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Der „Klassenkampfblock“ zum 1. Mai in Berlin

3. Mai 2014

maiiww2014Am 1. Mai 2014 beteiligten sich etwa 300 Menschen am klassenkämpferischen Block auf der DGB-Demonstration. Am Abend fand vom Lausitzer Platz aus die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration mit etwa 25 000 TeilnehmerInnen statt, die Berliner Polizei hat 19 000 TeilnehmerInnen angegeben. Die Demonstration zog bis vor die SPD-Zentrale am Halleschen Tor. Die DGB-Demonstration begann um 10 Uhr am Hackeschen Markt und zog mit einigen Tausend TeilnehmerInnen bis zum Platz des 18. März. Der klassenkämpferische Block beteiligte sich unter dem Motto „Solidarität und Widerstand ohne Grenzen – Für die Überwindung des Kapitalismus“ an der Demonstration.

Der klassenkämpferische Block hat das Ziel auf der DGB-Demonstration am 1. Mai deutlich zu machen, das es nicht darum geht nur hier und da ein bisschen mehr Lohn oder bessere Arbeitsbedingungen zu fordern, sondern um eine grundlegend andere Gesellschaft, um die Überwindung des Kapitalismus.

Vom Lauti des Klassenkämpferischen Blocks gab es einen Redebeitrag von Nikos Tsibidas, ein Redakteur des ehemals besetzten Fernsehsenders ERT, der mit einer griechischen Delegation in Berlin an den Demonstrationen am 1. Mai teilnahm. Am 7. November 2013 hatten griechische Polizeieinheiten das von den MitarbeiterInnen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ERT besetzte Gebäude in Athen gestürmt. Die letzte Durchsage des Senders wurde von Nikos Tsibidas gemacht. Er rief beim Block am 1. Mai zu einem gemeinsamen selbstorganisierten Widerstand gegen die herrschende Krisenpolitik und gegen Faschismus auf.

Es gab außerdem einen Beitrag der FAU Berlin gegen die Gesetzesinitiative der Bundesregierung zur Tarifeinheit. Die Bundesregierung will die Tarifeinheit gesetzlich verordnen. Es soll nur noch diejenige Gewerkschaft Tarifverträge abschließen können, die in einer Belegschaft die meisten Mitglieder vorzuweisen hat. Dieses Gesetzesvorhaben stellt einen massiven Angriff auf das Streikrecht und das Grundrecht der Koalitionsfreiheit dar. Des Weiteren wurde auf den europaweiten Aktionstag der Beschäftigten im Transportsektor am Samstag, dem 3. Mai in Berlin hingewiesen. Ab 11 Uhr findet eine Demonstration für FußgängerInnen und RadfahrerInnen ab Lustgarten statt. Auch die „Industrial Workers of the World“ hielten einen Redebeitrag, in dem sie zur Verteidigung der Gewerkschaftsfreiheit und des Streikrechts aufriefen. Des Weiteren gab es noch einen Beitrag der Anarchosyndikalistischen Jugend zu ihrer Kampagne „Jung und Billig“ gegen Ausbeutungsverhältnisse in Minijobs. Es wurde auch ein Beitrag von der Aktionskonferenz Care-Revolution verlesen. Care Work bleibt als typische Frauenarbeit, unbezahlt in Familien oder schlecht bezahlt in sozialen Dienstleistungsberufen, weitgehend unsichtbar. Die Care-Revolution soll zu einem grundlegenden Perspektivenwechsel führen. Dabei geht es um nicht weniger als die Forderung, dass nicht Profitmaximierung, sondern die Verwirklichung menschlicher Lebensinteressen im Zentrum politischen Handelns stehen sollte. Des Weiteren wurde der kämpfende Gefangene Mumia Abu-Jamal gegrüßt und seine Freiheit gefordert.

