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ASJ Berlin: Eine (ganz) kleine Chronik zum Jubiläum

24. April 2014

bildungsstreik

Am 18.​04.​2009 fand die of­fi­zi­el­le Grün­dungs­ver­an­stal­tung der ASJ-​Ber­lin statt. Be­reits ein hal­bes Jahr zuvor, hatte sich ein klei­ner Kreis von Ak­ti­vis­tIn­nen zu­sam­men­ge­fun­den um ein bun­des­wei­tes Tref­fen an­ar­cho­syn­di­ka­lis­ti­scher Ju­gend­li­cher in Han­no­ver auf die Beine zu stel­len. Die auf dem Som­mer­camp der Frei­en Ar­bei­te­rIn­nen Union (FAU) ent­stan­de­ne Idee eine ei­gen­stän­di­ge Or­ga­ni­sa­ti­on für junge Men­schen zu schaf­fen wurde um­ge­setzt und es dau­er­te nicht lange, bis u.A. in Du­is­burg, Bonn und Düs­sel­dorf die ers­ten Orts­grup­pen (OG’s) ent­stan­den. In Ber­lin be­gann die ASJ mit vier Mit­glie­dern, was sich aber schon mit der schlag­ar­tig Grün­dung än­der­te. Von all­ge­mei­ner Auf­bruch­stim­mung in der Or­ga­ni­sa­ti­on ge­packt, nahm un­se­re Ar­beit erste For­men an. Da­ma­li­ge Schwer­punk­te bil­de­ten die Bil­dungs-​AG, wel­che sich um alle mög­li­chen The­men rund um die Schu­le küm­mer­te und der erste Ar­beits­kampf der FAU-​Ber­lin im Kino Ba­by­lon.

Als die Be­leg­schaft des Kino Ba­by­lon Mitte sich gegen ihre mie­sen Ar­beits­be­din­gun­gen weh­ren woll­te, stieß sie bei den eta­blier­ten Ge­werk­schaf­ten auf taube Ohren. Ihr Weg führ­te sie in das da­ma­li­ge Lokal der FAU, und somit auch zur ASJ, die sich seit ihrer Grün­dung die Räum­lich­kei­ten mit ihrer Schwes­ter­or­ga­ni­sa­ti­on teilt. Der Ar­beits­kampf soll­te sich noch lange hin­zie­hen und führ­te über einen Boy­kott­auf­ruf, zum de facto Ver­bot der FAU und das alles nebst An­fein­dun­gen sei­tens der Ver.​di. Wir waren immer dabei wenn es darum ging Flyer zu ver­tei­len, Kund­ge­bun­gen ab­zu­hal­ten und un­se­re So­li­da­ri­tät auf jede er­denk­li­che Art zu bekunden.​So zum Bei­spiel durch eine Tran­spia­k­ti­on vor der Ver.​di Zen­tra­le in Ber­lin, im Ja­nu­ar 2010.

„Schwak“ lau­tet der Ar­beits­ti­tel un­se­res Ma­ga­zins, Das Schwar­ze Klee­blatt, und wurde erst­ma­lig im Fe­bru­ar 2011 pu­bli­ziert. Seit­dem hat es sich suk­zes­si­ve ent­wi­ckelt, so­dass es mitt­ler­wei­le nicht nur in Farbe ge­prin­tet, son­dern auch on­line frei ver­füg­bar ist. Ak­tu­ell er­scheint das Schwar­ze Klee­blatt im 3 Mo­nats­rhyth­mus, wird pro­fes­sio­nell ge­druckt und in einer Auf­la­ge von 750 Ex­em­pla­ren gra­tis ver­teilt und bun­des­weit ver­sandt. Un­se­re Re­dak­ti­ons­tref­fen, die meist au­ßer­plan­mä­ßig statt­fin­den, sind Orte an denen wir uns ko­or­di­nie­ren, in­halt­lich dis­ku­tie­ren oder brain­stor­men bis die Köpfe rau­chen.

Die Tage um den 1. Mai bil­den für uns einen Be­zugs­punkt, auf den schon immer ein Teil un­se­rer Ar­beit hin­ge­flos­sen ist. Hek­ti­sches Tran­spi-​ma­len und Schil­der-​bas­teln kurz vor knapp ge­hör­ten ge­nau­so dazu, wie kon­ti­nu­ier­li­che Or­ga-​Ar­beit im Ar­beits­kreis. Das Foto zeigt eine Ak­ti­on auf der 18 Uhr Demo am 1. Mai 2011 mit der wir für ba­sis­de­mo­kra­ti­sche Struk­tu­ren ap­pel­lier­ten. Ge­nau­so wich­ti­ge Ter­mi­ne sind für uns aber der Wor­kers Me­mo­ri­al Day am 28.​04, die Er­werbs­lo­sen­de­mo am 2. Mai, oder eben­falls am 1. Mai die Ge­werk­schafts­de­mo um 10 Uhr, auf der wir ge­mein­sam mit FAU, IWW und ei­ni­gen an­de­ren einen li­ber­tä­ren Block bil­den.

