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Schwarz-Roter Ticker (178) [4 Meldungen]

25. August 2014

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SPD will ungebremsten Mietpreis für Neubauten

Berlin. Von der geplanten Mietpreisbremse werden Neubauten nach den Worten von SPD-Chef Sigmar Gabriel komplett ausgenommen. Bei einer Klausurtagung der SPD-Führung am Sonnabend in Berlin habe Bundesjustizminister Heiko Maas bekräftigt, daß es bei der Debatte über eine Deckelung des Mietpreisanstieges allein um den Wohnungsbestand gehe. Ursprünglich sollte für neugebaute Wohnungen nur bei der Erstvermietung die Preisregulierung nicht gelten. (Reuters/jW)

Revisionsprozeß zum Tode Oury Jallohs

Berlin. Ob der Bruder des verstorbenen Oury Jalloh als Vertreter der Nebenklage an der Revisionsverhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe teilnehmen kann, ist ungewiß. Die deutsche Botschaft in Guinea verweigerte ihm am Freitag ein Visum, obwohl der BGH sich ebenfalls eingeschaltet und dafür ausgesprochen hat. Das teilte die »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh« am Sonnabend mit. Oury Jalloh war 2005 an Händen und Füßen gefesselt im Dessauer Polizeigewahrsam ums Leben gekommen, als in seiner Zelle ein Feuer ausgebrochen war. In der Revisionsverhandlung ab kommenden Donnerstag prüfen die Richter die Verurteilung eines ehemaligen Dienstgruppenleiters der Polizei zu einer Geldstrafe von 10800 Euro wegen fahrlässiger Tötung. Seine Verteidiger wollen erreichen, daß das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom Dezember 2012 gekippt wird. Auch die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt. Sie will vom BGH geklärt wissen, ob die Ereignisse als Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu werten seien. Dies könnte dann in einem neuen Prozeß eine Haftstrafe, das Ausscheiden aus dem Dienst und das Erlöschen von Pensionsansprüchen bedeuten. Die Entscheidung des BGH könnte auch ein laufendes Ermittlungsverfahren zur Klärung der Todesursache beeinflussen. (dpa/jW)

Pilotengewerkschaft kündigt Streiks an

Berlin. Die Pilotengewerkschaft Cockpit will Passagieren der Lufthansa vor einem Streik warnen. »Wir werden die Arbeitskampfmaßnahmen mit ausreichendem Vorlauf ankündigen«, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg am Samstag. Am Freitag abend hatte die Gewerkschaft die Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert erklärt. Cockpit fordert für die 5400 Piloten mehr Geld und vor allem die Beibehaltung der betriebsinternen Frührente. (Reuters/jW)

Katalog des Instituts für Syndikalismusforschung online

katalog-titelDas Institut für Syndikalismusforschung hat einen Katalog seiner Publikationen online gestellt. Es schreibt dazu: „Um den Interessenten an unserer Arbeit eine Übersicht zu unseren Publikationen zu bieten, haben wir diese in einem Katalog mit dem Titel “Freies Forschen – Veröffentichungen aus dem Institut für Syndikalismusforschung” zusammengestellt. Dieser ist geordnet nach “Organisationen und Epochen”, “Biographien”, “Regionales” und stellt darüber hinaus die Broschürenreihe “Edition Syfo” und unser Jahrbuch “Syfo – Forschung & Bewegung” vor.“ Der Katalog kann hier als PDF heruntergeladen werden.

14 Kommentare leave one →
  1. 26. August 2014 08:31

    Hat dies auf diwini's blog rebloggt.

  2. Council on Foreign Relations sieht Hauptschuld an Ukraine-Krise beim Westen permalink
    27. August 2014 08:43

    Roman Baudzus 26.08.2014
    So unglaublich diese Überschrift auch klingen mag, sie ist doch wahr
    Als ich einen in der vergangenen Woche publizierten Bericht in Foreign Affairs, dem medialen Sprachrohr des Council on Foreign Relations (CFR) überflog, musste ich mir erst einmal kräftig die Augen reiben, um mir bewusst zu werden, ob ich auch wirklich richtig gelesen hatte. Der CFR ist einer der weltweit vier wichtigsten privaten Think Tanks und unter anderem eng mit Chatham House verwoben.
    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42618/1.html

  3. TV: Systematischer Irrsinn - Medienlügen permalink
    28. August 2014 10:39

  4. ARD-Magazin "Fakt": Armut in Deutschland nimmt zu ! (2011) // In Deutschland gibt es rund zwölf Millionen Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. permalink
    28. August 2014 10:49


    Das ARD-Politmagazin „Fakt“ berichtete [2011] über die mittlerweile alltägliche Armut in Deutschland. Betroffen von Hunger und Leben am Existenzminimum sind mittlerweile nicht nur Obdachlose. In weiten Teilen trifft es auch Alleinerziehende, Rentner und Witwer.

