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Schwarz-Roter Ticker (166) [5 Meldungen]

12. Mai 2014

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Anarchistische Föderation Berlin hat sich aufgelöst

Die Anarchistische Föderation hat sich per Beschluss am 4. Mai 2014 aufgelöst. In einer Erklärung dazu schreiben die vormaligen Mitglieder, dass sich die politische Gruppe immer mehr zu einer „Struk­tur (von) so­wie­so pri­vat be­kann­ten Men­schen“ entwickelt habe, deren aufrechterhaltung vor diesem Hintergrund „nicht als sinnvoll erscheine“. Die AFB existierte seit 2006 und gehörte zu den Initiatoren einer Wiederbelebung der „Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen“ (FDA-IFA). 2009 war sie Mitorganisator des katastrophalen Anarchistischen Kongresses in Berlin, einem Tiefpunkt der jüngsten Geschichte des Anarchismus in Deutschland. Der Kongress wurde von den VeranstalterInnen aufgelöst, als sich eine kleine Gruppe unbekleideter Menschen im Hof des Bethanien weigerte, sich anzukleiden bzw. den Ort zu verlassen.
Die ganze Erklärung gibt es hier zu lesen: http://afb.blogsport.de/2014/05/13/irgendwann-merkt-man-immer-wenns-das-war/

Erfolgreicher Protest gegen das Konzert der Bundeswehr Big Band auf dem 825. Hamburger Hafengeburtstag

kein werben fürs sterbenAm Sams­tag, den 10. Mai 2014 haben rund 50 An­ti­mi­li­ta­ris­tin­nen und An­ti­mi­li­ta­ris­ten er­folg­reich gegen den Auf­tritt der Big Band der Bun­des­wehr im Rah­men des 825. Ham­bur­ger Ha­fen­ge­burts­tag im Gras­brook­ha­fen (Ha­fen­ci­ty) pro­tes­tiert. Mit Tril­ler­pfei­fen, Ras­seln und Sprech­chö­ren wie „Deut­sche Waf­fen, deut­sches Geld, mor­det mit in aller Welt“ haben sie mit Be­ginn des Kon­zerts um 20 Uhr laut­stark ihren Unmut über das Kon­zert kund­ge­tan. Die De­mons­tran­tin­nen und De­mons­tran­ten zeig­ten au­ßer­dem Trans­pa­ren­te mit den Auf­schrif­ten „Bun­des­wehr­auf­trit­te stop­pen! Kein Wer­ben fürs Ster­ben“ und „Krieg be­ginnt hier!“. Die Big Band brach nach ein wenig mehr als der Hälf­te der an­ge­kün­dig­ten Spiel­zeit ihr Set um ca. 20.50 Uhr ab. Beim Ha­fen­ge­burts­tag hat die Bun­des­wehr ihre Mit­wir­kung 2014 ge­gen­über den Vor­jah­ren mas­siv aus­ge­wei­tet. Zu­sätz­lich zur üb­li­chen Teil­nah­me von Kriegs­schif­fen (u.a. das Pa­ten­schiff der Stadt die Fre­gat­te „Ham­burg“) an der Ein- und Aus­lauf­pa­ra­de sowie dem so­ge­nann­ten OpenShip-Be­sich­ti­gungs­pro­gramm trat erst­mals die Big Band auf und der mi­li­tär­ei­ge­ne Ra­dio-Sen­der „An­der­nach“ sen­de­te von einer Bühne an der Hafen­pro­me­na­de. „Die Bun­des­wehr macht auf dem Ha­fen­ge­burts­tag all­jähr­lich Re­kla­me für den Kriegs­dienst und für die Krie­ge, die von deut­schem Boden aus für deut­sche In­ter­es­sen von Wirt­schaft und Po­li­tik ge­führt wer­den“, er­klärt die Spre­che­rin des Bünd­nis­ses „Bil­dung ohne Bun­des­wehr (BoB)“ De­nise Wil­ken. „Das Gast­spiel der Big Band ist eine nied­rig­schwel­li­ge Maß­nah­me zur Ak­zep­tanz­be­schaf­fung für die Bun­des­wehr und ihre Krie­ge an der so­ge­nann­ten Hei­mat­front. Eben­so wie das In­ter­view, wel­ches die Pop-Band ,Fet­tes Brot‘ Radio An­der­nach ge­ge­ben hat. Es ist be­dau­erlich, dass Musik für Kriegs­pro­pa­gan­da in­stru­men­ta­li­siert wird.“

