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141 Jahre Rudolf Rocker

25. März 2014

Rudolf RockerNur als Produzent und Erzeuger gesellschaftlichen Reichtums kann der Arbeiter sich seiner Stärke bewußt werden. In solidarischem Zusammenschluß kann er militante Aktionen, die vom Geist der Freiheit und vom Ideal der sozialen Gerechtigkeit durchdrungen sind, durchführen. Für die Anarchosyndikalisten sind die Arbeitersyndikate die fruchtbare Keimzelle der zukünftigen Gesellschaft, die elementare Schule des Sozialismus allgemein. Jede neue soziale Struktur schafft für sich Organe im Körper des alten Organismus; ohne diese Voraussetzung ist jede soziale Evolution undenkbar. Für die Anarchosyndikalisten bedeutet sozialistische Erziehung nicht Teilnahme an der politischen Macht des Nationalstaates. Vielmehr ist es die Aufgabe der Anarchosyndikalisten, den Arbeitern die wesentlichen sozialen Probleme klarzumachen. Die Arbeiter müssen auf ihre Rolle als Umgestalter des wirtschaflichen Lebens vorbereitet werden, damit sie diese Aufgabe bewältigen können. Kein sozialer Körper ist besser für diesen Zweck geeignet als die ökonomische Kampforganisation der Arbeiter; sie gibt den sozialen Aktivitäten ein bestimmtes Ziel und stärkt die Widerstandskraft im unmittelbaren Kampf für die täglichen Bedürfnisse und die Verteidigung der Menschenrechte. Gleichzeitig entwickelt er moralische Stärke, ohne die jegliche soziale Transformation unmöglich ist: lebensnotwendige Solidarität der Betroffenen und moralische Verantwortlichkeit für alle Aktionen.“

Rudolf Rocker (25. März 1873 – 19. September 1958)

9 Kommentare leave one →
  1. sozialer Körper permalink
    25. März 2014 21:34

    Für Rudolf Rocker hab ich heute beim Training als Geburtstagsgeschenk eine Wiederholung pro Satz mehr gemacht und Liegestützen habe ich mit einer 10kg Scheibe auf dem Rücken gemacht.
    Dann habe ich so schnell wie es ging – der Ausdauer und Geschwindigkeit wegen – „Kollektive Verantwortung“ als Manuskript von ihm gelesen und dann hab ich mir die Hackfresse von unseren lieblingsantideutschen Technodeppen am Boxsack vorgestellt und extra noch einen Ellenbogen und ein Knie mehr reingetreten – für Rocker!
    Tat keinem Weh – tat mir gut – und wenn mir in Zukunft jemand auf den Piss gehen will, dann kann ich mich umso besser wehren – hätte er bestimmt gut gefunden, so einen „sozialen Körper“ 😉

    Ach ja – weil Rocker in seinen Internierungserinnerungen von der schlechten Nahrung erzählt, die er damals sich reinwürgen musste, habe ich heute ein ganzes Hühnchen mit Haferschleim gegessen – das Gute von Heute mit der Lehre von damals.

    Also dann!

    Auf das dir die Erde leicht sei mein liebster Lehrer – der einzige, den ich mir aussuchen durfte!

  2. 26. März 2014 09:54

    Aus dem Neuen Deutschland vom 7.12.2011:

    Im Internet tobt ein kurioser Streit um die Rechte an dem Werk des Anarchisten
    Ein Kleinverleger hat ein Webportal verklagt, weil es Texte eines bekannten Anarchisten veröffentlicht hat. Für die Polizei war das eine gute Gelegenheit, um an Informationen über linke Strukturen zu gelangen, glauben die betroffenen Webseiten-Betreiber. Die Staatsanwaltschaft stellte das Strafverfahren jetzt ein.

    Die Staatsanwaltschaft Münster leitete vor mehr als einem Jahr ein Verfahren gegen das Webportal Syndikalismus.tk ein, weil es Texte des Kulturphilosophen Rudolf Rocker (1873-1958) zum Herunterladen feilbot. Rocker, der mit Peter Kropotkin und Erich Mühsam befreundet war, gilt bis heute als einer der weltweit profiliertesten Theoretiker des neueren Anarchismus. An der Gratisofferte der anonymen Betreiber von Syndikalismus.tk nimmt die Thélème Verlags- und Buchhandelsgesellschaft mbH Anstoß. Heiner Becker, der Verlagsinhaber, leitet seine exklusiven Nutzungsrechte an dem literarischen Werk Rockers aus einem Schenkungsvertrag mit dessen Sohn Fermin Rocker ab. Die Szene hingegen betrachtet Printerzeugnisse aus bewegungsnahen Verlagen grundsätzlich als Allgemeingut. Die Strafanzeige des Kleinverlegers aus dem westfälischen Nordwalde setzte umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen in Gang, in die sich auch die Abteilung für Cyberkriminalität des LKA Hamburg einschaltete, um die Verantwortlichen von Syndikalismus.tk dingfest zu machen.