    Viele Bedürftige, die z. B. täglich in die Bahnhofsmission vom Berliner Bahnhof Zoo kommen, reihen sich in die immer länger werdende Schlange derjenigen ein, die um dem Hunger zu entgehen, eine Mahlzeit empfangen. Im vergangenen halben Jahr gab es einen Anstieg der Bedürftigen um 15 Prozent.
    —–
    http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/die-bevoelkerung-leidet-unter-einem-finanzkrieg-646813

    • Konsumentenverhalten permalink
      29. August 2014 10:39

      Konsumentenverhalten: Eine praxisorientierte Einführung
      Dorothea Schaffner/Bernhard Metzger/Stefan Michel
      ISBN 978-3-03909-122-5
      207 Seiten
      broschiert
      1. Auflage
      2011
      Fr. 34.90/Euro 29.90

      Blick ins Buch:
      INHALTSVERZEICHNIS

      Zum Buch

      Farben, Klänge, Düfte … Beim Betreten eines Ladens oder Einkaufszentrums werden alle Sinne angesprochen. Die Konsumentinnen und Konsumenten werden von Reizen regelrecht überflutet. Wie reagieren sie darauf? Wie wird das Konsumentenverhalten beeinflusst und warum ist es aus Sicht des Marketings von Bedeutung, dieses zu studieren?

      In diesem Buch wird anschaulich erklärt, wie Konsumentenverhalten und Kaufentscheidungen aus der komplexen Interaktion zwischen innerpsychischen Prozessen und Umwelteinflüssen resultieren. Zahlreiche praxisorientierte, aus dem Alltag gegriffene Beispiele veranschaulichen den heutigen Stand des Wissens über das Konsumentenverhalten und die Konsumentenpsychologie. Daraus lässt sich ableiten, welche ­Bedeutung das Konsumentenverhalten für die Entwicklung von Marketingstrategien und die Umsetzung von wirkungsvollen Marketingmaßnahmen hat.

      Urteil der Presse

      «Das Buch wird seinem Titel mehr als gerecht: Die Einführung in das Konsumentenverhalten beleuchtet das komplexe Thema praxisbezogen und aus vielerlei Perspektiven. Psychologische Grundlagen vermitteln die Autoren ebenso wie umfangreiches Marketingwissen.»
      getAbstract 2011

      Zielgruppe

      Studierende der Wirtschaftswissenschaften an Hochschulen und Fachhochschulen; Absolventen von Marketing-Ausbildungsgängen; Markt- und Konsumentenforscher, Sozialwissenschafter

      Die Autoren

      Dorothea Schaffner ist Dozentin und Projektleiterin am Institut für Kommunikation und Marketing an der Hochschule Luzern – Wirtschaft. In ihren Forschungsprojekten befasst sie sich mit unterschiedlichen Facetten des Konsumentenverhaltens. Daneben unterrichtet sie im Bereich des Konsumentenverhaltens und der Forschungsmethodik. Zudem ist sie Lehrbeauftragte für Sozialpsychologie an der Universität Zürich sowie an verschiedenen anderen Hochschulen.

      Bernhard Metzger ist studierter Sozialpsychologe und Leiter der Marktforschung der Zürcher Kantonalbank. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Marktforschungsleiter begleitet er täglich strategische und operative Fragestellungen rund um das Thema Konsumentenverhalten vom Studiendesign bis hin zur Überführung der gewonnenen Erkenntnisse in Marketingstrategien. Neben aktuellen Fragen aus dem Tagesgeschäft stehen dabei insbesondere die Themen Kundenbindung und Service-Qualität, Produkt- und Preiswahrnehmung, Imagemessung sowie Werbewirkung im Zentrum seines Interesses.

