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Sind die neuen Montagsdemonstrationen um Lars Mährholz und Ken Jebsen antisemitisch und rechts?

26. April 2014

leipzigIm folgenden veröffentlichen wir einen Text des Rappers Kaveh zu den neuen Montagsdemos, der auf dem Infoportal „Die Freiheitsliebe“ erschienen ist. Im Gegensatz zu anderen Stimmen aus der radikalen Linken (hier sind vor allem Jutta Ditfurth und die von der MLPD dominierte traditionelle Montagsdemobewegung zu nennen) bemüht sich diese Analyse nicht um eine reine Verdammung der Demonstranten, sondern stellt die Frage nach einem wirksamen Hinweinwirken mit antifaschistischen und antikapitalistischen Positionen. Wer in einem Betrieb arbeitet ist schließlich auch hier und da mit Verschwörungstheorien und rechten Ansichten konfrontiert und muss mit diesen in einem emanzipatorischen und überzeugenden Sinn umgehen. Unserer Ansicht nach hilft hier eine Pauschal-Verurteilung nicht weiter. Insbesondere auf Teilnehmer aus der Arbeiterklasse sollte in unserem syndikalistischen Sinne eingewirkt werden. (Red. Syndikalismus)

Seit knapp einem Monat gibt es bundesweit neue Montagsdemonstrationen (Mahnwachen) unter dem Motto: ‘‘AUFRUF ZUM FRIEDLICHEN WIDERS…TAND! FÜR FRIEDEN! IN EUROPA! AUF DER WELT! FÜR EINE FREIE, UNABHÄNGIGE PRESSE! GEGEN DIE TÖDLICHE POLITIK DER FEDERAL RESERVE (einer privaten Bank)!‘‘ Die Demos, die sich von Berlin auf 22 weitere Städte ausgebreitet haben, werden überwiegend über soziale Netzwerke wie Facebook organisiert.

Während zunächst nur einige hunderte von Menschen auftauchten, waren es zumindest in Berlin weit über tausend Demonstranten, die in den letzten Wochen zur Mahnwache kamen. Am Anfang wurden die Demos noch von den Mainstream-Medien ignoriert. Mittlerweile existieren aber schon mehrere Zeitungsartikel über die Mahnwachen, z.B. in der Taz, Berliner Zeitung, Spiegel Online etc. Es gab einen Beitrag beim Radiosender Deutschlandfunk, ein 3Sat Interview mit Jutta Ditfurth, ein Bericht über den Initiator der Mahnwachen auf tageschau.de und sogar ein Kommentar von Konstantin Wecker. All diese Beiträge haben gemeinsam, dass sie die Mahnwachen zum rechten und antisemtischen Spektrums zählen. Auch linke Friedensorganisationen und Gruppen wie ATTAC haben sich von den Organisatoren distanziert und eindeutig vor den neuen Montagsdemos und ihrer Unterwanderung durch rechte Strömungen gewarnt. Die ‘‘neue Friedensbewegung‘‘ treibt unterdessen einen offen zur Schau getragenen Keil zwischen regierungskritischen Aktivisten. Ist die scharfe Kritik an den Mahnwachen berechtigt?

Lars Mährholz

In einem Interview mit Voice of Russia vom 7.4.2014 und einer Stellungnahme vom 18.4 erklärt der 34-jährige Fallschirmspringer, frühere Event-Manager und Initiator der neuen Montagsmahnwache in Berlin, Lars Mährholz, dass er sich erst Anfang dieses Jahres verstärkt politisiert habe und die westliche Berichterstattung im Zuge der Ukraine-Krise als Anlass nahm auf die Straße zu gehen. Er war bisher nicht politisch organisiert, gehört keiner Partei an und fühlt sich weder dem rechten noch linken Spektrum zugehörig. Der Weltfrieden und alternative Informationsbeschaffung lägen ihm besonders am Herzen und er sieht das Zentralbanksystem und die Federal Reserve Bank (FED, die US-Notenbank) – die seit 100 Jahren der Auslöser von Kriegen sei, die Fäden auf dem Planeten ziehe und mächtiger daherkomme als die US-Regierung – als ‘‘den Anfang allen Übels‘‘. Darüber hinaus kritisiert er das Zinseszinssystem und Fiatgeld (ein Tauschmittel ohne innewohnenden Wert, das von der Regierung reguliert wird). Für ihn sind extreme Positionen auf der Mahnwache nicht erwünscht, also weder Rechtsextreme noch Linksextreme oder religiöse Fanatiker sind willkommen. Zugleich spricht er sich gegen die Spaltung in ein linkes und rechtes Lager aus und versucht Menschen unterschiedlicher Couleur, politischer Gesinnungen, Religionen etc. zu mobilisieren. Er tritt ausdrücklich für einen friedlichen Widerstand ein, da ‘‘Gewalt nie eine Lösung ist‘‘ und ‘‘nie eine Veränderung auf dem Planeten hervorrufen‘‘ könne. Nur mir Frieden und Liebe sei eine Veränderung möglich. Wo die Veränderung konkret hinführen soll, geht aus dem oben genannten Interview und Statement von Mährholz allerdings nicht hervor. Die Kooperation für den Frieden – ein Dachverband der Friedensbewegung, dem mehr als 50 friedenspolitische Organisationen und Initiativen angehören – schrieb vor kurzem: ‘‘Auf eine nicht nur zufällige Verbindung zum Rechtsextremismus deutet hin, dass Lars Mährholz zeitweise auf seiner Webseite unter der Überschrift „Einige unserer Volksvertreter wachen auf!“ nur einen einzigen per Video zu Wort kommen lässt: Karl Richter, Stadtrat und Vorsitzender der Bürgerinitiative Ausländerstopp (BIA) und Leiter des Parlamentarischen Beratungsdienstes der NPD-Landtagsfraktion im Sächsischen Landtag!‘‘ Darüber hinaus hat Mährholz auf seiner Facebook-Seite ein Bild gepostet, wo die (jüdische) Rothschild-Familie quasi als Weltherrscher in Erscheinung tritt. Dies deutet zwar auf anti-jüdische und rassistische Ressentiments hin. Gleichzeitig distanzierte sich Mährholz aber jüngst von der Rede einer ‘‘jüdischen Weltverschwörung‘‘ und auch vom Gedankengut des von völkisch-rassistischen Aussagen durchdrungenen Videos, das auf der angeblich von Rechten gekaperten Facebook-Seite von Anonymous Deutschland gezeigt wurde. Seine Ausführungen über die FED und Zinseszins weisen zwar auf eine – von der sog. ‘‘Zeitgeist-Bewegung‘‘ inspirierte – verkürzte Kapitalismus-Kritik und Verharmlosung der Nazi-Verbrechen hin. Dies aber als antisemitische Chiffre zu enttarnen ist undifferenziert und führt angesichts seiner Distanzierung von der Existenz einer ‘‘jüdischen Weltverschwörung‘‘ auch deutlich zu weit. Es scheint eher so zu sein, als vertrete Mährholz eine Weltanschauung, die sog. verschwörungstheoretische Perspektiven mit naivem Hippietum und einem Hauch von Esoterik vermischt und sich außerdem vom Gedankengut aller möglichen politischen Strömungen beeinflussen lässt. Mährholz ist also durchaus kritikwürdig. Aber ihn als rechten Antisemiten hinzustellen, scheint nach dem, was er bisher von sich gegeben hat wohl unangemessen zu sein. Wie sieht es mit Ken Jebsen aus?

Ken Jebsen

Der 48-jährige Journalist Ken Jebsen (geb. Moustafa Kashefi) ist ein brillanter Rhetoriker und Entertainer, der sich als vorübergehender Hauptredner der Berliner Mahnwachen herauskristallisiert hat. Er ist ein Kritiker der US-Außenpolitik, Nato, israelischen Kolonialpolitik und westlicher Menschenrechtsverletzungen. Er kritisiert die zerstörerischen Ausmaße der Konsumgesellschaft, die Ausbeutung der Mehrheit durch Geldeliten und die Desinformationen, die von den Mainstream-Medien gestreut werden. Er vertritt auch sehr kontroverse Thesen, wenn er die offizielle Version von 9/11 infrage stellt und suggeriert, dass die Anschläge von der US-Regierung inszeniert worden seien. Zwar benutzt Jebsen in seinen provokativen und stark zugespitzen Texten und Beiträgen gelegentlich unglückliche Formulierungen, welche die nötige Sensibilität vermissen lassen und analytisch sowie methodisch eher fragwürdig sind. In seiner Berichterstattung über die mediale Hetze gegen Länder wie Russland werden zudem menschenrechtsverletzende Praktiken wie die von Putin kaum thematisiert oder kritisiert. Dennoch wurde er – wie schon so oft, wenn Israel kritisiert wird – zu Unrecht als Antisemit verleumdet und seine Radiosendung daraufhin vom RBB abgesetzt. Seitdem arbeitet er als unabhängiger Journalist und betreibt die Internetsendung KenFM. Obwohl sich Jebsen gegen das Lagerdenken in rechts und links ausspricht, vertritt er klassisch linke Positionen des Anti-Imperialismus, die man ja in Deutschland bei vielen von der antideutschen Weltanschauung geprägten Linken gänzlich vermisst. Und auch wenn es für ihn in der journalistischen und politischen Praxis weder links noch rechts gibt, machte er in seiner Rede während der Berliner Mahnwache vom 14.4.14 unmissverständlich klar, wo er politisch steht: ‘‘Rechts ist natürlich das Kapital, Rechts ist natürlich die Ausbeutung, Rechts heißt natürlich über Leichen gehen. Und Links heißt natürlich dagegen ankämpfen…Links heißt natürlich solidarisch sein, aber es reicht nicht es bloß am Schreibtisch zu tun…Wenn du möchtest, dass sich die Bewegung in die richtige Richtung entwickelt, dann komm doch hierher…Ihr [Linken] seid herzlich willkommen.‘‘ Tatsächlich ist da etwas dran, wenn Jebsen auf seiner Facebook-Seite Kurt Tucholsky zitiert: ‘‘Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.‘‘ Bei vielen Linken bekommt man in der Tat den Eindruck, dass sie lieber vermeintliche Antisemiten entlarven und brandmarken, anstatt die Wirtschaft, Kriegstreiber, Banken und ihre politischen Handlanger zur Rechenschaft zu ziehen, da viele Linke die personalisierte Kapitalismuskritik ablehnen und dahinter einen strukturellen Antisemitismus erkennen. Personalisierte Kapitalismuskritik nimmt bei einigen tatsächlich antisemitische Züge an, da sie den Kapitalismus fälschlicherweise mit sog. ‘‘jüdischen Finanzkapital‘‘ in Verbindung bringen, ohne den multi-ethnischen, transnationalen und multi-religiösen Charakter der milliardenschweren ‘‘Global Player‘‘ zur Kenntnis zu nehmen. Personalisierte Kapitalismuskritik ist auch immer verkürzte Kapitalismuskritik, da die Bewegungsgesetzte und Eigendynamik des Kapitalismus als das heute dominierende gesellschaftlich-ökonomische System unberücksichtigt bleiben. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Kritik an globalen Geldeliten und multinationalen Konzerne an sich unzutreffend ist, sondern mit einer Kritik an der noch wesentlicheren kapitalistischen Eigentums,- Herrschafts,- Konsum,- Tausch,- Verteilungs,- und vor allem Produktionsverhältnissen einhergehen sollte. Karl Marx, z.B., hat zwar darauf hingewiesen, dass die Ausbeutungsmechanismen des Kapitalismus nicht in erster Linie von den Kapitalisten selbst verursacht werden, sondern von systemimmanenten Charakteristika wie dem ständigen Zwang zur Profitmaximierung herrühren, dem die Kapitalisten permanent unterworfen sind. Allerdings ist er nicht davor zurückgeschreckt, Kapitalisten persönlich für unmenschliche Handlungen verantwortlich zu machen. Denn er vertrat die Auffassung, dass die Umwälzung der Verhältnisse keine natürliche Gesetzmäßigkeit darstelle, sondern von den Unterdrückten aktiv erkämpft werden müsse. Da viele Linke jedoch zum bürgerlichen Establishment gehören und Teil des Systems geworden sind, von dem sie profitieren, sehen sie die transnationalen Konzernen, bürgerlichen Parteien und Mainstream-Medien als ihre strategischen Verbündeten. Daher sind viele selbsternannte Linke auch nicht so sehr an einem Systemwechsel interessiert.