    Dabei dürften die Publikationsrechte für den Staatsschutz von nebensächlicher Bedeutung gewesen sein. Interessanter sind vielmehr, so vermuten jedenfalls die Betroffenen, Informationen über die auch vom Verfassungsschutz beobachtete Freie ArbeiterInnen Union (FAU). Durch die Indiskretion eines Berliner Mitglieds dieser kleinen radikalen Gewerkschaftsorganisation kamen die Strafverfolgungsbehörden im Frühjahr 2011 auf einen Hamburger Ex-FAUler namens Folkert Mohrhof. Der seit Jahrzehnten aktive Szeneveteran vertreibt in der Hansestadt fair gehandelten Biokaffee und Devotionalien. Syndikalismus.tk startete eine Solikampagne für Mohrhof. In den Kommentarspalten hagelte es Verwünschungen und auch Gewaltandrohungen gegen den Verleger Becker. Aber auch die Berliner FAU, aus deren Reihen der Hinweis auf Mohrhof gekommen war, bekommt ihr Fett weg.

    Nun wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Münster das Ermittlungsverfahren am 25. Oktober gegen Mohrhof eingestellt und den Anzeigeerstatter auf den Privatklageweg verwiesen hat. Der Schaden sei dennoch immens, kritisiert Mohrhof in einer Erklärung im Internet. Die Staatsanwaltschaft Münster habe umfängliche Untersuchungen angestellt und das gesamte Umfeld der FAU und der Internet-Plattform Syndikalismus.tk ausgeleuchtet.

    Während Unterstützer über Spenden die in dem Verfahren entstandenen Kosten in Höhe von 550 Euro auftreiben wollen, fordert Mohrhof selbst den Betrag von der FAU in Berlin ein. Denn wegen der Weitergabe seines Namens durch ein Mitglied der Ortsgruppe sei diese für die Konsequenzen verantwortlich. Da der Verleger zur Durchsetzung seiner Ansprüche auf den zivilen Klageweg verwiesen worden ist, bleibt abzuwarten, ob die Szeneposse demnächst womöglich in die nächste Runde gehen wird.

    • 26. März 2014 13:05

      seit 2011 …und aus Berlin immer noch keine Selbstkritik, Entschuldigung, Entschädigung oder oder auch nur Bestätigung, dass die warnenden Kritiker in vielen Punkten Recht behalten haben …
      statt dessen echtes Politiker-Verhalten. nicht sehr vertrauensbildend für Menschen, die Politik“ zum Teufel jagen wollen, und durch Gesellschaftsveränderung von unten ersetzen.

      „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim alten zu lassen und trotzdem zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
      – Albert Einstein

      • Ähhm permalink
        26. März 2014 19:10

        Die wollen Politik ja nicht zum Teufel jagen, die wollen ja nur die richtige politik machen und zwar „anarchistische Politik“ oder „linke Politik“ oder so.
        Das ist doch grade das Problem mit die Szene – die können außerhalb von Politik und Politikergehabe sich gar keine Zwischenmenschlichkeit mehr vorstellen….

      • Niemals Vergessen! permalink
        30. März 2014 18:23

        Mit folgendem Rundschreiben informiert das Institut für Syndikalismusforschung über eine Geldforderung von knapp 2000 Euro durch den Anwalt Heiner Beckers, dem Rechteinhaber der Schriften und Texte Rudolf Rockers.

