufel und sein Pandämonium antritt und diese dann endgültig vernichtet. Beide Parteien kämpfen mit allen Arten von Massenvernichtungswaffen und setzen auch Naturkatastrophen und Seuchen als Kampfmittel gegeneinander ein.

      5. Die Anhänger des “Militanten Messias” bezeichnen sich als “Gotteskrieger”, die bereitwillig das Martyrium auf sich nehmen, um dadurch sofortige “Erlösung” zu erlangen.

      6. Vernichtet werden am Ende alle, die nicht den “wahren” Glauben haben, erlöst werden dagegen alle Rechtgläubigen. Diejenigen, welche die apokalyptischen Kriege überleben, müssen sich einem Gericht stellen, das die restlichen Rebellen und Ungläubigen zu unsäglichen Höllenqualen verurteilt.

      7. Nach seinem triumphalen Sieg über das Böse errichtet der “Militante Messias” einen weltweiten, autoritativen “Gottesstaat” (eine Theokratie oder eine Buddhokratie) mit dem eigenen Glauben als einziger Religion. Ein totalitärer Staat, in dem alle Gesetze von “Gott” und nicht von den Menschen erlassen werden, in dem die absolute Macht durch ein militantes Priesterkönigtum ausgeübt wird und in dem die Frauen eine untergeordnete Rolle spielen, ist das Ziel jeder traditionellen Endzeitvision. Dieser religiöse Machtstaat wird in den apokalyptischen Schriften als das “Paradies auf Erden” beschrieben.

      8. 1000 Jahre (ein Millennium) lang dauert dieses paradiesische “Reich des Guten”. Danach geht es ebenfalls unter und der gesamte Planet Erde wird vernichtet.

      Die allgemeine Gültigkeit der apokalyptischen Matrix für alle Glaubensrichtungen zeigt jedoch die ganze Absurdität des messianischen Endzeit-Wahns. Obgleich sie sich in einen gegenseitigen “Heiligen Krieg” verstricken und sich in einer Konkurrenz um die Erlangung der Weltenherrschaft befinden, teilen die Apokalyptiker aller Religionen sehr ähnliche traditionalistische Wertvorstellungen insbesondere in ihrer konservativen Haltung gegenüber der Geschlechterfrage. Auch in ihren politischen Visionen ähneln sie sich. Vertreter der amerikanischen Christlichen Rechten, religiöse Zionisten, revolutionäre Islamisten, Hindu-Fundamentalisten und Dalai Lama-Anhänger alle träumen von einer globalen Theokratie (bzw. Buddhokratie) ihres jeweiligen Höchsten Wesens. Insofern ist es im eigentlichen Sinne falsch, vom “Kampf der Kulturen” zu sprechen, denn die sich gegenseitig bekriegende “Kultur-Muster” decken sich inhaltlich, strukturell und programmatisch in vielen Punkten. Die “Guten” und die “Bösen” im apokalyptischen Welttheater sind einander sich bekämpfende “Brüder”, die vom selben zerstörerischen dualistischen Geist, wenn auch jeweils mit umgekehrtem Vorzeichen, getrieben werden.

      Jede religiöse Gruppe, die einen apokalyptischen Krieg befürwortet, hat ein großes Interesse daran, dass die andere Seite ebenfalls in das apokalyptische Delirium hineingezogen wird und sich durch dualistische Reizwörter wie Gut und Böse, Gott und Satan, Heilig und Unheilig artikuliert. Die daraus resultierende gegenseitige Dämonisierung führt notwendigerweise dazu, dass sich die apokalyptische Matrix parteiübergreifend durchsetzen kann, um den messianischen Endzeit-Wahn erst richtig anzuheizen.

      Bush und Bin Laden

      Als zum Beispiel der amerikanische Präsident George W. Bush erklärte, einen Krieg gegen die “Achse des Bösen” zu führen, ist er nolens volens in die apokalyptische Falle getreten, die ihm von Osama bin Laden gestellt wurde. “Den ‘Heiligen Krieg’ zu beschwören ist ein Kurs voller Gefahren”, warnt der amerikanische Soziologie-Professor John R. Hall von der University of California, “denn seine Rahmenbedingungen geraten mit Begriffen in Konflikt, welche diejenigen von al-Qaida widerspiegeln. In der Tat, insoweit die USA und ihre Verbündeten es zulassen, dass al-Qaida die Auseinandersetzung als eine ‘apokalyptische’ definiert, helfen sie al-Qaida in ihren Anstrengungen, ihren Kampf unter den muslimischen Anhängern als ‘Heiligen Krieg’ zu definieren.” Die Apokalypse der einen Partei potenziert die Apokalypse der anderen. Der Endzeit-Wahn, der Hass auf das bestehende Leben und auf die Erde kann zu einer selffullfilling prophecy werden.

      Jetzt schon ist die Zahl der US-Bürger, die Geschichte und Politik aus der Sicht biblischer Prophezeiungen interpretieren, gigantisch. Nach einer Umfrage von TIME/CNN spekulieren mehr als ein Drittel aller Amerikaner darüber, in welchem Zusammenhang aktuelle Nachrichten mit den Weissagungen der Heiligen Schrift stehen. 59 Prozent (!) sind davon überzeugt, dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Ereignisse der Johannesoffenbarung realisieren und ein Viertel glaubt, der 11. September sei in der Bibel vorausgesagt.