Die Gefahr der Vereinnahmung von rechts – Andreas Popp und Jürgen Elsässer

Trotz der Übertreibung und Diffamierung von Seiten der Massenmedien sowie einiger linker Gruppen und Personen, bergen die Montagsdemos dennoch ein gewisses Gefahrenpotential, über das man nicht einfach so hinweg schauen kann: Für die Mahnwache am 21.4 sind in Berlin Reden von Andreas Popp und Jürgen Elsässer geplant. Linksuntern.indymedia.org schreibt: ‘‘Andreas Popp ist ein Goldhändler, Autor und Medienunternehmer mit einem Faible für Verschwörungen, Pseudomedizin und Esoterik, der regelmäßig bei zwielichtigen Veranstaltungen auftritt, wie z.B. bei “Bewusst TV” des Rechtsaußen-Esoterikers und “Kommissarische Reichsregierung (KRR)”-Anhängers Jo Conrad, oder bei der “Antizensurkonferenz (AZK)” des Sektengründers Ivo Sasek. Auf der AZK tritt so ziemlich alles auf, was in der rechtsesoterischen/verschwörungsideologischen Szene Rang und Namen hat: Anhänger*innen der “Germanischen Neuen Medizin (GNM)”, Chemtrails-Paranoiker*innen, HIV/AIDS-Leugner*innen u.v.a.m., aber beispielsweise auch die wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilte Nazi-Anwältin Sylvia Stolz (Freundin von Horst Mahler).‘‘ Über Popp bezieht ATTAC in einer Warnung ‘‘vor den rechten Montagsdemonstrationen‘‘ folgendermaßen Stellung: Er ‘‘gehört zur sogenannten Wissensmanufaktur, mit der er seit langem für einen “Plan B” wirbt, mit dem Untertitel “Revolution des Systems für eine tatsächliche Neuordnung”. Popp und sein Mitautor Albrecht beziehen sich dort positiv auf die antisemitische Hetzschrift “Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft” von Gottfried Feder, den sie als “großen Wirtschaftstheoretiker” würdigen. Feder war bis 1933 einer der führenden Wirtschaftstheoretiker der NSDAP. Mit seinen Thesen zur Zinsknechtschaft und seiner antisemitischen Hetze hatte er großen Anteil an den Wahlerfolgen der NSDAP. In “Mein Kampf” streicht Hitler mehrmals die hohe Bedeutung heraus, die die Thesen Feders für ihn hatten.‘‘ Der Journalist und Chefredakteur des Magazins Compact Jürgen Elsässer wiederum war früher Mitglied des Kommunistischen Bundes und Teil der antideutschen Bewegung, wovon er sich später aber distanzierte. Er gründete 2009 die „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“. Elsässer vertritt teils menschenverachtende und rechte Positionen. Er sympathisierte und verteidigte sogar offen die Politik von Ahmadinejad und auch diejenige Putins. Nach dem vermeintlichen Wahlerfolg Ahmadinejads im Jahre 2009 befürwortete er die brutale Niederschlagung der ‘‘Grünen Bewegung‘‘ im Iran. Er schreibt z.B., ‘‘Gut, dass Ahmidenedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.‘‘ Abgesehen davon vertritt Elsässer nicht nur homophobe Standpunkte. Er behauptet auch, dass Thilo Sarrazin mit seinem Buch ‘‘Deutschland schafft sich ab‘‘ im Kern Recht habe. Sarrazin, schreibt er, ‘‘macht – als erster aus der politischen Klasse – einen Vorschlag, wie Deutschland als Nationalstaat und als Sozialstaat gerettet werden kann. Dazu gehört: Die ungehinderte Zuwanderung in die Sozialsysteme – über bedingungslose Transferzahlungen werden Leute aus aller Herren Länder regelrecht hergelockt, die kein Interesse an diesem Land, seiner Sprache und Kultur haben müssen, um weiter Knete zu beziehen, die weit über dem Arbeitseinkommen in ihren Herkunftsländern zu beziehen – muss sofort beendet werden.‘‘ Nach dem 4:4 der deutschen Fußball Nationalmannschaft gegen Schweden (2012) schrieb Elsässer sogar folgende Worte: ‘‘…absolut TÖDLICH ist das Vermischen: Wenn den Deutschen ihr Fleiß und ihre Kampfkraft ausgetrieben werden soll – und die heißblütigen Südländer ans Kreuz der preußischen Arbeitsdisziplin geschlagen werden“. Umso bedauerlicher ist es, dass Ken Jebsen eng mit Elsässer zusammenarbeitet. Jebsen lud ihn schon öfters in seine Sendung ein. Er schreibt immer wieder Artikel und moderiert Veranstaltungen für das Compact-Magazin von Elsässer. Während man über diese Zusammenarbeit geteilter Meinung sein kann, ist Elsässers geplante Rede auf der Montagsdemo nicht akzeptabel. Noch sind die Mahnwachen politisch heterogen, aber falls Menschen mit rechten Argumentationsmustern wie Popp und Elsässer zum Sprachrohr der Mahnwachen werden sollten, besteht die Gefahr, dass menschenverachtende Ideologien wie völkische, rassistische und chauvinistische Gesinnungen gefestigt werden und mithilfe der Mahnwachen noch mehr Verbreitung finden. Nur eine Distanzierung gegenüber solchen Personen und Gruppen ebnet den Weg für eine längerfristige Beteiligung und strategische Zusammenarbeit.

Ausblick

Die während der Mahnwachen von Jebsen und Mährholz häufig gefallene Aussage, ‘‘wir sind nicht gegen etwas, sondern für Frieden‘‘ und die ablehnende Haltung sich politisch klar zu verorten birgt die Gefahr, dass rassistische, homophobe oder anti-jüdische Gesinnungen anschlussfähig werden und populistische- und rechtsradikale Kräfte wie die AFD, NPD oder rechte Anonymous-Anhänger für die Mahnwachen werben und unterwandern, was sie ja teilweise sogar schon tun. Eine klare anti-nationalistische Positionierung und Distanzierung gegenüber Persönlichkeiten wie Popp und Elsässer wäre daher von Seiten der Veranstalter absolut notwendig, um der Infiltration menschenverachtender Ideologien entgegenzutreten. Bevor dies nicht geschieht ist äußerste Vorsicht geboten. Da Linke ja ausdrücklich von Jebsen und anderen eingeladen wurden sich an den vermeintlich hierarchielosen und dezentralen Mahnwachen zu beteiligen, sollte sich die anti-imperialistische Linke tatsächlich fragen, ob sie diese Plattform nicht nutzen sollte, um die verkürzte Kapitalismuskritik von Mährholz und co. zu problematisieren, eine kritischere Auseinandersetzung mit Machthabern wie Putin anzustoßen und wichtige Inhalte wie die rassistische Flüchtlingspolitik der BRD zu thematisieren? Ob man dort solche Positionen überhaupt toleriert, muss von den Organisatoren und Demonstranten der Montagsdemos aber erst noch bewiesen werden. Linke Gruppen und Aktivisten organisieren schon seit langem zahlreiche Friedensdemonstrationen und Mahnwachen. Dass jedoch eher unpolitische bzw. politisch nicht klar einzuordnende Bürger und Menschen aus dem sog. verschwörungstheoretischen Spektrum es schaffen, tausende von Menschen für Demos zu mobilisieren scheint relativ neu zu sein. Daher sollten sich Linke schon die Frage stellen und darüber diskutieren, ob sie in diesen mit dem politischen und wirtschaftlichen System unzufriedenen Menschen nicht strategische Verbündete sehen sollten, anstatt sie zu dämonisieren? Natürlich vorausgesetzt diese verfolgen keine rassistischen, homophoben, antisemitischen oder andere diskriminierende Meinungen und Ziele.

Quelle: Die Freiheitsliebe

50 Kommentare leave one →
  1. Anonymous permalink
    26. April 2014 10:39

    siehe diesen Kommentar von Pedram Shahyar: http://pedram-shahyar.org/2014/04/montagsmahnwachen-tahrir-oder-teaparty.html

    Die Facebookseite von Kaveh: https://de-de.facebook.com/kavehtracks ,
    dort finden sich weitere Kommentare von ihm…Kaveh hat einen Link geteilt.
    23. April…
    Es ist erschreckend wie einseitig die Massen-Medien und unterschiedliche linke Gruppen und Aktivisten von den Montagsdemos berichten. Ich bin am Montag demonstrativ mit meinem Spuck auf Rechts T-Shirt auf die Mahnwache zum Potsdamer Platz gefahren und habe mir das ganze Live angeschaut. Es waren zwar Anhänger und Parteifunktionäre der NPD, Pro Deutschland, AFD etc. anwesend, aber genauso auch eher unpolitische Menschen, Linke, Punks usw. und selbst eine Solidaritäts-Flagge mit den Flüchtlingen am O-Platz wurde geschwungen. Es war also ein durchmischter Haufen von 1500-2000 Menschen, die zur Mahnwache kamen. In diesem Kontext sollte man nicht vergessen, dass die Demonstranten früherer Anti-Kriegs-Bewegungen auch heterogen waren und von links bis rechts alle möglichen Strömungen vertreten waren.
    Die Redebeiträge, die ich miterlebt habe (u.a. von Mährholz, Popp und Elsässer) hatten keinen diskriminierenden Unterton und Wojna, der Rapper von der Bandbreite, hat sich selbst sogar ausdrücklich als Linker bezeichnet.
    Diese ‘‘neue Friedensbewegung‘‘ schafft es relativ viele Menschen zu mobilisieren und für die Kriegsgefahr zu sensibilisieren, was die linke Friedensbewegung in den letzten Jahren leider versäumt hat, während einige… s.o.

  2. 26. April 2014 10:56

    ja, sie sind rechts und auch imklassischen sinne antisemitrisch – die gleichen Bemühungen gab es schon vor 7 Jahren aus dem gleichen Klientel gesteuert nur mit anderen „Charavolutkterköppen“ –
    Das nannte sich „gelbe Revolution“ und „Marsch auf Brüssel“ und es war die gleiche Mischung aus alex joneses, ronpaulses, infowarriors, free-energy-nazis, kopp verlag etc.!!

    Die beschriebenen Gruppen haben diese „Wahn-machen“ nicht unterwandert sondern iniziiert!!
    es schreibt iIllusionen schaffend in diesem Artikel:
    “ dass man dort solche Positionen überhaupt toleriert, muss von den Organisatoren und Demonstranten der Montagsdemos aber erst noch bewiesen werden.“
    und das ist leider bei allen Foren, allen dusseligen Facebookgruppen, schon längst bewiesen worden!!
    inclusive dass die „Neurechten“ Listen erstellen von Leuten, die kritisch berichten und zu blockieren sind!
    als jemand, der selber zwischen Antisemitismus und dem Anprangern der Verbrechen des Staates Israel genau unterscheidet, muss ich sagen, dass ich vor ca. einem Jahr noch versucht habe, mit Ken Jebsen über seine Affinität zu Elsässer und seinem Compact -Magazin kritisch zu diskutieren, das verlief im Sande und ich bin der festen Ansicht, dass – nach seinem Rausschmiss aus dem RBB aus der sog. Linken nur Antideutsche da waren, und sich an dem Shitstorm beiteiligt haben – das hat mit bewirkt, dass er sich diese falschen Freunde ausgesucht hat, die ihn mit offenen Armen – indoktriniert haben! das soll natürlich keine Rechtfertigung für Ken Jebsen sein, eher eine Erklärung, wie es dazu kam!
    – mit Holocaust-Leugnern will ich nämlich nichts zu tun haben, so wie mit Querfront überhaupt –
    der Autor hat ja schon erwähnt, dass die inhaltliche Auseinandersetzung damit unter Kollegen geschieht. Die nehme ich aber nicht zu solchen Menschenfängern mit!

    auch Illusion “ Eine klare anti-nationalistische Positionierung und Distanzierung gegenüber Persönlichkeiten wie Popp und Elsässer wäre daher von Seiten der Veranstalter absolut notwendig, um der Infiltration menschenverachtender Ideologien entgegenzutreten.“
    Wenn die Veranstalter gerade diese Popps und Elsässers und weitere klar als Nazis zu verortende Gestalten sind, hat es wenig Sinn, sie aufzufordern, sich von sich selbst zu distanzieren!
    Sie „distanzieren“ dann einfach DIch! –

    wenn man alleine die screenshots der frauen verachtenden drohungen gegenüber Kritikerinnen liest, und nicht nicht nur gegen jutta ditfurth, und auch gegen sie schon am Anfang ihrer Kritik, dann weiss man,was da für „friedensfreunde“ agieren!!

  3. Erika permalink
    26. April 2014 16:49

    Die Situation scheint an verschiedenen Orten recht unterschiedlich zu sein. In Hamburg und Berlin machen die Rechtsoffenen ihre eigenen Wahnmachen. In Bremen soll die Hartz-IV-„Montagsdemo“ gezielt unterwandert worden sein. In Essen ist offenbar jemand als Spalter beschimpft worden, weil er auf anwesende Rechtsextreme („White Power“) hingewiesen hat.

    Gibt es möglicherweise AugenzeugInnen- oder gar Erfahrungsberichte zu diesen Veranstaltungen?

  4. FED: Ursprung und Geschichte des Federal Reserve Systems permalink
    26. April 2014 21:12

    Florian Kirner von „Hinter den Schlagzeilen“ befragt Dr. Norbert Finzsch, Professor für angloamerikanische Geschichte an der Universität zu Köln, zur Entstehungsgeschichte und der Funktion der FED.

