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Aufruf und Infos zur libertären 1. Mai-Demonstration in Dresden

30. April 2014

dresden 1mai 2014Aufruf: Egal ob in Lohnarbeit, indirekt lohnabhängig, lernend oder erwerbslos – wir haben in den nächsten Jahren alles Andere als blühende Landschaften zu erwarten. Sozialer Kahlschlag und das Verschwinden der regulären Beschäftigungsverhältnisse zu Gunsten von Minijobs, Scheinselbständigkeit, Werkverträgen und Leiharbeit bedrohen den Großteil der Gesellschaft ebenso wie immer teurer werdende Mieten und machen damit die selbstbestimmte (Lebens-)Kultur unmöglich. Wir wollen diese Entwicklungen am 1. Mai auf unserer libertär-gewerkschaftlichen Demonstration thematisieren und untersuchen. Ebenso wollen wir heutige Alternativen und unsere aktuellen Kämpfe gegen die Verschlechterung unserer Lebensverhältnisse der breiten Öffentlichkeit präsentieren. In Abgrenzung zu feierlichen Reden und Bratwurst-Fest-Stimmung geht es uns dabei um gemeinsamen Austausch, Diskussion und die direkte Verbesserung unser täglichen Situation.

Da von wirtschaftlichen Verschlechterungen immer jene sozialen Gruppen am Stärksten betroffen sind, die durch gesellschaftliche Diskriminierung und Bevormundung ohnehin schon am Rand der Gesellschaft stehen, werden wir auch die besonderen Probleme von Migrant_innen und weiblichen Lohnabhängigen beleuchten. Paradox: Gerade die mangelnde transnationale Solidarität begünstigt, dass sich die Lohnabhängigen einzelner Länder gegeneinander ausspielen lassen und es so zu einer globalen Verschlechterung für alle kommt. Trotzdem nutzen Neonazis jedes Jahr den 1. Mai für antihumanistische, nationalistische Propaganda, in diesem Jahr z.B. wieder in Usti (CZ) und Plauen. Wir erklären unsere Solidarität mit Allen, die versuchen diese faschistische Hetze zu unterbinden. Gleichzeitig halten wir es in Zeiten wachsender wirtschaftlicher Not für ebenso wichtig eigene Alternativen auf die Straße zu bringen.

Letzte Infos zur Demo: Nach Gesprächen mit der Versammlungsbehörde hat sich unsere Demonstrationsroute noch einmal ein wenig verändert (siehe Plan). Euch erwartet zunächst ab 12 Uhr ein kleines Kulturprogramm mit einem Aufritt der Band „Alarm“, Kurzgeschichten und anderen politisch-spitzfindigen Texten. Anschließend werden wir in der Auftaktkundgebung über die Entwicklung der libertären Gewerkschaftsbewegung in Dresden, die geplanten Gesetzesänderungen zur Tarifeinheit, die aktuelle Situation für Leiharbeiter_innen uvm. berichten.

In den nachfolgenden Kundgebungen widmen wir uns der Gastronomie, transnationaler Gewerkschaftssolidarität, der Lage von Mieter_innen und Freiraumprojekten in Dresden und dem „Trotzdem“-Arbeitskampf.

Auf unserer Abschlusskundgebung im Alaunplatz wollen wir dann noch einmal über allgemeine Konzepte für einen libertären Wandel der Gesellschaft sprechen, dazu gibt einen Infostand und ein paar kleine Snacks. Im Park zu bleiben lohnt sich, denn im Anschluss findet noch eine kleine politische Mai-Lesung Freunden statt.

Zu beachten: Wir wünschen uns eine Demonstration an der möglichst viele Menschen mit einem libertären Anliegen mitwirken können, bitte nehmt deshalb untereinander Rücksicht und verhaltet euch respektvoll.

Da unsere Intension keine beliebige sondern eine klar libertäre ist, bitten wir um Verständnis das wir folgendes nicht dulden und ggf. einschreiten:

kein diskriminierendes oder gar übergriffiges Verhalten
keine rechten Aktivist_innen oder Menschen mit rechten Symbolen
keine Nationalsymbole oder prostaatliche Propaganda
keine Symbole oder Propaganda des autoritären Sozialismus
keine Werbung für Parteien oder autoritäre Organisationen

Da wir schätzungsweise von 12-17 Uhr unterwegs sein werden, empfehlen wir euch ausreichend Speis und Trank mitzunehmen. Für alle weiteren Fragen am Tag selbst wird unser Infotelefon unter 0157/ 386 495 18 geschalten sein.

Allen Menschen die an diesem Tag stattdessen nach Plauen und Usti fahren, um sich dort den Faschist_innen und ihrer rassistischen, arbeiter_innenfeindlichen Hetze in den Weg zu stellen, wünschen wir viel Glück und gutes Gelingen!

Quelle: Libertäres Netzwerk Dresden

One Comment leave one →
  1. überrascht permalink
    1. Mai 2014 00:43

    Das erste Mal, dass ich in der Jetztzeit lese, dass man sich Faschisten wegen ihrer Arbeiterfeindlichkeit entgegenstellen sollte.
    Top! Das ist wirklich mal ein Schritt weg von der Vertretung bourgeoiser Interessenpolitik. Richtig gut!

    Was ich allerdings nicht gut finde, ist vorab zu veröffentlichen, was „nicht geduldet“ wird. Das finde ich etwas zu autonom-rigoros und plump. Sowas sagt man nicht extra dazu, sondern handelt entsprechend, wenn es passiert, damit die Wirkung viel stärker und pädagogischer ist.

    Auch finde ich das Gegendere nicht gut, denn obgleich sich gegen den Faschismus und gegen Ausbeutung und ihre Auswirkungen auf Leben und Kultur ausgesprochen wird, macht man bei der politischen Umgangsform der bourgeoisen Political Correctness mit…wo soll da das Bewusstsein geschult werden, wenn man sogar solche unbedeutenden Fürze, wie Wörtchen vorgibt? Und wem – im Gegenzug dazu – soll es helfen, weil es angeblich irgendwelche Gruppen „berücksichtigt“? Berücksichtigt es denn überhaupt irgendwen? Oder ist es einfach eine soziologische Phantasie von der Uni? Eine abstrakte Idee, die mit der Realität nichts zu tun hat?

    Was aber wiederum sehr gut ist, sind die gehaltvollen Themen, die angesprochen werden sollen. So macht eine Demo – umgewandelt in eine interessante kulturelle und inhaltliche Veranstaltung über die Stadt verteilt – richtig Sinn. Das ist ein klasse Impuls, der richtungweisend sein kann, für die lahmende Demokultur in Deutschland.
    Die Einflechtung des Arbeitskampfes ist auch sehr gut.
    Allgemein muss man vielleicht noch sagen, dass es ein wenig sektiererisch ist, die angeblich „besonders Unterdrückten“ aus der Arbeiterklasse herauszufiltern. Das hat man ja als libertäre Bewegung nicht nötig, die den Menschen fokussiert.

    Also alles in allem spürt man natürlich noch den starken Einfluss zwanghafter, politischer Verhaltensweisen, aber vieles ist auch erfrischend zukunftsweisend.
    Das wird bestimmt eine richtig gute Mai-Demo und vielleicht der zarte Beginn eines Marsches aus der leidigen, isolierten Szene heraus.

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