      Die beiden prominentesten Zeitschriften der Welt Time Magazine und Newsweek widmeten dem Thema Titelgeschichten: “Apocalypse Now” (Time Magazine 2002) und “Die neuen Propheten der Offenbarung” (Newsweek 2004). Auch die ehrenwerte Washington Post vom 2. Februar 2003 spricht von einem “aufkommenden Zeitalter der Apokalypse” und resümiert: “Vor zehn Jahren lasen wir Professor Francis Fukuyamas Essay und toasteten auf das Ende der Geschichte. Dann folgte Professor Samuel Huntingtons Nachdenken über den Kampf der Kulturen. Jetzt ist es schlimmer: Wir werden gewarnt, uns nicht nur Sorgen über den Kampf der Kulturen zu machen, sondern über das Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, über das Ende, vielleicht, der Welt selber.”

      Sogar die deutsche Presse zeigte sich angesichts des Doomsday-Trends besorgt. So berichtete der Spiegel im Jahre 2003: “Seit den Anschlägen vom 11. September hat die Apokalypse des Johannes, das Buch der Offenbarung, wieder einmal Hochkonjunktur bei den fundamentalistischen Kirchen Amerikas.” Mittlerweile aber ist dieser Apokalypsen-Wahn erfolgreich dabei, in Europa, insbesondere auch in Deutschland, Fuß zu fassen. Abgelesen werden kann das unter anderem an den Verlagsprogrammen. Bertelsmann/Random House setzt seit neuesten explizit auf christliche Schriftsteller, darunter auch den extremistischen Doomsday-Autor Tim LaHaye, der mit seinen messianisch-apokalyptischen Thrillern Millionen von US-Bürger mit dem Endzeit-Virus infiziert hat. Für viele Kulturkritiker gilt er deswegen als der “mächtigste [christliche] Fundamentalist im heutigen Amerika”: 2002 unterschrieb LaHaye mit der amerikanischen Sektion von Random House (Bertelsmann) einen 42 Millionen Dollar Vertrag für eine Serie mit dem Titel “Babylon steht auf” (Babylon Rising) und kassierte damit den größten Vorschuss, den je ein Schreiber in der Geschichte des modernen Verlagswesens erhalten hat. Hier in Deutschland vertreiben Blanvalet und Gerth-Medien die LaHaye Bücher. Beide Häuser zählen zu Bertelsmann.

      Über das messianische Selbstverständnis des amerikanischen Präsidenten George W. Bush und neuestens auch über das polit-religiöse Outfit des britischen Premiers Tony Blair hat die internationale Presse ausführlich berichtet. In Europa wird jedoch kaum zur Kenntnis genommen, dass in den USA schon seit vielen Jahren eine intensive, öffentliche und verbissen geführte Theokratie-Bewegung im Vormarsch ist, welche die Schaffung eines totalitären christlichen “Gottesstaates” zum Ziel hat. Langfristig versucht die Christliche Rechte die säkulare US-Gesellschaft über das Bildungswesen zu Fall zu bringen. Dabei soll ein amerikanischer “Gottesstaat” nur der Anfang eines zukünftigen, weltweiten christlichen Imperiums sein. Sozusagen als Vorgeplänkel des kommenden inner-amerikanischen Kulturkrieges wird von den Fundamentalisten die so genannte “Darwin-Debatte” angesehen, die dabei ist, ebenfalls nach Europa überzugreifen. Diese Attacke auf die Evolutionslehre ist nur die Spitze eines Eisberges. Daniel Dennet, engagiertester Sprecher der Darwin-Zunft, fasst deswegen in einem Spiegel-Interview die Intentionen seiner Gegner mit den folgenden zwei Sätzen zusammen: “Sie wollen in Amerika einen Gottesstaat errichten. Es ist erschreckend, dass viele von ihnen überzeugt sind, das Jüngste Gericht stehe bevor.” Sogar traditionell eingestellte Theologen wie Jürgen Moltmann sehen im christlichen Fundamentalismus der USA eine Gefahr, die unseren ganze Planeten in den Abgrund ziehen mag: “Das amerikanische Millennium kann der Untergang der Welt sein. Wie dem amerikanischen Traum der amerikanische Alptraum und dem amerikanischen Messianismus die amerikanische Apokalyptik auf den Fuß folgen kann”, meint Moltmann.

      “Gott sandte mich mit einem Schwert…”

      Auch der fundamentalistische Islam orientiert sich an der apokalyptischen Matrix. Der Bericht eines israelischen Geheimdienst-Beobachters aus dem Jahre 2004 sieht die derzeitige gespannte Lage im Irak als einen “gefährlichen islamisch-messianischen Strudel”. Die Auseinandersetzung mit den Koalitionskräften sowie zwischen Sunniten und Schiiten werde von militanten Irakern zunehmend “apokalyptisch” gedeutet, sagte der Mann. Es seien auch endzeitliche Prophezeiungen, die islamistische Terroristen aus anderen Ländern dazu veranlassten, in das Land zu gehen, um von dort aus den “Kampf gegen das Böse” aufzunehmen.

      Seit Jahren ist die apokalyptische Obsession der Islamisten bekannt, dennoch wird in der Öffentlichkeit kaum darüber diskutiert: Osama bin Laden, Ayman al-Zawahiri, Abu Musab al-Zarqawi, Muqtada al Sadr, die Führer der Hamas und der Hisbollah, sie und viele andere sind Endzeit-Fanatiker, die sich als Erfüllungsgehilfen bei der Errichtung eines weltweiten Kalifats oder sogar des Jüngsten Gerichts verstehen. “Gott sandte mich mit einem Schwert, um die Stunde des Jüngsten Gerichts vorzubereiten, dann wenn Gott allein verehrt wird ohne einen anderen neben ihm.” Dieser Spruch des Propheten Mohammeds (in westlicher Sprache meist falsch übersetzt) wird von Osama bin Laden und anderen Terroristen in ihren “Kriegserklärungen” immer wieder bemüht. Aber auch die große Masse der Muslime ist für Endzeit-Ideologien empfänglich. “Eine Milliarde Muslime werden letztendlich in ein Millennium Szenario hineingezogen, in dem sie die Welt erobern. […] Je gewaltsamer und aktiver das apokalyptische Szenario ist, je destruktiver können seine Konsequenzen sein, gleichgültig wie unrealistisch die Ziele sind. Der Westen kann es sich nicht leisten, diese Phantasien einfach nicht zu beachten, weil er sie für nicht realistisch hält”, erklärt der amerikanische Historiker Richard Landes über den Doomsday-Glauben in der islamischen Welt.