    Entgegen der in vielen verschwörungstheoretischen Zirkeln geteilten Meinung handelt es sich, wie er darstellt, nicht um eine rein private Bank. Er stellt die politische Funktion der Bank und ihre internationale Einbindung in das globale Finanzsystem dar. Außerdem äußert es sich zur langen antisemitischen Tradition der Kritik dieser Zentralbank und zeichnet deren Ursprünge in der verkürzten Kapitalismuskritik nach, die nur die Zikulationssphäre und nicht die Produktion als eigentlicher Ort der Entstehung von Mehrwert und Ausbeutung in den Blick nimmt.

  5. Ein bisschen Frieden... Die rechten Montagsdemos permalink
    2. Juni 2014 22:30

    Ein bisschen Frieden… Die rechten Montagsdemos

    „Wir sind das Volk“ riefen die Menschen 1989 bei der friedlichen Revolution in Leipzig. Heute gibt es eine neue Art von Montagsdemos. Wofür diese Bewegung steht, ist jedoch nicht ganz klar.

    • Völkische Friedensfreunde: Querfront-Strategen, Reichsbürger und Verschwörungsgläubige permalink
      21. September 2014 01:18

      Mar­tin Was­ser­mann hat sich am 15.​06. auf einer Ver­an­stal­tung in der Kie­ler Pumpe den „Mon­tags­mahn­wa­chen für den Frie­den“ ge­wid­met.
      Dabei hat er sehr de­tail­liert Ver­bin­dun­gen wich­ti­ger Ak­teu­re der Mahn­wa­chen in ein ex­trem rech­tes und an­ti­se­mi­ti­sches Mi­lieu auf­ge­zeigt.
      Was für Kiel al­ler­dings wei­ter­hin eine of­fe­ne Auf­ga­be bleibt, ist es, zu be­leuch­ten, wie der ge­sell­schaft­li­che Wahn den in­di­vi­du­el­len Wahn der an den Mahn­wa­chen teil­neh­men­den Leute prägt.

      Völkische Friedensfreunde: Querfront-Strategen, Reichsbürger und Verschwörungsgläubige

  6. Die "Ikonen" der rechten Friedensbewegung 2014 permalink
    3. Juni 2014 00:00

    Die „Ikonen“ der rechten Friedensbewegung 2014

    [Teil 1 is wat anderes von D-Radio]

    Ein Interview mit Volkmar Völk zu den „Wortführern“ der „Friedensbewegung 2014“: Jürgen Elsässer, Andreas Popp, Ken Jebsen und Lars Mährholz.

    Quelle: http://www.freie-radios.net/64032

  7. Die Montagsmahnwachen und die Reichsbürger permalink
    25. Juni 2014 01:20

    • Ken Jebsen +++ Sturm auf den Reichstag 2014 permalink
      5. Oktober 2014 20:04

      Ken Jebsen +++ Sturm auf den Reichstag 2014

      • willy permalink
        6. Oktober 2014 17:52

        da wächst zusammen was zusammen gehört

  8. Die Antifa und der "Brandanschlag" auf die Mahnwache Leipzig permalink
    25. Juni 2014 01:31

  9. Die völkische Friedensbewegung 2014 permalink
    25. Juni 2014 01:36

    Die völkische Friedensbewegung 2014

  10. Xavier Naidoos rechte Thesen permalink
    24. August 2014 00:58

    Xavier Naidoos rechte Thesen: Vom Popstar zum Populisten

    Eine Kolumne von Georg Diez

    Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus: Xavier Naidoo glaubt, Deutschland sei “immer noch besetzt” und werde von Pädophilen bevölkert – jetzt tritt der Soulsänger auf Demos der Neuen Rechten auf.

    (…)

    Hinter all dem Schmuse-Schmarrn, der seine Musik schon immer schwer erträglich gemacht hat, hinter all dem Gottes-Gewimmer, das in atheistischen Zeiten schon als Glauben durchgeht, hinter all dem Ich-singe-wie-Deutsche-sich-Soul-vorstellen-Klimbim steckt ein Mensch, der sich aus seinen Ressentiments eine Weltanschauung gezimmert hat. Bei dieser werden Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus, Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Friedensgeraune zu einer dunklen Suppe verrührt, wie sie auf den neurechts-gekaperten Montagsdemonstrationen seit Monaten serviert wird.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/xavier-naidoo-auf-montagsdemos-ueber-deutschland-und-paedophile-a-987539.html

  11. Eskalation auf der Mahnwache in Halle (Saale) vom 23.08.2014 permalink
    8. September 2014 01:50

    Eskalation auf der Mahnwache in Halle (Saale) vom 23.08.2014

    Auf der überregionalen Wahnmache am 23.08.2014 in Halle (Saale) ist es zu einer Eskalation gekommen. Während einer schwülstigen Rede von Marsili Cronberg kam es zu einem Eklat. Eine saukomische Szene. Die Clowns vom Mahnwachen-Wander-Zirkus bekommen sich mit einem Reichsbürger in die Haare. Der Chemnitzer Wutbürger Michael Dienelt, hier mit Megafon ausgerüstet, ist auch mit von der Partie.

    • Friedensbewegung 2014 - Wer sind die Montagsdemonstranten? permalink
      21. September 2014 01:08

      Friedensbewegung 2014 – Wer sind die Montagsdemonstranten?

      Seit Mitte März gibt es in Deutschland eine neue Bewegung. Sie firmiert unter dem Begriff „Montagsmahnwache“ oder „Montagsdemos 2.0“. Binnen kurzer Zeit hat sie es geschafft, mittels Internet und Demonstrationen bundesweites Aufsehen zu erregen. Wofür diese Bewegung steht, ist jedoch nicht ganz klar. Nach außen hin firmiert sie als Friedensbewegung. Kritiker sehen sie jedoch als Ergebnis verschwörungstheoretischer und radikaler insbesondere rechtsradikaler Umtriebe.

      Weiterlesen: http://www.deutschlandfunk.de/montagsdemos-ein-bisschen-frieden.1818.de.html?dram:article_id=283526

    • Frieden schaffen ohne Rothschild? -- Das braune Gift der Querfront permalink
      26. September 2014 00:19

      Frieden schaffen ohne Rothschild? — Das braune Gift der Querfront

      »Frieden schaffen ohne Rothschild? — Das braune Gift der Querfront«.
      Vorträge und Diskussion zu den neuen Mohntagsdemonstrationen bzw. Mahnwachen für den Frieden.
      Podium:
      Jutta von Ditfurth (Autorin, Ökologische Linke),
      Utz Anhalt (Historiker und Politologe),
      Maik Bähre (Sprecher des FDS Hannover)
      Hannover, 18.06.2014

    • KenFM über Zionistischer Rassismus -- Das braune Gift der Querfront permalink
      26. September 2014 01:42

      KenFM über Zionistischer Rassismus

  12. Jo Conrad auf der Nord-West-Mahnwache 26.07.2014 | Bremen permalink
    8. September 2014 02:00

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jo_Conrad

  13. KenFM am Set: Freie Berichterstattung bei der TAZ? Fehl am Platz! permalink
    15. September 2014 18:22

    • Revisionistische Friedensengel permalink
      16. September 2014 11:45

      Rechte Montagsdemo in Berlin
      Revisionistische Friedensengel

      Sie wollen weder rechts noch links sein: Ex-Linke, Verschwörungstheoretiker und NPD-Kader kommen im Namen des Friedens zusammen.

      Prominenter Kundgebungsteilnehmer: der NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke. Bild: imago/christian mang

      BERLIN taz | Mit Frieden hatte die Kundgebung der „Friedensbewegung 2014“ in Berlin nichts zu tun. Zwar wurden an die gut 1.500 Teilnehmer, die sich am Montagabend auf dem Potsdamer Platz eingefunden hatten, Aufkleber mit der Friedenstaube verteilt. Doch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Thematik entfiel weitestgehend.

      Dafür waren die Redner, die aus einem improvisierten Partyzelt durch ein krächzendes Mikrofon zur Menge sprachen, zu sehr mit sich selbst beschäftigt, zu sehr arbeiteten sie sich an den angeblichen Lügen und Unterstellungen der Mainstream-Medien ab.
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      Montagsdemo-Initiator Lars Mährholz hatte für die ambitionierte Aufgabe, die rechten Tendenzen seiner Bewegung zu negieren, deren Spitzenpersonal geladen. Neben ihm traten Compact-Herausgeber Jürgen Elsässer und Verschwörungstheoretiker Andreas Popp auf, im Publikum befand sich der ehemalige RBB-Moderator Ken Jebsen.

      Mährholz selbst gab die zentralen Botschaften des Abends vor. Die eine war, dass es „Bullshit“ sei, dass seine Bewegung dem rechten Spektrum entspringe und in diesen Gewässern fische. Dass sie bald etwas verändern werde, mit Millionen von Menschen, europaweit, war die andere.
      Kleinster gemeinsamer Nenner

      Ungeduld im Publikum war angesichts der fehlenden Inhalte und konkreten Forderungen nicht auszumachen. Stattdessen erfreuten sich die überwiegend männlichen Teilnehmer am selbstbeschwörenden Mantra ihrer männlichen Vordenker: Man stehe hier zusammen, weil man durchschaut habe, was schief laufe.

      Die Schlagworte dieses Mantras lauten: 3. Weltkrieg, Ukraine, Propaganda-Medien, Milliardäre, FED. Übersetzt: Die US-Notenbank wird von den reichsten Menschen der Welt dazu benutzt, Kriege zu führen – und die nicht-souveräne Bundesrepublik und ihre Medien unterstützen sie dabei. So vielfältig, sich das Publikum zusammensetzte: Auf diese Behauptung dürften sich die meisten der Anwesenden einigen können.

      Darüber hinaus versuchten viele der Anwesenden, andere Teilnehmer von ihren jeweiligen kruden Ideen zu überzeugen. So schritt durch die die Reihen eine junge Frau mit einem Flugblatt, dass die Deutschen als „staatenlos“ bezeichnet, weil das NS-Staatsangehörigkeitsrecht angeblich erst 2010 außer Kraft gesetzt wurde – aber nicht durch ein neues Gesetz ersetzt. Andere forderten auf ihren Schildern und Transparenten „USA go home“ oder „Wahrheit statt alliierter Geschichtsschreibung“.
      Weder rechts noch links

      Als Rechte oder gar Faschisten versteht sich die überwiegende Mehrheit der Montagsdemonstranten trotzdem nicht – das Selbstverständnis ist ein anderes. Viel Zustimmung erhielt etwa der Ex-Linke Elsässer, der den Großteil seiner Redezeit darauf verwendete, den Gegensatz zwischen links und rechts als überholt darzustellen. Beides seien „alte Kategorien“, die heute keinen Wert mehr besäßen. Wie er am Ende darauf kam, sich und die Anwesenden als die „wahren Antifaschisten“ zu bezeichnen, blieb dabei ein Rätsel.

      Befremden wird Elsässer mit seiner Behauptung beim Berliner NPD-Vorsitzenden Sebastian Schmidtke ausgelöst haben. Dieser hatte sich zusammen mit „Ring Nationaler Frauen“-Aktivistin Maria Fank und einer Handvoll weiterer rechter Kader ins Publikum gemischt.

      Doch die „Friedensaktivisten“ ziehen nicht nur Rechte an. Anwesend und von Andreas Popp als Sympathisantin hervorgehoben war auch Sonja Karas, Mitglied des Landesvorstandes der Grünen in Brandenburg. Dort hat ihr Auftritt bei den Verschwörungstheoretikern am Dienstag zu einiger Aufregung geführt.

      Man versuche die Sache aufzuklären, sagte Simon Zunk, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Landesgeschäftsstelle der Partei gegenüber der taz. Die Bewegung halte man für „gefährlich, geschichtsrevisionistisch und höchst fremdenfeindlich“. „Wir unterstützen das keinesfalls“, so Zunk.

      http://www.taz.de/Rechte-Montagsdemo-in-Berlin/!137177

    • Ex-Attac-Aktivist Pedram Shahyar über Montagsdemos „Warum sollte ich pfeifen?“ permalink
      16. September 2014 12:22

      Ex-Attac-Aktivist über Montagsdemos
      „Warum sollte ich pfeifen?“

      Attac warnt vor den Montagsdemos. Mit Pedram Shahyar wird nun ein früher führender Aktivist in Berlin dort sprechen – und hofft auf linken Zulauf.

      taz: Herr Shahyar, woran denken Sie, wenn Sie Kondensstreifen am Himmel sehen?

      Pedram Shahyar: Das sind die Abgase von Flugzeugturbinen.

      Bei den neuen Montagsdemos – auf einer davon wollen Sie heute in Berlin sprechen – treten auch sogenannte Chemtrailer als Redner auf. Die glauben, die Kondensstreifen seien etwas, womit die Regierung der Bevölkerung schaden wolle, und das werde uns verheimlicht. Wie verrückt sind die Demonstrationen?

