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Aus V wird A: „Es lebe das anarchistische Katalonien“

13. September 2014

aWas als Scherz begonnen hatte, wurde vorgestern tatsächlich umgesetzt: Anarchisten trollten in Barcelona gekonnt die Menschenkette für die Unabhängigkeit Kataloniens. Als die Menschenkette aus hunderttausenden Befürwortern einer Loslösung Kataloniens von Spanien ein kilometerlanges V bildete (1) – wobei das V laut den Veranstaltern für via (Weg), vota (Abstimmung) und victoria (Sieg) steht (2) – ergänzten es über 1000 Anarchisten durch einen Querstrich, und machten es dadurch zu einem gigantischen A, dem traditionellen Zeichen des Anarchismus. Ein A, das laut Demo-Aufruf bxqu5cgcmaazri8auch für “anticapitalisme, autonomia, autogestió, antifeixisme, avortisme, antipatriarcat i antiespecisme” (Antikapitalismus, Autonomie, Selbstverwaltung, Antifaschismus, Recht auf Abtreibung, Anti-Patriarchat und Anti-Speziesismus) steht (3).

Die Aktion war auf Facebook angekündigt und beworben worden, über 800 Personen hatten ihre Teilnahme zugesichert. Laut La Marea waren es dann letzten Endes über 1000, nach Angabe der Veranstalter sogar handgezählte 1742. Auch ein Twitter-Account wurde dafür eingerichtet, @viallibertaria (libertärer Weg). Begleitende Hashtags waren #viallibertaria, #ratllageneral (Querstrich), #AmillorqueV (A ist besser als V), #unaratllaperladiada (eine Reihe für die Diada/katalanischer Nationalfeiertag). Über alle wurden kurze Berichte und Fotos getwittert.

Nach der gelungenen Troll-Aktion bildeten die Anarchisten ein weiteres, eigenes, Ⓐ, das zwar kleiner ausfiel, aber dafür auch den zur Vollständigkeit nötigen umschließenden Kreis hatte. Dabei wurden weiße Bändern verwendet, um das Ⓐ deutlicher sichtbar zu machen.

Abschließend versammelten sich die Teilnehmer auf der Plaça de Tetuan 3. Der Demoruf “visca, visca, Catalunya anarquista” (es lebe das anarchistische Katalonien) ließ keinen Zweifel aufkommen, worum es bei dieser Demonstration ging. Als Gründe für die Aktion wurde genannt, dass man nicht einen Staat gegen einen anderen eintauschen wolle. Es gehe nicht darum, andere Herrschende zu haben, sondern Herrschaft abzuschaffen.

Übersetzung des nachfolgenden Transparents: “Machen wir uns unabhängig – von den Staaten, der Bank, den Märkten, dem Arbeitgeber und der Troika”.

blocllibertari

1 Tagesschau
2 Blog von Reiner Wandler
3 Directa

Quelle: Bodenfrost-Blog (dort auch weitere Fotos von der Aktion)

3 Kommentare leave one →
  1. Anti-spe-Gift überall permalink
    13. September 2014 11:49

    Schon peinlich, dass dieses Anti-Spe-Gift einfach überallhin sickert und die Bewegungen verpestet. Da machen die Genossen und Genossinnen schon so eine lustige Aktion, die man hierzulande ja niemals mit den verschlafenen Anarchoschnarchnasen in Verbindung bringen würde und dann muss das „A“ natürlich unbedingt auch für Anti-Spe Abschaum stehen… schon krank ist das.
    Dabei steht Anti-Spe dem Anarchismus diametral gegenüber, weil der Anarchismus auf die Bildung einer freien Gesellschaft abzielt und mit Tieren keine Gesellschaft möglich ist. Sich mit Tieren auf eine Augenhöhe zu stellen hieße nichts anderes als noch tiefer herabzusinken, als der Mensch heute in seiner weitestgehend ichlosen Fassung bereits ist.

    Ich fürchte durch jahrelanges Primat des Geistes und zu wenig harte, freiwillige Arbeit für die Arbeiter selbst, auch zu wenig Kontakt zum Schlachten und zur Tierhaltung, sind die Menschen heute zu verfaulten Weicheiern geworden, die in ihrer hirnlosen Dekadenz sich selbst wegzüchten würden, weil sie innerhalb weniger Generationen durch zu viel universitäre Verblödung und einen studentischen Horizont einfach aufgehört haben, das Leben auf der Erde wahrzunehmen. So ist keine freie Gesellschaft möglich – man merkt es oben an dem Ereignis selbst: In den letzten Jahrzehnten hatten Anarchisten mehr Möglichkeiten als wahrscheinlich in allen restlichen Jahren ihrer Geschichte. Was haben sie daraus gemacht? Bescheuerte Zeitungen mit Sch_eisze, vegan, Pazifismus und anderer Kacke, die keiner Lesen will und bekloppte Zentren haben sie aufgebaut, die keiner braucht und die diejenigen, die sie aufgebaut haben nur ausgelaugt und depressiv gemacht haben.
    Ja, jetzt feiern die Leute autonomen Nationalismus auf den Straßen, das ist dann das Resultat dafür, dass die anarchistische Idee für Eigenbrödler und Tugendheilige herhalten musste und zu ihrem wichtigen Lifestyle beigetragen hat, was sie automatisch vertrocknet und für alle anderen uninteressant hat scheinen lassen.
    Prima gemacht! Weiter so! Am besten die Anarchie auf dem Mars fordern, dann kommen noch weniger böse unperfekte und nicht-totaltugendhafte Menschen! Dann ist alles in perfekter Laber und Intellektuellen-Reinheit gehalten!
    Oganisiert das Wichtigste: Antispe – Trigger – Tibet – Israel – das bewegt die Menschen, das sind sinnvolle Grundlagen! Und wie macht man das: Man diskutiert in Schutzräumen darüber! Da steckt Hirn drin! Das sind Perspektiven!

    • Schopenarthur's ewigolle Kamellen permalink
      14. September 2014 00:24

      „Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn, dass unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedenken sei, ist eine geradezu empörende Barbarei des Abendlandes. Die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.“

      „Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.“

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  1. Was mir heute wichtig erscheint #369 - Welcome @ trueten.de

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