      Erst in der letzten Zeit, als der iranische Präsident Ahmadinedschad seine Politik damit begründete, sie werde die Rückkehr des militanten schiitischen Messias, des 12. Imam (Imam-Mahdi) beschleunigen, berichtete die Weltpresse eingehender über den islamischen Apokalypsen-Wahn. Auslöser hierfür war vor allem die Rede, die Ahmadinedschad am 17. September vor dem Plenum der Vereinten Nationen in New York hielt. Was die heikle Nuklearfrage anbelangt, so brachte seine Ansprache nichts Neues, sondern er wiederholte das unantastbare Recht des Irans auf “friedliche” Nutzung von Nuklearenergie. Religionspolitisch muss diese “Predigt” als eine Sensation angesehen werden, denn der iranische Präsident proklamierte schlichtweg das Ende des agnostischen, säkularen Zeitalters und stellte das Primat der Aufklärung in Frage. Heute kultiviere die gesamte Menschheit wieder den Glauben an einen einzigen Schöpfergott, sagte Ahmadinedschad. Der Monotheismus sei das Band, das alle Völker zusammenschließe, Glaube und Religion seien auch die einzigen Mittel, um die anstehenden Weltprobleme zu lösen, denn die Aufklärung und die (westliche) Wissenschaft hätten endgültig versagt. Sie müssten durch “das Wissen, basierend auf der göttlichen Offenbarung” ergänzt werden, bzw. sich in deren Dienst stellen. Die Propheten Noah, Abraham, Moses, Jesus und Mohammed hätten dieses “göttliche Wissen” auf Erden zum Wohle aller Menschen verkündet. Der allgemein feststellbare Trend hin zur Religion, das sei, so Ahmadinedschad, die gute Nachricht. Am Ende seiner Rede kündigte er das Erscheinen des Imam-Mahdis, des schiitischen Erlösers an.

      In Palästina übernimmt mit der Wahl der Hamas eine an apokalyptischen Ideologien orientierte Partei die politische Macht. Artikel 6 der immer noch geltenden Grundsatzerklärung (Hamas-Charta) von 1988 besagt: “Das Land von Palästina ist heiliges, islamisches Besitztum, dass für zukünftige muslimische Generationen bis zum Jüngsten Tag [!] bestimmt ist. Keiner kann darauf verzichten, auch nicht auf einen Teil davon, oder es abtreten, auch nicht einen Teil davon.” Die Erklärung beinhaltet außerdem eine platte Verschwörungstheorie von der Weltherrschaft der Juden, die sich expressis verbis auf die Protokolle der Weisen von Zion bezieht, und eine Missbilligung der säkularen Politik der PLO. Wegen solcher und vieler ähnlicher Statements kommt der amerikanische Religionswissenschaftler David Cook zu dem Schluss: “Bei der Hamas im Westjordanland und im Gaza-Streifen handelt es sich eindeutig um eine apokalyptische Gruppe, wie sich aus ihren Pamphleten und ihrer übrigen Literatur ohne weiteres ergibt. Ihre Ideologen benutzen in ihrer Propaganda gegen die PLO regelmäßig apokalyptische Motive. Der Beginn der Intifada 1987 stimmt überein mit einer 80 Jahre alten Vorhersage des Weltuntergangs.”

      Religiöser Zionismus

      Die traditionelle jüdische Apokalyptik wird an erster Stelle durch radikale Rabbiner der Siedlerbewegung “kultiviert” und sehr geschickt und suggestiv mit der Geschichte Israels zu einem “modernen” Endzeit-Wahn verwoben. Während sich der säkulare Zionismus historisch gegen die “religiöse” Interpretation einer jüdischen Besiedlung Palästinas stellte, entwickelte sich seit dem 6-Tage-Krieg eine religiöse Variante des Zionismus mit messianischen Zielvorgaben. “Die religiösen Zionisten der neuen Sorte sind davon überzeugt, dass sie den Willen Gottes erfüllen und das Kommen des Messias vorbereiten. Die ‘national-religiösen’ Kabinettsminister, die immer zum moderaten Flügel der Regierung gehörten, machten einer neuen extremistischen Führung Platz, mit Tendenzen zum religiösen Faschismus”, schreibt der israelische Friedensaktivist Uri Avnery. Zuerst förderte der jetzt im Koma liegende Ariel Scharon diese Bewegung, dann distanzierte er sich davon und begann damit einige jüdische Siedlungen, insbesondere im Gaza-Streifen, zu schließen. Seine Krankheit, derzeit ohne Hoffnung auf Genesung, wird heute von jüdischen Fundamentalisten als Gottesgericht über einen Mann angesehen, der das Heilige Land an die Muslime herschenken wollte. Bei den kurz bevorstehenden Wahlen gruppiert sich die jüdische Rechte um den Populisten Benjamin Netanjahu, der wiederum von der christlichen Rechten Amerikas unterstützt wird. “Wie wir gesehen haben, beschäftigen wir uns hier nicht mit einer Bande verrückter Propheten oder mit einer extremen Minorität am Rande der Gesellschaft, sondern mit einer dogmatischen Denkschule und einer methodischen Doktrin, die unweigerlich zu einer Politik führt, welche die Konzepte der Menschen- und Bürgerrechte nicht tolerieren kann, weil ihre Vorstellungen von der [religiösen] Totalität von Zeit und Raum keinen Platz für Toleranz zulassen”, schreibt der israelische Historiker Uriel Tal über die radikalen jüdischen Siedler.