      Ich finde die Frage tendenziös. Man kann eine soziale Bewegung nicht auf einzelne Verschwörungstheorien reduzieren. Die montäglichen Mahnwachen haben ein ganz klares friedenspolitisches Profil, Auslöser war der Konflikt in der Ukraine.
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      Einer der Hauptredner in Berlin ist der frühere RBB-Moderator Ken Jebsen, der nicht nur einen Hang zu obsessiver Israelkritik, sondern auch zu Verschwörungstheorien hat. Jebsens Rede bei den Montagsdemos sei „astrein“ gewesen, schreiben Sie im Freitag. Auf seiner Rede am 14. April sagt er: „Amerikanische Special Forces agieren in der Ukraine, um einen Bürgerkrieg zu generieren, damit endlich die Nato zuschlagen kann.“ Teilen Sie diese Ansicht?

      Ich kann nicht sagen, ob das stimmt, ich habe dazu nicht recherchiert. Ich weiß aber, dass einen Tag vor der ersten Offensive der ukrainischen Armee in der Ostukraine der CIA-Chef in Kiew war.

      „Die Massenmedien versuchen, die Menschen auf einen Krieg vorzubereiten“, sagt Jebsen.

      Das ist absolut richtig. Die Berichterstattung über die Ukraine in den deutschen Medien ist sehr einseitig. Das geben inzwischen auch viele Journalisten zu.

      ————————————KASTEN——————————–

      im Interview:
      Pedram Shahyar 41, war Mitglied im Koordinierungskreis von Attac. Heute ist er Lehrbeauftragter an der FU Berlin (Thema: Michel Foucault) und der „Inbegriff des Aufstandstouristen“ (taz). Zuletzt war er bei den Gezi-Protesten dabei.

      ————————————KASTEN——————————–

      Die These, dass die Massenmedien die Wahrheit verschweigen, ist ein essenzieller Bestandteil aller Verschwörungstheorien – und sie wird auch von der neuen Rechten vertreten, siehe etwa Thilo Sarrazin. Und nun kommen alle diese Verwirrten ebenso wie die Neurechten bis hin zu Sarrazin-Fan Jürgen Elsässer zu den Montagsdemos, um ihre kruden Thesen kundzutun.

      Ich verteidige nicht alles, was dort gesagt wird. Ich wehre mich aber gegen eine pauschale Kritik an den Teilnehmern, weil sie mehrheitlich aus demselben Spektrum kommen, wie das auch bei den Occupy-Demos war.

      Wenn das richtig wäre, bleibt die Frage: Warum pfeifen sie Leute wie Jebsen und Elsässer nicht aus?

      Es gab an Jebsen nichts auszupfeifen.

      Jebsen sagte auch: „Obama weiß ganz genau: Wenn er nicht aufpasst, endet er wie Kennedy, deswegen sagt er das, was er sagt, oder er schweigt.“

      Das ist eine verschwörungstheoretische Figur. Aber können Sie belegen, dass das nicht stimmt? Warum soll ich da pfeifen?

      ————————————KASTEN——————————–

      Neue Montagsdemos

      Was: Seit einigen Wochen gibt es in deutschen Städten wieder Montagsdemonstrationen – dieses Mal für den Frieden. Aktueller Hintergrund der Proteste ist der Konflikt in der Ukraine.

      Wer: Die traditionelle Friedensbewegung hat nichts mit den Demonstrationen zu tun. Im Gegenteil – die Globalisierungs-kritiker von Attac warnen vor einer „neurechten Bewegung“, die sich an „NSDAP-Forderungen“ orientiere. Die Veranstaltungen würden „von rechten Ideologen organisiert und maßgeblich bestimmt“. So habe sich Andreas Popp, der in Berlin als Redner auftrat, in einem Papier positiv auf die antisemitische Hetzschrift „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ des NSDAP-Wirtschaftstheoretikers Gottfried Feder bezogen.

      Teilnehmer und Redner der Demos machen den Westen, besonders die USA, als Hauptverursacher der Ukrainekrise aus. Auch die NPD fühlte sich angezogen. Am 21. 4. war ihr Berliner Landeschef Sebastian Schmidtke mit dabei.

      ————————————KASTEN——————————–

      Weil es kompletter Unsinn ist.

      Vielleicht. Das ist aber gar nicht der entscheidende Punkt. Bei Elsässers Rede – der ist ja nicht dumm, er ist gefährlich – gab es nur eine Stelle, die anschlussfähig nach rechts war. Die hat er dann aber gleich im nächsten Satz relativiert. Wenn man Elsässer nicht kennt und nicht weiß, dass seine Zeitschrift Compact „Sarrazin for President“ ruft, muss man nicht pfeifen. Zu behaupten, die Mahnwachen hätten einen rassistischen, nationalen Charakter, greift zu kurz und ist faktisch falsch.

      Aber die Frage ist: Kann man mit dieser Bewegung von Verwirrten gemeinsam Politik machen?

      In dieser Frage ist ein zynischer Gestus drin.

      Wo ist da der Zynismus?

      Zu behaupten, Leute seien verwirrt, setzt einen anmaßenden Wahrheitsanspruch voraus. Ich habe ethische Grundsätze und politische Prinzipien, aber keinen absoluten Wahrheitsanspruch und gehe offen in jedes Gespräch.

      Sie selbst schreiben im Freitag über die Teilnehmer: „Viel Esoterisches liegt in der Luft, aber auch die Erzählung von ,Truthern‘, die satanistische Verschwörungen an den zentralen Machtstellen zu enttarnen wissen.“ Noch mal: Kann man mit denen Politik machen?

      Natürlich. Das sind die Leute, die jetzt auf der Straße sind und gegen den Krieg demonstrieren. Genau diese „Truther“ haben auf den Kundgebungen Rassismus verurteilt. Die sind mir näher als zynische Redakteure. Die Medien und auch die taz haben den Anschluss an Milieus verloren, die heute von allen Formen der politischen Repräsentation losgelöst sind. In Deutschland sind wir an eine verwaltete Kultur des Politischen gewöhnt, und deswegen können die Akteure aus den Kulturen der verwalteten Politik mit diesen Milieus nichts mehr anfangen.

      Ist auf den Demos nicht eher der außerparlamentarische Flügel der AfD unterwegs?

      Nein. Dort gibt es eine neue, antagonistische Subjektivität. Auch Occupy hatte viel Spiritualität, viele Verschwörungstheorien. Wo kommen solche Theorien her? Sie sind Ausdruck davon, dass die äußere Wirklichkeit einem nicht mehr als bändigbar erscheint – um dann zu sagen: Was uns präsentiert wird, stimmt nicht, wir wollen die Zusammenhänge verstehen. Und dann machen es sich manche zu einfach, wenn sie Quellen nachgehen, die von den Illuminaten und Ähnlichem erzählen. Mit den Montagsdemos heute ist es so ähnlich wie mit den Hartz-IV-Demos 2004. Die starteten auch außerhalb der klassischen linken Organisationen und Gruppen. Dass dann Linke die Hartz-IV-Demos unterstützt haben, war entscheidend für ihren Charakter. Solche linken Netzwerke waren auch jetzt von Anfang an in der Bewegung – und ich hoffe, sie werden stärker.

      Im letzten Jahr haben Sie die Tamarod-Bewegung in Ägypten unterstützt. Resultat sind heute eine Militärregierung und mehr als tausend Todesurteile über die Muslimbrüder. Kann man immer wieder mit Naivität an Bewegungen herangehen?

      Bewegungen können immer schiefgehen. Aber es sind die Naiven, die etwas angestoßen haben, und nicht die zynischen Kommentatoren. Als Rosa Parks zur Zeit der Rassentrennung in den USA im Bus saß und nicht aufstand, war das ein naiver Akt. Auch verschwurbelte Gedanken gehören zu jeder Bewegung dazu. Als Linker muss man sich dem aussetzen – und nicht das Feld räumen, wenn einem Elemente in einer Bewegung nicht gefallen.

      http://www.taz.de/!137863

  14. Neurechte „Friedensbewegung“ Im Kampf gegen die Medien-Mafia permalink
    16. September 2014 12:13

    Neurechte „Friedensbewegung“
    Im Kampf gegen die Medien-Mafia

    Im Internet und mit „Montagsdemos“ macht eine neue Bewegung mobil. Verbreitet werden rechte Phrasen und Verschwörungstheorien.

    BERLIN taz | Im Internet haben sie zum „Guerillakrieg“ gegen die deutschen „Propagandamedien“ aufgerufen. Nahezu alle großen Nachrichtenportale, darunter auch die taz, werden in den Kommentarspalten zu Texten aller Themenbereiche und in den sozialen Netzwerken von Kommentaren überflutet. Die Verfasser sammeln sich in der neurechten „Friedensbewegung 2014“, sie sind getrieben von der Vorstellung, dass die „Medien-Mafia“ einen dritten Weltkrieg gegen Russland entfesseln will und deshalb die Friedensaktivisten systematisch ignoriert.

    Unter dem Label „Montagsdemos“ haben sie sich in den vergangenen Wochen in mehreren Städten zu Kundgebungen versammelt. Sie haben die Reste linker Anti-Hartz-IV-Montagsdemos unterwandert oder, wie in Berlin, eigene Demos geschaffen. Die Organisatoren des Bündnisses „Weg mit Hartz IV!“ haben sich bereits distanziert und vor Verschwörungstheorien sowie „nationalistischen und rassistischen“ Tendenzen gewarnt.
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    Wer steht also hinter der Bewegung, die vor allem Online einen gewaltigen Wirbel erzeugt und unter irreführenden Begriffen in die politische Debatte einzugreifen versucht?

    Maßgeblicher Akteur der „Friedensbewegung 2014“ und Anmelder der Berliner Demonstration ist der Eventmanager Lars Mährholz. Der 32-Jährige beschreibt sich selbst als „weder rechts noch links“, womit er genau die halbe Wahrheit sagt. Denn tatsächlich bewegt sich Mährholz, der zuvor politisch noch nicht weiter aufgefallen ist, mit seinen Aussagen im Spektrum der Neuen Rechten und obskurer Verschwörungstheoretiker.

    In einem Interview mit Voice of Russia auf der Demonstration in Berlin erklärt Mährholz, an allen Kriegen der letzten 100 Jahre sei ausschließlich die US-Notenbank Federal Reserve Schuld. Nachgeschoben ist stets der Satz, bei der FED handele es sich um eine Privatbank. In rechten Kreisen ist die Entcodierung dieser Aussage lange bekannt und mündet in der Schlussfolgerung: Das jüdische Finanzkapital ist die Ursache allen Übels in der Welt.
    Antisemitisch und geschichtsrevisionistisch

    „Das ist Geschichtsrevisionismus und eine unglaublich brutale Verharmlosung der Shoa“, schreibt die Ex-Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth dazu auf Facebook. „Mährholz verrät mit der konkreten Wortwahl, woher er u.a. seine geringe und antisemitische Bildung hat: von der rechtsesoterischen ‚Zeitgeist-Bewegung‘, die in manch einem Occupy-Camp massiv vertreten war. So funktioniert antisemitische Schulung in vermeintlich alternativen Kreisen.“

    Auf seiner Webseite schreibt Mährholz, dass „Deutschland unter Verwaltung steht.“ Zudem verlinkte er auf seiner Seite ein Video mit der Überschrift „Einige unserer Volksvertreter wachen auf“. Darunter schrieb er: „BIA-Stadtrat Karl Richter weißt auf die erhebliche Verantwortung westlicher Politiker und Parteien für die Eskalation in der Ukraine hin (sic!).“ Richter arbeitet für die sächsische NPD-Landtagsfraktion und sitzt für die Bürgerinitiative Ausländerstopp im Münchner Stadtrat.

    Mit Mährholz verbündet haben sich weitere prominente Akteure der Verschwörungstheoretiker. So macht Ken Jebsen Werbung für die Bewegung, auch auf einer Demonstration in Berlin ließ er sich bereits blicken. Der frühere Moderator des Rundfunksenders RBB wurde einst vom Sender gefeuert, weil er antisemitische Äußerungen verbreitete. Auch das Querfront-Magazin Compact versucht, auf den Demonstrationen seine Wahrnehmung zu erhöhen.
    Unterstützung durch falsche „Anonymous“-Seite

    Im neurechten Konglomerat mischt noch ein weiterer Akteur mit, der ebenso unangenehm wie verbreitungsstark ist. Seit ihrem Auftauchen wird die „Friedensbewegung“ über die Facebook-Seite „Anonymous Kollektiv“ beworben. Die 400.000 Abonnenten der Seite werden dort mit einem irren Mix aus rechten Phrasen, Verschwörungstheorien, Propaganda-Videos und -Bildern beliefert. Dass dahinter nicht die Internet-Aktivisten von „Anonymous“ stecken, ist bereits bei einem flüchtigen Blick auf das Profil klar. Denn die klassischen Anonymous-Themen wie Internetzensur und Informationsfreiheit finden sich dort genauso wenig wie eine eher anarchistisch geprägte Herrschaftskritik.