      Stefan Michel ist Professor für Marketing am IMD International in Lausanne. Er publizierte mehrere Bücher und über 40 Artikel über Marketing, Service-Strategien, Kundenorientierung und Pricing, wofür er mit seinen Koautoren mehrere internationale Auszeichnungen erhielt. Fünf Jahre lang war er Professor an der Thunderbird School of Global Business in Phoenix, Arizona, und heute ist er Global Faculty Fellow am Center for Service Leadership an der Arizona State University in Tempe.

      http://www.versus.ch/shop/d/scripts/detail.cfm?art_nr=261

  5. (TV, Engl.) "ECONOMIA COLLECTIVA, L'ÚLTIMA REVOLUCIÓ D'EUROPA" permalink
    28. August 2014 11:33

    Documentary that takes an in depth look into a little-known. recent historical event: the seizure and collective management of 80% of industry and services in Catalunya between 1936 and 39. It is one of the most radical grass roots socio-economic transformations of the 20th Century. It’s Europe’s last revolution.

    SYNOPSIS Catalunya, July 1936. General Francico Franco’s rising fails. The revolution, the hope of the dispossessed, explodes. The workers, mainly anarcho-syndicalists, take over the running and management of between 70 and 80% of the industries and services in the country. They organize horizontally and create a social welfare system, making possible one of the most radical grass roots socio-economic transformations of the 20th Century. It’s Europe’s last revolution.

    WHY ARE WE INTERESTED IN THIS HISTORY?
    -Because it tells the story of a unique event in the world that has been hidden by power.
    -Because some of its protagonists are still alive.
    -Because it should be a point of reference for anyone committed to social change.
    -Because without an awareness of these events it is impossible to understand the last 75 years of our history.

    https://www.youtube.com/user/economiacollectiva

    https://www.facebook.com/EconomiaCollectiva

    https://www.diagonalperiodico.net/panorama/23621-trabajo-sin-patron-europa.html

    http://economiacollectiva.com/english/

    • 29. August 2014 13:12

      Dieser Film erscheint ab dem 19. Juli 2015 auch mit deutschen (und ggf. auch rumänischen) Untertiteln, bis dahin gilt eine Sperrfrist für öffentliche Aufführungen.

      Leider erzählt der Film zu wenig vom Leben und Arbeiten IN der Fabrik. Die Umstände
      des Scheiterns der Spanischen libertären Revolution 1936-39 wird allerdings sehr
      deutlich durch Historiker und Aktivisten der damiligen Zeit in Interviews – unterlegt
      mit Filmmaterial der Zeit: es war die Zerschlagung der Kollektivwirtschaft und das
      Versagen der CNT-Führung in den Mai-Tagen 1937 in Barcelona.

      Ein sehr lohnenswerter Film. Wir arbeiten an der deutschen Untertitelung.

      verlag | barrikade

  6. Arbeitslosengeld II im Alter von 50 Jahren und älter und Grundsicherung im Alter permalink
    29. August 2014 08:47

    Im Dezember 2012 war in der Bundesrepublik Deutschland 7,1 Prozent (1,213 Millionen) der Bevölkerung im Alter von 50 bis unter 65 Jahren (insgesamt 17,047 Millionen) auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angewiesen (erwerbsfähige Leistungsberechtigte) – 7,5 Prozent der Männer in dieser Altersgruppe und 6,8 Prozent der Frauen.
    Grundsicherung im Alter erhielt 2,8 Prozent (465.000 Leistungsempfänger/innen) der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter (insgesamt 16,91 Millionen) – 2,4 Prozent der Männer und 3,1 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe.
    In Westdeutschland waren 5,8 Prozent (Männer: 6,1 Prozent, Frauen: 5,6 Prozent), in Ostdeutschland 11,9 Prozent (Männer: 12,7 Prozent, Frauen:
    11,1 Prozent) der Bevölkerung im Alter von 50 bis unter 65 Jahren auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angewiesen.
    Grundsicherung im Alter erhielt in Westdeutschland 3,0 Prozent (Männer: 2,5 Prozent, Frauen: 3,4 Prozent) der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren und älter, in Ostdeutschland 2,0 Prozent (Männer: 1,8 Prozent, Frauen: 2,1 Prozent).
    In den Ländern war 15,8 Prozent (Berlin) bis 3,5 Prozent (Bayern) der Bevölkerung im Alter von 50 bis unter 65 Jahren auf Arbeitslosengeld II angewiesen.
    Auf Kreisebene reicht diese Hilfequote von16,8 Prozent im Landkreis Uckermark bis 0,9 Prozent im Landkreis Eichstätt.
    Die Hilfequote in der Grundsicherung im Alter reicht in den Ländern von 6,4 Prozent (Hamburg) bis 1,0 Prozent (Thüringen). Auf Kreisebene reicht diese Hilfequote von 7,8 Prozent in Frankfurt am Main bis 0,5 Prozent im Saale-Holzland-Kreis, im Landkreis Schmalkalden-Meiningen, im Erzgebirgskreis und im Landkreis Greiz…
    Anmerkung: Die (noch) relativ niedrige Hilfequote in derGrundsicherung im Alter (durchschnittlich 2,8 Prozent nach den Neuberechnung) wird nicht selten zum Anlass genommen, die offensichtlich steigende Altersarmut klein zu reden.
    Dazu geben diese Quoten aber keinen Anlass. Siehe „Paritätischer warnt vor „Lawine der Altersarmut“ und fordert eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung“.http://www.der-paritaetische.de/startseite/artikel/news/paritaetischer-warnt-vor-lawine-der-altersarmut-und-fordert-eine-durchgreifende-reform-der-alt/

