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Biographien über Michail Bakunin

29. Mai 2014

bakunin 200Von Max Nettlau: „Die folgende kurze Biographie versucht nur, die wesentlichen Ereignisse des Lebens Bakunins möglichst kurz und korrekt anzuführen, ohne sich auf eine Charakteristik desselben, eine Darstellung seiner Ideen, Schilderungen der vielen verschiedenen Milieus, in denen er lebte u. s. w., einzulassen. Sie dürfte sich von den vielen bisher gedruckten biographischen Skizzen durch den Versuch grösserer Korrektheit unterscheiden, indem stets die wirklichen Quellen, soweit irgend erreichbar, zu Grunde gelegt wurden. Dies geschah ausführlich in dem dreibändigen Werk „Michael Bakunin, eine Biographie“ von Max Nettlau (London, 1896 1900), nach welchem diese kurze Skizze zusammengestellt ist.“

66 Seiten, 1901 – Hier im Originallayout als PDF

Fritz Brupbacher: „Er schrieb ein paar Artikel in eine schweizerische Zeitung,aus denen man klar seine Stellung ersieht. Er bekennt, daß er nicht Kommunist sei. Er könne nicht leben in einer Gesellschaft, die nach dem Weitlingschen Plane organisiert sei, das sei keine freie Gesellschaft, sondern eine, durch Zwang zusammengehaltene Herde von Tieren, die nur das materielle im Auge hätte und vom Geistigen und allen hohen Genüssen des Geistigen nichts wüßten. Dagegen enthalte der Kommunismus höchst bedeutende Elemente. Die höchsten Rechte, die höchsten menschlichen Forderungen liegen ihm zugrunde, und diese seien es, welche auf die Gemüter eine so überraschend wirkende Gewalt ausübten; darin liege die Macht des Kommunismus. Er sei eine Weltfrage und könne nicht durch Gewalt unterdrückt und nicht ignoriert werden.“

226 Seiten, 1922 – Hier im Originallayout als PDF

6 Kommentare leave one →
  1. Auf die Anarchie! permalink
    31. Mai 2014 06:53

    Vor 200 Jahren, am 30.5.1814, wurde der russische Revolutionär und Anarchist Michael Bakunin geboren.
    Seine Aussage:
    „Wir sind überzeugt, dass Freiheit ohne Sozia- lismus Privilegienwirtschaft und Ungerechtig- keit, und Sozialismus ohne Freiheit Sklaverei und Brutalität bedeutet“ ist, wenn wir auf staatssozialistische, bzw. staatskapitalistische Systeme wie auf neoliberale Regime gucken, bis heute gültig.

    Auch sein postulatorischer Atheismus ist ein weiterhin wirksames Mittel gegen Irratio- nalismen jeder Art:
    „Wenn Gott existiert, ist der Mensch ein Sklave. Der Mensch kann und soll aber frei sein. Folglich existiert Gott nicht“ (dass es religiöse AnarchistInnen gibt ist eine andere Geschichte).

    Die Triade von … http://www.scharf-links.de/45.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=44959&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=923c82faa2

  2. Michail Bakunin - Der Begründer des Anarchismus permalink
    2. Juni 2014 21:57

    Michail Bakunin – Der Begründer des Anarchismus

    Er war ein Revolutionär, dem die Freiheit über alles ging. Michail Bakunin gilt als Vater des Anarchismus. Zeit seines Lebens trat er für eine klassenlose Gesellschaft ein, in der weder Staat noch Religion den Menschen an seiner Selbstbestimmung hindert. Heute vor 200 Jahren kam Bakunin auf die Welt.