    Auf der Plattform findet sich auch ein Video mit dem Titel „Nachricht an die deutsche Bevölkerung“, das in Kreisen der vorgeblichen Friedensaktivisten große Verbreitung gefunden hat. Darin wird in völkischem Tonfall die Erhebung des deutschen Volkes gefordert.

    Eine Computerstimme hetzt in den schwer erträglichen zehn Minuten einmal durchs rechtsextreme Vokabular. Ausgesprochen wird sich gegen „Masseneinwanderung und Multikultiwahn“, „politische Korrektheit“ und die „sexuelle Umerziehung unserer Kinder“. Schließlich fordert sie die Auflösung der „BRD GmbH“ – eine Vorstellung, die die Bundesrepublik als Firma begreift, die aus den USA gelenkt wird. Fehlen darf auch nicht das Eintreten gegen eine „EU-Diktatur,“ die mit dem Kürzel „EUSSR“ versehen wird. Dass Lars Mährholz sein Facebook-Profil auch für AfD-Werbung nutzt, ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich.
    Antimilitaristen gehen auf Distanz

    So unappetitlich und absurd die verbreiteten Thesen auch sind, tausende Menschen lassen sich derzeit von der Propagandamaschinerie zu politischen Aktionismus bewegen. Bei einigen mag politische Naivität eine Rolle spielen, andere dürften sich freuen über den Sumpf aus Antisemiten, Reichsbürgern, Neonazis, Chemtrail-Theoretikern, Anhängern der Truther-Bewegung und all den anderen obskuren Rechten, die um ein Mehr an Einfluss buhlen – getreu dem Motto: Deutschland erwache.

    Alteingesessene linke Antimilitaristen, die vor der Beteiligung der neurechten Bewegung bei ihren Ostermärschen am Wochenende fürchten müssen, warnen vor den neuen „Friedensaktivisten“. „Sage keiner, er habe es nicht gewusst“ lautet der Schlusssatz einer scharfen Abgrenzung der „Kooperation für den Frieden“.

    UPDATE: In einer ersten Version des Artikels berichteten wir über den angeblichen Admin der Facebook-Seite „Anonymous Kollektiv“. Da dieser seine Verbindung zu der Seite bestreitet, haben wir diese Passage gestrichen.

    http://www.taz.de/Neurechte-Friedensbewegung/!136944

    • Unter Kriegsgegnern - Friedensbewegung 2014: Neonazis, Hippies, Verschwörungstheoretiker permalink
      21. September 2014 00:57

      Unter Kriegsgegnern – Friedensbewegung 2014: Neonazis, Hippies, Verschwörungstheoretiker

      Die umstrittenen „Montagsdemonstrationen“ wollen Platz bieten für alle Menschen. Der einzige gemeinsame Nenner: „Gegen Krieg“, „gegen den Mainstream“. Links und rechts sollen keine Rolle mehr spielen, sondern der organisierte Wille, das globale Finanzsystem zu überwinden.

      Sie wollen keine politische Richtung vertreten, doch sie sind Ideologen. Ihre wenigen gemeinsamen Feindbilder sind dieselben wie die der Neonazis. Mo Hernandez und Felix Benneckenstein haben die Montagsdemonstration in München besucht. Der Rapper „Kilez More“ erkannte die beiden Nachwuchsjournalisten als „Massenmedien“, nannte sie „Wichser“ und erntete hierfür Applaus. Gleich zwei miteinander verfeindete Neonazigruppierungen nutzten die Demonstration als Propagandamedium. Antifaschistische Aufklärung darüber wurde torpediert.

      „Wir wollen eines klar stellen: Wir sind nicht gegen Demonstrationen, wir sind nicht gegen kritische Meinungen und wir sind erst recht nicht gegen Frieden. Doch die Probleme in der Welt sind manchmal nicht so einfach erklärt und wenn sich gewisse Feindbilder hartnäckig etablieren, wenn zum Beispiel davon gesprochen wird, dass „Juden überproportional am Kriegssystem verdienen“, müssen wir einschreiten. An Kriegen sind die Menschen schuld, die sie führen. Verschwörungstheorien sind keine Lösung und das Schaffen gemeinsamer neuer Feindbilder ist keine Alternative zu Krieg.“

  15. Wie pflegt Ken Jebsen seinen Antisemitismus? permalink
    16. September 2014 13:11

    Wie pflegt Ken Jebsen seinen Antisemitismus?

    • Eure Fragen an Ken Jebsen - Jung & Naiv: Folge 57 Extra permalink
      17. September 2014 18:24

      jetzt passt es, „hübsch“ zusammen geschnitten…s.o.

      ca. ab 16:30 bis ca. 26:55 u. ff.
      Eure Fragen an Ken Jebsen – Jung & Naiv: Folge 57 Extra

      • Hübsche neue Welt permalink
        19. September 2014 09:00

        Nicht alle Kapitalisten sind Juden und schließlich ist Ausbeutung nicht verboten.

      • »Wir sind für Frieden und gegen die jüdische Weltverschwörung« permalink
        21. September 2014 02:03

        »Wir sind für Frieden und gegen die jüdische Weltverschwörung«

        Zu meiner Auseinandersetzung mit den neuen Rechten um Jürgen Elsässer (Compact), Ken Jebsen (Ken FM, Citizen Ken usw.) und Lars Mährholz

        Interview mit Jutta Ditfurth über neurechte »Friedensdemos«
        HEUTE in: »Kulturzeit«, Kulturmagazin auf 3sat (TV)
        Mittwoch 16.4.2014, 19:20–20:00 Uhr

        Livestream: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=9867

        Zum Nachsehen: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=43135

        Zum Nachsehen auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=2g6DDiOE9kc

        Wiederholungen: Do. 17.4.2014, 6:20–7:00 Uhr und 9:05–9:45 Uhr

        Ende März 2014 begann ich eine Auseinandersetzung bei Facebook ( https://www.facebook.com/Jutta.Ditfurth ), die nun auch in andere Medien und vor allem in kritische Gruppen überschwappt. Mir war damals aufgefallen, dass mehr als 400 meiner knapp 5.000 Facebook-»Freunde« auch mit Antisemiten und Verschwörungstheoretikern »befreundet« waren oder diese »geliked« hatten. Zu ihnen gehören:

        – Jürgen Elsässer (Compact)
        – Ken Jebsen (Ken FM, Citizen Ken usw.)
        – Lars Mährholz
        – Anonymous (Anonymous.Kollektiv)
        usw.

        Ich habe daraufhin recherchiert, dass verschiedene Gruppen der neuen Rechten, vor allem Antisemiten und Homophobe, Völkische und Antifeministen, dabei sind, sich zu sammeln und in neuen gesellschaftlichen Bereichen neue AnhängerInnen zu rekrutieren. Ein wesentliches Mittel dazu sind die sog. »Friedensdemos« an Montagen. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser z.T. höchst unterschiedlichen neurechten Organisationen und Medien (Verschwörungstheoretiker aller Art, Nazis, aber auch Anhänger der AfD mobilisieren…) ist, Motto: »Wir sind für Frieden und gegen die jüdische Weltverschwörung«.

        Ich habe mich dann für das Mittel der aufklärerischen Provokation entschieden und habe alle Facebook-»Freunde« »entfreundet«, die bei Facebook mit Neurechten liiert waren und habe dies auf meiner Facebook-Seite offen erklärt. Daraufhin brach eine heftige Debatte aus, die seither zu einer großen Auseinandersetzung im Netz geführt hat – mit zehntausenden von Beiträgen und einer Reichweite von mehreren Hundertausend.

        Ich erfahre einerseits wunderbare Unterstützung vieler Facebook-Mitglieder, sehe mich aber andererseits auch einem braunem Shitstorm aus zehntausenden von Meldungen ausgesetzt, die alles enthalten von Morddrohungen über Vergewaltigungsankündigungen bis hin zu Vorwürfen, die mich mal zur (verhassten) »Jüdin« erklären mal als »Hitlerkind« bezeichnen.

        Der Angriff: »88! Du Nutte« ist so typisch für die neuen »Friedensbewegten« wie das »Gewehr«, das man für mich »bereit« hält. [»88« ist Nazi-Code für »Heil Hitler«]

        Als Schriftstellerin kann ich für das Material fast dankbar sein…

        Sie können meine Beiträge seit dem 30. März 2014 nachlesen sowie die (um einen Teil des Shitstorms gekürzten) Diskussionen:
        https://www.facebook.com/Jutta.Ditfurth

        Ein Beispiel ist Lars Mährholz, der Organisator der Berliner »Friedens-Demos«. Er sagte am Rand der Kundgebung in Berlin vom 7.4.2014 in einem Interview mit »Voice of Russia in Berlin« [O-Ton]:

        »Woran liegen alle Kriege in der Geschichte in den letzten 100 Jahren? Und was ist die Ursache von allem? Und wenn man das halt alles ’n bisschen auseinander klabüsert und guckt genau hin, dann erkennt man im Endeffekt, dass die amerikanische Federal Reserve, die amerikanische Notenbank, das ist eine Privatbank, dass sie seit über hundert Jahren die Fäden auf diesem Planeten zieht.«

        In neurechten Kreisen steht die Federal Reserve Bank der USA für die klassische Konstruktion einer »jüdischen Weltverschwörung«. Auf seiner Seite finden sich antisemitische Karikaturen.

        Mährholz sagt damit: Nicht Nazi-Deutschland ist schuld an der Ermordung von 6 Millionen jüdischen Menschen und am Zweiten Weltkrieg in dem mehr als 50 Millionen Menschen starben, sondern eine US-amerikanische Bank. Auf dem Hintergrund der antisemitischen Konstruktion einer jüdischen Weltverschwörung bedeutet das: Die Juden selbst sind in Wirklichkeit die Mörder von Millionen Juden.

        Mährholz verrät mit der konkreten Wortwahl in seiner Rede, woher er u.a. seine geringe und antisemitische Bildung hat: von der rechtsesoterischen »Zeitgeist-Bewegung«, die in manch einem Occupy-Camp massiv vertreten war. So funktioniert antisemitische Schulung in vermeintlich alternativen Kreisen. So rekrutiert die neue Rechte. Seiner Facebook-Seite kann man entnehmen, dass er enge Verbindungen zu den rechtsextremen »Reichsbürgern« hat.

        Link zum Mährholz-Interview: https://www.youtube.com/watch? v=v-9_ntPQ_5U

        P.S.: Es ist in allen Städten ähnlich. Aus der Rede eines Redners auf einer sog. »Friedensdemo« in Frankfurt am 7.4.2014: Wir müssen »die Wahrheit ausatmen«, »wir sind die Elite«, und vor allem die zentrale Aussage: »überall auf der Welt« besteht »eine große Verschwörung«.
        Link zur Rede: https://www.facebook.com/groups/313293765449244/506845966094022

    • 17. September 2014 18:47

      • KenFM zeigt: Ausschnitte des 'taz-Bewegungsgesprächs' zu den Montagsmahnwachen permalink
        20. September 2014 09:27

        KenFM am Set: Freie Berichterstattung bei der TAZ? Fehl am Platz!


        Ausschnitte des ‚taz-Bewegungsgesprächs‘ zu den Montagsmahnwachen

        Am 8. September fand im ‚taz-cafe‘ in Berlin im Rahmen der taz-Bewegungsgespräche eine Podiumsdiskussion zu den Montagsmahnwachen für den Frieden statt. Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren der Aktivist Pedram Shahyar, Peter Strutynski von der AG Friedensforschung und der Bewegungsforscher Peter Ullrich. Die ebenfalls eingeladene Publizistin Jutta Ditfurth sagte „aus Termingründen“ ab.
        Dennoch war eine interessante und konstruktive Diskussion zu erwarten, die wir als KenFM-Redaktion gerne in Bild und Ton dokumentiert und einer breiteren Masse als den ca. 50 Zuschauern in der Rudi-Dutschke-Straße zugänglich gemacht hätten. Doch die Kameras mussten nach einer anfänglichen Diskussion ausgeschaltet werden, und durften nur aufzeichnen, wenn Pedram Shahyar das Wort ergriff, da andere Teilnehmer der Debatte nicht im Rahmen der Veranstaltung zu sehen sein wollten. Für ein Pressehaus und eine darin stattfindende öffentliche Veranstaltung eine äußerst ungewöhnliche Regelung, insbesondere wenn man bedenkt, dass die TAZ im linken politischen Spektrum zu verorten ist und 1978 gegründet wurde, um mehr Transparenz und unabhängige Berichterstattung zu schaffen.