      Es scheint so, als würde sich der ganze apokalyptische Wahn in einer Stadt und auf einem Platz verdichten: in Jerusalem und auf dem Tempelberg. In den Endzeit-Prophezeiungen aller drei monotheistischen Religionen bilden sie die Hauptbühne und sind der Erscheinungsort ihres jeweiligen Messias. Aber nicht nur Fundamentalisten sondern auch säkular eingestellte Politologen und Politiker bezeichnen den Tempelberg als die Akupunkturstelle, von der möglicherweise ein Weltenbrand ausgehen mag. “Der Tempelberg ist wie ein rauchender Vulkan, der ständig Blasen entlässt und der auszubrechen droht. […] Wenn der Heilige Ort beschädigt wird, fällt die ganze Schande auf Israel zurück und apokalyptisch zerstörerische Kräfte könnten entfesselt werden”, schreibt die israelische Gruppe Keshev, ein Zentrum zur Verteidigung der Demokratie. Jedenfalls ist das religiöse Weltbild islamischer, christlicher und jüdischer Fundamentalisten mittlerweile so ausschließlich auf diesen Ort fixiert, dass eine endgültige Befriedung von Jerusalem der Doomsday-Obsession die Zielvorgabe nähme und das Wahngebilde zum Einsturz bringen würde.

      Asiatische Apokalypse

      Dies gilt jedoch nur für die monotheistischen Apokalypsen, nicht aber für die asiatischen. Auch die Hindutva, die religiöse Rechte Indiens, orientiert sich an einer endzeitlich-messianischen Philosophie. Die Ambition der Hindutva-Anhänger ist es, die Grundsätze der Realpolitik aus dem umfangreichen archaischen Erbe der indischen Religionen und ihren Heiligen Texten, an erster Stelle dem Ramayana, abzuleiten. Dabei wird das Ahimsa-Prinzip, die Gewaltlosigkeit eines Mahatma Gandhi, durch das Himsa-Prinzip, die Bejahung von Gewalt, ersetzt. Die Nähe zum europäischen Faschismus ist in diesem Fall nicht nur metaphorisch zu verstehen. Die religiöse Rechte Indiens hat in der Mitte des vorigen Jahrhunderts direkte Kontakte zu den Achsenmächten unterhalten und sich ideologisch aus dem italienischen Faschismus und Nationalsozialismus inspirieren lassen – ebenso wie umgekehrt. Heute noch gibt es in Indien eine latente, weit verbreitete Hitlerbewunderung, die sich bis zu dessen Verehrung als göttlicher Avatar hinaufsteigern kann.

      Obgleich der Buddhismus im Westen als eine Religion des Friedens und der Gewaltlosigkeit glorifiziert wird, weist auch er seine kriegerisch-apokalyptischen Ideologien auf. Das prominenteste Beispiel hierfür ist das weltweit durchgeführte endzeitliche Kalachakra-Tantra-Ritual des Dalai Lama. Der heilige Text (das Kalachakra-Tantra), der diesem Ritual zu Grunde liegt, prophezeit eine Letzte Schlacht zwischen Buddhisten und Muslimen, einen militanten buddhistischen Messias, den Einsatz ultimativer Waffensysteme, und die Schaffung einer buddhokratischen Weltordnung. Als Gegner des Buddhismus nennt das Kalachakra-Tantra explizit die “Führer” aller drei monotheistischen Religionen: “Adam, Henoch, Abraham, Moses, Jesus, der im weißen Gewand [Mani], Mohammed und Mathani [der Mahdi]”. Der Text bezeichnet sie als “die Familie der dämonischen Schlangen”. Er beschreibt einen Einweihungsweg, der die Initianten vorbereitet in einem späteren Leben als “Shambhala-Krieger” im Endzeit-Krieg mitzukämpfen. Unter modernen Orientalisten, wie den amerikanischen Tibetologen Alexander Berzin und Donald S. Lopez ist deswegen von einem “buddhistischen Dschihad” bzw. einem “buddhistischen Armageddon” die Rede. Es waren ebenfalls buddhistische “Armageddon-Mythen”, die zur bisher extravagantesten Ideologie des religiösen Terrors geführt haben, zum “apokalyptischen Terrorismus” des japanischen Sekten-Gurus Shoko Asahara. Kaum in der europäischen Öffentlichkeit wahrgenommen wird, dass in Sri Lanka, in Nepal, in Kaschmir, in Bangladesh, in Birma, in Kambodscha und in Thailand schon seit einigen Jahren ein “Religionskrieg” zwischen Buddhisten und Muslimen ausgebrochen ist.