    Quelle: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF – 323 KB] http://biaj.de/images/stories/2014-08-26_stat-mat-elb50plus-grusi-alter-122012.pdf

  7. Das Auge des Arbeiters ißt mit permalink
    29. August 2014 09:23

    Käthe-Kollwitz Museum Köln : Das Auge des Arbeiters

    Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Erfindung der Fotografie wird diese für die Angehörigen ärmerer Schichten erschwinglich. So beginnt in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ein Boom des privaten Fotografierens.

    http://www.wdr3.de/kunst/arbeiterfotografie100.html

  8. DEMOKRATUR - Sklavereiabkommen permalink
    29. August 2014 11:46

    CETA: Eine Investoren-Waffe gegen die Demokratie

    Am 13. August leakte die Tagesschau den kompletten Text des EU-Kanada-Abkommens CETA. Seither können die ungeliebten Zaungäste der Handelspolitik – die Bürgerinnen und Bürger – endlich lesen, was die Verhandler hinter verschlossenen Türen ausbaldowert haben. Auch NGOs, Gewerkschaften, Parlamente, Medien und Wissenschaft können nun tun, was sie offiziell immer noch nicht dürfen: an die mühsame Lese- und Analysearbeit gehen.
    1.521 Seiten umfasst der Vertrag. Laut Süddeutscher Zeitung hat die Bundesregierung ihn letzte Woche den Regierungen der Bundesländer geschickt – mit einer Rückmeldefrist bis Ende August. Die, die der Vertrag betrifft, sollten ihn also nicht genau und kritisch lesen – und erst recht nicht auf den Gedanken kommen, noch „umfassende Änderungsanträge“ zu formulieren, da diese „nicht mehr zielführend“ seien. Demokratische Mitbestimmung von unten nach oben ist offensichtlich nicht gefragt.
    Quelle: campact.de – http://blog.campact.de/2014/08/ceta-eine-investoren-waffe-gegen-die-demokratie/
    ————————-
    Freihandelsabkommen TTIP: Mehr Wachstum bedeutet nicht immer mehr Wohlstand

    Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. In den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP wird dieser Grundsatz missachtet. Viele Bundesbürger befürchten, dass die sozialen Errungenschaften in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum auf der Strecke bleiben, dass nationale Gesetze ausgehöhlt werden, wenn Konzerne Sonderrechte bekommen und vor privaten Schiedsgerichten auf Schadensersatz klagen dürfen. Ganz egal, ob diese Ängste nun völlig übertrieben sein mögen oder nicht – fahrlässig wäre es, sie nicht ernst zu nehmen. Die Protestwelle macht deutlich, dass Verträge dieser Art künftig nicht mehr auf diese Weise verhandelt werden können: unter Ausschluss der Öffentlichkeit, geprägt von mächtigen Lobbygruppen. Dafür sind sie zu wichtig, zu tief greifend. Aufgabe des Staates ist es ja nicht nur, die Wirtschaft zu fördern, sondern die Bürger auch vor zu großer Wirtschaftsmacht zu schützen. Hier bedarf es einer starken demokratischen Kontrolle durch Parlamente und die Zivilgesellschaft, und zwar von Anfang an.
    Quelle: Süddeutsche Zeitung – http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ttip-mehr-wachstum-bedeutet-nicht-zwangslaeufig-mehr-wohlstand-1.2090560