    „Nur dann bin ich wahrhaft frei, wenn alle Menschen, die mich umgeben, ebenso frei sind wie ich.“

    Das war die Lebensphilosophie von Michail Alexandrowitsch Bakunin. Er gilt als Begründer des Anarchismus. Als Spross einer aristokratischen Familie wurde er am 30. Mai 1814 in einem kleinen Ort der zentralrussischen Provinz Twer – rund 200 Kilometer von Moskau entfernt – geboren. Mit zehn Geschwistern wuchs Bakunin in einem liberalen, westlich orientierten Elternhaus auf. Er wird als aufbrausender Charakter beschrieben, der sich gegen Unrecht und Autorität auflehnte. Wolfgang Eckhardt, Bibliothekar, Autor und Bakunin-Experte:

    „Er ist sozusagen ein Rebell von Natur aus, ein geborener Rebell gewesen. Bakunins Hauptthema ist schon in seiner Jugendphase – und das ist ihm erhalten geblieben bis zum Schluss – die Idee der Befreiung von Herrschaft.“

    Dazu passte kaum der militärische Drill, dem sich Bakunin – nach Wunsch seines Vaters – in einer Karriere als Artillerie-Offizier hätte unterwerfen müssen. Er quittierte den Militärdienst, den er als 14-Jähriger begonnen hatte, und zog nach Moskau. Mit Gleichgesinnten – wie dem Literaturkritiker Wissarion Belinski oder dem Sozialisten Alexander Herzen – teilte er die Leidenschaft für deutsche Philosophie, studierte Kant, Fichte und Schelling und avancierte zum besten russischen Hegel-Kenner seiner Zeit. Später erinnerte er sich allerdings:

    „Ich überzeugte mich ziemlich rasch von der Nichtigkeit und Eitelkeit der ganzen Metaphysik. Ich suchte Taten, sie aber ist die absolute Untätigkeit“.

    Ab 1840 reiste er rastlos durch Europa. Inspiriert von politischen Freunden wie dem französischen Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon, entwickelte er seine Ideen eines antiautoritären Sozialismus:

    „Anarchismus ist sozialrevolutionär, weil er nichts hält von einer Teilnahme an Herrschaftsverhältnissen, sondern er propagiert die Verweigerung dieser Teilnahme und die Auflösung dieser Herrschaftsverhältnisse und die Schaffung neuer, freiheitlicher Gemeinschaftsformen.“

    Lebenslange Feindschaft mit Karl Marx

    Handwerkerbünde, Berufsgenossenschaften, gemeinschaftlich organisierte Speiselokale oder Bildungsstätten – Bakunin plädierte für Assoziation und Vergemeinschaftung des Zusammenlebens – frei von jeglicher staatlich geprägter oder klerikaler Fremdbestimmung. Für diese Ideale ging Bakunin in den Freiheitsbewegungen ab 1848 überall in Europa auf die Barrikaden: In Frankfurt, Dresden, Paris oder Prag. Er wollte die Revolution von unten:

    „Demgegenüber stand die Idee von Marx, diese von unten gewachsenen, organischen Strukturen abzuschaffen, zugunsten von Parteien.“

    Karl Marx und Bakunin verband eine lebenslange Feindschaft. Marx und Engels lästerten in ihren Briefen über den „fetten Russen“, der sich anmaße, sich an die Spitze er Arbeiterbewegung zu stellen. Bakunin dagegen sah in der „Diktatur des Proletariats“ den kommunistischen Staatsterror voraus, der im 20. Jahrhundert Wirklichkeit wurde. Zum endgültigen Bruch zwischen Marxisten und Anarchisten kam es im September 1872 beim fünften Kongress der „Ersten Internationale“ in Den Haag. Ein Ausschluss Bakunins aus der 1864 gegründeten Internationalen Arbeiterassoziation, sei jedoch nirgends anerkannt worden – so Wolfgang Eckhardt:

    „In Wahrheit haben sich Marx und Engels mit ihrem Gewaltstreich, ihr Minderheitenprogramm durchsetzen zu wollen, aus der Internationale rausgekickt und die Organisation ist dann ihren eigenen Weg gegangen – ohne Marx und Engels.“