Bereits um 17 Uhr fand eine unangemeldete Demo gegen Zwangsräumungen und hohe Mieten durch das Myfest statt. Ab 18 Uhr sammelten sich viele Tausende am Lausitzer Platz. Die Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration unter dem Motto „Widerstand – Aufstand – Revolution! Gegen Krise, Krieg und Kapital!“ startete nach der Auftaktkundgebung gegen 18:45 Uhr. Die ersten Reihen der Demo wurden wie bereits im vergangenen Jahr von den griechischen GenossInnen gebildet. Bei der Demonstration gab es vier Blöcke. Ganz vorne lief der Internationalistische Block an dem sich auch griechische, türkische und kurdische AktivistInnen beteiligten, danach der Block von ALB und Avanti unter dem Motto „Ihre Krise unser Widerstand“, dann der Block für Klassenkampf, gegen Krieg und Repression vom Klassenkampf-Block, NoWar Berlin und dem Free-Mumia-Bündnis. Dahinter kam der Jugendblock von der Verdi Jugend, SDAJ und der Antifaschistischen Linken Jugend. Es gab während der Demo immer wieder Polizeiangriffe im vorderen Teil der Demo und Festnahmen. Die Demo erreichte gegen 21:15 die Parteizentrale der SPD und wurde um 21:30 beendet. Im U-Bahnhof Hallesches Tor setzte die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke am überfüllten Gleis ein. Laut Ermittlungsausschuss gab es insgesamt 63 gemeldete Festnahmen am 1. Mai.

Quelle: Linksunten Indymedia

2 Kommentare leave one →
  1. Permanente Polizeiprovokationen in Stuttgart wärend der 1. Mai-Demo permalink
    4. Mai 2014 12:26

  2. Jutta Ditfurth ~~~ »Die emanzipatorische, antiautoritäre Linke unterwirft sich keiner imperialen Macht« Rede zur Revolutionären 1. Mai-Demo in Berlin permalink
    19. April 2016 22:48

    2. Mai 2014

    Jutta Ditfurth

    BERLIN: 30.000 Menschen bei der Revolutionären 1.-Mai-Demonstration Es war vermutlich die größte Revolutionäre 1. Mai-Demo seit dem Beginn 1988. Man musste 40 Minuten warten, um die Demo von der Spitze – mit all den Fahnen, Transparenten, Parolen und Liedern (von Punk bis Arbeiterbewegung) – bis zum Ende an sich vorbei ziehen zu lassen. Es waren viele Gäste aus allen Ländern Europas dabei. Getragen wurde diese Demonstration wie schon seit Jahrzehnten von vielen, zum Teil sehr unterschiedlichen linken Gruppen: Antifaschistischen, internationalistischen, marxistischen, anarchistischen, feministischen usw. Insgesamt 7.000 Polizisten waren in Berlin für »Sicherheit und Ordnung« im Einsatz, was bedeutete, dass einige Hundertschaften immer mal wieder versuchten, in Abschnitte der Demonstration hineinzuschlagen: sie wurden davon gescheucht, wir waren einfach zu viele. Und die vielen jungen Demonstrant_innen blieben gelassen, so dass der Plan, die Demonstration zu stoppen, nicht aufging. Die Stimmung blieb bis zum Ende bestens. Die Abschlusskundgebung fand, mit Hinweis auf die Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten 1914, die Mitverantwortung für die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts 1919 und die Rolle der mitregierenden SPD in der Ukraine 2014, in der Nähe der SPD-Parteizentrale statt. [P.S.: Die Polizei schätzte 19.000 Teilnehmer_innen] Für die Ökologische Linke hielt ich eine der vier Reden bei der Auftaktkundgebung.

    Jutta Ditfurth

    »Die emanzipatorische, antiautoritäre Linke unterwirft sich keiner imperialen Macht«
    Rede zur Revolutionären 1. Mai-Demo in Berlin

