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Neuerscheinung: Ehern, tapfer, vergessen. Die unbekannte Internationale

4. Mai 2014

ehern-tapfer-vergessenDie „Urkatastrophe“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts läutete ein Zeitalter des industrialisierten Sterbens ein, dessen perverse Weiterentwicklung bis heute anhält. Der staatlich industrialisierte Massenmord, der 1914 begann, findet bis heute kein Ende. Die Kreativität des Tötens geht vielmehr soweit, dass wir uns heute gleich mehrfach selber ausrotten könnten.

In der aktuellen Rezeption des Ersten Weltkrieges kommen die „Nein-Sager“ und nicht Kriegsbegeisterten kaum vor. Mit dieser Reihe  wollen wir einen anderen Blick auf die Ereignisse des Ersten Weltkrieges werfen. Nicht die Klassiker und bekannten Stimmen wollen wir hier dokumentieren, sondern einmal ganz bewusst einen Blick auf diejenigen werfen, die oft genug in der Geschichtsschreibung vergessen werden.

Inhalt:
Das Manifest der Sechzehn
Grigori Petrovitch Maximoff: Die revolutionär-syndikalistische Bewegung in Russland


Gerhard Aigte: Über die Entwicklung der revolutionären syndikalistischen Arbeiterbewegung Frankreichs und Deutschlands in der Kriegs- und Nachkriegszeit
Pierre Ramus: Anarchismus, Syndikalismus und Antimilitarismus in Österreich
Tibor Fargacz: Erwin Szabo und die ungarische Revolution
Marcel Faust: Rudolf Rocker in den britischen Internierungslagern zur Zeit des Ersten Weltkrieges
Nick Heath: Anarchisten gegen den Ersten Weltkrieg. Zwei wenig bekannte Ereignisse – Abertillery und Stockport
Martin Veith: „Krieg dem Krieg” – Agitation und Widerstand von Anarchisten und Syndikalisten gegen den Ersten Weltkrieg in Rumänien
Franco Bertolucci: „Kein Mann, kein Geld für den Krieg“. Italienische Anarchisten und Gewerkschafter und der Erste Weltkrieg
Walther L. Bernecker: Gegen Krieg und Ausbeutung: der spanische Anarchismus im Ersten Weltkrieg
Tim Wätzold: Auswirkungen und Einflüsse des Ersten Weltkrieges auf die Arbeiterbewegungen Südamerikas
Jared Davidson: Aufrührerische Absichten. Anarchistischer Widerstand gegen den Ersten Weltkrieg in Neuseeland

Ehern, tapfer, vergessen
Die unbekannte Internationale
Andreas W. Hohmann (Hrsg.)
AnarchistInnen & SyndikalistInnen und der Erste Weltkrieg
ISBN 978-3-86841-093-8
285 Seiten
18 €

Quelle: Verlag Edition AV

3 Kommentare leave one →
  1. Karl Liebknecht, Kritik an europäischer Rüstungsindustrie im DLF permalink
    11. Mai 2014 12:49

    Als Vertreter des linksrevolutionären SPD-Flügels kritisierte Karl Liebknecht 1914 nur wenige Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs die europäische Rüstungsindustrie im Deutschen Reichstag. Bereits ein Jahr zuvor hatte er die Aufstockung der Armee angeprangert und den Korruptionsskandal „Kornwalzer“ bei der Firma Krupp publik gemacht.
    Karl Liebknecht, Märtyrer des linken Flügels der deutschen Arbeiterbewegung; 1919 während des Berliner Januaraufstandes gemeinsam mit Rosa Luxemburg ermordet von gegenrevolutionären Truppen. Am 11. Mai 1914, knapp drei Monate vor Beginn des Ersten Weltkrieges, stand dieser sozialdemokratische Politiker, Sohn des SPD-Gründers Wilhelm Liebknecht, am Rednerpult des Reichstags und attackierte die europäische Rüstungsindustrie als Hauptgegner des friedlichen Proletariats:

    Quelle: DLF, http://www.deutschlandfunk.de/karl-liebknecht-kritik-an-europaeischer-ruestungsindustrie.871.de.html?dram:article_id=284655

    DLF zu Nachhören: http://www.deutschlandfunk.de/kritik-an-europaeischer-ruestungsindustrie.871.de.html?dram:article_id=284655&dram:audio_id=276302&dram:play=1

    a.) Karl Liebknecht: Militarismus und Antimilitarismus (1907), hier: http://www.marxists.org/deutsch/archiv/liebknechtk/1907/mil-antimil/

    b.) Militarismus und Antimilitarismus
    Rosa-Luxemburg-Gesellschaft Sachsen legt einen lesenswerten Tagungsband vor – Anlass der Konferenz: 100 Jahre Karl Liebknechts gleichnamige Schrift
    Klaus Kinner (Hrsg.): MILITARISMUS UND ANTIMILITARISMUS. Aktuelle und historische Dimensionen von Karl Liebknechts Schrift anlässlich des 100. Jahrestages ihres Erscheinens.
    Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. Leipzig 2008, 177 S., Kostenbeitrag: 10,50 €, Mitglieder 7,50 €; ISBN 978-3-89819-296-5
    http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Kriegsgeschichte/liebknecht.html

    c.) Stichwort: ‚Antimilitarismus‘ in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Antimilitarismus

    weitere Literatur:
    (1) Wolfram Beyer: Pazifismus und Antimilitarismus. Eine Einführung in die Ideengeschichte. Schmetterling Verlag Stuttgart 2012, Reihe theorie.org, siehe: [https://www.direkteaktion.org/216/die-waffen-nieder]

    (2) Ernst Friedrich: Krieg dem Kriege! (1924),
    dazu: „Ernst Friedrich’s _War Against War_ is an important document in the struggle against the barbarism of modern warfare. Outraged by the unprecedented brutality and massive destruction of the First World War, Friedrich sought out and then published this collection of pictures and other visual artifacts which illustrate not only the human suffering and death produced in the war but also the lies and hypocrisy of the political and economic forces which promoted it. Aiming at an international audience,…“ http://pages.gseis.ucla.edu/faculty/kellner/Illumina%20Folder/kell20.htm

    d.) Textarchiv: http://www.anarchismus.at/texte-antimilitarismus

  2. Macht unsere Bücher schöner permalink
    28. Mai 2014 18:57

    Mich hat das Buch nun erreicht und ich bin von der inhaltlichen Bandbreite begeistert. Interessant finde ich, dass man deutlich merkt das der Klassenkampf auch bei Anarchisten wieder eine Rolle spielt. Das war ja nicht immer so. Neue Einblicke bieten die Beiträge aus Neuseeland, Rumänien und Italien. Allerdings sollte sich der Verlag ein Lektorat zulegen. Auch die Gestaltung des Covers hätte wahrlich ansprechender sein können. Zumindest hätte man das Titelbild ja einfach zentrieren können. Also: Inhalt größtenteils TOP – Form: Das geht besser.

  3. Kolibri permalink
    11. Juni 2014 19:43

    Eine Anmerkung zum Inhalt des Buches bin ich nicht in der Lage zu unterdrücken. Während alle andere Autoren (sowohl historisch als aktuell) einen positiven Bezug zu ihrem Untersuchungsgegenstand aufweisen (Siehe die Autorenportraits) fällt der Beitrag des Dr, Bernecker negativ auf. Er benutzt den Sprachduktus der Herrschenden, spricht von anarchistischen Terroristen und anarchistischem Terrorismus. Natürlich kann man aus seinem Beitrag die eine und andere spannende Information ziehen. Doch von einem Bewegungsverlag erwarte ich eine kritischere „Begutachtung“ von Beiträgen in denen solche Begriffe verwendet werden und deren Bedeutung nicht einmal definiert wird. Zu der teils mangelnden Gestaltung/Rechtschreibfehler hat mein Vor-Kommentator treffende Worte gefunden.

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