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Selbstverständnis der Anarcho-Syndikalistischen Jugend (ASJ)

12. Februar 2014

asjbfAuf dem letzten Bundeskongress der Anarcho-Syndikalistischen Jugend (ASJ) wurde ein Selbstverständnistext der Bundesföderation beschlossen. Darin beziehen sich die Genossinnen und Genossen positiv auf den Klassenkampf und die soziale Revolution.

Selbstverständnis der Anarcho-Syndikalistischen Jugend

Die ASJ ist ein Zusammenschluss selbstorganisierter Jugendgruppen. Sie geht von einem grundsätzlichen Interessengegensatz zwischen Kapital und Lohnabhängigen aus, sieht die gesellschaftlichen Verhältnisse der Unterdrückung aber über den ökonomischen Bereich hinausgehend. Somit ist es unser Ziel, politische Forderungen des Anarchismus und gewerkschaftlche Kampfformen des Syndikalismus zu bündeln und für uns als Schüler*innen, Studierende, Erwerbslose, Praktikant*innen, Auszubildende und Jugendliche mit oder ohne Lohnarbeit etc. umzusetzen. Die ASJ besteht aus unabhängigen Ortsgruppen (OGs), die in den folgenden Punkten übereinkommen.

Zentralismus / Föderalismus
Die Stellung des Menschen in der Gesellschaft wird mit Zentralismus oder Föderalismus bezeichnet. Im Zentralismus wird der Mensch als Mittel zum Zweck angesehen und untersteht den Formen, die er hervorbringt, wie zum Beispiel Staat, Gott oder Privatbesitz. Im Gegensatz zur aktuellen, zentralistischen Gesellschaft, streben wir eine föderalistische Organisation der Zwischenmenschlichkeit an. Im Föderalismus steht der Mensch im Mittelpunkt menschlichen Strebens und die organisatorischen Formen richten sich nach seinem Bedarf als sozialem Wesen. Für die Einzelnen bedeutet das ein höheres Maß an Würde, Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten. Für die Gemeinschaft wird Kooperation und Gegenseitige Hilfe zum Leitmotiv.

Kapitalismus
Der Kapitalismus ist eine zentralistische Wirtschaftsform, die die Gesellschaft weltweit in Klassen aufteilt. Diese unterscheiden sich durch ihre ökonomischen Verhältnisse und stehen dadurch im Gegensatz zueinander. Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht die Kontrolle über die Arbeit und die Verteilung des Profits.
Neben den ökonomischen Unterschieden ist die Gesellschaft noch durch zahlreiche soziale Hierarchien geteilt (wie z.B. Rassismus, Sexismus, Homophobie). Diese existieren unabhängig vom Kapitalismus, jedoch bestärken sie sich gegenseitig. Wir verstehen somit den Kampf gegen alle Unterdrückungsmechanismen als Teil des Klassenkampfes. Da der Kapitalismus vor Ländergrenzen nicht Halt macht, muss der Widerstand gegen ihn inter- und letztlich antinational sein.

Staat
Der Staat dient zur Verteidigung herrschender Privilegien sowie als Instrument zur Unterdrückung und Spaltung der arbeitenden Klasse. Innerhalb des Kapitalismus erhält er zudem eine verwaltende Funktion, die das gestalterische Potenzial der Menschen verneint und durch seine eigenen, künstlichen Organisationsformen ersetzt. Wir sehen darin seine historisch gewachsene Rolle und lehnen ihn somit als Mittel der sozialen Befreiung ab.

Klassenkampf
Der Klassenkampf ist ein ständiger Kampf, der am Arbeitsplatz, in Schulen, Gemeinden und in der Gesellschaft geführt wird und den die ASJ auf Seiten der arbeitenden Klasse unterstützt.
Durch Erfolge in alltäglichen Kämpfen schaffen wir eine wachsende organisierte Basis, die an gesellschaftlicher Macht gewinnt und in der Lage ist, die Soziale Revolution als letztendliches Ziel des Klassenkampfes, durchzuführen.

Soziale Revolution
Ziel der ASJ ist die Überwindung der Klassengesellschaft, des Staates und sozialer Hierarchien mittels der Sozialen Revolution. Die Revolution ist hier nicht nur als einmaliger Akt der Befreiung zu verstehen. Sie beschreibt auch einen Prozess, in dem wir uns gemeinsam das notwendige Wissen aneignen müssen um eine freie Gesellschaft zu verwalten. Die Ideen von Gleichberechtigung und Freiheit, die wir innerhalb unserer Organisation anwenden, sollen somit in der zukünftigen Gesellschaft verwirklicht sein, was die Selbstverwaltung der Arbeitenden und die Vergesellschaftung von Produkten und Produktionsmitteln voraussetzt. Diese Aneignung wird nur durch die Zerstörung der bestehenden Ordnung möglich, welche durch den Generalstreik geschehen soll.

