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Neue Ausgabe der Erwerbslosenzeitung „Quer“ erschienen

3. April 2014

quer9_screenAus dem Editorial der neuen quer: „Ich unterbreche die Lektüre des Live-Tickers zum Uli Hoeneß-Prozess ja nur ungern, aber irgendwann muss das Editorial ja geschrieben werden. Während Herr Hoeneß sich als Opfer seiner Raffgier präsentiert, der zudem die Übersicht über seine verschiedenen millionenschweren Privatkonten und die damit verbundenen steuerpflichtigen Einnahmen verloren hatte, frage ich mich, worüber ich hier schreiben soll. Denn darüber, ob Hoeneß nun 17 oder 18 Mio. EUR an Steuern hinterzogen hat, berichten ja schon andere. Und wie viele Alleinerziehende mit zwei Kindern von diesem Geld auskömmlich leben könnten oder wie vielen interessierten Arbeitslosen man dafür eine berufliche Weiterbildung zahlen könnte, fragt sich ja offenbar auch niemand. Tränen lügen nicht. Nun ja, zu Papier bringen muss ich etwas, sonst steigen mir meine Redaktionskolleg / -innen, denen auch nichts zum Editorial eingefallen ist, auf das Dach. Ganz ohne Editorial, so mit weißer Leerfläche, geht es eben doch nicht. Und verkauft für Anzeigen kriegen wir den Platz auch nicht. Dies, obwohl wir das Geld dringend brauchen könnten. Denn wenn es so weiter geht mit den Finanzen der quer, dann ist bald Schluss mit Layout und Lesbarkeit in unserer Zeitschrift. Alternativ könnten wir aber auch pleite gehen. Hoffentlich lesen die Leserinnen und Leser diesmal den Spendenaufruf im hinteren Teil der quer. Und – noch wichtiger – hoffentlich spenden sie – Ihr! – dann auch.

So. Wenn nichts mehr geht, dann geht in der Medienwelt ja manchmal was mit Inhalt. Bißchen abgedroschen und völlig aus der Zeit gefallen, aber warum eigentlich nicht. In dieser Ausgabe der quer wollen wir uns z. B. näher mit den bisher bekannt gewordenen sozialpolitischen Absichten der großen Koalition in Berlin auseinander setzen. So beschäftigt sich Helga Spindler z. B. in ihrem Beitrag mit den Koaltionsvereinbarungen zwischen CDU und SPD bezüglich Arbeitsmarkt und Sozialem ausdrücklich nicht nur mit dem Mindestlohn, sondern beispielsweise auch mit dem, was die große Koalition an aktiver Arbeitsmarktpolitik betreiben will. Und Rudolf Martens wird sich mit der Rentenreform auseinandersetzen, deren Ankündigung bereits dazu geführt hat, dass Ökonomen und auch manche Journalisten die apokalyptischen Reiter gen Berlin, München oder Hamburg ziehen sehen, den sterbenden Industrielandschaften entgegen. Daneben beschäftigt sich in dieser Ausgabe u. a. Kathrin Hartmann mit den Motiven der Mittelschicht zur Ausgrenzung von Erwerbslosen und prekär Beschäftigten. Dazu gibt es einen Bericht vom Symposium „Europa und sozialer Widerstand – Perspektiven des Widerstands dort, wo Wirtschaftswachstum und Prekarisierung Hand in Hand gehen“ sowie Urteile, Urteile, Urteile. Genug Lesestoff also für die nächsten drei Monate. Damit wünscht Euch die Redaktion der quer viel Spaß!“

Und hier gibt es die aktuelle quer als PDF zum lesen

One Comment leave one →
  1. Hartz IV: Sanktion der Existenz permalink
    6. November 2014 23:47

    Hartz IV: Sanktion der Existenz

    Man kann es nicht anders bezeichnen: Mit der Einführung von Hartz IV wurden Menschen in Deutschland diskriminiert und wieder erpresst, sich für Niedriglöhne ausbeuten zu lassen. Da hilft auch kein Mindestlohn, der sich nahezu auf der Höhe von Hartz IV bewegt. Die Schwächung der Gewerkschaften und der abhängig Beschäftigen war das politisch gewollte und erreichte Ziel der damaligen rot-gründen Bundesregierung und ihrer Agenda 2010, auf dem sich die spätere schwarz-gelbe Regierung und die Große Koalition ausruhen. Bedauerlich ist, dass viele Menschen dieses dahinterstehende System noch nicht verstanden haben. In diesen Hartz-Gesetzen spielen die Sanktionen auf die existenzielle Sicherung Erwerbloser bis auf „0“ eine besondere Rolle der Disziplinierung, die mit differenzierten und oft genug hinterhältigen Methoden der Jobcenter als Handlanger des Kapitals durchgesetzt werden. Denn als solche muss man sie bezeichnen, denn die Hartz-Gesetze erfolgten auf Wunsch wichtiger Unternehmen genauso wie die Gesetzesvorlage hierzu. Dagegen gerichtlich anzugehen ist für Betroffene äußerst schwierig, kostspielig und langwierig. Im Grunde werden Menschen in vielfältiger Weise vom Rechtssystem durch enorm hohe Hürden ausgeschlossen. Inzwischen wurde bekannt, dass die Große Koalition die Sanktionen verschärfen will. Ein Beispiel aus dem Bereich Köln mit Interviews mit Inge Hannemann, die ihre Lebensaufgabe in den Kampf gegen Hartz IV gestellt hat und einem Betroffenen. Der 30minütige Film beginnt mit einem Kurzvortrag von Inge Hannemann im Erwerbslosenausschuss ver.di Köln. (Hans-Dieter Hey)

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