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Neuerscheinung: Erneuerung durch Streik – Die eigenen Stärke nutzen

12. März 2014

Materialien_Erneuerung-durch-streikDer Streik ist ein wichtiges Mittel gewerkschaftlicher Durchsetzungsmacht. Streiks sind gleichzeitig immer auch bedeutende Momente, in denen sich im Großen wie im Kleinen Emanzipationsbestrebungen ausdrücken: Sie lassen Solidarität entstehen, überwinden Spaltungen und stellen die Herrschaft im Betrieb infrage. Jede Zeit, jede konkrete gesellschaftliche Konstellation entwickelt ihre eigene Artikulation von Gegenwehr und ihre eigenen Streikformen. Ein genauer Blick auf Streiks in Deutschland zeigt interessante Trends und Entwicklungen, die neue Ansätze gewerkschaftlicher Strategien und Praktiken erkennen lassen. Gewerkschaften spielen eine zentrale Rolle bei jeder grundlegenderen Gesellschaftsveränderung und sind daher ein wichtiger Forschungsgegenstand der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Im Sinne linker kritischer Wissenschaft müssen dabei die Subjekte der Veränderung ernst genommen werden. Deswegen sollte Forschung auch nicht abseits von Bewegung und Aktion betrieben werden.

Die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und ver.di organisierte Konferenz «Erneuerung durch Streik. Erfahrungen mit einer aktivierenden und demokratischen Streikkultur» versammelte Anfang März 2013 in Stuttgart mehr als 500 Interessierte, darunter viele, die zu Gewerkschaften forschen, aber vor allem Gewerkschaftsaktive. Ziel war es, Streikerfahrungen und Analysen zusammenzutragen, sie gemeinsam zu diskutieren und voneinander zu lernen. Einige der Beiträge werden in vorliegender Broschüre dokumentiert, um die Diskussion über den Rahmen der Konferenz hinaus fortzusetzen.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Streiks – bei gleichbleibender Anzahl der Streiktage – deutlich zugenommen. Laut Angaben des Wirtschafts- und  Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI 2013) gab es im Jahr 2012 um die 250 Streiks und Warnstreiks, vor allem wegen Haus- und Firmentarifverträgen, die damit auch eine Reaktion auf die zunehmende Zersplitterung der Tariflandschaft sind. Während von 1960 bis 1990 die meisten Arbeitsniederlegungen im Tarifbereich der IG Metall stattfanden, ist seit Mitte der 1990er Jahre eine Verlagerung in den Dienstleistungsbereich festzustellen (Dribbusch 2011). Die 188 Streikanträge im Bundesvorstand der größten deutschen Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Jahr 2012 markieren den bisherigen Höhepunkt (WSI 2013).

Bemerkenswert in der jüngsten Vergangenheit waren Streiks von Beschäftigten, die bisher als schwer zu organisieren galten. Der erste Streik der Reinigungskräfte in der Nachkriegszeit (2009), die langen Konflikte um den Erhalt des Flächentarifvertrags im Einzelhandel (2008/09 und aktuell 2013) sowie der Streik im Erziehungsdienst (2009) stehen exemplarisch für eine hohe Beteiligung von Frauen. Gerade in Bereichen, die massiven Angriffen ausgesetzt und von prekärer Beschäftigung geprägt sind, entstehen neue konfliktorientierte Ansätze. Aber auch in sozialen Bereichen, in denen die Arbeitsmarktsituation für die Beschäftigten günstig ist, gibt es große Auseinandersetzungen. In offensiven und innovativen Streiks werden immer mehr Mitglieder gewonnen.

Hier gibt es die Broschüre im PDF-Format

Quelle: RL-Stiftung

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