    Anmerkung Orlando Pascheit/NDS- http://www.nachdenkseiten.de/?p=22991#h05 : Ein wenig muss ich bei der SZ Abbitte leisten. Bestand zuletzt noch die Notwendigkeit, die gänzlich einseitige, kritiklose Propagierung eines privaten Schiedsgerichts im transatlantischen Handelsabkommen des Ressortleiters Wirtschaft zu kritisieren, so muss man jetzt der Redaktion zugutehalten, dass sie mit Silvia Liebrich auch einer kritischen Haltung Raum gibt. Zwar schreibt sie zu den Reaktionen auf die Schiedsgerichte “Ganz egal, ob diese Ängste nun völlig übertrieben sein mögen oder nicht”, in einem früheren Beitrag, der auf ihrem Blog “Sofies verkehrte Welt” einzusehen ist, schreibt sie ganz eindeutig: ” Die Kritik ist berechtigt. Zu viele Konzerne missbrauchen diese Schlichtverfahren – und das geht zulasten von Regierungen und Bürgern.”
    Zurecht weist sie auf die mickrigen Zuwachsraten des Wirtschaftswachstums in den Rechenmodellen hin und: “Weniger bekannt ist dagegen, dass die bescheidenen Effekte frühestens nach zehn Jahren voll zum Tragen kommen sollen. Negative Effekte können sogar zunächst überwiegen …”
    ———

    Ceta bestätigt Kritiker

    Mehr Wachstum, hunderttausende neue Arbeitsplätze, höhere Investitionen zum Wohle der Menschen. Das versprechen die einen. Die anderen warnen vor Chlorhühnchen auf deutschen Tellern, vor einer Aushebelung von Umwelt- und Sozialstandards und einer Einschränkung der Demokratie. Viel ist über die Verhandlungen zwischen Europäischer Union und den USA über das Freihandelsabkommen TTIP geredet worden. Nun liegt das europäisch-kanadische Abkommen Ceta vor, das als Blaupause gilt. Die 1500 Seiten Vertragstext liefern die ersten handfesten Erkenntnisse, wohin die transatlantische Liberalisierungsoffensive tatsächlich führen könnte.
    Und die TTIP-Kritiker sehen ihre Bedenken nicht ausgeräumt, im Gegenteil. „Keine Entwarnung“ könne er nach der ersten Lektüre des Textes geben, sagt Thomas Fritz von der Nichtregierungsorganisation PowerShift. „Nach unserer ersten Auswertung sehen wir uns durch den Vertrag mit Kanada in unseren Bedenken gegen TTIP bestärkt“, meint auch Martin Beckmann von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Problematisch sei besonders der weitreichende Investorenschutz im Abkommen mit Kanada, sagte Beckmann der Frankfurter Rundschau. „Der Vertragstext enthält viele offene Formulierungen, die Unternehmen ausnutzen könnten, um gegen Staaten zu klagen.“ Ähnlich sieht es Sven Giegold, Europaabgeordneter der Grünen. Seine Partei sei nicht grundsätzlich gegen Freihandelsabkommen. „Wenn aber Unternehmen, deren Profite unter Regulierung leiden, Staaten auf Schadenersatz verklagen dürfen, können wir dem nicht zustimmen.“
    Quelle: Frankfurter Rundschau – http://www.fr-online.de/wirtschaft/ceta-und-ttip-freihandelsabkommen-ceta-bestaetigt-kritiker,1472780,28207512.html

    Anmerkung JK/NDS: Man kann es nicht oft genug betonen. Die USA, Kanada und alle Länder der EU sind demokratische Rechtstaaten. Wo ist hier die Notwendigkeit gegeben eine geheime Sondergerichtsbarkeit einzurichten? Dies kann nur mit ja beantworten, wer, wie viele Neoliberale der Ansicht ist, dass zu viel Demokratie die Marktfreiheit einschränkt.
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    Dazu passt: Biblis: RWE reicht Klage ein

    Drei Jahre nach der Atomwende geht der Streit zwischen dem Energiekonzern RWE und der Politik in eine neue Runde. Der Versorger reichte am Montag beim Landgericht Essen Schadenersatzklage gegen den Bund und das Land Hessen wegen der dreimonatigen Stilllegung des Atomkraftwerks Biblis im Jahr 2011 ein. “Mit der Klage wahrt RWE Power die Vermögensinteressen des Unternehmens und seiner Aktionäre”, erklärte der Konzern. Die Schadenersatzhöhe bezifferte er nicht. Schätzungen gehen von mehr als 200 Millionen Euro aus. RWE hatte die Klage Anfang des Jahres angekündigt, nachdem Gerichte die dreimonatige Stilllegung der Biblis-Blöcke A und B für rechtswidrig erklärt hatten.
    Quelle: FR – http://www.fr-online.de/wirtschaft/biblis-biblis–rwe-reicht-klage–ein,1472780,28218120.html