        Im Juni informierten wir über die Unterlassungsaufforderung eines Heiner Becker, der für sich die ausschließlichen Rechte an den Werken von Rudolf Rocker und Milly-Witkop-Rocker in Anspruch nimmt. Dieser hatte dem presserechtlich Verantwortlichen des Instituts für Syndikalismusforschung durch seinen Rechtsanwalt eine Unterlassungserklärung zugeschickt, die dieser schließlich unterzeichnet hat. Neben uns sind weitere Personen von Beckers Urheberrechtsanspruch betroffen. Gegen sie wurden auf Anzeige von Heiner Becker polizeiliche Ermittlungsverfahren eingeleitet, so u.a. gegen den Herausgeber der Zeitschrift “Barrikade”. Dieser hat am 30. Oktober eine öffentliche Erklärung zu diesen Vorgängen abgegeben. (Hier zu lesen: http://syndikalismusforschungmv.wordpress.com/2011/11/05/urheberrechte-von-rudolf-rocker-erklarung-des-barrikade-herausgebers/)

        Das Institut für Syndikalismusforschung ist aktuell vom Becker-Anwalt mit einer finanziellen Forderung in Höhe von beinahe 2000 Euro “Rechtsanwaltskosten” konfrontiert. Eine Anfrage von uns, diese Summe in monatlichen Raten abzubezahlen, wurde von ihm abgelehnt. Dennoch gehen wir nach dem jetzigen Stand der Sachlage davon aus, dass es zu Ratenzahlungen kommen wird.

        Über den weiteren Fortgang werden wir informieren und verweisen an dieser Stelle noch einmal auf unsere Erklärung “Rudolf Rocker darf nicht verschwinden” von Juni 2011 und die zu diesem Thema eingerichtete Sonderseite auf unserem Blog.

        Institut für Syndikalismusforschung, Bremen, November 2011

        https://syndikalismus.wordpress.com/2011/11/30/institut-fur-syndikalismusforschung-beckers-anwalt-fordert-fast-2000-euro/

      • die Herren permalink
        31. März 2014 18:10

        Herr Hansi Oostinga

        Herr Heiner Becker UWG (links neben dem Verbotschild)
        http://www.westline.de/storage/pic/import/wn-import/nw/wn/ln/1234625_1_UWG-hat-alle-Wahlbezirke-besetzt-Drei-Kandidaten-fuer-den-Kreistag_image_630f_420f_wn.jpg?version=1389803536
        Herr Heiner Becker UWG (mit Poloshirt und gelben Logo)

    • Niemals Vergessen! permalink
      30. März 2014 18:21

      Es gibt Neuigkeiten vom Ermittlungsverfahren gegen Syndikalismus.tk wegen der Herausgabe der Schrift von Rudolf Rocker „Anarcho-Syndikalismus“ als kostenlose PDF-Datei. Wie berichtet hat der Inhaber der Rechte an allen Texten von Rudolf Rocker, Heiner Becker aus Nordwalde (bei Münster) Anzeige bei der Polizei gestellt. Diese ermittelt seit September 2010 gegen mehrere Genossen, die fälschlich hinter Syndikalismus.tk vermutet werden.

      Nun ist bekannt wer Heiner Becker die falschen Namen lieferte, mit denen dieser zur Polizei lief. Das FAU-Mitglied Hansi Oostinga aus Berlin. Dies geht aus der Aussage von Heiner Becker bei der Polizei hervor. Von diesem wird er namentlich genannt. Oostinga hatte noch während der Kampagne gegen das Gewerkschaftsverbot der FAU Berlin und den Arbeitskonflikt beim Babylon-Kino laut durch die Lautsprecher gerufen, dass eine „gute Gewerkschaft eine ist, die dein Chef nicht mag.“ Diese öffentliche Aussage hinderte ihn nun nicht daran Becker, seinen ehem. Arbeitgeber (Zitat Becker: „Er hatte mal für mich gearbeitet“) Namen von hinter Syndikalismus.tk vermuteten Genossen zu geben.

      Der große klassenkämpferische Syndikalist Oostinga als Denunziant für den Besitzer der Veröffentlichungsrechte von Rudolf Rocker, um diesem bei seinem (Nicht-)Geschäft mit der jahrzehntelangen Zurückhaltung von Rocker-Texten zur Seite zu springen. Einfach Widerlich! Bei Denunziation hört jedes Verständnis auf. Zumal das FAU-Mitglied ohne jegliche Drucksituation Namen freiwillig preisgegeben hat. Wir können vor einer Zusammenarbeit mit dieser Person nur warnen!

      Schon vor dem Wissen um den konkreten Namen, der sich aus den Akten der Polizei ergibt, war bekannt, das hinter der Denunziation Mitglieder der FAU stehen. Am 17. März schrieb Syndikalismus.tk deswegen an die Geschäftskommission der FAU in Frankfurt/Main um von diesen eine Stellungnahme zu den Vorgängen zu erhalten. Bis heute hat sich weder die Organisationssekretärin noch sonst jemand von der FAU-Geko bei Syndikalismus.tk gemeldet.