Den Au­gust 2012 und 2013 haben wir nicht nur mit an­de­ren ASJ-​Orts­grup­pen auf un­se­rem ge­mein­sa­men Som­mer­camp in Nie­der­sach­sen ver­bracht, son­dern auch in der Schweiz auf dem ren­cont­re in­ter­na­tio­na­le de l’an­ar­chis­me. Grund­sätz­lich hal­ten wir es für er­stre­bens­wert auch un­se­re Frei­zeit nach ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen selbst zu ge­stal­ten um nicht auf kom­mer­zi­el­le An­ge­bo­te an­ge­wie­sen sein zu müs­sen. Schmei­ßen wir ‘ne Party, ‘ne Fete oder die Knei­pe ver­su­chen wir es idea­ler Weise mit einer in­halt­li­chen Ver­an­stal­tung zu ver­bin­den oder an einen po­li­ti­schen Zweck zu kop­peln.

Ende 2012 star­tet die Jung und Bil­lig Kam­pa­gne. Mit einer in­for­ma­ti­ven Web­site, Be­ra­tungs-​ und Un­ter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten rich­ten wir uns an Men­schen in Mi­ni­job­ver­hält­nis­sen, um ihnen mit Tipps, Tricks und Rechts­hil­fe zur Seite zu ste­hen. Neben zahl­rei­chen Vor­trä­ge, In­ter­views und Ak­tio­nen, wurde ein Hau­fen In­fo­ma­te­ri­al er­ar­bei­tet. Seit 2013 wird die Kam­pa­gne von einer wei­te­ren ASJ Grup­pe aus Leip­zig ge­tra­gen mit der wir ko­ope­ra­tiv zu­sam­men­ar­bei­ten und uns ge­gen­sei­tig sup­por­ten.

150-​Jah­re SPD hieß es dann im Au­gust 2013. An­läss­lich der Ju­bi­lä­ums­fei­er­lich­kei­ten be­tei­lig­ten wir uns aber nicht etwa beim Bock­wurst Essen auf dem so­ge­nann­ten Deutsch­land­fest, son­dern an einer sa­ti­ri­schen Ju­bel-​De­mo. Etwa zeit­glich lief auch Aufs-​Kreuz-​ge­legt an, eine klei­ne Kam­pa­gne zur Bun­des­tags­wahl, in deren Rah­men wir uns an ei­ni­gen Ver­an­stal­tun­gen, wie etwa einer Po­di­ums­dis­kus­si­on, be­tei­lig­ten. Wie schon ei­ni­ge Jahre zuvor mit der Wahl­los-​glück­lich Kam­pa­gne, ver­such­ten wir das Wahl­spek­ta­kel zu nut­zen, um un­se­re Kri­tik an der re­prä­sen­ta­ti­ven De­mo­kra­tie vor­zu­brin­gen und die Idee der Ba­sis­de­mo­kra­tie zu pro­pa­gie­ren. Das Taten wir etwa auch als Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel im Rah­men ihres Wahl­kamp­fes das Hein­rich Schlie­mann Gym­na­si­um in Ber­lin-​Prenz­lau­er Berg be­such­te.

Zu­letzt, im Ja­nu­ar 2014 hat­ten wir die De­le­ga­tio­nen ei­ni­ger Orts­grup­pen zu einem Kon­gress an­ar­cho­syn­di­ka­lis­ti­scher Ju­gend­grup­pen in Ber­lin zu Gast. Bis­her ar­bei­ten wir außer mit der FAU Ber­lin, die wir ge­le­gent­lich in ihren Ar­beits­kämp­fen un­ter­stüt­zen, auch über­re­gio­nal zu­sam­men. So kam bei­spiels­wei­se der Vor­trag An­ar­chis­mus in Japan einer Leip­zi­ger Ge­nos­sin zu­stan­de. Au­ßer­dem waren wir auch immer wie­der mal in den Bünd­nis­sen Nie­mand ist Ver­ges­sen, in dem wir uns bspw. an der Pla­nung an­ti­fa­schis­ti­scher De­mons­tra­tio­nen in Ber­lin-​Buch be­tei­lig­ten, und Hände weg vom Wed­ding, in dem wir ver­gan­ge­nes Jahr die Orga der an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Wal­pur­gis­nacht un­ter­stütz­ten, aktiv.

Diese klei­ne Chro­nik gibt nur Ein­blick in einen klei­nen Aus­schnitt von dem was ge­lau­fen ist. Und na­tür­lich waren es auch nicht immer wir al­lein, die diese Ak­tio­nen und Kam­pa­gnen ge­stemmt haben, son­dern viele be­freun­de­te Grup­pen und Sym­pa­ti­s­ant*innen. Trotz­dem hof­fen wir es gibt euch einen ers­ten Ein­druck von dem was nach außen bis­her kon­kret rum­ge­kom­men ist, so­dass für euch ein Bild ent­steht, das über ein abs­trak­tes Selbst­ver­ständ­nis hin­aus­geht und ihr mit eurer Vor­stel­lung von po­li­ti­scher Ar­beit ab­glei­chen könnt.

Quelle: ASJ Berlin

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  1. Liebe Kindersoldat/Innen permalink
    3. Oktober 2014 14:22

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