Amerikanische Söldner sollen in Ostukraine kämpfen

Die ukrainischen Sicherheitskräfte werden einem Zeitungsbericht zufolge von 400 Elitekämpfern des amerikanischen Militärdienstleisters Academi – früher Blackwater – unterstützt. Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll die Bundesregierung am 29. April darüber in Kenntnis gesetzt haben. Das berichtet die „Bild am Sonntag“. Die Angaben sollen sich demnach auf Quellen des amerikanischen Geheimdienstes berufen haben. Der BND hat eine Stellungnahme abgelehnt. Die Informationen sollen während einer der sogenannten „Nachrichtendienstlichen Lage“, einer regelmäßigen Besprechung unter Leitung von Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), vorgetragen worden sein. Daran nehmen in der Regel auch die Präsidenten von BND und Bundeskriminalamt teil. (…) Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Novosti hatte wiederum am 7. April gemeldet, zur „Unterdrückung des Volksaufstandes“ habe die Regierung in Kiew Truppen der Nationalgarde in den Osten der Ukraine entsandt, zu denen „die besten Kämpfer vom ‚Rechten Sektor‘ gehörten, sowie eine Einheit der Blackwater-Söldner in der Uniform der ukrainischen Sonderpolizei ‚Sokol“. Die Agentur berief sich auf Quellen bei den ukrainischen Sicherheitskräften. (FAZ)

Rekordhoch deutscher Rüstungsexporte

Deutschland hat seine Rüstungsexporte im Jahr 2013 besonders in sogenannte Drittländer erheblich gesteigert. Das geht aus den Antworten der Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen der Linksfraktion im Bundestag hervor, deren Ergebnisse am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa vorlagen. Demnach erteilte die Bundesregierung 2013 Einzelausfuhrgenehmigungen im Gesamtwert von 5,8 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 24 Prozent gegenüber 2012. Dabei entfällt ein Betrag von 3,6 Milliarden Euro auf Drittländer, die weder zur EU noch zur NATO gehören. 2012 waren dies 2,6 Milliarden Euro.(dpa/jW)

Tausende Alt-Nazis bauten in Bundesrepublik Geheimarmee auf

albert-schneez-soll-hauptorganisator-der-geheimarmee-gewesen-seinDie Story, die der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht, liest sich wie aus einem Verschwörungsroman: 2000 ehemalige Offiziere aus Wehrmacht und Waffen-SS sollen ab 1949 hinter dem Rücken der Bundesregierung am Aufbau einer 40.000 Mann starken Geheimarmee gearbeitet haben. Ziel sei unter anderem, im Falle eines Bürgerkrieges im Inland gegen Kommunisten vorzugehen.Das Magazin beruft sich dabei auf ehemals geheime Akten des Geheimdienstes BND, die mittlerweile freigegeben wurden. Aus diesen gehe hervor, dass der spätere Bundeswehr-General Albert Schnez den Aufbau der Truppe initiiert habe, in den auch weitere »führende Köpfe der späteren Bundeswehr involviert waren«. Schnez habe bei Unternehmen für Spenden und Fahrzeuge geworben. Waffen für die Armee hätten über das Innenministerium beschafft werden sollen. Auch ein eigener Geheimdienst zur Bespitzelung linker Politiker, wie des späteren linken SPD-Fraktionschef Fritz Erler, sei bereits betrieben worden. Motiv der Gruppe war dem SPIEGEL zufolge, die Bundesrepublik vor einem Angriff der Sowjetunion zu verteidigen. Schnez habe sich mit seiner Truppe ins Ausland absetzen und die »Bundesrepublik vom Ausland aus freikämpfen« wollen, schreibt das Magazin. Auch die Bekämpfung von Kommunisten in einem möglichen Bürgerkrieg habe man zum Ziel gehabt. Unklar sei, wie die Bundesregierung auf den Aufbau der Nazi-Geheimarmee reagierte. Zwar habe der Aufbau wohl Anfangs sowohl hinter dem Rücken der Bundesregierung als auch der Allierten stattgefunden, doch habe Bundeskanzler Konrad Adenauer spätestens ab 1951 von der »Schnez-Truppe« gewusst und den BND-Vorgänger »Organisation Gehlen« mit der Überwachung der Gruppe beauftragt. Einem schärferen Vorgehen, so der SPIEGEL, habe möglicherweise die Angst vor einem Konflikt mit den Altnazis entgegen gestanden. (Neues Deutschland)

