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Wien: Über einen Arbeitskampf und die Bedeutung für den Gesundheitsbereich

30. März 2014

5Beinahe 20 Prozent der ArbeiterInnen im AKH sind über Fremdfirmen beschäftigt. Damit liegt das AKH deutlich vor den Spitälern des KAV, die allerdings auch immer mehr auf Fremdvergabe setzen. Und in diesem Bereich rumort es gewaltig.

Kündigungen und Umstrukturierungen

Vielen ist vielleicht nicht auf Anhieb bewusst, dass in Krankenhäusern nicht nur ÄrztInnen und PflegerInnen für einen möglichst reibungslosen Ablauf sorgen. Doch Spätestens beim Stichwort Hygiene geht den meisten ein Licht auf.

Für diesen besonders sensiblen Bereich im Gesundheitswesen sind im AKH derzeit, neben den Beschäftigten der Gemeinde, rund 350 ReinigerInnen über die Firma AGO beschäftigt. Im ersten Halbjahr 2014 werden alle diese LeiharbeiterInnen schubweise gekündigt. Hintergrund dafür ist, dass der Vertrag mit der Leiharbeitsfirma AGO (Akademischer Gästedienst in Österreich) durch das AKH gekündigt wurde. Stattdessen werden sich in weiterer Folge 4 Reinigungsfirmen den Reinigungsauftrag teilen. Laut AKH Direktion sind diese Firmen „nur marginal billiger“, die auszuzahlenden Löhne werden jedoch deutlich niedriger als im Leiharbeitsbereich ausfallen.

Die Umstellung auf Reinigungsfirmen bringt noch weitere Umstrukturierungen mit sich.

Reinigung bzw. Hygiene sind dadurch nicht mehr direkt in die Abläufe des AKHs integriert und es gibt keine Weisungsbefugnisse mehr. Die Verantwortung geht somit komplett auf die privaten Firmen über.

In Verbindung mit dieser Veränderung werden auch die Aufgaben der AbteilungshelferInnen neu definiert bzw. verteilt.

Diese Berufsgruppe stellt sozusagen das Bindeglied zwischen Reinigung und Pflege dar, und wurde nach dem Skandal im KH Lainz 1989 eingeführt. Im Wesentlichen entlasten die AbteilungshelferInnen das

Pflegepersonal, das mit der Pflege der PatientInnen ohnehin schon mehr als genug ausgelastet ist. Bis Ende 2014 sollen bis zu 200 AbteiligungshelferInnen vom AGO gekündigt werden und die Frage der Nachbesetzung bleibt bislang ungeklärt. Wie sich das auf die anderen Berufsgruppen auswirkt kann man sich denken.

Öffentlichkeit und Vernetzung

Die betroffenen Beschäftigten haben sich gemeinsam mit dem AGO Betriebsrat organisiert und die Initiative „Übernahme statt Fremdvergabe“ ins Leben gerufen. Diese Initiative setzt sich für „gute und sichere Dienstverhältnisse in den Wiener Krankenhäusern“ ein und hat auch über das AKH hinaus versucht in der Öffentlichkeit bekannt zu werden. Es wurde versucht sich mit Gemeindebediensteten und auch den beim Bund angestellten ÄrztInnen zu vernetzen. Rund 4000 Unterschriften für die Übernahme der LeiharbeiterInnen in den Gemeindedienst wurden gesammelt und bei der zuständigen Stadträtin abgegeben, PflegerInnen und ÄrztInnen haben sich ebenfalls gegen die Kündigung ihrer KollegInnen ausgesprochen.

Auch wenn die Kündigungen nicht verhindert werden konnten wurde mit der Kampagne auf die Auswirkungen der Sparpolitik aufmerksam gemacht und auch in anderen Krankenhäusern und im gewerkschaftlichen Bereich auf Probleme hingewiesen.

Dankend übernommen von Fieberkurve, Zeitschrift der ÖH MedUni Wien

Quelle: Initiative Übernahme

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