    Als Gegenbewegung etablierte sich die „Antiautoritäre Internationale“. Sie überlebte die Organisation Marxscher Prägung um mehrere Jahre. Während dieser Auseinandersetzungen hatte die letzte Lebensphase Bakunins bereits begonnen. Nach acht Jahren Kerker in Deutschland, Österreich und Russland und vier Jahren in sibirischer Verbannung, aus der er 1861 entflohen war, war er gesundheitlich schwer angeschlagen. Die Zeit, die ihm noch blieb, nutzte er trotzdem ausgiebig für revolutionäre Aktivitäten. Er agitierte die Arbeiterbewegung in Spanien, war Inspirator der Anarchisten in Italien, versuchte die „Internationale Liga für Frieden und Freiheit“ bei ihrem Gründungskongress in Genf zu radikalisieren und nahm trotz Krankheit an einem Aufstand in Bologna teil. 1876 starb er in Bern. Für Wolfgang Eckhardt ist Bakunin bis heute ein „intellektueller Geheimtipp“:

    „Die Frage ist einfach: Wie wollen wir leben? Und ein Denker, der dazu Antworten und Anregungen geben kann, der ist aktuell wahrscheinlich noch im nächsten Jahrhundert.“

    Quelle: Deutschlandfunk

  3. Der Anarchist Michail Bakunin permalink
    2. Juni 2014 22:00

    Der Anarchist Michail Bakunin

    „Lasst uns die anarchistischen Ideen des Michail Bakunin mit den Theorien des Karl Marx zusammenrühren, dann haben wir einen menschlichen, einen freiheitlichen Sozialismus, der ganz im Gegensatz steht zu diesem dogmatischen und autoritären Kommunismus des Ostblocks!“

    Das war sinngemäß die Überzeugung einiger Denker der westdeutschen und der französischen Studentenbewegung – Rudi Dutschke etwa hat dies vertreten. Bakunin und Marx – das sei die Lösung.

    Die Studenten haben dabei ausgeblendet, dass sich diese beiden Männer alles andere als nahe standen, und dass ihre Ansätze und Theorien kombinierbar seien, entsprach einem Wunschdenken und nicht der historischen Wahrheit.

    Der Lebenslauf des russischen Anarchisten liest sich wie ein historischer Thriller, es gibt kaum eine revolutionäre Erhebung in der Welt des 19. Jahrhunderts, an der er nicht direkt oder indirekt beteiligt war.

    Quelle: http://www.wdr5.de/sendungen/zeitzeic

  4. "Wir sind Feinde jeglicher Macht" - Der russische Anarchist Michail Bakunin permalink
    2. Juni 2014 22:04

    „Wir sind Feinde jeglicher Macht“ – Der russische Anarchist Michail Bakunin

    Sendung vom Donnerstag, 20.11.2008 | 8.30 Uhr | SWR2
    Von Gisela Erbslöh

    Er war mit allen rebellischen Geistern Europas in Verbindung: der russische Anarchist Michail Bakunin (1814 — 1876). Den Freiheitskampf der Polen unterstützte er ebenso wie die Unruhen und Umsturzversuche in Italien, Frankreich und Spanien. Seine revolutionären Aktivitäten in Deutschland hatten Bakunin 1849 zwölf Jahre Kerker und sibirische Verbannung beschert. Als alternder Flüchtling kehrte der russische Adelige nach Europa zurück und entwickelte nun klare Vorstellungen von dem, was seiner Meinung nach dem selbstbestimmten Leben des einzelnen Menschen und ganzer Völker entgegenstand: der Staat, der ohne hierarchisch organisierte Gesellschaft und Gewalt nicht denkbar sei.

    Bakunins Gegenentwurf war die Anarchie, soll heißen: Leben ohne Zwang und Gewalt, ohne Ausbeutung, ohne Kontrolle von oben. Im Ringen um Anhängerschaft im linken Europa war Marx sein Antipode, der ihn regelrecht bekämpfte. Bakunins Ideen werden bis heute kritisch diskutiert — auch unter den jungen Anarchisten, die sich jedes Jahr im russischen Heimatdorf des Revolutionärs mit seinen Schriften auseinandersetzen.

    Quelle: http://www.swr.de/swr2/programm/sendu

  5. "Wir sind Feinde jeglicher Macht" - Der russische Anarchist Michail Bakunin TEIL 2 permalink
    2. Juni 2014 22:07

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