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Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

12. September 2014

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

Ein US-Fachjournalist nannte es einen “holy shit moment for global warming” – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. „Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten“, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Drei riesige Kontinentaleisschilde gibt es derzeit auf der Erde: den Grönländischen, den Westantarktischen und den Ostantarktischen Eisschild. Es handelt sich um mehrere tausend Meter dicke Landeismassen, die die Schneefälle von hunderttausenden Jahren enthalten und zusammen genug Wasser binden, um damit den Meeresspiegel weltweit um 65 Meter zu erhöhen.

In den 1970er Jahren wurde von Glaziologen wie Hans Weertman, Robert Thomas und Terry Hughes eine fundamentale Instabilität von Eisschilden erkannt, die „marine ice sheet instability“. Sie betrifft Eismassen, die auf Land unterhalb des Meeresspiegels liegen und ins Meer fließen und kalben. Eine solche Eismasse hat eine Aufsetzlinie, ab der sie nicht mehr am Boden aufliegt sondern schwimmt. Den auf dem Meerwasser schwimmenden Teil nennt man Eisschelf. Schrumpft die Eismasse im Zuge eines Klimawandels, zieht sich die Aufsetzlinie landwärts zurück. Der Knackpunkt: fällt der Boden unter der Aufsetzlinie landeinwärts ab, wird der Eisrückzug instabil. Nichts verhindert dann ein immer rascheres Abfließen des Eises ins Meer, denn je tiefer die Aufsetzlinie ist, desto weniger wird das Eis durch Reibung am Untergrund gebremst.

Hier geht es zum ganzen Beitrag auf Scilogs

4 Kommentare leave one →
  1. Genpflanzen/Roundup/Monsanto: Tödliche Gifte: Millionen Schmetterlinge verschwunden permalink
    12. September 2014 18:16

    Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,

    Millionen Monarchfalter fliegen jedes Jahr aus den USA nach Mexiko, um dort zu überwintern. Nun ist das Naturschauspiel bedroht. Schuld ist der massive Anbau von Biospritpflanzen und Tierfutter in den USA. Auf Monsantos Monokulturen mit Genmais und Gensoja finden die Schmetterlinge keine Nahrung. Die dort versprühten Herbizide (Roundup) vernichten die Seidenpflanzen, von denen sich die Schmetterlinge ernähren.

    Bitte fordern Sie den Schutz der Monarchfalter:

    https://www.regenwald.org/aktion/969/toedliche-gifte-millionen-schmetterlinge-verschwunden

    http://www.regenwald.org

  2. Schwip Schwap permalink
    16. September 2014 16:42

    Von wegen Wagenplatz – ph – jetzt ist Hausboot-shit angesagt!

  3. Machen wir Halt: 
Der Kampf unseres Lebens - von Naomi Klein permalink
    23. September 2014 12:00

    Diese Geschichte handelt von miserablem Timing. Eine der verstörendsten Auswirkungen, die der Klimawandel schon heute zeitigt, bezeichnen Ökologen als mismatch oder mistiming. Gemeint ist der Prozess, in dem Tierarten aufgrund der Erderwärmung den Anschluss an die Entwicklung lebenswichtiger Nahrungsquellen verlieren, und zwar insbesondere während der Brutperioden. In diesen kann es zu rapiden Populationsverlusten kommen, wenn die Tiere nicht genug Futter finden.

    Das Zugverhalten vieler Singvogelarten hat sich über Jahrtausende so entwickelt, dass die Jungtiere exakt dann schlüpfen, wenn Nahrungsquellen besonders üppig sprudeln und den Eltern genügend Futter – Raupen beispielsweise – für ihre hungrigen Jungen bieten. Doch weil der Frühling heute oft zeitiger einsetzt, schlüpfen auch die Schmetterlinge früher, weshalb Raupen in manchen Gegenden ausgerechnet dann weniger reichlich vorkommen, wenn die Vogelküken schlüpfen. Das aber bringt eine Reihe bedrohlicher Folgen für die Gesundheit und die Zahl der Nachkommen mit sich.

    Ähnlich ergeht es den Rentieren in Westgrönland. Wenn sie die Gebiete erreichen, in denen die weiblichen Tiere üblicherweise kalben, finden sie heute nicht mehr genügend jener Futterpflanzen, auf die sie sich seit Jahrtausenden verlassen. Denn diese wachsen und vergehen wegen der ansteigenden Temperaturen früher. …

    (…)

    Wir brauchen festen Boden unter den Füßen

    Den Klimawandel wirklich zur Kenntnis zu nehmen, fällt uns aber auch deshalb so schwer, weil wir in einer Zivilisation immerwährender Gegenwart leben, einer Kultur, die sich ganz bewusst von der Vergangenheit, die uns schuf, ablöst und ebenso von der Zukunft, die wir mit unserem Handeln vorprägen. Der Klimawandel handelt davon, wie das, was wir vor Generationen getan haben, unausweichlich nicht allein die Gegenwart, sondern auf Generationen hinaus auch die Zukunft beeinflusst. In solchen Zeiträumen zu denken, ist den meisten von uns fremd geworden.

    Es geht hier nicht um zeitbedingte Urteile Einzelner und ebenso wenig darum, uns unsere Oberflächlichkeit oder Wurzellosigkeit vorzuhalten. Worum es vielmehr in Wahrheit geht, ist die Erkenntnis, dass wir Produkte eines industriellen Projekts sind, und zwar eines solchen, das aufs Engste, ja historisch mit fossilen Brennstoffen verquickt ist.

    Doch genau wie wir uns früher verändert haben, können wir uns erneut ändern. Wendell Berry, den großartigen Farmer und Dichter, hörte ich einmal in einem Vortrag erklären, jeder von uns habe die Pflicht, sein „Zuhause“ mehr als jeden anderen Ort zu lieben. Danach fragte ich ihn, ob er denn für wurzellose Menschen wie mich und meine Freunde, die wir in unseren Computern hausen und uns immer wieder ins Shopping zu flüchten scheinen, auch einen Rat habe. „Macht irgendwo Halt“, antwortete er, „und steigt in den tausend Jahre dauernden Prozess ein, diesen Ort wirklich kennenzulernen.“

    Der Rat ist gut, in vielerlei Hinsicht. Denn damit wir diesen Kampf – den Kampf unseres Lebens – gewinnen können, brauchen wir alle erst einmal festen Boden unter den Füßen.

    Quelle: https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2014/juli/machen-wir-halt-%E2%80%A8der-kampf-unseres-lebens


    „This Changes Everything: Capitalism vs. the Climate“
    In This Changes Everything, her first new book in seven years, Naomi Klein, author of the global #1 bestsellers The Shock Doctrine and No Logo, tackles the most profound threat humanity has ever faced: the war our economic model is waging against life on earth. Climate change, Klein argues, is a civilizational wake-up call, a powerful message delivered in the language of fires, floods, storms, and droughts. Confronting it is no longer about changing the light bulbs. It’s about changing the…

    Quelle: The New School – http://new.livestream.com/TheNewSchool/This-Changes-Everything/statuses/61086359

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