      Besonders beunruhigend ist die Faszination für Massenvernichtungsmittel in allen Lagern des Fundamentalismus. Schon von Beginn an hat die Konstruktion, Zündung und Verbreitung von Nuklear-Bomben einen berauschenden Einfluss auf das apokalyptische Denken religiöser Gruppierungen gehabt. Der Einsatz von A-Waffen ist ein Szenario, das in keiner “modernen” Apokalyptik mehr fehlt. Seit den Explosionen der Bomben von Los Alamos, Hiroshima und Nagasaki werden Zerstörungs-Passagen aus den traditionellen Endzeit-Texten der Religionen als Beschreibungen eines atomaren Holocausts gedeutet. In der Tat ist in fast allen Heiligen Schriften (in der Hebräischen Bibel, in der Offenbarung des Johannes, im Koran und in den Hadiths, in der Bhagavadgita, im Ramayana und im Kalachakra-Tantra) von “übermenschlichen” Waffen die Rede, die eine ungeheuerliche Zerstörungswirkung haben sollen. Diese Passagen werden von den Apokalyptikern als göttliche Legitimation für einen Atom-Krieg herangezogen. Solche atomaren Doomsday-Prophezeiungen sind mehr als ein religiöses Phantasma: “Die Existenz dieser Waffen verwischt […] die Jahrtausende alten Unterscheidungen zwischen der Phantasie einer Weltvernichtung (ob von paranoiden Schizophrenen, religiösen Visionären oder auch von ganz normalen Menschen in ihren Träumen) und der Fähigkeit, diese Phantasie Wirklichkeit werden zu lassen”, schreibt der amerikanische Gewaltforscher Robert Lifton. Heute, nach dem 11. September 2001, sprechen auch viele säkular eingestellte Kulturologen von der Gefahr eines “apokalyptischen Nuklearismus”. Der Begriff hat sich mittlerweile eingebürgert.

      Die apokalyptische Matrix ist ein reiner Wahn, der durchaus höchst destruktive Realitäten hervorrufen kann. “Im schlimmsten Szenario, das keineswegs unwahrscheinlich ist, könnten sich die biblischen Prophezeiungen aus sich selbst heraus erfüllen. Eiferer von jeder der drei monotheistischen Religionen könnten eine Reaktion von Schlag, Gegenschlag und Massenvernichtung in Gang setzen”, schrieb die Washington Post im Jahre 2003.

      Trotz der Gefahr, die vom dieser weltweiten apokalyptischen Obsession ausgeht, weigern sich die etablierten Glaubensrichtungen bisher dieses “heiße Eisen” adäquat zu diskutieren. Das religiöse Establishment trifft sich auf zahlreichen interreligiösen Konferenzen, um edle und erbauliche, aber unverbindlicher Worthülsen auszutauschen, die nicht zu den ideologischen Ursachen vorstoßen, aus denen ein “Krieg der Religionen”, (bzw. ein “Kampf der Kulturen”) und der “religiöse Terrorismus” entstehen und gerechtfertigt werden. Diese Vogel-Strauß-Politik kann jedoch nicht mehr lange andauern. Die Mainstream-Religionen werden schon sehr bald gezwungen sein, zu den Gewaltstellen in ihren Heiligen Schriften, zu ihren katastrophalen Endzeit-Prophezeiungen, zum militanten Messianismus, zum Heiligen Krieg und zum Gottesstaat offen Stellung zu beziehen – spätestens dann, wenn ihre Machtstellung durch den Fundamentalismus aus den eigenen Reihen selber in Frage gestellt wird.

      Nicht nur die offiziellen Kirchen, sondern auch der Säkularismus steckt den Kopf in den Sand. Einstmals aus der Religionskritik entstanden, sucht er heute – konträr zu seiner rebellisch-aufklärerischen Tradition – ständig in den etablierten Religionen Gesprächspartner und Verbündete gegen den Glaubens-Fanatismus. Dieser Dialog zwischen Religionsvertretern und Säkularisten (meist sind es Politiker und Medienvertreter) wird von beiden Parteien in der Sprache des Humanismus geführt, was zur Folge hat, dass sich die Säkularisten in den von ihnen propagierten, humanpolitischen Werten bestätigt sehen und sich beruhigt in die Institutionen ihres bis jetzt noch laizistischen Staates zurückziehen, ohne überhaupt mit den eigentlichen Problemfeldern, aus denen die religiöse Gewaltbereitschaft entsteht, konfrontiert worden zu sein. Irgendwie hat sich unter ihnen der naive Glaube verbreitet, die offiziellen Kirchen hätten das Fundamentalismus- und Terror-Syndrom theologisch, dogmatisch und organisatorisch voll im Griff. Die Gefahr religiöser Gewalt stammt aber, wir wiederholen es zum Schluss noch einmal, aus den Religionen selbst, aus ihrer blutigen Vergangenheit, insbesondere jedoch aus ihren Heiligen Texten. Dies aufzuzeigen, zu analysieren und zu bewerten ist eine vordringliche Aufgabe des Humanismus. Dieser muss sich heute, will er überhaupt überleben, als ein Kulturentwurf präsentieren, der das Erlösungsbedürfnis der Menschen von einer verkehrten Welt befriedigen kann.

      von Victor und Victoria Trimondi
      Artikel aus MIZ 1/06
      http://www.miz-online.de/Archiv/1-06/Die-Apokalyptische-Matrix

  2. frei permalink
    28. September 2014 23:15

    Das war auch mein erster Gedanke. Ein Glück das es in anderen Ländern der Erde noch mehrheitlich vernünftige AnarchistInnen zu geben scheint. Diese Graswurzel-Scheisse ist eine Entwaffnung der Bewegung und spielt jedem Angreifer in die Hände.

    • Angriff ist die beste Verteidigung permalink
      1. Oktober 2014 20:18

      Angriff ist die beste Verteidigung

      Angriff ist die beste Verteidigung

      Von Christoph Baumgarten

      1. Okt 2014
      Schlagworte:

      Medien, Österreich, Atheismus, Geschichte

      Kommentare: 2
      31Teilen
      zeitungen727.jpg

      Foto: Tim Reckmann, Flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

      WIEN. (hpd) Ein Gastkommentar in der österreichischen Tageszeitung “Die Presse” erregt die säkulare Szene des Landes. Die Autorin versucht dort, Religion mit einem Angriff auf den Atheismus zu verteidigen.