        KenFM zeigt die dokumentierten Redebeiträge von Pedram Shahyar, die nun ohne Gegenrede veröffentlicht werden müssen – was sicher nicht im Interesse der anderen Debattierer ist, die der Veröffentlichung widersprochen haben, und auch nur bedingten Dokumentations-Charakter hat. Da wir die Worte Pedrams aber für wichtig und richtig erachten, haben wir uns dennoch für eine Veröffentlichung in dieser Form entschieden.

      • Bayrischer Volksgerichtshof ..... permalink
        21. Oktober 2014 17:23

        Darf man Jürgen Elsässer einen „glühenden Antisemiten“ nennen? Interview mit Jutta Ditfurth

  16. Elsässer siegt mit Verleumdungsklage gegen Ditfurth permalink
    16. September 2014 13:19

    Elsässer siegt mit Verleumdungsklage gegen Ditfurth

    Das Landgericht München verbietet Jutta Ditfurth unter Androhung von Ordnungsgeld bzw. Ordnungshaft die Schmähung Elsässers! Der Antragsgegnerin wird im Wege der einstweiligen Verfügung unter Androhung eines Ordnungsgeldes bis zu zweihundertfünfzigtausend Euro oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten, Ordnungshaft auch für den Fall, dass das Ordnungsgeld nicht beigetrieben werden kann, wegen jeder Zuwiderhandlung untersagt, den Antragsteller als „glühenden Antisemiten“ zu bezeichnen!

    http://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/05/28/breaking-news-elsasser-siegt-mit-verleumdungsklage-gegen-ditfurth

    • Antisemiten-Prozess: Elsässers Verfügung gegen Ditfurth zerschellt vor Gericht permalink
      21. September 2014 02:10

      Antisemiten-Prozess: Elsässers Verfügung gegen Ditfurth zerschellt vor Gericht

      Schlamassel-Blog (München) veröffentlichte am 31.7.2014:

      Antisemiten-Prozess: Elsässers Verfügung gegen Ditfurth zerschellt vor Gericht
      Jutta Ditfurth nannte den Verschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer (COMPACT) in einem Interview einen »glühenden Antisemiten«. Mit einer Einstweiligen Verfügung wollte Elsässer der Sozialwissenschaftlerin im Nachgang den Mund verbieten. Dagegen konnte sich Ditfurth nun erfolgreich wehren. Das Landgericht München I gab ihrem Widerspruch letzten Mittwoch Recht. Die Einstweilige Verfügung gegen sie ist unwirksam.

      Elsässer hatte Ditfurth nach ihrem Interview im Format »Kulturzeit« (3Sat) zur Unterlassung aufgefordert, aber sie reagierte nicht. Elsässers Antrag auf Einstweilige Verfügung gab zwar das Landgericht München I Ende Mai nach – allerdings ohne Anhörung von Ditfurth. Dagegen hatten sie und ihr Anwalt inhaltlich und formal widersprochen. Dieser Widerspruch war nun erfolgreich. Er wurde schon deshalb anerkannt, weil Elsässers Anwälte Formfehler begangen hatten. Sie stellten die gerichtlich angeordneten Anlagen zur Einstweiligen Verfügung der Ditfurth-Seite nicht fristgerecht (§ 929 ZPO) zu. Elsässers Anwalt kündigte jetzt eine Klage in der Hauptsache an.

      »Wie soll mein Mandant geglüht haben?«

      Jutta Ditfurth selbst konnte am Verfahren letzten Mittwoch nicht teilnehmen, da sie zurzeit nicht in Deutschland weilt. Es gab am Rande des Verfahrens ein Wortgefecht zwischen Elsässers Anwalt sowie Elsässer auf der einen und Jutta Ditfurths Anwalt auf der anderen Seite über die Frage, ob »glühender Antisemit« eine Tatsachenbehauptung oder eine Meinungsäußerung ist. Wenn jemand glühe, sei das wahrnehmbar, sagte Elsässers Anwalt. »Aber wie soll mein Mandant geglüht haben?«, fragte er die Richterin.

      Eine kurze Debatte erfolgte über den antisemitischen und nationalistischen türkischen Film »Tal der Wölfe«, den Elsässer 2006 verteidigt hatte. Laut Ditfurths Anwalt liefere der Film »Munition für Antisemitismus«. Nach seiner Rechts­auffassung könnte außerdem die Zuspitzung »glühender Antisemit« von der Meinungsfreiheit gedeckt sein, insbesondere da es hinreichende Beweise dafür gebe, dass Elsässer sich in der Vergangenheit antisemitisch geäußert habe. Die Richterin merkte an, dass »glühender Antisemit« vor dem »Hintergrund der deutschen Geschichte« ein »scharfes Schwert« sei.

      Der neue (und alte) Antisemitismus vor Gericht

      Elsässer tritt als maßgeblicher Redner auf den sogenannten neuen »Montagsdemonstrationen« auf, die von unübersehbaren antisemitischen Ausfällen geprägt sind. Nicht zufällig pflegte er auch eine anerkennende Beziehung zum früheren, iranischen Präsidenten und Holocaust-Leugner Mahmud Ahmadinedschad. Elsässers Weltbild wird dominiert von verschwörungstheoretischen Halluzinationen, die sich immer wieder in Form von Hetze gegen den jüdischen Staat und die »Israel Lobby« entladen. Im Hauptsacheverfahren wird es neben konkreten Äußerungen Elsässers auch darum gehen, ob diese gar nicht so neuen Formen des Antisemitismus von deutschen Gerichten als solche anerkannt werden.

      Autor: http://schlamassel.blogsport.de/2014/07/31/antisemiten-prozess-elsaessers-verfuegung-gegen-ditfurth-zerschellt-vor-gericht

  17. Ken Jebsen zu Jutta von Ditfurth +++ KenFM analysiert Lügen von Jutta Ditfurth welche Montagsdemo verhindern will permalink
    16. September 2014 13:24

    Ken Jebsen zu Jutta von Ditfurth

    KenFM analysiert Lügen von Jutta Ditfurth welche Montagsdemo verhindern will

  18. Das tätärätät mich interessieren permalink
    17. September 2014 09:10

    Wieso werden hier auf tk ausgerechnet die Beiträge „nicht freigeschaltet“ — sprich zensiert — die zeigen, wie diese VOLKSverhetzer Ken und Elsässer unsere Genossin Jutta aufs allerübelste verunglimpfen? Sie muss 15.000 € Gerichtskosten berappeln und darf über den Judenhasser Elsässer nicht mehr die Wahrheit sagen, bei Androhung von 250.000 € oder Knast!!!

    Ich hatte extra eine Kurzfassung von der VerhetzungsKENscheiße vor die lange Version von Compact gesetzt. WEIL es unerträglich ist die anderthalb Stunden Hetze zu ertragen, ABER Feindstudien sind nun mal ekelhaft, lässt sich nicht ändern, wäre ja auch mehr als bescheuert oder.?

    Also warum dürfen sie Jutta verunglimpfen — etwa weil der Demagoge ein Buch von Chomsky missbräuchlich hochhalten tut?

    • G. N. Ade permalink
      18. September 2014 02:13

      geht doch 😉

    • Serdar Somuncu erteilt Ken Jebsen eine Lektion in NachdenKEN permalink
      15. Oktober 2014 00:27

      Serdar Somuncu erteilt Ken Jebsen eine Lektion in NachdenKEN

    • Montagsdemos 2014 - O-Ton-Argumentvergleich Ken Jebsen, Lars Mährholz vs. Hitler und Goebbels permalink
      15. Oktober 2014 01:11

      Montagsdemos 2014 – O-Ton-Argumentvergleich Ken Jebsen, Lars Mährholz vs. Hitler und Goebbels

  19. BarbieFM permalink
    23. September 2014 17:53

    05.12.2011

    rbb wirft Moderator raus: Nazivorwürfe? Oder in Wahrheit 9/11-Kritik?

    Vor wenigen Tagen hat der öffentlich-rechtliche Sender rbb seinen Moderator Ken Jebsen gefeuert. Man wirft ihm antisemitische Äußerungen vor. Achtzehn Jahre lang war Jebsen Mitarbeiter, also Reporter, Moderator und Produzent beim rbb. Bei Radio Fritz moderierte und produzierte er sein eigenes Format KenFM zehn Jahre lang. Nach seinem Rauswurf geht Jebsen nun juristisch gegen den rbb vor. Der Moderator erlebt derzeit eine Hetzjagd, die KOPP-Autorin Eva Herman zum Anlass nimmt, den Fall des politisch unkorrekten Kollegen in einem offenen Brief an Jebsen näher zu beleuchten. Denn es gibt berechtigten Anlass zur Annahme, dass in Wahrheit noch etwas ganz anderes dahinterstecken könnte.

    Lieber Herr Jebsen,

    nun sind Sie also draußen. Das ging vielleicht schnell, was? Raus aus dem rbb, raus aus dem öffentlich-rechtlichen System, raus aus der politisch-korrekten Gesellschaft. Die rotgrünen Gutmenschen haben gesprochen! Ab sofort gelten Sie als umstritten, es wird künftig in jedem Bericht über Sie heißen, Sie seien durch »krude Äußerungen« aufgefallen. Sie sind gesellschaftlich jetzt nicht mehr tragbar, Herr Jebsen. Diese Stempel wurden Ihnen aufgebrannt für Jahre, vielleicht für Jahrzehnte, eventuell für immer. Für Sie, Herr Jebsen, wird es hier jetzt ganz schön kalt und ungemütlich werden. Das schreibt Ihnen jemand, der beziehungsweise die sich ganz gut auskennt.

    Am sechsten November hatte der durch Gebühren finanzierte rbb-Sender ja bereits einen Warnschuss abgegeben, man hatte Ihre Sendung plötzlich ausgesetzt und ließ stattdessen kommentarlos Musik laufen. Anlass war angeblich, wie es heißt, eine mit rassistisch anmutendem Inhalt an die Öffentlichkeit gelangte E-Mail von Ihnen. Sie sollen einem Hörer, der sich kritisch zu Ihrer Sendung geäußert hatte, eine Nachricht haben zukommen lassen, die unter anderem die Sätze enthielt: »Ich weiß, wer den Holocaust erfunden hat« und »…ich weiß, wer während des gesamten Krieges Deutschland mit Bombersprit versorgt hat. Standardoil, also Rockefeller«. Bislang haben Sie nicht bestritten, Verfasser dieser Email zu sein.

    Sie haben die Vorwürfe des Antisemitismus jedoch als »absurd« zurückgewiesen. Sie seien zwar irre, aber kein Antisemit. Und man hätte das ja eventuell auch schon in den achtzehn Jahren Ihrer Mitarbeit vorher merken müssen, sagen Sie. Logik, Herr Jebsen, ist das Letzte, was Ihnen in dieser Debatte weiterhilft. Beweise auch nicht. Sie sind jetzt weg vom Fenster. Denn Sie haben noch viel mehr »auf dem Kerbholz«.

    Die Jüdische Gemeinde zu Berlin begrüßte übrigens die »konsequente Entscheidung des rbb«, sich von seinem langjährigen Moderator zu trennen. »Wir empfinden es als vorbildlich, wie die Leitungsebene des rbb letztlich entschieden hat«, betonte Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde.

    Die Leitungsebene, Herr Jebsen, das klingt doch bekannt, oder? Spätestens mit dem Zitat der Jüdischen Gemeinde Berlin war der Stab über Sie gebrochen. Der rbb hatte sie also schon Anfang November gewarnt. Doch war das Urteil möglicherweise schon längst gefallen? Denn Sie waren schon länger unter Verdacht geraten. Und schließlich hatte der politisch-korrekte Journalist Henryk M. Broder, der seinen Intellekt immer wieder durch spitz formulierte Angriffe auf unliebsame Personen, auf deren Haarfarbe und auf diverse Gesellschaftsgruppen unter Beweis zu stellen sucht, Ihren Fall höchstpersönlich ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Merkwürdig nur, wie ausgerechnet er an die private Hörer-Email gekommen sein mag. Aber diese Frage stört jetzt keinen großen Geist mehr.

    Damit hatten Sie schon einmal sehr schlechte Karten. Broder ist nämlich eine sehr wichtige Exekutive-Instanz in Deutschland, wenn es um das Thema Antisemitismus und Vergangenheitsbewältigung geht. Und übrigens vor allem auch dann, wenn sich der Fall um die berühmtesten Terroranschläge der ganzen Welt, um 9/11, dreht. Broders Universitätsbildung beeindruckt hierzulande viele Menschen, die grummelige Polemik ebenso, auch wenn er eigentlich Studienabbrecher ist, dieser alte Haudegen… Er wird von Rechten wie Linken, von roten und grünen Gutmenschen gleichermaßen geschätzt und protegiert. Und deswegen meldet sich Broder immer dann gerne zu Wort, wenn jemand von der öffentlichen Platte geputzt werden soll. So wie Sie, Herr Jebsen.

