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Schwarz-Roter Ticker (171) [5 Meldungen]

16. Juni 2014

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Krise (also Kapitalismus) hat 10.000 Selbsttötungen verursacht

Britische Forscher haben die verheerenden Folgen der Wirtschaftskrise auf eine erschreckende Zahl gebracht: Die Krise in Europa und Nordamerika hat zu mehr als 10.000 zusätzlichen Selbstmorden geführt. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford und der London School of Hygiene & Tropical Medicine, die im „British Journal of Psychiatry“ erschienen ist. Die Forscher schreiben, dass die Zahl der Selbstmorde „deutlich angestiegen“ sei – und dass dies zumindest teilweise vermeidbar gewesen wäre. Wie die BBC auf ihrer Internetseite berichtet, werteten die Forscher Daten aus 24 EU-Ländern sowie aus den Vereinigten Staaten und Kanada aus. Demnach ging die Zahl der Selbstmorde etwa in Europa bis zum Jahr 2007 zunächst zurück. Im Jahr 2009 gab es dann einen Anstieg um 6,5 Prozent, der in dieser Deutlichkeit bis 2011 anhielt. In den Vereinigten Staaten waren die Zahlen schon früher gestiegen, die Entwicklung beschleunigte sich aber mit Ausbruch der Wirtschaftskrise. Als die größten Risikofaktoren machte die Untersuchung dementsprechend Arbeitslosigkeit, Verschuldung und den Verlust des Eigenheims aus. (FAZ)

ibrahim15 Jähriger bei Protesten von der Polizei ermordet

Bei Protesten gegen das Massaker in Lice, ermordete die Polizei erneut einen Demonstranten. Diesmal fiel der 15 jährige Ibrahim Aras dem Polizeiterror zum Opfer.Bei Protesten gegen das Massaker in Lice, bei dem vergangene Woche insgesamt drei Jugendliche von der Polizei ermordet wurden, kam es am Sonntag erneut zu schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und Demonstranten, als die Polizei brutal gegen die Menschenmenge vorging.Mit Wasserwerfern, Plastsickgeschossen, Blend-und Tränengasgranaten, versuchte die türkische Polizei die Menschenmengen auseinander zu treiben. Dabei wurde der 15 jährige Ibrahim Aras zu Zielscheibe der Polizei.Durch eine aus kurzer Distanz abgefeuerten Blendgranate, wurde der 15 jährige am Kopf schwer verletzt und verstarb direkt darauf. (ATIK)

USA morden von der BRD aus

Die USA haben offenbar Daten, die von der Europazentrale ihres Geheimdiensts NSA in Deutschland abgefangen wurden, für die Tötung von Terrorverdächtigen genutzt. Die von Deutschland aus erlangten Erkenntnisse seien »für die Festnahme oder Tötung von mehr als 40 Terroristen verantwortlich«, zitierte der Spiegel am Wochenende aus einem im Jahr 2005 erstellten NSA-Bericht, der aus dem Bestand des Informanten Edward Snowden stammt. In dem Papier berichtet der Geheimdienst, daß die NSA-Führung 2003 beschlossen habe, das Personal in Deutschland zu verstärken. Mittlerweile sei in Griesheim bei Darmstadt die größte europäische Zweigstelle der NSA entstanden. Zu den überwachten Daten zählten europäische Kommunikation sowie »Ziele in Europa«. (AFP/jW)

Greenpeace verzockte Millionen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat durch Fehler bei Währungsgeschäften 3,8 Millionen Euro Verlust gemacht. Greenpeace Deutschland bestätigte einen entsprechenden Spiegel-Bericht. Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung von Greenpeace International habe in Amsterdam bei Termingeschäften auf sinkende Eurokurse gesetzt – ein Irrtum, begünstigt durch das Versagen interner Kontrollen. Dem Mitarbeiter sei eine »ernsthafte Fehleinschätzung« unterlaufen, man habe ihn mittlerweile entlassen. (dpa/jW)

Gabriel kassiert Bonus aus Parteikasse

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bezieht im Gegensatz zu seinen Kollegen von CDU und CSU ein zusätzliches Honorar für die Arbeit als SPD-Vorsitzender. Das berichtete die »Bild am Sonntag«. Gabriel erhalte in der laufenden Legislaturperiode eine steuerpflichtige Aufwandsentschädigung für seine Aufgaben als SPD-Parteivorsitzender, bestätigte ein SPD-Sprecher am Sonntag. »Es hat ziemliches Erstaunen hervorgerufen, dass sich Gabriel auch als Minister zusätzlich von der Partei bezahlen lässt«, äußerte sich ein Mitglied des Präsidiums in der »BamS« Das trage nicht zur Glaubwürdigkeit bei. dpa/nd