      Zum jetzigen Zeitpunkt sind 550 Euro an Kosten für die juristischen Auseinandersetzungen entstanden.

      Wir werden weiter berichten.

      Syndikalismus.tk, 23.03.2011

      Ergänzt am 25. März:

      Zur Dokumentation und damit sich jede/r ein eigenes Bild machen kann. Das Schreiben von Syndikalismus.tk vom 17. März 2011 an die Geschäftskommission der FAU.

      Liebe Genossinnen und Genossen der FAU,

      wie ihr sicherlich mitbekommen habt ermittelt die Staatsanwaltschaft Münster gegen Syndikalismus.tk und GenossInnen, die fälschlich hinter dem Kollektiv von Syndikalismus.tk vermutet werden. Nach schriftlicher Aussage von Heiner Becker, dem Anzeigenerstatter, hat dieser die Namen von vermeintlichen GenossInnen von Syndikalismus.tk von Mitgliedern der FAU erhalten.

      Wörtlich heißt es im Schreiben Heiner Beckers an den Anwalt eines „verdächtigten“ Genossen: „Als einer der dafür Verantwortlichen (der Herausgabe Rudolf Rockers „Anarcho-Syndikalismus“ als PDF, Anm. Syndikalismus.tk) wurde dem Rechteinhaber Heiner Becker von Mitgliedern der FAU Herr XX.XX in XX (Stadt) genannt.“

      Wir fragen uns, welche Mitglieder der FAU so etwas tun und ob diese sich den Konsequenzen ihrer Plauderei mit Heiner Becker nicht bewusst sind. Unabhängig davon, ob diese Denunziation von Genossen aus Unerfahrenheit oder aus Absicht geschah, fragen wir die Betreffenden, was sie nun zu tun Gedenken, um den Schaden, den sie angerichtet haben, zu mildern? Gut zu machen ist es nicht mehr. Die Ermittlungen sind am laufen.

      Fakt ist, ohne die Denunziation von FAU-Mitgliedern gäbe es keine Ermittlungen. Das Verhalten dieser FAU-Mitglieder schadet nicht nur uns, sondern der gesamten FAU und ihrer Glaubwürdigkeit als revolutionäre, gegen das Privateigentum kämpfende Gewerkschaft.

      Wir erwarten, dass sich die betreffenden FAU-Mitglieder verantwortlich zeigen. Die Geko und die vernünftigen GenossInnen in der FAU fordern wir dazu auf, dies nach Kräften zu unterstützen und darauf hinzuwirken, dass solche Denunziationen in der Zukunft unterbleiben.

      Wir erwarten eine zeitnahe Antwort der FAU zu diesem Schreiben.

      Syndikalismus.tk, 17.03.2011

  3. Kropotkin: Celebrating - Bakunin’s Anniversary permalink
    28. März 2014 13:55

    http://robertgraham.wordpress.com/2014/03/23/kropotkin-celebrating-bakunins-anniversary/

    Hopefully Iain McKay will also write/editing an anthology about Rudolf Rocker!
    http://anarchism.pageabode.com/anarcho/review-of-rudolf-rockers-anarcho-syndicalism

  4. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es permalink
    31. März 2014 20:49

    Danke für die Erinnerung an Rudolf Rocker! Jedes Wort des Zitats ist zutiefst wahr (zumindest meine Meinung).
    „Nur als Produzent und Erzeuger gesellschaftlichen Reichtums kann der Arbeiter sich seiner Stärke bewußt werden.“
    Es wäre eine große Sache, wenn wir Rudolf Rocker als Ratgeber ernster nehmen würden und ihn nicht nur irgendwie im Hintergrund behalten, während wir real aus dem klein-kleinen Tagesgeschehen nicht herauskommen und uns an kleineren Geistern orientieren.
    Es reicht nicht, wenn wir die Rocker-Broschüren zuhause liegen haben, wir sollten diese Grunderkenntnisse nach aussen propagieren, auch wenn wir sie selbst nicht so umsetzen können, wie wir es gerne wollten. Von selbst kommen die Leute nicht so leicht drauf und wir sitzen auf diesem Schatz und kratzen uns am Kopf…

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