      “Skandal”, “bisheriger journalistischer Tiefpunkt”, “anti-atheistische Hetze”, “Entsetzen über diesen Artikel”. Vertreter der säkularen Szene in Österreich sparen nicht mit deutlichen Worten über einen Gastkommentar in der Tageszeitung “Die Presse” von vergangener Woche.
      Alte Propagandalügen aufgewärmt

      Unter dem Titel “Wieso wegen des Islamismus die Religion an sich infrage stellen” rechnet die Autorin und Historikerin Gudula Walterskirchen dort mit dem ab, was sie für “radikalen Atheismus” hält. Wegen der Gräueltaten der Terrormiliz IS würden alle Religionen infrage gestellt. “Da werden Uralt-Argumente wie die Kreuzzüge vorgebracht, deren letzter vor mehr als 600 Jahren (!) stattgefunden hat, und die längst nicht mehr Leitlinie der christlichen Kirchen sind. Sogar das Grüß Gott wollen radikale Atheisten abschaffen”, heißt es in der Polemik.

      Besonders ein “Argument” der Autorin erregt den Unmut der säkularen Leserschaft: “Es ist jedoch ein Irrtum zu glauben, dem Islamismus mit Bekämpfung der Religionen an sich begegnen zu können. Auch der Atheismus – rassenideologisch im Nationalsozialismus oder materialistisch im Marxismus – hat viele Millionen Tote auf dem Gewissen.”

      Eine alte Propagandalüge, die sich vor allem in katholischen Kreisen ungebrochener Beliebtheit erfreut. Oftmaliges Wiederholen macht sie nicht wahrer.
      “Niemand lässt sich gerne in die Nähe von Nazischergen rücken”

      “Wenn Sie Atheismus und damit Atheisten gleichstellen oder nur in die Nähe von ’ – rassenideologisch im Nationalsozialismus….’ bringen, so ist das eine unverschämte Beleidigung aller Agnostiker und Atheisten”, heißt es in einer Reaktion auf den Gastkommentar, die dem hpd vorliegt. Ähnlich der Tenor in anderen Leserbriefen- und Mails, die dem hpd ebenfalls vorliegen.

      Gerhard Engelmayer, Vorsitzender des Freidenkerbundes zeigt Verständnis für die heftigen Reaktionen. “Niemand lässt sich gerne in die Nähe von Nazischergen rücken, nur weil er oder sie an keinen Gott glaubt! Die Schergen Hitlers waren mit einem ‘Gott mit uns’ auf der Gürtelschnalle unterwegs.” Und: “Leute als ‘Radikale’ zu bezeichnen, weil sie ‘Tschüss’ oder ‘Achte dich!’ statt ‘Grüß Gott!’ sagen, finde ich penetrant, vor allem angesichts der täglichen News, wozu radikale Religiöse wirklich imstande sind.”
      Wie ist es um die Qualitätssicherung der “Presse” bestellt?

      Der hpd hat bei der Chefredaktion der “Presse” nachgefragt, wie die nachweislich falsche Behauptung, der Atheismus sei für die Millionen Opfer des Nationalsozialismus verantwortlich, durch die interne Qualitätssicherung auch bei einem Gastkommentar rutschen konnte. Auch wenn Gastkommentare nicht die Blattlinie wiedergeben – ein gewisses Maß an Plausibilität sollten die Behauptungen der Autorinnen und Autoren doch haben. Das liegt im Interesse einer Qualitätszeitung.

      Die Zeitung hat diese Frage bislang nicht beantwortet – und die Anfrage an Gudula Walterskirchen weitergeleitet.
      “Seit Jahre aggressiv gegen alles Religiöse und Kirchliche”

      In ihrer Antwort beschuldigt sie den hpd “seit Jahren aggressiv gegen alles Religiöse und Kirchliche vorzugehen”. Der Reporter und hpd-Chefredakteur Frank Nicolai würden “eine von Ihrer Weltsicht abweichende Meinung in Grund und Boden verdammen.” Angriff ist offenbar die beste Verteidigung.

      Die eigentliche Frage – warum sie eine Lüge als Tatsache verkauft – ließ sie unbeantwortet.
      Immerhin Leserbriefe abgedruckt

      Tatsächlich hat der hpd niemals infrage gestellt, dass Gudula Walterskirchen das Recht auf eine eigene Meinung hat. Nur kritisch hinterfragt, ob das auch das Recht auf eigene Fakten beinhaltet. Und die Frage aufgeworfen, was man in der “Presse” als Gastautor ungeprüft als Tatsache behaupten darf.

      Die “Presse” hat mittlerweile zumindest mehrere Leserbriefe der säkularen Szene abgedruckt. Ob das den Unmut in der Szene besänftigen kann, wird sich weisen.

      https://hpd.de/artikel/10199

  3. Soviel Hass permalink
    29. September 2014 19:15

    Wenn es in Deutschland, in wahrscheinlich nicht allzuferner Zukunft, richtig krachen wird, dann werden die Graswurzelrevolution, die „anarchistischen Christen“, die Pfaffenfreunde zur Zeit der spanischen Revolution und die ganzen anderen lebensfernen Gruppen und Gebilde, die jetzt noch eine Wortführerschaft anstreben/innehaben, von den Ereignissen überrollt und weggespült werden. Alles bricht dann auf die wirklichen Erfordernisse nieder, die sowieso immer die Basis jeder politischen und sozialen Arbeit sein sollten. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit Angriffssituationen durch irrationale Gestörte, wozu ich die IS-Faschisten zähle. Oder Zuhälter… Alles brutales, testosterongesteuertes Pack, das sich nicht geschlagen gibt, wenn es zu Boden gegangen ist. Die werden nicht durch ein paar Münsteraner Ewigstudenten und ihre Gymnasiasten-Zeitung gestoppt werden.

