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Pinksterlanddagen 2014

7. Juli 2014
trinkende arbeiter

Ein Bild im Haupt­haus des Camps: „Trin­ken­de Ar­bei­ter den­ken nicht. Den­ken­de Ar­bei­ter trin­ken nicht.“

Vom 06.-09. Juni fand bei Ap­pel­scha in den Nie­der­lan­den das all­jähr­li­che an­ar­chis­ti­sche Pinks­ter­land­da­gen Camp statt. Das Camp hat eine lange Tra­di­ti­on und wurde 2014 schon zum 80. Mal or­ga­ni­siert. Unter dem Motto „Do it yours­elf. No free­dom wi­thout re­s­pon­si­bi­li­ty.“ (Mach es selbst. Keine Frei­heit ohne Ver­ant­wor­tung.) ver­sam­mel­ten sich hun­der­te An­ar­chis­ten auf dem seit Mitte der 1930er Jahre von Ge­nos­sen ver­wal­te­ten Ge­län­de „Ter Vri­jheids­be­zin­ning“ (Zur Frei­heits­be­sin­nung).

Es gab ein brei­tes in­halt­li­ches Pro­gramm mit Vor­trä­gen zu an­ar­chis­ti­schem Wi­der­stand in den Nie­der­lan­den im 1.​Weltkrieg, dem Kampf der Flücht­lin­ge im fran­zö­si­schen Ca­lais, der in den Nie­der­lan­den be­kann­ten ras­sis­ti­schen Figur „Zwar­te Piet“ (Schwar­zer Peter) und auch eine Ein­füh­rung in den An­ar­chis­mus. Als nicht nie­der­län­disch spre­chen­der Mensch war es kein Pro­blem an die­sen Vor­trä­gen und Dis­kus­sio­nen teil­zu­neh­men, da sie auf An­fra­ge meist auch kom­plett in Eng­lisch statt­fin­den konn­ten oder man bekam eine Li­ve-​Über­set­zung. Zwar konn­ten ei­ni­ge der Ge­nos­sen aus den Nie­der­lan­den auch recht viel deutsch, doch wir emp­feh­len vor einer Teil­nah­me an den Pinks­ter­land­da­gen etwas Eng­lisch zu üben. Neben den Vor­trä­gen, Dis­kus­sio­nen und Work­shops gab es auch ei­ni­ge Filme, wel­che in der klei­nen Turn­hal­le ge­zeigt wur­den.

Das Pro­gramm fand et­we­der im „Grote Zaal“ oder in einem halb­of­fe­nen gro­ßen Zelt statt. Der „Grote Zaal“ war ein Teil des Hau­ses am Ein­gang des Camps, wo es je­der­zeit klei­ne Sacks, Früh­stücks­be­darf und etwas zu Trin­ken zu kau­fen gab. Hier spiel­ten auch die ver­schie­de­nen Künst­ler am Abend. Neben dem Ge­bäu­de gab es viele Info- und Bü­cher­stän­de (auch eng­lisch­spra­chi­ge Bü­cher) und die Koch­grup­pe Ram­pen­plan (auf deutsch so­viel wie Ka­ta­stro­phen­plan) ver­sorg­te die Leute mit le­cke­rem vega­nem Essen. Um­sonst war das alles al­ler­dings nicht. Der Ein­tritt zum Camp kos­te­te für das ganze Wo­chen­en­de 12,50€ und das Abend­es­sen je­weils 4,50€. Bei dem enor­men Or­ga­ni­sa­ti­ons­auf­wand eines Camps für circa 500 Men­schen aber völ­lig okay.

Schön war, dass auf dem Ge­län­de tra­di­tio­nell keine Dro­gen kon­su­miert wer­den soll­ten. Daran wurde sich auch wei­tes­ge­hend ge­hal­ten wobei es jeden Abend ab circa 22Uhr ein La­ger­feu­er im Wald etwas au­ßer­halb des Camps gab wo dann doch ei­ni­ge Men­schen Dro­gen kon­su­mier­ten, wobei sich der Kon­sum nach un­se­rem Emp­fin­den in Gren­zen hielt. Das rie­si­ge Kin­der­pro­gramm war auch sehr po­si­tiv. Den gan­zen Tag über gab es viele Ver­an­stal­tun­gen für die Klei­nen wie zum Bei­spiel ein Pup­pen­thea­ter oder einen Tier­amu­lett-​Work­shop. Es ist kein Wun­der, dass die Pinks­ter­land­da­ge schon seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten statt­fin­den und jedes Jahr hun­der­te Men­schen ins klei­ne Ap­pel­scha an­rei­sen. Be­reits bei der An­kunft über den mit schwarz­ro­ten und schwarz­wei­ßen Fah­nen ge­schmück­ten Weg wuss­ten wir das uns etwas Be­son­de­res er­war­ten würde.

an­ar­chis­ti­scher Funke

Quelle: Blog des anarchistischen Funken

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