  9. Arbeitsmarkt im August 2014 permalink
    29. August 2014 11:49

    5,166 Millionen “Arbeitslosengeld-Empfänger/innen” (SGB III und SGB II)
    4,386 Millionen Arbeitslosengeld II-Empfänger/innen – 40.000 (0,9%) weniger als im August 2013

    2,902 Millionen registrierte Arbeitslose – 44.000 (1,5%) weniger als im August 2013
    Veränderungsraten (registrierte Arbeitslose) in den Ländern (August 2013 – August 2014): Männer und Frauen: –6,6% in Sachsen bis +3,5% in Hamburg
    Frauen –6,9% in Sachsen bis +4,8% in Hamburg (Bund: -1,4%)
    Männer: -6,4% in Sachsen bis +2,4% in Hamburg (Bund: -1,5%)
    unter 25 Jahre: -16,8% in Sachsen bis +8,6% in Niedersachsen (Bund: -4,9%)
    67,8% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert (August 2013: 67,5%)
    Von den 2,902 Millionen Arbeitslosen waren 934.000 (32,2%) im Rechtskreis SGB III (bei den 156 Arbeitsagenturen!) und 1,968 Millionen (67,8%) im Rechtskreis SGB II (bei den 408 Jobcentern!) registriert.
    Als Arbeitsuchende waren im August 2014 insgesamt 4,962 Millionen Frauen und Männer registriert, 61.000 (1,2%) weniger als im August 2013.
    Die von der Statistik der BA ermittelte „Unterbeschäftigung ohne Kurzarbeit“ betrug im August 2014 3,761 Millionen, 103.000 (2,7%) weniger als im August 2013.
    Nach vorläufigen, hochgerechneten Daten hatten im August 2014 876.000 (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und Männer Anspruch auf das
    beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,386 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 96.000 sog. Aufstocker/ Parallelbezieher (Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im August 2014 etwa 5,166 Millionen erwerbsfähige Frauen und Männer Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) und/oder Arbeitslosengeld II, „46.000 Menschen weniger“
    als ein Jahr zuvor. (vgl. BA- Monatsbericht, S. 23 und ANBA 01/2014; A ugust 2013: 5,212 Millionen; eigene Berechnungen)

    Quelle 1: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) [PDF] –
    http://biaj.de/images/stories/2014-08-28_alo0814t.pdf

    Quelle 2: Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit [PDF]
    http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201408.pdf

    ——
    passend dazu: Geschönte Beschäftigtenzahlen

    Mit 2,902 Millionen lag die Zahl der im August Erwerbslosen so tief wie zuletzt im Jahr 1991, jubelte die Bundesagentur für Arbeit (BA) angesichts der am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Arbeitslosenzahlen. Die Zahl der Jobsuchenden stieg allerdings um 30000 an. Die Arbeitslosenquote legte im August gegenüber Juli um 0,1 Punkte auf 6,7 Prozent zu. Bundesagenturchef Frank-Jürgen Weise kommentierte die aktuelle Lage mit den Worten: »Die Wirtschaft entwickelt sich zur Zeit etwas schwächer, die Erwartungsindikatoren sind eher verhalten.«
    Für Irritationen sorgte die Behörde mit einer Revision ihrer Beschäftigtenstatistik, die sie unter anderem mit dem Bemühen um mehr Transparenz begründete. Die neu gefasste Statistik, mit der die Zahl der Beschäftigten um 350000 höher ausfällt als bisher, beseitige »Widersprüche in der bisherigen Abgrenzung«. Anders als bislang werden künftig auch Menschen in Behindertenwerkstätten, Teilnehmer im Rahmen des sogenannten freiwilligen sozialen Jahrs, Bundesfreiwillige (Bufdis) und Nebenerwerbslandwirte erfasst.
    Quelle: junge Welt – http://www.jungewelt.de/2014/08-29/011.php

  10. Doku: The Islamic State // Deutsche Waffen und das friedliche Zusammenleben der Völker permalink
    29. August 2014 23:13

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    Vor dem Liefern das Gehirn einschalten
    Deutsche Waffen und das friedliche Zusammenleben der Völker