    Die Einladung in Ihre Sendung lehnte Broder dann übrigens unter Verweis auf eine »Grenzüberschreitung« ab, die die Äußerung zum Holocaust darstelle. Ihre Entlassung wollte Broder dann komischerweise nicht mehr kommentieren. Das sei allein Sache des rbb. Warum sollte er auch? Der Fall war ja schließlich erledigt!

    Lieber Ken Jebsen, wenn jemand einen rechten Stempel aufgedrückt bekommt, dann steckt allermeist noch etwas ganz anderes dahinter, das muss man sich immer merken. Der eine macht sich wegen seiner Kritik an der deutschen Migrantenpolitik unbeliebt, der andere prangert die familienzerstörerischen Maßnahmen der Regierung an.

    Erinnern Sie sich noch an Ihre Sendung vom 23. August 2011, Herr Jebsen? Der Titel lautete: »KenFM über 9/11 – die Terrorlüge wird zehn Jahre alt!« In fast vierzehn Minuten enttarnen Sie ein geschickt gestricktes Lügenkonstrukt der USA, der CIA und Al-Quaidas. In atemberaubendem Tempo hauen Sie sämtliche Thesen raus, die als gefährlichste Verschwörungstheorien in diesem Lande gelten, einschließlich Ihren Zweifeln an Osama bin Ladens Tötung durch die USA 2011. Man spürt, dass es Ihnen ein dringendes Bedürfnis ist, endlich das zu sagen, was Ihnen offenbar schon lange auf der Seele liegt: die Wahrheit. Sie prangern ebenso die Verlogenheit der Medien an, sie pinkeln all Ihren ergebenen System-Kollegen damit ordentlich ans Bein. Und vielleicht haben Sie dabei ja sogar künftige rbb-Entscheidungen bereits billigend in Kauf genommen, nach dem Motto: Hier stehe ich und kann nicht anders?

    Man kann jedem Leser dieses Artikels nur empfehlen, sich das anzuhören, was Sie da gesagt haben. Dahinter steckt eine umfassende Recherche und weitaus tiefere Kenntnisse, als man sie von einem Jugend-Moderator heute erwartet. Ihr rbb-Schicksal, Herr Jebsen, wurde am 23. August 2011, also haargenau drei Monate vor Ihrem Rauswurf, entschieden und keinen Tag später.

    Vielleicht hatten Sie tatsächlich noch an eine reelle Chance nach dem ersten ernsten Gespräch mit Ihrer rbb-Chefin Claudia Nothelle geglaubt, die Ihnen, wie es offiziell heißt, ins Gewissen geredet hatte. Doch ist der Gedanke wirklich überhaupt nicht abwegig, dass die Würfel bereits gefallen waren und Sie schön langsam ausbluten sollten, oder? Man ließ ein wenig Gras darüber wachsen, bis sich die erste Aufregung gelegt hatte, und holte dann zum eigentlichen Schlag aus. Weil Sie mit anderen Äußerungen, ebenso wie die Sängerin Indira Weis, oder wie KOPP-Kollege Gerhard Wisnewski einst, zu einem gefährlichen Systemkritiker geworden waren.

    Auch Pop-Sängerin Indira Weis durfte schon ihre Erfahrungen mit Broder und politischen Unkorrektheiten machen. Sie hatte dem Autor gegenüber in der ARD-Sendung »Entweder Broder« Äußerungen zu den Anschlägen vom 11. September 2001 getan, die ihr vorher von Broder selbst in den Mund gelegt worden sein sollen, wie zum Beispiel: »Ich glaube ganz im Ernst, dass die Amerikaner dahinterstecken, die Amerikaner selber, weil komischerweise fast keine Amerikaner in den Twin Towers waren«, sagt Indira. Und: »Die Amerikaner haben Osama selbst gezüchtet und brauchen sich nicht zu wundern, wenn er mal zurückschlägt!«

    Das, was in ganz Amerika inzwischen offen geäußert wird, sowohl öffentlich als auch inoffiziell und was zunehmend mehr Offizielle jetzt auch zugeben (müssen), gilt hierzulande, wo Meinungsdiktatur und Propaganda noch das Zepter schwingen, immer noch als so genannte Verschwörungstheorie, also politisch unkorrekt. Auch im Fall Indira Weis schlug Broder hart zu:

    Er gestaltete den Zusammenschnitt der Sendung mit den Aussagen der Sängerin derart fies, dass die Bild daraus den »dämlichsten TV-Auftritt des Jahres« machte. In einem offenen Brief rückte die junge Frau dem Siebzigjährigen den Kopf gehörig und ziemlich undämlich zurecht und offenbarte nur dessen »Quotengeilheit«, und welche sonst noch…. Dass hinter seinem hinterhältigen Vorgehen System steckte, ahnte Indira Weis offenbar ebenso wenig wie vielleicht auch Sie, Herr Jebsen.

    Tja, Herr Jebsen, eins dürfte klar sein, diese besagte Holocaust-Äußerung in der Öffentlichkeit zu machen, war dann nicht sehr klug. Auch wenn es sich nur um einen einzigen Hörer handelte, dem Sie geantwortet hatten. Man kann ja nie wissen, wer hinter »privaten Anfragen« in Wahrheit stecken könnte. Verschwörungstheorie? Sie hatten damit einen politisch unkorrekten Grund geliefert, dass man Sie ohne Bedenken feuern konnte: Die Nazikeule. Denn die funktioniert in Deutschland immer noch wie geschmiert.

    Haben Sie nicht die Hetzjagd auf Thilo Sarrazin erlebt? Der Mann lebt doch, wie auch Sie, in Berlin. Oder den Fall Eva Herman? Oder kennen Sie die Geschichte des CDU-Politikers Martin Hohmann? Oder den Ausschluss des Brigadegenerals Reinhard Günzel? Oder die Causa Möllemann?

    Mann, Herr Jebsen, keiner von den genannten Personen ist oder war je ein Nazi. Aber alle machten den Fehler, zu glauben, auf Missstände in der Gesellschaft und deren Ursachen hinweisen zu müssen. Allen war und ist Seele und Geist schwer, beim Untergang ihres Landes, bei Lügen und politisch gesteuerten Betrügereien einfach zuschauen zu sollen. Das wird hierzulande jedoch nicht gerne gesehen, wie jede einzelne dieser Biografien zeigt.

    Lieber Herr Jebsen, ich hatte Ihnen kürzlich eine Email geschickt mit einer Interview-Anfrage, nachdem Sie rausgeworfen wurden. Bislang haben Sie noch nicht geantwortet. Weil Sie sich vielleicht nicht mit jemandem zusammentun wollen, der vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Eva Braun abgestempelt wurde, der beziehungsweise die als krude, als politisch unkorrekt und als gesellschaftlich ausgeschlossen gilt? Weil Sie glaubten, sich noch retten zu können? Und weil Sie dachten, noch etwas lenken zu können an diesem auf den Abgrund hin rasenden Zug, dessen Führerhaus Sie jäh verlassen mussten?

    Glauben Sie es mir, Sie haben keine einzige Chance mehr in dieser politisch-korrekten Mediengesellschaft. Jetzt haben Sie sich einen Anwalt genommen, heißt es. Sie klagen gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Warum? Weil sie etwa ein arbeitsrechtlich relevantes Recht erworben hätten nach achtzehn Jahren treuer Zugehörigkeit? Es gibt Journalisten, die haben nicht achtzehn, sondern sogar neunzehn Jahre lang nach festem Dienstplan und mit Sozialversicherungskarte beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk gearbeitet als Tagesschausprecher. Alle arbeitsrechtlichen Prozesse gingen für den Staat und gegen den Menschen aus.

    Schminken Sie sich das alles ganz schnell ab, Herr Jebsen. Niemand wird Ihnen Recht geben, geschweige denn helfen, außer Ihrem Rechtsanwalt, den Sie dafür bezahlen. Wie die Gerichte bei Ihnen dann entscheiden werden, wird sich noch herausstellen. Aber das ist ein langer Weg durch die Instanzen, der einen zermürbt, wenn man nicht große Kraftreserven hat.

    Wie viele Freunde sind eigentlich noch übrig geblieben, Herr Jebsen? Was ist mit Ihren Kollegen? Hat sich jemand bei Ihnen gemeldet und Ihnen Mut zugesprochen? Oder haben alle die Hosen voll, sich noch weiter mit einem Nazi abzugeben?

    Noch ein Wort zu Ihrer rbb-Intendantin, Dagmar Reim: Wie hat sie sich Ihnen gegenüber verhalten? Kannten Sie sie persönlich? Haben Sie noch einmal mit ihr gesprochen? Oder hat sie Ihren Rauswurf von den Subalternen erledigen lassen? Die Autorin dieser Zeilen kennt Frau Reim auch ganz gut. Sie bildete sich sogar ein, ein bisschen mit ihr befreundet gewesen zu sein. Aber, nach dem Fall Eva Braun, nach den »kruden familienpolitischen Thesen, ein Kleinkind gehöre zu seiner Mutter«, hat sie nie wieder etwas von ihr gehört.

    Lieber Herr Jebsen, ich möchte Ihnen Mut zusprechen. Viele Menschen in und um Berlin herum wissen, dass Sie kein Nazi sind. Etliche ahnen vielmehr, dass Ihnen das Schicksal unseres Landes und die Verflechtungen zu den westlichen Mächten nicht ganz gleichgültig sind. Viele werden traurig sein, dass es wieder einen erwischt hat. Der überwiegende Teil hat längst erkannt, dass es übelst Methode hat, mit denen Leute wie Sie kurzerhand wegradiert werden, weil sie nicht ins System passen. Und immer mehr Menschen wollen nicht mehr stillschweigend dabei zusehen, wie Andersdenkende einfach ausgehebelt werden. Denn das hatten wir doch schon einmal, nicht wahr? Ist es nicht geradezu zynisch, dass die Sache jetzt so herum läuft?

    Wie lange noch, fragen sich immer mehr Leute, wie lange noch wird das so weitergehen in diesem Land? Wie lange noch müssen wir schweigen, wenn es um heikle und unliebsame Themen geht? Wie lange noch müssen wir uns vorgeben lassen, was wir zu denken und zu äußern haben und was nicht?

    Ich bin der Überzeugung, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird. Denn wir befinden uns in einer schweren Umbruchphase: Falsches fällt, das Licht der Wahrheit durchdringt unseren Raum und entblößt die Lüge. Und die Lügner ahnen es auch schon. Deswegen schlagen Sie noch erbarmungsloser zu.

    Wir stehen jetzt gleich vor mehreren Riesenkrisen: Wir steuern einer Finanzkatastrophe entgegen, in Kürze müssen wir den Euro-Zusammenbruch erleben und werden sehenden Auges in eine Inflation schlittern. Unruhen werden unser Land wie auch die übrigen europäischen Staaten erschüttern, weil Teuerung und Armut über viele kommen wird, weil der Versorgungsstaat versagen wird, weil die soziale Sicherheit flöten geht. Unser ohnehin kaputtes Gesellschaftssystem wird gänzlich zusammenbrechen.

    Und dann, lieber Herr Jebsen, wenn die Not wirklich groß ist, wenn die Menschen täglich durch Elend und Angst aufs Neue erschüttert werden, dann ist auch der Moment gekommen, wo es kein Halten mehr gibt: Wenn die Wahrheit über unsere kaputten Systeme ans Licht kommt, dann werden wir auch über alles offen sprechen müssen und dürfen. Über Ungerechtigkeiten und Lügen, über Diffamierungen und Diskreditierungen, und dann sind wir auch schon bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, bei Propaganda und diktatorischer Meinungsmanipulation.

    Halten Sie durch, Herr Jebsen, Sie sind nicht alleine. Auch wenn Sie durch schwere Zeiten müssen, so scheint doch schon das Licht am Ende des Tunnels. Noch vor kurzem hätte dies auch die entgegenkommende Lokomotive sein können, doch jetzt gibt es berechtigte Hoffnung auf Erholung: Die Zeit der Wahrheit naht.

    Sie können übrigens gerne auf meinen Brief antworten, das Angebot für ein Interview steht noch.

    Herzliche Grüße

    Eva Herman

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/rbb-wirft-moderator-raus-nazivorwuerfe-oder-in-wahrheit-9-11-kritik-.html

  20. Die PARTEI: Sehr, sehr gute Rede zur "Einzig wahren Friedensdemo" permalink
    26. September 2014 01:54

    Die PARTEI: Sehr, sehr gute Rede zur „Einzig wahren Friedensdemo“

    Neben der „bundesweiten Friedensdemo“ in Halle (Dings) am 23.8.2014 fand parallel die „Einzig wahre Friedensdemo“ mit Beteiligung der PARTEI statt. Nemo hält dort eine Rede, in der er alle Verschwörungstheoretiker auf der anderen Seite des Marktplatzes grüßt. Selbstverständlich ist sie sehr gut!