    • günther permalink
      30. September 2014 10:04

      ein richtig schöner, guter kommentar.

      • christ' mich nicht voll.. permalink
        2. Oktober 2014 11:04

        ich hab jedenfalls auch keine Lust, mich vollchristen zu lassen. schon gar nicht von „Anarchisten“ mit einem unterirdischen (überirdischen) Vaterkomplex!

    • Religion mich nicht an! permalink
      2. Oktober 2014 17:31

      Total! Ich habe auch keine Vorliebe für kleine Kinder, ich trage gerne Kleidung, wie ich es für richtig halte und brauche auch Pierre Vogel nicht, der mir sagt, wie meine Haare und mein Bart zu sein haben, des Weiteren stehe ich nicht auf vegane oder sonstwie halal-koschere Nahrung.
      Diese ganzen religiösen Vorurteile und Denkkrankheiten sind die alte, abgestorbene Haut des Menschen, da wo er sie nicht abstreift und sie sprengt, da erstickt er an ihrem Muff.
      Entweder man tötet die Religionen, oder die religiöse Geisteskrankheit bricht aus und tötet, wie Ebola, was man am IS ganz aktuell schön sieht…
      Deswegen sind Pazifisten ja auch Wegbereiter jedes Despotismus, egal in welcher Form er sich aufschwingt.
      Es geht nämlich auch nicht darum „zur Gegenwehr zu schreiten“ wenn denn „Bedarf“ da ist, sondern schon gleich zu Beginn eine Kultur zu etablieren, die keine Teile des menschlichen Wesens ausblendet, statt so lange es gut geht die Augen zuzudrücken und dann, wenn es zu spät ist, behauptet Pazifismus könne auch zur Gegenwehr schreiten. Nein, dann ist es zu spät. Das ist alles Befürwortung von Schwachsinn und Despotie durch selbstgewählte Impotenz der Beherrschten.
      Der Anarchismus hat nur da eine Lebensberechtigung, wo er Aufklärung schafft und alle religiöse Geisteskrankheit, als eine der Wurzeln des Übels, vernichtet und ausbrennt. Alles andere heißt die zentralistische Tradition der Jahrtausende weitertragen, bis der Mensch wieder in finstere Jahrhunderte fällt.

  4. Woher dieser Haß? permalink
    30. September 2014 11:21

    Mh, bei soviel Vorfreude auf den gewaltsamen Zusammenstoß frage ich mich manchmal, was das eigentlich ist, was ihr da verteidigen wollt? Oh Wunder: Man kann tatsächlich Gewaltfreiheit wichtig finden und trotzdem zu dem Schluss kommen, dass man bei so was wie der IS wehrhaft werden muss… vielleicht solltet ihr euch schon mal bewaffnen – irgendwo müssen ja die alten Knarren noch rumliegen, die die „Schwarzen Scharen“ so zahlreich versteckt haben, das in Deutschland 1933 fast so was wie die Spanische Revolution ausgebrochen wäre [*lautauslach*] – und gen Wuppertal ziehen, um euch einen Straßenkampf a la Barcelona ’36 mit der Scharia-Polizei zu liefern. Ihr werdet genauso laut weinend nach Hause zu Mami rennen wie die „Münster-Graswurzel-Gymnasiasten“…

    Soll ich nun wirklich auch noch das mit den „christlichen Anarchisten“ und den vermeintlichen Pfaffenfreunden mal wieder erläutern? Ich weiß, es ist zwecklos, aber: Es ging doch bei ersterem nur darum, eine weitere Strömung anzuerkennen, nicht mal, sie gut zu finden. (Die Positionen, die in dem Buch zu dem Thema stehen, finde ich nicht nur bedenklich, sondern teilweise offenbaren sie durchaus einen christlichen Fundamentalismus!). Beim zweiten geht es doch schlicht um folgendes: Eine Bewegung macht sich glaubwürdiger, wenn sie zugibt, nicht alles richtig gemacht zu haben.

    Aber das ist das große Phänomen dieses Blogs: Anarchosyndikalisten haben immer alles richtig gemacht, weil sie Anarchosyndikalisten waren und sind. Wenn sie doch mal was falsch machen, sind sie eben keine richtigen Anarchosyndikalisten. „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“ würde ein christlicher Anarchist da wahrscheinlich rufen…

    • Mit Leidenschaft :-) permalink
      30. September 2014 15:26

      Stell dich doch nicht dümmer als du bist. Mit deinem Geschreibe versucht du doch nur Stereotype zu erschaffen bzw. diese aufrecht zu erhalten. Ich habe wahrlich meine Kritik an diesem Blog. Aber ihm zu unterstellen dass er unkritisch mit anarcho-syndikalistischer Geschichte umgeht oder Anarchosyndikalisten nur positiv darstellt – das ist einfach Quatsch mit Soße. Und auch wenn es vielleicht nicht gefällt, was der/die KommentatorIn „Soviel Hass“ geschrieben hat: Es steckt doch ein wahrer Kern darin. Denn die anarchistische Szene hier in D. ist von diesen gewaltfreien Dogmatikern so vereinnahmt worden, das nahezu nur noch ihre Positionen als „anarchistisch“ gelten. Einem ernsthaften Angriff wäre aber wohl die gesamte Szene nicht gewappnet – nicht nur die Gymnasiasten.

  5. Kobane: Völkermord? Was tun? permalink
    30. September 2014 19:52

    Kobane: Völkermord? Was tun?