    Autor: U. Gellermann
    Datum: 28. August 2014

    Erst liefern, danach darüber reden: Ein interessanter Grundsatz, der schon im normalen Versandhandel zu schweren Irritationen führen könnte. Noch absurder ist er in der Politik. Sagen wir, die Bundesregierung wäre der Handelsvertreter, der Bundestag wiederum sei der Volksvertreter und dem Volk gehöre der ganze Betrieb. Dann wäre die Reihenfolge bei Lieferungen etwa so: Ein Kunde – in unserem Fall kurdische Milizen – bestellt Waffen. Den Wunsch schreibt die Regierung säuberlich auf. Mit dem Zettel – 300 Milan Panzerabwehr-Raketen, 4.000 Sturmgewehre, 100 Ausbilder, als Berater getarnt, und jede Menge Munition – sollte der Regierungsvertreter eigentlich jetzt zum Parlament gehen, dem Eigentümer-Vertreter der international bekannten und beliebten Bundesrepublik-Waffen-AG. Das macht die Regierung aber nicht.

    Schon am Sonntag, sagt die oberste Handelsvertreterin Angela Merkel, wird das Kabinett „eine abschließende Entscheidung fällen“, also die Auslieferung in Bewegung setzten. Und außerdem, so die Kanzlerin: „Die Entscheidung über http://www.rationalgalerie.de/home/vor-dem-liefern-das-gehirn-einschalten.html

  11. Hexenverfolgung und Naturreligion permalink
    29. August 2014 23:57

    Papua-Neuguinea: Hexenverfolgung

    Weltspiegel

    Dini Koral, sie wurde Opfer der Hexenverfolgung – und hat überlebt.

    Dini Koral hat überlebt. Die Erinnerungen an diesen einen Tag – sie haben sich eingebrannt in ihr Gedächtnis. Es ist der Tag, an dem ihr Sohn im Krankenhaus stirbt. Er war HIV positiv. Dini Koral ist allein zu Hause, als plötzlich fünf junge Männer ihre Hütte betreten. Alle bewaffnet mit Macheten. Sie nennen sie eine Hexe, die den eigenen Sohn mit schwarzer Magie getötet habe. Dini Koral erzählt: „Sie haben mir die Kleider weggerissen. Ich war nackt. Dann haben sie die Messer über dem Feuer erhitzt und in meine Haut gebrannt. Sie haben mich eine Lügnerin genannt und immer wieder zugestochen, bis ich das Bewusstsein verloren habe.“

    Dini Koral möchte, dass wir die Narben sehen. Sehen, was die Männer ihr angetan haben. Sie haben überall zugestochen, erzählt sie, unter den Armen, in ihren Magen und in die Nieren. Sie musste ein Jahr lang im Krankenhaus behandelt werden.

    Danach ist in ihr Dorf zurückgekehrt. Sie wusste nicht, wohin sonst. Ihr zweiter Sohn versucht nun sie zu beschützten. Denn die Täter leben ein paar Türen weiter. Unbehelligt. Und das Dorf schweigt. Dini Koral, sagt: „Jedes Mal, wenn jemand im Dorf stirbt habe ich Todesangst. Ich schlafe nicht und denke, dass sie jeden Augenblick wieder kommen könnten, um mich zu töten. Ich weiß, ich werde nie wieder sicher sein!“

    Das Hochland von Papua Neuguinea. Der Glaube an schwarze Magie – hier ist er allgegenwärtig. Ein plötzlicher Tod, eine unerklärliche Erkrankung. Manchmal reicht das schon, um die Jagd auf eine angebliche Hexe zu eröffnen. Eine Frau will das nicht länger hinnehmen. Monica Paulus hat selbst erlebt, was es bedeutet, als Hexe abgestempelt zu werden. Jetzt reist sie durch die Provinz und versucht den Überlebenden zu helfen.
    Monica Paulus kämpft gegen die Hexenverfolgung in ihrem Land.

    Monica Paulus kämpft gegen die Hexenverfolgung in ihrem Land.