Strategie und Methoden
Um unsere Ziele zu erreichen, bedienen wir uns direkter Aktionen. Diese sollen unvermittelt in die gesellschaftliche Realität eingreifen und stellen für uns das effizienteste Mittel zur Veränderung dar.
Im Weiteren ist die ASJ föderalistisch aufgebaut. Was bedeutet, dass Entscheidungen selbstbestimmt und dezentral nur von den Betroffenen auf lokaler Ebene gefällt werden. Aktive Teilnahme, Unabhängigkeit und Gleichberechtigung aller Mitglieder sind somit garantiert. In der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter – Union (FAU) sehen wir eine Organisation, die nach den selben Prinzipien handelt, sodass wir uns mit ihr besonders verbunden fühlen.

Aktionen
Für die Ortsgruppen der ASJ ergeben sich aus den oben genannten Prinzipien verschiedene Arbeitsfelder und Aktionsformen. Im Vordergrund steht dabei die Idee der Selbstorganisation aller Lebensbereiche. Egal ob Schule, Arbeit, Erwerbslosigkeit oder Freizeit. Zu unserer alltäglichen Arbeit gehören kulturelle Veranstaltungen in denen sich unsere politischen Forderungen widerspiegeln wie z.B. Lesungen, Info- und Diskussionsabende, Filmvorführungen, Konzerte und Partys. Demonstrationen und Kundgebungen finden in unserer Arbeit ebenso Platz wie die Veröffentlichung von eigenen Broschüren, Flyern und Zeitungen. Außerdem besteht jederzeit die Möglichkeit die Themen einzelner Arbeitsgruppen über die Grenzen der jeweiligen Stadt hinaus zu organisieren, wie es beispielsweise bei der Kampagne „Jung und Billig – Gegen Ausbeutung im Minijob“ passiert. Die Aktionen der ASJ sind dabei stets Ausdruck der jeweiligen Interessen und Bedürfnisse der Mitglieder und entsprechen unseren Zielen der Gleichberechtigung und Selbstverwaltung.

Quelle: Webseite der Bundesföderation der ASJ

3 Kommentare leave one →
  1. Couragierte Lehrerin hängt Kruzifix im Klassenzimmer ab permalink
    12. Februar 2014 23:19

    Lehrerin hängt Kruzifix im Klassenzimmer ab

    Schulleiter stimmt dem Schritt zu – Klassenlehrerin findet Kruzifix nicht schön

    Die Diskussion um Kreuze und Kruzifixe in Klassenzimmern hat Bad Saulgau erreicht: Die Lehrerin einer Schule in Bad Saulgau hat mit Zustimmung der Schulleitung im Raum ihrer Klasse das Kruzifix im Zimmer ihrer Klasse abgehängt. Die Klassenlehrerin gehört keiner der christlichen Konfessionen an. Sie wollte das Kruzifix abhängen, weil es für ihren Geschmack zu überdimensioniert war. Es sei nicht schön gewesen, sagt die Lehrerin.

    (…)

    Mit „1,50 Meter“ sei das christliche Symbol mit dem Corpus des leidenden Jesus sehr groß gewesen und habe den Raum zusätzlich verdüstert.

    http://www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/bad-saulgau/stadtnachrichten-bad-saulgau_artikel,-Lehrerin-haengt-Kruzifix-im-Klassenzimmer-ab-_arid,5585053.html

  2. eswerdelichtTV ------ Podiumsdiskussion: Gewalt im Namen der Ehre permalink
    27. Februar 2014 17:57

    Podiumsdiskussion: Gewalt im Namen der Ehre (volle Länge)

    Aufzeichnung vom 26.11.2013 aus dem Albert-Schweitzer-Haus in Wien

    Moderation: Nina H. Scholz

    Vorträge von

    Moni Libisch

    Studium der Soziologie und Afrikanistik an der Universität Wien, Ausbildungen als Diplomsozialarbeiterin und Erlebnispädagogin, Einrichtungsleiterstellvertreterin bei „JUVIVO.15 — aufsuchende Kinder- und Jugendarbeit“ in Wien. Arbeitsschwerpunkte: Offene Kinder- und Jugendarbeit, Suchtprävention, interkulturelle Mädchen- und Burschenarbeit, Gender Mainstreaming und Diversität.

    Ahmad Mansour

    geb. 1976 in einem arabischen Dorf in Israel. Lebt seit 2005 in Deutschland. Studium der Psychologie, Soziologie und Anthropologie an der Universität Tel Aviv und Berlin. Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur, seit 2009 Gruppenleiter im Projekt „HEROES — Gegen die Unterdrückung im Name der Ehre und für Gleichberechtigung“ in Berlin, Policy Advisor bei der Stiftung European Foundation for Democracy, Mitglied der Deutschen Islam Konferenz.

    Ercan Nik Nafs

    geb. 1972 in Mazgirt, einer kurdischen Stadt der Türkei. Lebt seit 1992 in Österreich. Studium der Elektrotechnik und Politikwissenschaft in Wien. Seit 1994 Mobiler Jugendarbeiter in Wien und seit 2010 Leiter der Einrichtung „Back on Stage 10“ der Mobilen Jugendarbeit Favoriten. Arbeitsschwerpunkte: Grundlegende Bedürfnisse der Menschen in Städten und Menschenrechte, insbesondere die Situation von Vertriebenen aus Kriegsgebieten.

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