  21. AfD hofiert Verschwörungstheoretiker (KEN-Jürgen Elsässer) permalink
    1. November 2014 12:37

    AfD hofiert Verschwörungstheoretiker

    Jürgen Elsässer ist wegen seiner Ansichten auch gern gesehener Gast im russischen Propagandasender RT

    Richtungsstreit bei den Rechtspopulisten: Weil die Partei in NRW antisemitische und homophobe Verschwörungstheoretiker zu einem „Wissenskongress“ einlädt, gibt es innerparteilichen Streit.

    Im kommenden Jahr lädt die nordrhein-westfälische AfD zum „1. Alternativen Wissenskongress NRW“ in die Universitätsstadt Witten – und die Liste der Referenten führt bereits im Vorfeld zu heftiger Kritik. So haben die Bezirksverbände zum Kongress unter anderem Jürgen Elsässer eingeladen, den Chef des homophoben Verschwörungsblattes „Compact“.

    Der 57-Jährige organisierte unter anderem eine Konferenz, die sich hauptsächlich gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen richtete und zu der er Homo-Hasser aus Russland und Frankreich einlud (queer.de berichtete). Außerdem macht der frühere Kommunist, der vor wenigen Jahren die Seiten wechselte, in „Compact“ regelmäßig Stimmung gegen Schwule und Lesben (queer.de berichtete). Zuletzt sprach er eine Einladung an die rechtsradikale Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ aus, die sich am Wochenende in Köln Straßenschlachten mit der Polizei geliefert hatte.

    Elsässer, dessen Hauptthema derzeit allerdings die Verteidigung der russischen Politik ist, soll bei der Veranstaltung zum Thema „Regieren uns die Medien?“ sprechen. Unter dem Motto „Klare Kante statt politischer Korrektheit“ wirft er den Medien vor, die Wirklichkeit etwa im Ukraine-Konflikt verzerrt darzustellen.

    Bereits zuvor bestanden enge Verbindungen zwischen „Compact“ und der „Alternative für Deutschland“: So führte das Magazin mit mehreren AfD-Politikern wohlwollende Interviews und betrieb einen großen Stand beim AfD-Parteitag in Erfurt. Er war auch bereits zu einer AfD-Veranstaltung in Berlin als Gastredner eingeladen worden.
    Fortsetzung nach Anzeige

    Selbst Bernd Lucke warnt vor „Wirrköpfen“

    Die Annäherung an die extremen Verschwörungstheoretiker geht offenbar auch dem umtriebigen Parteichef Bernd Lucke zu weit. Ohne Namen zu nennen, kritisierte er in der „Welt“ den Kongress seiner NRW-Parteifreunde: „Die Veranstalter waren bei der Auswahl der Referenten nicht gut beraten. Unter den Referenten scheinen sich Verschwörungstheoretiker und Wirrköpfe zu befinden.“ Darum rief er dazu auf, das Konzept der Veranstaltung zu überdenken.

    Beim Kongress soll unter anderem auch Andreas Popp auftreten, dessen Verschwörungstheorien von Kritikern als antisemitisch bezeichnet werden. Außerdem werden Eberhard Hamer und Karl Albrecht Schachtschneider zur Konferenz erwartet. Beiden wurde ebenfalls Anbiederung an die radikale Rechte vorgeworfen. Schachtschneider trat etwa bei einer Veranstaltung der rechtsextremen Wählergruppe „Pro Köln“ auf.

    Auch manchem prominenten AfD-Mitglied wird es in der Partei inzwischen mulmig. So sagte der AfD-Europaabgeordnete Hans-Olaf Henkel in der neuesten Ausgabe der „Zeit“: „Da sitzt man auf einem Parteitag und hört irgendwelche wilden Verschwörungstheorien“, so der 74-jährige Ex-Chef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). „Ich werde dann ganz klein und schäme mich in Grund und Boden.“ In der AfD gebe es besonders viele „Ideologen, Goldgräber, Karrieristen.“ Es gebe inzwischen mehr innerparteiliche Kämpfe als mit dem politischen Gegner. Ohne Ironie erklärte er: „Ich will verhindern, dass die AfD nach rechts abdriftet.“ (dk)

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=22578

  22. KEN, AfD und die neue Bewegung der Identitären permalink
    5. November 2014 00:02

    KEN, AfD und die neue Bewegung der Identitären

    Seit zwei Jahren hetzt diese international vernetzte, rechte Gruppe vor allem im Internet gegen eine angebliche Überfremdung Europas durch Muslime und macht durch Aktionen auf sich aufmerksam.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/2275872/Die-neue-Bewegung-der-Identit%C3%A4ren

  23. Pedram Shahyar und die Montagswahnwichtel permalink
    2. August 2015 15:22

    Pedram Shahyar und die Montagswahnwichtel

    Mit Hilfe auch von Pedram Shahyar versucht KenFM in linken Kreisen Fuß zu fassen. Hier ist Vorsicht angebracht. Pedram Shahyar antwortet auf Kritik an den Wahnmachen am liebsten, dass soziale Bewegungen nun einmal widersprüchlich sein. Redet und handelt er deswegen so widersprüchlich?

    Dieses Video wurde von Friedensdemo-Watch erstellt und nachträglich bearbeitet.

    Link zum Originalvideo und in voller Länge

  24. Die OBS-Studie zum Thema „Querfront“ und das Potential zur Instrumentalisierung permalink
    6. Oktober 2015 15:45

    Die OBS-Studie zum Thema „Querfront“ und das Potential zur Instrumentalisierung

    Veröffentlicht am 20. August 2015 von Jascha Jaworski

    ……………………
    ………………………

    „>>Querfront<>Querfront<< – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks, OBS, 2015)

    ………………. http://www.maskenfall.de/?p=9314#more-9314

  25. Verschwörungstheoretiker sahnen ab - Die Angstmacher permalink
    5. November 2015 00:14

    Verschwörungstheoretiker sahnen ab – Die Angstmacher

    „Asyl-Flut“, „Flüchtlinge als Waffe“, „Die verschwiegenen Morde der Zuwanderer“: Buchverlage und Internetportale bedienen die diffusen Ängste der Menschen in der derzeitigen Flüchtlingskrise – und verdienen daran.

    Auf dem Titel der COMPACT-Ausgabe vom Oktober 2015 prangt Bundeskanzlerin Angela Merkel als die „Königin der Schlepper“. Das Monatsmagazin hat derzeit eine Auflage von circa 40.000 Exemplaren – Tendenz steigend.

    Der Kopp-Verlag ist diese Woche gleich mit drei Büchern des ehemaligen FAZ-Redakteurs Udo Ulfkotte auf der SPIEGEL-Bestseller-Liste zu finden: „Mekka Deutschland: Die stille Islamisierung“, „Die Asyl-Industrie“ und „Gekaufte Journalisten“. Ulfkotte erklärt gegenüber Frontal21, seine Bücher hätten Hunderttausende gekauft.

    Zudem werden auch die Onlineseiten des Kopp-Verlags und von COMPACT regelmäßig von vielen Menschen angeklickt. Verleger und Autoren sehen sich als Sprachrohr des Volkes. Ihre Feindbilder: die „korrupte“ Politik und die „Lügenpresse“ . Ihr Ziel: Der Aufbau einer „Gegenöffentlichkeit“ und die Mobilisierung der Massen.

  26. Mahnwachen für den Frieden: Ein rechtes Projekt auf den Trümmern linker Fundamente permalink
    5. November 2015 00:20

    Mahnwachen für den Frieden: Ein rechtes Projekt auf den Trümmern linker Fundamente

    Seit Beginn der Ukraine-Krise versammeln sich in ganz Deutschland jede Woche bunt zusammengewürfelte Gruppen, um für Frieden in Europa und gegen die Berichterstattung der sogenannten „Systemmedien“ zu demonstrieren. Sie nennen sich Montagsmahnwachen und ähneln den Bemühungen um die Bildung einer Querfront am Ende der Weimarer Republik.

    Diese Aktivisten eint das Feindbild USA, eine unkritische Nähe zum neuen russischen Antiliberalismus und die Empörung über soziale Ungerechtigkeit. Bei den Aktionen verbrüdern sich alte und neue Rechte mit ehemaligen Linken und völlig Desorientierten. Darunter Esoterikbewegte, Verschwörungstheoretiker, Warner vor Überfremdung oder der Sexualisierung der Gesellschaft, Homophobe und jede Menge Selbstdarsteller.

    Sie verweigern konsequent den Kontakt zu herkömmlichen Medien. Stattdessen mobilisieren sie Öffentlichkeit über eigene professionelle Videoportale in den sozialen Netzwerken. Bei den Veranstaltungen dieser neuen Bewegung gilt das Prinzip des „Offenen Mikrofons“. So können auch Hetzbeiträge gegen Juden, Warnrufe vor der Überfremdung Deutschlands oder Lobreden auf das traditionelle deutsche Familienbild unbeanstandet verbreitet werden. Es gibt einzelne Schnittstellen zu eindeutig rechten Bewegungen wie Hogesa oder Pegida und auch zu russischen Auslandsmedien wie dem Sender Russia today.

    Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/mahnwachen-fuer-den-frieden-ein-rechtes-projekt-auf-den.1247.de.html?dram%3Aarticle_id=333447

    • Völkische Friedensfreunde: Über Querfront-Strategen, Reichsbürger und Verschwörungsgläubige permalink
      8. November 2015 13:16

      Völkische Friedensfreunde: Über Querfront-Strategen, Reichsbürger und Verschwörungsgläubige

      Mar­tin Was­ser­mann hat sich am 15.​06. auf einer Ver­an­stal­tung in der Kie­ler Pumpe den „Mon­tags­mahn­wa­chen für den Frie­den“ ge­wid­met. Dabei hat er sehr de­tail­liert Ver­bin­dun­gen wich­ti­ger Ak­teu­re der Mahn­wa­chen in ein ex­trem rech­tes und an­ti­se­mi­ti­sches Mi­lieu auf­ge­zeigt. Was für Kiel al­ler­dings wei­ter­hin eine of­fe­ne Auf­ga­be bleibt, ist es, zu be­leuch­ten, wie der ge­sell­schaft­li­che Wahn den in­di­vi­du­el­len Wahn der an den Mahn­wa­chen teil­neh­men­den Leute prägt.

      Diskussion Teil 2: http://loewenzahn.blogsport.de/2014/06/15/mitschnitt-voelkische-friedensfreunde-ueber-querfront-strategen-reichsbuerger-und-verschwoerungsglaeubige

  27. Pegida & NSDAP - Ein Vergleich permalink
    5. November 2015 00:26

    Pegida & NSDAP – Ein Vergleich

    „Sind die Demonstranten in Dresden einfach nur besorgte Bürger oder sind ihre Montagstreffen die Geburtsstunde einer neuen völkischen Massenströmung? Die einen sagen so, die anderen sagen so. Professor Patzelt von der TU Dresden meint: Größtenteils besorgte Bürger, deren Sorgen man Ernst nehmen müsse. Jutta Ditfurth meint, das, was wir dort sehen, ist eine rassistische, antisemitische und völkische Massenströmung, die weit in die berüchtigte Mitte der Gesellschaft reicht. Michael Bittner sagt, PEGIDA ist eine (regional begrenzte) neofaschistische Bewegung. Parallelen zur NSDAP sind deutlich. Michael Bittner, der lange in Dresden wohnte und PEGIDA seit Anfangstagen beobachtet, ist bei uns im Studio zu Gast. “ (Text, Quelle & MP3: https://www.freie-radios.net/73296 )

    Hier der besprochene Artikel: http://michaelbittner.info/2015/10/13/pegida-und-nsdap-ein-vergleich

  28. Kritische Theorie & Rassismus permalink
    5. November 2015 00:29

    Kritische Theorie & Rassismus

    „Der Rassismusbegriff scheint, nicht zuletzt aufgrund seines inflationären Gebrauchs, zunehmend an Erklärungskraft einzubüßen. Unter dem Label „Rassismus“ firmieren die verschiedensten Assoziationen, welche alles andere als eine klare Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstand darbieten. Ist Rassismus eine Erscheinungsform von Fremdenfeindlichkeit – oder umgekehrt? Im Vortrag soll versucht werden, eine differenzierte Reflexion auf den Begriff – gerade in Abgrenzung zu unzureichenden Erklärungsversuchen – zu forcieren.“ (Quelle: http://evibes.org/material/#az-Audio%… | Text & MP3: https://www.mixcloud.com/evibes/nico-… | Webseite der Veranstalter: http://evibes.org/de/)

  29. Der französische Ken Jebsen firmiert unter CNT (Conseil National de Transition) permalink
    14. Mai 2016 03:49

    Der französische Ken Jebsen firmiert unter CNT (Conseil National de Transition)
    Er kündigt einen Staatsstreich mit der Armee für den 10. Juni an!
    Aufruf des nationalen übergangsrates von frankreich an die völker europas.

    CNT Le Conseil National de Transition appelle tous les peuples pour le 10 juin. Merci aux germanophones de transmettre sur les sites allemands, autrichiens, suisses…
    http://www.conseilnational.fr http://www.demosophie.com

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