5 Kommentare leave one →
  1. „Wem gehört Deutschland? Die wahren Machthaber und das Märchen vom Volksvermögen“ permalink
    12. Mai 2014 17:11

    Verteilungsgerchtigkeit – Jens Berger – Zwischen Hartz IV, Mittelstand und Aldi-Milliarden
    Die “nivellierte Mittelstandsgesellschaft” der Nachkriegszeit war immer mehr Illusion als gesellschaftliche Realität: Spätestens seit dem Fall der Mauer sprechen die Reichtumsunterschiede zwischen oben und unten klar für feudalistische Strukturen. Dabei können sich Unter- und Mittelschicht das wahre Ausmaß der Vermögensverhältnisse schon gar nicht mehr vorstellen. In seinem Buch “Wem gehört Deutschland” bemüht sich Jens Berger um ein wenig mehr Klarheit darüber, wer warum womit wieviel Geld “verdient” hat. Im SR 2-Interview spricht er über leistungsloses Einkommen, Steuerreformen, Bertolt Brecht und unbekannte Milliardäre
    Quelle: SR2

    Anmerkung JB: Heute erscheint mein neues Buch „Wem gehört Deutschland“ im Handel.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=21689

    http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=25101

  2. FWD: Freundeskreis der Bibliothek der Freien - Newsletter Nr. 4, Mai 2014 permalink
    13. Mai 2014 21:24

    Liebe Freundinnen und Freunde der Bibliothek der Freien,

    leider müssen wir die aktuellen News gleich mit zwei traurigen Nachrichten beginnen, für alle, die es bisher noch nicht mitbekommen haben:

    Die Bibliothek der Freien trauert um Karin Kramer (1939-2014)
    Angesichts des großen Echos, das ihr Tod auch während einer der letzten Bibliotheksveranstaltungen gefunden hat, haben wir uns entschlossen, ihr am kommenden Freitag (16. Mai, 19 h) eine eigene Veranstaltung zu widmen. Im Rahmen der Veranstaltung wird es unter anderem einen Rückblick auf die prägenden Jahre von Karin Kramer geben, bei dem auch Einzelstücke aus der Sammlung Kramer-Verlag (Archiv-Fonds 7 der Bibliothek) gezeigt werden. Der Kramer-Archivbestand, der durch eine Reihe von Schenkungen des Verlages seit 2006 stetig gewachsen ist, hat sich durch weitere Materialabgaben in den letzten Wochen nochmals vergrößert und dokumentiert die vielfältigen politisch-verlegerischen Aktivitäten des Verlages.

    Außerdem verstarb ab 7. März unser langjähriger Freund und Förderer Uwe Timm (1932-2014)
    Uwe war in seiner lebenslangen pazifistischen Haltung und seiner kompromisslosen Freiheitsliebe mitunter konsequenter als manche Libertären. Als unbequemer Querdenker war er bereit, sich ins Abseits zu stellen. Für seine Persönlichkeit, seine Hilfsbereitschaft, seine Solidarität könnten hier zahlreiche Beispiele angeführt werden. Die politische Szene ahnt nicht, was ihr an einem Menschen wie Uwe Timm verloren gegangen ist.
    Siehe auch: http://dadaweb.de/wiki/Uwe_Timm_-_Gedenkseite

    Von einem anderen Toten gilt es den Geburtstag zu feiern:

    Michail Bakunins 200. Geburtstag
    würden wir am 30. Mai begehen. Eine internationale Übersicht über Veranstaltungen, Vorträge, Veröffentlichungen und vieles mehr zu und über Bakunin findet sich auf der hervorragenden Internetseite: http://www.bakunin.de/news/200_Geburtstag_2014.html

    Umzug unseres Zeitschriftenarchivs
    Neben all diesen bewegenden Ereignissen hatten wir uns trotzdem um das „Tagesgeschäft“ zu kümmern, so z.B. um den Umzug unseres Zeitschriftenarchivs in einen sehr schönen neuen Raum (Miete zum Freundschaftspreis von 25 EUR im Monat). Hierfür mussten große Metallregale (3 m hoch, 4,60 m lang) angeschafft werden. Wir freuen uns über die gute Lagerung unserer wertvollen Zeitschriftensammlung, die unter anderem ein Konvolut anarchistischer Zeitungen aus dem Spanischen Bürgerkrieg enthält sowie Zeitschriften von 1884 bis in die Jetztzeit.