    Wir haben keine internationalen Brigaden!

    von Walerij Lobanowskyj

    Irgendwie setzt sich der Eindruck fest, dass kaum wer von den Entwicklungen rund um die kurdische Stadt Kobane Notiz nimmt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass immer noch viele nicht genug wissen um die Nachrichten einordnen zu können – abgesehen davon, dass manche vor antiim­pe­ria­lis­ti­schen Brettern vorm Kopf einfach keine klare Sicht haben (ihr glaubt nicht was für volli­di­tiosche E-Mails mir ins Postfach rauschen…). Wenn ich damit jemandem jetzt Unrecht tue, bitte ich um Entschuldigung.

    Also, kurze Infos zur Lage:

    Seit mehreren Tagen (seit dem 15.09.) läuft im «Herzen von Rojava», rund um die 500.000 Einwohner*innen-Stadt Kobane, eine Großoffensive der ISIL. Gehört hat mensch hier in der Regel nur von den «Flüchtlingsströmen», die in der letzten Zeit die Grenze zur Türkei überquert haben.

    Die Richtung der Flüchtlingsbewegung ergibt sich aus der Tatsache, dass Kobane als Zentrum der Selbstverteidigungskräfte der YPG gleich­zeitig von Westen, Osten und Süden angegriffen wird. So steht den Menschen nur der Nordweg (in Richtung türkische Grenze) offen.

    Die Kräfte der YPG kämpfen mit Handfeuerwaffen und Kalashnikovs gegen schwere Waffen der ISIL. (…)
    Quelle: http://www.sozonline.de/2014/09/kobane-voelkermord-was-tun/

  6. 30. September 2014 20:41


    middle east etc. …ca.11:25 …

  7. Heimatfront permalink
    4. Oktober 2014 01:23

  8. Jeremy Scahill on Obama's Orwellian War in Iraq: We Created the Very Threat We Claim to be Fighting permalink
    4. Oktober 2014 07:38

    To talk more about the crisis in the Middle East, we’re joined by Jeremy Scahill, who first reported from inside Iraq before the 2003 U.S. invasion. He’s co-founder of the TheIntercept.org and author of the book:
    „Dirty Wars: The World is a Battlefield“. The paperback version of the book has just been published.

    Auf deutsch:
    Jeremy Scahill: „Schmutzige Kriege. Amerikas geheime Kommandoaktionen“ 29,95 €
    Kunstmann Verlag, München 2013. 720 Seiten. ISBN-13: 978-3888978685

    Jeremy Scahill erzählt in dieser packenden investigativen Reportage, wie es dazu kam, dass Mord zu einem zentralen Instrument der U.S.-Sicherheitspolitik geworden ist, und welche Konsequenzen diese Entscheidung hat – für unzählige Menschen in den unterschiedlichsten Ländern und für die Zukunft der amerikanischen Demokratie. In Afghanistan und Pakistan, Jemen, Somalia und anderen Ländern interviewte Scahill CIA-Agenten, Söldner und Spezialkräfte der US-Army. Er begab sich tief in das von Al-Qaida gehaltene Territorium im Jemen, traf von der CIA protegierte Warlords in Mogadischu und sprach mit den zivilen Opfern der Einsätze amerikanischer Spezialkommandos und Drohnenattacken, die die Vereinigten Staaten lieber geheim halten wollen. In dieser bedrohlichen Geschichte von der Front der unerklärten Kriege dokumentiert Jeremy Scahill das neue Paradigma der amerikanischen Kriegsführung: Gekämpft wird überall, von Spezialkräften, die offiziell gar nicht existieren, aber weltweit unzählige Einsätze durchführen, die nie ans Licht der Öffentlichkeit geraten. Scahill enthüllt das erschreckende Bild einer geheimen U.S.-Mordmaschinerie, die mächtiger geworden ist als jeder Präsident, der ins Weiße Haus einzieht. Und er zeigt, dass diese verdeckten amerikanischen Kriege, anstatt die USA – und die Welt – vor dem Terror zu schützen, dazu führen, dass der Terror wachsen und sich weiter ausbreiten wird.

    Text: http://www.democracynow.org/2014/10/3/jeremy_scahill_on_obamas_orwellian_war

    AMY GOODMAN: President Obama, the current president—possible presidential contenders, for example, are Hillary Clinton. You wrote Dirty Wars while she was secretary of state. What about her position on this?

    JEREMY SCAHILL: I mean, Hillary Clinton is—I actually think, is more hawkish than Barack Obama, and Barack Obama has emerged as a pretty significant hawk in terms of his policies. He can talk all he wants about, you know, how he wants to change and reset relationships around the world; this has been a total militarized presidency. Hillary Clinton, when she was secretary of state, acted as though she was also sort of secretary of defense. And her State Department was deeply involved with plotting covert action around the world, using the State Department as cover for CIA operations. And, you know, the Clintons, Bill and Hillary Clinton, are two of the most fierce projectors of the politics of the American empire, and they also have very close relationships with some of the most nefarious characters from the Bush family. So, you know, those two families together, the Bushes and the Clintons, it’s almost like a monarchy in this country. I mean, Jeb Bush very well may run. I mean, it’s unclear what—you know, George W. Bush said the other day that he’s putting pressure on his brother to try to run for president. But, you know, Hillary Clinton is a fierce neoliberal who believes in backing up the so-called „hidden hand of the free market“ with merciless, iron-fisted military policies.
    (…)

    https://www.facebook.com/democracynow


    http://therealnews.com/t2/

  9. Is ISIS A Tool of the Saudi State? - TheRealNews permalink
    4. Oktober 2014 08:34

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