4 Kommentare leave one →
  1. TV: Arm und Reich Wie geteilt ist Deutschland DOKU (ZDF via youtube) permalink
    17. Juni 2014 17:38

  2. TV: Gemachte Armut – Der Umbau der Sozialstaaten (3sat via youtube) permalink
    17. Juni 2014 17:59


    Lange Zeit galt Armut in Westeuropa als überwunden, etwas, das ein für alle Mal verbannt schien aus den Industrieländern. Doch nun kehrt sie mit Schärfe zurück, im Gefolge der Umbrüche und Umstürze in der Wirtschaftswelt und dem “Umbau” des Sozialstaates.

  3. (new book:) The End of the World as We Know It? Crisis, Resistance, and the Age of Austerity permalink
    18. Juni 2014 18:10

    The End of the World as We Know It? explores the origins and effects of the capitalist crisis that began in 2008. It moves on to examine the responses of both the dispossessed and the ruling classes to the catastrophe, giving special attention to student mobilizations around the world. Weaving together a global network of stories and analyses, editor Deric Shannon creates an outline of what real and effective opposition to the forces that are destroying our lives and our planet might look like. From solidarity networks to revolutionary unionism, student strikes, and ever-new forms of state and corporate control, The End of the World as We Know It? is a guide to the future of anticapitalist struggle.

    [Chapter from AK Press „The End of the World as We Know It?“]
    In a blurry black and white photograph from Italy in the 1960s, a worker rides a Vespa past a factory wall on which is scrawled operaist graffiti „Il Vietnam è in fabbrica“ – Vietnam is in the factory. Today it would be more likely to find „The factory is in Vietnam“ on the walls of the long-closed factory. Yet these two moments are not unconnected. So how did we get from the fall of Saigon to the fall of Lehman brothers, from Nixon to Obama? The answer from much of the Left seems to be „financialization“, understood not as a materialist process, but as fulfillment of the Communist Manifesto’s apocalyptic vision that „all that is solid melts into air.“

    Financialization, credit, debt become immaterial, intangible factors, things of air and fiction, in the process becoming explanations that explain nothing. Trying to step back from such ultimately unsatisfying interpretations, this chapter begins the attempt to outline a materialist history of how the global capitalist system has evolved since the demise of the post-WW2 Bretton Woods system in the ruins of Saigon, to the present day rise of China as the world’s foremost industrial power and the onset of stagnation and decline of the West.

    In the process, I attempt to avoid falling into the pitfalls of geopolitics or economic determinism and keep sight of the human agency of real processes of struggle and production, and productive struggle.
    chapter: http://anarchism.pageabode.com/sidewinder/fall-saigon-fall-lehman

    the book: http://www.akpress.org/the-end-of-the-world-as-we-know-it.html

    Inhalt/content: http://www.revolutionbythebook.akpress.org/wp-content/uploads/2014/04/endoftheworld-TOC.pdf

    https://www.facebook.com/AnarchistWriters

  4. Deshalb werden die Ursachen von Armut in Deutschland verschwiegen permalink
    18. Juni 2014 18:13

    Christoph Butterwegge – Deshalb werden die Ursachen von Armut in Deutschland verschwiegen
    Es fehlt nicht an statistischen Daten, die den fortschreitenden Zerfall unserer Gesellschaft in Arm und Reich belegen, schreibt unser Gastautor Christoph Butterwegge – aber an den zu seiner Bekämpfung notwendigen Taten. […]
    Somit bilden Armut und Reichtum zwar ein begriffliches Gegensatzpaar, aber in gewisser Weise auch zwei Seiten derselben Medaille: Wenn etwa Geringverdiener aufgrund der sie hart treffenden Krisenfolgen häufiger ihr Girokonto überziehen und hohe Dispozinsen zahlen müssen, werden die Eigentümer der Banken noch reicher, und wenn noch mehr Familien beim Lebensmittel-Discounter einkaufen müssen, um über die Runden zu kommen, häufen die Eigentümer solcher Discountketten wie Aldi Nord und Süd, die zu den vermögendsten Deutschen gehören, noch mehr Privatvermögen an.
    Quelle: Tagesspiegel
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/armutsforscher-christoph-butterwegge-deshalb-werden-die-ursachen-von-armut-in-deutschland-verschwiegen/10043732.html

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