    Die damit verbundenen Ausgaben tragen natürlich nicht zur Entspannung unserer finanziellen Lage bei und so benötigen wir für unsere Arbeit weiterhin Eure Unterstützung. Wer noch keinen Dauerauftrag eingerichtet hat, möge dies wohlwollend prüfen!

    Spendenkonto der Bibliothek der Freien
    Konto-Nr. (IBAN): DE79 8306 5408 0004 5665 48
    BIC: GENODEF1SLR

    Wir wünschen all unseren Freundinnen und Freunden
    Gesundheit, Freiheit & Glück

    im Namen der Bibliothekscrew

    Jochen Knoblauch

    • Ergänzung: Freundeskreis der Bibliothek der Freien - Newsletter Nr. 4, Mai 2014 permalink
      13. Mai 2014 21:25

      Bibliothek der Freien.
      Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie
      eMail: DieFreien@BibliothekderFreien.de
      URL: http://www.BibliothekderFreien.de
      Berliner Bibliothekssigel: B 1576

      Öffnungszeiten
      Information und Ausleihe: Freitags 18-20 Uhr und nach Vereinbarung

      Ausleihe
      Bücher und Broschüren können für monatlich 2.50 € (ermäßigt 1.50 €) ausgeliehen werden. Für ausdauernde LeserInnen gibt es Rabatt: 12 Monate Mitgliedschaft für 10 € (6 Monate für 6 €)! Die Ausleihe ist auf 4 Wochen beschränkt, eine Verlängerung ist möglich. Zur Beratung steht während der Öffnungszeiten immer jemand zur Verfügung.

      Adresse
      Bibliothek der Freien
      Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie
      Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102
      10405 Berlin (Prenzlauer Berg)

  3. Gewerkschaftsnachwuchs erhebt schwere Vorwürfe permalink
    17. Mai 2014 06:41

    Mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion sind am 1. Mai Mitglieder des Ortsjugendausschusses der IG Metall Freudenstadt aus der IG Metall ausgetreten. „Dem unserer Meinung nach ruf- und gesundheitsschädigendem Verhalten gegenüber unserer Gewerkschaftssekretärin Violetta Garzanti werden wir nicht mehr weiter zusehen“. Die Jugend fordert von der IG Metall, sich an ihre eigenen Grundsätze, die sie gegenüber Arbeitgebern in Betrieben einfordern, selbst auch zu halten.

    http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.calw-gewerkschaftsnachwuchs-erhebt-schwere-vorwuerfe.433f6084-82f0-4dba-919d-bbb41fb41aaa.html

  4. Armut macht krank – Krankheit macht arm permalink
    17. Mai 2014 09:20

    Es ist weder Zufall noch Wunder, dass hierzulande auf der einen Seite chronisch Kranke häufig in Hartz IV und somit Armut abrutschen und auf der anderen Seite Armut wiederum krank bzw. noch kränker macht und inzwischen bereits über ein Drittel aller Hartz IV-Empfangenden als psychisch krank gilt. Die entsprechenden Zusammenhänge müssen beleuchtet und aufgeklärt und den Ursachen von Armut und chronischer sowie psychischer Erkrankung muss dabei entschieden entgegen getreten werden. Nicht wirklich möglich sein wird dies jedoch vermittels eines Menschenbildes, das davon ausgeht, seelisch-körperliche Probleme seien zu allererst einmal „eigenverantwortet“ und Gesundheit bedeute auch und vor allem in einer faktisch zunehmend angst- und krankmachenden Gesellschaft, eben k-e-i-n-e Symptome und also Verwundbar- sowie Menschlichkeit zu offenbaren, bedeute also eben, n-i-c-h-t gesund zu reagieren, weil nur der noch als gesund gelten darf, der auch im größten Elend noch funktioniert und auf seine Glückseligkeit insistiert. Aus dieser Sicht erfordert chronische wie psychische Krankheit dann eben vor allem eines: mehr individuelle Verantwortungsübernahme, Anpassungsbereitschaft und Therapie. Über die „Ursachen im außen“, den gesellschaftlichen Kontext, wird hingegen kaum überhaupt mehr diskutiert. So etwas endet dann nicht selten in einem Zynismus mit menschenverachtenden Zügen, wie diesen unlängst beispielsweise der Spiegelmit der Frage präsentierte, ob Obdachlosigkeit nicht womöglich „heilbar“ sei. Ein Kommentar von Jens Wernicke
    http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=21745

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