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Dresden: Löbtauer Bürger_innen wehren sich gegen Kameraüberwachung

7. September 2014

kreatexDresden Löbtau Ecke Wernerstraße/ Columbusstraße. Hier hat die Kreatex Grundbesitzverwaltung seit dieser Woche Kameras auf die Straße gerichtet. Die Sanierung der Columbusstraße 9, dem ehemaligen Wohn- und Kulturprojekt Praxis, hatte schon voher den Unmut vieler Nachbar_innen auf sich gezogen. Nun wehren sie sich gegen die Überwachung.

Hinter den Erdgeschossfenstern der Columbusstraße 9 hängt eine Reihe schwarzer Kameras und filmen jeden der die Straße passiert, auf Gesichtshöhe. Viele Nachbar_innen sind aufgebracht. Zu ihnen gehört Johanna Karlstein (36). „Es ist unverschämt, dass ich 6-7 mal am Tag gefilmt werde, wenn ich hier an der Kreuzung vorbei muss. Ich habe mich bereits beschwert – keine Reaktion. Nun werde ich wohl Klage einreichen müssen!“, so die Anwohnerin.

Wie Johanna denken viele. Eine Reihe von Nachbar_innen hat sich deshalb zusammen gefunden und will gesammelt Klage einreichen sollte die Überwachung nicht eingestellt werden. Die Initiative folgt dabei gängigen Rechtseinschätzungen verschiedener Anwaltskanzleien.

Die Baustelle der Kreatex war bereits vorher bei den Anwohner_innen in Miskredit geraten. Im Sommer 2013 wurden zunächst mittels Bauarbeiten die angestammten Mieter_innen verdrängt, die sich die Wohnungen im Gebäude nach einer Sanierung nicht mehr hätten leisten konnten. Im November traf es schließlich auch den kulturellen und sozialen Anlaufpunkt Praxis (auch bekannt durch mehrere Neo-Nazi-Anschläge). Ein schwerer Schlag für die Nachbarschaft. Bei den anschließenden Sanierungsarbeiten mussten polnische Arbeitskräfte auch im Winter auf der Baustelle wohnen, ähnlich wie im aktuellen Fall auf der Oederaner Straße. Deutsche wie polnische Handwerker_innen klagten zu dem immer wieder darüber, sie würden nicht bezahlt werden und berichteten von unzureichenden Maßnahmen zur Trockenlegung des Gebäudes.

Mit den aktuellen Ereignissen hat sich die Firma aus Südlöbtau nun gänzlich bei Nachbar_innen, Handwerker_innen und Mieter_innen unbeliebt gemacht. Sie sind entschlossen, gemeinsam gegen Überwachung und Verdrängung von liebgewonnenen Nachbar_innen, aber auch Lohndumping und schlechte Sanierung vorzugehen.

Quelle: Presseerklärung

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