    Erster Mai im Jahr 2014 – dem Jahr, in dem uns untergejubelt werden soll, dass nicht das deutsche Kaiserreich und nicht der deutsche Imperialismus wesentliche Schuld am Ersten Weltkrieg tragen, sondern englische, russische oder gar serbische »Schlafwandler«. Diesen Geschichtsrevisionismus brauchen die Herrschenden, um ihre aggressiven aktuellen geostrategischen Interessen zu verbergen. Interessen, die angeblich am Hindukusch verteidigt werden müssen und jetzt in der Ukraine. Aber die EU-Truppen müssen nicht nur raus aus Afrika. Nato und USA, die EU – und als ihre Führungsnation – Deutschland, sind mit Milliardenbeträgen, Geheimdiensten und nun auch mit Militärs in die Ukraine eingedrungen, um sie zu destabilisieren. Rechtsextreme und Faschisten wurden in Machtpositionen gehievt. Deutschland, EU, Nato und USA haben die Ukraine in einen anwachsenden Bürgerkrieg getrieben. Und selbstverständlich hat Russland Interessen und Grenzen, die es verteidigen will. Im »Kalten Krieg« hat die Systemkonkurrenz zwischen kapitalistischen und nicht-kapitalistischen Staaten, zwischen »Ost« und »West«, Freiräume für Befreiungsbewegungen geschaffen. Im Kalten Krieg, in Konkurrenz zur Sowjetunion und DDR, war die BRD genötigt sich als »Sozialstaat« zu präsentieren. Das ist mit der

    Auflösung der Sowjetunion und der DDR seit 1990/1991 vorbei. Ob Rot-Grün, Schwarz-
    Geld oder Schwarz-Rot: Es ist immer der Staat des Kapitals und der vernichtet die
    Rechte und Freiheiten, die sich die Arbeiter_innenbewegung, die Frauenbewegung, die
    Außerparlamentarischen Revolte (APO) und andere linke und demokratische
    Bewegungen in der deutschen Geschichte in teils blutigen Kämpfen erobert hatten.
    In der weltumspannenden Krise des Kapitalismus ist es für emanzipatorische,
    antiautoritäre Linke keine gute Idee, sich auf die Seite einer der konkurrierenden
    imperialen Mächte zu schlagen. Allen imperialistischen Gebilden liegt, auf verschiedene
    Weise, die kapitalistische Produktionsweise zugrunde. Das gilt nicht nur für
    Deutschland, die EU und die USA, das gilt auch für staatskapitalistische Formationen wie
    Russland oder China. – Die Unterwerfung unter Großmächte ist niemals eine Option!
    Der Kapitalismus treibt Menschen in den Wahnsinn.
    Teile der Mittelschicht verrohen. Teile des Kleinbürgertums radikalisieren sich nach
    rechts – die typische deutsche Lösung.
    Was für eine Kälte ist über die Leute gekommen?
    Aber nicht heute, nicht hier auf diesem Platz!
    Das Elend des Kapitalismus und auch die Angst vor Krieg treibt viele in den
    Irrationalismus, Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus. Davon profitieren
    Parteien wie die »Arschlöcher für Deutschland« auch AfD genannt, die NPD,
    faschistische »Freie Kräfte« sowie neue völkische Verschwörungen.
    Und »wir«, die antiautoritäre radikale Linke? Wir brauchen Gegenmilieus, die
    unberechenbar sind und subversiv, die klug sind, handlungsfähig und organisiert – eben
    radikal politisch.
    Das Ziel ist die Befreiung vom Kapitalismus, der die Natur zerstört und so unendlich
    viele Menschen versklavt, demütigt, ausbeutet, sie auf Giftmülldeponien krepieren, im
    Mittelmeer ertrinken und an den waffenstarrenden Grenzen der feindlichen Festung
    Europas zerschellen lässt.
    Es gibt nur ein Leben! Jeder einzelne Mensch auf dieser Welt hat das Recht darauf, sozial
    gleich und frei zu leben. Und es ist scheißegal, wo dieser Mensch geboren wurde!
    Im Herbst geht’s mit Blockupy gegen die Europäische Zentralbank in Frankfurt – ich
    hoffe viele von Euch dann dort zu sehen. Heute in Berlin geht es um ein glückliches und
    selbstbestimmtes Leben. Denkt, organisiert Euch, handelt und fegt den Kapitalismus
    hinweg!
    Wir brauchen die soziale Revolution weltweit.
    Passt heute Abend gut auf Euch auf. Tschüss!

    Mehr Informationen bei http://www.jutta-ditfurth.de und bei Facebook

    QUELLE http://www.jutta-ditfurth.de/dl/dl.pdfa?download=Ditfurth-BERLIN-20140501.pdf

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