    Monica Paulus, Menschenrechtsaktivistin erklärt: „Wenn wir uns die Fälle anschauen, die Opfer sind meistens Frauen. Und oft die, die es eh schon schwer haben, Witwen, alleinstehende Frauen, oder die, die sich von ihrem Mann getrennt haben und in ihr altes Dorf zurückkehren.“

    Fast jedes Dorf im Hochland ist der Tatort einer Hexenverfolgung. Auch diese Männer haben Blut an ihren Händen. Stundenlang haben sie eine Frau gefoltert. Sie beschimpft, einen Jungen im Dorf mit Süßkartoffeln vergiftet zu haben. Der Junge ist längst wieder gesund. Die Frau ist tot. Zwei Jahre ist das nun her, doch die Männer zeigen keinerlei Reue. Die Männer berichten: „Um sie zum Reden zu bringen, müssen wir doch was tun. Wir fesseln sie an einen Baum und zwingen sie dazu, ein Geständnis abzulegen. Wenn wir wissen, dass sie eine Hexe ist, müssen wir sie loswerden. Wir vertreiben sie oder töten sie.“

    Eine Autostunde entfernt liegt Kundiawa, die Provinzhauptstadt. Hexerei – auch hier ein Tabuthema. Wer nur darüber spricht, macht sich bereits verdächtigt. Jedes Jahr tötet der Aberglauben Hunderte Frauen. Die meisten Überlebenden haben Angst, die Fälle anzuzeigen. Und die Behörden ermittelt nur zögerlich. Wir treffen den Polizeichef der Provinz Simbu. Er erklärt uns, dass die Hexenjagd nicht das Problem sei. Im Gegenteil. Die verfolgten Frauen hätten doch selbst schuld. Michael Welch, Commander, Kundiawa Police Station, sagt: „Ich bin davon überzeugt, dass es Hexerei gibt. Aber vor Gericht können wir die Hexen nicht bringen. Wenn jemand verdächtigt wird, dann ist die Polizei machtlos. Uns fehlen einfach die Beweise. Das muss dann die Dorfgemeinschaft selbst regeln.“

    Es wäre einfach, die Hexenjagd als brutales Ritual zu verurteilen, dass sich in die Gegenwart gerettet hat. Doch Monika Paulus sagt, es stecke noch mehr dahinter. Papua Neuguinea wurde wie kaum ein anderes Entwicklungsland in die Neuzeit geschleudert. Ein Wandel auf der Überholspur. Das Land ist reich an Rohstoffen, doch bei der Bevölkerung kommt vom Boom kaum etwas an. Und gerade junge Männer betäuben ihr Ohnmachtsgefühl mit Alkohol, Drogen und mit Gewalt gegen Frauen.

    Monica Paulus meint: „Es wird schlimmer. Die Männer begegnen den Frauen nicht mehr Respekt. Sie sehen sie nur noch als Objekt. Und schrecken deshalb nicht davor zurück, sie stundenlang zu misshandeln!” Monika Paulus will die Täter zur Rede stellen und das sinnlose Morden beenden.

    Es ist eine Reise in die Vergangenheit. In das Dorf, in dem ihre Schwester Clara vor 2 Jahren misshandelt und beinahe getötet wurde. Clara konnte in die Stadt flüchten. Nur gemeinsam mit ihrer Schwester traut sie sich zurück an den Ort des Geschehens. Clara Kapia berichtet: „Die Dorfältesten standen etwas weiter weg. Aber sie wussten genau was passiert. Sie gaben Anweisungen an die jüngeren Männer. Und alle haben zugeschaut. Keiner war da, um mir zu helfen!”

    Die an Hexenverfolgungen beteiligten Männer zeigen oft keine Reue.

    Die Männer begrüßen die beiden Frauen lautstark, kriegerisch. Und doch mit Respekt.Trotzdem ist die Anspannung ist deutlich zu spüren – auf beiden Seiten. Denn die Peiniger von damals waren keine Fremden. Es waren Brüder, Cousins und Nachbarn. Monica Paulus erzählt: „Das sind die Menschen, denen wir vertrauen, die wir um Hilfe bitten, wenn wir sie brauchen. Doch wenn diese Männer meine Schwester angreifen, dann bin auch ich nicht sicher. Eigentlich will ich hier nicht sein, aber wenn ich nicht mit ihnen rede, werden sie dasselbe mit anderen Frauen im Dorf machen.”

    Monika stellt sich den Männern entgegen. Ihre Botschaft ist unmissverständlich: Das Morden in den eigenen Reihen muss endlich aufhören. Man spürt, wie viel Mut es erfordert, die Traditionen in Frage zu stellen. Der Kampf der Monika Paulus hat gerade erst begonnen.

    Autor: Norbert Lübbers, ARD-Studio Singapur.

    VIDEO
    http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/swr/2014/papua-neuginea-hexenverfolgung-100.html

  12. Das große Dude Karl - Interview 2014 permalink
    31. August 2014 10:03

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